Nr. 293 Zweites Statt
Erscheint tägktch mit Ausnahme des Sonntags.
M. Zahrgaag
veilagen: „Gteßener ZamiltenblStter" und „Krelsblo# für den Kreis Siegen".
Poftfcheckkonts: Zrankfnrt am Main Nr. U686. Vankverkehr: Sewerbebank Gießen.
Gieheim Anzeiger
General-Anzeiger ffir Gberhejsen
Mittwoch. f3. Dezember 1916
Zwlllingsrundoruct und Verlag: Brühl'jHeUniverslläts-Buch-u.Sttmdruckerei.
R. Lauge, Gießen.
Schriftleitung, Geschäftsstelle und Druckerei:
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Schriftleitung: 112.
Anschrift für Drahtnachrichten: AnzeigerGießen.
Deutscher Äeichstug.
FvkedsnSangebot der Mittelinächte.
v e r r t n , bcn 12. Dezember 1916.
(80. Sitzung.)
, Tribünen fmd überfüllt. Weit in die Gange hinaus stehen noch die Menschern. Das Haus ist bis auf den letzten Platz besetzt und am Vundesratstisch sind außer dem Reichskanzler samt- und sämtliche preußische Minister, sowie die Mrmster der Bundesregierungen mit zahlreichen Kommissaren der Reichs- und Staatsämter anwesend . .ZEdent Dr. Kämpf eröffnet um s/ 4 2 Uhr die Sitzung und erteilt sofort ohne wertere Einleitung das Wort dem Reichskanzler.
Reichskanzler von Bethmann Hollweg
gab folgende Erklärung ab:
Meine Herren! In der Hoffnung auf baldige neue günstige Ereignisse int Feld lag der Grund, warum der Reichstag nicht auf längere Zeit vettagt, sondern Ihrem Herrn Präsldenten nnhmm- gegeben tmrrde, den Tag der nächsten Vollsitzung zu bestimmen. Diese Hosftiung hat sich fast über Erwarten schnell erfüllt. Ich will kurz sein die Taten sprechen. Rumäniens Eintritt in den Krieg sollte unsere und unserer Verbündeten Stellungen im Osten ausl- roUen. Gleichzeitig sollte die große Offen stive an der öommc untere toefHicf)e Front durchbrechen, sollten erneute ita - l i e n r s che An stürme Oesterreich-Ungarn lahmlegen. Die Lage war ernst. Mist Gottes Hilfe haben unsere herrlichen Truppen eine u Z u st and geschaffen, der uns volle und grö bietet, als ie zuvor. (Lebhafter Bei- Ostfront steht, sie steht nicht nüch, sie ist mit Reserven an Menschen und Material besser ausgestattet, als sie es früher war. (Lebhafter Beifall.) Gegen alle italienischen Diversionen ist sehr nachdrücklich vorgesorgt, und während an der Somme und auf dem Karst das Trommelfeuer ertönte, während die Russen gegen die Ostgrenze Siebenbürgens anstürmtcn, hat Feldmarschall Hindenburg in genialer Führung ohne gleichen und mit Truppen, die im Wetteifer mit ihren Verbündeten an Kampf- uitb Marschleistungen das Unmögliche möglich gemacht haben (Lebh. Beif.) die ganze Westwalach ei und die feinde l ich e Haupt st a dt g e n o mm e n (Lebhafter Beifall) und Hin- ^stet nicht, die militärischen Operationen gehen weiter. Beifall.) Zugleich ist durch die Schläge des Schwertes unsere wirtschaftliche Versorgung fester fundiert wor-
0 e n. (Beifall.) Große Vowräte an Getreide, Lebensmitteln, Oel und sonstigen Gütern sind in Rumänien in unsere Hand gefallen. Ihre Abführung ist im Gange. Trotz aller Knappheit wären wir
ch mit dem Eigenen ausgekommen. Jetzt steht auch unsere Wirt- schaftlrche Sicherheit außer aller Frage. (Beifall.) Den großen Geschehnissen zu Lande reihen sich die Heldentaten unserer Unter-
1 eeboo te volbmttdig an. (Beifall.) Das Hungergefpenft. das un.-
