Ausgabe 
16.12.1916 Erstes Blatt
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** y Gli&cipititbe. Laut Bekcmntm-achung

tm heutigenCfteßener Anz-erger" ist die Polizeistunde für

Gieße n von heute ab auf 11 Uhr festgesetzt. Die Polizei stunde gilt für Gast-, Schank- und Speisewirtschaften, Casös, Vereins und Gesellschaftsrämne.

ß01 .** ^un g wrhr Sonntag, 17. Dez, Komp. 620 und 0tra6e * 2 /4 Uhr an der Gabelung Licher-Grüuberger

Großb. Hochbauaufseher Philipp Haller zu Gießen feierte am 12 Tezernber sein 25jähriges Dienstjubilüum. Die^e Dienstz-eit Ijat Herr Haller zum größten Teil bei Großh. .HoHmumnt Gießen, sowie ber der Großh. Baubehörde für Uni- oersitats-Neiiba uten abgeleisiet.

Eine Bcrsammlung der Bildhauer-, Stein­metz- und Grabster-n ge schüft sin Haber findet morm-u ZEtag, 17. Te» nact.mrttass 2 Uhr, im RestaurantSchio- rapa.; ^ statt. Es sott über den Zusmnmeuschlusi der vn-rnntcn Ge- schastsmhaber zu euiem über das Grvstherzogwm Hessen sich er streckenden Verbände beraten werden.

Dienstaq, de» 19. Dezember. nach, mittag? Uhr, findet im K a t h o l. Vereins Hause eine Weihnachtsfeier für Verwundete, bestehend aus rheatervorluhrungen und Musikvorträgen, statt. Gäste sind herr­lich willkommen.

** Au s dem Stadttheater. Der Mangel an geeig- i^ten und mit den zurzeit, hier verfügbaren Mitteln anfsührbaren Kmd^märchen hat den Leiter unserer Bühne veranlaßt, ein'älteres Marcheii aus seiner Feoer hervorzu suchen und u in zuarbeiten.Da s .VI archen vo m Danm e n l u t sche r" lvlmno-elt die wmcder baren Erlebnisse des kleinen Konrad im Lande Tripstrill, in das der kleine Schlingel zur Strafe für seine Unarten vom. großen Nikolaus im Tintensasse gebracht wird. Das mit hübscher neuer .Nunk von L. Marguth versehene Märchen des Herrn Stein- Q ? c t te r ist im Jahre 1896 in zahlreichen Aufführungen in Franksirrt a. M. uiö> einer Reihe miderer süddeutscher Städte gegeben ivvrden, und di-e Kritik hat ihm damals liebevolles Ver­ständnis für die Kinderseele nachgerühmt. So dürste auch hier das Stückchen die gleiche frermdliche Aufnahnre bei unseren Kleinen finden, sxe einem anderen sdldärchen desselben Verfassers, dem Plappermäulchen" wiederholt bereitet worden, ist.

* Das Sckwarz-Weiß--Theater bringt ab 16 . Dez. bis einschließlich 18. Dez. den großen dreiaktigen Detektivschlager »Des Malers Bettelweib". Weiter ist der schöne Film »Ihre erste Liebe" vorgesehen. Ein Drama aus dem wilden Weiten, betitelt Die Ziegenhirtin", vervollständigt das gut ausgewählte Pro­gramm. Auch für Humor ist bestens gesorgt.

** Lichtspielhaus, B a h n h o f str a ß e 34. Ab heute dis eürschließlich Dienstag, den 19. Dezember, wird die Fortsetzung des KimstsilmsH oniunculus" gegeben. Dieser dritte Teil des Filmwerkes, die Liebeslömödie be$ Homunculus mit Olaf Fonß als Hauptdarsteller, überttifft nach auswärtigen Presse­stimmen bei weitern die beiden ersten Teile. Außerdem ist, wie im­mer, ein auserlesenes Beiprogramm vorgesehen. Wegen des über­aus starken Andranges in den Llbendstunden ist es ratsam, nach Möglichkeit die Nachmittags-Borstellungen #u besuchen.

