Ausgabe 
29.11.1916 Erstes Blatt
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tu behalten, als n zur Bestreitung der täglichen Ausgaben unbe­dingt braucht. Es ist dock) gcurz klar, daß mit einem einzigen' Merkstück, das au einen: Tage fünfmal den Besitzer wechselt, ebensoviel Dinge bezahlt werden können, als wenn für jede dieser fünf Zahlungen ein neues Markstück erforderlich wäre.

Müller: Das leuchtet mir ein. Ich werde den Gang zur Spar­kasse lassen und lieber meine Drcsckiarbciten zu Ende führen. Man bat ja ohnehin keine Zeit übrig, wo alle Knechte eingezoaen sind. Und das Geld, was ich gestern eingenommen l)abe, will rch gleich zur Genossenschaft bringen.

Krause: Recht so. Herr Nachbar, und nun gutes Wetter zum Tagwerk!

Müller: Guten Morgen, Herr Nachbar!

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** Auszeichnungen. Dem Unteroffizier am hiesigen Bezirks­kommando Heinrich Dilges wnrde vom Gros,Herzog das Kriegs­verdienstzeichen verliehen. Dilges ist Teilhaber der Firma Klingel- hoffer L Dilges. Wehrmann Heinrich Wagner. 8. Komp. Landst.-Jns.-Rgt. 20, wurde das Hessische Militär-Sanitätskreuz am Kriegsbande »Für Pflege der Soldaten 1914' verliehen.

** Zum Komm' andowechsel beim 18. Armee­korps. Der bisherige Stellvertretende Kommandierende General des 18. Armeekorps, General der Infanterie Freiherr von Gall, har im seiner langen Dienstzeit sowohl in der Front, wie

in anderen Dienststellungen wechselnde Verwendung gefunden. Im Großherzoglich Hessißclim Dienst, in welchem seine Vorfahren schon in, dreißigjährigen Kriege hohe Koininandostellen bekleideten, mattste Leutnant Freiherr v. Gall die Feldzüge von 1866 und 1870/71 mit. Aus dem Regiinent 118 kan, Freiherr v. Gall als Kommandeur zu der Uuterossiziervorschule nach Weilbicrg, später wirkte er bei der Injektion der militärischen Lehranstalten. Nachdein er Re­giments- und Brigadekommandeur in Schlesien gewesen, wnrde er an die Spitze der 2\ Division (Darmstadt) gestellt; zmn Gene­ral der Infanterie befördert, wnrde Freiherr v. Gall der Posten als Gouverneur von Köln übertragen, von den, auS er sich im Jahre 1906 zur Disposition steller, liest. Freiherr v. Gall hat sich auch schriftstellerisch betätigt, er gab längere Jahre das bekannte Firckssche Taschenbuch kür Offiziere heraus. Der neue Stellver­tretende Kommandierende General, Generalleutnant Riedel trat bei den 8lern ein, wo er als Leutnant, Adjutant und Hauvtmanu Dienst tat; später war er Bataillonskoininandeur beim Regt. 58 in Glogau. Als Rcgimentskon,mandc»r stand Oberst Riedel an der Spitze der I68er in Osfenbach a. M. Aon dort ans übernahm er als Generalmajor die 41. Brigade in Mainz, um in, Frühjahr 1913 in Magdeburg als Generalleutnant an die Spitze der 7. Di­vision zu treten. J>n Kriege befehligte Generalleutnant Riedel einen größeren Truppenverband.

Iungwehr. Mittwoch, 29. Nov., 8^ Uhr: Antreten. Komp. 620: Realgymnasium. Komp. 621: l . Abteilung Ober­realschule. 2. Abteilung Gymnasium.

