„Daily Mai 1" scyrewt:
„Bethmamr Hollweg hat «nicht mehr Anspruch am errre Nnt- wor:, als wenn >er ein. bewaffneter Einbrecher in einem Pttvathaus wäre. Tie Alliierten wissen, daß kein Friede m b g (i äj i ft mit,einer Nationvon Tigern und Mördern und mit Staatsmännern, ^die alle Verträge als Fetzen Papier betvarchiten? i
„D ai 1 y News" bezweifelt, wie es andere Blätter ebenfalls tun, die Aufrichtigkeit der Erklärung des Reichskanzlers und behauptet, der Schritt, den der Reichskanzler getan habe, sei als ein diplomatischer Schachzug zu betrach-- ztn. SCoer daraus gehe hervor, dalß die Mittel Deutschlands noch nicht erschöpft seien.
„Deutschland habe, so fährt das Blatt fort, nur das eine Biel, die Witterten ins Unrecht zu fetzen. Van Seiten dtzy Alliierten wäre ^.ber ein non possuntus ein folgenschwerer Fehler. Es wiirde dies der gröbste diplomatische Sieg sein, ^den Deutschland in diesem Kriege errungen hätte, und es würde Deutschland in die Lage versetzen, mit einer Gebärde der Un- fcltuld sich an das eigene Volk und an die Neutralen zu- loendcn.. Die Alliierten dürfen emen derartigen folgenschweren Fehler nicht begehen. Sie werde:: wohlweislich nichtin Friedensunter- Handlungen eintreten, die Bethmann Holl weg an bietet, iaber sie müssen ihrerseits ihre Angelegenheit dem Ottnde Und der Welt vor legen. Sie ncüffen die Bedingirngcn n nt te i len, aus Grurä) deren sie in Fttedensunwrtzandlungen ttn- HMreten bereit sind, und sie müssen aus Deutschland die Der- arttwortung kommen lassen, daß diese Grundlage der Unterhand- Lungen entiveder an geno Minen oder zurück gewiesen worden ser. Es kann sein, daß die Bedingungen so schwer sind, wie dies die Verbrechen, die Deutschland begangen hat. nötig machen. Aber es müssen Bedingungen sein, die der Billigkeit entsprechen, die die Welt üoqf einer Wiederholwig dieser unerhörten Tragödie sichern und mit der Erklärung, die Asguith hinsichtlich der Ziele der Alliierten! gemacht hat, in Uebereinstimmnng zu bringen sind. Es werden -wahrscheinlich Bedingungen sein, die Deutschland ausschauen Wachen werden. Aber die Bedingungen werden uns der Welt fatib unserem eigenen Volk gegenüber rechtfertigen und vor allem .gegenüber den Leuten, die in den Laufgräben sterben und wissen ttttoÖet, wofi'ir sie sterben."
A m st e r b a m , 13. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Nach einem Hiesigen Blatte schreibt das Londoner Abendblatt „Sta r" 4wn gestern: Llüßer wenn das neuentdeckte Verantwor- tiungsgefühl die Zentral machte dazu bringt, Konst anti- «.v p 1 1 imd die Dardanellen an Rußland abAntreten ^nd Elsaß-Lothringen an Frankreich, die besetzten- Gebiete tziu ricumen und eine ausreichende Schadenvergütung zu befahlen, fi^erde:: die Vorschläge Bethmanns keinen wesentlichen Ernfltzch ans den Lauf des Krieges haben.
Frankreich.
Paris, 13. Dez. (VMB. Mchtamtlich.) Die „Agence «havaS" meldet: „Petit Journal" schreibt über die .tdeutsche Friedensirote: Die 'Note darf nicht als wetterschütternd angesehen werden. Diese Handlung ähnelt anderen rkorangegangen. Sicher ist sie betonter, aber sie bleibt immer ein Manöver, das darauf abzielt, die Stimmung in den alliierten Ländern zu beunruhigen und die Alliierten zu entzweien. Trotz aller Siegesmeldungen bleiben in Deutsch- ilanb genug Besorgnisse, die das neue Manöver seiner leitenden Persönlichkeit erklären.
Italien.
