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18.11.1916 Erstes Blatt
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ÜV. 272

Ter Girh«ner «ryet-«

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Erstes Blatt

P6. Jahrgang

Samstag, J8. November Pl6

paftfcheEkoitt-: Zrankfurt a.M. tt 686

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Rem Erfolge an der rumänischen Grenze.

/0( »tefseS Hauptquartier. 17. Nvv.

(Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe des GeneralfeldmarschallS Kronprinz Nupprecht von Bayern.

,, .^rr'beGen Sommenfern kam es zu zeitweilig sehr starkeni Artillerrekampf.

Genen Atzend erfolgte ein englischer Angriff aufB e a u - court dessen Borbereitungsftuer auch auf das südliche Ancre-Nfer Übergriff; er scheiterte ebenso, wie ein Nacht­angriff westlich von Le Sars.

Am Wege F l e r s - T h i l l o y nmrden durch das Garde- Grenadier-Regiment Nr. 5 bei Säuberung eines Engländcr- neftes fünf Mafchitreiigi'wehre erbeutet.

Französische Vorstöße tzeiderftits S a i l l y -S a i l l i s e l brachten de:n Angreifer keinerlei Vorteil.

Am Tage und während der Nacht war die beiderseitige Flregerlätigkcit rege.

Oestlicher Kriegsschauplatz.

Front des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern.

Die Gefechtstätigkeit zwischen Meer ur,d Karpathen blieb gering.

Front des Generalobersten Erzherzog Karl.

Im Gyergyo-Gebirge auf den Höhen östlich des Pnt- n a ta l es leistete der Russe unseren Angriffen zähen Wider­stand.

An der Grenze östlich von Kezd iv asarhely wurde von dem oft bewährten bayrischen Reserve-Jnfanlerie-Regi- mmt Nr. 19 der Gipfel des R uncul Mr. im S1 urm genommen und gegen starke Angriffe be­hauptet.

Westlich der P reden l-St raste brachen deutsche und österreichisch-ungarische Truppen in die rumänische Stellungein.

Die unter dem B-e-eyl des Generalleutnant Knrsst von Dettrrensingen südlich des R o t e n - T u r m - P a s s e s vor- dringcnden Truppen konnten als Ergebnis ihrer gestrigen >Kämpfe wieder 10 Offiziere und über 1 500 Mann als Gefangene zurückführen. An anderen Stellen der sietzenbürgischen Front wurden auherdem über 6 5 0 Rumä !neu gefangen genommen und 12 Maschinengervehre er­beutet.

Nach Meldung der Truppen beteiligt sich die rumänische Bevölkenmg am Kampfe.

Balkan-Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe des Geueralfeldmnrschalls v o n M a ck e n s e it.

Bei Silistra lebhafteres Artilleriefeuer als an den s Vortagen.

Mazedonische Front.

Zwischen M a l i k - und P r e s p a - S e e, ßnt Westrande Iler Ebene von Monastir und an den Höhen nordöstlich von Megel Kim Eerna-Vogen) find neue starke Angriffe der Entente-Truppen zurückgewiesen ivorden.

Der Erste Generalquartiermeister ^ Ludendorff.

Berlin, 17. Nov., abends. (WTB. Amtlich.)

An West- und Ostfront keine grosten Kampfhandlungen.

Unserem Vordringen in der Walachei leistet, wie Truppen erneut melden, die rumänische Zivilbevölkerung bewaffneten Widerstand.

