*£!*%**&&$& Knapp m vorttagend«!
t«nj Amtsntel „Oberbcrurat", sowie den ständigen irrrrMchen Hrlfsarberter bei derselben Abteilung Finanzrat M»o
^ m 7n erling zum Vortragenden Rat mit dein Amtstitel ferner die kommissarischen .Hilfsarbeiter bet der gleichen Abteilung Banal,cssor Baurat Rudolf Renting und >kveisbimnppektvr Baurat Ludwig Pietz, beide zu Darmftadt, m ,bändigen Hilfsarbeitern, sämtlich bei der genannten Abteilung ernannt.
Auszeichnung.-Das Kriegs-Ehrenzeichen erhielt der ^Eenwarter Heinrich Schuch a rd im Reservelazarett „Alte
L. U. U n i v e r f i t ä t u rt b Hilfsdien st. Der Rektor unserer Landes-Universität hat folgende Bekanntmachung
den schwarzen Brettern erlassen: Vaterländischer Hrlfsdtenst. Die Frage der Einwirkung des Gesetzes v-«S. Dezember 1916 betr. den vaterländischen Hilfsdienst auf die Arbeit der Universitäten hat inzwischen eine weitere Klärung erfahren. Ich Hann nunmehr Mitteilen, daß der Unterricht an den Universitäten, also auch an unserer Universität ohne Einschränkung weitergehen wird. Er wird in Zukunft unter allen Umständen aufrecht erhalten werden. Auch ein vorzeitiger Semesterschluß kommt nicht in r^-rage. Der Zeitpunkt, an bem rchzufreiwilligenMel- düngen zmn Hilfsdienst auffordern ttrnm!, i sslptzichj jetzt noch nicht gekommen. Vorerst müssen die zur Durchführung des Gesetzes erforderlichen organisatorischen Maßnahmen bei den Zentralstellen beendet sein.
™ ** Vaterl Lndif che r Hilfsdienst. Ter Rhein- Marupche Verband mr BylIsbildung und das soziale Museum in FraTckfurt a. M. veranstalten am Sonntag, den 17. Dezember, nachmittags 3 Uhr beginnend, ;im Hörsäale des Technischen Vereins, Frankfurt a. M., Goetheplatz 5 (Kaiserhof, eine Vortragsreihe über den Vaterländischen Hilfsdienst. Als Redner srnd iu Aussicht genommen die Herren Geh. Rat Prof. Tr. Theobald Ziegler, (Frankfurt a. M., welcher über die erknichen ^Griakdlagen des Geietz.es, Rerchralx-eordneter Tr Max Quarck, Frankfurt a. M., der über sein Ziffvandekvmmen und über
Stttluug der Arbeitersck>aft dazu sprechen, und Tomänenpächter K. Loch ne i der, Hof ,Kleeberg, welcher den Gegenstand vom Standpunkt der Landwirtschaft erörtern wird Die Teilnahme rft ^ im entgeltliche Nach Beendigung der Vorträge wird Zeit und Gelegenheit zu Anfragen und zur gegenseitigen Aussprache gegeben fern.
** Ter unabhängige Ausschuß für einen deutschen Frieden lädt für Somrbag, den 17. Dezember, nachmittags 5 Uhr, im Saal des Hotels Fürstenhof zu einein öffentlichen Vortrag über das Thema „Unsere Arbeiter und England" ein.
** Musikalisch-Deklamatorischer Abend. Die -Reihe der Vorträge, die Prof. Tr. Henneberg in dankenswerter Weife, für die verwundeten Feldgrauen im Hörsaal des Anatomie- gebäudcs veranstaltet, winde gestern durch einen musikalisch- deklamatroriscken Abend unterbrochen. Dem Vortrag ernster und heiterer Dichtungen folgten musikalische Darbietungen. Frau Dr. S p o h r Tratte einen Stab von begabten Schülern und Schülerinnen um sich versammelt, die Kompositionen von Bach, Beethoven, Weber, und Schubert mit Verständnis und bemerkenswerter Technik zur Vorführung brachsten. Fräulein Mice Sommer aus .Hamburg sang zur Laute. Bei ihr gelangen ein wohlgeschultes Organ' und eine vollendete Mimik zu anmutsvoller künstlsrtrscher Einheit, sie besitzt die Gabe, zu gestalten und zu charakterisieren. Alle Darbietungen wurden von reichem Beifall der zahlreichen Zuhörerschaft begleitet.
