Ausgabe 
11.12.1916 Zweites Blatt
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Bt. Svettes ölatt Zahrgmig

Erscheint-llch mit Ausnahme des Sonntags.

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General-Anzeiger für Gderheffen

Montag. Dezember M6

Zwillingsrunddruck und Verlag:

B r ü h l'fche Universitäts-Bllch-u.Steindruckereu R. Lange, Gießen.

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Die Vorgeschichte der rumänischen LriegserMkMg.

..(mg. NichtamMÄ) DaZSBctikx Tag.

blM Ver5ffentlich4 hewde «in Interview mit Radow, den: bulgarisch«! Gesandten tzn Bern, dm bis zum Kriegseinttttt Ru- EM LNs dre bulgarifchie Regierung in Bukarest vertrat. Ti,: Aus- sEhrm^en .Radows entkräften neuerliche Andeutungen gewisser rrcul^s sifche ^ Blatter, wiotrcückädre Enteittediplomaten in Bukarest von zu frühen Eintritt Rumittriens in den Krieg abgeratcn haben Wll« Der chemalige bulgarische Gesandte in Bukarest erklärte ]!^ c - : Bevliandlunsen zwischen Rumänien und den Kriege

lührettden haben viele Schwankungen durchgemacht. Die Be- s precha rngen nrit der Entente nahnten ihren Anfang mit dem MMg der Russen in Lemberg im Jfthre 1914 und wurden mit ?«oAmrck wieder ausgenommen während der Offensive Brussilows rn G«rzien. Die Entente machte verschiedene Borschläge, und l^- sonders war es Briand, der mit allen Mitteln für einen bald- Möglichen Eintritt Runrchrrens in den Krieg wirkte. Man war fast ernrg geworden, als Britiairu zwei besondere Forderungen stellte: erstcms die Lieferung schwerer Artillerie für einen mv bcxnc lt Krieg Und der rwtwendigen Munition und zweitens dw Konzentrierung von 200 000 Russen in der ^vbrud scha. Die Ententediplomat-en bewilligten die -erste Forde­rung, wenigftens auf dem Papier, die zweite Forderung wurde 0>egenst>and tattgw irriger Verhandlungen. Die rirssischen Dipiontaten versp^ch.en schließlich vier Divisionen. Auf stürmisches Drängen oer^ Eptentedrplomaten erklärte Bratiaim, sich im Prinzip nrit dresen Beihilfen zu begnügen, zögerte aber noch nrit der Kriegs­entarung, um das Eintreffen schwerer Artillerie und der Russen armtwarten. Um die Entscheidung Bratianus zu beschleunigen, grrff die Entente zu -einem stärkeren Druckmittel. Sie erklärte, die Armee Sarrails sei -einzig und allein in Saloniki, um das Eitrgre^en Rumäniens zu unterstützen. Sie werde sic! aber zurückziehen, wenn Bratianu sich nicht-sofort zur Kriegserklä rirng entschließe. In diesem Falle werde man Bulgarien freie Hau! lassen, dte Dobcudscha wi-cüxr zu besetzen. A?s auch dieses Mitte noch nicht wirkte, überbrachte am 26. August 1916 der russische Mili tarattachs, Oberft Datariirww, der soeben aus dem russischen Haup gUartier zurückgekehrt war. Bvatiamt das U l t i m a t u nt, sicl 24 Stunden zur Kriegserklärung zu entschließen, andern falls würde die russische Armee durch die Moldau marschieren, un Oesterreich-Ungarn anzugreifen. Unter diesem doppelten Druckend schkotz sich Bratianu endlich, «Oesterreich-Ungarn den Krieg zu er­klären, ohne daß die versprochene schwere Artillerie angelangt Wat Und ohne daf', eine russische Truppenkonzentration in der Dobrud scha stattgesunden hatte. Auf die Furage, ob Rumänieu damit rech neu könne, daß Bulgarien igegenüber Rumänien neutral bleibet werde, sagte Radow, dazu liege kein Grund vor. Die bulgari dkegi e rsung hat Bratianu auch nicht einen Augenblick in Unklaren geläsien. daß sie treu zu ihren Verbündeten halten werde Ae hat weder divell noch indirekt Berätstassmrg zu einer solcher Adrston gegeben. Bratiouu wußte also genau, daß die Truppet B^lgarrens mit deneA der Mittelmächte vollkommen vernrengt seien d^bei uns die EinhE der Front keine Chimäre sei, sondert WrMichkett. Damit noch nicht gernrg. Bereits Anfanc August, also vier Wo chen vorder Kriegserkl äru n< Rumäntens, wurde Bratianu amtlich mitgeteilt' daß Rumanten gefgMr die unter Mackensens Ober­befehl stehende Phalanx deutscher, österreichisch- »«sartscher, türkischer und bulgarischer Truppet zv kämpfen haben werde. Ebenso lourde Bratianu amtlick Kenn tu cs da von gegeben, daß Deutschland in Siebenbürgen Trup- Venkot^entrattvnen vornehme. Ter rumänische Ministerpräsiden! hrÄt dre Warnungen für einen Bluff. Fermer l>at Radow festgestcllt daß das rumänische Volk in seiner Gesamtheit keinen Krieg gewollt habe. 4ws habe man am Tage der Kriegserklärung sehen können wo eure allgemeine Bestürzung herrschte. Damals bereits habe mari angefangcn, Bratianu für das Unglück verantwortlich zu macken Schließlick? teilte Radow noch mit, ec sei am Tage der Kriegserklä­rung als bulgarischer Gesandter mit seinem ganzen Personal ver­haftet und ihm jede Verbindung mit seiner Regierung abgeschnitteri worden.