l^ ^ aufcufeu wollten, werden sie nun selbst nichu
nach Berbmf des ersten Kriegsjahres Seme Majestät der Wasser sich in öffentlicher Kundgebung an das Volk wandte, sprach „Großes Erleben macht ehrfürchtig und im Herzen fest.' Nieumls ist unser Kaiser, ist unser Volk anderen Sinnes gewesen, auch jetzt nicht. Geniale Führung nnd unerhört heldenhafte Leistungen haben eherne Tatsachen geschaffen. Auch die innere Krie^sutüdigkert, mit der der Feind rechnete, to-ar ein Trugschluß. Mitten im Drange des Kampfes draußen hat der Deutsche Reichstag in dem Gesetz über den vaterländischen S-Msdimrst eine neue Schutz- und Trutzwehr schaffen helfen. Hinter dem kämpfenden .Heer steht das arbeitende Volk. (Lebhafter Beifall.) Die Riesenkraft der Nation ist wirksam für das eine gemeinsame Ziel. Nicht eine belagerte Festung, wie unsere Gegner es sich dachten, aber ein einziges gewaltiges, festgeordnetes Heerlager mit unerschöpflichen Hilfsmitteln. das ist das Deutsche Reich (Lebhafter Beifall), fest und treu im Bunde mit seinen kampferprobten Waffenbrüdern unter den österreichisch-ungarischen, türkischen und bulgarischen Fahnen. Unbeirrt durch die Reden unserer Feinde, die uns bald Welteroberungspläne, bald verzweifelte Angstrufe nach Frieden andichteten, sind lmr entschlossen dahingeschritten und schrei-
te 5 ^ weiter, immer bereit, uns zu wehren und zu schlagen füv unseres Volkes Dasein, für seine Freiheit und gesicherte Zukunft, immer bereit, um diesen Preis die Hand zum Frieden zu bieten, ^tenn unsere Stärke macht uns nicht taub gegen unsere Verantwortung vor Gott, vor dem eigenen Volke, vor der Menschheit. (Lebhafter Beifall.) Unseren bisherigen Erklärungen der Fric- depsberettschaft sind unsere Gegner ausgewichen. Jetzt sind wir einen Schritt weiter gegangen.
Nach 'der Verfassung lag am 1. August 1914 auf Seiner Ma- lestät dem Kaiser persönlich ein Entschluß, so schwer, wie er noch me von einem Deutschen hat gefaßt werden müssen: Der Befehl der Mobilmachung, der ihm durch die russische Mobilmachung abgerungen wurde. Während dieser langen und schweren Kriegsjahre bervegte den Kaiser. der einzige Gedanke, wie einem gesicherten/ Deutschland nach siegreich ausgesochtenem Kampfe wieder der Frieden bereitet werde. Niemand kann das besser bezeugen als ich, ^ (ch,t>ie Verantwortung für alle Regierungsbandlungen ttage. >5N ticfUem sittlichem und religiösem Pflichtgefühl gegen sein Volk und darüber hinaus gegen die Menschheit hall der Kaiser jetzt den Zeitpunkt für eine offizielle Friedensaktion für gekommen. Seine Majestät hat deshalb in vollem Einvernehmen und in Gemeinschaft mit seinen hohen Verbündeten den Entschluß gefaßt
den feindlichen Mächten den Eintritt in Friedensverhand lungen vorzuschlagen.
(Lebhafter Beifall.) Heute Morgen habe ich den Vertretern der jenigen Mächte, die unsere Rechne in den feindlichen Staaten wahrnehmen, also den Vertretern von Spanien, den Vereinigten Staaten von Amerika und der Schweiz eine entsprechende au alle feindlichen Mächte gerichtete Note mit der Bitte um Uebermittlung vergeben. Das gleiche geschrelst heute in Wien, Konstantnopel urm Sofia. Auch die übrigen neutralen Staaten und Seine Heiligkeit der Papst werden von unserem Schritt benachrichtigt. Tie 9Lote hat folgenden Wortlaut-:
Der Wortlaut der Note.
