Nr. 297
Der Gitfceser Anzeiger
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Montag, 18. vezember 19*6
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Erstes Blatt M. Jahrgang Montag. * 8.1
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General-Anzeiger für Oberhessen
Rußland lehnt den WeömZVGrWag ab.
Ein sranz. Linrerrschiss und ein Truppentransportdampser torpediert.
(WTB.)GroKesHauptquarticr. 16. Drzrmber. (Amtlich.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Armee des GeneralfcldmarschallS Herzog
Albrechl von Württemberg.
Fm Ypern- und Wytfchaede-Bogen steigerte sich der Geschützkamrff zeittmilig zu erheblicher Stärke. Unsere StotztruppS drangen südöstlich von Zillebeeke lus in die zweite englisch (Linie vor, deren Besatzung geflüchtet war.
Heeresgruppe Kronprinz.
Am 15. 12. gelang c§ den Franzosen an der Nord- oft front vonVerdull uns aus der vordersten Stellung in eine zweite vorbereitete Linie Talou-Nüccen— Höhen nördlich Louvemont—Chambrettes Fe, südlich von Bezonvaux. zurückzudrängen.
Oestlichcr Kriegsschauplatz.
Front des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern.
Westlich von Luck brachen nach gelungener Minensprengung österreichisch-ungarische Truppen in die beschädigten feindlichen Gräben ein und kehrten nach weiterer Zer- störungsm'beit mit einer Anzahl Gefangener und Beute zurück.
Front des Genc ralo b e rste n Erzherzog Josef.
Südlich des Uz-Tales kamen zweimalige Angriffe der Muffen im ArtiUenefeuer zum Stehen.
Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Mackensen.
In rastlosen Känrpftn hat der linke Flügel der neunten Armee die Straße Buzau — Rimeicul — Sarat erreicht: östlich von Buzau ist der gleichnamige Flußabschnitt, vom rechten Flügel der Uebergang über die C a l m e t u i u l - Niederung erkämpft. Wieder sind 2000 Gefangene eingebracht.
Die Donau-Armee dringt unaufhaltsam nach Nor-d- osten vor. _ ., „
In der Dobrudscha hat der Russe seine südlichsten Stellungen aufgegeben. Bulgarische, ottomanische und deutsche Truppen haben in rascher Verfolgung die Linie Cogealac — Cartal —Harsova überschritten.
Mazedonische Front.
Keine besonderen Ereignisse.
Der Erste Generalquartiermeister 4 Ludendorff.
(WTB.) Großes Hauptquartier, 17. Dezember. (Amtlich.)
Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Geiieralfeldmarschalls
Kronprinz Rupprecht von Bayern.
Bei Hannescamp, nördlich der Ancre, versuchten englische Abteilungen unter dem Schutz starken Feuers in unsere Gräben zu dringen. Sie sind blutig zurückgewiesen wo rden.
Front des Deutschen Kronprinzen.
Auf dem Ostufer der Maas haben die Franzosen gestern ihren Angriff fortgesetzt. Nach hartem Kanlpfe ist ihnen Bezonvaux und der W a l d westlich des Dorfes verblieben. Ihre nordwärts weitergeführtcn Stöße sind vor unseren Stellungen auf dem Höhenrücken nördlich des Dorfes Bezonvaux zusammengebrochen.
OestlicherKriegsschauplah.
Front des Generalfeldmarschalls
Prinzen Leopold vonBayern.
Nach starker Feuertwrbereitung griff der Russe bei Fllurt, nordwestlich von Dünaburg, an: er wurde zn- rückgewiesen. Nördlich der Balm Kowel—Luck stirrmten Teile des Brandenburgischen Res.-Jnfant.-Regimenrs Nr. 52 die russische Stellung in etwa 600 Meter Breite. F ü n f O f f i - ziere, dreihundert Mann konnten gefangen, mehrere Maschinengewehre und Mine n»v erfer erbe u t e t zurückgesandt werden.
Front des Generalobersten Erzherzog Josef.
An der Cimbroslawak (Waldkarpathen) und im Uz-Tale stießen, deutsch- Truppen über die eigenen Linien vor, machten einige Dutzend Gefangene und vertrieben den sich zur Wehr setzenden Feind. .
Auch südlich von Mestecanescr an der Brstrrtz Voreeld- gefechte.
Heeresgrrippe des Generalfeldmarschalls vonMackensen.
Der Buzaul-Abschnitt ist in breiter Front überschritten. . A .
Unseren Truppen fielen außer eintausendern-
h u n d c r t f ü n f z i g G e f a n g e n e u , n e u n z e h n Lokomotiven und etwa vierhundert Eisenbahnwa
gen. zumeist beladen, sowie eine Unzahl von Fuhrwerken in die Hand.
In der Dobrudscha hat rasche Verfolgung des nur vereinzelt Widerstand leistenden Feindes unsere verbündeten Truppen bis dicht an das Waldgebiet im Nordteil des Landes geführt, wo Gegenwehr erwartet wird.
