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27.12.1916 Erstes Blatt
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Ltr. 503

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Erstes Aiatt

lOb° Jahrgang

Mittwoch. 27. vezemver (9(6

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ßes Hauptquartier, 23. Dezember.

(Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Armee des Generalfeldmarschalls Herzog

Alb recht von Württemberg.

A wP n ! Airern- uni) Wytschaete-Vogen erreichte gestern der Artttlerlerampf erhebliche Starke. Südöstlich von Ppern gnften englische Abteilungen an: sie wurden durch Feuer, an crner Stelle im Nahkampf, zurückgetrieben.

Südlich von Boesinghe drangen mehrere Patrouillen in dle feindlichen Gräben und brachten Gefangene. Maschinen- gelvehre und Beutestücke zurück.

Heeresgruppe Kronprinz.

An der Champagne- und Mags-Front nur geringe Feuermtigkeit.

In den Vogesen, nordwestlich van Münster, hoben deutsche Streifkommandos einen französischen Sappenposten

auf.

Bei Fvapelle, östlich von St. Di6, und südlich des Rhein- Rhone-Kanals wurden nach starker Artillerievorbereitung Angriffe französischer Abteilungen abgewiesen.

O e st l i ch e r Kriegsschauplatz.

Front des Generalfeld mar sch alls Prinzen Leopold vonBayern.

Nichts Wesentliches.

Front des Generalobersten Erzherzog Josef.

In den Waldkarpüthen mehrfach Patrouille nunterneh- mungen. bei denen Gefangene und Maschinengewehre ein­gebracht wurden.

Südlich von Mesteccmesci nahmen österreichisch-unga­rische Abteilungen eine jüngst aufgogebene Vorstellung den Russen wieder ab.

Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v o n M a ck e n s e n.

In der Dobrudscha stürmten die verbündeten Truppen mehrere russische Nachhutstellungen und besetzten Tulcea au der unteren Donau.

Die Gefangenenzahl har sich auf Wer 1600 erhöht; meh­rere Maschinengewehre waren die Beute.

M a zedonische Front.

Am Doiran-See Artillerieftuer, in der Strumaebene Vorpostengefechte.

Der Erste Generatauartiermeister L u tfc ndorff.

(WTB.) Großes.Hauptquartier. 24. Dezember. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Beiderseits von Wicltje im Npern-Vogen griffen eng­lische Abteilungen nach starker Feuerwirkung int Morgen­grauen unsere Stellungen an; sie wurden abgewiesen.

Auf der übrigen Front herrschte bei meist schlechtem Wetter nur geringe Feuertätigkeit.

Oestlicher Kriegsschauplatz.

Front des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern.

Keine besonderen Ereignisse.

Front des Generalobersten Erzherzog Josef.

In den verschneiten Waldkarpathcn nahm zeitweilig im Ludowa- und Kirlibaba-Abschnitt das Geschützscuer zu.

Nördlich des Uz-Tales ging der Russe wieder zum An­griff über. Nach einem fehlgeschlagenen Vorstoß gelang es ihm, am Höhenkamm des MagyaroS sich sestzusetzen.

Heeresgruppe des General sc ldmarschalls vonMackenfen.

Durch die Operationen der Dobrudscha-Armee ist der Feind in den Nordmestzipsel des Larldes gedrängt worden. Das nördliche Donau-Ufer beiderseits Tucea liegt unter dem ^eucr unserer Geschütze.

Mazedonische Front.

Zwischen Wardar und Dojran-See lag starkes englisches Feuer auf den deutschen und bulgarischen Stellungen; in den Abendstunden angreifende Bataillone wurden blutig ab- gewiesen.

Der Erste Generalquartiermeistcr Ludendorff.

(WTB.) GroßesHauptquartier, 25. Dezember. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Im Wytschaete-Bogeu zeitweilig starker Artilleriekampf. Bei den übrigen Armeen ging die Gefechtstätigkeit über das gewöhnliche Mast nicht hinaus.

Die Nacht verlief in den meisten Abschnitten still.

O e st l i ch e r Kriegsschauplatz.

Front des Generalfeldmarschalls P r i n z e n L eo po ld vo n B a ye r n.

Südwestlich von Stanislau wiesen österreichisch-unga­rische Vorposten bei Lysiec mehrere russische Vorstöße ab.

Front des Generalobersten Erzherzog Josef.

Im Gebiete ver Cimbroslawa Wk. warfen unsere das Vorfeld beherrschenden Patrouillen mehrfach nlssische Streif abteilungen zurück.

