Ausgabe 
25.11.1916 Erstes Blatt
Seite
3
 
Einzelbild herunterladen

-

Muffen )vp\btn. Mit bfr Wahrnehmung dieses Posten- ist

ver kaiserliche Gesandte z. D. Freiherr vondemKussche- Haddenhausen betraut worden.

»

Berlin, 24. Nov. (WTB.) Der Abgeordnete Wach- horst de Wente legte am 5. Oktober sein Amt als Prä­sidial' und Ausschußmitglied des Deutschen Bauern­bundes nieder, nachdem er bereits zu Anfang März eine dauernde Stellvertretung erbeten und erhalte',: hatte. Es sind für ihn und für den verstorbenen Abgeordneten Wcun- hoff Mühlenbesitzer Martin S ch u n ck- Nittersmühle (Bayern) .und der Landwirt M ori tz Wilhelmsaue (West­preußen) :n das Präsidium hi neingewählt worden, dem außerdem der Ansiedler Harte Neumecklenburg und die Ab­geordneten Loescher-Nenhos und Dr. Böhme anaehören

Berlin 24. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) In der Sitzung des Ausschusses des Abgeordnetenhauses zur Beratung der Vorlage Wer du Gewährung non Di äten' a n die Mitglieder des! Abgeordnetenhauses wurde der Antrag der Fortschritt­lichen Dolkspürte: auf Gültigkeit der Freikarte für die Dauer des DttmbaK. sonne unabhängig hiervon für acht Tage nach der letzten Atzung vor Neuwahlen mit großer Melncheit angenonnnen, efenso ein Ben trumsautrag auf Gewährung der freien Fahrt auch auf Privat bahnen.^ Ter Ausschuß des Ab geord n et m hm ses zur Beratmig des Gesetzentwurfes über Schätzungsämter und Stadt- schaften hat heute die dritte Lesung des Entwurfs beendet.

Arrs Stait nnd Land.

Di en, 25. November 1916.

Zum Geburtstag des Großherzogs.

