Ausgabe 
20.11.1916 Erstes Blatt
Seite
3
 
Einzelbild herunterladen

rammelt DieDeutschland" rot cf) aus uttb stieß iab e t ausdenSchlepperauf. Beiter werde berichtet, - ein Mann verhaftet wurde, der eine Pulverladung in -ieDeutschland" schaffen wollte. DieDeutschland" sei nur venig beschädigt und werde in Mrze wieder aus fahren.

Newhaven (Connecticut), 18. Nov. (WTB.) Meldung des Reutcrschen Bureaus. Die Eigentümer des Schlepp­dampfers. mit dem dieDeutschland" zusammenstieß, haben gegen dieDeutschland" Klage erhoben, da sie sie kür den Untergang des Schleppdampfers und das Ertrinken der Mannschaften verantwortlich machen.

N-Bootersolge im Mittelmeer.

Berlin, 18. Nov. (WTB. Amtlich.) Zu der deutschen amt­lichen Meldung vom 15. November, nach der eines unserer! st-Boote am 5.' November 80 Seemeilen westlich von Malta einen zirka 12000 Tonnen großen, von Zerstörern und Fischdampfcrn geleiteten Transportdampser versenkt hat, verbreitet die englische Admiralität folgende Erwiderung:

Diese amtliche deutsche Meldung ist ein offenkundiger Ver- fuxft, die verbrecherische unmenschliche Tat der Versenkung eines Postdampfers olme Warnung zu verwischen. Das einzige «m 6, Novemluw gesunkene Schiff war der PostdampferArabia" (7938 Tonnen), der olme Warnung ungefähr 300 Meilen östlich von Malta versenkt wurde. Dieser Verlust ist cmt' 8. November amtlich bekannt gegeben worden.

Damit versucht die englische Lldmiralität eine bewußte Irre- Mrung Ider öffentliche Meinung. Es handelt sich um zwei zeitlich and örtlich völlig getrennte Fälle: Erstens: Wi edurch WTB. am 15. November bekannt gegeben lvurde am 5. November 80 Seemeilen wesüich von Malta ein 12 000 Tonnen großer bewaffneter Transportdampfer durch Unterwasserangriff versenkt. Zweitens: Der TransportdampferArabia" wurde am 6. November 300 Seemeilen östlich von Malta ebenfalls durch Unterwasserangriff Versankt.Aralna" hatte 15-Zenttmeter-Ge schütz-Armierung und beförderte einen Regiernngstransport von vielen Hunderten Kriegs^ arbeitern für Frankreich (Chinesen, sowie schwarze Und farbige Eng­länder' Mmn die englische Negierirng es zugelassen hat, daß auf hem TransportdampferArabia" auch Passagiere mitgenommen wurden, so hat sie, wie in früheren Fällen, in leichtsinniger Weise das Leben ovn Nichtkämpfern aufs Spiel gesetzt.

Die Explosion in Archangelsk.

Berlin, 18. Nov. (Priv.-Tel.) DieB. Z." meldet aus Stockholm: Nach einer amtlichen russischen Meldung rrsolgte die Explosion in ^Archangelsk bereits am R. November auf dem cnn russischen Kai liegenden mit Mu­nition beladenen DampferBaron Friesen". Durch die Explosion entstand daun ein Uferbrand. Der größte Teil der Munition soll angeblich bereits gelöscht gewesen und samit dem Feuer entgangen sein. Nach einer aus Vardoe eingelaufenen Privatnreldung soll derBaron Friesen" auf der Reede von Bakaritzi gelegen haben und von einem Tauchboot torpediert worden sein. Insgesamt wird die Anzahl der sofort Getöteten und ibren Wunden Erlogenen nunmehr mit 530 angegeben, darunter elf rusfische Artillerie-Marineoffiziere und fünf englische Offiziere.

Kopenhagen, 18. Nov. (WTB.)Politiken" meldet Lus Malmö: Der Helsingborger DampferTuva", der von Archangelsk am 2. Oktober abgegangen war, hat seinen schwedischen Bestimmungshafen nicht erreicht. Daher wird angenommen, daß er mit Mann und Maus unter ge­gangen ist. Der 2300 Tonnen große Dampfer hatte 20 Mann Besatzung.