Das Kabinett Lloyd George.

London, 9. Dez. (WTB.) Meldung des Reuterschen Bu­reaus: Lloyd George hat die Bildung seines Kabinetts so aut wie vollendet, das vermutlich folgende Personen umfassen wird' Bvnar Law als Schatz kanz'ler, Addison als Munition^-' minister, Balfour als Staatssekretär des Amtes des Neueren, Lmd Derby als Staatssekretär des Krieges und RegierungsVer­treter im Obechause, Henderfon als Arbeitsminister mit einem Sitze im Kciegsrate, Barnes als Minister für Pensionen, Lord Robert Cecil als Unterstaatssekvetär im Auslvärtigen Amt

Amsterdam, 9. Dez. 'WTB. Richtamst.) Einem hiesigeii Blatte zu folge teilt der politische Mitarbeiter derTimes" nrit, daß das n cu c Kabinett vielleicht nur aus fünf oder sechs Mit- glvcdern bestehen wird, die Fugteich den Kriegsrat bilden iverden. Das Kabinett wird bestehen aus Lloyd George als Premier­minister und Vorsitzender des Kriegsrates, Bonar Law als Schatzkanzler, H e n d e rso-n Arbeitsminister, Lord C n r z o n Lock-Privy-Seal jund Lord Miln er oder Car son Minister ohne Portefeuille. Die übrigen Mitglieder des Mitristeriums lver- den wahrscheinlich sein: Lord Derby: Krieg: Balfour: Aeußeres: Alter Long: Kolonien: Austen Ehamberlain: Indien: Ellas Griff«th: Inneres; ,Adisson: Munition; Lord DevonPort: Lebensmittelkontrolle; Sir A. Stanley: Handel; Fisher: Unterricht; Lever: Fincrnzsekretär des Schatz­amtes : Sir Robert Finlah: LoiMrnzlcr; Smith: General- anwalt: E a v e: Svlieitor General; Lord Robert Cecil: Unter­staatssekretär für auswärtige Angelegettheiten: Sir George Ä o u tt - g«r: Staatssekretär für Schottland. Es ist noch nicht sicher, ob Lord Milnec oder Carson die Admiralität übernehmen werden. Bonar Law wird sich hauptsäckstich dem Parlament widmen, so daß. Lloyd George seine gartze Aufmerksamkeit wird ans den Krieg konzentrieren föimen. Admiral Jellicoe und der Chef des Generalstabes Robertson wevoen dem Kriegsvat zugeteilt. Das ganze Ministerium fvirv Dienstag im Unterhause erscheinen.

