Ausgabe 
28.11.1916 Erstes Blatt
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Jfrerttunte 11 icf.cn dürse. Äöcyr solle doch mir out die be seUen fr.rrn>jüiclwi (Mrö?te binsehem baitu würde man alle Sdjtote TigEeiten ui der Heimat tragen,Seit Beginn der Snnmekämpfe feaoer. uft:, ' H> llklir der Kronprinz fort,die Verhältnisse gunfti «er g- j i Be sonders sind wir an Artillerie sehr stark geworden/ Aui <i>L /vage nach der Haltung der feindlichen Truppen sagte der Lrvupvun t»it grossem Ernst und Nachdruck:Die Franzosen sind «uSgeheit l?cte Soldaten. ?luch die Engländer sind sehr tapfer. GS ist ein großer Nahm unserer u-noergleichlichen Truppen, diesen an JaA überlegenes und respektablen Gegnern so ersvtgrvich Dider- stared gel-üßn ^.u haben." ?lller Augen in Deutschland und in der ganzen Welt sind aus die Gebiete von Somme UTtb Ancre gerichtet. k'Mnnm 'wir uns ans die Festigkeit der Westfront auch weiterhin so verlassen wie bisher, trotz der Operationen im Osten und Süd­osten? Da^ war die nstchttgste Frage, die der Kronprinz sofort kurz lmrd zuversichtlich beantwortete mit den Worten: ,Mn Durch b ru ch wird nicht erfolgen."

vie Ueversührung der Leiche Katjfer ^ranj jojefs in die hosburg.

Wien, 27. Nov. (WTB. NichtamEch.) Heute abend erfolgte die Ueberführmrg der Leiche des Kaisers von Schloß Schönbruim in die Hofburg. Alle Fenster waren dicht besetzt. Tausende und Abertckuseride waren herbeigeströmt. Lautlose Stille überall, dop­pelt ergreifend im Dunkel der Nacht, nur vom Schein der schwarz­umflorten Laternen, auflodernden Oriflammen und Fackeln erhellt. Ter UebersüHrung ging die Einsegnung der Leiche im Schloß durch die HofgeistlichiVeit voran, die kurz vor 10 Uhr an den Sarg trat. Tie»Maiestäten, die Mitglieder der Allerhöchsten Familie rmd die im Auge mitsaHrenden Personen der nächsten Umgebung des Ver­blichenen folgten tief erschüttert der Zeremonie. Mit der Einsegnung der auf das Schaubell gehobenen Leiche Milde die Uebersuhrung! abgeschlossen. Tie Kirchcntore wurden geschlossen und werden mor­gen früh für den Einlaß des Publikums zur Besichtigung der Leiche geöffnet._ _____

Die Lage irr der rumänischen Hauptstadt.

Bern, 27. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) DerBund" meldet >4tLcl< eincrir Petersburger Bericht: B u k a r e st ist in ein Kriegs- l a g c r infi g e w andelt. Eine Masse Militär ist dort arrwescnd. Die Hälfte der Bevölkerung hat schon die Resi­denz verlassen. Der Straßenbahnverkehr ist gering. Die Teuerung nimmt zu.

Rjetsch" -usolgc gibt der Kommandant von Bukarest bekannt, daß die große Zahl von Offizieren auf den Straßen die Llusmerks-amkeit auf sich lenke. Infolgedessen sollen alle rumäni­sche Offenere, die keine bestimmte Aufgabe in Bukarest haben, sofort an die Front zurückkehren. Ossiziere, die dienst­lich in Bukarest Wi tun haben, dürfen sich nicht mehr auf den Straßen zeigen. Die Mehrzahl der französischen Ossiziere von der Sondern:ission Berllwleto ist jetzt <m der Front. Die noch in Bu­karest geblielvenen studieren die Organisation hinter der rumänischen Front. '

Der bulgarische Bericht.

Sofia, 26. Nov. lWTD.) Amtlicher Bericht. Mazedoni­sche Front: Ein italienisches Bataillon versuchte in der Nähe des Dorfes Tarnona anzugreisen, wurde ^aber durch Feuer tzurüchieschlagoir. Nach Artilberievorbereituug machte der Gegner euren Angri'ssversuch aus die Hölv 1050 östlich vom Torf Para- lov o. Aus der übrigen Front stellenweise lebhaftes Geschützseuer.