** Zur schnellen Abwickelung des Postschalter- verkehrs wähnend der Weihnachtszeit kann jeder­mann wesentlich beitragen. >Die Einlieserung der Weihnachtspakeüe sollte n i ch t lediglich «oder vorwiegend bis zu den Abend­stunden mwscl-o^n, riamentlich müßten Fainiliensendungen tun­lichst an den Vormittagen ansgegeben werden. Auch sollte es die Regel bilden, daß die Ab send-erdieeinzu liefern den! Weihnachtspakete durch Po st Wertzeichen selb st s r e i m a ch e n. Mit seinem «Bedarf an Postwertzeichen müßte sich ein jeder bald versehen. Zeitungen dürften nicht in den Tagen! vom 19. bis 24. Dezember <lm Schalter der Postanstalt bestellt werden. Für die Zahlungen am Postschalter sollte der Auflieferer das Geld ab gezählt ibeveithalten Tie Befolgung dieser Rat- scktäge würde der Post und der Allgemeinheit gleichmäßig zum Nutzen qereidm. v

** Zum KleingEldmangel. In neuerer Zeit ist ein empfindlicher Marrgel an kleinen Zcchkuugsrnitteln hervvvgettcten. Wiewohl dve Reichssinanzvevroaltung bisher sich bemüht bat. dem imter den CinwirkungQr des ~

in. den verflossenen Dezembertagen entfvricht zwar dem Adventmonat,

Einwirkungen des Krieges gewachsenen Bedürfnissen nach diesen Zahlungsmitteln gerecht m werden, so ist es ungeachtet der von ihr .getroffenen Maßnahmen von größter Wichtigkeit, daß alle BoMkverse ihrerseits darauf bedacht sind, Münzen nicht über das unbedingt notwendige Maß hinaus zurückzuhalten, iondern möglickK bald wieder in den Verkehr zu bringen, damit der Münzenumlaus eine Beschleunigrmg Erfahre, die eine bessere Ausnutzung der Münzen.für den Zahlungsverkehr ermöglicht. Dies gilt namentlich auch für die Silbermünzen, die nach starken Ausprägungerr weit zahlreicher im Umlauf auftreten müssen.

Sturm, Wind und Regen wechselten in bunter Reihe

miteinander ab. Das Wetter aber nicht dem Wunsche der Gewerbetreibenden. In diesen Kreisen erwartet man vor Weih­nachten 2-3 Grad Kälte bei Trockenheit, was zur Belebung des Geschäfts beiträgt. Hoffentlich bereitet leichter Frost dem seit­herigen Sudelwetter bald 'ein Ende und der Winter tritt seine Herrschaft an.

Landkreis Gießen.

** Großen-Buseck, 15. %&. Landsturmmann Wilhelm Dörr steht schon zwei Jahre im Feld und wurde wegen hervor­ragender Tapferkeit zum Unterossizier und jetzt zum Vizeseld- webel befördert. Er ist im Besitz des Eisernen Kreuzes und der Hess. Tapserkeitsmedaille und steht bei der 1. Maschsiren-Gewehr- Kompagnw des Fnsanterie-Reginrent 87. Musketier Reinhardt Wagner, Sohn der Witwe Wagner von hier, welcher seit Februar 1915 bei dem Reserve-Jnsanterie-Regiment 116 im Felde stützt, wurde jetzt, nachdem er die Kämpfe an der Somme mit­gemacht hatte, nsil dem Eisernen Kreuz 2. Kl. ausgezeichnet.

Kreis Büdingen.

* Büdingen, 16. Dez. Dem Musketier Chr. Kaiser der 5. Kompagnie Jns.-Rgt. Nr. 81, im Felde, wurde wegen tapferen Verhaltens vor dem Feinde die Hessische Tapferkeitßmedaille ver­liehen.