An mazedonischer Front sind weitere Angriffe der Entente-Truppen gescheitert. i

* * *

, Ist es eine glückliche Sondercrrt unserer modernen Zeit, chaß auch in den blutigsten Kämpfen der Völker, in der heil­stosen Verworrenheit aller internationalen Beziehungen das tWort Friede fast täglich eine vorherrschende, freilich noch avechselvolle Rolle spielen darf? In der Vergangenheit war Das unmöglich. Da lebten unter den an: Kriege Beteiligten 'die Wünsche verborgen in stiller Brust; mau ergab sich in sdas Schichsal, das den Mund nicht öffnete, bis etwas ge­schehen war, bis abgeschlossene Taten Vorlagen. Heute tanzen ,um die großen Ereignisse ungeheure Schwärme von Worten purd Gerichten, Draht und Druckerschwärze lassen Hosfi- irnrngen auf Frieden und Enttäuschungen wechseln wie Ebbe und Flut. So willkürlich und windig da vieles ist, was aus­gesprochen oder geschrieben wird etwas Tröstliches ist immerhin dabei. Wir glauben längst nicht alles mehr, »aber das Barometer der Stimmung im ganzen Uwlleu wir chvch täglich befragen und nimmermehr missen. Es zeigte einen rocht lebhaften Wechsel in diesen Tagen. In alten be­teiligten Ländern wird vom Friedei: gesprochen; die Staats­männer mäßigen ihre Sprache gegenüber dem Feinde, und wenn irgend ein Land neue Ansträngungen macht, um sich im Kriege seine Kgast und Fähigkeit zu erhallen, so wird das weniger mit Triumphgeschrei And Schlachtrufen begleitet jals mit Betrachtungen über Art und Gestalt des kommenden Friedens. Dieser große Erlöser von unnennbaren Nöten ist .noch unter hartem Gestein verborgen, und die Aexte, die ihn heraushauen wollen, ermatten schnell und werden stumpf. Lkber die Arbeit geht weiter. Heute liegt uns das Gerücht einer Basler Zeitung vor, die vonunbeteiligter" Seite wissen will, Amerika beabsichtige, sich mit den Neutralen zu besprechen, um eine Konferenz zur Anbahnung des Frie­dens zustande zu bringen. Ja, wer es glauben könnte! Es ist wich nicht allzu lauge her, da hat Herr Wilson von solchen Aussichten kopfschüttelnd gesprochen: die Zeit sei noch nicht reif, Fmedensvorschläge würden nicht auf günstigen Boden sauen. Nun könnte sich darin ja heute etwas gewandelt

