Ausgabe 
22.12.1916 Zweites Blatt
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VC Kteubing Wett ero Crtcgc Äbrsprache über de» Dost der VeihnachtSgeschichtr. Die alttiebeu Weihnachtsweisen, von den Verwundeten, Schwestern und den gelatxmen (Lasten gemeinsam gesungen, die lichterstrahTenden Chrijibäume und -bäumchen, die beiden Weihnachtslieder, die Frau Laudgerichtsrch Schutt not ihrer prächtigen Stimme fan-g, schufen eine recift weihnachtliche! Stimmung, i^e noch erhöht wurde, als die Berwmrdeten nun vre reichen $abai vorfanden, welche die Schwester:! und Stabsa^t Dr. Richter ihnen gespendet hatten. Die Freude der so sehr Beschenkten fand denn auch Ausdruck in Dankesworten und man­chem Lied, das der Chor der Verwundeten oder auch ein Einzelner aus frohem Herzen sang. Als Stabsarzt Dr. Richter, von der Pflicht gerufen, scheiden mußte und am Ende einer kernigen Ufa* spräche den Versammelten wünschte, daß sie dielen Abend nve ver­gessen möchten, sprach er nur aus, was alle rm Herzen icponi Kmtztcu: <daß ihnen diese ^Feier irmner im Gedächtnis bleiven würde nnd mit txr Feier diejenigen, welche sie so schon gestattet.

** Beschaffung von Saat gut für Hülsen fr üchta

Auf Grund der Buudesratsverordnnng vom 29 Juni 191b uns der Ausführungsverordnung Großhe^vglichen Mmisterumn' des Innern vom 12. dlugust wurden die Aufgaben emer saatstelle über den Verkehr mit Saatgut von Hülsenttüchten der Landwirt- schaftskammer übertragen. Diejenigen Landwirte, welche von, den verschiedenen HAsenf'rüchden, wie Erbsen, Bohnen, Linsen, Acker- bohnen und Peluschken, Saatgut zum Verkauf zu bringen m der Lage sind, haben vorher die Freigabe der Hülsen ttüchtt als Saat­gut durch Vermittelung .der Saatstelle (Landwirtschaftskammer für das Großherzogtum Hessen) yu erwirken. Der Msatz, der zu Saatzwecken freigeirebenen Hülsenfrüchte darf ebenfalls nur durch die.Saatstelle (Landivirtschaftskammsr) erfolgen. Dtzenigen Land­wirte, welche sotten reines Saatgut nur bester Beschaffenheit ab­geben' köirnen, wollen daher umgehend nähere Mitteilung an die Landwirtschaftskammer, Saatstelle für Hülsenfrüchite Tarmstadt, Allee 6, gelangen lassen Im Interesse der Sicherstellung eines erweiterten Anbaues von Hnlsenfruchten im Jahre 1917 liegt es, wenn die Mitteilungen umgehend an die Landwirtschaftskammer erfolgen.

** Sammelt gebrauchte und alte Briefmarken!

Bekanntlich hat sich der Kriegswirtschaftliche Ausschutz des Allce- Frctuenvereins die .Aufgabe gestellt, alle möglichen gebrauchten Gegenstände zu sammeln, um durch deren Erlös für gemeinnützige Zwecke Mittel zu beschaffen. Zu diesen Gegenständen zählen auch die kursierenden gebrauchten, wie auch besonders die früher von den Postanstalten ausgegebenen in- und mislandischen Brref- inarken Die gesammelten Marken (2^/s, 6, 10, 15, 20, 25 usw.) werden kiloweise an Händler verkauft, die sie in Uebersee-L ändern zu Sa mmel zwecken zum Verkauf bringen. In manchen Ländern (z B Chinas sollen sie auch zum Tapszieren der Wände benutzt werden ' Mte Marken, z-. B. von Thurn und Taxis, Württem­berg, Bayern, Baden usw. haben teilweise einen recht hohen Wert und sind bei Sammlern, Briefmarkenvereinen und Händ­lern leicht unterzubringen. Deshalb wäre es auch sehr erwünscht, wenn alte Briefmarkensammlungen, die sicherlich in vielen Haus­haltungen noch aufbewahrt rverden, der FrauwHilfe zur Becwer- ttmg überwiesen nnirden. Erwünscht sind bei älteren Stücken auch Pch gempel auf ganzen Adretzseiten, besonders aus der Thurn und Taxisschen Zeit. Auch die Stempel der Postablagen, wie sie früher bei kleineren Postanstalten und bei der Abstempelung der Briefschaften aus den Landbriefkarten üblich waren, sind für den erwähnten Zweck von Jntcrene. In dankenswerter Weise hat das Grostherzoaliche Ministerium des Innern die unterstellten Behörden angewiesen, me Marken der eingehenden Briefschaften dem Alice- Frauenverein zu überweisen.