** Die Bestelltste für Schlüssel waren. Wie cms der Bekanntmachung des Oberbürgermeisters im heu­tigen Blatt zu ersehen ist. wird für die Mgabe der Schlüssel- tvaren darunter sind Teigw-aren, Hülsenfrüchte und Mühlenerzeugnisse (Grieß, Graupen und .Haferflocken) zu verstehen in den Geschäften der Stadt eine besondere Regelung eingeführt. Man hat hierfür das sogenannte Be ste ll-Sy st em, das sich in anderen Städten bereits bewährt hat und immer größeren Anklang findet, gewählt. Die Vorteile dieses Systems bestehen darin, daß nur soviel Waren an die einzelnen Geschäfte abgegeben werden, als dein tatsächlichen Bedarf der Kundschaft entspricht. Es wird so vermieden, daß sich in einzelnen Geschäften Vorräte ansammeln. Die Stadt ist daher in der Lage, bei der Ver­teilung sich etwa ergebende Ueberschüsse zu besonderen Zwecken, etwa für Krankenanstalten und Schwerarbeiter, zu verwenden. Bei jedem /Kteinhandelsgeschäft, das Schlüssel­waren verkaufen will, wird künftig eine sog. Bestell­liste angelegt, zu der sich jeder, der Waren dort kaufen will, unter Ablieferung der betreffenden Marken, anziv- melden hat. Die Zuteilung an die Geschäfte erfolgt dann auf Grund der eingereichten Bestell-Listen Der Zeitpunkt, wann die Anmeldung zur Bestell-Liste sowie die Abgabe der Waren erfolgen kann, wird jeweils besonders bekannt­eben. Die neuen Marken werden am Samstag in Brotmarkenbeztrten cntsgegeben.

'* Neue Zuckerkarten. Wir verweisen auf die in, heutigen Blatt abgedruckte neue Zacker-Verbrauchsregelung. EH werden im ganzen Grostherzogtum Hessen gültige neue Zuckerkarten ansgegeben. Die ausgcgebenen älteren Karten sind vom 1. Dezember ab ungültig. ES wird noch darauf hmgewiesen, daß nach der Bekanntmachung Großh. Ministe­riums des Innern über den Verkehr mit Zucker künftig nur noch 500 Gramm Zucker auf den Kopf und Monat gibt. Im Monat Dezember gibt eS mit Rücksicht auf die Her­stellung von Weihnachtsgebäck in den Haushaltungen eine be­sondere Zulage von 2 50 Gramm. Die neuen Karten werden voraussichtlich au, Samstag aus den Brotiuarkeu- bezirken ausgegeben. Gültig sind vorläufig die Zuckern,arkeu Nr. 1, 3 und 3.

** Berkehrss perrung. An, 30. November und am 1. und 2. Dezember d. I. wird Frachtstückgut im Bereiche des Eisenbahndirektionsbezirks Frankfurt (Main) zur Beförderung nicht angenommen. Militärgut und Privatgut für die Militärverwaltung bleiben von der Maßnahme unberührt. An den drei nächster, auf die Sperrtage folgenden Werktagen wird der An­nahmeschluß für Frachtstückgut auf 12 Uhr mittags festgesetzt. Ueber Ausnahmen vom Annahmeschluß m ber Regel auf allen kleineren Bahnhöfen, sowie über alle sonstigen Fragen erteilen die Güter- und Eilgrtt- eckfertigungen nähere Auskunft.

** V erein für Krankenpflege. Der Verein für Krankenpflege, dessen Aufgabe es ist, mittelst der Station barm­herziger Schwestern der Pflege von Kranken und Armen zu dienen, hat in seiner Generalverfaminlung vom 22. ls. Mts. an Stelle des verstorbenen Rechners, Freiherrn von Jungenfeld, unter Anerkennung der großen ^Verdienste desselben .um den Verein, Amtsgerichtsrat Wachtel als Rechner des Vereins gewählt. Ter Vorstand besteht nunmehr aus folgenden Personen: Justizrat Grünewald, Vorsitzender; Amtsgerichts rat Wachtel, Rech­ner; Rochtsanwalt Peters, Schriftführer; Hosrat Jacob Grünewald, Geh. Rat H eichelh eim, Drogist W. Kil- binger, Seifenfabrikant P. Möbs, Prokurist Hermann Petri, Uhrmacher Otto Schmidt.