R u m a n^j s ch e Front: In der T o b r u d s ch a Artillerie- kämpf und. Patrouilleugeserht?- Der Feind verschanzt sich vor un­seren Stellungen. Unsere Abteilungen überschritten in Gemein­schaft mit den deutschen Truppen als erste die Donau bei Sv i fto v und nahmen nach Kamps die Stadt Zimnicea, wo wir große Mengen Getreide fanden. Bei S omo vit überschritten die deut­schen Truppen die Donau und besetzten Izlazu sowie Raco- vica. Bei Turnu Severin überschritt ein Teil unserer Truppen, die >das rechte User der Donau bewachtMr, den Fluß und nahmen an der Ei:mahme der Stadt teil. Unsere Artillerie tauf dem rechten Ufer zerstreute feindliche Kolonnen, die in der NKHe von Turmi Severin operierten.

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Russische Fälschungen.

Großes Hauptquartier, 27. Nov. (WTB. Amtl.)

, Durch russische Zeitungen wird die Meldung verbreitet, daß ^die Russen an der Südwestfront in der Gegend von Sarny einen Zeppelin abgeschossen und dabei die Be­satzung voii 26 Manu gefangen und etwa 300 Kilogramm Boniben, zwei Geschütze und zwei Maschinengewehre erbeutet haben. Die Meldung ist erfunden.

Znm Rücktritt Stürmers.

Berlin. 28 Nov. Nach neueren Nachrichten aus Rußland, ,so schreilst dieGermania", erscheint es hier nicht ausgeschlossen, daß der N .i cktrit t Stürmers mit dem Wechsel im mili­tärischen Oberbefehl indirekt zusammenhängt. Die Berufung des öjrofrfurftoen sei ein deutliches Anzeichen dafür, daß mall in Mißland aus dem Wege sei, die äußersten Anstren- ;gumgen für die Rettung der verfahrenen kriegerischen Lage zu 'machen: in dieser Richtung liege auch die Ernennung Trepows. >Mau b'sfe. der letztere werde die ÜNunitionserzeugung beträchtlich zu heben wissen.

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Die neue Krisis i« Griechenland.

London, 27. Nov. (WTB.)Weellv Dispatch" erfahrt »aus Athen, daß Aomiral Fournet im Notfälle Athen be- ']el\cv werde, wenn die Regierung nicht in die Auslieferung 'der Artillerie willige. Die Royalisten erklärten, daß sie die \ Auslieferung der Waffen verweigern werden. Am Hymet- tus ist Artillerie gesehen worden, an der Station wurden ^ Waffen an 10000 Reservisten ausgeteilt. Die Reservisten wurden im Laufe der Nacht nach verschiedenen Kasernen ge­bracht. Die Feuerwehr fuhr die ganze Nacht durch die Staat, .angeblich unr Brande zu löschen, in Wirklichkeit aber, um Waffen auszuteilen. Am 25. November früh wurde von General Papulös, der vor einiger Zeit wegen seiner antr- chenizelistischcn Haltung aus Janina abberufen worden war, ein Abwehrbund gebildet. Sämtliche Offiziere haben sich dein Bunde angeschlossen. Die Abwehrbewegung wird durch die Nachrichten von den Niederlagen der Mrmänen bestärkt. Die Reservisten wollen sich in das Innere des Landes außer­halb des Bereiches der Marinegeschütze zurückKiehen und einen Guerillakrieg führen.

Bern, 27. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) DieKöln. Ztg." erfährt aus Athen, daß der König und die Regierung entschlossen sind, um keinen Preis die Ausliefe- rung der militärischen Ausrüstung zuzugestehen.

Der Seekrieg.

Neuer Vorstoß an die englische Küste.