** Frei marken für Neujahrs briefe. Beim Heran­nahen des Jahreswechsels ist Wiederrum darauf aufmerksam zu machen, datz es sich drftrgend eurpftehlt, die Freimarken für Neujahrsbriefe nicht erst am 31. Dezember, sondern schon früher zu kaufen, damit sich der Schalterverkehr an dem genannten» Tage ordnungsmäßig abwickeln kann. Lluch, ist es bei den gegen­wärtigen, durch den Krieg geschaffenen schwierigen Verkehrsverhält- <inen von Wichtigbeit, datz die 9deujahrsbriche frühzeitig.

aufgeliefert werden, und datz nicht nur auf den Briefen muh Großstädte», sondern «noch auf Briefen nach Mittelstädten die Wohnung des Empfängers angegeben werde. Für B erl i n ist außerdem die Wligabe des Postbezirks (0, N, S, Wusw.) und des Bestell-Postamts dringend erwünscht. Verzeichnisse der Straßen urrd Plätze Berlins mtt Angabe des Postbezirks Und der Bestell-Postans tatt h>erdeu an alleii Postschaltern sowie von den Orts- und Lcmdbriefträgern zum Preise von 5 Pfg. verkauft.

** Abmeldung v on Hunden. Bei herannahendem Jcchvesschlutz ^möcksten wir unsere Leser in ihrem Jutereffe auf die Vorschriften der Hundesteuerverordnung aufmerksam machen, die hinsichtlich der Abmeldung von Hunden zu beachten sind. Wer nämlich den Besitz eines Hundes aufgibt, hat dies späte­stens bis tzUm Ab laufe des Kalenderjahres der Bürgermeisterei seines Wohnortes anztrzeigen. Die Abmeldung muß durch ben Besitzer selbst entweder mündlich oder schriftlich geschehen. Es ist hierbei auzugeben, Mi welchem Tage und an wen der abzumeldende .Hund abgegeben wurde. Bei mündlicher Ab­meldung ist der rnu Himderogrster gemachte Eintrag von dem Abmeldenden zu unterschreiben. Ueber die erfolgte Abmeldung er­hält der bisherige Hundebesitzer auf Verlangen von der Bürgern meisterei eine Bescheftftgung. Diese AbmeLung ist auch von dem­jenigen tzu erstatten, der mit einem Hunde von seinem bis­herigen Wohnsitze in einen anderen Ort des Großher- zogtums tvegzieht. Wer die Abmeldung bis über den Jahres- schlu ß hinaus unterläßt, hat die Steuer für das folgende Jahr weiter zu entrichten, wenn er nicht etwa vor Ablauf des Jahres der Abschaffung des Hundes aus dem Großherzogtum ver­zogen ist. Zugleich machen wir darauf aufmerksam, daß die ge­setzliche Bestimmung, wonach von der Hundesteuer für je einen Hund alle diejenigen Personen befreit sind, die infolge ihres Be­rufes oder Gewevbes einsam wohnen, und ein Einkommen vonj weniger als 2600 Mark versteuern, aufgehoben worden ist und datz jetzt Steuerfreiheit nur noch für Hirten'Hunde besteht. Landkreis Grctzcn.

u. Heuchelheim, 22. Dez. Tank der Opferwilligkeit ein­zelner Freunde war es möglich geworden, unseren zu ihrer Ge­nesung und Erholung auf dem Windhof untergebrachten Feld­grauen auch in diesem Jahre wieder eine Weihnachtsfeier zu bereiten, die in Anwesenheit einer Anzahl geladener Gäste am Mittwoch abend vor sich gehen konnte und einen recht schönen Verlauf nahm. Die Feier, die gegen 6 Uhr in dem mit Tannen­grün und einem kerzen schimmernden Weihnachtsbaum geschmückten uneren Saale des Windhofes ihren Aufang nahm, wurde durch den von Verwundeten unter Leitung des llnteroffiziers Körn eg vorgetragenen Chore ,,Willkommen du selige Weihnachtszeit!" emgeleitet. Hieran anschließend >hielt Pfarrer Dörr die von echt vaterländischem Geiste durchwehte Weihna chtsans pro che, worauf alle Anwesenden das LiedO, du fröhliche" anstimmten, dem sich das von den Helferinnen des Reserve-Lazaretts gesungene TerzettHebe deine Augen auf" anreihte. Gemein schafft ich gesungene Lieder, Einzelchöre, Gedichtvorträge schlossen sich in angenehmer Abwechs­lung daran an. Schließlich folgte die Bescherung der Windhofs- insassen, die als rrscht reichilich bezeichnet werden durfte. Der eigentlichen Feier fügte sich noch ein gemütlicher Teil an, der durch Gesänge, deklamatorische und niusikalrsche Darbietungen weseiitlich verschönt wurde und alle Llnwescudeii noch recht lange zusammenhielt. Kreis Büdingen.

na. Borsdorf, 22. Dez. Kriegsauszeichnung. Musketier Gustav Weitz, Jnf.-Rcgt. Nr. 168, hat das Eiserne .Kreuz und der Landsturmmann Otto Belzer die Hess. Tapferkitsmedaille erhalten.

na. Nidda, 22. Dez. Die Unteroffiziere AdolfLu pp und Otto Schwöbel von Nidda, beide JnlMber des Eisernen Kreuzes 2. Kl., wurden mit der Hess. Tapferkeitsmedaftle aus­gezeichnet. Der Kriegsfreiwillige Ludwig Holland aus Nidda, bei der Landwehr-Sa nitäts-Kompagnie Nr. 24, erhielt das Hess. Sanitätskreuz am Kstiegsbcuid.