** Sorge für die Schuljugend. Aus Elt-ernkreisen erhalten wir folgende sehr beachtenswerte Zuschrift: Tie nrm,gei­hafte, jetzt durch die NichtlieserunL der Vollmilch noch mehr be­einträchtigte Ernährung unserer Schuljugend zwingt alle Eltern zu den, Wunsche, daß alsbald seitens der Volksschulen und ins­besondere der höheren Schulen, diesen Verhältnisse im weit­gehendsten Maße Rechnung getragen werde. Es erscheint not­wendig, daß der Lehrplan geändert wird, die An­forderungen durch Blenderung des Klassenzieles herabgesetzt toerden und die Stunden Ml verrin gert wird. Auch« wegen des Lehrer­mangels genügen täglich die Stunden Unterächt von 912 Uhr; Uel*erstuuüen. >oie Singen, zu denen die Kinder schon in den ersten Schuljahren schwere Bücher und Notenhefte milschleppen müssen, konnten ohne jeden Scknden für die künftige Bildung jetzt wegfallen. Auch im Interesse der den Eltern zur Verfügung stehenden Geld- nrittel, sollte von zu umfangreichen Büchern, die für jüngere Schüler eine tägliche Last von inehr als 10 Pfund ausmachen, als

^eynuiuei uUyuuw uOumuULui loewen. Dscher ftrtcQ mutz uiu-> lernen und schon gdefat haben, in erster Linie für die körper­liche Gesundheit der SchUljngend zu sorgen; bei den jetzigen EnlährungsverhAtnisien sind aber die Anforderungen oiel zu hoch.

** Belehrung über Todeserklärung Kriegs- Ver schollen er. Nach der Bundcsratsberordnun§ vom 18. April 1916 können Kriegsteilnehmer, die während des Krieges vermißt worden faib, im Wege des Aufgebotsverfahrens für tot erklärt wer­den, »venu von dem Leben des Vermißten ein Jahr lang keine Nach­richten eiugegMWen fach. Der Antrag ist bei dem Amtsgericht des letzten inländischen Wohnsitzes schriftlich oder zu Protokoll des Ge- richtssckMeibers Ku stellen. Gerichtsgebühren werden für das Ver­fahren nicht erhoben. Der Antrag kann von jedem gestellt ,verden, der an der Todeserklärung ein berechtigtes Interesse hat, insbe­sondere von Angehörigen und Erben des Vermißten. Vor Stellung des Antrages ist zu prüfen, ob ein wirtschaftliches Interesse an der Feststellung des Todes besteht. In dem Ausgebotsveftahren ist-eineAuskunft zum Zwecke der gerichtlichen Todeserklärung" vorzulegen, die von den Angehörigen bei dem ZentralMachweise- Bureau des zuftäifaigen Kriegsministeriums unmittelbar zu beantragen ist !und diesen von dort aus unmittelbar zugesandt wird. In dem Antrag an das Zenttal-Machweise-Bureau ist die ge­naue Adresse des Antragstellers anzugeben. Ber Abfasiung der An­träge ist der Bctzirksaüsschuß Gießen für vermißte und kriegs-- gesangene Deutsche bereit, den Antragstellern zur Hand zu geyen.

. ** Konferenz der hessischen Bergwerksbe­triebsleiter. Tie Leiter der hessischen Bergwerksbetriebe tra­ten am 23. November in Frankfurt a. M. zu einer Konferenz zu­sammen, an der in Anbetracht der wichtigen Tagesordnung auch Vertreter des Königs. Stellvertt. Generalkommandos, der Kriegs- gcfangeneninspektion und der Ernährungs-Abteilung teilnahmen. Zunächst wurde verhandelt über bergpolizeiliche Not­wendigkeiten, die aus Kriegsrücksichten bisher zurückgesdellt worden sind, aber doch nicht aus dem Auge verloren werden dürfen. Das gilt besonders von der Richtighalttmg der Grnbenbilder durch Nachtragung der neuen Arbeitspunkte nsw. Auch die Weitera,^- dehnung der Fernsprechanschlüsse ist wichtig für die Sicherheits­maßnahmen auf Gruben. Zur Vermeidung von Härten durch lB e r - jährung von Ansprüchen aus der Arbeiterversichernng wurde der Anshang ausklärender Drucksachen des Großh. Oberver­sicherungsamts empfohlen. Sodairn wurde eine Reihe von Fragen aus dem Gebiete des berggesetzlichen Gewerkschaft sr e ch t es erörtert, die durch- neue gerichtliche Entscheidungen eine Aenderung der seitherigen Praxis herbeiführen müssen. Im Zusammenhänge mit der gegenwärtigen Kriegsarbeit stand die Frage der amtlichen Bescheinigungen b i Bestellungen von Erqänzungs- Materialien und bei Neuem cbaffangen für die Bettiebe. Es bestand Einigkeit darüber, daß die Belästigung der Besteller und der Behör­den mit der Forderung amtlicher Bescheinigungen auch für sehr un­bedeutende Lieferungen den Wunsch nach einer Vereinfachung recht ferttgt. Entsprechende Anträge sollen gestellt werden. Die Schwie­rigkeit der S p r e n g st o s f b e s ch a s f u u g konnte durchs eine Uebersicht über die noch verfügbaren Mengen in mehreren Fällen behoben werden. Bei dieser Gelegenheit ivnrden auch einige allge meine Gesichtspunkte für beit Sprengstossvcrbrauch ausgestellt. Ueber die vier Hauptpunkte der Tagesordnung, belr. die Förder­steigerung, die Arbeiterbesck>afftlng und -ernährung, der Heran zichung frem.der Arbeitskräfte und betr. den Wagen- und Gruben- holzmangel entspann sich eine lebhafte Erörterung, an der auch die militärischen Vertreter sich in dankensioertcr Weise beteiligten. Das Ergebnis war insofern erfreulich, als die Werksleiter die Gewißheit mitnehmen konnten. daß sie für ihre aufs höchste ange­strengten Betriebe und Arbeiter auch die entsprechende Unter­stützung bei allen amtlichen und militärischen Stellen Erfahren werden. Mit dieser Zuversicht schloß die ungewöhnlich stark besuchte Konferenz.

