Ausgabe 
4.12.1916 Zweites Blatt
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fcsnSeft, frnfca* ^ fiSnLl« an Ler Vek»

waltung»«rüei t des KriegöamteS teil nehmen wird.

M .^aEsekretür Dr. Hrsfferich: Wenn der BundeSrat diese Vorschrift deS § 17 annimmt. so wird er sie selbstverständlich loyal antzführen. Hoffentlich genügt diese Erklärung dem Vor­redner. (Abg. Gbert nickt zustimmend.)

Nby. Ledeö««r (Coz.Arb.): Ob man ein Gesetz für un­annehmbar . erklärt oder sagt, sein Zustandekommen würde ge- fahrdet werden, ist dasselbe. Wer das nicht einsieht, paßt nicht <? r J£i n ? >enn ^ c . 0 -,^ Einen leitenden Staatsmann

^^-^^^^'^drasident Dr. Kaempf riigt diesen Aus­druck.) Neuer die Qualität eines Ministers für sein Amt zu urteilen, ist ein Recht des Parlaments. Wenn Dr. Helfferich wirklich nur seiner Ansicht über die Situation hat Ausdruck geben wollen, darin hat er mit seiner Erklärung das Haus geblufft und einige von ihnen haben sich bluffen lassen. (Heiterkeit.) Ohne diesen Bluff wäre der Antrag zu den Eisenbahnbetrieben an­genommen worden.

Der Antrag Ledebour wird abgelehnt und § 17 unverändert angenommen.

jttocg § 18 tritt das Gesetz spätestens einen Monat rafcer Jraft ebenS ^ mtt europäischen Großmächten

Abg. Keil (Soz.) beantragt, da? Gesetz am 1. Juki 1917 außer Kraft treten zu lassen, falls der Reichstag nicht ein früheres Inkrafttreten beschließt.

Abg. Ledcbour (Soz.Arb.): Daß Gesetz muß mit Friedens­schluss automatrich außer Kraft treten.

§ 18 bleibt unverändert.

Damit ist die dritte Lesung erledigt.

Es erfolgt die

Gefamtabstimmrmg.

Die Abstimmung ist namentlich. Gegen da§ We,etz stimmen nur die Mitglieder der Sozialdemokratischen Ar- oeltSgemeinfchast. Einige Mitglieder der alten fozialdemokra- tlfchen Fraktion enthalten sich der Stimme.

Das Gesetz wird mit 235 gegen 19 Stimmen bei 8 Stimm- cnthaltnngen irrrLer lebhaftem Beifall angenommen.

Präsident Dr. Kaempf: M.H.! Der Beifall, mit dem Sie die soeben erfolgte Annahme des Gesetzentwurfes begrüßt haben, ist im vollsten Maße berechtigt. Kaum jemals feit Bestehen des Reichs- tages rst cm Gesetzentwurf von so tief einschneidender Bedeutung worden Mit der Erhabenheit der Pflichten, die das deutsche Volk fest entflossen auf sich nimmt, bekundet eS den lestM WLen, auch weiterhin dem Feinde einen vernehmbaren Ausdruck der deutschen Entschlossenheit zu geben. In diesem uns a^Vczwungenen Kampfe werden wir unseren Feinden er­folgreich fcie Spitze bieten, bis das Ziel des Krieges erreicht ist, nämlich die ungehinderte Entwicklung der geistigen und wirischaftbchen Kräfte unseres Volkes und unserer Ver­bündeten gesichert ist. Gott schütze Kaiser und Reich, Gott schütze unser ruhmreiches Volksheer, Gott schütze Volk und Vater­land. (Stürm. Beifall.)

