** 3k Bta-ovAung der TLwglinge und
Mnder dm 1., 2. und 3. LebenSjahre, denen die von der DerteilungSsteNIe ^fleToffenen Händler gelieferte Mllch iricht ZU- ist, wird Kindermilch irr der Mstchküche für Säuglinge, Wetzfteingasse 43, abgegeben. Siche- Dekanintmochiung.
** Ihre Silberne H o ch z e i t -feiern am 4. Dezember Kapellmeister Joses Herrmann und Frau, Erednerstr. 18. — Das Fe st der Silbernen Hochzeit begeht Montag, den 4. Dezember Eisenbcchn-Bförtner Adam Döring und seine Frau Margarethe, geb. Staffel.
** Ablieferung non B n ch e ck e rn. Wir verweisen aus eine diesbezüql. Bekanntmachung in unsernr heutigen Blatt.
** Das Schwarz-Weiff-Theater bringt ab Samstag, 2. bis inet 4. Dez. den vollständig neuen Film „Ihr T a l i s » (in a n*. spannenden Kriminal-Roman in 3 Akten, sowie das groffe Sensation?- und Detektiv-Drama Rat Pinkerton und Das .geheimnisvolle Dreiblatt, in 3 Akten, außerdem noch «die neuesten Kriegsberichte und das übrige Beiprogramm. Ein Besuch des Theaters kann nur empfohlen werden.
>*** D4e hessi scheLazarett-Z eitun g Nr. 33 enthält folgende Verträge: Gen eralsaldmar schall von Mackensen von K. Helm, Gieren. Urlaub von L. Th. Reubelt. Kleinste Landwirtschaften für Krieasbeschlädi gte. Der Anstellnngs schein für de?: Unter- heamtendiestst. Die Steneryf licht des .Kriegsteilnebiners. Kleine Mitjtieilnngen.. ÄWrvett- Beratung. Rätsel-Ecke. Die Gießeiner Berlage ^eirthälr das Gedicht: Unverzagt nur
meine Helden auA Friedrichs des Gvoßeir Ojde an die Deutschen. U!nd ob sie wund am Leibe, war stark der Helden Mut, von Reinhard Strecker. VerwundetenberatilNgssieUe ftrr Arbeiterversicherung von H. Kirchner. Die Bedeutung eines entscheidenden deutschen SiegsS für die Arbeiterschaft. Arbeitsmarckt. Verwundeten-Unter- richit.
Landkreis Gießen.
** A l b a ch , 1. Dez. Frau Lehrer Droh, deren Mann im Felde steht, erhielt das Ehrenzeichen für Kriegsfürsorge.
** Albach, 2 Dez. Landsturmmann Heinrich Schwalb, Sohn des Maurermeisters L. Schwalb, erhielt durch besondere Tapferkeit in den schweren Kämpfen an der Somme das Eiserne Kreuz 2. Klasse. Schwalb ist zurzeit verwundet im Lazarett zu Tübingen und erhielt dies Ehrenzeichen nachträglich von seiner Koinpagnie zuqesandt.
"Großen-Buseck, 2. Dez. Dem Unteroffizier Heinrich Müller II, 2. Kompagnie Rgt. 433, wurde das Eiserne Kreuz
verliehen.
** Hattenrod, 2. Dez. Dem Aemeinderechner Gefreiten Alb ach, der seit Kriegsbeginn im Felde steht und jetzt einer Wirtschastskonrpaqnie angehört, wurde für hervorragende Leistungen bas Hess. Kriegs ehrenzeichen verliehen.
** Lollar, 2. Dez. Für hervorragende Leistungen vor dem Feinde erhielt das Eiserne Kreuz 2. Klaffe der Musketier Wilhelm Müller, Sohn von Portier Hermann Müller, bei dem Inf.- Regiment Mackensen Rr. 129. Müller hat schon bei diesem Regiment den serbischen Feldzug mitgemacht.
"• Oppenrod. 2. Dez. Landsturmmann Lndw. S e u l i n g aus Oppenrod, Jnf.-Rgt. 20, wurde mit der Hessischen Tapserkeits- medaille ausgezeichnet.
** Utphe, 2. Dez. Für seine rege Betätigung aus dem Gebiet« der Kriegsfürsorge wurde unser Lehrer Jul. Biedenkopf mit dem KriegS-Ehrenzeichen ausgezeichnet.