Büdingen, 15. Dez. Umfangreiche Nachprüfungen der im Kreise vorhandenen Kartoffelvorräte ergaben in sehr vielen Fällen eine schlechte, vielfach nachlässige Behandlung oer Kartoffeln. Me Knollen lagen noch mit dem Ackerschm u fc und faulenden Knollen zusammen in den Kellern, oft mit Dick­wurz zusammen. Me Prüfer erhielten mm die Anweisung, bei der Zumessung der Vorräte an die Besitzer diesen in erster Linie die schlechten und schmutzigen Kartoffeln mit zuzuteilen, ge­wissermaßen als Strafe für die gezeigte Nachlässigkeit. Gute Kartosselpfleger sollen als Lohn ihren Anteil in guten und halt- baren Knollen erhalten.

2j. Bergheim , 16. Dez. Bei der ersten Ablieferung von Bucheckern in unserer Geinesndn wurden 32 Zentner zur Ab­lieferung gebracht, der Höchstbettag, der bis jetzt in einer Gemeinde des Kreises zur Ablieferung gelangte. Für das Pfund ivnrden 40 Pfennig ausbezahlt, die Unkosten der Ablieferung übernahm zum Besten der meist bedürftigen Sammler die Gemeinde, ein Beispiel, das anderen Gemeinden aufs beste empfohlen werden kann.

Kreis Lautcrbach.

z. Grebenhain, 15. Dez. Gestern morgen, kurz nach 9 Uhr, brach ein Brand in einem Zimmer des Dachstuhles in t»er Behausung des Okrsthauses zum goldenen Stern aus. Der Brand wurde durch rasches Eingreifen aus seinen Herd beschränkt. Nur das dem Dienstmädchen gehörige Bett auf diesem Zimmer verbrannte. Es liegt die Vermutung nabe, daß das Mädchen beim Ankleiden Licht angezünbet. das Streich bolz leichtfertig wegge- nwrsen hat und daß es wahrscheinlich in alte Kleider gesallm ist.

Kreis Schollen.

O Gedern, 15. Dez. Zirr fünften! Kriegsanleihe wurden, tvie die endgültigen Feststellungen besagen, von den Schü­lern der Volksschule 1050 Mk., von denen der Prwat^.Hofkaplimer-) Schule 400 Mark aus Kriegssparkarten gezeichnet.

O G l a s h ü t t e n, 15. Dez. Die Einwohnerzahl unse­res -Ortes beträgt nach der Volkszählung vom 1. Dezember

384 und zwar 178 männliche und 206 weibliche Persorren. Außer­dem befsirden sich hier Ttodj 23 ^Kriegsgefangene.

C) Ober-Seemen, 15. Dez. Wegen ihrer hervorragenden Verdienste auf dem Gebiet der Kriegssürsorge wurden die Herren Pfarrer Nepp, Lehrer Keller und Lehrer W e st r u p p mit dem Hessischen Kriegsehrenzeichen ausgezeichnet.

Kreis Friedberg.

F.C. Bad-Nauheim, 16. Dez. 2 le Bürgermeisterei richtete tn der Markthalle einen städtischen Milchverkaus ein.

Oku B a d - 9! a u h e i m, 15. Dez. Dem Musketier Theo Michel. Sobn des verstorbenen Missionars Joh. Michel, wurde das Eiserne Kreuz verliehen. - Untero'fizier K. Wack wurde mit der Hessischen Tapietkeitsinedallle ausgezeichnet.