Gkaatzfekrelar Dr. Helfferich: Sie halben mit Ihrer Ab- stiinmuttg, soweit dieses Haus in Betracht kommt, das große Werk vollendet. Der Gesetzentwurf, wie er aus Ihren Beratungen hervorgegangen ist, wird dem Bundesrat vorgelegt werden. Jetzt aber glaube ich mich schon für ermächtigt halten - zu dürfen. Ihnen seitens der verbündeten Regie­rungen den wärmsten Dank auszu sprechen für die treue, hingebungsvolle, angestrengte Mitarbeit bei der Ausgestal­tung de- Gesetzes. Was Sie bei der Ausgestaltung dieses Ge­setzes geierstet haben, in Tag und Nacht dauernden Sitzungen m der Kommission und hu Plenum, das geht fast über menschliche Kraft hiuarE, weM nicht der Gedanke an unsere im Felde stehen- den Brüder snS zu jeder Anstrengung befähigen müßt«. Der hrrrfLr ftebt m den Herzen unserer Truppen draußen ge­schrieben. Die verbündeten Regierungen werden das Gesetz durchführen im Geiste der Gemeinschaftsarbeit. Dre v^Mdate» Regierungen wissen, daß die Paragraphen diesiL Gesetzes mx durch die freudige und bereitwillige Mitarbeit des Mnzcn VoQeS in allen seinen Schichten und Klassen zur lcbendrgeu Wirkung geführt werden können. Möchten alle Er- wartunZsr, die wir in bezug auf dieses Gesetz hegen, sich in vollem Waye erfüllen. Für unsere Feldarmee und für unsere Heimatarmee, für das gesamte »nt» unser geliebtes Vaterland.

(Lebh. Beifall.)

Gcmerak Trllaer: M Leiter des KriegSamkes spreche ich Ihnen meinen allerwärmften Dank aus. Das Kriegs­amt wird bemüht sein, seine Tätigkeit in einer Weise aufzufassen, die, wie ich hoffe, die Zustimmung des ganzen Volkes finden wird. Bei der gone außergewöhnlichen Lage, in der daS Kriegsamt sich befindet, ist e§ möglich, unabhängig von staatsrechtlichen, politi­schen und sonstigen Bedenken vor allem den gesunden Menschenverstand zu benutzen. (Beifall.) Auch bin ich Ihrer Zustimmung gewiß, wenn ich unverbrüchlich nur das eine Ziel im Su^ behalte, dem Vaterland« zu dienen. (Beifall.) DaS h^e HauS wird nun auseinandergehen, ein jeder der Herren an ferne Stelle, und ein jeder von Ihnen wird den Geist, der in diesen arbeitsreichen Tagen uns alle durchglüht hat, mit sich nehme« «ad im Volke verbreiten.

Wen» ab nnd zu eine Stimme aus fernen Sphären zn uns drang, so nehme ich an, daß diese Stimme dorther stammt, wo die Geister wohnerr. die verneinen. Wie vor 46 Jahren, so insbeson­dere m»ch am heutigen 2. Dezember auf den Schlachtfeldern Frank­reichs, die deutschen Stämme mit Blut und Eisen zusammen- geschweißt wurden, die Saal, die damals in das Herz des deutschen Volke« gelegt wurde, wird heute geerntet. Der Geist unserer Väter ist eS. der das hohe Hans geleitet hat. und der durch das .besetz Wer den Vaterländischen Hilfsdienst aufs neue gestärkt, nunmehr AnassgetrsgLn werden soll in Stadt und Land. Dtit Ihre« Beschluß, meine Herren, in dieser heiligen Stunde werben Sie aufs ne«e eine Saat gelegt haben in die Herzen unseres Volkes, nicht eine Saat, die im gegenwärtigen Kriege um das Da­sein unseres Volkes Früchte tragen wird, sondern auch eine Saat, die über die Ziele diekeS Gesetzes hinaus fortwirken wird bis in eine ferne DieSaat reiftaber schon. Noch be­

vor daS ^setz in Kraft tritt, ist ferne Wirkung draußen bei nnserm Heere zutage gekommen.DerRücken ist uns sicher gedeckt. mm stehen wir fest auf einem Boden, der nie ins Wanken lomnrerr kann", so wird mir aus der Front geschrieben. (Beifall.) Dankbar werden die treuen Mitkämpfer in der Heimat vom Heere draußen am Feinde begrüßt. (Beifall.)