Wiederum begehen wir das Geburtstagsfest unseres Landesherrn, zum dritten Male in diesem Kriege. Immer noch stehen die Söhne unseres Landes in erbittertem Kampf, aber sie wissen, daß sie dies Inn um der Heimat willen. Die Inbrunst, mit der unsere alten deutschen Volkslieder in fer­nen Schützengräben, in der Einsamkeit entlegener Dörfer gesungen werden, unsere Sehnsucht nach unseren Lieben im Felde, um die wir sorgen und für die wir beten, sind Heilig­tümer unseres Volkstums, das zähe urrd entschieden seine Wurzeln in den geliebten Heimatboden klammert, mächtig seinen starken Stamm zum Himmel reckt und seine Aeste streckt gegen Wetter und Sturm. Die Heimat sorgt immer für ihre Kinder. Wie eine liebe Mittler wird sie mit ihnen Not und Entbehrung xrtragen und ihr Letztes mit ihnen teilen. Was geschehen kann, unseren Brüdern, die verstüm­melt oder verwundet ans dem Felde zurückkehren, ihr schmerz­liches Los zu erleichtern, das soll ohne große Worte, aber mit selbstverständlicher Liebe auch weiterhin getan werden. Wenn heute verwandele und genesende Soldaten einen klei­nen Gang unternahmen und einen Blick tun können auf dieses, wie im Frieden daliegende schöne Land, in dem sie geboren sind, so werden nur wenige die Rührung bemeistern können, eingedenk derer, die solches nicht mehr schauen kön­nen. Wir wissen alle, daß der Friede erftrittcn werden muß, daß er uns nicht von selbst in den Schoß sällt. Die Nov- .wentngkeit dieses eisernen Zwanges lastet schwer auf uns, jnber die Freude am Dasein, die Lust an der Arbeit darf sie uns nicht nehmen. Der Krieg führt große Massen gegeneinan­der ins Feld, und der einzelne ist nur ausführendes Werk­zeug eines höheren Willens. Auch im Inland ist heute nicht so leicht und bequem zu leben, wie früher, auch die Heimat hat sich gerüstet und weist in Gewinn und Verbrauch jedem einen bestimmten Satz zu. Die Steigerung des Verdienstes hat nicht Schritt gehalten mit der Verteuerung der notwen­digsten Gegenstände des Bedarfs und viele können sich das Heim nickst gründen, das sie entbehren. Und wenn wir uns in Handel, Verkehr und Gewerbe, in allen Gebieten des täg­lichen Lebens umsehen, erkennen wir überall ein rücksichts­loses Gleichmachen ohne Beachtung von Wert und Fähigkeit. Wir erleben den ernsten Daseinskampf unseres deutschen Mit­telstandes und sehen aus notwendigen Einrichtungen der Kriegswirtschaft Folgen entstehen, deren Größe und Bedeu­tung niemand vorausgeahnt hat. Aber wir fühlen es alle, daß dieser Zustand nur vorübergehend sein kann, daß die Zeit einmal kommen muß, da wenigergeregelt" wird, son­dern persönliche Leistung und Tüchtigkeit die Daseins­bedingungen für den Einzelnen und den Staat bestimmen werden. Groß ist heute schon die Zahl derjenigen, die durch ihren Willen ein Glied ersetzen; bei dem Wettbewerb des Geistes und der Arbeitskraft wird derjenige Sieger sein, der die größte Energie besitzt. Eigne Arbeit und ihr sichtbarer Erfolg im privaten Eigentum, das ist die Grundlage und Gegenstand der Freude in Familie, Heimat und Staat. Heute aber wollen wir das Gelöbnis tun, diese Zeit der Beschrän­kung und der Knappheit zu ertragen im Interesse unseres großen Kampfes gegen außen. Jeder Einzelne vermag auch heute seinen persönlichen Wert in die Wagschale zu werfen und ihn bis zu den höchsten Grenzen zil steigern im treuen Dienste der Heimat, deren jährlichen Festtag wir heute be­gehen.

*

SlMnIagHgedanken.

in ihr daS härteste Sollen mit seliger Freiheit unAsllch

verbunden. Ueber ihren Gräbern darum verstummt die Klage. Kein eitler Ruhm sichert ihnen angebliche irdische Unsterb­lichkeit. Bei wie lvenigen nur wird das der Fall sein. Und siir die Weiiigen auch wird Fausts scheidendes Wort in Geltung bleiben:

Die Tat ist alles, nichts der Ruhm."

Größeres, der stille, heiße Dank eines großen, guten Volkes, waltet über ihren Gräbern. Ob wir sie dann in der Hennat mit Blumen und Kränzen schmücken dürfen, oder unsere Gedanken nur wehmütig in der Ferne, in Feindes­land, sie aufsuchen können, heilig lverden uns immer diese Stätten friedlicher Ruhe, die der Krieg geschaffen, bleiben. Sie aber, die ihr Leben willig gaben, wissen wir dem ewigen Gott anbefohlen, ohne dessen Weisheit das stürmische Schick­sal dieser Jahre seinen Lauf nicht nimmt und in dessen Treue alles geborgen bleibt, was auf ihn hofft. E ck.

*

Amtliche Personalnachrichten. Der Groß- a erzog hat am 22. November den Anstaltsgeistlicben am LandeSzuchthans Marienschloß Friedrich S ch m a l tz aut sein Nach- lachen unter Anerkennung seiner treuen Dienste mit Wirkung vom 1. Dezember 1916 seines Dienstes cutlaffen. Der Grob­be r z o g hat zum II. Noveniber d. Js. dem ersten evangelischen Pfarrer Friedrich Wilhelm Werner zu Nidda den Charakter als Kirchenrat erteilt.