B e r l i n. 27. Nov. (WTB. Amtl.) Teile unserer S e e-- ftreitkräfte unternahmen in der Nacht vom 26. zum 27.Novr -cher erneut einen Streifzug bis dicht vor die englische Küste. Unweit Lowestost wurde ein feind­liches Bewachungsfahrzeug versenkt und die Besatzung gefangen genommen. Einige neutrale Dampfer wurden angehalten, untersucht und, da sic keine Banumare führt.n, wieder freigelassen. Unsere Streitkräfte kehrten, ohne irgend sonst eine Berührung mit dem Feinde zu finden, zurück.

Der Chef des Admiralstabs der Marine.

Britanic".

Rotterdam, 27. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) An der Unterhaussitzung vom Donnerstag fragte Sir M. Myles: Weiß man, ob der DgmpferBritanic" torpediert oder auf eine Mine gelaufen ist? Asguith antwortete: 92och nicht!

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Kopenhagen, 27. Nov. (WTB.) stLach einer Lloyds- melduna soll der englische Dampfer ,Aer seyrran" (388 Tonnen- versenkt worden sein.

Kopenhagen, 27. Nov. (WTB.) Nach derNational- tihentoc" ist der dänische DampferDansbed" (3000 Ton­nen) in dem irischen Kanal von einem Unterseeboot ver­senkt worden. Die Besatzung ist gerettet worden.

London, 27. Nov. (WTB. Nichtamttich.) mel­

det : Nk-an glaubt, daß der englische Dampfer Emlyn- verrre (544 Bruttoregiftertoniwr- vevsenkt worden sei.

Aus dem yauptausfchuh der Reichstags.

Berlin, 27. Nov. (WTBs Im Harcptausschuß des Reichstages begründete zunächst ein Zentmmsredner einen An­trag, die Anssi'lhrun-gsbeftimmnngen vom Bmwesrat unter Zustim­mung des Hauptausschusses zu erlassen, den Hauptaussclxuß zum Zusammentritt während der Unterbrechung der Verhandlungen des Reick>§1ags zu ermächtigen und den Zeitpunkt des Außerkrafttretens nicht vom Bundesrat, sondern vom Reichstag bestimmen zic lassen. Dem Grmrdgedanken dieses Arrtrages traten die sozialdemokrattschen und der fortschrittlick-e Redner bei. Letzterer meinte, gewisse Be­fugnisse könnten dem Kri egsa m t übertragen werden, damit die Müglickckeit eines raschen Handelns gegeben sei. Der Reichstags­ausschuß uttrsse über alle wichtlMU Fragen auf dem lausenden erhalten bleibend Ein Redner der Konservattven wünschte keine Verschiebung der Befugnisse von Reichstag und Bundcsrat. Nach der Verfassung ist der Bundesrat berufen, Aussührungsbesttmmun- gen zu erlassen, er sck aber bereit, dem Reichstage eine weitgehende Mitwirkung zu ermöglichen, etwa dährn, daß vor dem Erlaß all­gemeiner Ausführungsbeftimmmrgen ein parlamentarischer Aus­schuß gehört werde.

Staatssekretär des Innern Dr. Helfserich erklärte unver­bindlich, der gegenwärtige Gesetzentwurf sei sozusagen ein M an­te l g e s e tz. Deshalb habe der Bundesrat sich auf bestimmte Richt­linien und Ausführungen festgelegt. Es sei notwendig, den Ge­danken, dem das Gesetz dienen soll, so rasch als irgend möglich zu verwiü?lick>en. Ter Bundesrat sei imter diesen Umständen gezwun­gen, einen weitgehenden Kredit für die Ausführung im einzelnen vom Reichstage zu verlangen. Das Gesetz wevds mit einer erheblich größeren Zahl von Paragraphen an§ den Verhandlungen hervor­gehen. Gr habe Verständnis für die W! ü n s ch e des Reichs­tages nach Kautelen und verstäEer eigener Wirkung. Das 65eset berühre die persönliche Freiheit des Staatsbürgers in erheb­lich stärkerem Maße, als etwa die wirtschaftlichen Verordnungen des Dündesrates. Er l>alte es für vollkommen unmöglich, alle vom Bundesrat zu erlassenden Ausführungsbestimmungen des Gesetzes an die Zusttmmung des Reichstages öder Ausschusses zu binden. Die Handlungsfreiheit, die daS Kriegsamt unbedingt brauche, dürfe nickv eiugesch'änkt werden. Tie Täligkeit des parla­mentarischen Eruährungsbeirates sollte nicht als unfruchtbar und wertlos bezeichnet werden.