Kreis Büdingen.
# Büdingen, 2. Dez. Durch Absturz nach heldenmütigem Lustkampfe starb der Oberleutnant Hans K ö h n.
# Ortenberg, 2. Dez. Rach schwerer Verwundung starb in einem FeftungSlazarett in Posen der Pfarrassistent zu Langen Heinrich Hebbel, Leutnant der Res. und Kompagnieführer, Inhaber des Eisernen Kreuzes 1. und 2. Klaffe.
# Rohrbach, 2. Dez. Die Hessische TapserkeitSmedaille erhielt der MnStetier Müller im Res.-Jnf.-Rgt. 68.
Kreis Alsfeld.
7,0. tf f 8 f* l b , 2. Dez. Brote, deren Stempel- aufdruck unleserlich geworden, gelten als nicht Vorschrift?- mahtg abgeftenrpelt und sollen bei Revisionen beanstandet werden.
"Homberg a. d. Ohm, 2. Dez. Dem Unteroffizier Franz Strauch aus Homberg a. d. O., im Jnf.-Rgt. 168, wurde wegen hervorragender Tapferkeit vom Grobherzog eigenhändig die Hessische TapserkeitSmedaille verliehen. Mit dem Eisernen Kreuz 2. Klaffe wurde er bereits ausgezeickinet.
Kreis Lautestbach.
z. Grebenhain, 2. Dez. Von unserer 700 Einwohner TfcSfimben Gemeinde würben. bis jetzt 130 Mann zu den Fahnen einberufen. Hiervon starben den Heldentod fürs Vaterland Heinrich Rehberger, Wilhelm Ru hl, Leutnant Lehrer Geling Vizefeldwebel Wilhelm Ru hl, Heinrich Schäfer, Heinrich Weitzel, Briefträger Karl Schneider, Unteroffizier Heinrich Firvntz, Mdert Blößer, August Oechler, Emil Luft Friedrich Dietrich, Abraham Weinberg, Lehrer Steuernagel, Gustav Sommer, Heinrich Meinhardt, Ludwig G r e b. Vermißt sind Karl Schäfer, Wilhelm H o s m a n n, Emil Faitz, Leopold Zimmer mann, Emil Lerete. In Gefangenschaft geraten sind Briefträger Pfeil und Andreas« Fischer. Mrt dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet wurden Bizefeldwebel R u h l, Feldwebelleutnant Johannes L e r ch, Qffiziersstellvertreter Wilh. Reu der, Wilhelm Zulauf. Hein- rüh Lind, Karl Weitzel, Leutnant Otto Schaeg und d-e Hessische Tapferkeitsniedaille erhielten Leutnant Emil Schaub. Un- terofsizier Karl U.sing er. Das Eiserne Kreuz 2. und 1 Klasse nebst Hessischer Tapferkeitsmedaille erhielten Briefträger Heinrich Maul und Heinrich Ganß. August Oechler und Heinrich Franz sowie Vizefeldwebel Ruhl, welche gefallen sind, waren ebenfalls mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet.
M. Landenhausen, 1. Dez. Auf eigentümliche Weise erhielten die Angehörigen eines seit Mas 1915 vermißten hiesigen) Kriegers Nachricht über das Schicksal ihres Sohnes. Das Regiment, bei dem der Vermißte die siegreichen Karpathen kämpfe mitmachte, kam bei der letzten Russenostensive nach fast 17, Jahren wieder über dieselbe Stelle seiner früheren Kämpfe und fand, an der Erkennungsmarke ersichtlich, die Ileberreste des Vermißten, auch an. sonstigen Ausrüstungsstücken, die bei dem Toten noch sämtlich vorhanden waren, konnte die Persönlichkeit festgestellt werden. DasI verwitterte Portemonnaie ;mfct Inhalt würde den Angehörigen! kürzlich durch die Kompagnie zugestellt. Der Vermißte konnte damals, weil vermutlich im Schnee versunken, nicht aufgefuudeni weiden. _
rr. Schlitz. 2 Dez. In dieser Woche sprach in den Kirchen sämtliche Pfarreien- des Schlitze rlandes der bekannte hessische Landwirt Und Volksschrrftsteller Heinrich Naumann aus Nanz- hausen bei Gladenbach Er hat sich einen Namen gemacht durch tätige Mitarbeit in hessischen Dorfkirchenkreisen rrnd dirrch Herausgabe gediegener lBolksfchriften, wie z. B. „Mit Pflug und Feder", „O du Heimatflur", „Vom Heimatacker" usw. Seine Bor träge, die mm Tfyttna hatten: „Die Heimat im Weltkrieg", „Schwert, Brot >und Glaube", uff., waren überaus stark besucht. und machten einen nachhaltigen Eindruck auf die Zuhörer. — Am 30. November wurde unter großer Beteiligung ein Kriegsveteran von 1866 zlu Grabe getragen, der Taglöhner Konrad Fischer. Seine letzten Lebensjahre verbrachte er nach dem Tode seiner Frau als Pfründner im. hiesigen gräflichen Hospital. Er erreichte ein Alter von fast 80 Jahren. Militär- und Kriegerverein gaben ihm mit ihren Fahnen das letzte Geleit.
