Ausgabe 
18.12.1916 Erstes Blatt
Seite
1
 
Einzelbild herunterladen

Nr. 297

Der Gitfceser Anzeiger

erscheint täglich, außer Sonntag«. - Beilagen: Kietzener KmuMenblatter; Ureirdlstt

fdr de» Ureir Gieße«.

Vezvgrpreir: inonatl. 90 P^ viertel« jährt. Mk. 2.65. durch Abhole- rc. Zweigstellen monatl. 80 Pf.; durch die Post Mt. 2.45 viertel« jährl. auäschl. Bestellg. svernsprech - Anschlüsse: iür die Schriftleituug112 Verlag,Geschäftsstellebl Anschrift für Drahtnach« richten: Anzeiger Sietzen.

Montag, 18. vezember 19*6

von

die Lagesnummer dis unn Nachmittag vorher. Zeilenpreis, i. Anzeigen: örtlich 20 Bi., Der« mietungen u. Stellenge« suche 10Pf., auswärts 2b Pf., b. P'.atzvorschrift 30 Pf., Reklamen 75 Pi^, bei Platzvorschritt 90 Pf. Hauptschristleiler: Aug. Goetz. Verantwortlich- für Politik u. Feuilleton: Sm, verkehr: ?°°tz Swdl und.

Lieneu Land,VernnschteSu.S^

Gewerbebank Gleyeu t{ ^ aaU ^ ^ o enjU

_ Anzeigenteil: H. Beck,

Zwillmgrrunddruck u.Verlag: Srühssche Univ.-Such- u. Steindruckerei «.Lange. Zchnstiertung, Geschäftzftelle u.vruckerel: Zchuiftr.7. sämrirch in Gießen.

Erstes Blatt M. Jahrgang Montag. * 8.1

KeUMAmrstzer

Postscheckkonto: Krankfnrt a.M. XX686

General-Anzeiger für Oberhessen

Rußland lehnt den WeömZVGrWag ab.

Ein sranz. Linrerrschiss und ein Truppentransportdampser torpediert.

(WTB.)GroKesHauptquarticr. 16. Drzrmber. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Armee des GeneralfcldmarschallS Herzog

Albrechl von Württemberg.

Fm Ypern- und Wytfchaede-Bogen steigerte sich der Geschützkamrff zeittmilig zu erheblicher Stärke. Un­sere StotztruppS drangen südöstlich von Zillebeeke lus in die zweite englisch (Linie vor, deren Besatzung ge­flüchtet war.

Heeresgruppe Kronprinz.

Am 15. 12. gelang c§ den Franzosen an der Nord- oft front vonVerdull uns aus der vordersten Stellung in eine zweite vorbereitete Linie Talou-Nüccen Höhen nördlich LouvemontChambrettes Fe, südlich von Bezonvaux. zurückzudrängen.

Oestlichcr Kriegsschauplatz.

Front des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern.

Westlich von Luck brachen nach gelungener Minen­sprengung österreichisch-ungarische Truppen in die beschädig­ten feindlichen Gräben ein und kehrten nach weiterer Zer- störungsm'beit mit einer Anzahl Gefangener und Beute zurück.

Front des Genc ralo b e rste n Erzherzog Josef.

Südlich des Uz-Tales kamen zweimalige Angriffe der Muffen im ArtiUenefeuer zum Stehen.

Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Mackensen.

In rastlosen Känrpftn hat der linke Flügel der neunten Armee die Straße Buzau Rimeicul Sarat er­reicht: östlich von Buzau ist der gleichnamige Flußabschnitt, vom rechten Flügel der Uebergang über die C a l m e t u i u l - Niederung erkämpft. Wieder sind 2000 Gefangene ein­gebracht.

Die Donau-Armee dringt unaufhaltsam nach Nor-d- osten vor. _ .,

In der Dobrudscha hat der Russe seine südlichsten Stellungen aufgegeben. Bulgarische, ottomanische und deutsche Truppen haben in rascher Verfolgung die Linie Cogealac CartalHarsova überschritten.

Mazedonische Front.

Keine besonderen Ereignisse.

Der Erste Generalquartiermeister 4 Ludendorff.

