Ausgabe 
16.11.1916 Erstes Blatt
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zur

Bey

Und

bis zur Erlangung eines Friedens, der die Entwicklung der eigentümlichen Fähigkeiten und natürlichen Eigenschaften unserer Länder und Völker gestattet. Unsere Beziehungen zu den rreutralen Staaten silrd freundschaftliche. Me Thron­rede würdigt ferner die Hingebung der Nation und fordert das Parlament auf, mit der Einmütigkeit zu arbeiten, welche es bisher gezeigt habe.

Nach Verlesung der Rede schritt das Parlament Wahl des Präsidiums und des Bureaus. Hcrdji Adil wurde zum Präsidenten und Hussein Dschahid Bey Achmed Geizi Pascha zu Vizepräsidenten gewählt.

Luftangriff auf Kairo.

Kairo, 15. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Bei dem heutiger Luftangriff wurden 14 Personen getötet, darunter 1 Europäer, und 25 Personen, darunter 4 Europäer, verwundet.

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Die Eröffnung der russischen Duma.

P e t e rs b u r g, 15. Nov. (WTB.) Meldung der Peters­burger Telegraphen-Agentur. Die Duma ist nach einem feierlichen Tedeum in Gegenwart des Kabinetts eröffnet worden.

Petersburg, 14. Nov. (WTB der Petersburger Tclegraphen-Agenttlr. Das ganze diplomatische Korps wohnte der Wiederauchahme der Tagung der D u m a bei. Der Dumapräsident Rodzianko hielt eine Rede, in der er unter anderem sagte: Ter Feind ist bereits nieder geworfen. Aber -er, leistet noch jetzt verzweifelten erbitterten Widerstand nnd fühlt Mne Niederlage voraus. Ter Redner forderte dann auf, in diesem Augenblick, da sich der Sieg vorbereite, noch größere Anstrengungen zu machen, um die grroße Sache der Befreiung der Welt zu einem Mten Ende zu führen. Ter Präsident schlug der Duma vor, n 5r? 11 * c IT k pIt neuen Verbündeten, herzlich? zu begrüßen, und alle Mgeordneten riefen dem rumänischen Gesandten lebhaft zu und,brachten daraus den Vertretern der Verbündeter Länder Kund­gebungen^ dar.

. . -ZA seiner Rede forifahrend, sagte Rodzianko, Rußland werde ferne Verbündeten nicht verraten nnd mit Entrüstung je Yen Gedanken an einen Sonderfrieden zurück weisen -^er Abgeordnete Schildewskh verlas im Namen des wrtschrrttnchen Blocks eine Erklärung, in der es heißt, die Duma möge rn dreien Tagen der Prüchng bekräftigen, daß der Krieg

Nichtamtlich) Meldung

Stockholm, 15. Nov. (WTB.) Der schwedische Damp­ferAstrid", der vor dem Kriege als LustyachtSaga" in den Schären Stockholms verwendet wurde, ist von einem deutschen Tauchboot auf dem Wege von Stockholm nach Raumo in Finnland versenkt worden. Me Mannschaft wurde gerettet.

London, 15. Nov. (WTB.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Es wird gemeldet, daß die DampferBerini- c i a" undC o r i n t h" versenkt worden sind. Die Mann­schaft-des letzteren ist gelandet. Auch der englische Dampfer P e t r o l i n e" ist verloren gegangen.

London, 15. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Lloyds mel­det: Mau glaubt, da,ß der britische Damp ferP olpedu" versenkt sei.

Bern, 15. Nov. (W.T.B.) Nach einer Meldung der Agence Havas aus Mädrid griff vorgestern morgenU 49" den englr- schen DarnpferClan Buch an an" an. Auf drahtlose Hilse- rufe erschien der PostdampferHollandia". Einzelheiten über die Rettung fehlen. Die Besatzung oes DanrpsersElisa Marine" er­klärte, daß ein Tauchboot nachts das Meer mit riesigen Schein­werfern überwache.

Amsterdam, 15. Nov. (W.T.B.) Aus Vlissingen wird den Blättern gemeldet, daß dort gestern etwa 20 Passagiere des Post­dampfersKoningin Regentes", der am Freitag nach Zeebrügge aufgebracht wurde, angekommen sind. Die männlichen Passagiere des Dampfers, die Untertanen Deutschlands und feind­licher Länder nmren, wurden von Bord geholt. Drei von ihnen hatten sich versteckt; sie wurden erst am Samstag entdeckt. Als die freigealssenen Passagiere von Zeebrügge abreisten, lag dieKonin­gin Regentes" unter Dampf vor !bmn Hafen. Tie Behandlung durch die Deutschen war korrekt.

