bte es hauptsächlich bettogteu, daß für Anwohner der Nebenstrecken dir Verbind irng nnt Gießen und besonders mit den G i c [? euer Kliniken außerordentlich erschwert worden ist Die Königl. Eisenbahndirektion, der wir diese Beschwerden noermittelten, schreibt uns hierzu: „Bekanntlich drängt sieh der Güterverkehr auf den Eisenbahnen in den herbst- »nonatcn am stärksten zusammen. Während des Krieges iiuic ! die Bewältigung dieses starken Herbstverkehres natur- gemäs' größere Ähwierigleiten als in Friedenszeiten, da dir Eisenbahnen für Heereszwecke stark in Anspruch genommen sind und namentlich viele Lokomotiven und viel Personal für die Heeresverwaltung freimachen mußten. Die Befriedigung des Güterverkehrs steht jetzt unbedingt an erster Stelle, soweit er der Versorgung der für .Heereszwecke arbeitenden Gewerbebetriebe sowie der Beförderung von Lebensmitteln für die Bevölkerung dient. Der Ausfall von Personenzügen und demgemäß wieder die da- tmtd) eingetretene Verschiebung von Anschlußzügen war daher nicht zu vermeiden. Ta die Maßnahme, wie anzw- nehinen ist, mir als eine vorübergehende zu betrachten sein wird, wären wir Ihnen dankbar, wenn Sie in dem Leserkreise Ihrer geschätzten Zeitung in dieser Hinsicht auf- klä'-end mitzuwirken sich bereitsinden wollten."
** Geh. % o r fl r a t Weigand t. Am 23. November verschied nach längerem Kranksein Gch. Forstrat i. P. Weigand int 76 Lebensjahre. Wenn seine Beisetzung auf dem neuen Friedhöfe am Totensonntage nach seinem und der Familie Wunsch in aller Stille gedacht war, so konnte doch eine Zahl seiner Freunde — ihrem Herzensbedürfnisse folgend — dem bescheidenen und beliebten Manne das letzte Geleite zu geben. Mit nachstehenden Taten aus seinem Leben soll ihm ein Gedenkblatr gewidmet bleiben. Am 18. April 1841 zur Steinfutt bei Bad-Nauheim geboren, besuchte Wtüggnd die GttverbescktUle zu Darmstadt und die Universität zu Gießen und bestand die allgemeine fachliche Staatsprüfung im Früh jckhr 1867. Dienstliche Aufträge und Beschäftigungen in den verschiedensten Obersörstereien des Großherzogtum s gaben ihm die Vorbereitung, für spätere selbständige Stellung. Am 8. Juni 1876, nach neunjähriger Wartezeit, nmrde er zum Oberförster der Oberförsterei Beerfelden, am 12. April 1884 als solcher der Oberförsterei hocb- W'eisel in Butzjbach und am 5. Mai 1900 als Oberförster der neu geschaffenen Obersörsterei Wieseck in Gießen ernannt. Am 25. November 1897 war ihm der Titel Forstmeister, 1901 das Ritterkreuz erster Klasse des Philipps-Ordens verliehen worden. Mit seinem Uebertvitt in den Ruhestand würde ihm am 1. Oktober 1912 der Titel Geb. Forstrat zuteil. Tie Oberförsterei Wieseck, welche Wei- saand so 12 Jahre verwaltet lwtte, verschtvand damit wieder als selbständiger Tienstbezirk irnd wurde in die angrenzenden Reviere aufgeteilt. Weigand hatte gerade hier seine langjährigen Tienst- erfahrungen und seinen präklischen Blick betätigen können und sich als fleißiger Wirtschafter bewährt. Tie von ihm gerade in dieser Stelle begründeten neuen Bestände und seine Umwandlungen unwüchsiger Laubholz-Waldteile auf geringen Böden in frohwüchsige Nadelholzbesckinde werden durch ilire höheren Erträge den betreffen- ben Waldbesißern und Gemeinden in späteren Jahren, ihre klingende Nützlichkeit und Notwendigkeit noch deutlich beweisen. Weigand war verheiratet mit Marie geb. Wehn aus Gießen. Seine Witwe sund seine beiden Töchter überleben ihn. Wergand war der beste, das eigene Ich stets zurückstellende Familienvater. Gewissen- fxtfri