Auch die Wirkung auf unsere Feinde ist bereits deutlich zn erkennen. Sie brauchen nur die französischen und die englischen Zeitungen zu lesen. So wird schon die entschlossene Tat des ReistÄta^besihluffes die englischen Phantasien von Deutsch­lands Schwäche Lüge» strafen. Wieviel mehr noch werden aus dieser Tat alle Bolkskreise die felsenfeste lleberzeugunH in sich ausnehmen, daß das deutsche Volk unüberwindlich ist, wenn eSnvr einig ist. (Lebhafter Beifall.) Einigkeit ist nur möglich, wo Vertrauen ist. Für den Politiker mag mancher ins Gesetz aufger.ommene Paragraph ein Ergebnis des gesunden Mißtrauens gewesen sein. Für die gesetzgeberische Arbeit, die hinter trns liegt, mag dies ein notwendiges Nebel sein. Für mich als Soldat, dem die Ausführung des Gesetzes anvertraut wird, bedeutet es aber die Aufforderung zu fester Ent­schlaf senhei t. (Beifall.) Dabei hoffe ich. daß auch der Reichstagsausschuß mit dem Bundesrat ein­trächtig Hand in Hand gehen werde. Dieser neue Drei­bund: Bundes rat, NeichStagSauSschotz und Kriegs­amt wird und muß in der Einigkeit dem ganzen Ball mit gutem Beispiel vorangehen. (Beifall.)

Die bei unseren Beratungen zum Teil recht auSgiebig her­vorgetretenen Meinungsverschiedenheiten müssen jetzt, nachdem bas Gesotz geschaffen ist. auMren. Die Arbeitsgemein­schaf t des deutschen Volkes wird mit diesem Gesetz pro­klamiert, und dock der einheitliche Wille des ganzen Polkos zu dieser Vaterkändisschen Arbeit feft bestehen bleibt, muß die erste *

tofci fcttaienfc Simcge d-cS KrieMaurttS sei» i» jS et Vbi ibtz aW nfl

Bundes rat und Reichstagkaus schuß. Daß wir diese Aufgabe er- lullen werden, darüber hege ich gar keinen Zweifel. Ich glaube an das deutsche Volk, ich glaube, daß mitten in allen Meinungs­verschiedenheiten feststeht. als eherner Fels: der absolute Wi lle zum Siege. (Stürmischer Beifall.) Und England: der englische Löwe mag seinen Rachen auf. sperren, so weit er will (lebhafte Zustimmung) - Beifalls* U f @rünit beißen. (Anhaltender stürmischer

Die zn der Vorlage eingegangenen Resolutionen und Petitionen werden dem Reichskanzler als Material überwiesen.

Präsident Dr. Kaempf: ES ist nicht ausgeschlossen, daß eine Tagung des Reichstages erwünscht sein wird auch schon vor den» 5*2?"}' der für eine etwaige kaiserliche Vertagungsordre in Aussicht zu nehmen wäre. Zum zweitenmal eine kaiserliche Ver- tagungsord-re zu erlassen, scheint daber nicht angängig und sie zu vurchbrechen. wäre außerordentlich unerwünscht. Auch nach Ansicht des Reichskanzlers muß dies vermieden werden. Ich bitte Sie daher um die Ermächtigung Tag und Tagesordnung der nächsten ReichStagssitzung selbständig festzuftellen. (Zustimmung.)

Ich schließe die Sitzung.

Schluß gegen 4 Uhr.

Die volksspende für die deutschen Kriegs* und Zrviigefangenen.