Ter furchtbarste Krieg, den die Geschichte je gesehen hat, wütet seit bald 2y 2 Jahren in einem großen Teil der Welt. Diese Katastrophe, die das Band einer gemeinsamen tausendjährigen Zivilisation nicht hat aufhalten können, trifft die Menschheit in ihren wertvollsten Errungenschaften. Sie droht den geistigen und materiellen Fortschritt, der den Stolz Europas zu Beginn des 20 . Jahrhunderts bildete, in Trümmer zu legen.
Deutschland und seine Verbündeten, Oesterreich-Ungarn, Bulgarien und die Türkei, haben in diesem Kampfe ihre unüberwindliche Kraft bewiesen. Sie haben über ihre an Zahl und Kriegsmaterial überlegenen Gegner gewaltige Erfolge errungen Unerschütterlich halten ihre Linien den immer wiederholten Angriffen der Heere ihrer Feinde stand. Der jüngste Ansturm am Balkan ist schnell und siegreich nicdergeworfen worden. Die letzten Ereignis, e bei reisen, daß auch eine wettere Fortdauer des Krieges ihre Widerstandskraft nicht zu brechen vermag, daß vielmehr die Gesamtlage zu der Erwartung weüerer Erfolge berechtigt
Zur Verteidigung ihres Daseins und ihrer nationalen Entt wicklungsfteihett wurden die vier verbündeten Mächte gezwungen zu den Waffen zu greifen. Auch die Ruhmestaten ihrer Heere haben daran nichts geändert. Stets haben sie an der Ueberzeugung festgehalten, daß ihre eigenen Rechte und begründeten Ansprüche in keinem Widerspruch zu den Rechten der anderen Nationen stehen sie gehen nicht darauf aus, ihre Gegner zu zerschmettern oder zu vernichten.
„ .Getragen von dem Bewußtsein ihrer militärischen und wirb- schiaMichm Kraft Md bereit, den ihnen aufgezwmigenen Kampf iwttgenfalls b^ zum äußersten fortznsetzen, zugleich aber von dem Wunsche beseht, weiteres Blutvergießen zu verhindern und den Greueln des Krieges ein Ende zu machen, Magen die vier verbündeten Machte vor,
alsdald in Fricdensverhandlungen rinzutreten.
, Die Vorschläge, die sie zu diesen Verhandlungen mib- bringen (loeTfoeai, sund die darauf gerichtet sind, Dasein, Ehre
Deutsche Spitzenaurstellung.
Aus Berlin wird uns geschrieben: Während — schon zur Friedenszeit — unsere Gegner, Patriotismus nur allzu gern mtt systematisch verbreitetem Chauvinismus verwechselnd, sich Uns gegenüber zu jeder Zeit uiid allerorts einer durchaus nicht vorhandenen Ueberlegenheit rühmten, wjcrr es seit jeher Brauch des lernfreudigen, zur Anerkennung anderer stets bereiten Deutschen, sein eigenes Licht unter den Scheffel zu stellen. Daß wir nicht —- wie die Engländer und 'Franzosen — uns borniert auf uns selbst beschränkten, daß wir uns nicht in trägem Stolz vor den Dingen und Werten der übrigen Welt abschlossen, hatte gewiß sein Gutes. Da jeder zehnte oder zwanzigste Deutsche fremde Sprachen lernte, fremde Länder besuchte, wurde der Horizont des gesamten Deutschtums erweitert und jene unparteiische, umfassende Bildung geschaffen, die Man die deutsche nennt. Leider vergaß der Durchschnittsdeutsche aber, daß man auch des Guten zu viel tun kann, knb die Ueberschätzung des FrenMäridischen, wie sie bis zum Kriegsausbruch bei uns herrschte, darf nicht ,nieder kehren. Dies ist eine der dein Krieg entspringenden, durch den Krieg gehärteten Forderungen, die in der Frage der industriellen Wiedergeburt eine führend Rolle spielen müssen und spielen werden. Ter Hauptfehler unserer „Moden" war, daß sie fremde Erzeugnisse in oft zu weitgehendem VLaße den heimischen vorzogen, daß schließlich die Meinung entstand, nur dies oder jenes Ausland könne diese Waren tatsächlich in der verlangten Güte liefern. So war es mit den Erzeugnissen der Lederiirdusttre, mit den Krawatten und manch anderem Artikel, den Deutsche in London kauften, um hinterher daran voll Verblüssung die Marke „Made in Germany" zu erkennen! Und so war es auch mit den Spitzen, — das beweist die ..Deutsche Spi Henaus st e lluns". die gegenwärtig in Berlin im Hause des Handels Ministers von Sydow am Potsdamer Platz zu betrachten ist.