Bei der Weiterberatung erklärte ein Vertreter der Deutschen Fraktion, der Gesetzentwurf sei unvollkommen irnd deshalb sei bei der Ausführung die Mittuirllmg des Reichstages nöttg. insbeson­dere, wenn es sich uw den Erlaß matt/riell-ve.ckftlick-er Verord­nungen lxmdle. Ein dLationalliberater wünschte in dem Gesetz ausgesprocken, daß die Aussührungsbestimmungeu der Bundesrat' erlasse, daß allgemeine Verovdnimgen aber der Zustimimmg eines vom Reichstag gewählten Ausschusses von 15 Mitgliedern bedürfen. Ein Zentrumsredner sprach sich ebenfalls für einen derartigen^ Ausschuß aus. Ein Sozialdenrokrat forderte, daß die Befugnissei des Ausschusses gesetzlich umschrieben werden müßten, um Kon­flikte zu vermeidem Schließlich! einigten sich die Par­teien dahin, daß die zur Ausführung des Gesetzes er- sorderlichen allgemeinen Bestimmungen vom Bundes­rat nur mit Zustimmung eines vom Reichstag aus seiner Mitte gewählten Ausschusses von 15 Mit­gliedern erlassen werden können. Das Kriegsamt sei t>erpslichtet, den (Ausschuß über alle wichtigen Vorgänge aus dem Lausenden zu halten, ihm aus Verlangen Auskunft zu geben und seine Vorschläge entgegen zu nehmen, sowie vor Erlassung vou wichttgen Anordnungen allgemeiner Art seine Meinungsäußerung einzuholen.

Alsdann entspann sich eirre Anssprackie Wer den Termin der AußerkrafttvetuTig des Gesetzes. Bon konservativer Seite wurde beantragt, das Gesetz drei Mamate nach Friedensschluß wie­der auszul-eben, wälwend die Sozialdemokratische Arbeits­gemeinschaft automatisch die Aushebiung am 1. Juli 1917 e intreten lassen will. Staatssekretär Dr. Helfserich legte Wert darauf, daß die Geltung bis Kriegsende

gesichert werde. Einseitig die Aufhebung dem Reichstag mit Aus­schluß des Bundes rat s zu überlassen, sei nach) seiner Ansicht nicht angängig. Ein Zentrumsredner glanbte, daß der Reichstag eine gewisse Macht in der Hand behalten und sich nicht aus Bitten an den Bundesrat verlassen solle. Es würbe l^eschlossen, daß das Gesetz nach Mlauf eines Monats nach Friedensschluß, ausgehoben werden solle. Nachdem noch die Frage der Ent- sch.ädigung sür Schäden aus der Still- oder Zrisammeillegung von .Betrieben erörtert worden \xjox, wurde die Weiterberattmig auf Dienstag vormittag vertagt.

Am dem Reiche.

Der Preis für Gerste.

Berlin, 27. Nov. (WTB.) Tie Reichs - Ger st e n - Ge­sellschaft m. b. H. gibt bekannt: .