** Rechtzeitig zu Weihnachten ein kaufen. In vier Wochen ist das Weihnachtsfest, also nur noch eine kurze Spanne Zeit. Deshalb möchten wir jetzt schon die Bitte, die wir in jedem Jahre an das kaufende Publikum richten, daß mit Weihnachts- bestellungen und Weihnachtseirrffa«fen möglichst rechtzeitig begon­nen wird, besonders eindringlich wiederholen. Der Mangel an Per­sonal, an Hilfslkrästerr, an vielen Materialien nnd die Schwierig­keiten der Versendung und Beförderung machen sich immer stören­der bemerkbar, so daß im Interesse des kaufenden Publikums wie in dem der Geschäftswelt, namentlich aber auch der kaufmännischen Angestellten und des Verkaufsperjonals der frühzeitige Beginn der Weihnachtsbesorgungen unter Benutzung der Vormittagsstunden un­erläßlich ist, tvenn sich der W^ihnachtsoerkehr in einer alle Kreise befriedigenden Weise vollziehen soll. Zier aide der Teil des Publi­kums, dem es nicht an Zeit und Mitteln fehlt, seine Einkäufe und Bestellungen rechtzeitig nnd in aller Ruhe zu erledigen, sollte hier­von Gebrauch machen. Die Verhältniisfe liegen eben derart, daß jeder Rücksicht nehmen nttrß. Ganz besonders sei darauf hinge­wiesen, daß mit der Versendung von Paketen an die im Felde stehenden Angehörigen nnd Freunde nicht gezögert wird. Man sollte nicht nur daran denken, unseren tapferen Feldgrauen eine Weihnachtsfreude zu bereiten, sondern auch daran, daß die Gaben dort auch rechtzeitig eintteft'en.

** D i e zum Bezüge von Kartoffeln n u b Kohlen zum ermäßigten Preise angenieldeten HauShaltungsvorslände können den Liesernngsschein von Mittwoch, den 29. November ab in Empfang nehmen. Siehe Bekanntmachung.

** Weihnachtsbescherung der Kleinkinder- B e w a b r a n st a l t. Wie alljährlich, so wird auch in diesem 3. Kriegsjahre eine Weibnachtsbescheruug vorbereitet. 300 Kinder im Alter von 2 1 /, bis 6 Jahren, deren Väter zumeist im Felde stehen, sind zu bedenken. Gaben an Geld. Kleidungsstücken und Spielsachen sind willkommen und werden von den Borstands- ,nitgliedern sowie Lehrerinnen der höheren und erweiterten Mädchenschule und den Anstaltsschwestern entgegengenommen. Siehe Anzeige.