Kopenhagen, 18. Nov. (WTB.)Berlingske Ti­tzende" -meldet aus Kristiania: Die Meldung von der Versenkung des norwegischen DampfersVeg a" der regelmäßigen Route Bergen-New Castle erregt großes Auf­sehenMorgenbladet" bezeichnet die Versenkung als eine unfreundliche Handlung: daß sie ausgeführt wurde, wäh­rend wichtige Verhandlungen zwischen Deutschland und Nor­wegen geführt wurden, sei geeignet, ernste Verstimmung hervorzurufeu. Gleichzeitig veröffentlicht die Presse Einzel­heiten über die englischen Verletzungen der norwegischen Neutralität, wovon sich die letzte am 3. November ereignet habe Diese Verletzungen gaben Anstoß zu der norwegischen Verordnung, die die Deutschen als gegen Deutschland ge­richtet auffassen.

London, 18. Nov. (WTB.) Lloyds meldet, daß der portugiesische SeglerEmilicv' und die dänische Bark Kenja" versenkt worden sind.

Üod) ein Brief hindenburgs an den Reichskanzler.

Berlin, 19.Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Ter General feld- narschall vonHindenburg hat an den R ei ch sk anzl er das fachstehende Schreiben gerichtet:

Großes Hauptquartier, den 19. November 1916.

An den Herrn Reichskanzler!

Euere Exzellenz haben mein Schreiben vom 27. September b4. Ztz in Idem ich die schwere dankenswerte Arbeit des Knegsernäh- mn'gsamtes unterstützen beabsichtigte, den deutschen Bundes- :egierungen mitgeteilt und haben die von mir geäußerten Wnniche rnterftützt. , ^

Zu meinein Erstaunen sehe tch jetzt, nachdem das schreiben in ne Presse gelangt ist. daß es in Zeitungserörterungcn so mrsgeleat «rtz, als ob ich die Verordnungen auf dem Gebiete der Volksernah- cmig als überflüssig und schädlich schlechthin verurteilte.

Tas entspricht nicht meiner Auffasiüng Ohne einen B ton na geht es nicht ab. Das gilt, wie für die Losung der Krnährun gsfrage, so auch für die Beschaffung von Krregsgerat und yvc Ausnutzung unserer Arbeitskräfte ^ _ .

Mr den Erfolg ainf allen diesen Gebieten ist aber entscheidend, ) zu dem Zwang die tatkräftige, nur oon vaterländischem Pflicht- pffigC Leitete MarbeU ftder einzeln«! tritt. In besonderem! kann auf dem Gebiete der Volksernährung erst dre selbstlose Pflicht erfüllimg der gesamten Landbevölkerung den staatlichen Anoronun gen eine lebendige Wirkung verleihefi. Jeder an ferner stelle muß über die gesetzlichen Vorschriften hinaus zur Ernährung d-er Truppen und Krieasarbeiter hevgebcn, was irgend entbehrt werden kann.) Das hatte ich bei meiner Bemerkung über die großzügig zu organi- siereiidc Werbearbeit durch die Führer der Landwirtschaft tm Auge. Ich vertraue zu fest auf den bisherigen patriotischen «um der deut­schen Landwirte, als daß ich an dem Erfolg ihvcr Llufklarungsarbert

zweifeln könnte. , _ *

Euere Exzellenz würden mich zu Dank verpflichten, wenn Lie meine Ansicht der Oessentlichkcit zur Kenntnis bringen wurde.

von HindenbUckg.

Berlin, 20. Nov. Ter deutsche Landwi r t sch« f ts- rot richtete einen Ausruf an die deu tschen L andw l rte, in denk auf die schwere Arbeit des Heimatheeres hiugewresen und gesagt wird, mehr als sc zuvor sei es l>eute unsere vaterländische Pflicht, unsere ganze Kraft in den Dienst der Erzeugung der Le­bensmittel zu stellen. Wie der eine Teilnnseres Volkes m bei spiellosem Heldentum im Felde gegen eine Welt von Feinden! kämpfe und ein anderer in rastloser schwerer Airbait die militarr-- schen .Kriegsmittel schasse, so sollten auch t)ic Landwirte unter Hintansetzung aller eigenen Wünsch' für die Ernährung nuferer Kriegsarbeiter sorgen. Hindenburg vertraue und mit thin und durch ihn vertraue das gaifze deutsche Volk aus die Landwirte.