Ter Reichskanzler sKriegsernähnmgsamt) hat ausschließlich die Rcichs-Gersten-Gefellschgst tu. b. H. in Berlin ermächtigt, bei ihren Einkäufen den gesetzlichen Höchstpreis für Gerste, der zurzeit 26 Mark für 'den Doppelzenttier beträgt, zu überschrei­ten. Tie GeseUchaft darf demgemäß einsiMeßlich der Drusch­prämie derzeit bis zu 34 Mark für den Doppelzentner zahlen. Nach bestimmter Anweisung darf sie aber diesen Preis nur so lange an- legen, bis sie das erste Drittel der durch sie auszukausenden Ge­samtmenge erkvorben l«tt. Für das ztveite Drittel muß der Preis auf 32, sür das letzte Drittel auf 30 Mark herabgesetzt lverden. Zu diesen Preisen dürfen idie Gerstenbesitzer ihre gesamten geerrite- ten Mengen an die Boaustragten der Reühs-Gers'ten-Gesellfchast gegen Bezugssckseine verkaufen, also sowM bic ablieferungspftich- tigen sechs Zehntel, toie die abkieserruigsfreien vier Zehntel und mich .die darüber hinaus fveigelafsenen kleinsten Mengen bis zu' zehn Doppelzentner. Diejenigen Produzenten, die die ablieserungs- pslichtigen sechs Zehntel ihrer Ernte nüht freiwillig an die Reichs- Gersten-Gesellschaft zu den genannten höheren Preisen oder alt die Kmmnunalverbande zum gesetzlichen Höchstpreis abliesiwn, haben zu gewärtigen, daß ihnen die. Gerste höchstens zmn gesetzliclien! Höchstpreis enteignet fvird, der zurzeit 280 Mar? beträgt und möglichenveise demnächst eine weitere Hera'bsetznng erfahren wird.

Tie Reick>s-Gersten-Gesellschaft wird in allernächster Zeit das erste Trittel der GesanttMenge erworben haben. Der Einkaufspreis wird in den ersten Tagen des Dezember von 34 auf 32 Mark sür den Doppelzentner gesenkt werden Unvarzügliches Angebot an die Beauftragten der R. G. G. ist rwvven'c'ig, wenn der erhöhte Preis noch £ut Zahlung kommen soll. Die Hvssirung aus eine nachträgliche Preiserhöl-ung ist völlig nnbevechtigt. Im Gegenteil ivird hinmit nachdrücklich erklärt, daß eine Erhöliung der (^erstenchtfansspveise unbepingt ausgeschlossen ist, daß vielmehr nach! den mrnlten An­weisungen die vorgesehenen Preisherabsetzmrgeni rücksichtslos durch-- geführt werden rstüssen. ^

Der Preis für Schtveiz-erkäsr.

Berlin, 26. Nov. (WTB.) Die Zentrcll--Einklrufsgesell- schast m. b. H., Wa.rena.bteilu.ng 13, Käse, gibt bekannt, daß mit Mcksicht der Verteuerung der Schweizer Zahlungsmittel

der zutässlge L a Q e n ti o ch jl v r e i s bei dem Berttruf von Schweiz e r Hartl ä f e (Emmcnthaler) an den Verbraw» cher nrit Wirtnng vom 25. November an, von 2B0 auf 2.4 0 Mark sür ein Pfund erhöht wird. Die bisherigen Hrmdelszuschläye, die aus den von der Verrechnungsstelle fitr Schweizerkäse in München erhältlichen Bedingungen zu ersehen sind, bleiben dagegen auch weiterhin mweründert. Es wird besonders daraus hingewiesen, daß die zugelassenen Höchst^uschläge für den Großhandel und den Zwischenhandel nicht gefordert werden dürfen von den Vertreter der Schweizer Exporteure, die lediglich den Verkauf der Ware zwischen dem Schweizer Verkäufer und dem deutschen Käufer vermitteln.

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Ter Reichsverband zur Unterstützung deut­scher Veteranen teilt mit, oaß er aus Grund eines mit dam! Reichsausschuß der Kriegsbffchädigtenfürsovge getroffenen Ab­kommens die Hälfte der jährliche Mitgliedarbäträge und der Zinsen seiner Kapitalien dieser Reichs stelle zusichren wird, um es ihr zu ermöglichen, auch da, wo die für die Kriegs des ck>ädigtLnf um­sorge ausgeworfenen staatlichen Mittel nicht ausreichcn, helfend einzugreisen. Tie sonsttgen vom Reichsverband gefanüneUcn Mittel werden nach' wie vor zur Unterstützung der übrigen Veteranen der ?lrmee und Marine verwendet. Nach dem gegenwärtigen Kriege, der so imgel-euve Opfer fordert, deren Zahl nock: nicht abgeschlossen ist, werden die zur Unterjttitzung der Kriegsteilnehmer für lange Jahre erforderlichen Mittel sehr groß sein. Der. Reichsv-erbaich bedarf zur Aufbringung dieser Mittel großen Zuwachses an Mit­gliedern mit festen Jahresbeiträgen und Spenden ans allen Kreisen des deittscheu Volkes! Er hat sich datier entschlossen, ein Heimat- heer zu gründen, in das er sämtliche deutsche Männer, Frauen, Jünglinge s>md Jungfrauen einnitrcten und für dasselbe zu werben bittet. Auch Mitglieder mit kleinen Beiträgen sind herzlich will­kommen. Jeder gebe also nach, seinen Kräften und betrachte es als seine Herzenssache und heilige Pflicht, bie ungeheure Dankes­schuld gegen unsere Brüder abtragen zu Helsen, die zu Lande, zu Wasser und in der Luft nett zahllosen Feinden ringen.