** Der näch ste Städtische Seefisch,narkt wird erst Donnerstag, den 7. Dezember, abgebalten.

** D i e Auszahlung der F a m i l i e n u n t e r st ü tz n n g e n an die Angehörigen der zun, Heeresdienst Einberusenen für 1. bis 15. Dezember bezw. für November findet vom 30. November bis 7. Dezeinber statt. Die Unterstützungen dürfen nur an den in der Bekanntmachung angegebenen Tagen abgeholt werden.

Landkreis Gietzen.

n. Heuchelheim, 29. Nov. Der Sohn des hiesigen Bürger­meisters, dev Kriegssreiwilltge Ad. Kreiling, bisher Vize-Feld- webel im Res.-Jnf.-Rgt. Nr. 253, wurde zum Leutnant im gleichen Regiment befördert.

tt. Treis a. L., 28. Nov. Sonntag nachmittag fand in der lsiesigen Kirche ein Gedächlnisgottesdienst für die in letzter Zeit gefallenen hiesigen Krieger: Heinrich- Käs, Heinrich Becker und Konrad Müller, statt. Auch, der schon über ein Jahr Vermißten, des Georg Grau und Johann Heinrich! Nuhn, wurde ehrend gedacht und der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß doch noch einmal ein Lebenszeichen von ihnen konuwen möge. Mit dem Eisernen Kreuz wurden ausgezeichnet: Unteroffizier Will,. Becker vom 2. Marine-Jnfanterie-Regiment und Gefreiter Will). Kehr vom Res.-Jnf.-Regt. 88, letzterer besitzt auch schon die Hessische Tapserkeitsmedaille. Ter seit 5. September ds. Js. vermißte Musketier H. Will vom Jnf.-Regt. 129, hat dieser Tage aus russischer, ,md der seit 24. Okt. ds. Js. vernrißte Ersatz­reservist Johs. Antend vom Jnf.-Regt. 168 ans französischer Gefangenschaft geschrieben, erstever aus Kiesel, Gouv. Perm, letzterer ans Paris.

** Watze bor 29. Nov. Dem Wehrmann Karl Hirz II., der seit Anfang des Krieges im Westen'mpft und jetzt im Osten steht, ist die Hessische Tapserkeitsmedaille verliehen worden.

Kreis Büdingen.

Ka Büdingen, 29. Nov. Der Postscheckverkehr öffent­licher Kassen hat sich im Kreise Büdingen bedeutend gehoben. An- aeschlossen sind jetzt die Kreiskasse und 74 Gemeindekasieu. Die Kreiskasse hatte in 7 Monaten von Avril bis Oktober 1916: 100 Ueberweisungen aus Postscheckkonto, 729 Postschecke; in Einnahme 689 176 Alk. und in Ausgabe 674 084 Mk. Der bargeldlose Ueber- weisungsverkehr wird besonders gepflegt.

uu: uuut) .

des Gasverbrauch» Oandoats

KlctS Schollen. b

O Gedern, 29. Nov. Am Totenionntag fand hier aunrr der allgemeinen Gedächtnisfeier für dre Gefallenen noch em derer Gedächtnis-Gottesdienst für ^ie rn ven 9 Monaten auf dem Felde der Ehre gefallenen Krreger aus umer ^ Gemeinde statt. ES waren die Krieger: Alusketier 5iarl ^ bach, Sandsormer, gefallen am 24. Februar 1916 dur J chuß beim Sturm auf Beauinont; Heinrich Post, Hauow- - Landsturinmann in einem Jnsauterie'Regiment, gefallen am - bruar 1916 in Frankreich; Heinrich Dtöhr, Land.v.rt, Erwtz reservist in eurem Jniauterie-Regiiuent, verstorben "ach . -

Ber,vur,düng durch Granatsplitter an, 13. Alärz 1916 im 19 lazarett in Bouziers. T,e beiden letzteren 'vnren FannUenvale. Der OrtSgeistliche hielt die Gedächtnisrede über 1. Zoy. <*, ^

Kreis Wetzlar.