Kopenhagen. 15. Nov. (W.T.B.) Der dänische Dampfer Beirat" landete in dem portugiesischen Hafen Brieham (?) die Besatzung des im Atlantischen Ozean von einem deutschen Unter­seeboot versenkten englischen DampfersMera- s a n o".

halten, so daß ein Zentner in der genannten Packung beim Hersteller höchstens 40 Mark, im Großhandel 44 und im Klein verkauf 55 Mark

kostet.

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Berlin, 15. Nov. WTB.) Der Kaiser hat eine größere Anzahl Goldsachen aus seinem Privatbesitz durch seinen L-chatull- Vermögensverwalter Geh. Regierungsrat Grimm der Goldan­kaufsstelle überweisen lassen.

zuin.guten Ende geführt werden müsse, nnd daß eine andere Lö­sung unmöglich sei. Der Redner sagte zum Schluß, daß Rußland zu seinen Verbündeten, besonders zu dem großen England, l ^ er trauen hege, und -richtete einen Gruß an das vmrnsche Volk, das die Freiheit nur in einer Verbindung mit den Alliierten wieder gewinnen werde.

J eters rg, 15, Nov, (WTB, Nichtamtlick,,) Bet, der Erossmmg der Duma verlas der Führer der polnisches parlamentarischen Gruppe Carcußvic eine Erklärung, in der es beißt: |rt eurem Augenblick, wo. der Krieg im vollen

rn t>er es heißt: In einem Augenblick, wo der Gcmge ist hatten die deutschen Mächte die .Kühnheit, das Geschick Nicht nur Polens, sondern von ganz Mitteleuropa vorwegzunehmen Das durch die Deutschen geschaffene Königreich Polen wird in welen Beziehungen abhängig sein von den deutschen Mächten. DaS polnische Volk wird dieser deutschen Lösung der Frage nicht zu Mmmen die allem fernen Bestrebungen widerspricht. Laßt uns ^asttg Einspruch erheben. Es war ein Deichcher, der die Teilung Polens betrieben hat es ist ein Deutscher, der die historische Notwendigkeit der polnischen Einigung zu verhindern sttebt. Tie folgen der deutschen Handlungsweise drohen den wirklicksen Willen Panischen Volkes zu entstellen. Diese Handlungsweise sucht Egenscheinlich Zwist zwischen Polen, Rußland und seinen Alli lertm zu erzeugen, um eine in den Augen der zivilisierten Welt ^rpöremde Rettuttenrng zu rechtferttgen. Wir sind sicher, schloß t^Qpsevic, daß in dieser tragischen Lage das polnische Volk nicht

Vergehen der deutschen Kaiserreiche -2? ohne Nachtmrkung bleiben wird, daß Rußland und die alli- ietten Machte vor der Welt Einspruch erheben werden und daß die pomtsche Frage in ihrer Gesamtheit gelöst werden wird

,(Es handelt sich hier offenbar um bestellte Arbeit der russischen Regierung, die das polnische Volk gebührend einzuschätzen wissen wrrd.)

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Aus Griechenland.

Athen, 15. Nov. (WTB.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Der französische Kriegsminister General Rou ques hatte bei König Konstantin eine Audienz. Der Hauptgegenstand der Unterredung war die Errichtung einer Zone, die die Reibereien zwischen der Armee des Königs und den Venezelisten verhüten soll.

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Hollands Handelslage.

S^rUix, 15. Nov. (Priv.-Tel.) Me Reutermeldnng über den Abschluß eines englisch-holländischen Handelsvertrages ist irreführend. Ein solcher Ver­trag rst nicht abgeschlossen. Es begab sich lediglich ein hollän- drscher Ausschuß nach England, um sich über die beider­seitigen Wunsche zu verständigen. Auch von seiten Deutsch- lands ist auf Antrag Hollands eine Kommission nach Holland geschickt worden, die die Wünsche Deutschlands uni) Hollands austauschte. Die Verhandlungen führten zu einem Deutschland durchaus beftiedigenden Ergebnis.

Beschlagnahme des Brotgetreides in Schweden?

