gefegt. Alles näherc^ist von der ständigen Geschäftsstelle, dem Kanzler der zweiten Ständekanrmer, zu erfahren. Llus Vorschlag des Vizepräsidenten der Zweiten Kammer wird der Landesrrus- sckiuß t gebildet aus den 3 Präsidenten beider Kammern, den 3 Mnistern, den Vorsitzenden der Bezirksansscküsse, den Provinzialdireltoren, je 2 Vertretern des .Handels, der Industrie, der Landwirtschaft, des Handwerks und der Arbeiters ckmst, je eines Vertreters der evangelisä-en, der 1atholisck>en und der israelitischest Kirchengemeinschaft. den Rektoren der beiden hessischen Hochschulen, zwei Vertretern der Lehrer selbst und je einem Vertreter- der Städte, der „hasfta" und der Presse. Zmn Vorsitzenden des Gesanrtansschnsses ist der Präsident der Ersten Kammer, Fürst S o l m s - h o h e n s o Im s - Lich und zum Stellvertreter Fürst Leiningen und der Präsident der Zrveiten Kammer, Oberbürgermeister Köhler bestimmt.
Tie Versammlung erklärt sich mit allen für die Sammlung oorge,chlagenen Maßnahmen einversdnrden, mrd darnach schloß der Präsident die in jeder Hinsicht einmütig verlaufene Versammlung mft dem Ausdruck der Hoffnung, daß das schöne vaterländisch^ Werk von einem vollen Erfolg gekrönt sein werde.
Aus Stadt und Land.
Gießen. 29. Dezember 1916.
** Auszeichnungen. Das Eiserne Kreuz 2. Klasse erhielt der Vize-Wachtmeister bei der Garde-Kavaller,(--Division Siinon Theisebach. 1914 an der Marne schwer verwundet, ruckte er erst im September d. Js. zum zweiten Male ins Feld und wurde bereits nach vier Woche,» wegen Tapierkeit vor den, Feinde von, U itcrosfizier zu»n Vize-Wachtmeister befördert. Theisebach ist der Mitinhaber der Darmhandlung W. Theisebach Söhne. Ter Bruder und Teilhaber Jak. Theisebach erhielt bereits vor Jahresfrist das Eiserne Kreuz — Der Jäger Ludwig Keßler, 8. Komp., 2. Batl., 2. deutsche Radfahrer-Brigade, Sohn des Pferden,etzqers Ai. Keßler, erhielt das Eiserne Kreuz 2. Klasse. — Dem Gefreiten Karl Krame r, Leib-Eskadron Drag.-Rgt. Nr. 24. Sohn des verstorbenen Oberbriefträgers Karl Kran,er, wurde das ß,ferne Kreuz 2. Klasse verliehen. - Den, Landwehrmann Heinrich Müller, Sohn des Schreinern,eiilers Müller, im Jnf.-Rgt. 364. wurde wegen tapferen Verhaltens vor den, Feinde das Eiserne Kreuz 2. Klaffe verliehen und gleichzeitig zum Unteroffizier befördert. Mit der Hessischen Tapferkeftsmedaitle wurde er voriges Jahr ausgezeichnet.
** Pr o s e s s o r Tr. Kr ed el, einer der bedeutendsten Chirurgen Nordwestdeutschlands, ist am ersten Weihnachtstage in Hannover gesto-rben. Als geborener Odenwälder studierte Kredel in Gießen und wirkte hiev nach glänzend bestandenem Staatsexamen inhre- lang als Assistent der inneren Klinik. Tann war er lauge Assistent des Chirurgen Volkmann in Halle. Seit Klriegsbeginn stellte er sein reiches Müssen und großes Können in den Dienst des Vaterlandes und war bis zuletzt leitender Chirurg eines der größten Lazarette Hannovers.
** Ihre Silberne Hochzeit feiern an, I. Januar Schuhmacher und Synagogendiener Anton Lehr und Ehefrau. Der Jubilar ist 25 Jahre Freiwilliger Feuerwehrmann und 15 Jahre Diener in der Synagoge.