Wir haben stets für die Wunder der ftanzösischen und belgischen Spitzenlndustrie geschwärmt, ohne in Erwägung zu.ziehen, ob nrrd in welcher Weise eine so typisch frauenhafte Arbeit in Deutschland heimisch sei. Erft heute, da die Schützengraben den Verkehr mit Frankreich und Belgien verbieten, besinnen wir mis auf das eigene Können. Und daß dieses Können groß und dem! fremdländischen sicherlich ebenbürtig ist beweist die Spitzenaus- stellung, um deren gelungenes Zustandekommen ganz besonders die außerordentliche Förderin weiblicher Handarbeit, Exzellenz von) Haußmann, sich verdient machte.
Leider wurde bei uns in Kallfmaunskrevsen der fabrikmäßigen Spitzenerzeugung zuviel Aufmerksamkeit zugewcmdt, während man
und Enlwicklungsfreihett ihrer Völker m sichern, bilden nach ihrer Ueberzeugung eine geeignete Grundlage für die Herstellung eines dauerhaften Friedens. Wenn trotz dieses Anerbietens szum Frieden und Versöhnung der Kampf fortdauem sollte, so sind die vier verbündeten Mächte entschlossen, ihn bis züm siegreichen Ende zu führen. Sie lehnen aber feierlich jede Verantwortung vor der Menschheit und der Geschichte ab.
^ Die kaiserliche Regierung beehrt sich, die Regierung der (bett. Staaten) durch die geneigte Vermittlung Eurer Exzellenz zu bitten, diese. Mitteilungen zur Kewttnis der Regierung (betr. Staaten) bringen tzu wollen. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.)
*
Im August 1914 rollten unsere Feinde die Mächtfrage des Weltkrieges sauf. Heute stellen wir die Menschheitsftage des Friedens.
Wie die Antwort unserer Feinde lauten wird, sparten wir mit der Ruhe ab, die uns unsere äußere und imriMi Kraft und unser reines Gewissen gibt. (Lebhafter Beifall.) Lehnen die Feinde ab, wollen sie die Weltenlast von altem Schrecklichen, was darnach noch folgen werde, auf sich nehmen, darnj wird jedes deutsche Herz tzion neuem in heiligem Zorn aufflammen, >gegen ,Feinde, die um ihrer Vernichtungs- und Eroberungsabsichten willen oem Mensct>enmvrden kernen Einhalt tun wollen. ^(Lebhafter Beifall.) In schicksalsschwerer Stunde haben wir den schicksalsschweren Entschluß gefaßt: er ist durchtränkt von dem Blute von Hunderltausenden unserer Söhne nnd Brüder die ihr Leben gelassen haben für die heimatliche Sicherheit^ Menschenwitz uns Menschenhand kann in diesem Völkerringen, das alle Schrecknisse irdischen Lebens, zugleich auch alle Größe menschlichen Mutes und menschlichen iWillens in nie gesehener Weise lenthüllte, nicht bis an ,das Letzte heranreichen. Gott wird helfen. Wir wollen furchtlos und aufrecht unsere Straße ziehen, zU m Kampfe entschlossen, zum Frieden bereit. (Stürmischer Beifall Und Händektatschen im ganzen Hause und auf den Tribünen.)
Das Wort erhält zur Geschäftsordnung
Mg. Dr. Spahn (Z.): Nach dieser Rede des Herrn Reichskanzlers beantrage ich Vertagung und Ermächtigungserteilimg an den Präsidenten, die nächste Sitzung nach Bedarf anzubevaumen.
