Ausgabe 
22.12.1916 Erstes Blatt
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wirtschaftliches Verhältnis sowie die Anbahnung engerer Wirt- schaftliä-er Beziehungen zu oem deutschen Reiche. Dem Parlament werden diese zusammenhängenden Angelegenheiten, sowie die nrit anderen Staaten «bzuschließirnden Handelsverträge baldmöglichst zarr Genehmigung vorgelegt werden. Die politische und wirt- Aaftliche Konsolitierung Oesterreichs, die Zuasnnnensassung der Kräfte aller den Staat bewohnenden Nationen, die Lösung der gvotzangelegten Aufgaben, welche, durch den Krieg wesentlich ver- uEhrt, an Bedeutung gewonnen haben, die Ausgestaltung des Bolköerziehungswesens in der Richtung der allgemeinen Bildung, der sittlichen Festigung der heranrvachsenden Jugend und der staats büriterlichen Gesimrung, die durch den Krieg notwendig gewordene Neuordnung der Staatswirtschaft, die Heilung der Wunden des Krieges, sowie der Wiederaufbau des Zerstörten und die ganze Fülle der übrigen sich aufdräng enden Fragest, stellen an die Regierung und an das Parlament in der kommenden Zeit die größten An­forderungen. Unvergessen sollen unsere braven, für den Schutz und die Fortdauer des Vaterlandes käinpfenden Krieger bleiben, denen in Oesterreich alle Herzen dankbar entgegenschlagen und für deren Invaliden und Hinterbliebenen zu sorgen, die Regierung für eine heilige Pflicht ansieht. Das Handschreiben Weiland Seiner Majestät vom 4. November d. Js. über die künftige Stellung Galiziens im Staatsgesüge wird der Regierung zur Richtschnur ihrer Tätigkeit dienen.' Ohne Verzug wird die Regierung an diese Aufgaben herantreten. Sie hofft, daß der öffentliche Geist durch die Erfahrungen des Krieges geläutert, sie darin unterstützen Und daß das Parlament, seiner verfassungsmäßigen Aufgaben eingedenk, zur Vollendung dieser Arbeiten seine Hand bieten wird. Der bewunderungswürdige Opfernrut der Bevölkerung legt der Regierung die Pflicht auf, die Volksernährung zu ihrer ernsten lmd unausgesetzten Sorge zu machen. Die Regierung tvill sich nicht heute schon mit einem ausführlichen Programm an die Oeffentlichkeit tvenden, sie zögert aber nicht, die allgemeine Rich­tung zu bezeichnen, die sie, Gerechtigkeit gegen alle Völker des Staates übend, einzuschlagen gedenkt, da sie des Verständnisses und der Mitarbeit aller jener bedarf, denen die Zukunft Oesterreichs am Herzen liegt.

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Die Luftkämpfe an der Somme.

Berlin, 22. Dez. Zu den L u f t k ä m p f e n an der <oomme berichtet der Mitarbeiter derKölnischer Zeitung" und desBerliner Lokal-Äirzeigers" Professor Tr. Wegen er vom 21. Dezember: Im Bereiche der Somme-Front herrschte gestern im Gegensatz zu den langen Wochen der Trübe, strahlend' celles Wette^ Infolgedessen war die lange zurückgelxrltene Fliegertätig- keit beiderseits außergewöhnliche lebhaft. Allenthalben ivar der wolkenlose Himmel voller Flugzeuge, die einerseits versuchten, die lmrg erschwerte Luftaufklärung über die Stellungen des Gegners nachzuholen, andererseits bemüht waren, durch eine Luftsperre zugleich, den Gegner zu verhindern, über den eigenen Bereichen Ausschau zu halten. Ueberall sah.inan has Himmelsblair getupft mit den Woll-mb allen der Flugabwehrgraimten, zwischen denen die Flugzeuge ihre kühnen Kreise zogen. Unsere immer erfreulicher erstarkeirde Kampfkraft in der Luft brachte uns gestern schöne Erfolge.