** Erhöhung der Beiträge zur Invalidenversicherung. Mit dem 1. Januar 1917 tritt eine Erhöhung der Beiträge zur reichsgesetzlichen Invaliden - und Hinter- bli ebenen Versicherung ein. Die Erhöhung der Beiträge; ist einesteils veranlaßt durch die Herabsetzung der Altersgrenze zur Altersrente, andererseits durch die Erhöhung der Waisenrenten. Ab 1. Januar 1917 stverden erhoben in der 1. Klasse 18 Psg., 2. Nasse 26 Psg., 3. Klasse 34 Psg.. 4. Klasse 42 Psg., 5. Nasse 60 Psg. Für die Zeit vor dem 1. Januar 1917 sind noch die alten Marren zu verwenden, die ebenso wie die neuen Marken auf den Postämtern zu haben sind. Mer über die Verrvendung der Marken den rechtzeitigen Umtausch der Jnvalidenkarten oder über sonstige Ansprüche aus befr Invaliden- und Hinterbliebenen Versicherung im Unklaren ist, wiende sich an die Gerneinnützigfe Rechtsberatuingsstelle des Evang. Arbeitervereins (Schiffen berger Weg 16 III), wo Dienstags und Freitag s abends 8—9 an alle Versicherten und deren Angehörigen unentgeltlich 'Auskunft erteilt wird.
** Gemeindesteuer. Unter den heutigen amtlichen Bekanntmachungen der Stadt Gießen befindet sich auch die Mahnung des 4. Zieles Gemeindesteuer und Kanalgebühren für das Rechnungsjahr 1916. D,e Zahlung der Abgabe kann noch bis einschließlich 13. Januar bei der Stadtkasse ohne Kosten erfolgen. Am 15. Januar beginnt die Beitreibung, wobei die vorgeschriebenen Pfändungskosten erhoben werden.
** Ober hessi scher Knnftver ein. Bei d?r gestriges Verlosung des Oberh. Knnstvereins Gießen sielen folgende Anrechtsscheine auf Kunstwerke zu: Nr. 1 ^ 150 Mk. auf Mitglied Nr. 198 - Bauvcft Becker zu Gießen, Nr. 2 = 100 Mk. auf Mitglied Nr. 149 Kaufmann L. Schußler zu Gießen, Nr. 3 = 75 Mk. auf Mitglied Nr. 93 Spediteur A. L y n ck c r zu Gsxßen, Nr. 4 = 50 Mk. auf Mitglied Nr. 99 Universitäts-Professor Tr. Nt e s s e r zu Gießen, kNr. 5 = 50 Mk. auf Mitglied Nr. 163 Frau Geheinvrat.Tr. Streng zu Gießen, Nr. 6 = 25 Mk. auf Mitglied Nr. 48 Zeichenlehrer G. Gerhardt zu Gießen, Nr. 7 = -25 Mk. auf Mitglied Nr. 37 Frl. Marie F e l ch n e r zu Gießen, Nr. 8 --- 25 Mk. auf Mitglied Nr. 188 Finanzrat Wenzel zu Grünberg.
** I m Licht spielhaus, Bähnhofstraße 34, wird heute unwiderruflich- zum letzten,nal henny Porten, Das wandernde Licht, gegeben. Das Filmwerk ist nach/ einer Novelle von Ernst Wildenbruck, geschaffen. Siehe Anzeige.
Landkreis Gießen.
n. Allendors a d Lda., 28. Dez. Mit der hessischen Tavserkeitsmedaille wurde ausgezeichnet Christoph Lotz, Sohn des Müllers Eberhard Lotz. Er zog gleich bei Kriegsbeginn ans und blieb ununterbrochen in, Welten.
ga. Grünberg, 29. Dez. Am Weihnachtsfest erhielten Dr. Hermann Fritz, als leitenc»er Arzt, und Schwester Marie Haas am hiesigen Lazarett das hessische Sanitätskreuz. Dem Gemeinderat smitgiled Kaufmann Christoph Schweißguth wurde das hessische KriegsehrenKeichen verliehen.
** L e i h q e st e r n, 2*. Dez. Der Landsturm-Gefreiter W S e i p p in der Straßenbau-Kompagnie 42, im Südosten, erhielt das Kriegs-Ehrenzeichen.
n. R ü d di n q s h a n s e n, 28. Dez. Ter seit anderthalb Jahren im Osten kämpfende Musketier Heinrich Dietz, Sohn von Heiur. Dietz VII. Witive dahier, erhielt für besondere Auszeichnung das Eiserne Kreuz 2. Klasse.