London, 9. Dez. (WTB. Nichbamtlich.) Meldung des Reu­te rschen Bureaus. In der Bersamust'mig der liberalen Partei hat Asguith eine Erklärung über die Krise abgegeben, in der er sagte, er habe :oohl die Stelle des Premierministers, nicht aber die Lei­tung der Partei tnedergelegt. Etz sei eine sorgfättig organisiert^ Verschwörung angezettelt worden, die hauptsächlich gegen; ihn selbst und gegen Grey gerichtet gerveseir sei. Darmr hätte aber weder Lloyd George noch ein anderes Mitglied der Re­gierung tcilgenommett. Die Angriffe seien mit der angeblichen Schlaffheit und Energielosigkeit der Regierung begründet worden. Er sei sich nicht bewußt, daß irgendeine Urswche zu solchen Klagen bestehe. Tie Erfahrung lehrt aber, das; das Ka­binett kräftiger fvürde auftreteu können, wenn die Zahl seiner Mit- pltebcr eingeschränkt werde. Am letzten Freitag habe Lloyd George ihm vorgeschlagen, einen Mts drei Mitgliedern bestehenden Kriegs- rat zu bilden, idem er (Asgutth) nicht -crngehören solle. Gr habe daraus erklärt, daß ec als Premrermiuister gleickHeittg Vorsitzender des Kriegsamtes sein müsse. Lloyd Geovge sei damit nicht einoer-

Mirf-ji.s-rerrtentse tn England

standen gewesen. Anr Somttag hättetr die unioniftischeit Mitglieder des Kabinetts die Absicht ausgesprochen, zu demissioniereit, wenn er selbst nicht demissioniere. Er habe darauf mit Lloyd Georgs konferiert, um die zwischen ihnen entstandenen Meinungsverschie­denheiten ans denr !Wegc zu räumen und dein Verfall des Kabinetts, deic er als ein nationales Unglück betrachte, vorzubeugen. Jlstck Ansichten über die Personen, aus denen der Kriegsrat bestehen müsse, uttd über die Noüvendi^öeit, daß der Premierminister Vor­sitzender dieses Rates sei, seien aber so sehr voneinander abgewichen, daß keine Einigung möglich gewese:: sei. Svdcurn habe er mit seinen ältesten und geschätztesten Kollegen beraten und hierauf seinen Rücktritt angeboten. Er habe den Vorschlag, einett Sitz im Ku 'b in e ti|t an zuüeymen, a b ge l e hn t, y.?eil er gefühlt habe, daß er es dadtrrch nur schwächen würde, da die gegen jhn gc- richteten Angriffe fortdauern würden. Er habe geglatcht, d^cs neue Kabinett besser unterstützen zu körnten, tvettn er ihm nicht atlge- hörte. ASquith wies sodann die Beschuldigung zurück, das; er trach­ten rmärde, seine Kollegen davon, aüztchalten, in die neue Regierung einzutreten, uttd sagte, diese Beschuldigung sei ein Zeichen dafür, wie tief der ö fsen t tichc Anstand gesunken sei. Er halte es aber für die Pflicht aller, keine Gegenbeschnldigir'Ngen zu äußern, und glaube, -daß alle Beteiligten aus sehr ernsten Gründen so gehandelt hätten, lme sie hcrndellen. Asguith schloß:Ich werde tun, was ich ürnn. um die große Ausgabe, die in den Händen des neuen Kabinetts liegt, zu erleichtern."

London, 10. Dey. (WT.'>.Wcelly Despatch" schreibt: Das Pro gram tn^Lo y d Georges schließt: Dte Veivass- nung chvn Handelsschiffen, die .Vorbereitung aus die Frühjahrs- offensive, die Molisierung der Zivilpersonen zwischen 16 und 60 Jahren, Maßnahmen, unr die Blockade effektiv zu machen, die Ausgabe von 9iahrungsmittelkarten, die Vermehrung der l-eimischen Lebensmittelproduktiou, das Verbot von Arbeiten, die r den Krieg umveseM lich! sind, Zwangs maßregeln gegen Ver­schwendung und die Einführung fleischloser Tage."

Schlachwiehpreise.