Ter busgarische Bericht.

Sofia, 20. Dez^ sWTB.) Amtlicher Heeresbericht. Süd­lich des Owrida-Sees gewanneil unsere und österreichisch- ungarische Einheiten Gelände. Um Bitolia Ruhe. Im Ce t it n - B o o c n lebhafteres feindliches Arlnleciefeuer. Ol'stlich der Ccrna bis z:rr Struma schwaches, beiderseitiges Artillerie-, feuer. Au >er Struma Artillerietätigkeit und Patrouillen-' Unternehmungen. Der Versuch einer feinolickxm Jvfanteriegruppe, Mlsammen mit Kavallerie, gegen Tschiflig und Teuftg Bey südlich von Serres vorzurücken, scheiterte.

Rumänische Front. In dzr D ob ru dscha dauert der Vormarsch an. Der Feind leistet chi7 der Linie Babadag-See DemstepeMibojkioejHemgearkaTurkoia Widerstand. Unsere Kavallerie warf hie dritte Kosaken-Ka valleried :vi-j sivrl zurück, die am 17. Dezember in der' Tobrudscha ange-, komnren ivar. Die Kosakendivision erlitt große Verluste. Man fand unter den getöteten Russell beit Obersten Jobdoroff, Befehls­haber eines Kosakenkavallerieregiments. In der östlichen Wa­lachei entwickele sich die Operationen plangemäß.

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Sasonow im Hauptquartier.

Bern, 21. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) DerTemvs" meldet aus Petersburg: Sasonow ist ins russische Hcncpt- qucrrtier ab gereist.

DerMatirp" meldet aus Bordeaux: Die Dreimaster Cimmaculs Conception" (264 Tonnen) undSt Ives" (325 Tonnen) wurden versenkt.

Der verlaus von Dänisch-Westindien.

Kopenhagen, 21.Dez. (WTB.) Der Reichstag hat die Vorlage betr. den Verkauf der dawisch-westindi scheu Inseln nunmehr endgültig angenommen. Im F vl k e t i n g stimmten 90 Abgeordnete dafür, 16 dagegen, im Lands- ting 40 dafür, 16 dagegen. In beiden Häusern stimmten die Konservativen gegen den Vorschlag.

Aur dem Reiche.

Berlin, 21. Dez. (WTB.) In der heutigen Sitzung des B u n d e s r a t s gelangten zur Annahme: Der Eutwur : einer Bekanntmachung wegen Zollerleichterung für Waren die zur Verarbeitung auf Fette und Oele bestimmt sind die Aenderung der Ausführungsbestimmungen zum Süß stoffgesetz, die Aenderung des Weingesetzes und der Ent wurf einer Verordnung über Veräußerung von Aktien oder Geschäftsanteilen deutscher Soeschiffahrtsgesellschasten ins Ausland.

_ Berlin, 22. Dez. liebet Grundlagen der zukünftigen Steuerpolitik äußert sich Graf h. Mirbach-So rquitten imTag": Für die künftige Sicherheit Deutschlands sei eine hohe Kriegsentschädigung mindestens ebenso wichtig, wie der aus strategischen ^Rücksichten notwendige Geländeerwerb. Leitende englische Kreise hätten vor einiger Zeit eine Berechnung dahin aufgestellt, wie viel an Kriegs entschädigung sie uns abzunehmen beabsichtigten. Es Han delte sich um keine kleine Summe. Würde unser der­zeitiger Friedensvorschlag abgelehnt, so seien auch wir zu einer Gegenrechnung berechtigt, deren Höbe von unseren Waffenerfolgen zu Lande und zu Wasser abhänge.

Berlin, 22. Dez. Der amerikanische Bot ch a f t e r G e r a r d traf mit seiner Frau gestern abend von seinem Urlaub wieder in Berlin ein. Er wurde von einer großen Zahl von Freunder: aus dem Bahnhof be willlommnet und sagte, er habe eine sehr gute Rückreise gehabt.