Die Goldankmisstelle

ist morgen von 2 bis 4 Uhr geöffnet!

Aus Stadt und Land.

Ließen, 20. November 1916.

** Amtliche Personalnachrichten. Uebertragen wurde am 13. November dem Lehrer Georg Matthäus zu Heeg­heim eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Berstadt, Kreis Bü­dingen. Uebertragen wurde am 13. November der Schulamts- aspirantin Marie Ries eine Lehrerinstelle an der Volksschule zu Pfungstadt, Kreis Tarmstadt.Ter Groß her zog hat am 14. v. Mts. dem Bezirkskassier Rechnungsrat Gutfleisch zu Homberg a. d. Ohm aus Anlaß feines fünfzigjälnigen Tienstjubi- läums die Krone zum Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen.

** Auszeichnung. Mit dem Eisernen Kreuz l. Klasse ist der Leutnant Fillmann, Sohn unseres früheren Mitbür­gers Heinrich Fillmann, ausgezeichnet worden, nachdem ihm schon früher das Eiserne Kreuz 2. Klasse, oie Hessische Tapferkeits- medaille und der Bayerische Militäroerdienstorden 4. Klasse mit Schwertern verliehen ivar. Mit Kriegsbeginn ist Fillmann als Freiwilliger in die bayerische Armee eingetreten. Er erhielt die Auszeichnung als Führer einer Stoßtruppe für eine erfolgreiche Unternehmung, welche er mit dieser gegen ein zwischen den Stellungen gelegenes und besetztes Gehöft ausgeführt hatte.

LU L andesuniversität. Wünschen verschiedener Teil- nehmer entsvtechend, ivird die Vorlesung des Professors Dr. Gmelin über V e r s a s s u n g s g e s ch i ch t e und V e r s a s s u u g s r e eb t Oesterreich-Ungarns auf Mittwoch 7-8 Uhr verlegt. _ Be­ginn 22. November. Auch N i ch t st u d i e r e u d e haben Zutritt.

" V o r t r a g s v e r e i n i g u n g (Kaufmännischer und ßfetretbeucrein). Der 2. Vortrag, der in dieser Woche ver- choben werden mußte, findet nunmehr am kommenden Frei­tag (24.) statt.

** Hessen am Törzburger Paß. Der »Kreuzzeitung" wird vom südöstlichen Kriegsschauplatz gemeldet, daß au den Kämpfen am Torzburger Paß neben Bayern und Ungarn nament­lich Hessen, Frankfurter und Badener beleiligt sind In schwie­rigen! Gebirgskamps wird hier Kuppe au Kuppe in zähein Ringen erftritten.

** Aus dem Stadttheaterbureau. Auf den Ludwig T h o m a - A b e n d, den die morgige Tienstag-Abonnementsvor- stellung, bringt, sei ganz besonders Hingeiviesen. Tic drei freuen Einakter des bayrischen MeistersTie kleinen Verivaifdten",Tich- tcrs Ehrentag" undBrautschau" haben bei den bisherigen Auf­führungen in München und Nürnberg ganz außerordentlichen Beifall gefunden find dieser Beifall ist auch hier bei der sorg­fältigen Einstudierung zu erwarten. Das gesamte darstellende Personal ist in den drei Stücken beschäftigt, die Spielleitung führt Direktor Steingoetter. Ter hier immer gern gesehene Charak- tcrEomifer Earl William Böller wird am Tonnerstag, 23. No­vember, ein einmaliges Gastspiel in HauptmannsBiberpelz" geben. TerWehrhan" Büllers ist neben deinStriese" die be­kannteste Figur, die der beliebte Gast geschaffen hat, und Bülter wird.diesmal um so mehr Teilnahme erwecken, als er mit diesem Jahre aus eine 25 jähriac Gastsvieltätigkeit zurückblicken kann.