rfv'it und Pflichttreue sind die Pfeiler von Weigands dienstlicher Tätigkeit gewesen. — Als gerader, biederer Charakter, von einfacher, anspruchsloser Natur war Weigand nicht allein bei seinen Berufsgenossen beliebt, mich seine Untergebenen und alle Teile der Bevölkerung seiner Dienstbezirke bewahren ihm ein gleich gutes Angedenken. ^
** Vortrag Adele Schreiber-Krieger. Wenn einmal die Geschichte 'des Weltkrieges geschrieben wird, dann wird man in einem besonderen Kapitel auch ehrend der Frauen gedenken. Tenn br; deutsche Frau hat durch regste und vielseitigst Tätigkeit, durch nie versagende Spannkraft, nnernrüdliche Sorgsamkeit und stete, opferwillig Hilfsbereitschaft ein gut Teil dazu beigetragen, daß das deutsche Volk durchgehalten hat, daß die Aufrechterhaltung der heimischen Volkswirtschaft möglich gewesen ist. Was die htl nder l tau sende von Frauen und Mädchen im Einzelnen geleistet, wie erfolgreich, sie sich auf den verschiedensten Gebieten unseres Volks und Wirtschaftslebens betätigt haben, das soll durch den berufenen und beredten Mund einer der bekanntesten Gestaltet: in der Deutschen Frauenbewegung, der Frau Lldele Schreiber- Krieger, emgchimd gewürdigt werden, welche morgen abend 8V» Uhr in der Neuen Aula auf Veranlassung der hiesigen Ortsgruppe des Hansa-Bundes über das Thema „Die Frau im Weltkriege" sprechen wird. Es sei auch an dieser Stelle nochmals auf die Veranstaltung, M welcher jedermann freien Zutritt hat, hingÄviesen und zu zahlreichem Besuche ausgefordert.
** Soldaten heim. Tie Feier von Gro ß h e r z 0 gs G e- biurtstag im Soldatenherm nahm einen schönen Verlauf. Die Mapelle des Ersatz-Bataillons unter der vortrefflichen Leitung des Herrn Bruno Herr mann bot ein sehr gewähltes Programm «Der von Müsiklehrer Gernhardt geschulte Verwuudeten-Säw- gerchor brachte mehrere Lieder zü Gehör, die wie die Musikvorträge reichen Beifall fanden. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand eine ztu Herzen gehende begeisternde Ansprache des Herrn Pfarrer Mahr. — Der Saal into die NÄenräume waren bis auf den LeHteti Matz gefüllt, und die Teilnehmer wurden frei bewirtet. — Die tarn Fräulein Sta m ml er gütigst zugesagte Mitwirkung n&rfetc wegen Heiserkeit der Sängerin leider ausfallen und findet mm bei nächster Gelegenheit statt.
** Volks- und Viehzählung 1916. Am 1. Dezem der 1916 findet eine allgemeine Auszahlung statt. Die Zählung itrfolgt durch besondere Zahler. Am 29. 0 . Mts. werden den cin- «elrren Haushaltungen haushaltungslisten zugestellt. Tie Listen lind am Nirmittag des 1. Dezember von dem haushaltungsvor-- stand ordnungsmäßig und vollständig auszufüllen und zu unterschreiben. Tie Abholung der Listen erfolgt am Nachntittag des 1. D^ember durch die Zähler. Nähere Awveisung zur Ausfüllung bet Lrsten ist jeder Liste aufgedruckt: die Vorschriften sind genau Ml beachten. Ferner ftndet am 1. Dezentber 1916 eine Zählung der in den Gemarkungen Gießen und Schisfettberg vorhandenen Bestände an Pferden, Rindvieh, Schafen, Schweinen Ziegen und Federvieh durch besondere Zähler statt. Den Zählern sind die zur Ausfüllung der vorgeschriebenen Ortsliste erforderlichen Angaben zu machen. Wer vorsätzlich eine Anzeige, zu der er ausgefordert wird, nicht erstattet oder wissentlich unrichtige oder unvollständige Angaben macht, wird mit Gefängnis bis zu sechs Monaten oder mit Geldstrafe bis zu 10 000 Mark bestraft oruch kann Vieh, dessen Vorhandensein verschwiegen worden ist im Urteil für dem Staat verfallen erklärt werden. Siehe Anzeige.