Bern, 13. Dez. (WTB.), Die Mailänder Presse mit Ausnahme des :wch nicht vorliegenden „Avanti" bringt fkeiue redaktionellen Äußerungen zu dem Friedensvor- schtag. Charakteristischerweise lassen sich die Zeitungen nur aus der Schweiz und zwar angeblich aus Basel, Kritiken der deutschen Vorschläge telegraphieren, die sowohl inhaltlich, wie wegen ihres Ursprungs ohne besondere Bedeutung firrd. Die einzige Stinnne, die Interesse bietet, ist die „Per- ferveranza", die u. a. schreibt:
„Es ist wahrscheinlich, daß der allgemeine Vorschlag Deutschlands von den Regierunge:: der Entente geprüft werden kann, wchul f er nicht von konkreten Bedingungen begleitet ist, die seine Amiahme möglich machen."
Die Schweiz.
Bern, 13. Dez. (WTB.) Der „Berner Bund" schreibt zu dem Friedensoorschtag der Mittelmächte:
„Ter 12. Tezenkber 1916 ist sicherlich ein historischer Tag erster dödnung. Zuur ersten Male seit Ausbruch des Weltkrieges wird von einer Partei ein umntttelbares 9lngebot des Friedens vor ^ller Welt knrrdgeban. Tie Bedingungen sind in dem Augenblicke, M diese Zeilen geschrieben werden, noch nicht bekannt, aber jeder -Mensch, der sich nach dein Frieden sehnt — und wer täte das nicht
atmet erleichtert aus und denkt, es ist doch wenigstens ein An- ^ng. Es liegt ettbas Großes^ und Bleibendes darin, daß der Mechund zu einer Zeit, wo er selbst nach dein Zuaestchtdnis seiner Megner vlilitärisch im Vorteil ist, der anderen Mächtegruppe in Der Note den Voiischlag macht, in Friedensverhandlungen einzu- ±Mtot. Tie Vcdeutung dieses Schrittes wurde auch durch die Ablehnung von der anderer: Seite, wie sie vorausgesagt wurde, dal
!emen verfttüften Frieden wolle, nicht aus der Welt geschafft werdem"
Bern, 13. Dez. (WTB.) Das „Berner Taablatt" bKnerkt zu dem Fäüedensarigebot der Mittelmächte unter
fta&erem:
flammt die Hoffnung auf einen baldigen Frieden ans, me Mittelmächte haben den großen Schritt der anttlichen Ankündigung zur sofortigen Bereirwiltrgkttt zum Friede:: getan und brachten diesen schweren Entschluß ihren Feinde:: zur Kenntnis, auch mff d:e Gefahr hm, noch ett:mal Hohn ur:d Spott zu ernte:: und ihre:: Entschluß als den Ausfluß militärischer Schwäche ausgelcgt Ersehen. Fest steht heute jedenfalls das eure: Die Mittelmächta haben unter dein Vottitz von Deutschlcard eilt Friedensprogramm festeste ui, das eure Grundlage zu Verhandlungen sein könnte, Und ffnd berert, :hre Forderunaen 'und Zugeständnisse bekamttzu- güten, um da ist es denn doch anzunelonen, daß sich der Vier- v«band mindestens ül>er die Art dieser Friedensvorschläge infor- Tmroen Lasse:: will, bevor er den Krieg aus einen: Mißverstcüttmis zwecklos weiterfühvt."
Holland.
Amsterdam, 13. Dez. (WTB.) „Nieuws van den -Dag" schreiben:
„Tie Mittelmächte habe:: sich in den Augen der neutralen Wett und der Völker, die nach dem Friede:: schmachte::, jedenfalls eist Verdienst erworben. Sie waren die ersten, die rund heraus sagten- .Wir looltei: über deu Fried m verhandeln. Eine entsetzliche V'ec- mttwvrtuug liegt jetzt au: den Schulter:: der englischen Regierung. Das deut'che AMebot ist kein Ausfluß von Schwäche: in dieser Hinsicht ist der Zeitpunkt vortrefflich gewählt."
„Vaderland" schreibt:
„Ter Inhalt der Friedensvorfchläge der Mittelmächte ist noch .Nicht bekannt. Wir ivissen deshalb nickst, ob sie für die Alliiertest annehmbar seü: lverdei: oder von ihnen in Erwägung getzogest werden können. Aber selbst, >oenn das nicht der Fall sein wllte, fntbet die Tatsache, daß endlich Friede::svorschlage gemacht worden sind, ein Ereig:ris von unsäglicher Bedeutung. Das Friedensangebot ist eine Tat."