Berlin, 30. Nov. Zwöllftinhalb Millionen Mark ist das bisherige Ergebnis oer Volksspende für die deutschen Kriegs- und Zivilgesangenen. Wiederu.ni ein Zeichen der un­erschöpflichen Opfersreudigkeit des deutschen Volkes und ein Beweis seiner großen finanziellen Stärke! Mit Stolz blickt der Hauptarbeits^ausschuß auf dieses Ergebnis zurück, an dessen Zustandekommen die Deutschen aller Gaue, die Ausländsdeutschen, sowie auch die Angehörigen des Heeres und der Marine beteiligt sind. Ein Ergebnis, zn dein jeder nach seinen Kräften, der Reiche und der Arme, beigetragen hat. Aus allen Schichten der Bevölkerung flössen die reich­lichen Gaben, jeder Deutsche wollte dabei sein, wo es galt, unseren armen Gefangenen, fern der .Heimat, zu helfen, sie aufzurichten und ihnen zn zeigen, daß das Vaterland sie nicht vergessen hat.

Ein Viertel dieser Spende bleibt bei den Ortsvereinen vom Roten Kreuz, die die Organisationen in ihren Bezirken in hervorragender Weise durchgeführt haben. Hieraus sollen die Vereine in erster Linie die zn ihren Bezirken gehörenden deutschen Gefangenen versorgen. Durch die dem- .Haupt­arbeitsausschuß zur jVerfügiung ,stehenden s/ 4 der Spende ist er in die schöne Laae versetzt, weitgehendst große allgemeine Unterstützungen für die deutschen Gefangenen zu leisten. Vor allem werden die in Rußland befindlichen deutschen Gefangenen wie im vorigen Jahre mit warmen Unter­kleidern und Liebesgaben für den bevorstehenden Winter versorgt werden. Die Gefangenen in Frankreich werden auf Grund des mit dieser Regierung getroffenen Abkommens Liebesgaben-Sammelsendungen erhalten. Auch für die deut scheu Gefangenen in England und in den überseeischen Jnter- nierungsorten, sowie für die gefangenen Angehörigen der Schutz truppen, und für die in den verschiedenen Ländern befindlichen Zivilgefangenen wird weitgehendst Hilft ge­leistet werden.

Aus dem Reiche.

Der Kaiser an den Reichskanzler.

Berlin, 2. Dez. (WTB. Amtlich.) Der Kaiser hat an den Reichskanzler das nachstehende Telegramm gerichtet:

Ihre Meldung von der im Reichstage erfolgten An­nahme des Gesetzentwurfs über den vaterländischen Hilfs­dienst erfüllt mich mit großer Freude und Befriedigung. Mein wärmster Dank gebührt der von vaterländischem Geist getragenen gemeinsamen Arbeit der Reichsregierung und des Reichstages. Das deutsche Volk bezeugt damit von neuem, daß es fest entschlossen ist, stir die siegreiche Durch­führung der Verteidigung seines Landes und seiner Macht jedes Opfer an Blut, Gut und Arbeit darzubringen. Ein trat solchem einheitlichen Willen beseeltes Volk wird mit Gottes gnädigem Beistand seinen durch Intelligenz, Arbeitsamkeit und sittliche Kraft errungenen Platz unter den Kulturvölkern der Erde gegen jedermann be­haupten und kann nicht besiegt werden. Gott lohne alle Opferfieudigkeit und lasse das gerechte Werk gelingen. Wilhelm I. R.

HinÄenvurg und die Annahme des Hrlfsdienstgefetzes.

Berlin, 3. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Im Anschluß an das Zlrstmldekolivmcn des Gesetzes über den vaterländischen Hilfsdienst lat zwischen dem Chef des Generalftabes des Feldheeres Iimd dem Reichskanzler der nachstehende Dcpeschenwechsel stattgefunden:

An den Herrn Reichskanzler: Euer Exzellenz bitte ich, meine ergebensten Mückwünsche für das Zustandekommen des Gesetzes über den vaterländischsn Hilfsdienst entgegen zu nehmen. Die Heimat leistet damit dem Feldheer einen Dienst, der nicht hoch genug veranschlagt werden kann. Wir werden siegen, wenn das ganze Volk sich in den Dienst des Vaderländes stellt.

gez.: von Hind-enbürrg.