Kreis Büdingen.
F. C. Büd i n gen, 28. Dez. In, nahen B e r g h e i m wurde Lehrer K r a u s ch für besonders hervorragende Leistungen während der Kämpfe an der Somme mit dem Eisernen Kreuz erster Klasse ausgezeichnet.
' A Orten berg, 29. Dez. Am 1. Januar tritt nach 48jäh- riger Dienstzeft und nach 28j übriger Wirksamkeit an hiesiger Station unser Bahnhofsvorsteher Niedern höfer in den wohlverdienten Ruhestand. Seine Beliebtheit zeigte die Abschiedsfeier im Hotel zur Post. Pfarrer Kahn gab in längerer Ansprache noch einmal der allseitigen Verehrung Ausdruck, die der gewissenhafte, zuvorkommende und liebenswürdige Beamte genießt. Als äußeres Zeichen des ausrichtigen Dankes überreichte er im Namen der ganzen Gemeinde einen prachtvollen Ruhesessel. Niedernhöser. wurde für seine ^Verdienste schon früher durch Verleihung des Ehrenzeichens für 40jährige Dienste und der 2. Nasse des braunschweigischen Berdienstkreuzes ausgezeichnet.
4 Orten berg, 29. Dez. Unteroffizier Friedrich Lenz II. von hier wurde zun, Vizeseldwebel befördert. — Für das Geschäftsjahr 1917 setzte das hiesige Amtsgericht die einz-elnen^Amts- tage solgerrdermaßen fest: als allgemeinen Amtstag den Freitag jeder Woche von 9—12 Uhr und 2 — 4 Uhr, als ordentlichen' Gerichtstag den Mittwoch jeder Woche: Sprechstunden der Gerichts- schrerberei finden täglich von 9—11 Uhr vor,nittags statt.
Kreis Alsfeld.
nt. Burg-Ge münden', 29 Dez. Dem Reservisten Will) Reih, Mitarbeiter der „Neuen Tageszeitung", der dem Reserve- Jnf.-Rgt. Nr. 254 ongchört, wurde am 25. November die Hessische Tapserkeitsmedaille verliehen.
Kreis Schotten.
A Eichelsdor f, 28. Dez. Die festliche Stille unseres Torfes wurde gestern abend um l /*8 Uhr plötzlich durch Feuerlärm unterbrochen. Tie Scheuer der hoch. Alt Witive stand in Flammen imb bot mit ihren großen Heu- und Strohvorräten dem Feuer so reichlich Nahrung, daß es auch auf die benachbarte L-chener des Gastwirts Karl Zörkel übersprang, die ebenfalls mit F.uktervorräten gefüllt war. Beide Anwesen brannten vollständig nieder. Nur den außerordentlichen Anstrengungen der hiesigen und benachbarten Feuerwehren ist es zu danken, daß nicht noch wertere Gebäude zum Opfer fielen: denn auch eiste dritte Sck-enne war bereits angebrannt. Das Vieh konnte mit Not gerettet werden Frau Alt war gerade bei ilyrer Schwester in Ober-Schmitten zu Besuch, als ihr das Unglück gemeldet wurde. Tie Scheunenbesitzer hatten ihre Vorräte versichert. Dagegen erlerden aber mehrere kleinere La^wirte, die auch Futter in den Scheunen untergebracht hatten, empfindlichen Schaden. Merkwürdigerweise blieb ein kleiner Anbau der Zörkelschen Besitzung, worin sich die hier bei Landwirten beschäftigten gefangenen Franzosen und Russen aufhielten, unbeschädigt, obgleich er such gerade mitten zwischen den abgebrannten Scheunen befindet. Vermutlich liegt Brandstiftung vor.