Das Kriegsertrährungsamt schreibt:

In der Presse finden sich, irrtümlich Mitteilungen bezüglich der Schlachtviehprcisc. Während die Schwernepveise durch Bundesrats- vcrordnnng geregelt sind, ist die Festsetzung der Preist für Schlacht- tinder vorlänsig Sache der Landesfleischäntter und der ihnen unterstellten Vichhandelsverbände. Ter preußische Zentralvichhau- delsverbattd hat im Herbst auf Anregung des Kriegsernährungs­amtes eine Herabsetzung der Rindviehpreise um eltva 10 M. für 100 Kilo Lebendgewicht vorgenommen. Anßerpreußische Vieh­handelsverbände sind diesem Beispiel gefolgt. Bei dieser Gelegen­heit hat der Präsident des Kriegsernähruirgsamtes dem preußischen ZentralviehhandelsverbMid mitgeteilt, daß er, um dis mit be­sonderen Schwierigkeitetr verbuttdene Windermast der Rinder nicht zu beeinträchtigen, bis zunr .Abschluß der Wintcrmastperivde, der im Mat erfolgt, seinerseits Anordnungen wegen weiterer Herab­setzung der Preist fttt Schilachtrrnder nicht treffen werde. Dagegen ist nach Abschluß der WiMer- und Beginn der Sontmermastperiodc, also etwa zu An fairg Juni eine tveitere Herabsetzung der Preist für schlachtrinder in Aussicht genommen. Der Hinweis aus diese Absicht ist trotz mancher dagegen bestehenden Bedenken schon jetzt erfolgt, damit einer ungesunden Preistreiberei aus dem Magerviehmarkt vorgebeugt wird. Diejenigen, die sich im Laufe des Winters Magervieh ztim .Sommer anschaffen wollen, haben Anspruch darauf, über die Msichten hinsichtlich der Preisfestsetzun.t soweit als möglich rechtzeitig unterrichtet zu sein, vamit sie unberechtigte Preisforderungen für Magervich zurückweisen und sich so vor Schaden schützen können. Tie allgemeine Fest­setzung von Höchstpreisen für Magervieh für das Reich ist bei den hierbei bestebenden, besonders großen Qualitäts­unterschieden ausgeschlossen. Rur eine verständige Zurück­haltung der Käufer famt in dieser Hinsicht gesunde Preisvcrhältnisse herbeiführen. GenaueAngaben über die späteren Preise lassen sich, zurzeit noch nicht mnchett, dazu nrtcß das Ergebnis der nächsten Vieh^ählutbgen und die Entwicklung der Futterverhältnisst ivie der allgemeinen wirtschaftlichen Lage abgewartet werden. Die der- zeittgen Rinderpveise ernröglichen eine sehr hohe Verwertung der Futterrüben. Darin liegt die Gefahr, daß uneinsichtige Landwirte im! nächsten Fvühjahr -im Verträumt Mts eine gleich hohe Verwertung im nächsten Herbst ihren Futterrübenattbau zum Nachteil anderer Früchte in uuwirtsck-astlicher Weise steigern, daß sie mehr Futter­rüben aiibauen, als sie für den eigenen Viehsbnnd gebrauchen mtd aus Verkauf des Mehranbaues zu den derzeiti'ten Hoheit Preisett rech-nen. Daß eine solche .Rechnung v-ersthlt wäre, liegt auf der Hand

Aur Stadt rrnd Land.

Gießen, 11 . Dezember 1916 .

Die Zentralisierung der Einfuhr von frischen Fischen.

Nach langen Ueberstgungen und Verhandlungen mit den in- lättdischen und auÄLndifchmt Interessenten hat die Zentral°Ein- kaufsgesellschaft unter Zustimmung der zuständigen Zentralbehörden für die Einfuhr der frischmt .Herntge und der übrigen frischen See­fische verschiedenarttge Regelungen gefunden.

Die frischen Heringe werden durch die von den Firmen des Fachhandels imter Fül)rung der ZGG. gegründeten Frrschherütgs- Cinfuhr-Gesellschast in Berlin bearbeitet, die im Ausland an den wichtigsten Mittelpunkten der Heringssisck^erei eigene Einkaufsstellen eingerichtet hat. Ter von diesen Eiitkaussstellen gekaufte Hering wird den Verteillmgsftellen zugesandt, von denen sich je eine in dem Mittckptmkt eines jeden bedeutenden Produktionsgebietes der derüschen Fischindustrie befindet. Tie Verteilungsstellen teilen einer­seits dem FrischftWMndel, andererseits den fischindustriellen Be­trieben ein bestimmtes Konttngent zu.