Ter Reinertrag der Vorstelluiig zu Großherzogs Geburtstag am kommenden Samstag ist für die Kriegsfürsorge bestimmt; als Iphigenie" wird an diesem Abend Fräulein Charlotte Pils vom Tarinstädter Hoftheater gastieren.

** Ue Hergangs weiter ließ uns von Samstag ab alle Möglichkeiten des Novemberprogramms durchkosten. Frost, Schnee, Glätteis, Regen, Sonneirschein wechselten sich in schneller Folge ab. Dem Sa Minolta ge kam das schlecht zu statten. Tie Konzerte waren weniger gut besucht und auch die Straßen waren^nicht so belebt^wie sonst. Mit einem rührendeit Eifer betrieben Sammler und Sammlerinnen ihre Aufgabe, so daß doch noch ein girtes Er­gebnis des Sammeltages zu erhoffen ist.

** Eine Bekanntmachung betreffend Bestandserhebung von Vorräten der Spiunpapierindustrie ist am 20. November 1916 erschienen. Hiernach sind monatlich Zii melden: die Vorräte an Natron-(Sulfat-) Zellstoff: Papier jeder Art, ganz oder teilweise aus Natron- > Sulfat-) Zellstoff hergestellt, sofern die Vorräte 1000 Kilogramm übersteigen: aus reinem Sulfitzellstoff hergestelltes Spinnpapier: Papiergarn jeglicher Art, Zellstosigarn und Papier Mischgarn wie Textilit, Tcxttlose, Garne mit Faser­seele nsw., sofern die Vorräte 250 Kilogramm übersteigen: Papier- maschmen, welche Spinttpapier l-erstellen: Streifenschneidemaschinen für Spinnpapier; bestimmte Spinnmaschinen. Tie erste Meldung ist über die bei Beginn des 1. 12. 1916 vorl^andenen meldepflich- tigen Vorräte bis zum 5. 12. 1916 zu erstatten. Die Meldungm sind an das Webstoffmeldeamt ^der Kricgs-Rohstoff-Abteilung des Königlich Preußischen Kriegsministeriums Berlin SW. 48, Ver­längerte Hedemannstraße 10, ans besonderen amtlickfien Melde­scheinen zu richten, die bei der Vordruck-Verwaltung der Kriegs- Rohstoff-Mteilung angefordert werden können. Der Wortlaut der Bekanntinachung ist im heutigen Kreisblatt abgebrncft irrtb am Bürgermeistereigebände angeschlagen.

** Volkszählung a in 1. Dezember 1916. Mämter und ^Frauen, die das Amt ciaces Zahlers, sei es unentgeltlich, sei es gegen Bezahlung, übernehmen ivollen, werden in einer Bekannt­machung gebeten, sich bis spätestens 24. November ds. Js. in der Zeit von vormittags 8 bis 12 U!hr nachmittags auf dem Mdlde- bureau Gvvßh. Polizeiantts, Meidengasse 5, Zimmer Nr. 7, zu melden.

Aliceschule Gießen. Neue Vierteljahrskurse in Schneidern, Weißzeugnähen, Handarbeiten, Bügeln und Kochen be­ginnen am 4. Dezember. Die Seminare für. technische Lehrerinnen begiiinen neue Kurse Ostern 1917. Siehe Anzeige.

M Der nach st e Städtische Seesischmarkt beginnt Dienstag, den 21. November, vormittags 9 Uhr in den Markt- lauben. Verkam voii besten Seefischen (Schellfisch), Miesmuscheln, Rauchsisch als Ersatz sür Railchfleisch.

** Städt. KrautvarkaUf. Im Hofe der Stadtknaben- schiule wird bis auf weiteres Dienstags und Freitags vormittags von 9 bis 12 Uhr Weißkraut. Rotkraut und Wirsing pfundweise und fn größeren Mengen abgegeben. Die Preise iverden jeweils an der Verkaufsstelle angeschlagen.