** O b e r h e s s i s ch e r Kunstver ein. Die Gemälde- Ausstellung mußte noch einige Tage geschlossen bleiben, da durch die erste am 18. d. M. beendete Ver kehrsei n sch rän- kung des Frachtgutes die .Kunstwerke nicht wie vorgesehen am 22. d. M. eintreffen konnten. Die Eröffnung der Aus- stektung kann jedoch in den ersten Tagen erfolaen, da die angemeldeteu Kunstwerke bereits unterwegs sind. Verkauft wurden noch in dieser Woche:Dovfstrategen", Oelgemälde von E. Rau-München;Im hohen Vogelsbercch, Oelgemälde von H. Bahner;Schloß Langnau a. d. Lahn", Aquarell und Wilhelmsbader Brückchen bei Hanau", Oelgemälde von I. G. Mohr-Frankfurt.

** Jungweyr. Sonntag, 26. Nov. (Totensonntag): Dien st fr ei.

** In der ordentlichen Hauptversammlun g des Gieß euer Ha usfrauen ver'ein s am verg-rrngenen Ton nerstag wurde nach Erstattung des Jahresberichts und erfolgter Rechnnngsablage der bisherige Vorstand einstimmig wiedergewählt. Sodann nahm Frau Stephanie Forchheimer Mrs FrMiks'urt a. M., die Leiterin der dortigenHaicssianerwerernigung 1915" das Wort zn einem kurzett Vortrag über Schuhs ü r sor ge. Die Not der Zeit sei ein unerbittlicher Lehrnreisder. Die Knappheit der Rohstoffe nnd die infolgedessen eingetretenc Teuerung erschwer tot es den Minderbemittelten außerordetitkch, neues Schnhwerk anzu- schaffen oder altes auSbesseri: zu lassen. Deshalb müsse auf Ab­hilfe gesonnen werde::. Um für das Fehlende Ersatz zu schaffen, müsse man aus alter: Kleidern, Teppichen, Stoffresten und Stoff­abfällen aller Art, wie sie in jedem: Hausstand vorhanden seien, warmes Sänchverk schaffen, das vorn-el)mliich int Hanse zu tragen sei, idas sich aber muh bei trockenem Wetter für die Straße eigne. Es sei aber auch möglich, die Schuhe mit HvlzsokLeir zu versehen. So beschaffenes Schrchwerk könne nicht nur allein bei trockenem,, sondern auch bei nassem Wetter auf der Straße getragen werden. Jede Hausfrau sei in der Lage, Schuhe dieser Art selbst anzu- fertiger:. Hierbei konüne vor allen Dörgen das erziel-erifche Moment öl Frage. Tie Frauen sollten augehalten werdet:, alles zur Her­stellung von Schachen Bratochbarc zu verwenden. Weiter wirs die Vortragende daraus hin, Mich das Flicken und Sohlen von Lederschuhen mit Leichtigkeit zu erlernen sei. Die Vvttrngende konnte zum Beweise für die Richtigkeit ihrer Ausführungen auf eine kleine Ausstellung von Schachen verweisen, die von Mitgliedern des Q6jxj&aitt Hausfrau^, -Vereins angefertigt sind. Diese .Schuhe sind jetzt im Schaufenster der Geschäftsstelle des Vereins, MäuSbnrg 5, zu sehen. Dar Vorstand dos Vereins hat, tun allen seinen Mitgliedern Gelegetcheit zu geben, die Anfertigung von Schuhen zu erleriien, Lehrkurse eingerichtet, die Montag, den 27. November beginnen sollen. yljnmeldungeu werden in der Geschäftsstelle während der üblichen Geschäftsstunden entgegne genommen.

** Ai: 8 dem Stadttheaterbureau. DeS Toten­festes wegen bleibt morgen das Theater geschlossen Die Ausführung von »Maria Stuart" am nächsten Dienstag findet wiederum bei Volkspreisen statt. Es ist die letzte des Werkes.

