Ausgabe 
23.11.1916 Erstes Blatt
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Beweises für dieses vertrauensvolle Zusamnienwirven be­durft Hütte, so »Ware der Beweis erbracht worden durch den Brief des Generalseldmcnschalls v. Hindenburg an den Reichskanzler, und die Folgen, die der Kanzler dem Briest gab. Offen und freimütig teilt der Feldmarsch all den: Kanzler seine Sorgen und Wünsche mit. Offen und frei­mütig bringt der Kanzler mit einem warmen Appell den Brief zur Kenntnis der Bundesregierungen, iu deren Hand die Ausführung auf dem Gebiete der Voltsernährung liegt, denn er sieht in dem Schreiben des Feldmarschalls die denkbar wertvollste Unterstützung seiner eigenen Bestrebun­gen. Leider unterblieb es nicht, den Brief und seine Weiter­gabe durch den Kanzler aus dem Zeugnis der vertrauens­vollen Zusammenarbeit in das Gegenteil umzudeuten. Hätte der Kanzler Grund gehabt, die Kritik und Einmischung zu sehen, wo ihm wertvolle Mitarbeit angeboten war, so hätte er den Brief wohl anders behandelt. Daß er ihn selbst ver­breitete, zeugt nicht nur von vertrauensvoller Einheit des Denkens und des Handelns an den leitenden Stellen, son­dern auch davon, daß eine kleine Gesinnung dort keinen Raum hat.

Aus dem Reiche.

- Die nächste Sitzung des Reichstags.

Berlin, 22. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Die nächste Plenarsitzung des Reichstages ftrldet am Samstag, 25. Nov., nachmittags 3 Uhr statt.

Ar»» Stadt ttttfe Land.

Gießen, 23. November.

1916

Weihnachtssendungen.

Die Reichspostverwaltung richtet auch in diesem Jahr an jedermann das Ersuchen, mit den We i h n a ch t s s e n du n g en bald z u beginnen, damit die Pakettnassen sich nicht in den letzten Tagen vor dem Feste zu sehr zusammendrängen. Nachdem die Zahl der Eisenbahnzüge vernnndert worden ist, ist cs noch, weniger als in fricheven Jahren tunliche, bei dem außerordentlichen Anschwellen des Verkehrs, die gewöhnlichen Beförderung ssttsten einzuhalten und Namentlich auf weite Entfernungen eine Gewähr für vvchtzeitige Zustellung vor dem Weihnachtsseste z-u übernehnten, wenn die Pakete spät eingeliefert werden. Vielmehr erheischen die gegenwärtigen, durch den Krieg geschaffenen schwieriger: Vor kehrsverhältnisse dringend die besonders frühzeitige Auf lieferung der W e i h n a ch 1 s s e n düngen, damit die pünktliche Ueberkunst der Pakete gesichert ist und Bettittrsstockungen ferngehalten werden.

Die Pakete sind dauerhaft zu verpacken. Etwaige aus dem Berpackungsstoff vorhandene alte Aufschriften und Beklebe ettel müssen beseitigt oder unkenntlich, gemacht tverden. Die Be­nutzung von dünnen Pappkasten, schwachen Schachteln Zigarrenkiste:: usw. ist M vermeiden. Die Au fsch,ri f t der Pakete muß deutlich, vollständig und haltbar hergestellt sein. Kann die Aufschrift nicht deutlich auf das Paket selbst gesetzt werden, so empfiehlt sich die Verwendung eines Blattes Weißen Papiers, das der ganzen Fläche nach fest aufgeklebt werden muß. Am zweckmäßigsten sind gedruckte Aufschriften auf weißem Papier, dagegen sind Pakekkardenvordrucke ungeeignet für Pake! au sich risten. Bei in Leinwand verpackten Sendungen mit llttscl und anderen Gegenständen, die Feuchtigkeit. Fett, Blut usw. al'setze»:, darf die Aufschrist nicht ans die Umhüllung geklebt werden. Ter Name des Bestimmungsorts muß recht groß und kräftig geruckt oder geschrieben sein. Die Paket auischrift Muß sämtliche Angaben der Paketkarte ent­ölten. also mich- den Freivermerk, bei Paketen mit Postnachnahme bei: Betrag der Nachnahme sowie den Namen und die Wohnung des 2lbsenders, bei Nlpaketen den Bennertdurch Eilboten" usw damit bei einem Verlust der Paketkarte das Paket doch' dem Empfänger in gewünschter Weise misgehändigt werden kann. Auf Pakten nach großen Orten ist die Wohnung des Empfängers, auf Paketen.nach' Berlin auch der Postbezirk iE, W, SO uffv..) anzngeben. Damit die Pakete den Empfängern auch dann möglichst schnell zugeführt werden können, tofnu die Aufschrift abfallen oder unlesbar werden sollte, wird den sendern Dringend geraten, in das Paket selbst obenan einen Zettel mit dem NaMen, dem Wohnort und der Wohnung des Paketempfängers z-u legen.