= Wetzlar, 29. Nov. Nach Mitteilungen deS Gaswett oll ivegen unzulänglicher Koblenzufuhr, die durch Wageumang^ veranlaßt ist, eine Einschränkung eiutretcn. . ^

ra. Wetzlar, 29 N°v Unter dem Borsrtz des tagte die ziemlich gut besuckste Hnuptoersammlung dos £ om Vereins. Nachdem int letzten Jahre durch 2*^*9

wieder 19 Mitglieder ab gegangen sind, zählt der Verein noch 6 Patrone und 130 Mitglieder. Tie Jahresrechmmg «mit 1907,37 Mark ab, außerdem verfügt ber herein über nwr Tombau-Unterhaltungsfonds in Höhe von 56 L04,81 Mcrrck verstorbener La,U>sn,ann, Rentner Albert Hofmann Wiesbaden dem Verein eine Zuwendung von 25 000 Mk.^ vermacht. gen über die Gitteranlage am Tom beschlössen den gelckMrncv«^. Test der diesjährigen Hauptversammlung.

Hessen-Nassau.

][ Marburg, 29. Nov. Ter in der letzten Kreistagssi^Ml auf Anregung hes KreistagsmitgliÄ>es Universitätskurcttor Gel). Ober-Regierungsrat H a s s e n p f l u g ins Leben gernsertt B,a t e r - ländische K r e i s a u s s ch u ß , der den Zweck haben loll, r n der Kriegszeit vielleicht zutage tretende Gegensätze den

versck'Fdenen Bevöl?erungsklass>w durch gegenseitige 9lnsjprmy«i und Fühlungnahme mit den Beteiligten auszngleichen^ hnelt b<mre im Phitippshause unter Hinzuziehung sämtlicher Lcnrdbürgrrmerster nnd sonstigen in der Oessentlichkeit stehenden Einwohnern aus Stadt und Land seine erste größere Tagung ab. - Von hatte,av wird für das Nordviertel der Stadt auf der Ketzerbach eme Zweig­stelle der hiesigen Kriegsküche eröffnet ^ 9

Frankfurt n. M.. 27. Nov. Von zwei Mtllwnen Zeutneru Kartoffeln, die der Stadt für die Deckung des Wiuterbedarfs zugewieseu sind, ivurdeu bisher nur 800 000 Zentner nngeliefert. Durch militärische Kounuaudos sindeu augen­blicklich Nachprüfungen über die von de>, Haushaltungen eides­stattlich angegebenen Kartoffelvorräte statt.

--- Frankfurt n. M.. 27. Nov. Mit Rückwirkung vom I. November au bc,villigte die Stadtverwaltung ihren Beamten iind Bediensteten eine weitere monatliche K r i e g s t e u e r u n g s' z n l a g e. Diese beträgt für Verheiratete mit 1 und 2 Hindern 23 Mk. lseither 20 Mk.), ,nit 3 und 4 Kindern 30 Mk. (25 Mk.), mit 5 und mehr Kmdcri, 38 Mk. (60 Mk). Bei Beschäftiauna nur

Beschäftigung nur lk. 0,901,50 Läg­

en,es Teiles des 'Monats beträgt die Zulage Mk. lich, je nach der Kiuderzahl. Bei Ledigen und Verheirateten ohne Kinder ivird die bisherige Zulage unverändert weitergewährt.

X. panan, 29. Nov. Der Landwirt und Müller Konrad Bau mann in Bruchköbel hatte, wie eine Revision festzustellen vermochte, tu 25 Fällen Selbstversorgern inehr Brotgetreide ver­mahlen als gesetzlich zulässig ivar. Das Schöffengericht Hanau verurteilte ihn zu 300 Mk. Geldstrafe.

g. E s ch iv e g e a. d. Werra, 29. Nov. Bei der Ausführung von Kanalisatiousarbeiten in der Düngebacherstraße wurde heute der Vorarbeiter Schröder aus dem beuachbarlei, Dorfe Elt­mannshausen durch herabstürzende Erdmaffen verschüttet und gelötet.

vermischrer.

* Sofia. 27. Nov. (WTB.) In der vergangenen Nacht ist der größte Teil der d e u t s ch e n S ch u l e in S o f r a nieder- gebrannt. Hierdurch wird der Schnlbetrieb empfindlich ge­stört, was um so bedauerlicher ist, als die Schule, die von 420 Kindern, davon zwei Drittel Bulgaren besticht war, wertvolle kul­turelle Arbett leistete und in der letzten Zeit einer, besonders starken Zuspruch seitens der bulgarischen Bevölkerung fand. Der Schaden ist nur teilweise durch Versicherung gedeckt.