Q. Bad-Nauheim, 16. Dez. In der letzten Mitglieder- versanrnrlung ber Sanit äts koIonne wutde mitgeteilt, daß vre Kolonne bei Kriegsausbruch 28 ordentliche urrd 300 unters stützende Mitglieder umfaßte. Mit Kriegsbeginn traten 140 Mann als Hilfsträger 'bei der Kolonne ein. Ihre Ansbildung leitete der letzt sin Felde stehende Oberstabsarzt Tr. S chr ade. Ms zum 1. Dezember ivurden 16 000 Kranke und Verwundete in den One- scgen Lazaretteri aufgerwMinen. An Ausgaben für Tragbahren, Matratzen nnd ähnliches 1 nutzten, während des Krieges 3500 Mk. geleistet lverden. Tie Hälsie dieser Sunrme erstattete der Ortsver­ein vom Roten Kreuz. Durch Einberufungen zum Kriegsdienst l)at die Zahl der Mitglieder A:t abgenonrmen und ist ein Ausruf zur Geusinnurrg neuer Mitglieder erlassen. Die in Ausübung Aires Berufes in einem hiesigen Lazarett verstorbene Krankenschwester Frarc Henriette R i s 0 wurde heute unter Beteiligung von inili- tärischeir Abordnungen zu Grabe getrage . Da die in Frage kommenden p änd-ler sich weigern, die Viagermilch tvegen zu ge­ringen Verdienstes auszutvagen, sieht sich die Bürgermeisterei ge- ztvungen, in den esiczelnen Stadtteilen Verkausssbellert einzu­richten.

oa. Dorheim, 15. Dez. Dem hiesigen Briefträger, Gefreiten Heinr. Schneider vom 116. Landw.-Rgt., ist das Eiserne Kreuz verliehen worden.

oa. Vilbel, 15. Dez. Dem Ersatzreservisten Hch. D i ck h a r d t im Inf.-Rgt. 116 wurde die Hessische Tav^erkeitsmedaille verliehen.

Starkenburg und Rheinhessen.

ch. Mainz, 15. D^. >Jm Monat Oktober 1916 stellte sich der gefaulte Güterverkehr gm .hiesigen Hafengebiet in der An- rrnd Abfuhr auf 99 373 Tonnen, gegenüber 95 491 Tonnen im Oktober 1915. Der Verkehr hat sichj demnach um 3882 Tonnen erhöht. Tie Zufuhr $u Berg betrug 34 870 Tonnen, zu Tal 29 952 Tonnen, die l Ab fuhr zu Berg 6900 Tonnen, zu Dal 27 651 Tonnen. Wagenladungssendmrgen gingen 4358 an und ab.

Hessen-Nassau.

Marburg, 16. Dez. Bor der hiesigen Strafkammer hatte sich heute der schon vielfach vorbestrafte Pferdehändler Forst aus Boppard zu verantworten. Bei .Kriegsausbruch hatte er sich als dKriegsfreiwilliger cgemeldet. Nach einiger Zeit entfernte ec sich jedoch von seinem Truppenteil. Er verschaffte sich eine Offiziers- imiform und reistt unter dem Namen Graf von Stein in Deutsch­land und Oesterreich umher, Wo viele Offiziere seinen Schwinde­leien zum Opfer fielen. Heute wurde ihm zur Last gelegt, anfangs 1914 den hiesigen Metzgermeister Jonas um! 100 Mark betrogen zu haben. Das Gericht erkannte auf Freisprechung, da fest­gestellt worden lvar, daß Forst an Geistesstörung lrtt.

Biedenkopf, 15. Dez. Bei einem Großfeuer auf dem Rittergut Elmshausen brannte eine große Scheune samt der darin ausgestellten Dreschmascbilie nieder.

Homburg- 16. Dez. (Drahtb.) Ein Herr, der nicht ge­nannt sein will, stellte der Stadt Hornburg 100000 Mark zum Ausbau der Kuranlagen zur Berluglmg.

F. C. Fulda, 15. Dez. Nach Beschluß des Magistrats soll das Rondell im Schloßgarten mit Kartoffeln bebaut werden. Mit der Verwandlung des Rondells in einen Kartoffel­acker wurde bereits begourren.

ul. Limburg, 15. Dez. Bei der Volkszählung am 1. Dezember waren in unserer Stadt 10628 Personen, 4739 inänn- liche und 5889 weibliche anwesend. In dieser Zahl sind die hier mttergsbrachiten Militärpersvnen mttgevechnet. Bei der Volks­zählung in 1910 wurde eine Einwohnerzahl von 10965 sestgestektt. Tie Bevölkernngsziffer weist demnach! einen Rückgang aus, es darf aber nicht übersehen werden, daß der größte Teil der wehrhaften Männer im Heere steht. v

Märkte.