Landkreis Gießen.

u. A l l e n d o r s a. d. Lda., 20. Nov. Das Eiserne Kreuz er­hielt der Ersatz-Reservist Maurer Friedrich R e i ii h a r d t von hier. Er wurde kürzlich schwer verwrindet und befindet sich zurzeit noch in einem Feldlazarett.

K. Ettingshausen, 19. Noventber. Vorgestern ivurdc hier ein englischer Kriegsgefangener festgenommen, der aus dein Gießener Lager entivichen ivar. .Kinder hatten den Flüchtling, den Hunger itnd Kälte in das Dorf geführt hatten, entdeckt. Er ivtirde bald von einem Landstunnmänn geholt imd ins Lager zu rückgeb rächt. Pit dem heutigen Tage sind die Tresch- arbeiten m unserem Torfe beendigt. Der Erttag des Korns war verhältnismäßig gering. Tie anderen Frnchtarten gaben gut aus. Auw der Erttag der .Kartoffelernte läßt zu wünschen übrig. Er wäre noch geringer, wenn iinserc Gemarklmg nicht drainiert wäre.

** G v ü » b erg, 20. Nov. Leutnant der Res. F. G e ii g- nagel, Laiidiv.»Inf.-Regt. 116, Ziihaber des (fernen Kreuzes, wurde uonx Großherzog die Hessische Tapse rkcits Medaille überreicht.

LJ Lang-Gons, 18. Nov. Unteroffizier Solln Grnne- b a u in, welcher zurzeit als veriizißt acnrclbet ivurdc. teilte feiner Faiirilie mit, daß er sich in russischer Gefangenschaft befindet.

** Rödaen . 20. Nov Schütze Lildivig S ch m i b t, der seit Aiisang des Krieges im Felde steht, erhielt daS Eiserne Kreuz. Die Hessische Tapserkeitsiiiedaille erhielt er schoii tm vorigen Jahre.

Kreis Büdingen.

# Büdingen, 18. Nov Nach einer schwereif Verwundung starb in einem Feldlazarett in Rumänien der Musketier Hars.

G Bobenhausen, 18. Nov. Das Eiserne Kreuz erhielten der Pionier AlbuS und Kanonier Reuter.

# Borsdorf, 20. Nov. Pionier Karl Möbus wurde vor nicht allzu laiiger Zeit mit den: Eisernen Kreicze ausgezeichnet. Jetzt hat er auch die Hessische Tapferkeitsmedaille er- halten. Seit Alli'ang dieses Monats wird der an den Somnre- kämpsen beteiligte Musketier Ernst U h l vermißt.

# Düdelsheim, 20. Nov. Die Hessische Tapferkeitsmedaflle erhielt der Gefreite Geyer.

G'Lorbach, 18. Nov. Das Eiserne Kreuz erhrelt der Musketier G o t t s ch a l k.

> ^ Ortenderg, 18. Nov. In Aniocsenheit ferner hohen

Ehrenvorsitzendetf, der Gräfin Kuno zu Stolbrrg-Roßlo. hielt der hiesige c v g l.-kirchliche FraNenverern la. o. Zweigverern des Alicefrauenvereins) am 13. ds. Mts. seine ordentliche Jahres­versammlung ab. Ter Jahresbericht, der schnftttch vorülg, bot. noch einmal einen Blick über die geleistete Jahresarbeit, dre der Zeit entsprechend natürlich meist Kriegsarbeit war. Dre Ernmach- stelle des Roten Kreuzes stellte nach dem Gewicht der fertigen Produkte ohne das der Gefäße her: 12,87 Zenin. Gemüse. 1P6 Zent ^ ner Obst, 94,75 Liter Obstsaft, 5,84 Zentner Marmelade. oO Pmno Törrobst, 4 Zentner Bohnen und 7 Zentner Sauerkraut rm Fab, zusamnren etwa 27 Zentner Gemüse und Obst. An H e i nr a v b er t gab der Verein 1800 Paar Heeresstrümpfe in Arbeit und bezahlte dafür 1980 Mk. 2lir Liebesgaben wurden ttotz Wollknapphert nom 180 Paär Strümpfe ustd eine große Anzahl Lazarettpantoffeln an- geferttgt. Ter Verein zählt zurzeit 94 Mitglieder. Wie im ver ­gangenen Jahr beteiligte sich auch in diesem Jahr der hiesige Zwerge verein vom Roten Kreuz au der Versorgung der Soldaten, die zum Bereich des 18. 2lrmeekorps gehören, mit Liebesgaben zum Werb- nacbtsfest. Im Verein rnit den angeschlossenen Gemeinden Bcl!- mnth, Bergheim, Bobcnhausen, Eckartsborn, Effotderback), Gelnhaar, Lißbcrg. Schwickartshansen, Selters, Usenborn, Wippenbach brachte er die Kosteir hierfür im Bekragc von 550 MH. auf. Auch für du Ortenberger Soldaten ist augenblicklich wieder eine Weihnachts liebesgabenseirdung in Vorbereitung, eine hierfür cingeleitetc Sammlung ergab bis jetzt 850 Mk., es sollen zirka 200 Soldaterr beschenkt werden.