** Im Lichtspielhanse, Bahnhofstraße, geht von heute ab der zweite Teil des H o m u n c u l u s f i l m e s init dem durch laußervrdentliche schauspielerische Fähigkeiten ausgezeichneten Film­darsteller Olos Fönß in Szene. Der erste Teil der in 6 Abtei-- langen gegliederten Tragödie des künstlichen Menschen hat vor einigen Wochen einen jo durchschlagenden Erfolg erzielt, daß die Spieldauer des Filmes um einige Tage verlängert werden mußte. Neben der Kunst Olaf Fönß Verdicnte noch die filmlech- nifdje Ausmachung des Werkes vollste Beachtung und Anerken­nung. Wie wir höret:, bietet der zweite Teil eine in jeder Bezie­hung würdige Fortsetzung. Der vorzüglichen Darbietung ist ein reger Besuch zu wünschen. Näheres über die Borführnngszeitet: siehe Inserat.

" Das Scbwarz-Weiß-Theater hat von SamS- tag, 25. Nov. bis Montag, 27. Nov. für ein sehr glites Progrannn gesorgt, darunter der vieraktige spannende Kriminal-RomanDer Freund des Dunklen" von Harts Hyan, Nnd als zweiter Haupt­schlager den nordischen KunstfilmEin Kind der Liebe", ergreifendes Schauspiel in 3 Akten, mit der bekannten Poula Psilander in der Hauptrolle. Außerdem noch das übrige Beiprogramm, so daß jeder Besucher zufrtedengestellt seit: wird.

Totensonntag.

Den Toten gehört der Tag, der letzte Sonntag ,im .Kirchenjahr. Die Lebenden wall führten zu den Gräberreihen des zu Ende gehenden Jahres. Es hat unter ihnen jeder Einzelne sein Grab, au dem seine Liebe trauert, über dem sein Glaube neuen Halt im verarmten Leben sucht. Diese, wie alle wahren Schmerzen kann keiner dem andern ab­nehmen. Mer doch, wo er sie mit so vielen teilt, wird ihm nicht dennoch leichter nms Herz? Es gibt unter denen, die wir mittrarrern sehen, von denen wir wissen, wie schwer es muh sie getroffen hat, doch etliche, deren .Kraft uns mit sich auswärts reißt, die uns ohne vergebliche Trostworte durch iyr bloßes Mitleiden nnd Fürsichüberwinden so viel zu sagen wissen. Daß ihrer doch viele wärm!, willig, andrer Leid mitzutragen, eigne .Kraft in die Seele der Zu­sammenbrechenden zu gießen.

Und nun dies Jabr vollends! Zum drittenmal, daß wir so gemeiiftam während des Krieges unserer Toten gedenken. Sie sind aiich hier, auch diese, verteilt auf die unendlich vielen Einzelnen, denen sie zuvor im Leben nahe standen. Ihre Söhne, ihre Gatten, ihre Väter wie grausig und wie massenhaft sind diese zartesten Bande des Lebens zer­rissen. Wie viel Treue und Güte ist dahin wie vielem Vertrauen der Grund entzogen. Und doch wissen wir ja, dies Kriegssterben greift über den kleinen Bereich des Ein­zelnen hinaus, es läßt sich auch von tiefster EirAetliebe nicht fassen und halten. Hier ist es gemeinsames Sterben, gemeinsames Empfinden, Ertragen, Ueberwinder: des Todes. Hier steht ein großes Minder im Menschenleben vor uns. Der Tod wird nicht als das Unvermeidliche, bet# natürliche Los alles Irdischen widerlich hingenoinmen, er wird tapfer herausgefordert, sein Erleidei: in kühne Tat der Freiheit umgebogen. Sie starben freilich von Feindeshand, aber in williger Erfüllung großer Pflicht. Die .Pflicht aber diente einem höchsten Erdenzweck. Und so war

Landkreis Gießen.