Abg. Ba ssermann (natl.): Wir stehen nach der Rede des Herrn Reichskanzlers vor einer Hcmdlung der ReichEregierung von einer Tragweite, bereit Größe wir noch nstlft in vollem Umfang übersehen können. Meine Freunde haben den Wunsch, in eine Be- I prechusng der Rede des Reichskanzlers einzutteten, nicht etwa, um fti^ langer Rede dazu Stellung zu nehmen, aber doch, um na» lern Standpunkt rit einer Erklärung Niederlagen zu fömsnt. (£8 erscheint uns der Wichtigkeit dieser .Haupt- und Staatsaktion zu entsprechen,, aber auch der Stellung Md Bedeutung des Parlaments, das in diesem Krieg seine volle vaterländische Pfticht getan hat, wenn wir in eine Besprechung eintreten. Ich wider spreche deshalb dem Anträge des Kollegen Spahn und rege an, morgen eine Sitzung zur Besprechung der Rede des Herrn Reichskanzlers abzuhalten oder auch heute in den späten Abend" stunden, vielleicht um 5 Uhr, diese Sitzung fortzusetzen, um iu eine Besprechung der, Rede einzutteten.
Abg. Graf Westarp (kons.): Auch meine Freunde sind der Meinung, daß sie zu der hochbedentsamen Kundgebung Stellung zu nehmen verpflichtet sind, und wir glauben/daß das geschehen kann in einer Weise, die dem VaterlMdc zum Nutzen gereicht wud. Ich schließe mick> deshalb dem Anträge Bassermann an.
Abg. Ledebour (Sozdem. Arbeitsgemeinschaft): Namen? meiner Freunde habe ich zu erllären, daß auch wir uns dem An- trage Bassermann (Zuruf: Und Graf Westarp), gewiß auch dem Antrag des Grafen Westarp anschließen. Auch wir kalten es für notwendig, zu dieser Kundgebung Stellung zu nehmen, und gerade die Tatsache, daß der Antrag von den Parteien der verschiedensten Richtungen gestellt ist, zeigt, daß das Bedürfnis dazu vorliegt.
glaubte, die viel wertvollere Hauderzeugung dem Ausland über* lüilen zu müssen. Was aber gerade die deutsche .Heimarbeit — die übrigens auch vom sozialen Standpunkt, z. B. für imabkümmliche Hausfrauen und Mtter, von außerordentticher Bedeutimg ist —, ir<i3 also die deutsche 5)eimarbeit ans diesem Gebiete zu leisten ver- uMg,kann man mit erfreulicher Deutlichkett an den int Rahmen der Ausstellung gebotenen Beispielen erkennen.
Sehr wertvoll Spitzen wurden aus Bayern gesandt, ebenso Gutes mis Schlesien, wo der Spitzenverein nach wie vor mtt Eifer und v«:lenr Erfolg am Werke ist. Man sieht technische Favcheiteni uiw ernen Reichtum der Phantasie in der Zeichmmg der Muster, daß man wieder einmal stauitt, welche Werte im Lande vorhanden sind, ohne bisher dem deutschen Interessenten in größerer Menge bekannt zu werden! Auch die Holsteinerinnen verstehe sich auf Sprtzenklöppaln, und ihre Bevorzugung aller, überlieferter Emzelhetten gibt den Erzeugnissen einen starken, höchst individuellen Reiz..
Schließlich müssen die säcksischen Spitzen genannt werden. Kloppelarbeiten der verschiedensten Gattungen, wundervoll abge- stuft und mamlibfaltig. Eine unenÄliche Arbeit und auch beachtenswerte^ wraditton steckt in diesem Spitzenschatz am f^tsdamer Platz. Arbeiten, denen manche durchwachte Nacht, manch ttummer Rucken, nwnche schmerzende Hand, manches brennende Auge dienen mußte Arbeiten, die bisl^r allzusehr ein verkanntes Aschenbrödel- dasern führten rmd erst durch die Begletturrrstände Ql das Licht gezogen wurden, das ihnen schon längst von Rechts wegen gebührte.