Kopenhagen, 28.Nov. (WTB.)Polittken" meldet: Die Besatzung des vor einer Woche in der Bucht von Biscaya ver­senkten d än i il ch e n DampfersTherese" ist hier ern- getroffen. Tie Besatzung berichtet, daß sie, da bei der Versendung des Dampfers schwerer Sttrrm herrschte, von dem Unterseeboot aus­genommen und im ganzen 18 Stunden auf ihm verblieben sei. Ter Dampfer sei, nachdem er von der Besatzung verlassen, durch Brand­bomben zum Sinken gebracht worden^ Am nächsten Tage hielt das Unterseeboot einen n o r w e g i s ch e n D a m p f e r an, der mit Kohll' von lÄrgland nach Italien unterwegs war. Auch er sollte versenkt werden. Da aber für dessen Besatzung an Bord des Unterseebootes kein Platz mehr war, mußte er die Besatzung derTherese, die 19 Mann stark war und zur Hälfte aus EnAändern bestand, aus­nehmen und sich verpflichten, sie nach Brest zu bringen Hierdurch rettete er sich vor der Versenkung. Inzwischen näherte sich ein eng­lischer Dampfer, hinter dem versteckt sich ein englischer Tov- pedojäger befand. Ter Torpedojäger eröffnete sofort das Feuer auf das Unterseeboot, dieses konnte indessen noch rechtzeitig unter Wasser verschwinden.

* Der englische MunitionSmini st er gegen die Kirchenglocken. Wie die Londoner Blätter berichten, hat der englische Munitionsminister sich an den Bischof von Ehelmsford mit der Bitte geivandt, das Läuten der Kirchenglocken in den Munitionsdistrikten zu untersagen. Ta die Arbeiterschicht in den Munitionsfabriken iottwährend wechselt und viele Nacht­arbeiter aus den Schlaf bei Tage angewiesen sind, werde ihre Ruhe durch das Läuten der Kirchenglocken empfindlich gestört, und deshalb solle das Läuten der Glocken während des Krieges in diesen Bezirken unterbleiben.

Letzte Nachrichten.

Eine neue Friedensfrage im englischen Unterhaus.

London, 28. Nov. Im Parlament ftagte der SoziaM Snowden, ob nichtt die Zeit gekommen sei, Friedensverhanb- lungen an^usangen. Nachdem der Kanzler offen erklärt habe, daß Teutschlalw nur einen Verteidigungskrieg führe und nur die Si­cherstellung von Deittschlands Unabhängigkeit ,md Entivicklung verlange nnd daß Deutschlcrnd ebenfalls das besetzte Gebiet rm Westen fteigeben werde und die mcderen (Gebiete Gegenstand von Unterhandlungen sein könnten, stehe nichts mehr im Wege, die Verhandlungen anznlwhne.n. Minister Bonar Law erklärte, er könne dies facht ttin, u,cd sagte, daß der Kanzler die von Snowden erwähnten Erklärungen keineswegs abgegeben habe, sondern im­mer rmter der Voraussetzung von Deutschlands Sieg gesprochen liabe, weshalb jede Erörterung ft'ir einen ^britischen Mifaster aus­geschlossen ist.

Amerikanische Kriegsgennnne.

London, 29. Nov. Der Newyorker .^-»rrefpU»d«ck der Ti in es" iveifa darauf Imt, daß der junehtnendc Reichtum in den Vereinigten Staaten infolge des Krieges aus der Stattstik der Einkommensteuer in dem mit dem 30. Juni endigenden Finanz­jahre hervorgehe. Die Einnabmen <m3 der individuellen Ein kommensteuer haben 13 588 719 Pfand Sterling bettagen gegen 8 207 232 im Vorfahre. Die Einnahmen aus der Einkom»ensteuer der Bettiebsgesellschaften ergaben 11398 751 Pfand Sterling gegen 7 831 119 Pfurrd Sterling im Vorjahre. Die großen Ein­kommen haben sehr zugenommen. Es gibt jetzt doppelt so viele Steirerpftichtige rnit Einkommen von 200 000 Pfand Sterting und darüber, wie früher, nämlich 120, 3824 Personen mit ©in* kommen von 20000 Pftcnd Sterling und mehr.