haben. Wir glauben aber nicht, daß eine amerika­nische Friedenskonferenz der Menschheit den erwünsch­ten Segen bringen könnte. Dazu sind Herrn Wilsons Theorien zu weltabgewandt, zu dünn und an ihnen zu­grunde liegenden Tatsachen zu arm. Der Krieg selber, nicht ein Illusionist, muß -den Frieden schaffen. Der Aus­tausch und die Vergleichung des Gewonnenen, noch zu Er­langenden oder zu Verlierenden schafft die Möglichkeit und Geneigtheit zum Frieden. Und das dürfen wir zun: Tröste sagen; heute hat der Krieg bereits viel getan, viel ge- osfeubart, der Welt die Augen so weit ge­öffnet, daß sie auch an den Frieden allmäht-- lich wieder denken Tann. Die russische Regierung weist neuerdings die Gerüchte zurück, als sei Rußland in Besprechungen eingetreten, die einen Sonderftiedeir be­zwecken. Rußland wolle keinen Sonderfrieden, sondern gehe mit seinen Verbündeten bis zum Endsieg. Diese Erklärung trifft uns nicht allzu hart. Vielleicht ich sie nur auf einen Wink aus London erfolgt. Sir Edward Grey heischte eine Antwort auf seine letzten Darlegungen. Wenn Besprechun­gen über Frieden angebahnt werden, so können wir uns denken, daß dies mit höchster Vorsicht und Diskretion ge­schieht. Niemand will den Frieden anbieten, weil er sich nicht dem Vorhalt der Schwäche aussetzen mag. Damit soll nicht etwa gesagt werden, daß wir an Besprechungen über einen russischen Sonderfrieden dennoch glauben wollten. Noch ist es vielleicht nicht so weit, und voreilige Gerüchte haben keinerlei Wert. Aber im Angesichte der uns feindlichen Welt läßt sich ein eigentümliches Zucken erkennen, das uns zuver­sichtlich stimmt. Man sieht da draußen unsere neuen Vor­bereitungen; unser Arbeitspflichtgesetz erregt besonders in Frankreich großes Aussehen, und einenglischer Geheim­bericht" macht augenblicklich die Runde durch die Blätter, worin ein Berichterstatter in englischen Diensten dieWahrheit über Deutschland" er­zählt und die Mär widerlegt, als seien wir am Ende urfferer Kräfte. Der Bericht befand sich bei den Postsäcken eines Dampfers, der diese bei einer Untersuchung durch unsere Seestreitkräfte über Bord geworfen hatte. Aber die beredteste Sprache sprechen doch die Erörterungen über Lebensmittelsorgen und U Bootskrieg in: englischen Unter­haus. Wir geben heule daraus wichtige Stellen wieder. Eng­land beginnt empfindlich zu leiden, dcrs ist das Fazit, daS aus allem gezogen werden kann. Es befindet sich in Ver­legenheit, wie, es seine Kräfte organisieren soll, um den Bedürfnissen der neu zu erwartenden Kämpfe gerecht zu werden und zugleich der Not im eigenen Lande., Mangel an Arbeitskräften, Soldaten, Mangel an Schiffsraum, an Glück, Erfolg, Mangel au Vertrauen des Parlamentes und Volkes macht den Regie­renden in London die Herzen schwer. Man schließt daraus, wie es in den parlamentarischen Stimmuugsberichteu heißt, auf eine noch lauge Dauer des Krieges. Ob das richtig ist? Noch einige Enttäuschungen könnten in England die Wag­schale leicht zugunsten einer Friedensgeneigtheit sinken lassen. Wir woUeu aber Hiudeuburgs Worte beherzigen und nicht. Nachlassen in ernstem Wollen und Misten.

* *

Der österreichisch-ungarische Tagesbericht.

Wien, 17. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart; 17. November 1916.

O e st l i ch e r Kriegsschauplatz.

H e e r e s f r o n t des G e il e r a l o b e r st e n Erzherzog Karl.

Westlich der Predeal-Straße durchbrachen öster­reichisch-ungarische und deutsthe Truppen die feindlichen Linien Auch sonst ist die Lage in der nördlichen Walachei durchweg günstig. Es wurden dort gestern wieder insgesamt mehr als 2000 Gefangene eingcbracht.

Bei Soesmezö gewannen Bayern den RuncnlMre. Der Kampf llm die Höhen südöstlich des Toelgyes-Passes dauert an.

In den Lüaldkarpathen stellenweise erhöhte Tätigkeit der russischen Artillerie.

H e e r e S f r o n t d e s 6) e n e r a l f e l d m a r s ch a l l s

Prinzen Leopold v o n V a y e r n.

Nichts Neues.

Italienischer und s ü d ö st l i ch e r Kriegsschauplatz.

Keine besonderen Ereignisse.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfcr, Feldmarschalleutnant.

* *

Die Kämpfe an der Ancre.

Berlin, 17. Nov. (WTB.) Vvu zuständiger mi­litärischer Seite erfahren wir; Die englischen Angriffe an der A u c r e, die mit deni VI November be­gannen, waren als Durchbruchsversüche größten Stils ge­dacht. Die Feuerschlünde vvu über 20 0 Batterien spieen tausende Tonnen Eisen auf die flankierten deutschen Gräben. Daß mit einem tiefen Durchstoß gerechnet wurde, geht ferner aus der Tatsuche hervor, daß die Engländer ihre Angriffsartillerie sehr nahe heranführten. In ge­schickt angelegten Batterienesteru ivurdeu Geschütze aller Kaliber in und um Hebuterue, sowie ivestlich und südlich dieses, Ortes aufgestellt. Weitere Artillerie ivurde östlich und südöstlich Colincourt zwischen > Englehelmer und Mes- uit, bei Poziöres und Courcelette massiert. Das plan­mäßige, stundenlang tobende Zerstöruugsschießeu mit schwersten Kalibern und Gasgranaten konnte die deutsche Infanterie weder im Abschnitt südlich Grandcourt noch zwischen Hebuterue und dem Weg SerreMailly erschüt­tern. Hier lvurden die elften Stellungen fast überall ge­halten. Lediglich in: Zentrum gelang der Stoß durch die