O schätz, 27. Nov. (WTB. Amtlich^ Bei der am 23. Nov. erfolgten Reichstagsersatzwahl sür den Wahlkreis Osch,atz-Grimma wurden im ganzen von 18 722 Wahlbe­rechtigten 14 306 Sttmmen abgegeben. Davon entfiel aus den Fabrikbesitzer Tr. Wildgrube-Drcsden (konservatip) 7980, aus den Vuchhmtdler Lipmski-Leiptzig (Sozialdemokrat) 6322 Sttmmen. Zersplittert waren vier Stimmen. Dr. Wildgrube ist gewählt.

Ans Stadt «nd Land.

Gießen, 28. November 1916.

Die Seminare für technische Lehrerinnen (Handarbeits- und .HauSwirtschasts-Lehrerinnen) des Alicc-Schnl-Vereins in Gießen.

Ter im Jahre 1878 gegründete Alice-Schül-Verein sür Frauen- bildung und -erwerb hatte sich schon bald nach seiner Begründung! anch die Ltusbildung von Lehrerinnen der weiblichen Handarbeiten zur Ausgabe gemacht, zunächst in halbjährigen, später in ganzjähri Mir lKlurfeu. tEiu großer Teil der in Hessen und besonders in der Provinz Oberhessen tätigen Lehrerinnen hat in diesen Kursen seine Ausbildung erhalten. Das Programm der Kurse wurde beständig enveitert, parallel der immer größeren Wichttg^keit, welche dem Handarbesisunterricht in den Mlädchenschulen beigemessen wurde, und in Uebereinstimmung mit den immer größeren Anforderungen, die infolgedessen die Bundesstaaten an die Vorbildung und an dao Können der Lehrerinnen stellten. »Erst viel später wurde auch der hauswirtschasllicl)e Unterricht in das Programm der Schule ausge­nommen, und vor sieben Jahren, als erstes in Hessen, ein Semi­nar für Hauswirtschastslehrerinnen mit einjähri­gem Kurse eröffnet, in Verbindung mit einer Haushaltungsschule, die sotoohl zur Vorbereitung für das Seminar, wie auch allgemein zur Ausbildung junger MLdcheir in allen Zweigen der Hauswirt- schclst »dient. Zurzeit sind dies^ beiden Seminare für technische Lehrerinnen von 19 Schülerinnen besucht.

Schon seit einigen Jahren fanden die Abgangsprüfun- g e n an beiden Seminaren unter staatlicher Aisisickiit statt, aber die erteilten Zeugnisse berechtigten nur zur Anstellung in Hessen. Erst im März dieses Jahres wurde zwischen der hessischen und der preu­ßischen Regierung ein Uedereinkommen gelrossen, nach welchem die Abgangszeugnisse der Seminare für technische Lehrerinnen in Hessen auchGültigkeitsürPreußen besitzen sollen und umgekehrt. Somit ist jetzt den hier ansgebildeten Lehverimren ein erlEütz ioeiteres Feld sür ihre Tättgfeit eröffnet.