Für die Eitiftchr der übrigen fttschen Seesische erschien es er- forderltch, die technische und kaufinänuische Organisation der Fisch­märkte für die Verteilntrg der empsitMichmt Ware beizubehalten Ans diesem Grunde tomta trau der Zeittral-Einkanfsgesellschaft unter dem NamenZentral-Fischnrarkte" ant Sitz der großen deut­schen Seesischmärkte Verteilungsstellen geschaffen. An die Stelle

der Auktion tritt aber die Verteilung, auf Grund welcher die atn Sitz des Zentral-Fischntarlles ansässigen Firmen im Verhältnis ihrer Beteiligitng am Geischäst der letzten Jahre einen Anteil dev Zufuhren erhalten. Große im Irland ansässige Importeure wurden dem nächftbelegenen Zentral-Fis chmarkt angeschlossen.

Die Preise für dänische frisckxe Seefische, die an diese Zenttal- Fischmärkte versandt werden, ftub von der Zentral-EinkaUssgesell-- schaft nach Fühlmtgnahmc mit dm: ausländischen Interessenten fest­gesetzt.

, Obgleich diese Preise immer itoch das Mehrfache der Friedens­preise bettagen, bedeuten sie doch eine erhebliche Verminderung der vor der Zentralisierttng gezahlten. Zu diesen Preisen kommt in Deutschland noch der Nutzen des verteilenden Großhandels und des Klein.Handels hinzu. .

In gleicher Weise wie aus Dänemark, werden auch die schwedi­schen Fische an /die Zentral-Fischmärttc gesandt. Für die aus Holland stammeitden frischen Seesische wurde eine andere Rege­lung gesunden, weil diese auch im Frieden in der Hauptsache nicht den Weg über die deutscher: Soest schmärite nehnten. 9lm Sitz der holländischen Hochseefischerei in Bmniden wurde eine Vereinigung- der Importeure Bmitidens gegrünldet, der die holländischen mtb- deutschen Firmen, die bereits im Frieden die Fisck>ausfuhr nach Deutschland besorgt hatten, angehören. Die Bereinigttng kauft zu Preisen, die ettva den in Dänemark gezahlten entsprechen, in dev Auktion des Dmnidener Fischmarktes iind verteil^ die gekaufte Ware nach einem Schlch'sel, dem der Friedenseinkauf der betteffenden Firmetr zugrunde liegt, unter die Mitglieder der Bereinigung. Tie Mitglieder übernehnrert den Versand nach Deittscklcmd au ihre bisherigen Abnehmer, die hauptsächlich in WesDentschland, vor­wiegend in Rteinland und Westfalen sitzen.

Die neue Regelung hat die Probe aus ihre Brauchbarkeit bereits bestanden.

. ** Verkehr mit Hülsen fr ächten. Don zuverlässiger Seite ist berichtet worden, daß Hülsenfrüchte aller Art, muttem!; Erbsen im Handel angeboten werden, die als Verkehrs­und beschlagnahmefrei bezeichrret sirtd, weil es sich angeblich um aus den besetzten Gebieten staurnrende Ware oder um Saatrvare handelt. Es wird darauf hingewiesen, daß Hülsensrüchte, gleich­viel, ob sie aus dem Gebiet des Deutschen Reiches oder den be­setzten Gebieten stammen, nurandieReichshülsen fruchlt- stelle abgesetzt werden dürfen, daß also>er Handel mtt Hülsen­früchten (auch das Weitergebett im Wege des Tauscht, der Schenkung usw.) Untersagt ist. Wer Hülsenfrüchte diesen Vorschriften zuwider absetzt, toird mit Gefängnis bis zu 6 Monaten oder mit Geldstrafe bis zu 15 000 Mark bestraft. Auch Saatgut ist nicht v e r k e h r s fr e i, es sei denn, daß es von der Reichs­hülsenfruchtstelle im Einvernehmen mit den Saatstellen ftLchegeben ist. Zum Gemüseattbart bestimmtes Saatgut ist daun verke^s- srei, wenn diese Bestimmung ttachgewiesen wird. Fretgeg^enes Saatgut darf nur zur Saat verwandt werden. Wer Saatgut zu anderen Zwecken, insbesondere zu Speisezivecken, verwendet, macht sich strafbar. Es wttd daraus aufmerksam gemacht, daß die Reichs- hülsensruckitstelle in allen Fällen, in denen eine GesetzcSüberttetung vorliegt, Strafanzeige erstatten.wttd. Tie Reichshulsenfrnchtstelle weist noch besonders darauf hin, daß auch der Absatz von Hülsen- früchteit an Kommunalverbände und militärische Stellen (Truppen­teile, usw.) sttaftechtlich verfolgt !vird.