(• Medern, 27. Dez. Großkanfinann David homburger aus Nauen bei Potsdam, der bereits im Anfang des Jahves! für ibic Krie g s für s o rge seines heimatsordes Gedern in hochherziger Weise den Betrag von 1000 Mark gespendet hatte, übermittelte kürzlich dem Ortsgeistlichen eine große Sendung von Kleidungs- und Wäschestücken zur Verteilung an bedürftige Kinder. Etwa 200 Kindern konnte hiermit eine Weihnachitssreude bereitet werden: vor allen, wurden die Kinder von Kriegsteilnehmern bedacht. — Sämtliche aus hiesiger Gemeind." zum Heeresdienst Einberufene erhielten durch den Ortsausschuß für Kriegsfürsorge einen Weihnach> t s gru ß in Gestalt eines Liebesgabenpakets; Tie zur Beschaffung der Liebesa, ben erforderlichen Mittel wurden durch,! eine haussammlung aufgebracht, welche den Betrag von ungefähr 350 Mark ergab. — Am Abend des 2. WeihnachLs- seiertags veranstvltete der Turnverein im großen £>aafe des Bergwirtshauses eine v a t e rl ä n d i s ch e W ei h n a ch t s s e i e r , welche vor überaus zahlreicher Zuhörerschaft stattfand und deren Reinertrag ft'jr die im Felde ftehärden Mitglieder des Vereins verwendet wurde. Tie der Zeft entsprechenden schauspielerischen und gesanglicken Darbietungen, sowie die Deklamationen fanden großen Anklang. Tie mit Verständnis und Geschick gestellten lebenden Bilder aus dem Kriegerleben wurden mit lebhaftem Beifall ausgenommen.
ga. Laub a ch , 29. Dez. Hauptmann Reinhard Goldman,, von hier erhielt das Eiserne Kreuz 1. Klasse, Unteroffizier Karl Bahn, in einem Fels-Artillerie-Regiment, und Christian Günther, Gefteiter be, einer Munitionskolonne, wurden mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. — Als Weihnachts- Überraschung wurde den Pflegerinnen des hiesigen Lazaretts Fräulein Anna Böhm. Else Stotz, Hanna Klip st ein, Käthe Somnrerkorn, Gertrud Kratz und Martha V o l v das Ehren-' Zeichen für Kriegssürsorge verliehen. Das gleich^ Ehrenzeichen erhielt schon vor einiger Zeit der stellvertretende Rechner der hiesigen Bezirkssparkasse Herr Wilhelm P i tz H.
Kreis Frieoberg.
Nt. Friedberg, 29. Dez. Offizier-Stellvertreter Paul S ch mittn er von hier, vor kurzen, mit der Hessischen Tavferkeits- medaille bedacht, erhielt das Eiserne Kreuz. Vizefeldwebcl Lang ist mit dem Hessischen Sanitätskreuz ausgezeichnet worden. — Der Landsturmmann Gg. Z immer m a n n im Landwehr-Jns.-Regt. Nr. 80 wurde für tapferes Verhalten vor dem Feinde mit dem Eisernen Kreuz und der hessischen Tapserkettsniedaille ausgezeichnet.
nt. Burg-Grafen rode, 2'.'. Dez. Bürgermeister h a h n, der zurzeit im Felde steht, .erhielt daS Eiserne Kreuz 2. Klasse.
Starkenburg und Rheinhessen.
— Worms, 28. Dez. Aus dem Bahnhof O st h o f c n geriet der Mühlena,beiter Finger! zwischen die Puffer zweier Eisenbahnwagen, die ihn zu Tode drückten
Hessen-Nassau.
— Frankfurt a. AI, 29. Dez. Zur Versorgung der Bevölkerung mit Kartoffeln sind bisher 772 000 Zentner ei,»- getroffen. Damit sind etiva 75 Prozent aller Haushaltungen eingedeckt.