** 6. Ausgabe von Süßstoff (Saccharin). In der Zeit vom 11 November bis 15. Dezember 1916 wird gegen den Lie- ferrmgsab schnitt 6 der Süßstoff karten, „h" (blatl) und „G" (gelb) von den Süßstoffabgabestellen Süßstoff abgegeben. Siehe Kreisblatt
•• Bierglas - und Bierkrugoeckel a ujj4 Zinn, sowie andere Zinnqegenllände können noch ant 80. d. Mts., zwischen 2 und 6 Uhr nachmittags, in der Sammelstelle im städtischen Gaswerk abgeliefert werden.
" D i e B e t r ä g e für Altgummi, das int städtischen Gaswerk abgelittert wurde, können vormittags von 10—12 und nachmittags von 2—6 Uhr ans dem technischen Bureau des Gas- werks in Empfang genommen werden. Beträge, die bis zum 20. Dezember nicht abgeholt sind, werden der städtischen KriegS- fürforqe überwiesen.
•• Lichtspielhaus Bahnhof st raße 34. Bis Freitag einschließlich wird Homunculus II. Teil, Das geheimnisvolle Buch deS Homunculus, gegeben. Dazu das gute Besprogramnr. U. a. Welker Lorbeer, Künstlerdrama in 4 Akten, verfaßt und inszeniert von Walter Schmidthäßler.
Landkreis Gießen.
n. Al len darf a. d. Lda., 27. Nov. Für die drei letzt- geiallenen Krieger von hier, geboren in den Jahren 1699, 1895 und 1896, fand gestern nachmittag unter Beteiligung deS Krieger- veretnS in der Kirche eine Gedächtnisfeier statt. EL war
d»e fünfte Feier dtefer Art, dte yrer während deS Weltkrieges ge- halteit wurde. - Die kürzlich abgehaltene HanSsammlung für Ost- Preußen ergab 285 Mk.
-m. Birklar, 28. Nov. Dem hiesigen Landsturmmann Wilhelm Mensel, Jnsanterie-Regt. 180, 2. Komp., wurde für hnvorragcnde Tapferkeit daS Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen.
-m. Hungen, 28. MV. Eine betrübende Nachricht ttaf gestern vormittag hier ein. Gerade an seinen! Geburtstage wurde der Familie Philipp Seibert die erschütternde Kunde, daß ihr ältester Sohn Will y im blühenden Mter von 22 Jahren den h e l d e n t 0 d erlitten hat. Er stand als Oeuttrant in einem! Infanterie-Regiment und machte zuletzt die schweren Kampfe an der Somme mit.
A ft e f | c I b a d), 28. Nov. Dem Lehrer H. Schmidt, z. Zt. Lentnaitt und Bat.-Adjntant cm Ref.-Jni.'Regt. 80, wurde tvegen hervorragender Tapferkeit das Eiserne Kreuz 1. Klasse verliehen. Leutnant Schmidt steht seit dem Beginn deS Weltkrieges im Felde. Im vorigen Jahre wurde ihm das Elserne Kreuz 2. Klasse und die Hessische Tapferkeitsmedaille verliehen. Die Gemeinde ist stolz und freut sich ihres tapferen Helden. Kreis Büdingen.
# Büdingen, 27. Nov. Die hessische TapferkeitsMedaille erhielten der Fähnrich Hermann Schäfer und Hugo G 0 l d - schmidt.
# B oben Hausen, 27. November. Im Kampfe gegen Rumänien starb den Heldentod der Musketier Richard Schneider.
# Düdelsheim, 27. Nov. Die hessische Tapftrkeits- medaillc, vom Großherzog persönlich überreicht, erhielt der Lehrer Ger sin, Leutnant d. R. im Jnf.-Reg. 168. — Das Eiserne Kreuz erhielten die Muskettere G 0 l l und Bolz.