** Die n ächste Sitzung der Stadtverordneten- Ve-rsammluug findet Samstag den 16. Dezember, nachmittags 5 Uhr, statt. Aus der öffentlichen Tagesordnung steht: 1. Mitterlimgen. 2. Annahme einer Stiftung. 3. Beitrag bei' Stadt zur Hessischen Ostpreußenhilfe. 4. Kosten des Wehrturnens der Jrmgufehr auf der Hardt. 5. Schließujng der Fortbildungsschule. 6. Erweiterung des Säuglingsheims. /. Errichtung eines Garten Hänschens am Wrßtmaverweg durch H. Heikler, 8. H erstellung von Einfasstrngsgräbern auf Abteilung II des Friedhofs am Rodtberg. 9. Gesuch des Josef Kirchner unk Erlaubnis zum Schankwirtschaftsbetrieb im Haus Plock strafte 5 (Universitäts-Cafe, früher Metvopolb 10. Desgleichen des Christ. Dürschinger um Erlaubnis zum Schaukwittschaftsbetriebe im Hans Lindenplatz 1 (Fürstenhof). 11. Festsetzung der Ausnahmetage für das Handelsgewerbe für 1917.
** Zur B rvtstreckun g. -Eine Aenßerung des Vorstandsmitgliedes des .KttegsernähttrwMrmtes, iGeneralsekretär Steger- wald, über die Brotstreckung ist in einigen Zeitungen irrtümlichj wiedergegeben ,norden. Er jhat in einer Versammlimg in Recklinghausen kürzlich gesagt, >dast wegen der nmngelhaften Kartoffelernte etwa vom i. Januar ab an Stelle der Trvckenkattoffeln die Brotstrecknng andenoeit. entweder durch Zusatz von Gersten mehl oder' durchs noch sclstirsere Ausmahbmg des Brotgetreides, also Verringerung der Kleiemengen erfolgen würde, wie das schon einige Kom-nrunalverbände getan hätten. Tie Enffcheft>ung. welcher der beiden Wege gewälstt wird, soll in den nächsten Tagen erfolgen. Wahrscheinlich >vird, um die Versorgung der Landwirtschaft mit Kleie nicht zu gefährden, hauptsächlich mit Gerstennrehl gestreckt werden, was nach den angestellten Proben ein vortreffliches Brot ergkbt.
** Hundesteuer im GroßherzogtumHessen Es dürste vielen Hundebesitzern nicht unwillkonrnren sein, wenn wir an dieser Stelle darauf aufmerksam machen, daß die im Laufe dieses Jahres ab geschafften Hunde bis spätestens zum 31. Dezember bei der zuständigen Bürgermeisterei abzumelden sind. Wird die Abmeldung erst nach dem 31. Dezember bewirkt, so ist die Hundesteuer für das folgende Jahr iveiter zu entrichten. Wer ferner am 1. Fan. seldstgezüchtete junge Hunde im Alter von unter drei Monaten besitzt, »vird entweder gleich oder nachträglich zur Hundesteuer für das kommende Fahr zugezogen. Nur wenn nachgewiesen wird, daß ein junger Hund vor Erreichung des Alters von 3 Monaten zugrunde gegangen oder nach Orten außeri>alb des Großherzogtums veräußert worden ist, tritt Steuerbefreiung ein.
*• Aus dem Stadttheaterbureau. Der letzte Sonntag vor den Feiertagen bringt zwei Vorstellungen zu kleinen Preisen, und zwar nachmittags die siebente Aufführung des Singspieles „Unter der blühenden Lind e", abends eine Wiederholung des so überaus beifällig auigeuommenen Lustiviels „Dersiebente T a g". Besonders sei darauf hingewiesen, daß diese Aufführung von ,Unter der blühenden Linde" für absehbare Zeit die letzte des beliebten Singspieles ist.