Der Seekrieg.

Tie Schuld an dem Unfall bei der Ausfahrt der Deutschland".

Köln, 21. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Nach einem Privattelegramm derKölnischen Zeitung" aus Washing­ton vom 19. Dezember veröffentlicht die amtliche Unter­suchungskommission, welche die S ch u l b a n b e nt U n f a 11

ber der Ausfahrt derDeutschland" aus dem .Ha­jen von New London feststellen sollte, jetzt ihren Bericht. Darm heißt es: Wir freuen uns, feststellen zu können, daß DieDeutschland" sorgsam und richtig von K a p : t a n K ö n: g g e st e u e r t w u r d e, als sich der Zu­sammenstoß mit dem SchlepperScott" ereignete und daß Kapuan König alles tat, was in seiner Macht war, um das Unglück abzuwenden und ebenso alle notwendigen Anstreng­ungen machte, um die Mannschaft des Schleppers zu retten Offenkundig schoben sich aber die beiden Schiffe so schnell zusammen, daß der Schlepper sofort sank. Die Ursache des Unglücks war ein falsches Flaggensignal, das Kapitän Gur- ney vom SchleppdampferScott" gegeben hatte.

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Berlin, 21. Dez. (WTB. Amtlich.) Flandrische Seestrertkrnfte brachten in der Nacht vom 19. zum 20. Dezember gelegentlich eines Streifzuges in den Hoofden den hollandrschen DampferO tis-T e tr ax", vonRotter- dan: nach England unterwegs, noch Zeebrügge ein. Da die Prrsiung der Ladung ergab, daß der Dampfer keine Bamr- ware führte, wurde er wieder freigelassen und setzte die Reise fort.

Paris, 21. Dez. (WTB. Nichtamtlich.)Matin" er­fahrt aus Vöarseille: Der PanzerkreuzerErne st Renan" stieß in der Nacht mit einem italienischen D amp fer, auf dem sich Urlauber der Alliierten befanden zusammen und schnitt ihn in zwei Stücke. 15 Mann kamen um, 115 andere Fahrgäste wurden geborgen und in einem italienischen Hafen gelandet. DerErneft Renan" kehrte nach Toulon zurück.

London, 21. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Lloyds mel­det, daß die zwei dänischen Dampfer Cdassie Maersk" (1307 Tonnen) und(Aras" (775 Tonnen) ver- lenkt wurden.

m- Dez- (WTB.)Petit Parisien" meldet aus

Marseille : Dre Besatzungen des versenkten italteuischen DampfersGiustizia" (N6d Tonnen) und des qriecht- schen Damp,ersFoso" wurden gelandet.

Aus Brest meldet dasselbe Blatt: Der englische Damp- ,^llm>ton" (6000 Tonnen) wurde versenkt, tot

Ans fjcjfen.

* Dar nrstad t, 21. Dez. Die Großh. Regierung hat, wie die Darmst. Ztg mitteilt, im Finanzausschuß der Zweiten Kam mer heute vormittag eine Regierungsvorlage angekündigt, nach der infolge der durch die lange D :er des Krieges eingetretenen Teue­rung und der Steigerung der Kosten für die gesamte Lebenshaltung an Stelle der seither auf Antrag und bei Bedürftigkeit an Be amte von geringerem Diensteinkommen gewährten Kriegsbeihilfen vom 1. Januar 1917 ab an alle Beam te, Volks schnl- e h r e r , -Lehrerinnen, S t a a t s d i e n st a n w ä r t e r S ch u l a m t s a s p i r a n 1 e n und ständige gegen V e r g ü du n g beschäftigte staatliche B c d i e n st e t e mit einem Diensteinsommen bis zu etwa 4200 Mark allgemein Kriegs t e u c r u n g s b e ihil fe n gewährt werden sollen, sofern nicht das Gesamteinkommen des Beamten den Betrag von etwa 4800 Mark übersteigt. Die Beihilfe soll als Jähresbeihilfe bewilligt und grundsätzlich in vierteljährigen Teilbeträgen ausbezahlt werden ,Sic soll jährlich für Verheiratete 100 Mark mit einer besonderen Zulage von 25 Mark für jedes Klub unter 15 Jahren, für Un­verheiratete 50 Mark betragen. Die näheren Einzelheiten werden aus der Regierungsvorlage zu ersehen sein, die gleichzeitig mit dem Entwurf des Hauptvorauschtags für 1917. den Landständen zugehen soll. Die Deckung der dadurch entstehenden neuen Aus­gaben tarn: ohne weitere Inanspruchnahme der Steuerzahler erfolgen.

