Nr. 219
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Erster Blatt
Ibb. Jahrgang
Montag. 27. November Mb
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sämtlich t n Gießen.
Pereinig
alkenhayn
(WTB.) GroßeSHauptquartier, 25. Nov. (Amtlich.
Westlicher Kriegsschauplatz.
Keine besonderen Ereignisse.
Ocftlicher Kriegsschauplatz. Front des Gen er alseld marsch alls Prinzen Leopold von Bayern.
Südwestlich von Riga verstärkte sich zeitweilig die Artillerietätigkeit.
Front des Generaloberst Erzherzog Joseph.
Im Gyergyo-Gebirge wurde ein feindlicher Angriff an der Batca Neagra blutig zurückgcschlagen.
Südlich des Alt-Dnrchbruches durch die Transsylvanischen Alpen entrissen trotz hartnäckiger Gegenwehr deutsche und österreichisch - ungarische Truppen den Rumänen mehrere Ortschaften. Wieder wurden dabei drei (3) Offiziere, achthundert (800) Mann gelangen genommen.
Widerstand des Feindes in der Niederung des unteren Alt wnrde gebrochen; wir überschritten dort den Fluß.
An der Westgrenze Rumäniens von ihrer Hauptarmee abgeschnittene rumänische Bataillone wehren sich noch zäh in den Waldbergen nordöstlich von Tvrun-Severin.
in der Großen
Balkan-Kriegsschauplatz.
Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Mackensen.
In der Dobrudscha gegenseitiges Artillcriefeuer.
Rach UeberschreitenderDonau von Süden her haben Kräfte der verbündeten Mittelmächte auf rumänischem Boden Fuh gefaßt. Bei R a c o v i t a beteiligten sich wieder Landeseinwohner am Kampf gegen unsere Truppen.
Mazedonische Front.
Anher von vergeblichen Vorstößen der Italiener nordwestlich von Monastir, der Serben nördlich von Gru- n i ft e ist nichts zu berichten.
Der Erste Generalguartiermeister Ludendorfs.
Berlin, 25.Nov., abends. (WTB. Amtlich.)
An der Somme nur geringes, östlich St. Mihiel nachmittags lebhafteres Artillcriefeuer.
Am mittleren und unteren Alt Fortschritte: die bei Svisrov übergegangenen Teile der Heeresgruppe Mackensen gewannenBoden.
An mazedonischer Front Ruhe.
(Svistov liegt auf der bulgarischen Seite der Donau, gegemwer Zimuicea.)
(WTB.) Großes Hauptquartier, 26. Nov. (Amtlich.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Kronprinz Rupprecht von Bayern.
Bei Nebel und Regen keine gröheren Kampfhandlungen.
Forsch durchgeführtc Patrouillenunternehmungen meck- lenburgisch. Grenadiere und Füsiliere und des Jnfant.-Regi- ments Bremen nordöstlich von Arras brachten aus den englischen Gräben 26 Gefangene ein. Mrdöstlich von Beaumont holten Abteilungen des badischen Infanterieregiments Nr. 185 vier Offiziere und 157 Engländer, sowie ein Maschinengewehr aus der feindlichen Stellung.
Front des Deutschen Kronprinzen.
Im Apremonttoalde östlich von St. Mihiel griff nach starker Feuervorbereitung französische Infanterie an. Sie wurde abgewiesen.
Oestlicher Kriegsschauplatz.
Front des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern.
Nahe der Osffeeküste, nördlich von Smorgon, sowie an der Senvetsch- und Schtscharafront nahm das feindliche Artilleriefeuer zu.
Russische Abteilungen, die dicht am Meere in Gegend von Kraschin und bei Ozierki im Gebiete des oberen Styr vorgingen, wurden zurückgetrieben.
Front des Generalobersten Erzherzog Josef.
^cZr tx griffen bei Batca-Neagra im Gyergyogebirge ruffrsche Kompagnien ohne jeden Erfolg unsere Stellung an.
A l t t a l e i st N a m n i c u V a l c e a g e n o m - men. Aus den Höhen nördlich von Eurtea de Arges leistet der Rumäne noch hartnäckigen Widerstand.
* - /?> vm Gelände östlich des unteren Alt hat unter Führung fcte Generalleutn. Grafen v. Schmettow deutsche Kavallerie eme sich zum Kampfe stellende rumänische K a v a l - lerredlvljlon geworfen und ist in siegreichem
Vorwärtsdringen. Die vom Alt ostwärts führenden Strahen sind mit flüchtenden Fahrzeugkolonncn belegt, deren Weg sich durch in Brand gesteckte Ortschaften kennzeichnet.
Mit den über die Donau gegangenen Kräften ist Fühlung ausgenommen.
Balkan-Kriegsschauplatz.
Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls vonMackcnsen.
Ein durch Feuer von See unterstützter Vorstoß feindlicher Schützen längs der Küste gegen den rechten Flügel der Dobrudschaarmee scheiterte.
Unter den Augen des Generalfeldmarschalls von Mackensen ist der U ferwech sel der für die weiteren Operationen in Westrumänicn bestimmten Donauarmee planmäßig durchgeführt. W i r stehe n vo r A le xa n d r i a. Bei Ueber- windung des infolge des Tauwellers hoch angeschwollenen Stromes durch die Kampftruppen wirkten in hervorragender Weise neben unseren braven Pionieren auch Teile des Kaiserlichen Motorbootkorps der K. u. K. Donauflottille unter Kommando des Linienschiffkapitäns Lucich und die österreichisch-ungarischen Pionierabteilungen des Generalmajors Gaugl mit.
Mazedonische Front.
Keine besonderen Ereignisse.
Der Erste Generalguartiermeister Ludendorsf.
Berlin, 26. Nov. 1916. abends. (WTB. Amtlich.)
Anher südösttich Bouchavesnes vormittags gescheitertem französischem Porstob im Somme-Gebiet nichts Wesentliches.
In Walachei plangemäße Fortschritte.
In Dob rud scha und an mazedonischer Front für uns günstig verlaufene Kämpfe.
* * *
Vor genau einem Jahre wurde die vollständige Besetzung des Amselfeldes durchgeführt, die Bulgaren eroberten Prizrend, und dann ging es weiter zur Niederwerfung Montenegros. Wir haben in diesem Jahre gleichartige glänzende Erfolge aufzuweisem. Alle strategischen und un- strategischen Beobachter der Zeit blicken wieder aus die Landkarte. Immer, wo die Weltgeschichte so sichtbar und zielsicher vorwärtsrückte, da waren es die Mittelmächte, die diese Geschichte machten. Wir haben im Anfang des Krieges weite Gebiete durch schnelles Handeln besetzt, aber auch, als unsere Feinde durch vereinigtes Aufgebot überlegener Streitkräfte uns zu schaffen machten, sieben wir im Bewegungskrieg. Was hat die Entente unserem glänzenden Kriegsspiel im westlichen Rußland an die Seite zu stellen, was unserer planvollen, alle Widerstände beseitigenden Kraftentfaltung im Südosten, in den Balkanländern? Die englisch-ftanzösi- schen Unternehmungen an den Dardanellen und an der griechischen Küste nötigten uns zwar ebenfalls, die Karte zur 5)and zu nehmen, aber auf die Dauer war da immer nur Stillstand, Mißlingen oder Zweifel wahrzunehmen, ob eine Umkehr auf halbem Wege vorgenommen werden müsse. Wie glänzend urrd sicher arbeitet dagegen jetzt wieder unsere Kriegsmaschine in Rumänien! Da war alles großzügig von langer Hand vorbereitet, und mit der Genauigkeit einer unfehwaren Vorausberechnung erfolgte das Zugreifen zweier großer .Heeresgruppen. Es wiederholt sich, was sich im
großen in Polen abgespielt hatte. Wiederum dringt Mackensen von Süden her vor, während Falkenhayn die Rolle Hin- denburgs übernommen hat und von West gegen Ost vorstößt. Mit höchster Schnelligkeit entwickelt sich alles. Eine ganze Armee ist über die Donau gesetzt und bereits 30 Kilometer vorwärts in feindliches Gebiet vorgedrnngen, bis vor Alexandria, eine Stadt von etwa 15 000 Einwohnern, die an der Eisenbahnlinie nach Bukarest liegt. Aber auch Falkenhayn ist bereits weit über den unteren Altfluß vorgedrnngen, und die Darstellung, die der Berner „Bund" noch in seiner Sonntagnummer anstellte und die 'wir nachstehend zum Teil wiedergeben, ist bereits weit überholt. Das Blatt verweist auf einen Offensiv ged ante n, der noch kühner und für Rumänien bedrohlicher gewesen wäre, nämlich auf ein noch weiter nach Osten vorgeschobenes gemeinsames Vorgehen von Süden und Norden; der „Bund" gibt aber zu, daß dies zwar ein schöner Plan, aber kein mit alten Möglichkeiten und Schwierigkeiten rechnendes Unternehmen gewesen wäre:
„Man Dann Mar der Ansicht sein, daß ein Durchbruch in der Richtung des Butzentales, also aus dem Raume Törzburg-Iredeal unter gleichzeitiger Ueberschreitung der Donau, durch die Armee Mackensen in der Gegend von Cernavoda-Silistria eine ideale Operation zur vollständigen Abschneidung der ganzen Walachei gewesen wäre, aber man darf nicht vergessen, daß im Kriege nicht mir die Maßnahme, sondern auch die Gegenmaßnahme Kühlt und daß in diesem Falle Rumänen und Russen Truppen!und Zeit gerrug hatten, um an den Flanken der transsylvanischen Alpen und in der Nord- dobrudscha so zahlreiche Kräfte anzuhäufen, daß eine so lveit nach Osten verlegte konvergierende Operatioir von Norden und Süden unter Uebenvindung des Donaustromes und des Hochgebirges nicht mehr in Frage kommen konnte. Um so mehr ist die Sicherheit an- zuerkennen, mit der von deutsch-österrekchischer Seite der Erfolg weiter westlich und unter Beachtung des Sprichwortes: „Qui trop embrasse mal etreint" gesucht und gesunden worden ist."