Der katholische „Maasbode" erinnert an die Worte. ch:e Papst Benedikt XV. anr 30. Juli 1915 an die krr<g- führenden Völker und ihre Lenker richtete: „Gesegnet sei, wer zuerst den Oelzweig des Friedens aufninrmt ur^ seine Rechte ^dem(Feinde hinhatt." Das Blatt fährt dann fort:
„Es sind Anzeiche:: vorhanden, daß auch in den Landern der Allüerten das. was imr das Gewissen des Volkes nennest möchten, m sprech«: beginnt. Es herrscht KriegsmÄngkei:. Erst
zunehmendes Bedürfnis noch Fr:eü«: Herricht en den Allnerren, was vielleicht noch nächtiger ist. Auch die U.NKUttiedenhe:t über den Verlaus, die die Ereignisse bisher genommen haben, die Holprung, das zu erreichen, was man erwartete, ist stark unterminiert uudj die Gerügthe:t, den Frieden zu schließen, dadurch befördert. Möge der Urnstand, daß die Mittelmächte sich auch an den Papst gehoben, ein günstiges Vorzeichen sein."
Der „Nieuwe Conrantt schreibt:
„Tie Regierungen der Alliierten werden die Unterströmungen in ihren Ländern nicht außer acht lassen können, denn allen Ländern bestehen Gruppen, die nicht weggeleugnet werden können, und die eine absolute Weigerung, in Friedensverhcmdlungen ein- zntreten, nicht gutheißen würde::. Eine entschiedene Weigerung, über den Friede:: zu sprechen, würde auch in der neuttalen Welt einen sehr schlechten Eindruck machen. Militärische nnd wirtschaftliche Schwäche können nicht als Motiv für das FriedensangeboL der Mittelmächte angeführt werden. Aber gerade die Umstände, die es Deutschland erleichtern, jetzt mit einem Friedensangebot zu kommen, mache:: es den Regierungen der Alliierten schwerer, das Angebot anzunehmen. Das gilt vor allem von Ll-oyd George. Wie :mmer die Antwort der Alliierten sein möge, wir haben es jedenfalls mit einer geschichtlichen Tat zu tun."
Amerika.
W a s h i n g t o n , 13. Dez. (WTB.) Meldung des Reuter- schen Bureaus. Im Namen Wilsons wird erklärt, daß er sich sehr für die deutschen Vorschläge interessiere, aber keine Erklärung abgeben werde, bis er wisse, w-elche Aufnahme ihnen von den Ententemächten bereitet wird. Einige amtliche Kreise drücken die Ansicht aus, die Mittel- nrächte hätten den Antrag gestellt, weil sie überzeugt seien, es bestehe keine Hoffnung, daß Wilson die gewünschten Anerbieten gegenwärtig machen werde. Die neutralen Diplomaten zweifeln, ob von Deutschlands etwas theatralischen Anregungen irgendwelche Erfolge erwartet werden können. * * *
Rücktritt des österreichischen Kabinett-.
Wien, 13. Dez. (WTB.) Die morgige „Wiener Ztg." wird die rrach steh enden allerhöchsten Handschreiben veröffentlichen :
Lieber Dr. v. Körb er: Ich nehme die mir angebvtene Demission der österreichischen Gesamtregie- rung an u:tt> beauftrage Sie und meine übrigen Minister, die Geschäfte bis zur Bildung des neuen Kabinetts weiter zu führen. Zugleich teile ich Ihnen mit, daß ich meinen Geheimen Rat Dr. Alexander v. Spitzmüller mit der Bildung des neuen Kabinetts beauftragt habe.
Karl m. p. Körb er m. p.
Lieber Dr. von Spitzmüller: Ich teile Ihnen mit, daß ich die Demission meiner österreichischen Regierung angenommen und dieselbe beauftragt habe, die Geschäfte bis zur Bildung der neuen Regierung weilerzuführen. Ich beauftrage Sie, zur Bildung des neuen Kabinetts zu schreiten und mir Ihre darauf bezüglichen Anträge zu unterbreiten.
Karl m. p. Spitzmüller m. p.