# Fauerbach, 27. November. Im Westen starb den Heldentod der Musketter Hermann Wenzel im Jnfanterie-Negittrent Nr. 168.
z. Geiß-Nidda. 27. Nov. Rührig wie immer arbeitet unser Kriegshilfsausschuß weiter. Unsere nahezu 100 Feldgrauen erhalten auch in diesem Jahr ein Weihnachtspaket im Werte von etwa 4 Mark, enthaltend 1 Fläschchen Kognak, 20 Zigarren, Briefpapier, 1 Notizbuch, Sicherheitsnadeln und 1—2 Bändchen sorgsam ausgewählten Lesestoff. Eine zu diesem Zweck eingcleitete Sammlung im Torfe ergab die hübsche Summe von 419 Mark. Wenige Tage vorher wurden 3 Fuhren Gemüse: Kartoffeln, Kraut, Rüben u. dcrgl. vom Hilfsausschuß eingesammelt und an die Lazarette in Büdingen und Nidda zum Versand gebracht. Auch der Kettnot in Jndusttiegegendcn tritt man nunmehr näher. Man hofft von jeder schlachtenden Fantilie — je nach Gelvicht des Schlachttieres — Vr—1 Pfund Fett als freiwillige Abgabe zu erhalten. Tie guten Resultate verdanken wir einzig dem Opfersinn in unserer Gemeinde und der Rührigkeit des ge schäftsführenden Ausschusses, der außerdem noch ansehnliche Summen für Marine und Ostpreußeuhilfe verntittelt hat.
# Geiß-Nidda, 27. November. Tie hessische Tapfer keitsmedaille erhielt der Landsturmmann Haas im Landwehr- Infanterie-Regiment Nr. 81.
# Rindcrbügen, 27. November. Ans dem Felde der Ehre starb der Reservist Röder.
Kreis Alsfeld.
— Alsfeld, 27. Nov. Das Kreisamt verbot die Aus f u h r v 0 n Gänsen aus dein Kreise Alsfeld und bedroht Zuwiderhandelnde mit Geldstrafen bis zu 1500 Mk. oder Gefängnis strafen bis zu sechs Monaten.
'* Homberg, 28. Nov. Gefreiter Herinann Schweika im Lazarettverwaltungsdienst Bad-Nauheiut erhielt das Kriegs ehren Zeichen, das ihm feierlich durch den Chefarzt überreicht wurde.
Kreis Lauterbach.
M. Angersbach, 26. Nov. Die Diebstähle mehren sich in unserer sonst ruhigen Gegend geradezu in bedenklicher Weise. Während vor einigen Tagen das benachbatte Landcnhausen von Ein brechern heimgcsucht wurde, sind in einer der letzten Nächte in hiesiger Gemeinde mehrere Einbrüche und Einbruck>sversuche verübt worden. Dem Anschein nach sind es meist Lebensmittel, nach denen die Diebe ihr Begehren richten, doch sind ihnen auch bei dem Spezereihändler Friedrich Herber 400—500 Mark Bargeld in die Hände gefallen; auch suchten sie vermutlich nach Wertpapieren oder Zinsscheinen, denn sämtlickte Papiere und Kleiderschränke waren dnrchtvühlt und tin der Stube zerstreut Die Beute, die den Einbrechern zum Opfer ftel, muß so reichlich gewesen sein, daß sie nicht aus einmal fortgeschafft werden konnte, demt einen ^Topf mit etwa 200 eingelegten Eiern und einen gefüllten Topf mit Schweinefett fand man snachtrüglich in einem benachbarten Wlinkel versteckt vor, wo man sie jedenfalls später holen wollte. Don den Tätern fehlt bis jetzt jede Spur.
rr. Willofs, 26. Nvv. Seit 1813 begeht die hiesige Kir chengemeinde alljährlich den -24. November als einen streng zu haltenden Feiertag. Es ist das ein sogenannter „verlobter Tag", wie es deren zahlreiche in vielen anderen Gemeinden in vergangenen Zeiten gegeben hat: örtliche Feiertage, die zur Erinnenmg an irgend em außergewöhnliches Ereignis, wie Feu- ersbrunst, hagelschlag, Ueberschwemmung u. dergl. begangen wur Iden. Die meisten dieser althergebrachten Feiertage sind dem Geist der modernen Zeit zum Opfer gefallen. Aber hier und da haben sie sich erfreulicherweise mit Zähigkeit behauptet; so auch in unserer Gemeinde. Der Krieg hat die Feier des Tages eher gefestigt, als erschüttert. Er beruht auf folgender geschichtlicher Tatsache: Die Russen schleppten aus der Verfolgung der bei Leipzig geschlagenen Franzosen eine schlimme Viehseuche ein, die am 24. November 1813 wieder erlosch. Zur Erinnerung cm diesen denllvürdigen Tag gelobte man damafls ihn als Feiertag stets dankbar zu begehen. Dies Gelöbnis haben Kinder und Kin deskinder tteulich bis heute gehalten.