Gießen, 9. Dez. Marktbericht. Auf deRl heutigen Wochenmarkt kostete: Butter das Pfund 0,000,00 Mk.- Hühner eier das Stück 00 Pfg.; Käse 0 Pfg., Käsematte ochsg. das Stück Hühner das Stück 0,000.00 Mk., Hahnen das Stück 0,000,00Mk. Ochsenfleifch das Pfund 2,10-0,00Mk.. Kuhfleisch 2,10-0,09 Mk. das Pfund, Rindfleisch das Pfund 2,10-0,00 Mk., Schweinefleisch das Pfund 1,80 - 0,00 Mk., Kalbfleisch das Pfund 2,00-0,00 Mk., Hammelfleisch das Pfund 2,200,00 Mk.: Kartoffeln 50 Kilo 0 Mk.; Zwiebeln das Pfund 80 -00 Pfg.: Milch das Liter 00 Pfg.; Meerreltig 2025 Pfg. d. Pfd.: Spinat 35-40 Pfg. das Pfund, Weißkraut das Stück 10-00 Pfg., Rotkraut 15-20 Pfg. Wirsing 10-00 Pfg. das Stück, Koblraben 5-6 Pfennig das Stück, Rote Rüben 1520 Pfennig das Pfund: Gelbe Rüben 12 bis 15 Pig. das Pfund, Endivien 00-00 Pfg.; Sellerie 1080 Pfg-, Laclch 10 Pfg., Blumenkohl 20-70 Pfg.; Aepül dos Pfund 22-25 Pfg., Birne,» daS Pfund 80-35 Pfg. Markt- zeit von 8 bis 2 Uhr.

Letzte Nachnchter;.

Englands Standpunkt.

Bern. 15. Dez. (Priv.-Tel. zf.) DieNeue Zürcher- Zei­tung" meldet aus deni H a a g, tvie män dort versichere, solle Englands Standpttnkl lauten: voverft Räumung

Frankreichs urid Belgiens, sod-aim Friebensbesprochungeri. Die Antwort der Alliierten werde nicht vor der toin,- inenden Woche erwartet.

Rotterdam, !15. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Der Lon­doner .Korrespondent desNieuwe Rotterdamsche Courant" gibt noch folgendem ergänzenden StimMmrgsbericht ans London: Die Nachrichten aus Amerika über die Friedensbedirlgungen hätten in England kesiren guten Eindruck gemacht. Wen.n der Friede nur durch Rußlands Wunsch, Konstantinopel zu bekonrmen, verzöoert würde, loürde das Bündnis mit RuUand sicher auf einigen Wider- stand stoßen. Aber solange Deutschland plane, nissisches Gebiet zu behalten oder ein Königreich Polen auszurichten, bestehe seine Llussicht, daß das englische Publikum tRnßland mttreu lverde. DieWestminfter Gazette" schreibt in einem Leitartikel: Die Dentscheu reämen offenbar darauf, daß die Amerikaner, lvenn Belgien wieder hergestellt und Frankreich geräuint ist, kein <tze- tmcht mehr darauf legen werden, was in tstutzland und in Ost­europa vorgeht. Wenn die Amrahme richtig ist, ntüssen imr lwn Anfang an jeden Zweifel beseitigen, daß wir Rußland ebenso tteu sein werden, wie es IMS gewesen ist.