Berlin, 14. Dez. Die Annahme des Abschiedsgesuches Korbers und die Betrammg von Spitzmüller mit der Bildung eines neuen österreichischen Ministeriums werden von den Blättern als Ueberraschur^ ausgenommen. Die „Kreuzzeitung" sagt: Die Schwierigkeiten, die sich aus der Uebernahme der von Stürgkh mit Ungar:: vereinbarten Ausgleichsbedingungen ergaben, seien wohl nicht so völlig überwunden worden, wie es in den letzten Okkobertagen den Anschein hatte.
Bom Kaiser Karl.
Budapest, 13. Dez. (WTB.) In der Sitzung des Ausschusses für die Abfassung des Kvönungsdiploms äußerte Ministerpräsident Graf Tisza, der Kaiser habe ihn bevollmächtigt, zu er- llären, daß er gemäß einem vielfach geäußerten allgemeinen Wunsch nack Bee:wigung des «Krieges eine,: mrsehnlichen Teil des Jahres in Ungarn zu oerbringen beabsichtige. Auch hält es der Kaiser für richtig, daß der Thronfolger einer entsprechenden ungarischen Erziehung teilhasttg werde.
Das Testament des Kaisers Franz Joses.
Berlin, 14. Dez. In seinem Testament soll Kaiser Franz Josef zu allererst der Kriegsfürsorge gedacht und den Verwundeten, Invaliden und Hinterblieben-en aus seinem Privatvermögen 60 Millionen Kronen zugeweudet haben.
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Der Regent von Polen.
Berlin, 13. Dez. (WTB.) Die „Polit. Kvrresp." gibt an, daß Erzherzog Karl Stephan von Oesterreich als Regent des Königreichs Polen in Aussicht genommen ist. Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" stelll demgegenüber fest, daß diese Mitteilung nichts als eine Kombinatton ohne sachliche Unterlage ist.
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Eine Aeußerung Hindenburgs.
Berlin, 14. Dez. In einer Unterredung mit dem Generalfeldmarschall von Hindenbuvg mit dem Bettchterstatter eines New Yorker Blattes, von Megand, sagte ersterer laut „Berliner Lokal-Anzeiger":
Unsere militärische Lage ist günstig an allen Fronten, in Rumänien ist sie ausgezeichiret. Wir können wohl zufrieden sein mit dem abgelaufenen Jahr. Wias die Entente 1915 nicht erreicht, 1916 nicht fertig brachte, nämlich Deutschland $u zerschmettern, ihr eigentliches Ziel, soll 1917 bewerkstelligt werden. Laßt sie nuv kommen: wir werden sehe:: und sie werde,: sehen. Wir haben den Krieg gewonnen,weil wiresunserenFeinden unmöglich gemalcht haben, ihr Ziel zu erreichen. Das haben wir seither getan und das werden wir biszum Schluß tun.
Die Beute der 9. Armee in Rumänien.
Berlin, 13. Dez. (Priv.-Tel.) Wie wir hören, betrug die Beute der neunten Armee am 11. Dezember: 22 Offiziere, 2860 Mann, 12 Maschinengewehre, 5 Geschütze und 7 Lokonrotiven.
Ter bulgarische Bericht.
Sofia, 13.Dez. ^WTB.^ Amtlicher Heeresbettcht vom 12. Dezember. Mazedonische Front: In der Gegend von Bitolia nichts Bemerkenswertes. Im Cerna-Knie unternahm der Feind gegen Mittag nach hefttger Artillettevorbereitung «einen Angriff gegen die Linie Pavalove - Mgkovo, der mit den größten Verlusten für ihn scheiterte. Nach :«uer Artillettevorbereitung unternahm der Gegner ttnen neuen Angttff gegen eine Höhe östlich von Paralooo Aber auch« dieser Angttff scheiterte vollstmwig. Oesllich der Cerna btt Gradodecknitza schlugen unsere Einhttten ei::en Angttff zurück Auf dem rechten Wardar-Ufer lebhafte Artillettetättgkttt :md Gesockte zwischen Wachabtttlungen. Auf dem linke:: Wardar-Ufer spär- lich.es Feuer der fttndlickrie:: Artillerie; Vatrouilleug-esechte am Unterlauf der Struma. An der Front des Aegäischen Meeres beschossen sttndliche Schiffe wirkungslos die Häfen von Kavalla Und Na k r i. T:e feindlick>e Lufttätigkeit blieb ohne Ergebnis :n der Umgegend von Porio Logos.