Kopenhagen, 15. Nov. (WTB. Nichtamtlich.)Berlingske Trde^e berichtet aus Stockholm: Ter sehr fühlbare Mangel cm Brot und Mehl veranlaßte die Lebensmittelkommission, dem Landwirffchaftsmmister vorzuschlagen, das gesamte Brotgetreide As,Landes für Rechnung des Staats zu beschlagnahmen und die Emfuhr ausländ:,chen Getreides in die Wege zu leiten Tie Grän gesberggesell schaft verhandelt mit der Goetewerst in Göteborg- über Me Lieferung von 18 Schiffen zum Gesamtpreis von 40 Mil­lionen Kronen. Tie Schiffe sollen nach Friedensschluß in Menst gestellt werden. '

Der Seefrfeg.

Ein feindlicher Transportdampfer versenkt.

Berlin 15, Rov. (WTB, Amtlich.» Eines unserer Unterseeboote hat am 5. November 80 Seemeilen westlich von Malta einen feindlichen Transportdamv- fer von etwa 1 200 0 Tons der von Zerstörern und Mschdampfern geleitet war, durch Torpedoschutz versenkt

V

New York, 15. Nov. (WTB. Nichtamtlich. Verspätet erngetrosfen.) Die 113 Personen an Bord der versenkten Columbia" waren Amerikaner. Me Mannschaft belief sich aus 50. Sonst waren noch an Bord Militärdien st- Pferde aus Boston, von wo dieColumbia" mit 1500 Pferden nach St. Nezaire in Frankreich am 18. Oktober ab­gefahren war. Von hier war das Schiff am 2. November mit dem Rest seiner Stahlladung nackt Genua in See gegangen

Berlin, 15. Nov. (WTB.) Me feindliche Presse ver­breitet geflissentlich die Behauptung, daß der griechische' DampferAnge li ki" durch ein deutsches Tauchboot ver-! senkt worden sei. Wie wir an zuständiger Seite erfahren ! diese Behauptung falsch. Mr die Torpedierung der kommt ein deutsches Tauchboot nicht in Frage. I

ist

Angelikft

Aus dem Reiche.

Die Einberufung des Reichstags.

Berlin, 16. Nov. Wie dieBossisch^ Zeitung" hört, soll der Reichstag zum 5. Dezember einberufen werden.

Zur Wiedereröffnung des Preußischen Landtags.

Berlin, 16. Nov. Zum heutigen Zusammentritt des preu­ßischen Aussprachen meint dieGermania", reichlich Stoff zn poli­tischen Aussprachen liege vor, Ter Landtag werde unter anderem auch die Rückwirkungen der Kriegsteuerung auf die Lebenshaltung der Festbesoldeten im Staatsdienste erörtern müssen. Ob man die Polcnfrage gleich im Plenum besprechen werde oder ob eine, vorherige Klärung im Ausschuß versucht werden solle, sei noch unsicher.

Der Großhandel und die Zentral-Einkaufsgesellschast.

Berlin, 15. Nov. (WTB.) Der Verband deutscher Großhändler der Nahrungsmittel- und verwandten Branchen, E. V., hat in folgender Erklärung zu der Kriegs­ernährungswirtschaft Stellung genommen:

Der Verband deutscher Großhändler der Nahrungsmittel- und verwandten Branchen erkennt an, daß die Entwicklung der Ver­hältnisse aus den Auslandsmärkten eine Zentralisation des Einkaufs wichtiger Lebensmittel erforderlich inachte, und daß eine straffe Durchführung der Zentralisatton ohne Zulassung von irgendwelchen Ausnahmen in den: dringendsten volkswirtschaftlichen Interesse liegt. Ter Verband enthält sick? dabei zurzeit ;eder Kritik darüber, ob die Z. E. G. und die in Bettacht kommenden. .Kriegsgesellschaften in ihrem Ausbau die richtige Grundlage für die zweckmäßigste Erfüllung ihrer Aufgaben besitzen. Tie teilweis oder gänzliche Fernhaltung des Großhandels von der Mitwirkung und Uebernahme des kommunalen Warenvertriebs ist im Interesse einer schnellen und zuverlässige Versorgung des Kleinhandels und damit des Konsums von großem Nachteil Tie Behörden können nicht die nöttge Fachkenntnis, Erfahrungen Und technischen Einrichtungen wie der Handel besitzen, so daß größere Mengen Waren durch» rrnsachgemäße Lagerung und Behand­lung verderben, in einer Zeit der Warenknappheit ein besonders empfindlicher Verlust. Die Kommunalverwaltungen verursachen dnrchl die Anmietung von Lägern, durch die Einrichtung öffent­licher Gebäude zu solchen, durch die Anwerbung des Personals und Fuhrwerken neue Spesen, die in der Gesamtheft: höher sind, als der normale Nutzen des Großhandels beim Warenvertrieb beträgt.