** Zur frei willigen Ablieferung von Fahrrad- Reifen und -Schläuchen wird nochmals auf Mittwoch, den 20. Dezember 1916. nachmittags von 2—6 Uhr, ein Abnahmetag festgesetzt. Fahrradbereifungen werden später enteignet. Siehe Bekanntmachung.
"Städtischer Seefischmarkt. Morgen samstag, von 8 Uhr ab. kommen in den Marktlauben Rauchfisch, Fischkonserven und Fischmarinaden zum Verkauf.
Landkreis Gießen.
lULang-Göns, 15. Dez. Einer hiesigen Bauersfrau, wurde dieser Tage ein Gänserich im Gewicht von 14—15 Pfund gestohlen. Tags darauf stellte sich eine Frau aus Pohlgöns bei der hiesigen Bürgermeisterei ein, die einen Herrn namens Spieß suchte, dem sie eine Gans bezahlen wolle; diese fei ihr von einem Jungen aus Lang-Göns zum Verlaus angeboten worden; sie habe dem Jungen aber' nur ein Trinkgeld gegeben. Ter angegebene Eigentümer Spieß konnte nicht ausfindig gemacht werden, wohl aber eine am Aus- gang des Dorfes wohnende Frau, der der Gänserich entwendet worden war. Der Gänsedieb konnte noch nicht ermittelt werden, aber der Gänserich zog wieder in seinen heimatlichen Stall.
Wa. O d e u h a n s c n , 14. Dez. Der zweite Sohn von Polizeidiener Peter, der als Unteroffizier der Reserve mit dem Reserve-
Jnstmterie-Regiment 116 bei KrfeysbMNu ins Feld zog und in dem Regiment einmal verschüttet und einmal verwundet war
wurde nach- seiner Heilung einer Musketen-Wteilung überwiesen und machte die schweren Kämpfe au der Somme mit. Dort wurde er am 1. Oktober sehr schwer verwundet und zwar erhielt er einen Lungenschuß sowie einen Bauchschuß: er befindet sich in einem Lazarett au der Front. Im Vorsommer erhielt er die .Hessische Tapserkeitsmedaille und am 20. Oktober wurde ihm das Eiserne Kreuz 2. Kl. verliehen. Attt ihm stehen noch, zwei Brüder im Felde ** S te i n b a ch, 15. Dez. Dem Landsturmmann Wilhelm fVtnf aus Steinbach, in der 6. Kompagnie Jnf.°Rgt. Nr. 81 . im gelbe, wurde wegen tapferen Verhaltens vor dem Feinde die Hessische Tapferkeitsmedaille verliehen. Fink ist einer der ältefleli Krieger unseres Dorfes, welcher vor dem Feinde steht und als unaus geduldeter Rekrut zum Heere eingetreten ist.
5 Stein heim b. Hungen, 15. Dez. Das Eiserne Kreuz erhielt der Pionier Otto Bert von hier beim Pionier-Rgt. Nt. 31
Kreis Büdingen.
k'. 0. B ü d i n g e n , 15. Dez. Durch kreisamtliche Verordnung wurde die Ausfuhr von Heu ans dem Kreise Büdingen v e r boten Sämtliche bereits vollzogene Verkäufe und Ausfuhr geuehmiqungen wurden zurückgezogen.
z. Berg heim, 15. Dez. Am vergangenen Sonntag fand in hiesiger Kirche die kirchliche Gedächtnisfeier für den am 1. Oktober d. I. im Westen gefallenen Laudsturmmann Karl Honsel statt, an der sich nicht nur die ganze Gemeinde, sondern auch viele F-reunde und Bekannte der Umgebung beteiligten. Pfarrer K a h n - Ortenberg hielt die Gedächtnisrede, der Gesang verein, dem der Gefallene angehörte, nahm mit der Vereinsfahne an der Feier teil. Hensel hinterläßt eine Witwe mit zwei überwachsenen Kindern und ist bereits das zwölfte Opfer unserer kleinen 365 Einwohner zählenden Gemeinde, dazu werden noch zwei Krieger unserer Gemeinde, der eine seit August 1914, vermißt^ # Bobenhausen, 14. Dez. Die Hessische Tapserkeits Medaille erhielt der Gefreite Albert R ö d l i n q.