Kreis Friedberg.
oa. Holzhausen v. d. H., 30. Nov. Am 1. Dezember v "> läßt uns der katholische Geistliche Pfarrer Berdel, um die katholische Pfarrstelle in Spießheim (Rheinhrffen) zu übernehmen. Man steht Pfarrer Berdel ungern von hier scheiden.
— Langenhain, 2. Dez. Tie Wirtschaftsgebäude des Landwirts Johannes M ü k l e r wurden durch ein Schadenfeuer zerstört.
— Vilbel, 2. Dez. Aus der Nidda wurde die Leiche einer seit Monatsfrist vermißten Frau aus Groß-Karben geborgen. — Oberlehrer Dr-P e r r 0 n von hier erlitt als Leutnant auf den Schlachtfeldern den Heldentod.
Kreis Wetzlar.
ra. A u 8 dem Kreise Wetzlar, 1 . Dez. Erfreulicherweise wurden am 1. Dezember 1912 im hiesigen Kreise 3029 Bienenvölker gezählt, was als stete Zunahme zu verzeichnen war. Allein die schlechten Honigjahre, dazu die fortgesetzte KriegSzeit haben die Bienenzucht nicht gefördert. Viele Imker find ins Feld gezogen, ihre Bienenstände konnten nicht gepflegt werden und sind daher vielfach eingegangen.
Hessen-Nassau.
ra. Biedenkopf. 2. Dez Im Kreise Biedenkopf kommen für diese Woche 160 Gramm Fleisch ohne Knochen, 200 Gramm mit Knochen oder 400 Gramm R e h f l e i s ch pro Kopf zur Aus- abe. — Da voraussichtlich auch im nächsten Jahre die Früchte des Weißdorns gesammelt werden, so empfiehlt daS Königl. Landratsamt jetzt schon das Beschneiden der Hecken.
ra. Dillenburg, 2. Dez. Die Magistrats-Vorlage mit dem Anträge des VerschönerungsvereinS über die Anlage eines H e l d e n h a r n e s wurde für nächstes Frühjahr vertagt.
g. Eschwegea. d. Werra, 1. Dez. In dem Nachbar- dorse Oberh 0 ne, in dem erst am vergangenen Sonntag durch Großfeuer zwei Bauerngehöfte eingeäschert wurden, vernichtete in der Nacht von gestern auf heute wieder ein gewaltiges Schadenfeuer Sck-eune und Wirtschaftsgebäude der Landwirte Proeger und Rüppel. Mitverbrannt ^ind die gesamten diesjährigen Erntevorräte, fette Schweine, einige Stück Rindvieh, Kleinvieh und wertvolle landwirtschaftliche Maschinen. Die Häufigkeit der Brände läßt fahrlässige oder böswillige Brandstiftung vermuten. Der beträchtliche Schaden ist nur teilweise durch Versicherung gedeckt.
Kranzösifch-englische Rinderverhetzung.