i. Ettingshausen, 24. Nov. Unteroffizier Philipp Kühn im Landwehr-Regiment 81, der schon mehrfach Beweise hervor­ragender Tapferkeit gegeben hatte, wttrde mit dem Eisernen Kreuze orsler Klasse ausgezeichnet. Sein Bnter Georg Kühn hat seine drei Söhne zur Fahne geschickt. Der jüngste, Vizeieldwebel Karl Kühn, starb au den Folgen eines Kopfschußes

-v- Gro ßen - L: nden, 25. Nov. Seit zwei Jahren be­zieht eine Anzahl Sckmlor bifxcfr Haupttkchrer Bach die Kriegs- mW RithmesblätterWeltkrieg", die vom Hilssverein Deutscher' Frauen zu Berlin allwöcheutlich herausgegeben ioerdeu. Wie wir hören, sind bis jetzt Wer 500 Mark dafür abgeftthrt worden. Der Reingewinn gehört ungeschmälert den bedürftigen Kindern in: Felde stellender Männer. Musketier Wilhelm Bo Pf, ein Söhn der Witwe Bvpf, wird seit einigeit Wochen vermißt. Er kämpfte zuletzt fei Verdun und ist verrmcklich in Gefangerrschast gerate::.

I). Ober-Hörgern, 25. Nov. Der Unteroffizier Konrad Seipp, der feit Llnsbruct) des'Krieges beim Landwehr-J,ts.- Rgt. 116 in: Felde steht, wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. Die Hessische TapserkeitSmedaille war ihm schon früher verliehen ivordett.

** S 1 e i n b a ch, 25. Nov. Dem Unteroffizier Karl Lein­weber im Jni.-Rgt. Nr. 116 wurde für tapferes Verhalten vor dem Feinde das Eisertte Kreuz 2. Klasse verliehen. Er wurde im Oktober verwundet und befindet sich twch im Lazarett.

Kreis Alsfeld.

oz. Alsfeld, 25. Nov. In den ttächsten Tagen soll in unserer Stadt durch Jungen wieder eine Sammlung von Gegenständen, die in den Haushaltungen entbehrlich sind, vor- genommen werden. Es konntten diesmal iu erster Linie Wein­flaschen, Pappdeckel und Altpapier iu Betracht.

Kreis Lauterbach.

ü. G II n z e n a u , 25. Nov. Gefreiter Heinrich S ch m a l b a ch, der bereits in: Myi d8. Js. mit den: Eisertten Krettz 3. Klasse aus­gezeichnet wttrde, erhielt nun auch die Hessische TapserkeikSittedaille. Verwuttdungett hat er bis jetzt, außer einem leichte,: Stretffchusse am Halse, nicht erlitten.

KrelS Friedverg.

nt. Friedberg-Fauerbach, 24. Nov. Dem Musketier Heinrich Brückmann bei dem Neserve-Jnfanterie-Ngt. 9tr. 222 . Sohn des Schtlhn:achermeisterS Heinrich Brückmann, wttrde die Oesterreichische Tapserkeitsntedaille verliehen. Er steht bereits de" 15. Monat im Felde.

Hessen-Nassau.

Schwere Strahetmnfälle.

«= Frankfurt a. M., 24. Nov. Im dichkesten Nebel stieß heute mittag bei Esäjtersheim der Kraftwagen der städtischen Milch- nkf;« mit zwei immumfer vorbei fahrenden Stra ßen bahmvagen w am men. Ter Kraftwagen ivnrde vollständig erttümTnert; ebenso erlitten die Motorwageir der Straßenbahll erfeblichc Beschädig gimgen. Bon fen .Ürast>tagensül/rern wurde einer lebensgesälnlich, der andere leicht oerleht. An einer Straßenkreuzung in Sachsen- Hausen fuhr ein Straßnrbahnwagen in einen WaldbahTrzug, wöbe: mehrere Fahrgäste verletzt wurden. Ein .Kind mußte dein Kranrew- lMise zngeführt werden. -- Beim Abspringen von einem Straßen- bahtiwagen geriet die 17 jährige Wilhelniiw Bärenz Unter den An­hänger Und wurde sehr schwer verletzt, so daß sie in fast hofsnunaS- losem Zustande in fes HeiliggeisfeHospital verbracht werden mußte.