4t Düdelsheim, 15. Dez. Das Eiserne Kreuz erhielt Georg H e r z i n g e r.
4 Ortenberq, 15. Dez. Der hiesiaen Gokdankaufs Hilfsstelle wurde ans den Schmuckbeständen unserer G r ä f l i ch e n Familie neben vielen anderen wertvollen Sachen u. a. auch ein prachtvolles, in Silber gefaßtes Diadem mit einigen hundert Brillaiiten zur Verfügung gestellt. Ter Erlös soll vaterländischen Zwecken zugute kommen.
Kreis Alsfeld.
B. Groß-Felda, 14. Dez. Ist der hiesigen „Hitzmühle ereignete .sich dieser Tage ein bedauerlicher Unglücksfall. Da der Besitzer, Herr Völzing, auch ein gezogen ist, so bat seine Schwester vielfach in der Mühle geholfen. Dabei kam sie, als sie einen Riemen auf ein Rad machen wollte, dem Getriebe zu nahe und wurde an Arm und Bein gepackt. Auf ihr Schreien kam die elfjährige dkichte zu Hilfe. Diese hat in seltener Geistes gegen wart einen Prügel in das Rad gesteckt und das Wasser ab gestellt. Nun konnte man die Verunglückte aus ihrer schrecklichen
Lage befreien^ Der eine Arm mar gebrochen, ein Bein schwer beschädigt.^ Sie wurde in die Klinik nach Gießen gebracht
up. Von der oberen Ohm, 14. Dez. Tie ersten diesjährigen Wagenladungen mic >C h r i ft b ä u m chen aus unseren Waldungen wurden zur ,Bahn imchj Mücke gebracht. Sic gingen nach Düsseldorf. Tie schöne Sitte des ChristbaumS ist bei uns auf dem Lande -roch, uichl so allgemein wie in den Städten. Jetzt, nun in diesem Weltkriege hat man noch iveniger Lust zum Schmücken der Weihnachtstanne. Demgemäß, ivird der Christbaum aus dem Laiche seltener aus dem Tische stehen wie sonst, anders allerdings, wenn die Frieden staube, die jetzt zum Weihnachtsfest ihre Schwingen hebt, sich wirklich auf den Weihnachtsbmim berab lassen will.
' Kreis Lauterbach.
— Lastter ba ch , 15. Dez. Im Kreise Lauterbach kaufte der Frmrksurter Agent Georg Schöll köpf Wirrst- und Fleischwaren in großen Mengen auf und schaffte sie zunächst nach der kleinen hessisck)en Gemeinde Steinbach inmitten des Obertaunus- kreises, blieb mft dem' Fleisch also in Hessen. Von Steinbach schaffte ers dann mit Leichtigkeit ins Preußische. Die fern an/ gelegte Sache kam aber doch heraus. Schöllkopf wurde nunmehr wegen verbotener Flcischausfuhr aus Hessen zu 1000 Mark Geldstrafe verirAeilt.
B. Bermuthshain, 15. Dez. Aus unserer annähernd 600 Einwohner zählenden Gemeinde sind b-rs jetzt einige 60 Mann zu den Fahnen einberufen. Den Heldentod fürs Vaterland starben Andreas R n h l, Emil Läufer, llnteroffizier Emil Hornung, Wilhelm M u t h Unteroffizier Fakob O e ch l e r, Karl I ö ck e l, August Roth. Heinrich Löffler, Heinrich Bien. Johannes S ch l o t t h a u e r. Vermißt werden Johannes M u t h Und Karl Oechter. In französischer Gefangenschaft befindet sich Unteroffizier Ernst T il l e mu t h. Llusgezeichnet mit dem.Eisernen Kreuz ist Letzterer, dessen Bruder und Karl Bopp.
Kreis Schotten.
4ß E i ch e l s a ch s e n . 15. Dez. Die Hessische Tapferkeits- medaille erhielt der Musketier Rud. Weber im Jnf.-Rgt. 87 und Kanonier Heinr. D i t t m a n n im Feld-Art.-Rgt. 48.
4t Nieder-Seemen, 15. Dez. Das Eiserne Kreuz erhielt Heinr. Winter.