Ter Großhandel ist in der Lage und gewillt, sich» bei Lage­rung, Vertrieb und über 'bie Rationierung der Waren jeder er forderlichen Kontrolle zu unterwerfen. Er erwartet umsomehr daß seinem Wunsche Folge geleistet wird, als dadurch die vorhandene, letzt brachliegende Kraft und'die Einrichtungen benutzt und be­schäftigt werden, die den Betrieb auch steuerlich erhalten und neue überflüssige Ausgaben vermeiden. Tie im Wesen des Großl>andels liegende schnelle Anpassungsfähigkeit befähigt ihn, die bei der Versorgung des Konsums im Nahmen der vorhandenen Vorräte austretenden Schwiettgkeiten zu vermeiden und durch seine Organi- satton auch für größere Gebiete befriedigendere Verhältnisse im Interesse der Allgemeinheit zu schaffen.

Handel mit Seife, Margarine, Orlen und anderen Fettstoffen aus dem Auslande.

In der letzten Zeit wird der deutsche Markt vom Auslande, besonders von Hvlland aus, mit einem Angebot von Seife und Margarine geradezu überschwemmt, nnd zwar zn Preisen die im Verhältnis zu den Werten, zu welchen in den betreffenden Län­dern tatsächlich gekauft werden kann, als ganz außerordentlich hoch zu bezeichnen sind. *

^Die Ursache ist, daß diejenigen Stellen, welche die Angebote ergehen lassen, dre EinkaufssteNe des Kriegsausschusses für pflanz­liche und tierische Oele und Fette G. m. b. H. zu übergehen suchen, um bessere Preise zu erzielen. Verschiedene Käufer haben sich auch bewegen lassen, solche Angebote anzunehmen, um z. B. Seife und Margarme nach Deutschland einzu führen. Nachdem laut Bun­desratsverordnung vom 4. März sämtliche hereinkommende Seife, Margarine usw. wdoch an den Kriegsarisschuß für pflanzliche und tierische Oele und Fette abzuliefern ist und nur durch diesen m den Verkehr gebracht werden darf, setzen solche Käufer sich der Gefahr eines ganz erheblichen Verlustes aus. Der Kriegsausschnß macht deshalb auf diesem Wege auf die vorerwähnte Verordnung aufmerksam, laut welcher aus dem Zollauslande bezogene Seife Margarine, Oele, Fette und Fettgemenge aller Art nur durch ihn iw den inländischen Verkehr gebracht werden dürfen urld emp­fiehlt, daß sich jeder von solchen Geschäften zurückhäll, wenn er nicht Gefahr laufen will, einen großen Verlust zu erleiden.

Höchstpreise ffir Kunsthonig.

Berlin, 15. Nov. (WTB.) Me Verwendung von Kunst­honig als Streichimittel hat im Lmrse des Krieges an Bedeutung! sehr gewonnen. Es warf 'sick? ine vorigen Jahre der Kettenhandel ganz besonders aus diese Ware, so daß der Kunschonig, der von den Fabriken zu etwa 35 Mark für den Zentner abgegeben wurde im Zwischienhandel auf 80 Mark und mehr hmaufgetriebeii wurde Der Preis im Kleinhandel kam daher oft auf über dm Mark pro Pstrnd zu stehen. Sobald die amtliche Bewirti'chasttmg des Zuckers einsetzte, fand naturgemäß eine Bindung der Preise für Kunstbonia statt, der zu Prersünfteln aus Zucker besteht. Für'ein Pfunden Paprerpackmig wurde ein Preis von 0.50 Mark bei der Abgabe an dre Verbraucher im Kleinverkaus festgesetzt. Da durch die Bindung an drese Vertragspreise aber nicht sämtlicher .Kunsthonm getroffen wurde, also die Kontrolle sehr erschwert war, hat sich o°5^VsernahrungSamt nunmehr zn Höckfftpreisen für Kunsthonig ^entschlossen. «Bekanntnr. des Stellv, des Reichskanzlers vom 14. Nov. R. G. Bl. S, 1271.) Trotz der Steigerungdes PZes ^ Fabnkzucker war es möglich, die bisherigen Vertragspreise zn

Ans Ltadt und Land»

Gießen, 16. November 1916.

Ein -Lufruf an die Frauen!