Wenn der Berner „Bund" die Frage erwägt, ob die Rumänen und Russen wesllich von Bukarest noch eine Entscheidungsschlacht annehmen könnten, so kann heute darauf hingewiesen werden — was der „Bund" vorgestern noch tticht wissen konnte —, daß der angeführte Raum zwischen Slatina und Bukarest bereits stark zusammengeschmo-l-en ist. Der „Bund" schrieb:
„Es ist anMnehnren, daß die Front der Mittelmächte in Rumänien fetzt bereits um lmlchr als 200 Kilometer verkürzt Wochen; ist und die sie, wenn die russo-rumänische Heeresleitung nschjt eine starke Manövriermasse westlich Bukarest zur Hand hat, binnen wenigen Tagen auf der ganzen Linie .den Ol tu über-, schritten haben werden. Freilich bieten sich den Russo-Runnmen gegen einen Angriff donanabwarts überall günstige Verveidigungs- abschnitte, da die Zuflüsse der Donau ihrer Westfront vorgelagert sind. Es ist aber zu bedenken, daß den Rumänen dies nicht viel nützt, da sie unter ständiger Flankenbedrohung von Norden und Süden her fechten. Bon Norden her inacht sich diese im Räume Campulnng und bei Sinaia gellend, im Süden droht sie unbestimmter auf der ganzen Strecke von Covavia bis Silistria. Es wäre daher ein gewagtes Beginnen, eine Entscheij-- dungsschlacht zur Verteidigung Bukarests in dem Raume zwischen Pitesti, Slatina, Caracal, Coravie, Gftrrgiu und Bukarest anzimehmeu. Nur große, von politischen Bedenken losgelöste Sicherheit des Handelns, die aus rascher Versammlung und unbedingter Operationssähigkeit sehr starker Kräfte schöpft, kann die Rumänen und ihre Bundesgenossen befähigen, der kritischen Lage gerecht zu iverden, in die sic immer tiefer verstrickt erscheinen."
Oestlich des unteren Alt hat feindliche Kavallerie unseren Truppen vergeblich den Weg verlegen wollen, sie wurde niedergeworfen, und die Wege und Straßen, die nach Osten führen, sind mit Bagagewagen belegt und von brennenden Ortschaften beleuchtet. Das sieht nicht darnach aus, als wollten und könnten die Feinde westlich von Bukarest eine Entscheidungsschlacht annehmen.
* * *
Die österreichisch-ungarischen Tagesberichte.
Wien, 25. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 25.9tovember 1916.
Oestlicher Kriegsschauplatz.
Heeresfront des Generalobersten Erzherzog Joses.
Nordöstlich von Turnu Severin leisten die dort abgeschnittenen rumänischen Truppen noch zähen Widerstand. Am unteren Alt erreichten deutsche Truppen das Ost- ufer. Nördlich RimnikValcea machte der Angriff österreichisch-ungarischer und deutscher Truppen neue Fortschritte, drei Offiziere und 800 Mann wurden gefangen genommen. Ein feindlicher Angriff in der Gegend von Bekes blieb erfolglos.
Heeresfron tdesGeneralfeldmarschalls
Prinzen Leopold von Bayern.
Keine besonderen Ereignisse.
Italienischer Kriegsschauplatz.
Ein starkes Fliegergeschwader warf mrf den Bahnhof und die feindlichen Lager von Primolano zahlreiche Bomben mit guter Wirkung ab. Alle Flugzeuge kehrten trotz heftigen Abwehrfeuers und schwerer Böen unversehrt zurück.
S ü d ö st l i ch e r Kriegsschauplatz.
Nichts von Belang.
Der Stellverttcter des Chefs des GeneralstabS v. Höfer, Feldmarschalleutnant.
Wien, 26. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 26.dkovember 1916.
O e st l i ch e r Kriegsschauplatz.
Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls vonMackense n.
Die D o n a u - A r m c e hat die Gegend von Alexandria erreicht.