Tie Darlegungen der Regierung wurden von den verschiedene:: Rednern des Finanzausschusses lebhaft begrüßt und es ivnrde dem zugestimmt, daß bei der Entwickelung der schwierigen Verhältnisse für den Lebensunterhalt nunmehr eine allgemeine Kri-egstenernngs- beihilfe gewährt werden könne. Als Wünsche wnrden noch hinzu­gefügt, daß >cruch den Pensionären, den Witwen und Waisen die gleiche Zuwe:ü>ung nne der: Staatsbeamten zuteil werde, was bei deren geringen Bezügen unbedingt erforderlich erscheine. Auch die Beibehaltung des seitherigen Steuersatzes fand allseitigc Zu­stimmung, weil damit für die Gesamtbevölkerung in der jetzigen für die meisten recht schwierigen Zeit neue Belastungen zu. guusten des Staates tiemneben seien. Es wird nunnrehr die Vorlage sellist abzuwarten sein, rvelche dann im Interesse der Beamte:: bald­möglichst verabschiedet werden soll.

Tie weiteren Verhandlunge:: deS Ausschusses wurde:: darnach rasch erledigt. Auf Auregrmg des Ausschußvorsitzendei: wurde die Frage der Freikarten für die Landtagsabgeordneten bestochen. Es soll jedoch abge:vartct werden, wie diese Frage in Preußen geregelt werden wird, da nach Art. 18 des Eisenbahnge:neinschafts'oertrages diese Sache in Preußen und Hessen gleicknnäßig behandelt werden soll. Zur Besprochn:^ gelangten darnach zwei Rückäußerunge:: der Ersten Kammer. Diese hat in der Regieningsvorlage, betr. die (Be­währung von Bezügen an Beamte und ständig verwendete Be­dienstete, die während ^des Krieges ihrer aktiven Dienstpflicht ge­nügen, einei: etwas abweichenden Beschluß gefaßt die Großh. Regierung zu ersuchen, auf die Mietentschädigunger: ganz oder zur Hälfte an angestellte (verheiratete und ledige) Lehrer und an ver­heiratete Sck,jUlverwalter fortzugewähren, welchen der Aus­schuß beizutreten beschloß. Ebenso trat der Ausschuß dm von der Ersten Kammer beschlossenen Amdenlngen in dem Gesetzmtwurf, betreffeich die Besteuerung gemeinnütziger, auf die Errichtung vor: Wohnungen für Minderbemittelte 'gerichteter Unternehmungen von Stcnnpel u:ch Gerichtskosten bei.

fer

Kapitän und der Maschinenchef gefangen, der Rest der Be- .gelandet. Dre GoeletteHirondelle" und die jeu^kt "^ U ^ ene ^arton" (184 Tonnen) wurden ver-

Lebensmittelmarken.

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Für die Zeit vom 25. bis 31. Dezember d. I. haben nach, folgende Lebensmittelmarken Gültigkeit:

Brotmarken der 52. Woche, gültig vom 25.31. Dez. 1916

Fleischmarken52. , 25.-31.

Kartoffelmarken 52. 25.31. ^

Znckermarken Nr. 1, 2 und 3, gültig bis 31. Dezember 1916.