Nördlich von Sosmezoe, Oitos-Talcs, zwang unser Ab­wehrfeuer zweimal angreifende Russen zurückzuweichen.

Heeresgruppe des GcneralfeldmarfchallS v o n M a ck e n s e n.

In der großen Walachei haben sich neue Kämpfe ent­wickelt.

Die Dobrudscha-Armee nahm Jsaccea und steht im Angriff auf den B r ü ck e n k o p f vonMacin.

Mazedonische F r o n t.

Nichts Wesentliches.

Der Erste Generalquartiermeister Luden darf f.

(WTB.) G r o st e s H a u p t q u a r t i e r, 26. Dezember. (Amtlich.)

W e st! i ch e r Kri e g s-schau p la tz.

In einzelnen Abschnitten der Ipernfront deideiseits des Kanals von La Bass6e und westlich von Lens nahm dir Artillcrietätigkeit zu. Vorstöße starker englischer Patrouillen sind mehrfach abgewiescn worden.

O e st l i ch e r Kriegsschauplatz.

Front des Ge neralfeld marschalls Prinzen Leopold von Bayern.

Am unteren Stochod war die russische Artillerie rühriger als sonst.

Nordwestlich von Lack bEchte eine üiiicn:el,mung deutscher Abteilungen 16 Gefangene ein.

Front des Generalobersten Erzherzog Josef.

An der Lndowahöhe in den Waldkarpathen zeitweilig starkes Geschützscuer. Am Neagratal südlich von Dorna- Watra starkes Geschützscuer. Südwestlich von Dorua-Watra scheiterte ein Vorstoß russischer Strcitabteilungen.

Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls vonMackenfen.

Bei den Kämpfen in der großwallachischen Ebene und am Rande des Gebirges südlich von Rimnicnl-Sarat sind in den letzten Tagen sünstansendsünfhundert Russen gefangen genommen worden.

Gestern stürmten oft bewährte deutsche Divisionen mit zugeteilten österreichisch-ungarischen Bataillonen das zäh ver­teidigte Dorf Filipcsti (an der Bahn BnzauBraila) und beiderseits anschließende stark verschanzte Stellungen der Rüssen.

Mazedonische Front.

Erfolgreiche Patrouillenvorstöße bulgarischer Infanterie ntrdwtstlich von Monastir. Im Cernabogcu wechselnd hef­tiges Artilleriesener.

Der Erste Generalquartiermeister Ludendorff.

*

Die Abendberichte.

Berlin. 24. Dez., abends. An der West- und Ost- front im allgemeinen ruhiger Tag.

In der Dobnwscha ist Jsaccea genommen. Bei Tul­cea hält das Feuer an. In Mazedonien nichts Besonderes.

(WTB.) Berlin, 26. Dez. (Amtlich.)

Ans dem Nordufer der Somme zeitweiscs starkes Feuer. Sonst im Westen und Osten nichts Wesentliches.

In der Großen Walachei ist der Russe ans mehreren Stellungen geworfen worden.

In Mazedonien herrschte Ruhe.

Schnell und kurz und bündig hack unsere Regierung dem Präsidenten der Vereinigten Staaten auf seine Friedens­anregung eine Antwort erteilt, die einen herzlichen und freundschaftlichen Geist atmet. Die am 12. Dezember ge­schaffene Lage ließ eine Antwort in solcher Form und von solchem Inhalt notwendig und nützlich erscheinen. Die deutsche Regierung sagt darin nicht mehr zu, als was sie den Feinden selbst crngeboten hat, und sie stellt die Ueber- einstimmnug zwischen Berlin und Washington darin fest, daß ein nirmittelbarer Gedankeiraustausch zwischen den Kriegführenden heute angängig und erwünscht wäre. Wie wir schon hervorgehoben haben, ist die lange Note des amerikanischen Präsidenten voller Andeutungen gewesen, die einer verschiedenartigen Auslegung begegnen können. Wir Deutsche haben keine Ursache, besondere Gunst, ein beson­