*

Frankfurt, 24. Nov. Der bisherige Leiter der Kölner Oper Herr Gustav Brecher wurde vom Generalintendanten, Geheimrat Zeig, ab 1. August 1717 als erster Kapellnieister und Dirigent von Symphoniekonzerten für das Frankfurter Opernhaus verpflichtet.

nt. Kriftel, 25. Nov. Dem Pionier Anton Jakobi von hier, Sohn des Joh. Jakobi V., wurde daS Eiserne Kreuz 2. Klafie verliehen.

nt. Unterliederbach, 25. Nov. Der Reservist Keßler vott hier, der bei einer Eisenbahnbau-Kompagnie in Mazedonien steht, ist mit der Bulgarischen Verdienstmedaille ausgezeichnet worden.

Kicßener Strafkammer.

Gießen, 24. NvvemVer

Wegen

unrichtiger Angabe ihrer Kartoffelvvr-eäte war^: den Landwirten Johann Wilhelm K., Jvhann Heinrich W.. Heinrich M., Heinrich M.. sämtlich ans Treis a. d. Lumda, Straf, befehle zngegangen. ttihaltlich derer sie mit Geldstrafen zwischen 30 nnd 80 Mk. belegt twufeit. ?lnf hiergegen erhobenen Einspruch lvnrden sie vom hiesigen Säfiöfsengerickst steigesproä-em Gegen dieses Urteil verfolgte die Grvßh. Staatsanwaltschast Berirftmg. Ans Grmid der ^heutigen Bewei^fnahme hob das Gericht das erstinstMrzlickje Urteil auf nnd erkannte gegen die Arrgeklagten, die iznm Teil ihre Kattoffelvorräte um 30 und .mehr Zentner zu wenig mrgegefen hatten, auf Geldstrafen und zwar gegen die Angeklagten K., M. und M. vmr je 20 Mk. nnd gegen W. von! 5 Mark.

Der Landwirt Heinrich L. v'on Nieder-Bessingen war durch Urteil des Schöffengerichts Lich vom 5. Juli 1916 wegen Mil chfälschinng,

da die Milch tztu wenig Fettgehalt hatte, zu 30 Mk 6>ldstrafe ve» nrteilt worden. Gegen dieses Urteil verfolgte der Angeklagte Bs- rnfung, um seine Freisprechmirg M erzielen. Auf Grund des vvn den: Sachverständiger: erstatteter: Glttacfeens, nach dein die Möglich­keit nickst ansgesckstoffen ist, daß eine Entrahmung der Milch nicht statt gefunden fet, hob das Gericht das vornrftanzliche Urteil aut u:ch sprach der: AngMaglcr: frei. ^ _

letzte Nachrichten.

Ein Vorstoß unserer Seeftreitkräfte gegen die Themsemiindnng.

Berlin. 25. Nov. (WTB. Nichtanttlich.) Teile nni«. rer See st reit kr äste stießen in der Nocht vom 23. zmn 24. November gegen die Themsemündung und den Nordausgang der Donms vor. Bis ans ein Vorpostenfahrzeug. das durch Geschützfmer verstnkt wurde, wurden keinerlei feindliche Streitkräfte ststgesbeltt. Der befestigte Platz Ramsgate wurde drrrch Artillerie unter Feuer ge­nommen. Ms auch darmrfhin von der englischen Flotte nichts sichtbar wurde, traten unsere Streitkräste den Rück­marsch an und liefen wohlpehalten in den lstimifchen Stütz- Punkt ein.