An den Herrn Chef des Genevalstabes des Feldheeres. Euer Exzellenz sage ich für die freundlichen Glückwünsche aufrichtigen Tank. Die verbündeten Regierungen, die deutsche Volksvertretung, das gesamte deutsche Volk in der Heimat wollen mit dem vater- l-ändsichen Hilfsdienst der 'känipfenden Armee in Liebe und Bewunde­rung zeigen, daß auch sie alles setzien an des Vaterlandes Ehre, Sieg und Freiheit. gez.: von Bethmaun Hollweg.

Bremen, 2. Dez. (WTB.) Um die in großer Zahl zum vaterländischen Hilfsdien ft fich meldenden Kräfte möglichst sachgemäß auf die Betriebe des Hilfs­dienstes zu verteilen, h<rb-en die hiesige Handelskammer, die Gewerbekannner und die Kammer für Kleinhemdel be- chlossen, Vermittelungsstellen für freiwillige Meldungen zum vaterländischen Hilfsdienst einzurichten.

Die Erhöhung der UnterstüßungsMlder.

Berlin, 2. Dez. (WTB. Amtlich.) Eine Verordnung des Bundesrats vom 2. Dezember 1916 erhöht die Mindestsätze der Unterstützung von Familien in den Dienst eingetretener Mannschaften für die Monate No­vember 1916 bis einschließlich April 1917 auf monatlich 20 Mk. für Ehsfrauen (bisher 15 Mk.) und auf monatlich 10 M k. für die sonstigen Berechtigten (bisher 7.50 Mk.). Für die Monate November und Dezember 1916 werden die bie bisherigen Sätze übersteigenden Beträge von zweimal fünf gleich zehn, bezw. zweimal 2.50 gleich 5 Mk. in Äner Summe Zusammen mit der zweiten Halbmonatsrate im Dezember 1616 ausgezahlt. Des weiteren wird durch die Verordnung bestimmt, daß mit Wirkung vonr 1. Aderember 1916 die Fa­milien der aus dem Heeresdienst erj-rassenen Mannschaften, soweit sie eine Kriegsfamilienunt^ Atzung beziehen, noch

eine HalbmonatSrate nach 6em Tage der Entlassung alS außerordentliche Unterstützung erhalten.

Die Offiziersbesoldung.

Berlin, 2. Dez. Der Kaiser hat über die Besold düng von Offizieren folgendes bestimmt:

1. Offiziere in Kriegsstellen, deren Besetzung meinem Befehle Vorbehalten ist, beziehen künftig allgemein nur die Gebührnisse der verliehenen Stelle, soweit ich in Einzel- sälten nicht anders bestimme. 2. Ebenso beziehen Stcllrs- offiziere auch ehemalige Regimentskommandeure irr Kriegsstellen für Bataillonskommandeure usw. künstia mir Gebührnisse der verliehenen Stelle, sofern nicht in (Änzel- fällen höhere Gebührnisse während des Krieges von mir be­willigt werden. 3. Offiziere, die auf Grund der bisherigen Bestimmungen höhere als die mit der Stelle verbundenen Gebührnisse bereits bezogen haben, bleiben unberührt, so- lange sie die betreffenoe Stelle wahmrehmen. Das Kriegst Ministerium hat das weitere zu veranlassen.

Dtis Kriegsnrinisterium verweist in seinen Ausführungs- bestimmnngen darauf, Idaß für Offiziere in Kriegsstelten vom Bataillonskommandeur abwärts oie Erlasse vom 9. De­zember 1914, vom 27. Dezember 1914 und vom 19. Februar 1916 gelten.

Deutscher Städtetag.