Kreis Schotten.
□ Caiibac^, 28. Nov. Der Gräflichen Familie wurde vor gestern früh die telegraphische Nachricht, daß Graf Hans zu SolntS-Laubach, Leutnant im 4. Garde-Regiutent zu Fuß auf dem Kriegsschauplatz in Mazedonien den Heldentod fürs Vater land erlitten hat. Graf Hans war der jüngste Sohn des ver storbenen Grafen Friedrich, er stand im 36. Lebensjahr und war im Zivilberus Regierungsassessor.
** 111 f < 1 , 26. Nov. Ein Leichenzug, so groß und schön svie ihn unser Dorf noch nicht gcs-ehen, besvcgte sich am letzten Freitag nach nnsernt Friedhof. Galt,es doch, die sterbliche .hülle des von hier gebürtigen Lehramtsassessors Dr. heirrrich Bast der als Leutnant und Kompagnieführer auf dem Felde der Eb-- gefallen, in der heimatlichen Erde beizusetzcn. Bon nab und fern waren Leidtragende, die den Verstorbenen zu Lebzeiten hatten schätzen und lieben igelernt, in großer Zahl erschienen, ihm die letzte Ehre zu erweisen. Das Friedberger Ersatz-Bataillon hatte die Trauerparade gestellt in Stärke von 2 Offizieren und 65 Mann darunter 16 Mann von der Musikkapelle, die es verstanden, durch den Vortrag passender Weisen die Feier erhebend und weihevoll zu gestalten. Auck unsere Vereine, der Veteranen- und Militär verein, der MÄruergesangverein, soivie die J-ugendwehr, hatten cs sich nicht nehmen lassen, dein gefallenen Helden das letzte Geleite zu geben. Der Ortsgcistlickie, Pfarrer R ö m e r, lstelt eine ergreifende Grabrede. Prof. L a m v a s-Friedberg widmete dem Verblichenen im Namen des Lehrerkollegiums des dortigen Gpm nasinms einen tiefempfundenen Nachruf. Unter warnten Worten wurden weitere Kränze niedergelegt von Lebrmntsassessor Lauckhardt-diidda int Namen des histvrisch-Plrilologtunen Vereins und von Utttervfftzier Paul im Aufträge des Vereins lazarettS Nidda. Dr. Bast ist idas zehnte Blutopfer, das der Krieg aus unserer Gemeinde gefordert l)«t. Drei Krieger werden ver mißt, zwei davon schon seit 1914, der dritte seit 15. Juni 1916 Kreis Frieöberg.
Friedberg, 27. Nov. Auf Veranlassung der Preis prüfungsstelle für die Provinz Oberhessen fanden hier mehrtägige Probe schlachten von Großvieh nud Scktweitunt statt. Durch diese soll festgestellt werden, tvelchk wirklickien Unkosten bei den Schlachttmgett enkstehett. wie sich die Tiere der einzelnen Wett- und Gewichtsklassett verwerten lacken und welche tatsächlichett Genünne bei Zugrundelegung bcu Metzgern dabei dann verbleiben. Tie Schlachtungen wurden unter amtlicher Aufsicht ausgeführt.
Starkenburg und Rheinhesfen.
ke. W 0 r m S. 27. Nov. Ein aus Garbentetch be^ Dieven gebürtiger 35jähriger K r a n k e n w ä r t e r, der von ^rtevoe g attS tvegen Betrugs verfolgt wird, wurde hier festgenotnm • --- Klein - Steinheim , 27. Nov. Allbürgermeister
Braun feierte mit seiner Gattin das Goldene Hochzeitste.
Kreis Wetzlar.
ra. Wetzlar, '27. Nov. Manche Kr ie g s d r a n g sa l ^ hat unsere engere heiniat, der Kreis Wetzlar durchgcmacht r.«- 14. Jahrhundert war ritt Jahrhundert des Kriegs, des junger, und der Pest. Besonders ettvähnt seien mir die hmttm.neuer- schlachten zwischen hermannsttin und Wetzlar im 14 v yajrnjirnocTi, als Landgraf Otto von Hessen den Erzbischof von Mainz rm Linsenberg besiegte (1328) und ellva 50 Jahre später der Gelehrte gegen die Ritter stritt, welch" srch den „Bund der terner" feit 1371) und danach in . \ ..Bund der Geiellen ver alten Minne"- rfeit 1375) zusammen äckosiett hatten. ErnS ver chrecklichsten Jahre war das Jahr 1340, wo „der, schwarze Tod wütete. Um diese Zeit ist eine ganze Reihe Döner mtserertt - gcnd untergegangen, so das Dorf Hustede (Hausstadtbet Lvau girmes, welches in einer Urkunde von 1358 erwähnt toird, und au welches jetzt die hausstädter Mühle erinnert. „ ' ..