Seifeninarken für den Monat Dezeinber.

Bunermarken für die 52. Woche, gültig von: 25.31. Dez. 1916.

Für die Bezirke I, II und III wird, wie bereits bekannt gegeben, Freitag, den 22. ds. Mts., in den Verkaufsstellen die Butter gegen die Marken der 52. Woche abgegeben.

Geschäftsstunden des Städtischen Lebensmiltelamtes: von 912 Uhr vorm., 24 Uhr nachm.

Alle früheren oder die zurzeit noch nicht gültigen Marken können nicht eingetauscht werden.

** Amtliche Personalnachrichten. Der Groß Herzog hat am 20. Dezember d. I. den VorstQnd des Firurnz- amts Wörrstadt, Finanzrat Karl Fe ick zu Wörrstadt, auf

fern Nachsuchen vom 1. Januar 1917 an zum Fiuanzamt- mann bei dem Finanzamt Offenbach I en:annt. Der Großherzog hat am 20. Dezember d. I. den Finanzamt- mann bei dem Finanzamt Osienbach I, Finanzrat Wilhelm Ge:s zu Offenbach, vom 1. Januar 1917 an zum Vorstand eines Finanzamts ernannt. Der Großherzog hat am 20. Dezeinber d. I. die Obersteuerkontrolleu^ Finanz­assessoren Ludwig Schmierer zu Friedberg zum M:mnz-

amrmann und Karl Jung, zurzeit in Darmstadt, zum Ministerialsekretär bei dem Ministerium der Finanzen er­nannt. Der Großherzog hat am 20. Dezember d. I. den Revisionskontrolleur bei den: Hauptsteuercunt 'Mainz,

Friedrich Weise zu Mainz, auf sein Nachsuchen unter An­erkennung seiner langjährigen treu geleisteten Dienste vom 1. Januar 1917 an in den Ruhestand versetzt und ihm aus diesem Anlaß den Charakter als Rechlnungsrat verliehen.

** A u s z e i ch n u »: q e n. Landstucmlnaun Hch. G r Ü n l n g e r, früher auf dein rvesllichen, jetzt auf dein östlichen Kriegsschauplatz, erhielt die Hessische TapserkeitsmedaiUe. Z. Zt. ist er an eine Ver- messungsabteilung im Oben komnmndiert. 1)r. phil. Emil Sehrt, Leutnant der Res. int 20. Res.-Iäger-Batl., z. Zt. in Siebenbürgen, erhielt am 10. d. Mts. das Eiserne Kreuz 1. Klasse.

** Verzollung von Postsendungen. DaS Grsßh. Hauplsteneramt ist am ersten Weihnachtsieiertage von 11 bi8 12 Uhr vormittags für die allgemeine Abfeltigung von Weihnachts- Postsendungen, die aus dein Auslande einnehen, geöffnet. Am Sonntag, den 24., und am zweiten Weihnachtsseiertage sind die Räume geschloffen.

** Ein guter Fang gelang gestern der Polizei. Am Bahnhofe wurde eine Frm:kfurtepin ab- gefaßt, welche unter l1eberschre:tm:g der Höchstpreise drei Gänse, 20 Pfund Butter und 37 Pfund Schmierkäse aus dem Landkreise zusammengekauft h-atte und sie nach Frank­furt a. M. unerlaubt mitnehmen wollte. Die Gegenstäude wurden ihr abgenommen; Strafverfahren ist eingeleitet.