ersten Stellungen infolge gewaltiger Sprengungen, die den größten Teil Beaumonts und seiner Verteidig ungsarilagen vernichteten. In Auswertung ihres ersten Erfolges gelang es hier den Engländern auch, Beaucourt nach erbitterten! Kämpfen zu nehmen. Ihr Versuch, toeiter vorzudringen, zerschellte indessen an der von den Deutschen zah vertei­digten Riegelstellung. Das wichtigste Angriffsziel, die Höhen von Serre, konnten von ihnen nicht genommen werden. Der Ort Serre selbst wurde vorübergehend von den Eng­ländern besetzt, jedoch im Gegenstoß zurückerobert.

Der englisck>e Angriff wurde von drei, auf volle Kampfstärke aufgefüllten Korps vorgetragen, hinter denen nachweislich noch zwei weitere Divisionen in Reserve zur strategischen Auswertung des Durchstoßes bereitstanden. In einein aufgeftindenen Befehl war die Ferme Beauregard als eines der Angriffsziele genannt. Der Stoß ivar somit bis zu einer Tiefe von 6 V 2 Kilo4 Metern gedacht, währelid er in Wirklichkeit an der tiessten Stelle, der Spitze des vorspringenden Stellungsdreiecks bis zur Barriäre-Riegelstellung, nicht mehr als ^wei Kilo­meter erreicht hat. Das gewonnene Gelände bleibt dauernd gefährdet, solange es den Engländern nicht ge­lingt, die Höhen von Serre und Grandcourt zu nehmen. Aus den immer wieder erneuerten Angrifsen gegen diese: Punkte geht zur tz^enüge die Wichtigkeit hervor, welche die Engländer ihnen beilegen. Der vrtlickie, unter den größ­ten Opfern erstrittene Erfolg der Engländer im Ancre- Wiukel hat auf die Gesamtlage au der Somme nicht den geringsten Einfluß.

Der Berichterstatter der LondonerTimes" im eng­lischen Hauptquartier behauptet, daß deutsche Gefangene erklärt haben, sie verwendeten Explosivgeschosse bei ihren Maschineugetvehreu. Das ist wieder eine der Erfindungen dieses phantasievollen englischentommy atkins of th« pew^.

Die neue Pariser Konferenz.

Paris, 17. Nov. (WTB.) Meldung derAg. Havas^r Die Abgesandten der alliierten Regierungen hiel­ten am Nachmittag am Quai d'Orsay ihre letzte Ver­sammlung ab. Es nahmen daran teil die Abgeordneten der alliierten Generälstäbe, deren Unterredung im französischen Hauptquartier am Vormittag zu Ende gingen.

*

Aus dem englischen NnterhauS.