ra. Dutenhofen, 27. Nov. Infolge des Kriege» ttta«' die Zusammenlegung der Fel d m a r k nur langsame Fon chritte. Cs handelt sich hier um eine Gesamtfläche von 527,6 Hektar, darunter nur 23 Hektar Wald, ober viel Wies en . Tic Getnemve erhebt jetzt 200 Prozent Gemeindeumlagen.
ra. Dorlar. 27. Nov. Landsturmmann Heinrich W tl l (Kompagnie PelS-LettSden. 221. Infanterie-Division) starb im Aller von 23 Jahren den Ehrentod.
Hessen-Nassau.
— Oberursel, 26. Nov. In dcw Wohnung des Weichen- 'tellers Josef Knüttel wollte die zehnjährige Tochter Rosa tm Herd Kohlen ziuschiitten. Dabei schlug die Flamme zurück und letzte des Mädchens Kleider in Brand. Die jüngere achtjähttge Schwester 'prang sofort z!ur Hilfeleistung herbei und löschte die Flammen, erlitt aber dabei selbst so schwere Brandwütchen, daß sie diesen naa? einigen Sttmdcn erlag. Die ältere Sckpvester ist zwar auch schwer verletzt, dürfte jedoch mit dem Leben davonkommen. Die Teilnahme atr dem Geschick des Mädchens, das sein Leben zur Rettung der ~ chwcster opferte, ist allgemein.
--- 5c a t b a ch i. T.. 26. Nov. Int nahen Bonantes war^ ein leistes Kalb gestohlen und abgeschlachtet worden Ein Poltzet- hnnd, den man auf die Spur setzte, trabte von Bonames nach hier bis vor die Wohnttttg eines Milchhändlers. Dieser gestand auch, als der Hund ihn unablässig anbellte, feilte Tat ein. Ter Dieb ist Soldat, zurzeit aber tvegen landtvittfchastlicher Arbeiten beurlaubt. Wegen Falschmünzerei ist er bereits vorbestraft.
— I d st e i n , 26. Nov. Während der Abwesenheit des Besitzers drangen Einbrecher in den O b e r h a n s e r H 0 f bei Battrod ein, erschösset! dett idoshnnd und stahlen dann ein fettes chwein und vier Enten.
g. E s ch w e g e a. d. W., 26. Nov. Durch ein v e t heerendes Gr 0 ßseue r wurden heute nachmittag in dent benachbarten Dorre Oberhone die Scheunen, (Stallungen und Wittschaftsgebäude der Landwitte Thiele und Schilderoth vollständig ein geäschert und die Wohnhäuser stark beschädigt. Die gesamten beträchtlichen dies^ jährigen Erntevorräte sind m i t v e r b r a n ntt. Der Schaden ist groß!uird nur teilweise durch Versicheruug gedeckt. Die Entstehungs- ursache ist twch nicht ermittelt.
vermischtes.
* Aschaffen bürg, 27. Nov. (Vriv.-Tel.) Große U n t e r- ch l a g n n g e n ryurden bet dem hiesigen Bankhaus Fleisch-
m a n n L Theobald, begangen durch die langjährigen Prokuristen E i l e r und F a 11 ft, anfgedeckt. Es handelt sich angeblich um ca. 50 000 bis 60 000 Mark. Fattst ist flüchtig.
* Bern, 27. Nov. (WTB.) Mailänder Blätter berichten von großen Verheerungen, die ein orkanartigbr Sturm gestern auf ganz Sizilien anrichtete. Tie Ueherschtvemmungen verursachten ungehetrren Schaden. Mehrere Personen wurden getötet. Tie Eisenbahn- und Delegraphenverbindungen sind größtenteils gestött. Viele Gebäude sind eingesrürzt.
Attivekstiäts-Nachrichten.
--Frankfurt a. M., 26. 9lov. Prof. Heinrich Titze, Ordinarius für römisches und detitsches Recht an der Universität Göttingen, hat den Rtlf an die hiesige Universität zu Ostern 1917 angenommen.