deres Wohlwollen Von Washington zu erwarten Wilson hat mit keinem Wort die Tatsache hervorgekehrt, daß die Mittelmächte bisher siegreich waren, und wir wissen nicht, ob er am Ende dazu neigt, zu einen: derartigen Frieden zu drängen, der mehr der Entente als den Mittelmächten zugute kommt. Gleichwohl sind bestimmte . sach­liche Meinungsverschiedenheiten über* die nächsten Schritte bisher nicht zutage getreten, und da es sich nach der deutschen Antwort um das Zustandekommen einer Friedenskonferenz handelt, die ohneMitwirkung von Neutrale n zunächst die Streitfragen dieses Krieges schlich­ten soll, während die allgemeineren Beratungen zur künf­tigen Sicherung des Weltfriedens einer späteren Zeit über­lassen bleiben, so ist in der Tat gegenwärtig eine Ueberein- stinrmung in den Kabinetten 'von Berlin und Washington sestzustellen. Unser nächster Verbündeter, Oestewreich-Ungarn, hat sich dieser Ueberein'stimmung angeschlossen, und die heute gleichfalls veröffentlichte Wiener Erklärung, die beinahe den gleichen Wortlaut hat wie die deutsche, zeugt von dem innigen Einvernehmen, der erfreulichsten Einheitlichkeit in den Hand­lungen der beiden verbündeten Staaten. In den versöhn­lichen, Frieden erstrebenden Noten der Mittelmächte liegt doch eine nunmehr offen ausgesprochene Voraussetzung, näm­lich daß wir eine Entmischung Nichtbeteiligter, ein Stimm­recht zweifelhafter Neutraler bei den Friedensabmachungen zurückweisen. Haben wir erst einen Frieden gewonnen, der unsere nationale Existenz sichert, der unseren Grenzschutz ver­bessert, die Freiheit der Weltmeere verbürgt, dann können wir mit ehrlichem Streben und aufmerksamen Sinnes an den Bemühungen teilnchmen, die künftige Weltbrände verhin­dern sollen.

Mer Augen schauen setzt aus unsere Gegner. Sie haben bisher noch keine Zeichen von Einlenknng und Entgegen- 'konrmen bewiesen. Im Gegenteil, der französische Senat h<rt ausdrücklich beschlossen, das; ein Friede auf Grund der jetzigen Kriegslage unmöglich und zu verwerfen sei. Auch der BerlinerLokal-Anzeiger" gibt sich keinen großen Hoffnung gen hin; er schreibt nämlich in seiner heutigen Mittwoch- Nummer :Sollte der Präsident der Bereinigten Starrten durch unsere Note veranlaßt werden, mtfere Feinde zur Entsendung von Vertretern zum Zwecke von Friebensver- Handlungen nach einem neu träten Orte zu bewegen, so sind wir doch weit entfernt davon, uns der Hoffnung ftinzugeben, das; dieser Schritt in London, Paris, Petersburg oder Rom Erfolg haben wird." Im besten Falle steht zu erwarten, daß die Gegner uns anheimgeben werden, unsere Friedensbedin­gungen zu nennen, während sie selber sich zurückhalten oder in allgemeinen Wendungen auf ihre famosen Ministerreden verweisen. Damit würden wir natürlich dem Frieden nicht näher kommen. Auch darauf würde sich die deutsche Regie­rung schwerlich einlassen, die besetzten Gebiete zuvor zu räu­men, um danach in Verhandlungen einzutreten. Sicher ist, daß die Entente jetzt vor einer folgenschweren Entscheidung steht. Stellt sich heraus, daß die Gegner noch immer dem Ziel nachträumen, uns vernichten und zerschmettern zu tvollen, so treten Hindenburgs Ankündigungen in ihr Recht.

Tie österreichisch-ungarischen Tagesberichte.

W i e n, 23. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 23. Dezember 1916.

Oestlicher Kriegsschauplatz.

Im Mestecauesci-Abschnitt haben österreichisch-unga­rische Truppen Mehrere russische Vorstöße abgewiesen.

Italienischer und südöstlicher Kriegsschauplatz.

Nichts zu berichten.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Hofer, Feldmarschallentnant.

Wien, 24. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 24. Dezember 1916.

Oestlicher Kriegsschauplatz.

Heeressront des Generalobersten Erzherzog Josef.

Nördlich des Uztales hat sich eine feindliche Abteilung auf der Höhe Magyaros festgesetzt.

H e c res f r o n t d e6 G c u e r a l fe ld m a r scha l l§

Prinzen Leopold von Bayern.

Eines unserer Jagdkommandos übersetzte die Bystrzyca Solotwinska. drang durch die Hinderniszone in eine feind­liche Vorstellung südwestlich Bohorodezany vor, kämpfte die Besatzung nieder und rückte nach Zerstörung der Verteidi­gungsanlage vollzählig ein.

Italienischer und südöstlicher Kriegsschauplatz.

Auf der Karsthochfläche zeitweise lebhafteres Artilleric- feuer; sonst unverändert.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. H ö f e r. Feldmarschallentnant.

- Der Nacht vom 22. auf den 23. Dezenrber haben ln einem Vorstoß vier unserer Zerstörer in der Otrantostraß