Wechsel im Stellv. Generalkonnnando des 18. Armeekorps.

Frankfurt, 26. Rrdd. (WTB. Nichltamtlich.) Durch aller­höchst Kabinettsorvve ist die MobllinväM:gsfestttn-mnng des Ge­nerals der Infanterie Freiherrn vott Galt äls ftellfertretendÄll Kiommaiü)iewndet: dos 18. Armeekorps imbex Verleihung der Krone zum Roten Adler Orden 1. Kl. mit Eichenlaub ausgehoben nnd GnerallonMant Riedel Kornvumdenr der 12. Jnftmterie-Division zum slellvertretmülen konrMmü>ievend-m General errurmtt worden. Mackensen über bk Donau gesetzt!

Berlin, 25. Nov. TieBoss. Ztg." urteilt: Als logische Folge dlS Durchbruches in die walachische Ebene tmt Norden her, folgt jetzt das Ueberschreiten des Donau-Stromes dur ch Mackensens Armee. Der rumänische Widerstand an der Doturu war bis MM Mlt-Wntz, der: :mstve Vorposten von Crräo- va her erreicht habe::, nutzlos geworden. SärMiche rumänischen tvestlich des Alt in der Wälacbei stehenden Kräfte Härchen sozusagen in der Luft, andere ihrer Basis bercorbt. Vielleicht Hafen die Rn- manen rechtzeitig die drohende Gefahr erkannt und den Haupt­teil ihrer dort stehenden Kräfte Zurückgezogen. Wie schnell sich die weiteren lEreignisse in Rtcmänien entwickeln werden, hängt heule von der Entschlußkraft des Führers des rusftsch-ru- mänischen Heeres, voa: der' nicht alfeu hoch zu vei>

anschlagctchen Moral der rtunanisckstn Truppen und nicht Messt von der Beschafserlheit der Straßen und Eisenbahnen ab, von der^n allerdings auch die Schnelli^ert des Bm> marsches trnsever eigenen Truppen febttrgt ist. ZN jedem Falle erscheint die Lage der rtnnänisckKM Truppen südlich des Roten- Turm-Passes bereits stark gefährdet. Die Hauptverbindntchen durch das Gebirge lausen sämtlich Nvrd-SG»-. Oft-Weife Nerbrn- düngen fiitb nur wenig vorhanden. Der gelut:gene deutsche Flie-- gerMrgrisf m:s so wickstige Eisenbahnpnnkte, wie i, B. Pitespi beweisen die fehe Gefahr, die für den Rückzug der Rumänen besteht. Die rumänisckie oberste Heeresleitung n: nach der jetzigen Kriegslage eine neue westliche Defensrv-Flanke aufsiellen, die voraussichtlich versuchen :vird, östlich des Alt-Flusses Widerstand zu leisten. Ob diese Operation noch gelingt, das erscheint sehr fraglich. In jedem Falle erscheint heute schon die Lage der an den Gretrzbergen der Sndftont Siebenbürgens kämpfenden Hee­resteile recht schwierig.

Der Untergang derBrftanic".

Rotterdam, 25. Nov. TerDaily Telegraph" meldet ans Athen: Es ist setzt festgestetll, daß rund 200 Personen von dem DampferB r: 1 a n i c" vermißt werde«. Zwei der Verletzten erlagen ihren Berwirndmrgen. Die Bewohner der Insel Zea sirgten ans, daß sie vor dem Untergang der Brttanic ein U-Boot in der Gegend bemerkt haben. Man neigt zu der Annahme, daß dieses U-Boot en: Minenleger gkwesea: ist und die Bridanic drwch eine Mine nntz-rgegarmen sein könnte. ^ Es habe sich nämlich jetzt amü heran sgestellt, daß die Deutschen imstcarde seien, Minen in Fahr-- tvasser vor, 200 Meter Tiefe zu legen.

Förman

'Dose <30