Zur Beschleunigung des Betriebs ttägt es wesentlich bei, wenn schon der Absender die erforderlichen Marken auf die f Paketkarte klebt.

Tie Versendung Mehrerer Pakete mit einer Paket karte ist für die Zeit vom 12. bis einschließlich 2 4. Dezember weder int inneren deut scheu Ver­kehr noch im Verkehr mit deM Auslande gestattet. Gemeinschaftliche Eintiefenmgsbescheimgungen über mehrere ge­wöhnliche Pakete werden in der bezeichnten Zeit nicht ausgestellt

*

** Hoftrauer-Ordnung. Wegen des Ablebens Seiner Kaiserlichen und Königlichen Apostolischen Majestät des Kaisers Franz Josef I. von Oesterreich, Königs von Ungarn, ist auf Allerhöchsten Befehl eine Hoftrauer vom Heutigen bis zum 12. Dezember d. I. einschließlich angeordnet worden. Die Damen erscheinen in schwarzen seidenen Kleidern mit weißem Kopfputz und weißen Handschuhen. Die Herren tragen zur Uniform einen Trauerfwr um den linken Oberarm.

** AmtlichePersonalnachrichten. Das Ehren zeichen für Mitglieder Freiwilliger Feuerwehren wurde vom Großherzog verliehen: Wilhelm Jestadt, Johann August Beith, Wilhelm Hessel, Karl Reuber, Franz Dr^ouet, sämtlich- zu Mainz, David G e n ß, Adam Becker zu Mainz-Kastel und Johann Hoos zu Mainz-Kostherm Philipp Weyell, Peter Ober th ier I., Heinrich Fröh­lich, Michael Heeb, Martin Heinh, Wilhelm Klein, Peter Grün III., Johann Kolb I., Peter R n p p, Philipp Kolb V., Johann' Ru pp, Jakob Heintz, sämtlich zu Tiefenthal. t ^ , I

** Weihnachtsspende 1916. Be: der Haus- und Straßensammlung am 18. und 19. November sind 3780.33 Mark eingegangen. Die ungünsttge Witterung an den beiden Sammeltagen hat das Ergebnis sehr beeinträchtigt; es ist das geringste seit Kriegsbeainn. Hoffentlich wiro die Ein Zahlung bei den Spenden-Annahmesttllen den Bettag noch wesentlich erhöhen, damit das Rote Kreuz seine Aufgabe der Versorgung unserer Feldgrauen und Verwundeten mit Weihnachtsliebesgaben in vollem Umfange erfüllen kann wie es unsere tapferen Kämpfer verdienen.