Berlin, 2. Dez. (WTB.) In vielstündiger Sitzung unter Vorsitz von Oberbürgerineister Dr. Wermnth sind im Vorstand des deutschen Städtetages die wichtigsten Fra­gen der Volksernährung behandelt worden. Der Prä­sident des Kriegsernährungsamtes v. Batocki nahm mit anderen Vertretern des Kriegsernährungsamtes an den Beratungen teil. Auch die Hansestädte sowie der Reichsver­band deutscher Städte, der Verband größerer preußffcher Landgemeinden und der Verband rheinisch-westfälischer Ge­meinden waren vertreten. Hauptsächlichste Beratungsgegen­stände waren die Lieferung von Kartoffeln und Kohlrüben, von Marmelade und sonsti^n Anfstrichmitteln, die Fleisch- ftage sowie die Milch- und Butterfiage. Auch die Massen­speisung und die Notwendigkeit eines festen Ernährunqs- prc>gramms für Frühjahr 1917 wurden in den Kreis der Er- örterungan gezogen. Von allgemeinstem Interesse war die Erklärung Batockis, daß künftig in wic^iaen Gebieten der Volkseiniährung die tatsächlichen Verhältnrffe, auf denen die Anordnungen beruhen, der Bevölkerung so weit mit­geteilt werden sollen, als die Reichsstellen dazu ünstande sind.

Herabsetzung der Preise für Gersten- und Malz-Kaffee und Kaffee-Malz.

Der Kriegsausschnß für Kaffee, Tee und deren Ersatz­mittel hat mit Genehmigung des Kriegsernahrungsamts die Preise für Malzkaffee, Kafsee-Malz und Gerstenkaffee neu festgesetzt. Fortan beträgt für IM Pfund Malzkaffee oder Kaffee-Malz in Paketen: der Herstellerpreis 44.50 Mk., der Grohhändlerpreis 47 Mk., der Verbraucherpreis 52 Mk.: fiir lose Ware: der Herstellerpreis 42 Mk., der GroßhändLerpveiZ 44.50 Mk., der Verbraucherpreis 50 Mk. Die bisherigen Preise betrugen für Paketware: 48 Mk., 51 Mk. und 58 Mk.> für lose Ware: 44 Mk., 46.50 Mk. und 58 Mk. Für losen Gerstenkaffee betragt fortan der Herskellerhreis 36.20 Mk., der Großhändlerpreis 38 Mk., der Verbraucherpreis 43 Mk. an Stelle der bisherigen Preise von 37 Mk., 39 Mk. und 44 Mk. Die Preise gelten auch ftir den Verkauf von einem Pfund und weniger.

Wsatzverbol fiir Sauerkraut.

Berlin, 3. Dez. (WTB. NichtaEich.) Der Beda^ des Heeres an Sanerkvrrnt ist Mrzeit noch nicht gedeckt. Um zunäM vresen Bedarf ftcherzustellen, hat sich die Kriegsgesellschast für Sau erkraut veranlaßt gesehen, ein nur ans farje Zeit berechnetes» Krbot.des Msatzes durch die Hersteller M erlassM, wätzrend besten eine Bestandsaufnahme in den Fabrcken gernacht werbe« soll. Das bereits im Groß- lund Kleinhandel befindliche Scmerkrmrt wird von dem Absatzverbot nicht betroffen.

Arrr Stcrdt *m& Land.

Gießen, 4. Dezember 1916.

Sicherung der Gemüserrzeugnng für 1917.