Dieses Uedereinkommen hatte aber auch eine erhebliihe Ver­schärfung der Ansprüche an die Vorbildung der Semina- risttnnen zur Folge. Während früher auch eine gute Volksfchul- bildung für ausreichend erachtet wurde, wird jetzt gefordert, daß die Arsizunehmenden eine lO ktassige höhere Mädchenschule (Lyzeum) oder wenigstens eine 9klassige Röädck)enmittelsck)ule durchlaufen hcv- ben. (Ist das nickst der Fall,' so haben sie die entspreck-cirden Kennt­nisse in einer Aufnahmeprüfung nachzuNTeisen. Es ist ferner eine A u s n a h m e p r ü s u n g zum Nackümsts der erforderlichen techni­schen Vvrtenntnisse abzulegen; sür das §)andarbeitsfeminar wird die Beherrschtmg des Strickens, Häkekns, Nähens usw. verlangt, für das Hauswirtschastsscminar Kochen, Reinemachen, Bügeln usw. Von der lcchnisck)en Aufnahmeprüfung sind nur diejenigen befreit, welche <pen Kursus »der H »aushaltungsschule mit Erfolg besucht haben. Außevdem ist eine gewisse Altersgrenze festgesetzt: Das 40. Lebens­jahr darf nicht übersckwitten, das 18. Lebensjahr muß erreicht sein bezw. bis zum 1. September erreicht werden. Nur für solche, die sich sogleich Mut Besttch beider Seminare verpftichten, ist in Ueber- einstimnucng mit den preußischen Bestimnrungen schon die Voll- enfrung des 17. Lebensjahres vor dem 1. September genügend.

Ter Lehrplan der Selminare ist mit dem der preußi­schen Llnstalten übereinsttmmend. Besonderer Wert wird auf ?lneig- mmg praktischer Kenntnisse im Unterrichten gelegt. Zu diesem Zweck steht dett Seminaristtunen je eine Klasse von Vollsschulkindern zur Verfügung, in der sie unter Leitung der Seminarlehrerinnen den Unterricht erteilen. Für die Fortbildamg im Turnen ist durch regelmäßigen Turnunterricht gesorgt, damit die Sennnaristtnnen mistande finib, späterlstn vielleicht auch noch eine Prüfung im Durn- fach ablegen z>»r kötmen. Tenn in manck>en, namentlich größeren Städten >vird von den anzustellenden tockMischen Lehrerinnen außer der Besähigimg für Hanoarbeits- und Hauswirtschastsunterricht auch die Befähigung im Turnen gefordert. In den Unterricht über Gesmrdheitslehre, der von einem Arzt erteilt wird, ist ein theore - tisch - praktischer Kursus über Säuglings- und Kinder­pflege eingeschlossen, der die Lehrerin in den Stand setzen soll, an Fortbildungsschulen für die weibliche Jugend den Unterricht in diesen Fächern zu übernehmen. Tenn das ist eine we^en der durch den Krieg verursachten großen Menschenverlustc jetzt besonders wich - ttge Ausgabe, der zurzeit das preußische Mnttsterium durch Ein- richttlng besonderer Kurse sür Fortbildungsschilllehrerinuen näher­getreten ist. Mit der Ausbildung der Heranwachsenden werblichen Jugend in Fortbilduirgsschülen beschäfttgen sich aber schon retzt, noch vor Beendigung des Krieges, in intensiver Weise viele öffentliche »und private Stellen: es gilt überall, wo sie rwch nicht bestehen und das ist die Regel , weibliche Fortbildungsschullm zu errichten, in denen an erster Stelle der Unterricht in den wnblichen Hand­arbeiten und in der Hauswirtschaft stehen wird. Tie hierzu rrottge Zahl von Lehrerinnen aus^Mbilden, ist eine der mm den Seminaren für technische Lehverirmen in den nächsten Jahren zu lösenden Auf­gaben.

** Auszei ch n ung. Fahrer Adalbert W l o d a r e ck, wohn- bait in Gießen, Fahrer in der Res.-Konrp. Pionier-Reqiment 25, seit Anfang des Krieges beinr Heere, erhielt das Eiserne Kren z. Der Kriegsfreiwillige Gefreite Fritz Wacker aus Gießen, Res.- Jnf.-Regt. 254. der kürzlich mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasie aus- gezeichnet wurde, erhielt die Silberne Medaille des Fürsten von Schwarzburg'Rndolstadt für Tapferkeit im Kriege.

** Zur Einschränkung des Personenzug­verkehrs sind uns verschiedene Aeußerungeu ^gegangen,