** Kartoffelenteignung. Dem Pächter Hugo Ja cobi in Utphe sind 2900 Zentner Kartoff'elvvrräte enteignet worden, da er sich weigerte, gemäß der Bundesratsverordnung! 25 Prozent der etwa zu Brennzwecken koMingentterten Kartoffeln sofort nach der Ernte als Speisekartoffeln cm den Kommunalver band abzuliefern. Vorgesten: träte:: 40 Landsttrrmlente, geführt von einem Unteroffizier, auf denr Bahnsteig der Oberhess. Bahn an. Außer einem Beamten des .Kreisaints iM> 2 Gendarmen stellte sich Mich ein Sachverständiger ein u:tb um 8.18 Uhr setzte sich die Zwangsvollstreckungs-Expedition mit lder Eisenbahn nach Utphe in Bewegung. Auf Veranlassung des Kreisamts standen in Utphe fünfzehn Gespanne bereit, um die Kartoffeln nach der Station Bürstadt Wohnbach zu verbringen. Pächter Jakobi erhält für die enteigneten Kartoffeln statt 8 Mk. pro Malter, die er bei freiwilliger Ablieferung erhalten hätte, nur 5 Mk. pro Doppelzentner, er hat aber außerdem die nicht geringen,

Kosten des DrtttMc^MerfahvmS Kl tragen. WaS den öarftorfrt

veranlaßt hat, seine Verpflichtung dem Konmrunalverbcmd gegen- aber nicht W erfüllen, ist unklar und zwar um. so unbegreiflicher, als # er int Herbst etwa 50 Waggon Frühkartoffeln zum Preise von 1920 Mk. pro Malter mtt einer anzuerkennenden Schnelligkeit an den Kommunalverband abgeliesett hat. Dieses Vorkommnis möge zur Warnung .dienen imd Landwitte, die ebenfalls mit Vorräten zurückgehalten haben, veranlassen, diese herzugehen, bevor die Gntttgnungskomnffssion, die jetzt ihre Tätig­keit ausgenommen hat, auch cm sie hercmttitt.

** Teuerungszulagen für Eisenbahnarbeiter. Vom November an sollen d:e den Eisenbahnarbeiten: und -ar- beiterinnen bisher gezahlten Teuerungszulagen teilweise erhöht werden, wie denn auch erloeitette Fanülienstandsgruppen gebildet worden sind.> Auch den nur vorübergehend eingestellten und beschäftigten Arbeiten:, männlichen und weiblichen kann, sofern sie mindestens einen Monat beschäftigt sind, eine Teuerungszulage gewährt werden. Ausgeschlossen von dieser sind alle jugendlichen Arbeiter und die nicht vollbeschäftigten Leute, wie Putzfrauen usw., die gegen Pmffchalvergütung eingestellt sind.

' e Die Genehmigung der Kartoffellieserunch von: Erzeuger unmittelbar an den Verbraucher auf Bezugsschein darf nach den erlassenen Bestimmungen von den Kommunalverbändem erteilt werden, sofern dadurch die Lieferungspflicht des Kommunalverbatwes für die Gesamtheit nicht beeinträchtigt wird. Die große Verzögerung und das stellenweise ungünstige Ergebnis der Kartoffelernte hat aber in den meisten Kommunalverbänden eine wesentliche Einschränkung solcher Aus- nahmebewilligungen nöttg gemacht, weil die verfügbaren Arbeits kräfte, Gespanne und Eisenbahnwagen zunächst für die Heran Schaffung der an die Bedarfsverbände zu liefernden Kartoffelmengen gebraucht werden. Tie Kommunalverbände, die für die Durchfüh­rung dieser Lieferungen verantwortlich sind, können Ausnahme­bewilligungen lnur etteilen, wo eine Beeinträchtigung der Gesamt lieferung zweifellos nicht in Frage steht. (Berlin, WTB. amtlich.)

* In der Vortragsverein igung Gießen (Kau: männischer Verein und Ortsgewerbeverein) hält morgen abend Schriftsteller W. Schwiegerhausen aus Lewzig einen Lichtbilder Vortrag überUnsere Verbündeten des Isla nt". (Siehe Anzeige.)

'* Großh. Haupsteueramt. Die Geschäftsräume sind am SamStag, den 35. November l. Js. ans Anlaß des Geburts­tages des Grobherzogs geschlossen.

Postdienst an Großherzogs Geburtstag. Am 36. November findet eine zweiinalige Briefbestellung, sowie eine einmalige Geld- und Paketbestellung statt. Die Postschalter find von 8-9 vormittags und von 11 vorm, bis V/ 2 Uhr nachmittags geöffnet.