Rotterdam, 15. Dez-, (WTB. Nichtamtliicki,^ LmitNieiuve Notterdamsche Courant" Meldet der Lmrdoner Korrespondent des Manchester Guardimr" seinein Blatte: Ich finde die veranttvort- lichen Personen heute, 14. Dezember, wegen der Friedens- nole viel weniger skeptisch als gestern. Ms den ersten Blick waren zwei eptveme Auffassungen zu bemesikeir. Tie eure ivar, daß Deutschland eine nnbegrmzte Verlängerung des Krieges erwartet und sich! deshalb gegenüber seiner eigene Bevölkerung zu recht- fertigen wünschte, die zweite war, daß Deutschland ini Begriffe war, zusammenzubrechien und sobald als möglich i^edinMrngen zu stellen wünschte, ehe es ziun «mdgültim'n Zusammenbruchs käme. Ich be­merke, daß über diese beider: Ltuffassungen unter den verantwort ­lichen und gut imteriicksteten Pevsmren die Mesirung l^rrscht, daß Teutschlmrd tatsächlich Frieden wünscht und wirklich venneiden tvill, duvckanachen zu müssen, was es durchmachen müßte, ,oenn der Krieg fortdauere. Nack, den besten Jnfornmtvmwn ist Deutschland ivirtschjMich schr in die Enge getrieben, vbschorr es iinstan.de tvare durch znl-atten, wenn es dazu gezwungen würde. Der ^lMenbück,

um über den Frieden gU sprechen, ist jetzt nach den: Eriol'.,! ist Rumänien ftsi' Deutschiländ günstig. In erncui Leitartik'.l über die gestrige Rede Bonar Lcuvs sin llnterhanse sagt das Blatt: Man scheint daraus mit Befriedigung enttl-ehmen vj können erstens, da«^ die Regiermrg sich, mck-t weigern ivird, die Voe­sch,läge nach dem Wert, den sie besitzen, in Erwägung -u u h e, zweitens, daß sic nicht zulassen rvird-, daß über dm allgemein ins Charakter der Bedingungen, unter denen sie einend Frieden m- stimmen würde, auch, nur einen ^Augenblick Zweifel herrfch.m. Das Blatt billigt dieserr Standpruikt und sagt dann : er » n v e r-> an tw örtlichste Teil der Presse mit Inbegriff iniger Blätter, deren Traditionen besseres hätten erwarten lasten, l)abe leichtfertig gehandelt, als er über die ff -. ns vor-, schräge von vornherein, ehe sie noch übermittelt waren, h 0 b n i s ch den Stab brach.

Italien.

Berlin, 16. Dez. Die italienischen Blätter'fahren fort, die Friedenssrage in Leitartikel zr, besprechen. Wenn derSecolo" als Mindestmaß der Enteirtebedsiigungen absolute Befreiung und Entschädigung Belgiens, Rückgabe Elsaß-Lothringens, Räumung Rumäniens, Serbiens, allen russischen Gebietes und noch einig's mehr verlangt, so weis; er, heißt es in derVossischerr Zeitung", daß er durch diese blödsinnige 2 lüfstellu 2 t.g jedes ehrliche Friedenswccö stört. Aber auch fn Italien iverde man die Methode in diesem Wahnsinn erkennen und derAvantt" sage mit Recht, d r Tag werde kommen, an dem derSecolo" mrd die anderen Blätter alles tun würden, um vergessen zu machen, was sie jetzt schrieben> In den Blättern der äußersten Linken in Frankreich ist zu er­kennen, daß die Note der Zentralmächte auf die fraltzösische Ar­beiterschaft einen beträchtlichün Eindruck gernacht hat. ReilaudT schreibt in derHumanitö", die deutsche Friedensnote sei ein diplo­matischer Sieg. Es sei zu bedauern, daß die alliierten Regierungen rwch immer nicht ihre Friedensbedingungen bekannt gegeben hätten. Es )ci eine große Schwäche, daß sie es sich hätten nehmen lassen, als di Regierungen des zukünsttgen FriedenK zu erscheinen. Es ler abc. rwch immer nicht zu spät, das Versäumte nachzuholen.

Amerika.

Amsterdam, 15. Dez. (WTB. Nichtamtlich - DieTimes^ rnelden ans Washington: Der Abscheu vor der Ansicht aus eine endlose Fortsetzung des Krieges und die viel verbreite Ansicht, daß die Alliierten Deutschland doch rricht niederzwingen können, schei­nen bei dem amerikanischen Publinrm die Hauptpunkte der Ti- kusiion zu sein. Tie deutschen Llgenten tun, was sie können, um die Ansicht zu verbreiten, daß das (deutsche Volk, wenn die Alliierten den Krieg fortsetzen, zu einer verzweifelten Verteidigung ge^wungcu fein würde, daß der Krieg ins Unendliche fortdcruern und Amerika lvahrscheinlich früher oder später ebenfalls in den Kamps hsireirm gezogen würde.