%. iAus de m oberen Bo gelsberg. 12. Dez Zur jetzigen Zeit, vor Weihnachten, sind die Haselnüsse ein sehr geschätzter Handelsarffkcl geworden. Anfangs Oktober galten sie 50 bis 60 Psjg. pro Pfund, dansn 75 Mgj. und heute werden sogar 90 Psig. bis 1 Mark für ein Pfund geboten. Manche Familie hat damit noch eine schöne Nebeneinnahme erzielt, da es gerade in diesem Jahre ziemlich MMe gab, denn alle Hasel- standen waren reichlich damit behängen.
Hessen-Nassau.
11 Uhr Polizeistunde.
— Frankfurt a. M.. 14. Dez. Das Polizeipra!,Mtnm hat voin 15. Dezember die Polizeistunde auf 11 Uhr festgesetzt. Der Polizeistunde mtterliegen auch sänrtliche Theater- und Lichtspielhäuser, Vereins- und Gesellschaftsräume. Musikaufführungen in Wirtschaften sind stur bis Halbelf Uhr gestattet. Infolgedessen beginnen die Theatervorstellangen früher, und ebenso wird der Straßenbahnbetrieb um ein bis eineinhalb Stunden gekürzt.
Bad B o m bU r g v. d. H., 14. Dez. Tie Stadtverordnetenversammlung fehnte den Magistratsantrag auf Bewilligung von 4700 Mark für Anschaffung eines Dampfkessels zur Beheizung des ^Thcarers ab. Der Magistrat- meinte dadurch Kohlen zu sparen, während die Stadtverordneten eine Streckung der Kohlen mit Koks für richtig halten. Der Vertrag mit dem Bildhauer Tammau-Berlin, der im kaiserlichen Auftrag den Aufbau über dem Elisabethenbrunnen ausführt, fand Genehmigung. Damman erhält für seine Arbeiten 90 000 Mark. Die .Kosten der Nebenarbeiten werden auf 4000 Mark veranschlagt, so daß rund 6000 Mark von der 100 000 Mark-Stiftung des nicht genannt sein wollenden Spenders übrig bleiben. Die Arbeiten müssen bis zum 1. März 1918 fertig sein
va. Bon der Dill. 15. Dez. Für g«r manch»' kleinere Gemeinde des Dilltals, ist der Verkauf von Weihnatsbaum- chen eiste bedeutende Eiunahmeauelle geworden. Die früheren Viehweiden werden jetzt meist mit jungen Fichten angepslanzt. Ein Teil dieser Neupflanzungen wird gefällt, sobald er sich! zu Weihnachtsbäumchen eignet, während der andere Teil in die Höhe wächst und für andere Zwecke später dienstbar gemacht lvird.
vermischter.
^ Ansbach i. B., 14. Dez. Einen nachahmenswerten Beschluß faßte die hiesige Stadtverwaltung, als sie den beiden Ortszeitungen auf ein Gesuch um Erhöhung des Zuschusses für die amtlichen Bekanntmachungen rückwirkend vom 1. Juli 1916 die Zuschüsse um 100 Proz. erhöhte. Die Anzeigen für das Lebensnrittelamt werden besonders bezahlt.
Handel.
Wetzlar. 15. Dez. In der heutigen Aufsichtsrats-Sitzung der Buderus'schen Eisenwerke erstattete der Vorstand Bericht über den Geschäftsgang und das voraussichtliche Erträgnis des laufenden Jahres. Alle Betriebe sind voll beschäftigt. Unter dem üblichen Vorbehalt kann bei gegen das Vorjahr erhöhten Ab- schreibungen und Rückstellungen aus eine Dividende von jedenfalls 7 Prozent (im Vorjahre 5 Proz.) gerechnet werden.
kehle Nachrichten.
Ztalienijchr Stimmen.