(WTB.) Großes Hauptquartier, 17. Dezember. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Geiieralfeldmarschalls

Kronprinz Rupprecht von Bayern.

Bei Hannescamp, nördlich der Ancre, versuchten eng­lische Abteilungen unter dem Schutz starken Feuers in un­sere Gräben zu dringen. Sie sind blutig zurückge­wiesen wo rden.

Front des Deutschen Kronprinzen.

Auf dem Ostufer der Maas haben die Franzosen gestern ihren Angriff fortgesetzt. Nach hartem Kanlpfe ist ihnen Bezonvaux und der W a l d westlich des Dorfes verblieben. Ihre nordwärts weitergeführtcn Stöße sind vor unseren Stellungen auf dem Höhenrücken nördlich des Dor­fes Bezonvaux zusammengebrochen.

OestlicherKriegsschauplah.

Front des Generalfeldmarschalls

Prinzen Leopold vonBayern.

Nach starker Feuertwrbereitung griff der Russe bei Fllurt, nordwestlich von Dünaburg, an: er wurde zn- rückgewiesen. Nördlich der Balm KowelLuck stirrmten Teile des Brandenburgischen Res.-Jnfant.-Regimenrs Nr. 52 die russische Stellung in etwa 600 Meter Breite. F ü n f O f f i - ziere, dreihundert Mann konnten gefangen, meh­rere Maschinengewehre und Mine n»v erfer er­be u t e t zurückgesandt werden.

Front des Generalobersten Erzherzog Josef.

An der Cimbroslawak (Waldkarpathen) und im Uz-Tale stießen, deutsch- Truppen über die eigenen Linien vor, machten einige Dutzend Gefangene und vertrieben den sich zur Wehr setzenden Feind. .

Auch südlich von Mestecanescr an der Brstrrtz Voreeld- gefechte.

Heeresgrrippe des Generalfeldmarschalls vonMackensen.

Der Buzaul-Abschnitt ist in breiter Front überschritten. . A .

Unseren Truppen fielen außer eintausendern-

h u n d c r t f ü n f z i g G e f a n g e n e u , n e u n z e h n Loko­motiven und etwa vierhundert Eisenbahnwa

gen. zumeist beladen, sowie eine Unzahl von Fuhrwerken in die Hand.

In der Dobrudscha hat rasche Verfolgung des nur vereinzelt Widerstand leistenden Feindes unsere verbündeten Truppen bis dicht an das Waldgebiet im Nordteil des Lan­des geführt, wo Gegenwehr erwartet wird.

Mazedonische Front.

Keine größeren Kampfhandlungen.

Der Erste Generalquartiermeister Ludendorff.

Die Abcndberichte.

Berlin, 16. Dez., abends. (WTB. Amtlich.)

Im Somme-Gebiet zeitweilig starker Artilleriekampf.

Auf dem O st u f e r d e r M a a s sind die Kämpfe nach ruhiger Nacht heute wieder aufgelebt.

In der Großen Wala ch e i und Dobrudscha ge­wannen unsere Armeen, teilweise nach Kampf, erheblich Ge­lände.

In Mazedonien Ruhe.

Berlin. 17 .Dez., abends. (WTB. Amtlich.)

An der ganzen Westfront und im Osten nur mäßige Ge- fechtstätigkeit.

Unsere Armeen überschritten mit der Masse den Bu­zau l und den unteren C a l m a t u i n l.

Die Dobrudscha-Armee gewann rwrdnüirts Boden.

In Mazedonien Ruhe.

wir die Absichten und staatsmännischen Fähigkeiten Georges kennen lernen. Ob er mit mehr Mäßigung sprechen wird als sein russischer Kollege, wird sich zeigen. Dieser aber und die Duma, die sich ebenfalls ei nsti mm igder kategorischem Ablehnung der alliierten Regierungen an­schließt", haben mit ihrer herben Tonart den menschlichen Regungen des deutschen Kaisers und seines Kanzlers einen harten Stoß versetzt. Mit dem Seelenaufruhr Hamlete wird man in beit Reihen der Freunde und Bewunderer unseres Friedensangebots die beschimpfende Absage lesen:Solch eine Tat, die alle Huld der Sittsamkeit erstickt, die Tugend Heuch­ler schilt" ....