** Liebesgaben für die Eiseubahntruppeu. Ganz Deuts,ch>land ist eifrig tätig, .unseren Truppen die dritte Kriegsweihnacht zu bescheren. Denkt hierbei auch an die Eisen­bahn-Truppen? Auf vott ihnen gebauten Eisenbahnen führen sie den gmtzen Nachschub (Proviant, Munition und Ersatz', heran und verjüngen immer von nettem dtt Front. Die ganze Arbett, die in der Heintat für das Heer geleistet wird tmd die nach, An­nahme des Hilssdienstgesetzes noch viel gewalttger werden Witt), muß auf den Operationsgebieten von den Eifenbahnttuppen der Front zu geleitet werden. Tie Kriegstätigleit der Eisenbahntruppen ist daher sehr bedeutttngsvoll. Neben den staatlichen Liebesgoben- Abnahmestellen für die einzelnen Armeekorps, die in deren Be­zirken zuständig sind, hat das Kriegsministerium zur Versorgung der Eisenbahntruppcn eine besondere Liebesgaben-Llbnahmestelle, Berltn-Schöneberg, Kolonuenstraße 31 (Fernruf Nottendvrs 4631 Pojtscheck Berlin N.N. 7 Nr. 20990) genehmigt. Ans sie allein sind dte Eisenbahn-Truppen angewiesen. Jede Gabe wird gern und dankbar aitgeuommen. Frachtstücke, die mtt der Zeichnung freiwillige Gabeit" an di-e,e Abttahmestelle gerichtet sind, iverden bis dahin auf allen Bahnen frachtfrei befördmt.

** Dtts Ergebnis des Opfertages für die Ma­rine. Die am 1. Oktober d. Js. im Großherzogtum Hessen ver­anstaltete Sammlung für die Kaiserliche Marine ltatte nackt Mtttellung des Landesausschusses des Deutschen FlottenvereinH in den einzelnett Kreisen das folgende Ergebnis: Bentheim! 7266,62, Tarmstadt 4389,70 Dieburg 5511,94, Erbach 1703 05 Groß-Gerau 3866,92, Heppenl?eim 2363,95, Offenbach 14 691.56'. Alsfeld 2172,40. Büdingeu 3757,80, Friedberg 7109,01, Gie­ßen 9162,71, Lauterbach 2312,45, Schlotten 862,20, A^ep 1099,00 Btngen 2409,00, Mainz 5402,38, Oppenheim 34M.15, Worms 1043,30 Mark. Das Gesamtergebnis für Hessen betrug 78 612,64 Mark: davon entfallen auf die Provinz Starkenburg 39 793,74 Oberhessen 25376,57. Rl-einhess«i 13 433.83 MorkI Beim Landesattsschuß gingen ein 8,50 Mark.

** Invalidenrente, statt Krankenrente. DieBer- wtkndetett-Beratttngsstelle teilt uns folgenden lehrreichen Fall mtt' Ter Krtegsbeschädilgte Wilhelm Bommershcim Res.-Laz 1, Turn^ Halle, dahter, hat durch Verwundung die linke .Hand verloren, außer­dem eine Verletzung des linken Fußes, die eure Bewegunpckn'sckwLn- kung desselben verursacht, davongettageu. 26 wöchiger Be- Handlung im Lazarett stelhie er Antt^rg auf Invalidenrente Die Landesveritcberitngsanstalt bewilligte ttdoch imr die Krankenrente werl ue der Ansicht ttwrr, daß es sich unt vorüber ge hendc In- valtdttat handele. HterdUrckt tvar der Versickn-rte insofern geschädigt als dte Krgnkeirrente erst nnt dem Ablmts der 26. Woche gezahlt' während dte Jnvakideurettte vvm Tage der Vnioimdung. bezw Er- ^^ bs sich im vorliogeUdcn Falle um den üonäimtiaon jScrluit dcr ltnkeit Hand, sowie um Vetsteffung bot groben Zchc bc5 hnfett Fußes Iiauhcltc und nach Abichlnß des Hell- Verfahrens in absehbaver Zeit eine wesentliche Bessetung nuA L