Der Schellfisch ist billiger geworden. Wie wir erfahren, sind die Schellfische, die vorige Woche einen unerhört hohen Preisstand erreicht hatte::, mittlerweile um 2b Proz. billiger geworden und werden nächste Woche jedenfalls noch billiger werden.

" Lebensmittelkarten. Die Ausgabe der Brot-, Butter Fett-, Fleisch- und Milchkatten erfolgt diesmal Freitag, den 24. Nov., und Samstag, den 25. Nov., und zwar für die Bezugsberechtigten von AK am Freitag und von LZ am Samstag.

** 6. Ausgabe von Süßstoff (Saccharin:. In der Zeit von: 11.-15. Dezember dss. Js. wird gegen den Lieierungs abschnitt 6 der SüßstoffkartenH (blau) undG (gelb) von den Süßstoff-Abgabestellen Süßstoff abgegeben. Mit dem 15. Dezember verliert der Abschnitt 6 seine Gültigkeit. Siehe Bekanntmachung

Landkreis Gießen. . .

ch L^e i h g e st e t n , 23. Nov. Tie Familie des Zimcher meisttrs und Beigeordneten Weller erhielt die Nachrichtt, daß ihr ältester Sohn, Kaufmann Otto Weller VizefeMvebel d. und Off: zrersaspirant in einem Füsllier-Regrment, an ber Somme den Heldentod fürs Vaterland gestorben ist. Ter brave, tüchtige und! bescheidene junge Mann wird allgemein betrauert.

'* Std), 23. Nov. Die hiesigen Zweigvereine vom Roten Kreuz und Alice-Frauenverem ließen für d:e im Felde stehenden Truppen eine Weihnachtskiste mit Liebesgaben im Wette von zusammen 330 Mk., sowie eine Weinkiste mit 2b Flaschen ab­gehen.

tt. Treis a. L., 23. Nov. Den Heldentod fürs Vaterland starb am 16. d. M. im Feldlazarett nach einer am 13. d. M. er haltenen schweren Verwundung der Musketier Konrad Müller von hier im Alter von 26 Jahren. Er stand beim Res.-Jnf-Reg. Nr. 8ll. r- Forstmeister Schneider dahier, zurzeit beim Landst.-Jnf.-Bat. Heppenheim im Felde wurde zum Hauptmann und Führer >der nach fernem Namen benannten Kompagnie ernannt Zum Unteroffizier befördert :m:rde Lehrer H. Walter da­hier, der beim Landst.-Jnf.-Bat. Wetzen im Felde steht.

Kreis Büdingen.

fff: Effolderbach, 23. Nov. In Rumänien starb den Heldentod der Musketier Otto B ä ck e l.

# Orleshausen, 23. Nov. An einer schweren Krankheit starb in einem Metzer Lazarett der Unteroffizier Richard K l e h

Kreis Alsfeld.

üp. Ruppertenrod, 23. Nov. Das erste Heldengraü ans unserem Httmatsttedhof -aus diesem Weltkrieg ist jetzt gegraben worden: es birgt den'Landsturmrekruten Konrad P re. Er war ccm 4. August d. Js. bei Verdun verwundet worden und wieder so weit hergestellt, daß er hierher zu Urlaub kam. Da setzte ein noch im Kopfe steckender Granatsplitter mit Eiterung ein, und Preiß verstarb in Gießen an dieser Wunde. Tie Eltern ließen den Ver­storbenen hier beerdigen. Ern sehr großer Trauerzug gab dem für dos Vaterland Gefallenen das letzte Geleit. Der hiesrge Krieger verein ließ am Grabe die Ehrensalve feuern. Unter den prächtigen Kränzen, die an des HeLen Grffb niedergelegt wurden, befand sich auch ein Kranz der Bergwettsgrube Luhe, bei der der Betttorbene früher gearbeitet hatte. Mit dem Verlust dieses Sohnes tttfft seine Eltern ein schweres Schicksalt er ist ihr drittes Opfer für das Vater land. Ihr ältester Sohn Heinrich fiel am 28. August an der Somme. Ter zweitältttte Johann wird seit dem 3. September 1914 in den Vogesen vermißt: er gilt als gefallen. Der vierte und letzte Sohn dient als Rekrut bei eurer Maschinengewehr-Kompagnie. Man hofft, daß dieser vierte Sohn nicht zur Front kommt.