Kreis Alsfeld.

# Flensungen, 20. Nov. Das Eiserne Kreuz erhielt der Unteroffizier Lehrer Ludwig Lehr.

# Ruhlkirchen, 20. Nov. Zum Leutnant d. R. befördert wurde der hiesige Lehrer Joharrires Erl er.

=» Seibelsdorf, 20. Nov. Ter Müller Lang voir hier wurde wegeii W n cf) e r § mit Weizenmehl zur Anzeige ge­bracht. Er ließ sich für das Pfund 35 statt 24 Psg. zahleir.

Kreis Schotten.

G Schotten. 18. Nov. Das Eiserne Kreuz erhielten der Musketier K r onr nr iiir Jiif.-Rqt. 186, der Maschilienaewehr-Schütz' tzeliinch Schlörb im Just-Rgt. 389 rnid der Gefreite Wilheln S ch l ö r b im JnL-Rgt. 118.

Laubach, 20. Nov. Das hiesige Schöffengericht vcr' urteilte eine reiche Landwirtsfran ans Wetterield ivegeir Milch- v a n t s ch e r e l zu einer Woche Gefängnis und 200 Marl Geldstrafe.

Kreis Friedberg.

' A u s d e r W e t t e r a u , 20. Nov. Die Herbstsaat leide' sehr unter der Mänseplage und dem Schnecke ii fraß. Mai sollte gar nicht meinen, daß trotz der daiiernd »taffen Witterung die Mänseplage so groß sein könnte. Wem» die Mäuse iiicht mit allen Mitteln Mampft werden, so iverden sie großen Schaden a»t richten.

Starkenburg und Rheinhessen.

IN. Offenbach a. M.. 20. Nov. Durch di? Beschlagnahme de?, Levers drohte die völlige Lahmlegung der bekannten Osfenbachrr Lederindustrie. Um nun dieser durch die.Beschlagnahme der leichten Schaf . Ziegen- und Kalbfelle drohenden Lahmlegiing zu begegnen, wurden Oberbürgermeister Dr. Düllo und Reichstagsabgeordnete- Karl Ulrich als Vertreter oer Offenbacher Lederindustrie bei bn Leoerzenttale in Berlin vorstellig. Es ist ihnen gelungen, eine teil­weise Freigabe der Leder zu erwirken. In der gleichen 'AngelegenHeck richtete Reickistagsabgeowneter Ulrich eine sog. ssteinc Anfrage an den Reichskanzler. Als die Insassin des städtischen Versorgungs­hauses Ammer zur letzten Ruhe geleitet wurde,^wurde während der Tranerfeier der bejahrte Ehemann von eiirem' Herzschlag betroffen der seinen alsbaldigen Tod im Gefolge hatte.

Hessen-Nassau. \

Der 100. Geburtstag Friedrich Stoltzes.