Lhus der Schweiz wurde uns heute eine Nummer einer in Paris in englischer Sprache erscheinenden Zeitschrift, die den schönen Namen „Dha Resurrection" („Tie Auferstehung") führt, zugesandt. Dieses Heft ist auf dem Umschlag als „Sondernummer für Kinder" bezeichnet. Gleich der erste größere Artikel vom Herausgeber, einem Herrn F. de l.a Touche in Paris, verfaßt, trägt die Neberschrift: „An die Kinder." Nun ist gerade dieses besonders an die Kinder gerichtete Machwerk ziemlich das Unglaublichste, was an niedriger Verhetzung gegen Deutschland und seinen Herrscher bisher geleistet wurde. Unseres Erachtens ist es schon an sich das Schmachvollste, was ein Mensch tun kann, wenn er das Gift des Hasses und dev Zwietracht fit das unschuldige und harmlose Gemüt der .Kinder sät,' aber wäs hier geleistet wird, ist echt französische Gemeinheit feer Gesinnung, die auf diese Art durch die Sprache der Heranwachsenden Jugend Englands eingeimpft werden soll. Unsere Anschauungen über diese Art von Politik sind schon wiederholt an dieser Stelle ausgesprochen worden, es dürste bafjer genügen, wenn wir heute unseren Lesern einige Proben dieser französisch-englischen Erziehungsmcthode in wörtlicher Uebersetzung briirgen.
Nach einem Vergleiche zwischen der deutschen Politik mit einem Hausnachbarn, der in seinem Garten .Kanonen und andere Mostd- instrumente gegen seine friedlichen Nachbarn richtet, fährt dieser famose Jugendpfleger de la Touche fort: „Ihr glaubt wohl, daß Länder, die von empfindsamen und vernünftigen menschlichen Wesen regiert wevden, so etwas nicht tun könnten? In älteren Zeiten, als die Menschen, wie wir denken, viel weniger feinfühlig waren, wie sie es heutigentags sind, Würden die Herrscher Europas schon längst irgend jemand hingeschickt haben, der Wilhelm von Deutschland :md seine abscheulich Bande von Ratgebern, die solche Dinge erdacht haben, hin gerichtet hätte, ftir den Fäll, daß das deutsche Volk dies nicht «selbst getan hätte. Und das wläre ein sehr guttzs Werk gewesen.
Aber heutigentags sind ivir, wie wir denken, für Taten wie diese zu zivilisiert, und außerdem haben wir viel zuviel Politik und Diplomatie.
Wenn die Weltgeschichte ehrlich in den Bückiern der Geschichte niedergeschrieben würde, müßte Wilhelm der Zeile von Deutschland als Zeitgenosse des John Lackbanid von England hingestellt werden, rmnl die Begriffe Deutschlands von Menschlichkeit seit jener Zeit fast keine Fortschritte Mmacht haben. Ihr werdet euch erinnern, daß alle sPuider lzu der einen oder der anderen Zeit ihe .Könige getötet haben, aber Deutschland hat das nicht getan! — .Kein Volk kann frei sein und auf gleicher Stufe mit den andern stehen, solange es Triefet seine ungerechten Könige getötet hat; denn trotzdem es tatsächlich me sehr ernste Stäche ist. Zn tätenj. sollte es andererseits Menschen, die zu ehrgeizig sind und zuviel Macht über andere besitzen, nicht erlaubt sein, weiterzuleben! Sobald die Deutschen es einfehen, daß ihr Herrscher nicksts weiter ist als ein blutdürstiger Tyrann, werden sie die Lehre ans der Geschichte verwirklichen und ein freieres und glücklicheres Volk lverden. Wilhelm von Deutschland ist schlimmer als alle überehrgeizigen Herrscher der Vergangenheit, weil diese es nicht besser verstandest, er aber hatte j-ede Ge>- legenheit, ein großer und würdiger .König zu werden.
Daher also, weil Deutschland sich nicht von seinem widernatürlichen Herrsck)er und sinnen mörderischen Ratgebern frei machte, und weil sie kamen und friedfertige Leute. Frauen und Kinder angriffen! lund dereir Städte, Dörfer und Kirchen zerstörten, mußten alle Männer Encchands und seiner Kolonien, Frcrnkreichs, Belgiens und Mcßlands (die übrigen braven Verbündeten scheint der Verfasser nicht für gleichwertig Zu halten. R.), die es konnten, gegen dies Volk kämpfen; und sie müssen gegen sie kämpfen nicht etwa in der ritterlichen Art ve-cgangener Zeiten, weil unisere Zivilisation barbarische ^Kampfeswcisen erfand, die nicht etwa den (Gegner mit einem Schlage niederstrecken, sondern sie zerreißen ihn in Dutzende von Stücken oder vergiften ihn unter furchtbaren Qualen! —"
Diese Probe möge genügen, in dem Tone geht es vier gantze Quartseiten weiter. Aus dem „Türmer".
vermischte«.