Kreis Schotten.

chp Burkhards, 22. Nov. Die Führung der Bürger meistereiqeschüste wurde dem Gemeinderatsmitgliede Gastwirt Karl Schmidt übertragen.

up. Aus dem Bogelsberg, 23. November. Obwohl die meisten unserer Landwirte vom vorderen Vogelsberg Wagen Pfülg und Egge gewaschen und zur Wintenuhe gebracht, haben wir auch noch vereinzelt Landwitte, denen der Schnee zu früh kam. Da aber jetzt wftder der Schnee überall gewichen ist, kann das Pflügen der Stoppelfelder fottgesetzt und zu Ende geführt werden. Seit das Zugvieh in Stallruhe gekommen, zeigt sch die Folge der Herbstbestellung in einer Abnahme der Mllchproduktion. Die tritt jedes Jahr um diese Zeit eff:, um bald wieder im Dezenrber den normalen Stand einzunehmen.

Kreis Friedber-.

ad. L e i d h e ck e n, 22. Nov. Der Wehrmann Martin Bischofs von hier, Sohn des verstorbenen Polizeidieners Bischoff, bei dem Jnf.°Rqt. Nr. 116, erhielt am 10. November das Eiserne Kreuz 2. Klasse.

nt. Wohnbach, 23. Nov. Dem Unteroffizier Friedrich Bischoff von hier, Sohn des Bäckermeisters Bischoff. beiden: 71. Artillerie-Regiment, der am 3. Juni mit der Hessischen Tapser- keitsmedaille ausgezeichnet wurde, wurde am 11. Nov. daS Eiserne Kreuz 2. Klasse verlieben.

Starkenburg und Rheinhessen.

= WeiSkirchen, 23. Nov. Durch spielende Kinder wurde hier eine mit Erntevorräten gefüllte Scheune eingeäschert.

Hessen-Nassau.

ra. Camberg, 23. Nov. Sergeant Wilhelm T h i e 5 von hier wurde mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet.

Frankfurt a. M., 23. Nov. Mehrere hiesige Groß- Aepfelweinkeltereien haben ihrem gesamten Personal, das teilweise sogar jahrzehntelang in den Betrieben tätig war, wegen Mangel an Beschäftigung zum 1. Januar 1917 gekündigt.

X Hanau, 22 . Nov. Der Landral des Kreises Hanau hat jede Ausfuhr von Kohlrüben aus dem Landkreise Hanau verboten. Landwirtschaftlichen Betrieben ist. sofern sie über einen Ueberschuß von Kohlrüben verfügen, die Abgabe nur mit Geneh- mig:un des Kommunalverbandes gestaltet.

Birst ein i. V., 23. Nov. In einer statt besuchten Ber- smnmlnng des LoMvirtschastlichen Vereins für den Kffeis Geln- hcnrsen tttlte der Vorsitzende, Oekonomierat Knauer- Altenhatzlaü mit, daß der Lieferungszwang für Milch an die Molkereiei: des Vogelsberges angeorduel tvorden ist. In allen Orten mit Molkerei- Genossenschaften haben nicht nur die Gei:offen, sondern alle Milät erzeuger ausnahmslos die Mickst, die MAch der zuständigen Mol­kerei abzuliefern. Tie Säpviettgkeiten der Milchzufuhr nach den einzelnen Molkereien erfäl)rt ff: aller Mrze besttedtgende Regelung, so daß. mit effter stetgeitdei: Milch- und Fettvettorgung der Ver­braucher gerechntt werden kann.