** Aus dem Stadttheaterbureau. Bei der Vor­stellung bou GoethesIphigenie am ersten Feiertag wird Frl. Ada Mahr die Titelrolle spielen. Besoicherem Interesse scheint diesnml die Ausführung vonRobert und BertraM' zu begegnen, da die Posse seit einer Reihe von Jahren nicht mehr gegeben ivordeu _ ist. Die Spielleitung des Stückes führt Herr Otto Conradi, der sich rühmen kann, als Knabe der Urauf- fühtung der klassischen Posse am Dvesdener Hoftheater am 6. Febr. 1856 mit seinem Vater, der Königl. Sächsischer Kammersänger war, als Zuschauer beigewohnt zu haben. Das neue LustspielD e r Bursche des Herrn Oberst, das am 27. Dezember abends gegeben närd, hat im vergangenen Jahre an zahlreichen Bühnen so auch am Großh. Kurtheater Bad-Nauheim, eine vorzügliche Aufnahme gefunden. Am 26. Dezember nachmittags wird das LuitspielDer 7te Tag" wiederholt, am 27. Dezember nach­mittagsDas Märchen vom Daumelu ts cher".

** Zirkus Blumenfeld. Der bekannte Zirkus Blumen­feld, welckler vor einigen Jahren hier gastierte, trifft am Samstag hier ein und wird imColosseum", welches eigrnrs zu diesem Zwecke als festes^ Zirkusgebäude umgcbcrut ist, ein ganz kurzes Gastspiel geben. Wie üns die Direktion mitteilt, verfügt der Zirkus über oiu erstklassiges Pferden:atetial, aufierbem wird den Besuchern ein rein zirzenisches Zirkus-Programm geboten werden. Tie Eröff­nungs-Vorstellung findet am 26. Tez-ember (2. Weih- nachlstag), nachmittags 7 llhr, statt. Es sei muh erwähnt, daß die Plätze so eingerickftet such, daß man von allen Lätzplätze:: eine gute Aussicht auf die Manege hat. Alles nähere besagen die Tages­zettel, sowie heutiges Inserat. .

** Das heutige Kreis blatt Nr. 166 entMt Bekannt­machungen über Speisefette, Verkehr mit Tauben, Höchstpreise für Milch, Vollmilchversorgung und Lkenderung des Bordnickes für Legitimationskarten.

Landkreis Gießen.

** Albach, 22. Dez. Schreinermeister Heinrich Gerhard, welcher als Fahrer beim Feldlazarett I 121. Jnfanterio-Divisimk steht, erhielt das Eiserne Kreuz zweiter Klasse, bereits im Sommer ds. Js. erhielt er das Kriegs-Ehrenzeichen.

n. Ettingshausen, 22. Dezember. Zum Kreistagsab- geordneten wurde für den hiesigen Bezirk Bürgermeister Keil, eine weithin bekannte Persönlichkeit, gewählt. Infolge am es Stteitts über die wegziehende Magd, geriet ein hiesiges Ehepaar in Tätlichkeiten. Tie Frau, die Berletzamgen davontrug, :nutzte bei ihrer Stieftockster die Nacht über Zuflucht suchen.

** Lich, 22. Dez. Dem Reservisten Ludwig Franz, Res.» Eisenbahnbau-Kompagnie 24, z. Zt. in Rußland, wurde die Hessische Tapserkeitsmedaille verliehen.

M Nonnen roth, 22. Dez. Musketier Wilh. G r ä s ist seit dem 26. Sept. 1915 nach einem Patrouillenganq in Rußland ver­mißt. Bis jetzt haben seine Eltern noch keine Nachricht von ihm. Er war der einzige Sohn und die Stütze seiner Eltern. Ersatz- reservist Heinrich Paul, welcher in Frankreich kämpft, erhielt die Hessische Tapferkeitsmedaille und wurde zum Gefreiten befördert.

** Nonnenroth, 22.Dez. Dem Schulverwalter Heinrich R i n f e t, Sohn des Gemeindercchners Johann Rinker, von hier, Vizefeldwebel in einer Maschinengewchr-Kompagnie im Westen, welcher im Laufe des Krieges bereits nnt dem Eisernen Krevz zweiter Klasse imd der Hessische:: Tapferkeits-Medaille misgezchrhaeli war, wurde cmeut für ganz bcsorchere Tapferkeit an där Somme das Eiserne Kreuz erster Klasse verliehen.

Kreis Büdingen.