Kreis Alsfeld.

Up. Ruppertenrod, 22. Dez. In überfÄllter Kirche fand am S-oanuag die Gedächttiisseier zweier Helden aus unserer Ge­

meinde statt, die für das Vaterland gefallen. Der zwmrzMThrrhe' Karl Burg wnrve am 29. Nov. 1915 zur Fahne ein berufen und rückte anr 16. Juli 1916 nach Frcmkveiich aus. In der Sommeschilacht wurde er schwer verwundet und starb auf dem Transport rrach. dem Ha:rvtverba:idsplatz. Wie sehr seine Kompagnie ihn schätzt, zeigen die Worte seines Feldwebels, der an des Ge­fallenen Cltern schrieb. Burg erwarb sich die Wertschätzung seiner Vorgesetzten und Kamer^aden durch! sein freundliches, bescheidenes Wesen und sein uncrfch,rockenes, tapferes Verhalten am schweren Kampftage. Tie Eltern verlieren, init ihm den einzigen, braven Sohn. Im 22. Lebensjahr befand sich der zweite Held, Otto Schmidt. Er wurde am 7. März^ 1915 nach Rußland beordert. In Gießen hatte er ffn 116. Infanterie-Regiment seine Llus- bildung empfangen. Mit seinem Reginrent käntpfte er in der Offen­sive gegen Riga und nahm an mehreren Schlachten teil. Sein tapseres uiid muttges Verhalten vor dem Feinde wurde durch, die Hessische Tch)ferkeittnedaille beböhnt. ?ttn 15. September ds. Js. ttaf ihn bei einer Schaiizarbeit eine feindliche Kugel in die Brust. Aus einem Ehrenfriedhof bei Wilna wurde der Gefallene unter militärischen Ehren begraben.

Kreis Wetzlar.

ra. Wetzl a r, 22. Dez. Im hohen Alter von fast 81 Jahren starb Stadtverottmeter Georg Allmenröd er. Seit dem 13. No­vember 1688 war derselbe ununterbrochen Mitglied der Stadtvev- ordrietenversanttnlung und galt gleickMitiig als Senior unseres Turnvereins.

ra. G a r b e n 7) e i m, 22. Dez. Etwa 200. wahlberechttgte Ge­meind ealieder haben jetzt den Antrag auf EingemeiNdungj in die Stadt Wetzlar gestellt. Garbenheirn zählt nahezu 1000 Seelen, die Gemarkung ist 762 Hektar groß, davon ffnd 65 Hektar mit Wald bedeckt. Tie Steuerzuschläge sind l-eute auf 300 Prozent an- gewachsen.

Hessen-Nassau.

Hoch st a. M., 20. Dez. Für den Wiederaufbau des Kreises Stallupmieu in Ostpreußen bewilligte die Stadtverordne­ten sitzuug den auf die Stadt Höchst entfallenden Anteil in Höhe vvii 10 734 M. Hiervon übernehnven die Farbwerke 5000 Mk., private Sammlungen brachten 800 Mk. Der Kreis stellte aus eigenen Mitteln 20 000 Mk. zur Verfügung. Die Schlußabrechnung über den Neubau des Krankenhauses ergab eine Ueberschreitung des Voranschlags um 298500 Mk. Der Bau kostet statt der vorgesehenen 900 000 Mk. nunmehr 1198500 Mark. Diese erhebliche Ueberschreitung erklärt sich daraus, daß der Voranschlag noch zu Friedenszeiten ausgestellt war, durch die Kriegsjahre und viele Neueinrichtmigen mir llinischem, techirischem ,Gebiet, die die Erfahrungen des Krieges brachten, aber uin fast 30 Prozent überschritten rourde. Nach längerem oft recht leblMtem G^>anken aus tausch wurden die Mittel für die Etatsüberschreitimg bewilligt. Weiter genehmigte die Versamm­lung den <Umbau des alten Krankenhauses zu einem Seuchen­lazarett und bewilligte hierfür 125 000 Mark.

Meteorologische SesdKchtüngen i»er Station Gießen.

Dez. :

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Höchste Temperatur am 20. bis 31. Dezember 1913: 3,0* C. Niedrigste * » 20, , 21. , 1916: 5,5 0 C,

Niederschlag 1,8 mm.