— Frankfurt a. M., 28. Dezember. Die Stadtverordnetenversammlung wies heute die Vorlage des Magistrats, betr. Vorlegung des^haushalts plans für 1917, zurück und stimmte einem Antrag des Stadtverordneten Bernecker zu, der die Vorlegung eines gedruckten Haushaltsplanes verlangt. — Ten Beau,reu und städtischen Hilfsarbeitern wurde eine weitere Teuerungszulage gewährt. Scharf sprach man sich gegen den Erlaß des preußischen Kultusministers aus, der den Gemeinden, die ihren Lehrern bereilS aus städtischen Mitteln Teuerungszulagen geivähren, die in Aussicht gestellten staatlichen Zulagen niest bewilligen tvill. Tie Stadt will durch ihre Landtagsabge- vrdneten gegen diese ungerechtfertigten Maßnahmen beim .Landtag Einspruch! erheben. Auch der Magistratsantrag aus Errichtung einer aus der Volksschulle aufgebauten Uebergangsklasse für henwr- ragend begabte Volks schule, begegnete insofern lebhaftem Bedenken, als (man die Zeit der Vorbereitung dieser Schüler - ein Jahr — für viel zu kurz halt, da diesen Kindern jeglichie Grundlage in den mathematischen Fächern, der englischen Sprache usw. fehlt. Tie Vorbereitungsklasse wurde als pädagogische M a st k u r a n - statt bezeichnet. Grundsätzlich war man jedoch mit den neuartigen Vorschlägen des Magistrats einverstanden.
--- D ö ch st a. M., 29. Dez. Eine Nachprüfung der im Kreise vorhandenen Kartoffelbestände durch militärische Kommandos stellte vielfach Ueberschüsse, oft von erheblicher Menge, fest. Ter Aufforderung des Landratsamtes, diese abgabepflichtigen Beständo auszusondern, auszubewahren und sorgsam zu behandeln, sind trotz aller Mahnungen bisher die wenigsten Besitzer nachgekommen. In einzelnen Gemeinden haben sich zahlreiche Land-Wirte überhaupt geweigert, die landrätlichen Arwrdnungen entgegenzunehmen. Nunmehr har das Landratsamt die Gemeindebehörden angewiesen, die Kartosfelvovräte sosortin vollerhöhe zu enteignen.
— S i», d l i n g e n , 29. Dez. Das H o f g u t der Gemeinde ging für 39 000 Mk. an den bisherigen Pächter Joh. R ö t g e r durch Kauf über.
— Langenhahn, 28. Dez. In der Nähe der hiesigen Haltestelle entgleiste der Früh-Personenzug. Die Maschine und mehrere Wagen sprangen aus den Gleisen und sperrten den Verkehr fast einen Tag. Von den Fahrgästen wurden mehrere verletzt. Der Sachschaden ist erheblich.
vermischtes.
Brände.
* Dresden, 28. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Beim Sortieren von Munition hat sich heute vormittag im Artilleriedepot Dresden-Albertstadt, vermutlich durch Explosion, ein Brand enttvickelt. der aus das umliegende Magazingelände über-- gegrissen hat. Vorläufig hat sich die Ausdehnung des Brandes noch nicht feststellen lassen. Bis jetzt ist ein Arbeiter an den Folgen der Venvundung gestorben. Weitere Verwundungen sind nur vereinzelt vorgekommen.
* Beuthen (Oberschlesien), 28. Dez. (WTB. Nichtamtlichst Auf dem hildebrandtschacht der Gottes-Segen-Grube in Antonienhütte ereignete sich gestern ein Grube,cklrand. Zur Zeit des Unfalles waren gegen 120 Mann an der Unfall stelle beschäftigt. Dirrch (Änatmen giftiger Gase sind 12 Mann ums Leben gtckommen.
Letzte 2]nd>rid)tcii«
Die ungarische Königskrönung.
Budapest, 28. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Eine Abordnung von Mitgliedern des Magnatenhauses und des Mgeordnetenhawses erschien fyeutc beim König, um das gestern unterbreitete Krönungsdiplom, mit dem 'kömglichen Siegel und der Unterschrift versehen, entgenenzunehmen. Aus der Estrade des Thronsaales, wo der Empmng stattsand, war die Königin, den kleinen Kronprinzen an der Hand führend, als Zuschauerin erschienen. Sie wurde mit lebhaften Ovationen von den dlbgevrdneten bvgrüU- hieraus er
schien der König und Lberve ich ie dem dir Abordnung führenden Fürstprimas das unterfertigte Kronungsdiplom, wvraitt dieser mit herzlichen Worten darckte. Aus die Worte des Fürstprimas erwiderte der König, es gereiche ihm zu inniget Befriedigung, daß er das Krönungsdiplom, das verfassungsmäßig die Rechte des Herrschers wie des Volkes sichere, lfiernnt ausfolgen könne. Er erinnerte an die Worte Kaiser Franz Josefs, es sei unmöglich^ daß das, was in aufrichtiger Eintracht der König und die Nation geschaffen, nicht heilsam sei, woraus begeisterte Eljen-Ruse ertönten. Schließlich erbat der König Gottes Segen für die Nation und die vereint zu leistende Arbeit. Ter König ernannte den Grafen Carl Kuehn hedervary und den Grafen Aurel Tessewfst) zu Kommissaren, die die Ueberführung der Kronen und der Krönungsinsignien ins königliche Schloß und von dort in die Krönungskirche zu überwachen haben.