Vielleicht ist es in dieser Stunde nützlich, uns einiger guter Worte des Vorgängers Herrn v. Bethmann Hollwegs, des Fürsten Bülow, zu erinnern, der von Sentimentalität nt der Politik nichts HM. !Jn seinem bekannten Buche: Deutsche Politik" (Vertag von Weimar Hobbing, Berlin) tritt er für Realpolitik ein, die freilich die Imponderabilien nicht ver­kennen dürfe. Fürst Bülow macht folgende FeststeUnng: Materiell und geistig blickt das deutsche Volk auf die un- eheuerste Kraftentfaltung, die die Welt je gesehen hat. Die Pistung, die unser Volk seit Beginn des Weltkrieges vollbracht hat, ist nie erreicht, geschweige denn Übertrossen worden/ An einer anderen Stelle erklärt er:In der Geschichte keines Volkes steht jahrhundertelang der macht- und weltpolttisr^ Fortschritt in so schreiendem Verhältnis zu Tüchtigkeit und Leistungen." Wir wollen diese beiden Sätze des kenntnis­reichen Staatsmannes, dessen Buch uns tioch manch andere nützliche Belehrung vermittelt, zusammenfassen zu einer Richtschnur für die kommende Zeit. Endlich muß es crnnuU anders kommen. Für dieungeheuerste Kraftentfaltung wollen mir auch einen starken, gesicherten Frieden.

Wir sind wieder einen Schritt weiter aus der Bahn zur Klärung der Weltlage. Der russische Minister des Aeußern, Pokrowsky, hat in der Duma mit einer langen Rede auf den Friedensvorschlag der Mittelmächte geantwortet. Er hat uns mehr als eine kalte Ablehnung erteilt, denn er gebrauchte selbst die Wendung:Die russische Regierung weist den Ge­danken, jetzt den Kampf zu unterbrechen, mit Entrüstung ab." Aus der Flut von Entrüstung, die Pokrowsky gegen uns losgelassen hat, greisen wir zunächst ein Zugeständnis heraus, das der Minister sicherlich nur ungern im Strom seiner Rede hat mitschwimmen lassen. Er zählt nämlich ganz bieder die große Reihe unserer Siege und unsere Landgewinne aus, um daraus zu folgern:Wie)r?Vcmn «also ans solchen Verhältnissen bei Beginn von Vorbesprechungen des Friedens Vorteil ziehen als Deutschland?" Nun ist es noch, allgemein erinner lich, daß die englische Diplomatie es immer hartnäckig znrückgewiesen hat, uns auch nur vorläufig als die Sieger anzuerkeunen. Es wurde da geltend gern acht, wir hätten unsere Kolonien verloren und Großbritannien bean­spruche die Geltung als Sieger in der Beherrschung der Weltmeere. Ms der russische Ministerpräsident Trepow kurz nach seiner Ernennung die schärfere Tonart hervor kehrte, schrieben wir, das sei ein Erfolg Greys, der ans die Abdrängung des im Verdacht der Kriegsmüdigkeit stehenden Stürmer hingearbeitet habe und Rußland noch bei der Stange des Dnrchhaltens halten wolle. In einer kurzen Drahtnachricht erfahren wir, daß dieVoss. Ztg." auch die Ublehnungsrede Pokrowskys als von England gewollt und veranlaßt hinstellt. Das ist nun doch, gerade im .Hinblick ans die soeben erörterten Widersprüche in der englischen und russischen Betrachtung der gegenwärtigen Lage ein wenig zweifelhaft. England hätte es heute leichter, in Friedens Verhandlungen einzutreten als Rußland, das in erster Reihe den Preis für den Sieger zu zahlen haben würde, während die Beherrscher der See, wie bei früheren Weltver- wickelnngen, die heile Haut und noch Sondervvrteile dabei für sich retten konnten. DieAlldeutschen Blätter", deren Ansichten wir uns im allgemeinen nicht völlig zu. eigen machen können, berühren bei ihrer Kritik des Friedensvor­schlages diesen Punkt mit der folgenden zutreffenden Fest­stellung:

Es ist bekannt, daß Englands Wohl und Wehe in hm nächsten Monaten von der ungehinderten Einfuhr der Getreide­ernte aus den Ländern der südlichm Halbkugel abhängt, und es liegt auf der Hand, daß es geradezu Englands Rettung bedeuten mürbe, wenn es in der Lage wäre, durchdilatorische" Be Handlung unseres Friedensangebotes den tödlichen Schlag abzuwehren, der ihm in den nächsten RLonaten droht Daß die deutsche Note in dieser Hinsicht keine Befristung setzte sondern der Verschleppung der Verhandlungen Tür und Tor öffnet, betrachten wir als eines der wesentlichsten Bedenken die gegen der: unternommenen Schritt ins Treffen zu führen sind.

Wenn England Verschleppungsabsichten haben sollte, so käme ihm die vorschnelle und scharfe Ätbsage Rußlands an die Mittelmächte offenbar unerwünscht. Uns Deutschen aber und unseren Verbündeten ist Klarheit erwünscht; wir wissen von Hindenburg, daß von Stillstand nichts zu halten ist, daß nach Ablehnung des Friedensvorschlages alsbald der Kamp'' mit vermehrter Kraft fortgesetzt werden muß. England ist nach allen Anzeichen rwch nicht zum Frieden geneigt. Es will einen vollen Triumph; in d^n Köpfen der neuenDik­tatoren" malt sich noch die Möglichkeit, an der deutschen Westfront den Durchbruch zu erzwingen. So werden sich das

Die Ssterreichisch-ungarischeu Tagesberichte. Wien, 16. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich verlautbart: 16. Dezember 1916.

Oestlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls vonMackensen.

Der Rückzug des Gegners hat mich auf die Dobrud- schafront übergegriffen, wo die Verbündeten gestern früh die Verfolgung ausgenommen haben. Südöstlich von Buzau haben unsere Truppen den Calmatulul überschritten und nördlich der obengenannten Stadt den Vergfuß gervon- nen. Hierbei wurden abermals 2000 Gefangene eingebracht.

Heeresgruppe des Generaloberst Erzherzog Josef.

Die russischen Angriffe beschränkten sich gestern nur ans den Raum südlich des Uz-Tales. Hier brachen vier Anstürme gegen die Truppen des Feldmarschallnttnants Fabiny in un­serem Artillerie- und Maschineugewehrfeuer zusammen.

HeeresfrontdesGeneralfeldmarschallS

Prinzen Leopold vonBayern.

Bei Augustowka griffen die Russen die von unseren Jägern vorgestern gerwrnmcnen Grüben mehrmals, aber immer vergeblich an.

Westlich von L u ck überfiel ein österreichisch-ungarisches Fagdkommando russische Sicherungstruppen an und zn> sprengte sie. ES wurden Gefangene eingebracht.

Italienischer und südöstlicher Kriegsschauplatz.

Nichts von Belang.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v.Hofer, Feldmarschalleutnant.

Wien, 17. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 17. Dezember 1916.

Oestlicher Kriegsschauplatz.

Heeresfront des Generalfeldmarschalls vonMackensen.

In der östlichen Walachei überschritten die Truppen des Generals der Infanterie von Falkenhayn den B u z a u - Abschnitt an mehreren Stellen. Im Laufe des gestrigen Ta­ges wurden 1150 Mann gefangen, 18 Lokomotiven und etwa 100 beladene Eisenbahnwagen erbeutet.

Heeresfront des Generalobersten Erzherzog Josef.

Südlich von P a lepn t n a wurde ein Angriff von zwei russischen Bataillonen durch einen energischen (Degenstoß österreichisch-ungarischer Truppen abgewicsen. Hierbei wur­den ein Fähnrich und 65 Mann als Gefangene eingebracht. Im Uz-Tal und westlich des Cibo-Tales stießen

Temperament Pokrowskys und das kalte Kalkül Englands! deutsche Mteilungen über die eigenen Linien vor und nah- zur ablehnenden Antwort einigen. Morgen werdenImen einige Dutzend Mann gefangen.