Ein großes Eisenbahnunglück in Ungarn.
Budapest, 1. Dez. (WTB.) In >der vergangenen Nacht kurz nach 12 Uhr stieß der Wiener Eil zug Nr. 3 mit dem von Budapest kommenden Grazer Person enzuq in der Station Herezeg Haloni. infolge falscher Weichenstellung zusammen. Mehrere Wagen des Eil- und des Personenzuges wurden zertrümmert. Zahlreiche Vertvundete und Tote sind zu beklagen. In dem Wiener Eilzug befanden sich zahlreiche Trcruergäste, die von der Wiener Leichenfeier nach Budapest zurückreisten. Das Gerücht, nach dem die Sonderzüge nrit den Aiitgliedern des Magnaten- und Abge- ordnetenhauses von einem Unfall betroffen worden seien, ist unzutreffend.
Budapest, 1. Dez. lWTD.) Die Zahl der bei der gestrigen Eisenbahn katastrv phe Verunglückten beträgt 6 6 Tote, znTneist Sjoldatzen, und 150 Verwundete darunter 6 0 Schlververletzle. Ter Ziviladlakus von Serbien, Exzellenz! Ludwig Thallvzy, der in dem Salonwagen fuhr, wurde getötet. Sern Sekcetär, eine verwarrdte Dame und ein Oberleutnant, die sich gleiMälls in dem Salonwagen befanden, blieben unversehrt. Tie Berlurmdeten wurden mit einem Sprtalzuge zum größten! Teile nach Budapest gebracht. Tie Ursache des Unglücks ist, daß infolge verspätet abgegebenen Haltesignals b£t Wiener Eil zu g iüt den Gtazew Personenzug hineinfuhr, wobei mehrere Wagen zertrümmert niurden.
Börsen-Wochenberichl.
-- Frankfurt a.,M., l. Dezember.
Obwohl der günstige Fortgang der Operationen ans dem rumänischen Kriegsschauplätze der Stinimung im freien Verkehr der Börse einen guten Rückhalt bot, beivegte sich in dieser Woche das Geschäft dock) in sehr engem ^lialinien urch^licß auch die. Dcrsbelve- gung eine gewisse Unsicherheit erkennen. Spekulation und .Kavita- listeukreise beobachteten große Zurückhaltung. Gaben einseits die in der Oeffentlichkeit tticfrt zum Stillstand kommenden Erörterungen über einen weiteren Ausbau d> e r S t e we r g e s e tz g e b u n g den Anlaß zur lustlofsn Haltun-g, so trug doch auch das Zivil- d i e n ft p f l i cf> t g c f e , das jetzt die entsckvidenden Gesetzesstellen durchläuft, viel dazu bei, der Unternehnrungslust an der Börse einen
Dämpfer z!U geben. WoN sind die An-führuNgSbestimmungen nmr
bekannt, aber das (besetz trägt den Charakter eines Rahmengesetze^, bei dem alles auf die Auslegung der einzelnen Paragraphen, also auf die praktische Ausführung selber, ankommt, uni) die größte Schwierigkeit imrd hier die Frage bereiten, welche Industrie- und BeschäftiguirgSzw ei.gr als mittelbare oder nicht mittelbare Kriegs- versorgUngsindustrien zu gelten haben werden. Das Schicksal zahlreicher Existenzen wird von der Klarstellung dieser Frage abhängen.; Für die Börse selber koinmt noch in Betracht, daß durch die Mobili- sienmg der Arbeitskräfte ihre Reihen weiter gelichtet werden. Neben solchen Erwägungcm ftchrten auch die ungeklärten Preisfragen in der Kohl enin!du strie, sowie nainentlich die Ungewißheit über die seitens der Bel)öiden noch festznsetzenden Stenerkurse dazu, den Verkehr an der Börse einzuschränken. Bleibt doch zu be- ftirchten, daß sich vielleicht bedeutende Abweicchrngen zwischen den Vorschlagskursen der Börsenvorstämde und jenen des