-- Frankfttrt a. M., 26. Nov. Eine stark besuchte Versammlung der Frantsttrter Studentinnen sprach sich nach eingehenden Dorträgett der Tanten stuä. Matthaei, Wertheimer und Nicol für die Zivildienstpflicht ait§ und stellten sich in einer Entschließung dem Vaterland freiwillig z u r Verfügung.
Letzte Nachrichten.
Die Einheitsfront der Mittelmächte.
Budapest, 28. Nov. „Az Est" meldet aus Sofia, daß sich die Armeen Falkenhayns und Mackensens bei Slatina vereinigt haben. Die ttnter dem Oberbefehl Mackensens stehenden Truppen übersetzten die Donau bei Svistov mit Flößen. Tie österreichisch-ungarische Donau-Flottille tmd das deutsche Mo- torboot-TelachemenI leisteten hierbei ausgezeichnete Dienste. In derselben Na äst wurde über die Donau eine Pontonbrücke gebaut: eine völlig feste Brücke, die auch die Beförderung von Artillerie ermöglichte, ist in Ausführung. Tie Kttegshandtlung wurde durch Nebel b e g ü n st i g t, der auch noch morgens aus der Gegend lag. Nach Bertteibung scknnacher Wach-Detachements verschanzten sich unsere Trttppen, bauten das linke Donauufer bei Zrm- nicea zum Brückenkopf aus und dann begann der Vorinarsch gegen Karakal und Statt na, wo inzwischekt die Vereinigung der von Süden vvrgedrungenen bulgarischen Truppen mit den Mls Cra- jova vorgehenden österreichisch-tingattschen und deutschen Truppen vor sich ging. In Rutnänien ist nuntnehr die Front der Zentral- inächste und ihrer Bcrbündtten einheitlich, ebenso wie sie es nach der Bcgegimng von Cladova im Feldzüge gegen Serbien gewesen ist. Slattna liegt ettva 70 Kilometer von Pitestt, am Brennpunkt der bei Rirmnk und Cantpolung käntpfenden rumänischen Armeen. Besondere Wichttgkeir lKit der Vormarsch jener Gruppe, die von Zitnnieea in nordöstlicher Richtung aufbrach und Ale- xandria bereits besetzte.
Bern, 28. Noo. Nach italienischen Meldtmgen zerstörten die Rumänen die Donau bahn F e t t e st i - B u k a r e st.
„Tonne für Tonne."
Haag, 28. Nov. Asquit'h erklärte im llnterhause, daß Verhandlungen im Gange sind für einen gemeinsamen B u s ch l u ß alle r Bund e s genossen dahin, daß die Deutschen die von ihren llntersvebooten versenkten Schiffe der Miierten in natura Tonne fftr Tonne ytmiffm'tattrrt mützttn. Krisenlust in Frankreich.
Genf, 28. Nov. Offiziösen Meldungen Pariser und Lyvner Blätter zufolge stehen e i n) ch n e i d e n d e Aend er ungen im französischen Kabinett, wie itrnerhalb der obersten französischen Heeresleitung bevor. Heber das Ergebnis der noch
fortdauernden Besprechungen des ftanziffisthen MiniPerrats wird vorlättsig mitgeteilt: Das nntgeschafftme LebensnnMelon* unter dent llntetttaatssekretär Thierrn lvird in ein selbständiges Lobens- mittelministeriunr rnit diktatottschan Besngnissan umgetoandelt. Eine durchgreifende Reorcnnrisation ist inr Mtmitionsmimstvrium.' vorgesehen^ Nach den Ändeutungien mehrerer Blätter, vor all-enrt bre „Pittoire" und des „Oeuvre", scheint sich das rvMtzMche damit zu beschäftigen, den alten Plan eines Obersten Kriegs- rat es der Alliierten endlich! zur Erledigung zu bringen. General Joffre tvird voraussichllW nrit dent Posten des 'Präsidenttn des neuen Kttegsrates betraut werden. Tie scÜlvrven Niederlagen der Rumänen, die die heutige Pariser Presse utit seltener Offenheit eingesteht (der ^,GauloiS" meint, daß manche Lunche schon das hauptguarttcr Falkenhapns in Btckarest sehen) bilden zweifti- los ine Anregung z-u dief«n Schritt.