Mazedonische Front.
Keine größeren Kampfhandlungen.
Der Erste Generalquartiermeister Ludendorff.
Die Abcndberichte.
Berlin, 16. Dez., abends. (WTB. Amtlich.)
Im Somme-Gebiet zeitweilig starker Artilleriekampf.
Auf dem O st u f e r d e r M a a s sind die Kämpfe nach ruhiger Nacht heute wieder aufgelebt.
In der Großen Wala ch e i und Dobrudscha gewannen unsere Armeen, teilweise nach Kampf, erheblich Gelände.
In Mazedonien Ruhe.
Berlin. 17 .Dez., abends. (WTB. Amtlich.)
An der ganzen Westfront und im Osten nur mäßige Ge- fechtstätigkeit.
Unsere Armeen überschritten mit der Masse den Buzau l und den unteren C a l m a t u i n l.
Die Dobrudscha-Armee gewann rwrdnüirts Boden.
In Mazedonien Ruhe.
wir die Absichten und staatsmännischen Fähigkeiten Georges kennen lernen. Ob er mit mehr Mäßigung sprechen wird als sein russischer Kollege, wird sich zeigen. Dieser aber und die Duma, die sich ebenfalls ei nsti mm ig „der kategorischem Ablehnung der alliierten Regierungen anschließt", haben mit ihrer herben Tonart den menschlichen Regungen des deutschen Kaisers und seines Kanzlers einen harten Stoß versetzt. Mit dem Seelenaufruhr Hamlete wird man in beit Reihen der Freunde und Bewunderer unseres Friedensangebots die beschimpfende Absage lesen: „Solch eine Tat, die alle Huld der Sittsamkeit erstickt, die Tugend Heuchler schilt" ....
Vielleicht ist es in dieser Stunde nützlich, uns einiger guter Worte des Vorgängers Herrn v. Bethmann Hollwegs, des Fürsten Bülow, zu erinnern, der von Sentimentalität nt der Politik nichts HM. !Jn seinem bekannten Buche: Deutsche Politik" (Vertag von Weimar Hobbing, Berlin) tritt er für Realpolitik ein, die freilich die Imponderabilien nicht verkennen dürfe. Fürst Bülow macht folgende FeststeUnng: Materiell und geistig blickt das deutsche Volk auf die un- eheuerste Kraftentfaltung, die die Welt je gesehen hat. Die Pistung, die unser Volk seit Beginn des Weltkrieges vollbracht hat, ist nie erreicht, geschweige denn Übertrossen worden/ An einer anderen Stelle erklärt er: „In der Geschichte keines Volkes steht jahrhundertelang der macht- und weltpolttisr^ Fortschritt in so schreiendem Verhältnis zu Tüchtigkeit und Leistungen." Wir wollen diese beiden Sätze des kenntnisreichen Staatsmannes, dessen Buch uns tioch manch andere nützliche Belehrung vermittelt, zusammenfassen zu einer Richtschnur für die kommende Zeit. Endlich muß es crnnuU anders kommen. Für die „ungeheuerste Kraftentfaltung wollen mir auch einen starken, gesicherten Frieden.
Wir sind wieder einen Schritt weiter aus der Bahn zur Klärung der Weltlage. Der russische Minister des Aeußern, Pokrowsky, hat in der Duma mit einer langen Rede auf den Friedensvorschlag der Mittelmächte geantwortet. Er hat uns mehr als eine kalte Ablehnung erteilt, denn er gebrauchte selbst die Wendung: „Die russische Regierung weist den Gedanken, jetzt den Kampf zu unterbrechen, mit Entrüstung ab." Aus der Flut von Entrüstung, die Pokrowsky gegen uns losgelassen hat, greisen wir zunächst ein Zugeständnis heraus, das der Minister sicherlich nur ungern im Strom seiner Rede hat mitschwimmen lassen. Er zählt nämlich ganz bieder die große Reihe unserer Siege und unsere Landgewinne aus, um daraus zu folgern: „Wie)r?Vcmn «also ans solchen Verhältnissen bei Beginn von Vorbesprechungen des Friedens Vorteil ziehen als Deutschland?" Nun ist es noch, allgemein erinner lich, daß die englische Diplomatie es immer hartnäckig znrückgewiesen hat, uns auch nur vorläufig als die Sieger anzuerkeunen. Es wurde da geltend gern acht, wir hätten unsere Kolonien verloren und Großbritannien beanspruche die Geltung als Sieger in der Beherrschung der Weltmeere. Ms der russische Ministerpräsident Trepow kurz nach seiner Ernennung die schärfere Tonart hervor kehrte, schrieben wir, das sei ein Erfolg Greys, der ans die Abdrängung des im Verdacht der Kriegsmüdigkeit stehenden Stürmer hingearbeitet habe und Rußland noch bei der Stange des Dnrchhaltens halten wolle. In einer kurzen Drahtnachricht erfahren wir, daß die „Voss. Ztg." auch die Ublehnungsrede Pokrowskys als von England gewollt und veranlaßt hinstellt. Das ist nun doch, gerade im .Hinblick ans die soeben erörterten Widersprüche in der englischen und russischen Betrachtung der gegenwärtigen Lage ein wenig zweifelhaft. England hätte es heute leichter, in Friedens Verhandlungen einzutreten als Rußland, das in erster Reihe den Preis für den Sieger zu zahlen haben würde, während die Beherrscher der See, wie bei früheren Weltver- wickelnngen, die heile Haut und noch Sondervvrteile dabei für sich retten konnten. Die „Alldeutschen Blätter", deren Ansichten wir uns im allgemeinen nicht völlig zu. eigen machen können, berühren bei ihrer Kritik des Friedensvorschlages diesen Punkt mit der folgenden zutreffenden Feststellung:
„Es ist bekannt, daß Englands Wohl und Wehe in hm nächsten Monaten von der ungehinderten Einfuhr der Getreideernte aus den Ländern der südlichm Halbkugel abhängt, und es liegt auf der Hand, daß es geradezu Englands Rettung bedeuten mürbe, wenn es in der Lage wäre, durch „dilatorische" Be Handlung unseres Friedensangebotes den tödlichen Schlag abzuwehren, der ihm in den nächsten RLonaten droht Daß die deutsche Note in dieser Hinsicht keine Befristung setzte sondern der Verschleppung der Verhandlungen Tür und Tor öffnet, betrachten wir als eines der wesentlichsten Bedenken die gegen der: unternommenen Schritt ins Treffen zu führen sind.
Wenn England Verschleppungsabsichten haben sollte, so käme ihm die vorschnelle und scharfe Ätbsage Rußlands an die Mittelmächte offenbar unerwünscht. Uns Deutschen aber und unseren Verbündeten ist Klarheit erwünscht; wir wissen von Hindenburg, daß von Stillstand nichts zu halten ist, daß nach Ablehnung des Friedensvorschlages alsbald der Kamp'' mit vermehrter Kraft fortgesetzt werden muß. England ist nach allen Anzeichen rwch nicht zum Frieden geneigt. Es will einen vollen Triumph; in d^n Köpfen der neuen „Diktatoren" malt sich noch die Möglichkeit, an der deutschen Westfront den Durchbruch zu erzwingen. So werden sich das
Die Ssterreichisch-ungarischeu Tagesberichte. Wien, 16. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich verlautbart: 16. Dezember 1916.
Oestlicher Kriegsschauplatz.
Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls vonMackensen.
Der Rückzug des Gegners hat mich auf die Dobrud- schafront übergegriffen, wo die Verbündeten gestern früh die Verfolgung ausgenommen haben. Südöstlich von Buzau haben unsere Truppen den Calmatulul überschritten und nördlich der obengenannten Stadt den Vergfuß gervon- nen. Hierbei wurden abermals 2000 Gefangene eingebracht.
Heeresgruppe des Generaloberst Erzherzog Josef.
Die russischen Angriffe beschränkten sich gestern nur ans den Raum südlich des Uz-Tales. Hier brachen vier Anstürme gegen die Truppen des Feldmarschallnttnants Fabiny in unserem Artillerie- und Maschineugewehrfeuer zusammen.
HeeresfrontdesGeneralfeldmarschallS
Prinzen Leopold vonBayern.
Bei Augustowka griffen die Russen die von unseren Jägern vorgestern gerwrnmcnen Grüben mehrmals, aber immer vergeblich an.
Westlich von L u ck überfiel ein österreichisch-ungarisches Fagdkommando russische Sicherungstruppen an und zn> sprengte sie. ES wurden Gefangene eingebracht.
Italienischer und südöstlicher Kriegsschauplatz.
Nichts von Belang.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v.Hofer, Feldmarschalleutnant.
Wien, 17. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 17. Dezember 1916.
Oestlicher Kriegsschauplatz.
Heeresfront des Generalfeldmarschalls vonMackensen.
In der östlichen Walachei überschritten die Truppen des Generals der Infanterie von Falkenhayn den B u z a u - Abschnitt an mehreren Stellen. Im Laufe des gestrigen Tages wurden 1150 Mann gefangen, 18 Lokomotiven und etwa 100 beladene Eisenbahnwagen erbeutet.
Heeresfront des Generalobersten Erzherzog Josef.
Südlich von P a lepn t n a wurde ein Angriff von zwei russischen Bataillonen durch einen energischen (Degenstoß österreichisch-ungarischer Truppen abgewicsen. Hierbei wurden ein Fähnrich und 65 Mann als Gefangene eingebracht. Im Uz-Tal und westlich des Cibo-Tales stießen
Temperament Pokrowskys und das kalte Kalkül Englands! deutsche Mteilungen über die eigenen Linien vor und nah- zur ablehnenden Antwort einigen. Morgen werdenImen einige Dutzend Mann gefangen.