freien Verkehrs herausbilden. Ter in der letzltcnr Zeit in Fluß gekommene ^ Ab bau der Engagements kann wohl in der Hauptsache als dcrrch- ' geführt gelten. Es zeigte sich atu-f den meisten Gjüäeien nur noch geringes Angebot, inimerchffr haben M 0 n t a n - Und R ü st u n g S - werte weitere, zccm Teil beträchtliche Kursrückgänge erfahren Es gilt dies vor allnn für Mumfcheiö, Deutsche Waffen, RheinmetaU, Hirsch Küpfer and sämtliche Autotverte. Von chemischen Werten waren nur Gries hei iner stärker gedrückt. Elektro,verte stellten sich ebenfalls etwas niedriger. Einen größeren Rückgang erftrhren auch Adler und Oppenheimer Ledin imd Gnmmipeter. Erdöl und Ste- ckua Romana waren gleichfalls angeboten und niedriger. Im Gegensatz, M Montan-undJndnstriepapieren zeigten SchiffahrtS- akt i en und B a hn en. namentlich amerikanische undSchangtungt- bahn recht feste Haltimg. Banken blieben gut behauptet. Fest lagen auch deutsche Anleihen, besonders waren 3prozentigc gefragt. Bon ausländischeir Staatsanleihen tvaren Griechen prozent- tveise höher, auch Serben, Japaner, italienische, sihtveizerische und nordische Werte in Znsannnenhang minder Festigküt der Devisen besser. Geld war leicht. Prioatdiskont etwa 4 3 / 16 Prozent.
Letzte Aachrichten.
Die Kriegsziele der „Kölnischen Zeiwng".
i. Köln, 2. Dez. Die „Köln. Ztg." befaßt sich mit den Kriegszielen und erklärt:
Wir werden auf den Ausbau und die 9lbrundmrg unserer Kolonien Bedacht zu nehmen haben. Politische Ziele durch An gliedern ng von Land und Menschen in Europa werden wir nicht verfolgen. Große, in sich zusammenhängende KolonialgeLiete lastest sich verhältnismäßig leicht halten, so daß wir kolonialen Macht- znwachs zu erstreben and für diese Gebiete für eine militärisch« Festigung und> Erstarkung zu sorgeu haben. Im übri.gen decken sich ^ unsere weltpolitischen Kriegs ziele mit den politischen Kriegszielest unserer Bundesgenossen, denn sie inüssen ans die Erhaltung und ' Sicherung des Vierbundes gerichtet sein. Die kürzlich ausgesprochene , Versprechung des Reichskanzlers, es sollten Zustände geschaffai t werden, die Ibec freien Entirükelung aller Nationen ^ auch der kleinen gerecht werden, können und dürfen silbstverständl«h> ^ iricht bedeuten, daß wir die Wiederherstellung der Staaten, die sich ' uns feindlich entgegengestellt haben, nne Belgien, Serbien, Monte- ' negro und ffiumäaffen, erstreben, sondern, es kann nur heißen, daß dick ■ Nationalitäten, die uns freundlich gesinnt sind und die in Zukunft . sich an uns anlehnen wollen, unserer Förderung versichert sind. , Die „Köln. Ztg " fordert, daß die Engländer Calais und de« gesamten französischen Rand des Kauals räumen. Solange das nicht geschieht, halten ivir es für selbstoerstäudelich, daß deutsche Truppen das französische Gebiet, falls es ür unserer Macht liegt, besetzt lyalten.^ Die „Köln Zeitung" erklärt ferner, daß dieses in großm Umrissen die Kriegs^üle feien, wie man sie sich vielfach im deutschen Volke denke. Ob die Regierung und die maßgebenden militärischen Stellen sie im ganzen oder im einzelnen bestätigen, oder verwerfen, sei ihr nicht bekcörnt.
Die Gehermsitzung der französischen Kammer.