- Kassel, 23. Nov. Zur Herbeiführung einer befferm Fleischversorgung schloß die Landwittschaftskammer mit Vtehzüch- tent des RegieruMsbezitts Kassel Verträge über die Mästung von 10 000Schwginen ab. Tie Tiere müssen zum 31. März 1917 abgeliefert, körnten aber, falls die Beschaffung von Maftsuttep Schwiettgkeiten bereitet, ettt nach diefem Tage der Sarnmelstelle Augefflhrt werden. Ferner sollen den Llaridlpitten bei Betnebs'- flächen von 25 Morgen 2 Kühe und ein Refervettnd, bei 40 Morgen 34; btt 60 Morgen 5-5 Kühe bezw. Mitder belassen werden g. B e b r a, 22. Nov. Auf der Eisenbahn strecke Bebra Eifenack wurde gestern der Eisenbahnarbeiter Fromm aus Rönshausen von einer Vorspannlokomotive überfahren und getötet. Ter Getötttc war ttnem PcrsonenzUge ausgewichen und auf das Nebengeleisege« tteten, als aus diesem aus der entgegengesetzten Richtung eine Ma­schine herankam, die ihn überfflhr.

ra. Aus Nassau, 23. Nov. Die Schulzttchnungen zur fünfte:: Kttegsanltthe ergaben im Regierungsbezirk Wiesbaden 2 215 709 Mk.: außerdem sind durch Lehrpersonen Zttchnungen von Privaten im Bettage von 1 477 945 Mk. vermittelt worden. Das Gesamtergebnis mit 3 693 654 Mk. übetttttgt .das der vier­ten Kriegsanltthe um 252 457 Mk. Die königliche Regierung be­zeichnet das Ergebnis als bttonders erfteulich, zumal die Werbe­arbeit in die Herbstsetten fiel.

verkmidchtes.

Der Durchstich des Tanrusgebirges.

Die ,F. Z.E meldet aus K o n st a n t i n o p e l: Am 1b. No­vember mittags fand der glückliche Durchstich des Tunnels im T a n r u s g e b ir g e statt. Eine große Feierlichkeit schloß sich hieran au. Das letzte technische Hindernis für die Fertigstellung der B a g d a d b a h n ist damit beseitigt. Die Ballgesellschaft der Bagdadbahn ließ zur Erinnerung an dieses Ereignis eine kunstvolle Medaille prägen.

Nirche «nd Schule.

Frankfurt a. M., 22. Nov. Vom Sonntag bis Bußtags tagte hier im Gemttnd-ehause der Wingettstraße die Allianz-:

onferenz zur Vertiefung des Glaubenslebens/ ttne Veranstalttnrg, die namentlich aus Süd- und Südwestdeutsch­land sehr rege besucht :oar. Vorträge hielten die Prediger Hein­richs- Elberfeld und Möller- Oehttngeit, Tr. B ü r r n g - Frankfurt a. M., Pastor C h r ist l i eb-Heidelberg, Pfaner Dr. Bps ch uufo Prediger Kücklich aus Frankfurt a. M. Tie Redner behanüelten in ihren Vorträgen das Generalthema ,,Die Einhttt der Kinder Gottes^'.

Aivchliehe AachVichten

Jsraclitische Religionsgemeinde.

Gottesdienst in der Synagoge (Süd-Anlage).

Samstag, den 25. Nov. 1916: Vorabend: 4.30

Uhr. Morg: 9.00 Uhr. Feier des Geburtstages Sr. Kgl. Hoheit des Großherzogs. AbdS: 4.50 und 5.25 Uhr.

Gottesdienst der israelitischen Religionsgesellschast.

Sabbatfeier den 2 5. Nov. 1916 Freitag abd. 4.10 Uhr. Samstag vorm. 8.30 Uhr. Feier deS Geburtstages S. K. H. des Großherzogs. Nachm. 3.30 Uhr. Sabbatausgang 5.25 Uhr. Wochengottesdienst: morg. 7.00 Uhr, abds. 4.00 Uhr.

kehte Rachrichte«.

Italienische Niedertracht.