Der bulgarische Bericht.
Sofia, 28. Dez. (WTB. Nichtamtlichst Bericht des Generalstabes von, 28. Dezember.
Mazedonische. Front: Nordöstlich vom Dojran-See versuchte ein Bataillon des Feindes nach heftiger Artillerievoederer- tung gegen die Dörfer Brest und Akandjali vorzurücken, es wurde aber durch unser Feuer zun, Stehen gebracht. Aus übrigen Abschnitten der Frortt schwaches Artilleriefeuer. ^sm Wattrar-Tal lvirkungslose Tätigkeit feindlicher^ Flugzeuge.
Rumänische Front: In der Dobr,ü>scha lebl)«fter Kampf vor Macin.
Zum Friedensangebot.
Rotterdam, 28. Dez. (WTB. Nichtamtlichst „Nreuwc Rotterdamfche Courant" veröffentlicht folgende Ausführungen der „Westminster Gazette": Die deutsche Regierung kann kaum so rmiv seftr, anzunehmen, daß die oerbündeten Regierungen die Feindseligkeiten einstellen. und eine Konferenz Mit tünem Feinde beginnen werden, der sich soeben als Sieger proklamiert hat, ohne daß sie durch die üblichen indirekten Kanäle in Erfahrung brächte, welche Bedingungen er stellen will. Das Deutschland, das Verhandlungen vorschlägt, ist dasselbe Deuffchland, das sich in einer überlegenen Lage betrachtet und den, Krieg ein,Ende machen wiill. Darum muß es ihm, das die Jnftiative ergriffen hat, auch überlassen bleiben, in allgemeiner Form die Grundlage, auf der es verhandeln will, anzugeben. Wenn un,gekehrt die Verbündeten die Initiative ergriffen hÄten, so wäre es ebenso angemessen und billig gewesen, dasselbe von den Verbündeten zu fordern. Wir habe,t das Vertrauen, daß Wilson und das amerikanische Volk einsche,r werden, daß >wir eine starke Position einnehmen, wenn wir jetzt diese Forderung an Deutschland richten.
Ter „Manchester Guardian" schreibt: Deutschlands Antwort an Wilson kommt aus eine höflich^, aber vollständige Wlehnung hinaus. Deutschland ist ans den Punkt zurückgekehrt, von dem es ausgegangen ist. Wilsons wichtiger Vorschlag bringt Deutschland dermaßen in Verlegenheit, daß es ihm vollständig ausweicht. Seine Anttvvrt an Wilson scheint einen ziemlich deutlichen Wink zu enthalten, daß Deutschland nicht beabsichtigt, die Errichtung eines Friedensbundes der Nationen als ein Ziel der Friedensv-erhrmd- lungen in Ettvägung zu ziehen. Aber die Vorstellung, daß Teutsch^- land vermutlich bereft sein würde, das Prinzip eines solchen Bundes anzunehmen, wäre einer der besten Gründe, um sich Hoffnungen zu machen.
Amerika, Englazw und Deutschland.
Berlin, 28. Dez. England ,md soviel bekannt, auch Frankreich haben zu 'Anfang des Jahres 1914 mit den Vereinigten Staa- ^n einen Vertrag abgeschlossen, nach dem jedes der beiden Länder sich verpflichtet, nicht zu den Waffen zu greifen, bevor nicht mindestens ein Jahr seit de.m Ausbruch der Streitursache vergangen ist, es sei l-enn, daß die Angel egen Heft nicht vorher schon durch ein Schiedsgericht erledigt sein sollte, dem ein Streit jedesmal nadj seinem Entstehen sogleich urrterbreitet iverden soll. Das Schiedsgericht soll aus dem amerikanischen Senat und einer Körperschaft in gleichem Range der Gegenpartei bestehen^ im Falle Englands also das Oberhaus. Die Verhandlungen mit Deutschland haben sich seinerzeit zerschlagen, weck Deuftchtand keine dem amerikanischen Senat ähnliche. Mr'perschaft besitzt, und da es sich aus verschiedenen Gründen nicht empfahl, etwa den Bundesrat mit den nötigen Befugnissen auszurüsten. Ob bei diesem Stand der Dfttge Deutschland oder England besser fahren wird, dürste sich, so meint der „Berl. Lokal an#.", in nicht zu ferner Zeit zeigen.