Genf, 3. Dez. Die geheime Kammersitzung beschäftigte strh mit der Lage der Sarrail-Arme«. Briand antwortete auf die Interpellation, die die Aufhebicng der Verordnung vom 2. Dezember 1915 verlangt und Geireval Sarvwck wickder von Joffvk? unabhängig machen soll: „Diese Debatte muß in Zusammenhang gebracht werden mit dem Plane der SckZafftm.g eines selbständigen! Oberster: Kriegsrates der Entente, an dessen Spitze Jossif treten! soll. Wird dieser Plan verwirklicht, was sehr wahrscheinlich ist, so wird ein neuer Generalissimus der französischen Heere ernannt werden müssen. Sarrail rverde dann von Josfres Nachfolger nicht mehr unmittelbar abhängig fein." Die heute nachmittag begnmendtz Geheimsitzung wird die Beratung der Jitterpellation über die Ge- ßrhren des deutscher: U-Bootkrieges beginnen- — Did Kr:e gsaus gaben Frankreichs ins tzum 31. Dezembickst 1917, die Havas rrrit 72^/2 Milliarden Francs beziffert, werdert nach dem Bericht des Budgetberichterstatters Perret sich tatsächlich arrf mindestens 76 V 2 Milliarden Francs belaufen, da das französische Brrdget an Vorschüssen an befreundete und verbündete Länder etwa 4 Mllliarden vorsieht. Die täglichen Kr«aS- auslagen Frankreichs betrugen bisher durchschnittlich 75.7 Millionen Francs, werden aber im ersten Viertel 1917 95,8 Millionen Francs betragen.
Eine Kundgebung des rumänischen Kriegsministeriums.
Stockholm, 1. Dez. Das Presseamt des rum änischen Kriegs- ministeriums erklärt: Der Rückzug der rumänischen .Heere in den letzten Tagen- ist weniger durch den starken Twuck der feindlichM Heere, als durch die strategischen Folgen der an der Südfront em- getretenen Ereignisse verirr sacht. Der Rückzug wird in der Richtung auf Bukarest fortgesetzt. Es fehlt jeooch gegenwärtig die Fühlung mit den bei CaMpulung stehenden Armeen. Es ist außerordentlich schwierig, ein schnelles Borrücken Mackensens a U f zu h a l t en. da zwischen dltexandria imd Bukarest offenes Felo liegt, das kein natürliches Hindernis lnetet und das der Feind jederzeit von der Donau :md vom Gebirge hetz überschwemmen kann.
Mnnnschaftsmangtl in Rumänien.
Bukarest, 30. Nov. Aus infvrnrierten hiesigen Quellen wird bekamst, daß es den Rumänen an gittgeschulten imd erfahrenen Ofsizieven mai^ele. Ter^Mangel ist so groß, daß das Verhältnis der Offiziere zu den Soldaten gegenwärtig wie eins zu ^hundert und :wch ungünstiger ist. Für die m den letzten Tagen eingetretene Verschlimmerung der allgamiernrn Lage in Rirmänien ist besonders der Umstand charakteristisch, daß man alle bisher aus irgend welchem G nmde oder zu. Staats zwecken zurückgestellten' Jünglinge rrnter Aufhebung sämtlicher Erleichterungen und Zugeständnisse unverzüglich M ihren Truppeickörpern befördert. Das betrifft auch« die Jahrgänge 1917 und 1918, die von Anfang <m nur zu militärischen Instruktionen heran gezogen wurde,!. Ebens-o wird eine n«ue Ibntersuchimg aller für untauglich Erklärten twrcje* nommen und nach viel strengeren Grundsätzen duvchgeführt werden.
Porttrqal und die deutschen Schiffe.
Mailand, 30. Nov. Nach mt die amfermrnischen Agem, turen gelangten Meldungen wird Portugal mit acht in den portugiesischen Häfen beschlagnahmten Schiffen ein«: besonderen Schiffahrtsdienst zwischen Lissabon und den brasilianischen Häfen emrichten, um die Verproviantierung der Vierverbands ft aalen zu erleichtern. Zur BerteiluTM der in Lissabon eingetroffenen Waren werden Zweiglinien nnch Frankreich, Italien und England eingerichtet.
RiesenkonkurS in Italien.
Bern, 1. Dez. „Eorrierr della Sera" meldet aus Padna:^ Der Großkauffnann Pela hat Konkurs erklärt. Die Konkursmasse beträgt Millionen Mehrere .Kreditanstalten sind getroffen
„Gedenket der Gebnrktagrspende für'; Rote Krens"!