Bern, 14. Dezcm!ber. (WTB. Nichtamtlich.)^ „C o r r ie re d e l l a Sera" schreibt unter dem Titel: „Das gesicherte Deutsch- ‘ land!" Tie .Rede des Reichskanzlers trägt das^ Gepräge der Einschüchterimg. Der Reichskanzler will, daß^bei Weigerung der Entente, in Verhandlungen einzutreten, die Schuld für die Fortsetzung des Krieges auf uns falle. Ter Kanzler hat noch, nicht ein-» mal geirrt. Er bietet 'Frieden, aber auf der Spitze des Schwertes. Das Angebot 'ist derart, daß es nur von entwaffneten und entmutigten Feinden angenommen werden kann.
Rom, 14. Dezember. (WTB. Nichtamtliche Meldung der „Ageirzia Stefani." In einer Bcsprcchamg der deutschen Friedensvorschläge schreibt ,,Giornale d'Jtalia": Es ist ein
mephistophelischer Streich und doch fft er nicht raffiniert genug, daß der gesunde Sinn der Nationen, welche gegen die Vor- herrsckast der Mittelmächlc kämpfen, ihn nicht gleich erkannt, und zu rück gewiesen hätte wie irgendeine andere unredliche .Kriegsivasfe. — Tie „Tribun a" schreibt: Die Rede und Note des Kanzlers erwecken trotz der pompösen Versicherung den Eindruck, als ob irgend etwas am Stürzen sei, irgend etwas, das Deutschland und seine Verbündeten hinter der Schiutzwand des leichten ruTnäirischeu Sieges zu verbergen trachtet. Der vor dem Reichstag ausgeführte Streick hat einen doppelten Zweck, einen innern, der darin besteht, die Völker zur Uebernahme noch, größerer Entbehrungen und Opfer zu bewegen, und leinen äußeren in der Absicht, aus die ^tünimung ber feindlichen Völker entmutigend zu wirken. Hierüber gibt sich jedock) Deutschland einer Tänschimg hin.
Bern, st4. Dez. (WTB. Nichtamtlich.! Der „Avanti" schreibt Iimter der Ueberschrift „M-^rs am Schjeideweg^z Die offizielle Einladung der Mittelmächte, in Friodensverhand-, tun gen einzutreten, ist mit offener Feindseligkeit aufgenommsn worden. Mit jener Leichtfertigkeit, die die Macher der öffentlichen Meinung ausgezeichnet, haben sie sich schon endgültig ausgesprochen. Bevor noch die Verantwortlichen in der Lage sind, nach Abschätzung aller Kräfte ihre Gedanken zu äußern, haben die Unverantwortlichen bereits ihr Verdikt abgegeben. Sie sagen, Deutschland will uns täuschen, es lstrndelr sich um einen deutschen! Frieden, heb weit ist vom Frieden Europas. Wir sagen dagegen, l'wir wissen nicht, ob der von Bethmann vorgeschlageue Friede wirklich ein Friede ist. den einige als deutschen desinieren.. Bis jetzt wurde von keiner Sefte eine konkrete Lösung vorgeschla- gen. Dies ist das erste Mal, daß eine Möglichkeit, die Waffen niederzulegen und die Lösung des Konflikts diplv- matischen Verhandlungen anzuvertrauen, erfckTeinr. Wft sagen, daß. wie auch die Beweggründe ausgelegt werden können, daß es unsinnig, absurd und toll wäre, von vornherein sich ablehnendzu verhalten. Deutschland hat den psychologischen Augenblick zu finden gewußt, um feinen Vorschlag zu machen >. Ihn ohne Erörterung ablehnen, würde heißen, dei^ Mittelmächten einen moralischen und politischen Vorsprung zu geben, den sie sicher ausnützen würden, nicht nur für ihre innere. Lage, sondern auch gegenüber der öffentlichen Meinung der neutralen und der feindlichen Länder. Wir wollen Höften, daß diese Erwägungen, die von einem großen Deck des italienischen Proletariats geteilt werden, auch bei denen, die wehr Verantwortung haben, als Journalisten ohne Verantwortung Berücksichtigung finden werden. Wenn das iricht wäre, wenn die Leiter der Regier rung sich von vornherein auf eine kategorische Verweigerung versteifen piürden, so (folgt .Zensurlücke). Die Regierung müßte nnau greifbare Gründe haben, um eine solche Haltung zu recht- fertigen. Sie müßte nicht nur des Endsieges, sondern and) der vollkommenen Ueberemstimmung mit den Mliierten und den künftigen diplomatischen Verhandlungen sicher sein.