Rumänische Front: In -der Dobrudscha auf beiden Setten sparüches Arttllette- und Jufautetteseuer. In der östlichen Wa lache: setzen die Truppen der Verbündeten die Verfolgung fort.
Aus Griecheuland.
Berlin, 14. Dez. Zur Stimmung in Griechenland wird dem „Berl. Tgbl." berichtet, daß infolge der oenizelistew- freundlichen Polittk der Entente ganz Griechenland heut« bereit stt, sich Deutschland anzuschließen gegen die Entente.
London, 13. Dez. (WTB.) Aus Piräus meldet der „Daily Telegraph" vom 9. Dezember: Die Regienrng hat, um Kohle zu sparen, eine Einschränkung des Dienstes der Eisenbahnen und Trambahnen angeordnet. — Das ganze Getreide, das im Piräus aufgestapelt lag, wurde in aller Eile nach Athen gebracht. Uebev 6000 Venizelisten suchten hier Zuflucht. — Die Verhandlungen in Achen dauern fort.
Die mitteleuropäische Wirtschastskonferenz.
Budapest, 13. Dez. (WTB.) In der heuttgen Schlußsitzung der Konferenz der Mitteleuropa:schen Wirtschafts- Vereine wurde auch ein Antrag angenommen, die Re- s-iierungen der Verbündeten ^Staaten zu ersuch n:, in Verhandlungen über die Venvitt'lichnng^ ttner wirtschaftliche:: Annäherung ttnzu- treten und diese so zu führen, daß vor Beginr: der Friedensverhandlungen eine Einigung erzielt werde. Weiter wurde auch dke Hoffnung ausgedrückt, daß Bulgarien und die Türkei sich der wirtschaftlvckxm Annäherung Deutschlands und Oesterreichs- Ungarns anschließen. Hievauf wurde die Km:ferei:z von dem Präsidenten Wekerle geschlossen, indem er mit Genugtuung fcst- ftellte daß in allen wichtigen Fragen ein Einvernehnrei: erzielt worden stt. Er spricht den Berttetern der Regier::ng seinen Dank aus, ebenso dem Herzog Ernst Günther für dessen ttfrige leitende Wirkimg. Herzog Ernst Günther bringt daraus aus den Präsidenten Wekerle ttn drttfaches Hoch aus. Abends fand zu Ehren der Tttl- nehmer an der Konferenz ttn Festmahl statt.
Der Seekrieg.
Die feindlichen Kriegsschiff-Verluste.
Berlin, 13. Dez. (Priv.-Tel.) Mit dem kürzlichen Untergang der „Suffren" ist die Zahl der seit Kriegs- begrnn von der Kriegsflotte unserer Feinde verlorenen Schiffe und Fahrzeuge, einschließlich Unterseeboote, aber ausschließlich Spezialschiffe, Hilfskreuzer und für Hilfszwecke eingestellte Schisse und Fahrzeuge der Handelsmarine gestiegen auf192von zusammen 744 600Ton- u e n An diesem Verlust ist beteiligt: England mit 123 Schiffen usw. von 563 200 Tonnen, Frankreich mit 29 AchiWU usw. von 53 900, Italien mit 20 Schissen usw. von 63 600, Rußland mit 16 Schiffen usw. von 54 800 und Japan mit 4 Schiffen usw. von 9100 Tonnen.
Reue U-Bootersolge.
Berlin, 13. Dez. (WTB.) In der Zeit vom 28. November bis 8. Dezember wurden von unseren Unterseebooten vor der fianzösischen Kanal- und Attantic-.Küste u. a. K o h l e n l a d u n g e n im Gescnntbetrage von 17 000 Tonnen englischer nach Frankreich bestimmter Kohle und ein englischer Dampfer mit 6000 Tonnen Kriegsmaterial von New Donk nach Frankreich versenkt.
Berlin, 13. Dez (Pttv.-Tel.) Eines unserer kürzlich von einer Unternehmung znrückgekehrtenUnterst eboot: ist nicht weniger als 55 Tuge unterwegs gewesen, ohne einen Hasen angelausen oder sonst Unterstützung empfangen zu haben. Diese bisher wohl kaum für ntt>gt:ch gehaltene sRekvrdleiskung von Personul :utt» Material ist um so bemerkenswerter, als das Boot wiederholt mit schwerem Wetter zu kämpfen hatte.