Die Bestrebungen, den Anbau von Gemüse während der Tau des Krieges zu fördern, haben nach den bD jetzt gemachten Erfabr-un- gen sehr befriedigende Erfolge gezeitigt. Da es sich nicht abfeheir läßt, sine lange der Kriey noch dauert, rst es notwendig, mit aller Kraft dahin ziu wirken, daß die Erzeugung von Ge­müse Kr das Jahr 1917 nicht nur in den: seitheriges umfang erhalten, sondern so viel wie möglich erweitert wird Zu diesen: Z^veck Nkachen wir auf folgendes austnerffam: 1 Alle zum Gemüsebau geeigneten Grundstücke, die ,'eitt^er noch nicht be­nutzt wurden, sind, falls die Eigentiimer sich hierzu m'cht freiwillig entschließen, Ünter ^bnwendmig der .durch die Ber-vrdnmrg des Bundesrats über die Sicherung der Ackerbestelsung vom 31. M^arz 1915 (Reichs-Gesetzbl. S. 210) in der durck) B kamckmachung Nom 27. Juli 19)6 (Reiä^s-Gesetzbl. S. 83 !> abgeimoerla: Fa'sMg vor­gesehenen Zwangsmittel hem Gemüsebau zuzuführen. Auf die Bekanntmvchimg über die Festfehung von Pachtpreisen für .Klein­gärten vom 4. Llpril 1916 ,'Reichs-Gesetzbl. S. 234) iwrb hin ge­wiesen. 2. Alles Mm Gemüsebau in Aussicht zu nehm<-m>e Ge­lärme ist iroch im Herbst entsprechend voc^ioereften. Diese Vor­bereitung hat in einer gründlichen Bearbeitung ves Bodens Ri­golen) |mt£>, soweit das Gelände für stark zehrende Gnoachse in Betracht komnck, einer entsprecheneen Dün<mng zu l>estehen.

3. Die Beschaffung der erforderliäien Sämereien ivird vor- Lussichtlich noch größere Scknmerigkeiten bereiten, als in der ab­gelaufenen Anbauperwde. Die hierzsr erftroerlnhen Schritte werden deshalb so früh wie möglich m tun sein. Die Sämerrierü sind nur von als zuverlässig bekamrten Frrmqn zu beziehen, so­weit sie nicht aus eigenem AuLwic gewonnen werden konnten

4. Die zur Steigerung der Ertrage erforderlichen HilMüngungs- mittel sind so frühtzeitig wie möglich zu beschaffen. 5. Vcsvnderg Beachtung perdient der Anbau von Frühgemüse. Sol­cher ist möglich durch a) Anbau von Wintergewüse. öienitgend erstarkte Pflanzen, von .Koylarten und Salat in entsprechewde^ Sorten kmmen jetzt noch auf gut vorbereitetem Lnno angepflanzt werden. Soweit das Pflanzenmateriat nicht selbst i^-rLngczo^m ist, dürften die vorhandenen Gärtnereibetriebe zur Abgabe in der Lage fern: b) das Treiben von Frühgemüse in warmen und kalten Kästen. Hierdurch läßt sich Genn'kse namentlich für diejenige Zeit gewinnen, in der die überwnrterten Vorräte der letzten Gvntr: zu Ende gegangen sind und Freilandgemüse noch ntzcht geerntet werden kann. Auf die ^sennmrung dieser Erzeuanisse muß um 0 mehr Wert gelegt .werden, als nUit den ZufiiÄrsic vom Aus­lande immer^ iveniger gerechnet werdear ka-mr. Die ?lfilage der Kästen und die sonstigen Vorbereitungen sind jetzt schon zu treffen.

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** Bon der Landes-Universität. J^l dnchem Se-^ mester sind im ganzen 1239 Studierende imnKatriffcklert, darunter 47 Studentimven. Davon sind 799 .Hessen, 341 Preußen, 24 Bavm..

4 Sachsen, 10 Württemberger, 15 Badener, 1 aus Mecklenchir^ Schwerin, 2 aus Sacksien-Wennar, 3 aus Oldenbierg. 3 aus Broun

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dem sind vertreten 1 Schwerer, 1 Bulgare, i RimtfeAer' unH 2 Türken, Aus die Theologische FakuktSt rntsapkn, >0.^ Lessen, 11 BreuSen, 1 Württemberg«, 1 Bonurjschreivr. 1 Havi.