Ein halbamtlicher, an die Frauen gerichteter Aufruf lautet:

Am 15. August 1916 hat der englische Munittmrsminister Montagil im Unterhause die großen Fortschritte in der Entwicklung der englischen R ü st u n g s i n du st r ie geschildert, welche Eng­land in den Stand setzen, seine Verbündeten nicht nur mit Geld, sondern auch mir großen Mengen vom Waffen und Munition eige­ner Erzeugnisse zu versehen. Er hat dabei hervor gehoben, daß diese großen Fortschritte nur durch die weitgehendie Ver­wendung von Frauenarbeit möglich gewesen sind. In der englischmi Rüstnngsindlistrie waren im Somrner 1916 doppelt soviel Frauen eingestellt wie ein Jahr zuvor! In den nationalcns Geschoßfabriken Englands steigt die Beteiligung der Frauerr bis zu 95 Prozent der gesamten Belegschaft! Mtt berechtigtem Stolz sagt der englische Munitionsminister:Auch die Frauen haben m hingehendster Weise ihren Äknteil an den notweirdigen Opserir gebracht. Ihre Leistungen in dem anstrengenden und monotonen Betriebe-der Munitionsfabriken wurden noch vor einem Jahre für unmöglich gehalten, und es kann mit Recht gesagt werden, daß die englischen Frauen unsere Heere gerettet haben. Tig Anzahl der Arbeitsarten, an welchen Frauen jetzt beschäftigt sind, bettägt un­gefähr 500, und zwei Drittel von diesen waren vor zwölf Mo­naten noch» nie voir sveiblicher Harrd vollsü'hrt worden."

Auch unsere deutschen Frauen haben schon Rühmliches aus Gebieten geleistet, auf denen man früher die Frauenarbeit für unmöglich hielt. Unsere Industrie, und namentlich unsere Lcrnd- wirtschaft verdanken ihre beivundernswerten Leistungen zunt guten Teil der Frauenarbeit, aber noch viel, viel mehr ist zu tun!

Es ist vaterländische Pflicht jeder deutschen Frau, ob verheiratet oder nicht, sich ernstlich die Frage vvrzulegen, ob ffe nicht auch ihre Kräfte im allgemeinen Interesse nutzbar mache,r kann, sofern das ihre häuslichen und gesundheitlichen Verhältnrsse irgendwie zulassen. Besonders fehlt es an jlingeren, kcästtgep Frauen für die Kriegsindustrie, und gerade hier tvnrde man-chmal die bedauerliche Beobachtung gemacht, daß namentlich jüngere k r i e lg s g e t r a n t e Frauen, welche bislang fitr die Rü­stungsindustrie arbeiteten, es alsKriegerftauen" reicht mehr nötig zu haben glauben, weiter zu arbeiten! Sie nehmen einfach die Untersttitzung von Staat und Gemeinde in Anspruch und be­denken nicht, wie sehr das Vaterland jetzt auch Ihrer Arbeitskräfte bedarf, und welch höheren Verdienst und größere innere Befriedi­gung sie erzielen, wenn sie sich wieder der praktischen Arbeit wid­men. Auch der alte t ö r i cht e Käste n g.e i st spiett oft mit. Manche Frau hält es unter ihrer Wurde,in die Fabrik" zuj gehen, obsvohl Arbeiter und Arbeiterinnen in der Fabrik oft ge­nau so wichtig für unseren Sieg sind, toie der Soldat draußen! im Felde. Darum auf, Ihr deutschen Frauen, die Ihr gesund? Hände und Arme habt, und nicht durch häusliche Pflichten ge­fesselt seid, auf in die Kriegsindustrie,' wo Eure Arbeit dem Vater­lande und Euch selbst Segen bringt.

* Amtliche Personalnachricht en. Der G r o ß- Herzog hat am 25. Oktober d§. Js. dem Lademeister in der Hessisch-Preußischen Eisenbahngemcinschaft Emil S ch erre r zu Aiainz aus Anlaß der Vollendung seiner 50jährigen Dienstzeit das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen.

** Auszei ch nun g. Dem Gefreiten Richard H o f von hier, Sohn des Zugführers Hof, Landwehr-Jnf.-Regt. Nr. 120, 6 Kvnc- pagnie, wurde das Eiserne Kreuz verliehen.

** Auszeichnung. Karl Dehö aus Gießen, welcher z. Zt. als Unterseeboots-Obermaschinisten-Anwärter schon ver­schiedene ersolgreiche Unternehmungen seines U-Bootes (U 18) mitmachte, erhielt dafür das Eiserne K r e u z 2. Klasse.