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Bern , 13. Dez. (WTB.) Nach einer Meldung des „Petit Parisien" aus Le Havre wurde die französische Goelette „Primevere" versenkt. Die Besatzung ist gerettet.
Nack> einer Meldung des „Matin" aus Rennes wurde der englische Dampfer „Havestes" versenkt. Die 'Besatzung ist gerettet.
London, 13 .Dez. (WTB.) Nach einer Lloydsmeldung wurde der dänische Dampfer ,Lager" versenkt.
London, 13. Dez. (WTB.) Lloyds meldet: Der schwedische Schoner „Harry" wurde von einem Tauchboot en- gegttfstn. Man glaubt, daß er durch das Feuer zerstört wurde .Die Besatzung ist gelandet.
Ein bisher als gesunken gemeldeter belgischer Dampfer wurde voll Wasser nach Falmouth eingeschleppt. Er war von einem Tauchboot beschädigt worden.
Aur dem Reiche.
Berlin, 13. Dez. (WTB.) Der „Reichsanzeiger" gibt die Ernennung des Staatssekretärs des Reichsschatza.mts Grafen Rödern'zum preußischen Staats m i n i ster und Mitgliede des preußischen Staatsnttnisteriums bekannt
Aur Stadt und Land.
Gießen, 14. Dezember 1916.
„Krieg an allen Fronten".
Ans Bercrnlassui:a der Vereinigten „.Hassia"-Milttär-Verttw. Gießen hielt gestern abend der Haffia-Berbandsreüner Herr Jacob im Saale der neuen Aula einen Lichtbildervvrttag über das Thema: „Ktteg an allen Fronten".
Er führte etwa folgendes aus : „Jetzt ist es noch :nch>1 an der Zttt, tznrückzndenken: aber, wenn ttninal der .Ktteg vorüber ist, dann werde:: wir festsbellen können daß die Tage der Molnl- machnng wohl die tiefften Eindrücke hinterlassen habei:: die Tage, wo Uns in Stadt und L<lnd, in Süd und West überall das glttche Bild entgegenttttt: Millionen ^Frttwillige eile:: zu den Fahne::, Hunderttause:ü»e werden abgewiesen und muffen beschämt umkehren. Damals zttgbe es sich, daß Deutschland :rur ttnen einzigen Millen hatte. Diese Zeit des Bolksrauscks wird in unserer Ettmrerung «unauslöschlich sttn, aus ilxr schöpfen wir Trost Und Kraft. Ueber zwtt Jahre sind nun schon versttiche::: oft durften wir seitdem begttstert jubeln, wie oft aber haben wir auch schmerzvolle, trauttge Botschaft vernommer:. Der Endsieg kam nicht so rasch, wie wir gedacht. Es folgten Tage der stille:, Ergebung, nicht so blendend :oie die ersten und doch ergrttfend. Dem unerschütterlichen Standhalten un.seres tapseren Heeres habe:: wir zu verdanken, daß wir bis heute in der Heimat ruhig und ungestört leben. ES schttnt allerdings, als wenn viele unter uns noch kttnen ttchttgen Eindruck von der Schwere und dem Ernst der Zttt hätten. Grade für solche Manschen wird ttn Blick ins Geffcht des Ktteges nur von Nutzen säin; irns Mte aber sollen die folgenden Bilder in dem Gefühl der Dankbarkeit gegen unsere brave:: Streiter bestärken."
Der Redner fübrte dam: etwa 150 vom Große:: General- stab aufgenommene Bilder vm: der Fwnt vor, die vom Kttegs- ministerium der „Hassia" in liebenswürdiger Weise zur Be: - fügung gestellt worden sind. Der Bildsolge lag en:e bestimmt Einbettmtg lzugru:che. Zuerst :var der Stellungskrieg berücksichtigt. Das ^Aushieben der Schiitzengräbe::, die Herstellung der Unterstände, der Drahtverhaue, der HindeaMe lourden gezttgt. Dann folgte:: wir unsere:: Truppen auf dem Mättche bis in die vordersten Stellungen. Hier konnte man hochinteressante Auffmhmen sehen: Sperr- und Trommelfeuer^ explodierende Minen, Minen- krater, Granatttnschlag, Granattruhter,^ Sturmmigriffe, Gasbomben U. a. Im Gegensatz Ku diesen Bildecn des Schreckens stand eine Reihe von Bildern, die Szenen aus den Erholungspausen