Eine zweite Note Wilsons an England.
Berlin, 29. Dez. Verschiedene Blätter lassen sich nrelden, in London sei eine zlveite Note Wilsons eingetrvffen, die als Erläuterung der ersten gemeint sei. Ihr Wortlaut sei nicht derart, daß sie die Haltung der Entente ändern dürste. England werde seine Antwort ans die Friedensnote der Mittelmächte am Samstag absenden. Man erfahre, daß sie im allgemeinen eine Wiederholung der Rede Lloyd Georges sein werde und daß dittch- sie die Tür für Verhandlungen nicht geschlossen werde.
Betriebeersparnisse in England.
Berlin, '29. Dez. Verschiedene Blätter teilen mit, daß ab 1. Januar 235 englische und 95 schottische BahnhSse geschlossen werden, um Ersparnisse zu machen.
Unterbilanz des französischen Außenhandels.
Bern, 28. Dez. (WTB. Nichitamtlich.; Nach einer amtlichen sranzösiscken Statistik hat die Unterbilmrz des französischen Außenhandels für die ersten elf Monate des lausenden Jahres fast 13 Milliarden erreicht.
Brotkarten in Schweden.
Stockholm, 28. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Aus Anlaß der Einführung von Brot- und Mehlkarten in Schweden richtete König Gustav ein offenes Schrgcben an sein Volk, in dem er die neue' Maßregel als irotwendige Fürsorge für das Wohl aller erklärt und sich besoirders an die Landwirtsckxrft nm_ der Mahnung wendet, ihren entbehrlichen Ernteüberschuß zu Gunsten des ganzen Volkes abzn geben.
„Svenska Tagblad" und „Stockholms Dagblad" besprechen in aussührlichM Leitartfteln Art und Folgen der Rationievung. Ueberall wird das deutsche Beispiel herm,gezogen.
Stockholm, 28. Dez. Die Regierung beschloß im einzelnen hinsichtlich der Einführung von Brotkarten im Jahve 1917, daß für die Person täglich 200 Gramm Hartbrot oder 250 GramNr Mehl oder 325 Gramm Weichbrot zugeteilt werden soll. '
Die Staatsdarlehen zum Wiederaufbau Ostpreußens.
Königsberg, 28. Dez. Die Bedingungen für Darlehen zmn Wiederansbau Ostpreußens sind jetzt.dahin fest-» gesetzt worden, daß die Darlehen, die unverzinslich srnb, nach fünf Jahren mit 3 Prozent in halbjährlichen Raten zu tilgen sind. Das Darlehen wird siMg bei einem Eigentumswechsel, der nicht durch Erbfolge notwendig geworden ist.
Mehring freigelasftn.
Leipzig, 28. Tez. Der sozialdemokratische Schriftsteller- Franz Mehring ist imch der Leipziger Volkszeftnna am 22. Dezember aus der Schutzhaft entlassen und in einem Krankenwagen in feine Wohnung befördert worden. Die Grürrde seiner Haftentlassung sind ihm amtlich nicht mitgeteilt worden.
Jagd-Verpachtung.
Zirka 22 bis 23 Hektar Wiesen und Land, 7 bis '8 Hektar Wald, resp. Fichtenbestand von 10- bis 15-jährigem Bestand, auf 6 Jahre, Pachtzeit Anfang 1. Febr. 1917. Termin der Verpachtung am 15. Januar 1917, mittags von 1 Uhr ab. Nächste Bahnstation Hartmannshain, ungefähr 20 Minuten ist das Jagdgebiet von der Bahnstation entfernt.
Großh. Bürgermeisterei Sichenhausen b. Gedern:
Bläser, Bürgermeister. 9220