Amerikanische Stimmen.
New York, 13. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Tie in den Leitartikeln ausgedrückte Meinung der Mehrzahl der Zeitungen der wichtigsten Städte der Vereinigten Staaten stimmt mit der Auffassung des größten Teiles der hanptstädtisck)en Presse überein, indem sie die in dramatischer Form zu einem günstigen Zeitpunkt gemachten Eröffnungen Deutschlands sowohl als unaufrichtig und unbeftinrmt und offenbar zu dem Zwecke der Beeinflussung der doeutralen gemacht ausieht, als auch als kennzeichnende preußische Hinterlist ^trachtet.
Aus der französischen Kammer.
Berlin, 15. Dez. Zu Briands abgegebenen Erklärungen wird in der „Vossischen Zeitung" festgestellt, daß in krassem Gegensatz zu den Erklärungen Briands die Debatte in der Kammer stand. Mle Redner griffen Briaud und seine Politik heftig' an. Tardieu klagte das gesäurte Regierimgssystein an und verlangte den IRücktritt Briands. Die Regierung verbreite einen! trügerischen Optimismus, der den Taffachen nicht entspreche. Durch ein neues Vertrauensvotum für Briauo werde der Ruhni Frankreichs nicht gestärkt werden. Als Teschanel das Ergebnis der Abstimmung mitteüte, riefen die Sozialisten heftig: Demission! Sie tadelten Briand heftig, weil er das Friedensangebot verwarf. Rücktritt Bratianus.
Budapest, 14. T^-ember. Nach einer Bilag-Meldung aus Lopa soll der rumänische Ministerpräsident Bratianu sein Rück- trittsgesuchi eingereicht haben.
Amtlicher Teil.
Bekanntmachung
betreffend die Entrichtung des Warenumsatzstempels für das Kalenderjahr 1916.
Auf Grund des § 161 der Ausführungsbestintmungen zuw Reichsstempelgefetze werden die zur Entrichtung der Mgabe vom Warenumsätze verpftichteten gewerbetreibenden Personen' und Ge- ellschaften der Finanzamtbezirke Gießen, Butzbach, GiTimherg und Hungen aufgefordert, den gesamten Betrag ihres Warenumsatzes im Kalenderjalir 1916 sowie den steuerpflichtigen Bettag ihres Warenumsatzes im vierten Viertel des Kalenderjahrs 1916 bis pätestens zum Ende des Monats Januar'1917 dem betteffenden Finanzamt schriftlich oder mündlich anzumelden und die Abgabe gleichzeitig mit der ?tnmeldung einzuzahlen.
Ms stelierpflichtiger Gewerbebettieb gilt auch der Betrieb der Land- und Forstwittschaft, der Viehzucht, der Fischerei und des Gatteubaues sowie der Bergwerksbettieb.
Beläuft sich der Jahresumsatz auf nicht mehr als 3000 Mk., so besteht eine Berpftichtimg zur Anmetzmng und eine Abgabepflicht nickt.
Wer der ihm obliegenden Amneldungsverpftichtmig znwrder- handelr oder über die empfangenen Zahlungen oder Lieferungen wissentlich unrickstige Angaben macht, 'hat eine Geldsttafe verwirkt, welche dem zwanzigfachen Bettage der hrnterzogenen Abgabe gleichkommt. Kann der Bettag der hinterzogenen Abgabe nicht festgeftellt werden, so tritt Geldstrafe von 150 'Mark bis 30000 Mark ein.
Zur Erstattung der schriftlichen jAnmeldnug sind Vordrucke zu verweudeu. Sie können bei den Unterzeichneten Finanzämtern sowie den zuständigen Bürgermefftereien kostenlos enttronrmen werden.
Steuerpflichtige find zur Anmeldung ihres Umsatzes verpflichtet, auch wenn ihnen Anmel- dungsvordrucke nicht zu gegangen sind.
Gießen, Butzbach, Grünberg, Hungen, den 12. Dez. 1916. Die Großherzogl. Finanzämter.
A. B. Franz, Flath, Menzel, May.