= Frankfurt a. M., 19. Nov. Frankfurts Bürgerschaft feiett in diesen Tagen in einer Reihe festlicher Peranftaltungen den 100. Geburtstag Friedrich Stoltzes, des großen Lokal- und Freihettsdichters der Mainstadl. Ten Auftakt der Feierlichkeiten bildete heute mittag ein Hnldignngsakt auf dem Römerberg, an dem sich die ganze offizielle Welt Frankfntts beteiligte. Im Mit­telpunkt der Huldignngsfeier stand die Festrede des Stadttats R u p p über Friedrich Stoltzes Leben und Bedeutung als Dichter der Mainstadt. Musikalische Tarbiettrngen gaben der schlichten Feier den entsprechenden Rahmen. Nach einem gemeinsamen Ge­sänge begaben sich die Festteilnehiner nach dem StoltzeDenkmal. Hier legte Oberbürgermeister Voigt mit einer Ansprache den Kranz der Stadt Frankfurt nieder. Ihm schlossen sich viele andere Körperschaften mit Kranzniederlegungen an. Weitere Gedächt­nisfeiern lnelten heute der Llusschuß sür Volksvorlemngen ir einer überfüllten Versammlung und der Verein Jugendwohl in der Städttschen Gewerbeschule ab. Das Schauspielhaus feierte den Tag durch die Llnfführung von Stoltzes LokalschwankAlt- sfi?anksutt". Auch die kommeirden Taae bringen noch zahlreiche Veranstalttingen zu Ehren des Dichters.

Der Mord in der Kölner Straße aufgedeckt.

--- Frankfurt a. M., 19. Nov. Der Mörder der Gast­wirtsfrau Emilie Lahne mann in der Kölner Straße wurde durch den hiesigen Polizeikommissar Silbersdorf in Amsterdam in der Person des 16 jährigen Schiffers Christian Leder aus dem Haag ermittelt und verhaftet. Der Bursche hatte längere Zeit bei Frau Lähnemaun gewohnt und ivar eines Tages unter Hinterlassnirg der Mietschulden verschwnrfden. Er besorgte sich einen Lluslandpaß und vollfübrtc daun die Mordtat mr der Frau, um! ffichl in den Besitz der nöttgen Reisemittel zu setzen. Als er in der sWohnung kenr Geld Vorsand, bestahl er einen Schiffskameraden und fuhr nach Holland. Genaue Untersiichuugen hinterlasseuer Fingerabdrücke an verschiedenen Gegenständen in der Wirtschaft führten auf die Sprir Leders utrd dem Erfolg, daß der jugend­liche Bursche in Llmsterdam der Mordtat in nnzweifelhaster Weise überfühtt werden konnte. Leder wird,^ sobald die Auslie- ferungsverhandlungen mit Holland abgeschlossen sind, nach hier zur Äbutteilung gebracht.

[] Marburg, 19. Nov Im ganzen knrhesfischen Oberhessen siel in vergangener Nacht und beute früh so reichlicher S ch n e e, daß heute schon die Schlitten in Benutzung genommen iverden komlten. In der Nähe von Roßberg ivurde vorgestern im Ober­wald ein großer Hirsch erlegt.

X. kFnlda, 20. Nov. Ter Landrat des Kreises Frankenberg gibt bekannt, daß die Genehufiguna Hausscklachtnng

von Schweinen rmr in Aussicht gestellt werden könne, wenn der Antragsteller sich bereit erkläre, von der Hansschlachtung eine bestimmte Menge frischen Specks oder Schwatte für die Muni­tionsarbeiter gegen Bezahlung als Liebesgabe zur Versilgung zu 'stellen. Bei allen 2lnttägen für Hausschlachtungen ist der Ver­merkBereit zur Liebesgabe an die Mienitionsarbeiter" aufzu- nehmen. I

F. C. Kassel, 20. Nov. Die W u r st b e r ei t u n g durch die Stadt erfolgt vou dieser Woche ab. ES ,vird eine Leber- ivurst zil 2 Mk. das Pfund, eine Blntivnrst zu 1.80 Mk. und eine Grützivurst zu 1,25 Mk. hergestellt. Der Magistrat ist in der Lage, die wöchentliche Fleischme»,ge um 30 Gramm zu erhöhen. Kalb- fieisch erfährt einen Abschlag von 15 Pig. pro Pfund.