Mögen recht viele Frauen nach der Ausstelltmg wandern. Sie wetten erUjhbe Achtung sttt ihre Genossinnen gewinnen, uird zweifellos werden sie von ihren bisherigen Bvrurteüen geheill und. somit endgültig bekehrt werden. Die Modedamen aber, die für ihren Luxus Geld ausgeben und es aucks aus geben können, mögen dies fortab zu deutschem Vorteil tun. Sie werden dabei nicht zü kurz kommen und heil Pariserinnen in keiner Weise nachstehen Tenn auch in der deutschen Spitzenindustrie ist eiitKapital verborgen das noch des großzügigen Entdeckers harrt. Möge es schnell entdeckt werden und un Lande bleiben.
In diesem Simre ist die Ausstellung deutscher Spitzen am Potsdamer Platz rn gleicher Weise eine Lehre, eine Pforte zur Erkenntnis und ein Gewinn. . « ß.
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^ . ~ D<is Großkreuz des Eisernen Kreuzes. Ter Kaiser hat dem Generalfeldmarschall von Beneckendorf und von Hindenburg lals erstem General der preußisch-deutschen Armee
das Großkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Das eiserns I Kreuz nmwe im Jahre 1813, zum' Beginn der deutschen Beftei- ungskri^e ,gestiftet Es hat in seiner endgAtig vom König
Fnedrich Wilhelm III. vvn Preußen genehmigten Form, in der auf des Herrschers besonderen ,Wunsch auch drei Eicheublätter Aufnahme gefunseu,hatten, die eiserne Zeit andeutend, ,Mis der.nnr Eisen und Standhaftigkeit retten kann," Karl Fricdrich Schinckel tzu 1 einem Schöpfer. Das Kreüz hatte zwei .Kiffen, die an einem schwarzen, weiß eingefaßten Bande getragen wurden „wenn das Verdienst im Kampf mtt dem Feiude erworben " “Ü?L a \ ^ent metfeen, schwarzgesttefften Bande ftn Knopflock) „wenn das nicht der Fäll war." Außer dem Eisernen Kreuz erster Und zweiter Klaffe gab es auch ein Großkceuz, das nock einmal so groß war wie das .Kreuz der beiden Massen und an Baude um den Hals zu tragen war. Das Grvßkreuz sollten wie es ausdriickttth m der StiftungK- urkunde ^eß, m^schlußkich „Kommandierende für einv gewon- -nene entscheidende Schlacht,, nach der der Feind seine Stefluna verlassen mußte, desgleichen für die Wegnahme einer ludentenden Festung oder für die anhaltende Verteidigung einer Festung, die nicht in feindliche Hände ftcl," erl-alten. In den Befreiung^' ttregen bekannt das Giwßkrenz Nur drei Männer, näncktck Bllttl«- Bulow und Kronprinz Karl Johann von Schweden, besser I'etomt unter dem Namen Bernadotte, übrigens der einzige Nichtpreuße der damals mit dem Kreuze Dekorierten. Das Eiserne Krem wurde wie bekannt in den Kriegen von 1870 und 1914 erneuert Im deutsch-französischen Kriege würde das Großkreuz achtmal verliAen Und zwar erhielten es: der Kronprinz von Preußen der Kronprinz von Sachsen, Prinz Friedrich Karl von Pren^n' genannt der rote. Prinz", GroM-erzog Friedrich Fi^iz von Mecklenburg-Schwerin, iGenerak von Mvltke, Eieneral Fnnherr von Manteuffell General von Goeben und General von Wetter Kaffer Wilhelm I. später bei großen Festlich^^ zu Ehren seiner Armee bisweilen das Großtteuz an. In dem gegenwärtigen Kriege hat nun unser HindenRirg als Erster das Vrotztteuz des Eisernen Kreuzes cmpfaugen
Dofttzeater findet iii nächster Zeit Büchners „Seoncc und Le, m" Ich» A-n,chlietzmt> daran, rst cm Zyklus liessi<cher Dichter zeplairt bem rn erster Lmie Büchner ünd Mebergall fletüerrr w« dem ^Dattttich" uud dem „tollen Hmtd"> zu Wone kommw, sollen Enoe^nuar gastiert das DarmstiMer Hoftheater o Abend ir D^rfchau. Es ist dies das erste Gesmut-Gastspiel eines denffchn- Theaters rn der polnischen Hauptstadt. ' ^