Rotterdam, 17.97ov. (WTB. Nichtamll.) Der Nieuwe Nottevdamsche Courant meldet aus London: In der gestrigen Debatte über die Lebensmittelversorgung' im U nterhausa sprachen Sir John Simon und Winston Churchill. Beide schienen die Schuld an dem gegenwärtigen Zustand der Regie­rung in die Schuhe. Aber sie nahmen bei ihrer Kritik einen sehr vonciirander abweichenden Standpunkt ein. Simon sprach das Handelsamt von der Verantwortung frei und richtete bk An­klagen ausschließlich gegen das Kriegsamt. Er sagte, dieses Mi­nisterium habe entweder ans Unwissenheit oder dadurch, daß, es der Volksstiinmung #11 sehr nachgab, die Warnungen des Handelsamtes !und Ackerbaumnts in den Mnd geschlagen und wichtige PrMcktionszweige ihrer Arbeitskraft beraubt. Die Er­nennung eines Lebensmitleldiktators nnd die anderen Pläne Rlin- cimans würden nicht imstande sein, die Preissteig-ermig der Lebens- mitel zu verhindertn und die Produktionsverhältnisse zu bessern, außer wenn das Handelsamt und das Ackerbaumnt in der Frage der Entblößung der Landivirtschast von Mbeitskräften ebenso viel dreinzureden hätten, wie die Militärbeliördeu.. Die Regierung müsse die dumme und imrichtige Auffassung fahren lassen, daß jeder Manu, der bei der Armee eingestelli werde, notfvcndigenveisc zur Verftärlüng der Kraft des Landes beitrage. Wenn man von den nationalen Hiilfsquellen zu viel in rein militärische Kanäle ableite, während der Friede.noch in weiter Ferne sei und der Sieg von dem Ausharrungsvermögen abhängen könne, so trage das nur dazu bei, den Krieg z.u verlieren. Der Rednev führte die Schtvierigketten mit den Lebensmitteln auf die lvi l l- kürliche Durchführung der Dienstpflicht zirriick.

Churchill wandte sich entschieden gegen diese Anfsassunä und sagte, der Arbcitsmanget in den wichtigen Industriezweigen; sec viel eher auf die willkürliche Art, wie man mit der Rekru­tierung vorgegangen sei, zurückzu führen. Wenn man jeht bei der Auswahl der Mannschaften für die Arnue wissenschaftlicher zu Werke gehe, so iväre dies einzig und allein durch die Di>nist- Vfticht möglich. Churchill warnte Runennan, daß er eine zu ernste Auffassung von der U - B 0 0 t - G c fa h r habe. Es seien zwar 2V> Millionen Tonnen vernichtet norden, aber durch Neulmil und Ankauf von neuen Schiffen sei fast der gnnze Verlust wieder qutgemacht loorden. Churästll forderte die Bewaffming vvn Handelsschiffen als wirtsamstes Mittel gegen U-Boote. Daß diese Methode sich bewähre, dafür sei Beweis, daß vier Fünftel der m>u U-Booten angcgrifseiftn bewaffneten Handelsschiffe zu entkommen vermöchten während vier Fünftel der unbewaffneten angegrifftnen Handelsschiffe in den Grund gebohrt worden seien. Ehuvcbill glaubte, daß die Frage der Schiffsfrachten ein viel ernst- ftcherer Faktor als der U-Bootkiieg sei. Es sei uotmcnbin, sämtlich?, schiffe unter di^Kontroll.' der Regierung zu stellen, alle wichtigen Betriebe unter Staatsa'issicht zu nehmen, Berbrauchskartcn einzn- sühren nnd für alle ivichligcn Artikel Preise festzusehen. Ferner verlangte er die a l l g e m c i it c Dienstpflicht für d i e Industrie u n d A r m c c und die Organisation des A ck e r b a u c s a u f n a t i 0 n a l e r G r n n d l a ge. Tic Regierung itiüsse daher mit diesem Schritte nicht loarteu, bis die Notlvendig- keU dazu dränge.

Eine Antwort auf den ruyischen Protest über Polen

Berlin. 16. Nov. lWTN. Nickchamtckichs Die ..Norddeutsche Allgeineine Zeitung" schreibt:

, Die kaiserliche Russisch' Regierung durch ihre du'loma- tifcheu Vertreter Proteft erhoben gegen die. Wieden errät »tu nq de-. Königreiches Polen und erklärt diesen Akt für eine Verlepun.i internationaler Verträge, die feierlich von Oesterreich Ungarn