Lugano, 23. Nov. Tie Nachttchl vom Ableben des Kaisers Franz Josef wird in Italien mit ^haßerfüllter Freude ausgenommen. . Der(Homere della Sera" meldet, daß am Mailänder Polytech­nikum und an zahlrttchen Mittelschulen zim: Beweise der Freude den Schülern freigegeben wurde. Die vorliegenden ettten Presseäußerungen bewegen sich, zumttst auf so niedttg-em Niveau, daß sie kaum iviederzugeben sind. Alle Erinnerungen aus der italienischen Vergangenheit sttt 1848 werde:: herang^ogen. Der Eorttere della Sera" wärmt auch schon gegen den neuen Kaiser das Viärchen auf, er habe sttnem im Juni vottgen Jahres ge­borenen Sohn aus Jtalie:chaß den Tttel effres Mattgrasen von Asiago gegeben, während im Juni in Wirklichkeit gar kein Erz­herzog gebom: wurde. DerSeoolo" fordett Wien höhnisch aus. ein großes Grab vorzubereiten, da der Kaiser und sefft Rttch zto sammen begraben werden sollen. DerMessagero" schrttbt, kttn Italiener könne die Majtttät dittes Todes vttptttieren.

Die Portugiesen an der Front?

Bern, 23. Nov. Nach einer Lissaboner Meldtmg desTewps" wird General Tamagnini demnächst mit dem ettten portugie­sischen 'Koittingent an die Front abgehen.

Explosion in einer Petersburger Munitionsfabrik. Kopenhagen, 23. Nov. Tie Petersburger Delegraphen- Agentur meldtt, daß in Petersburg in einer Minritionsfa bttks in der Rastannaje-Straße sich eine schüvere Explosion erttgnete. Eine Anzahl Pers-onen sind umgekommien. Die Ursache der Ex­plosion ist unbekannt. Die benachbarten Gebcffche sind bttchädigt. Tie knappe anrlliche Meldung fügt hinzu, daß 'im Augenblicke der Explosion über hundett Menschen ff: der Fabrik beschäftigt waren. Ob jemand davon gerettet ist, verschweigt die amtliche Metdung.- Neuer Streik in Süd-Wales in Sicht.

London, 23. Nov. DieTimes" macht in einem Leit­artikel darmff at:fmettsam, daß in Südwales noch vor Ende des Monats ein neuer Bergarbttletttrttk auszubrechen drohe, wenn nicht rechtzeittg etwas getan werde, um ihn zu verhindem. Tie Bergarbeiter verlangen eine Lohnerhöhung. Die Berg- wettsbttitzer hingegen wollen die Löhne Herabfetzen.

Beisetzung des Finanzministers Braun.

Darm stad t, 22. 9dov. Die Beisetzung der sterblichen Ueberreste des Finanzministers i. R. Dr. Ernst Braun erfolgte heute nachmittag kurz vor dem Dunkelwerden. Im Trauerhause fand eine kurze Trauerandacht statt, wel auch Se. k. Hoheit der Großherzog und die drei Minis u. a. beiwohnten. Trotzdem auf Wunsch des Verewigten die Beisetzung in der Stille erfolgen sollte, ordnete sich vor dem Hause in der Rheinstraße ein größerer Drauerzug. An der offenen Gruft aus dem alten Friedhof hielt Stadtpfarrep Belte eine kurze, ergreifende Gedächtnisrede, worauf der Sarg unter Gebet in die Gruft gesenkt wurde. Mit der Nie- derlegung zahlreicher Kränze, darunter auch ein solcher des Großherzogs, schloß die schlichte Trauerfeier.

Der Präsident der Zweiten Kammer, Herr Oberbürgermeister Köhler, hat folgendes Beileidstele­gramm gesandt: Frau Finanzminister Braun Exz.

Ticfett^chüttert von der Tranerki:nde spttcht Ah«en unU den I ln gen die Zweffc Ka Mnrer die het^lichste Tttlnatzmie dem Hinscheiden Ihres treuen Gatten ans. Ten allznsrühen Ver­lust dittes ansgezttchneten Mannes, des hockchegabten und ettolg- rttchen Staatsman::e-. des unermüdlichen Arbetters zum Wohl der Gesamtheit empffndet die Zwttte Kammer mff dem ganzen Lande ou f das Schmerzlichste, grz. Köhler, K r mm«p rM>enc 'f

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