Australien.

A m st erd a m , 15. Dez. (WTV. Nichtamtlich.: TicTimes" melden aus Sydney: In Australien wird das deutsche Frieden-- angebot als ein Versuch betrachtet, unter den Alliierten Uneinig­keiten zu säen und die Friedensgruppen in den alliierten Lächern zu stärken. Die Presse bettachtet das Friedensangebot als einen Riesenbluff.

Aus Wellington wird gemeldet: Die neuseeländische Presse schreibt: Die einzige Antwort aus das Friedensangebot'-rne sejn. den Krieg noch energischer sortzusetzen. DieWellingtonpost" schreibt: Es wäre Verrat am britischen Reiche, wenn man auf Friedensverhandluugen eingehen würde.

Amtlicher Teil.

O Bekanntmachung.

Großherzvgliches Ministerium des Innern hat angeordnet, daß Gast-, Speise- und Schankwirsi'chaften, Casös und Vereins- und Gesellschastsräume in der Stadt Gießen, in denen Speisen oder Getränke verabreicht werden, bis 11 Uhr abends geöffnet sein dürfen.

Gießen, den 16. Dezember 1916.

Großherzogliches Pvlizeiamt' Gießen.

__ Hemmerde. _

Bekanntmachung

betreffend die Entrichtung des Warermmsatzstempels für Aas

Kalenderjahr 1916.

Auf Grund des § 161 der Aussührungsbestimmimgen zum Reichsstempelgesetze werden die zur Enrrkchtung der Abgabe pom, Waremimfatze verpflichteten bewerbetreibenden Personen'und Ge­sellschaften der Finanz amtbezirke Gießen, Butzbach, Grünberg und Hungen aufgeOrdert, den gesamten Bettag ihres Waremrmsetzes i im Kalenderjahr 1916 sowie den steuerpflichtigen Bettag ihres Warenumsatzes im vierten Viertel des Kalenderjahrs 1916 bis spätestens zum Ende des Monats Januar 1917 dem betreffenden Finanzamt schriftlich oder mündlich anzumelden und die 2lbgabe gleichzeitig mit der Anmeldung einzuzahten.

Als steuerpflichtiger Gerverbebetrieb gilt auch der Betrieb der Land- und Forstwirtschaft, der Viehzucht, der Fischerei und des Gartenbaues sowie dei' Bergwerksbetrieb.

Beläuft sich der Jahresumsatz aus nicht inehr als 3000 M7., so besteht eine Verpflichtung zur Anmeldung und eine Abgakw- pflicht nicht.

Wer der ihm obliegenden An nieldu ug sverpsl i ch tun g zuwider­handelt oder über die enipfangenen Zahlungen oder Lieferimgen wissentlich unrichtige Angaben macht, hat eine Geldstrafe ver­wirkt, ivelche dem zwanzigsachen Betrage der hinterzogenen ?ll>- gabe gleichkommt. Kann der Betrag der hinterzogenen 'Abgabe nicht sestgestellt wei'den, so tritt Geldstrafe von 150 Mark bis 30 000 Niork ein.

Zur Erstattung der schriftlichen Anmeldung sind Vordrucke zu verwenden. Sie kömien bei den rmterzeichneten Finanzämtern sowie den zuständigen Bürgermeistereien kostenlos mtnommen werden.

Steuerpflichtige sind zur Anmeldung ihres Umsatzes verpflichtet, atlch wenn ihnen Anmel­dung s v 0 r d r n ck e nicht zugegangen, sind.

Gießen, Butzbach, Grimberg, Hungen, den 12. Dez. 1916.

Die Großherzogl. Finanzämter. ssos^j

I. V. Franz, F l a t h . Wenzel, M a y.

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