# Büdinge n, 22. Dez. Zur f ü nften Kriegsanleihe zeichneten die Schüler in den 71 Schulgemeinden im ganzen 42 66» Mk. - Das Hejstsche Sanitätskreuz erhielt der Assistenzarzt Dr. Herinann H o f s m a n n.

# Blei chenb ach, 22. Dez. Im Vereinslazarett zu Frank­furt a. Vl. starb an einer schweren Krankheit der Gastwirt Henmch Kroll II., Landsturmmann in ei:wm Ersatzbataillon.

# Wal lern bansen, 22. Dez. Tie Hessische Tapferkeits- inedoille, vom Großherzog persönlich überreicht, erhielt der Mus­ketier Schwarz Haupt.

Kreis Alsfeld.

Alsfeld, 22. Dez. Das Kreisamt empfiehlt der Be» völkerung den reichlichen A b s ch u ß d e r K r ä h e n als Nahrungs­mittel für Menschen oder als Futter für die Haustiere.

8 Aus dem Vogelsberg, 22. Dez. Der Krieg schafft eine Umwertung vieler Zweige der Landwirtschaft und auch anderer Gebiete. So ist der Wert der Schafzucht noch nieinals in die Erscheinung getreten wie jetzt bei der Nachfrage nach Fleisch und Wolle. Viele Gemei,:den haben vor Jahrzehnten din Schafherden abgeschafft ivegen Kleinigkeiten. Diejenigen Gemeinden aber, die die Schafzucht beibehielten, haben gewiß in der gegenwärtigen Zeit eilte beachtenswerte Einnahmequelle.

Kreis Schotten.

Laubach, 22. Dez. Die Zahl der zun: HeerEersit Eft> berufenen fett ,Kr:egsbegtnu aus unserer Stadt ist auf nahezu 300 gesttegen. In dem letzte:: Jahre starben den .Heldentod fürs Vaterland Karl G ö b e l, Christian O s wa ld. Friedrich Krams, Otto «alzmanu, Heinrich Horney, Wilhelm Schad, Friedrich Jäger, Georg Hufs, Schüler des hiesigen Ghm^ na,u:ms,^Hernmnn .Berghei mer Rechtsanwalt, und Graf Johann ,Albrccht zn So l m s-Lau bach. Damit ist die Zahl der feit Kriegsbeginn Gefallenen ans 33 gestiegen. In Ge­angenschaft befinde:! sich, solvect bekannt. 9 Mann, davon im letzten ^ahr Wilhelm Sitz, Wilhelm Stotz, Franz Kraft. Vier Krieger gelten seit 28. August 1914 als vermißt, von ihnen! ist kcu: Lebenszeichen mehr eingetroffen. Am weiteren Anszeich-- uuiigen wurden in den letzten Wochen verliehen das Eiserne Kreuz: an Christian Günther, Christian Frank Wilhelm Rühl, die Hessische Tap-ferkeitsmedailte: cu: Meinliard Go bei. Im hie­sigen Lazarett fand am Sonntag in Anwesenheit der Gräftn-Mick- ter eine schöne stimmungsvolle Weihnachtsfeier statt Die Zahl der Verwundeten beträgt augenblicklich mrr noch 15 M-anm Sie wurden erfreut mit schönen Geschmken, n. a. Handschuhe, Briestafcheu, Zigarre::etui, Tasckientücher etc. Die Pflegerinnen erhielten Bücher und Gedenksprüche. Zum Weihi:achtsfest wur­den samtl:ä)e Pfleglinge in die Hennat beurlaubt.

. 0 Bo m oberen Bogelsberg, 22. Dez. Durch deni Krieg und me Teueuung müsseii gar viele attl-ergcbrackste F^ millenseste unterbleiben, so auch die bei unserer Bevölkerung so ttef eingewurzeltenGevattertage", die mit dem Sonntage vor Wethnachten begannen. Die Bevölkerung kann sich auck) jetzt nt