** Weihnats Verlosung des Roten Kreuzes. Nicht nur den Millionen deutscher Männer, die Weihnachten 1916 draußen vor dem Feirrde verbringen müssen, will das Rote Kreuz einen Liebesgaben grüß zukommen, lassen, auch» die Tausende, die in Kriegs- und Feldlazaretten liegen oder Gäste unserer h e i m i s ch- en L a z a -r -e 11 e sind, sollen nnt Weihnachtsgaben -erfreut 'werden, denn gerade sie haben es wahrhafttg redlich verdient. Um auch diesen Teil des großen Werkes gelingen zu lassen, will das Rote Kreuz eine Weihnachtsverlosung veranstalten, die dank dea: Mitthilfe zahlreick?er frermdlicher Spender aus hiesiger Stadt ganz besonders wertvolle und erfteuliche Gewinngegenstände zur Verlosung bringen wird. Wie aus der Llnzeige in der heuttgen Nummer hervorg-eht, können die Lose nmrmichr zum Preis von 30 Pfennig das Stück verkauft .werden, da die Ziehung bereits am 14. Dezember unter behördlicher Aussicht stattfindet. Ferner ist eine ständige Ausstellung .von Gewrnngegenständen im Sch-aufenster des Ladens des Hausftauen-Bereins in der Mäusburg. Es wäre ganz besonders zu begrüßen, wenn in der nächsten Zeit noch» Gewinngegemstände gestiftet würden (Abzugeben iit den Ge­schäftsräumen des Roten Kreuzes, Alte Klinik) zur Erhöhung der allgemeinen Gewinnmöglichkeit.

** Etwa 800 gefangene Franzosen wurden heute morgen gegen 8 Uhr nach dem Gießener Lager gebracht. Es handelt sich bei diesen, wie bei dem letzten Transporte vor einigen Tagen um Einzelgefangene, die in der Etappe gesammelt und zusammengestellt worden sind.

** Das U ms chau fel n des Ge treides darf jetzt nicht versäumt werden, damit das Getteide bei längerer Lagerung nicht dumpfig wird und das daraus gewonnene Meh^ nicht an Backfähig ­keit leidet. Me Arbeit des Umschauf-elns darf jedoch nur bei trocke ­nem Wetter vorgenonilnen werden, da sonst feuchte Luft zwischm das Getreide kommt, das die Feuchtigkeit bekanntlich nur um so gieriger aufsaugt, je trockener es ist. Das Umschaufeln hat derart cg zu erfolgen, daß das Getreide aus möglichst langent Wege die Luft dcrrchschneidet. Bei solcher Behandlung wird es zweifellos trocken nrid es wird, wenn man bis Dezember fleiUg umgeschanfett hat. ovn da ab ausr?eicheird sein, wenn man das Getreide alte vier Wochen einmal wendet. Bei Regen- oder Tauwetter darf nicht umge- schaufelt werden. Auch untersuche Man von Zeit zu Zeit den auf- geschütte>ten Getreidehaufen, ob er im Innern nicht warm wird. Sollte das der Fall sein, so muß UMgeschauselt tverden.

** Verein Freunbinnen junger Mädchen. Die Teeabende für Mädchen, die im Erwerbsleben steheir, haben ihren Anfang genommen. Professor Schian hielt an dem ersten Llverw einen sehr interessanten Bortrag übereine Rjckse nach, Sffebcpr? bürgen Und Rumänien". Am zweiteir Albend sprach eine Dame über Frauenberufe". Der nächste Abend soll ein Musikabend wer­den. Tie jum.Ml Mädchen haben sich zu einem Verein zusammen- geschlossen, derLydia-Verein" getauft ist. Eine Lehrerin hat sich bereit erklärt, uuentgettlich französische Stunden zu geben. Me erste Stunde ist heute, den 16. November. Anmeldungen znm Verein und zur Stunde nimmt entgegen: Frau Prof. Gisevius'.

** 5. Ausgabe von Süßstoff. (Saccharin). In der Zeit vom 11. bis 20. November d. Js. wird gegen den L i e s e r u n g S a b s ch n i t t 5 der SüßstoffkartenH* (blau) und G" (gelb) von den Süßstoffabgabestellen Süßstoff abgegeben. ^Ausnahmsweise gelangen wiederum zwei Briefchen bezw. zwei Schachteln aus den Abschnitt zur Ausgabe. Mit dem 20. Novem­ber verliert der Abschnitt 5 seine Gültigkeit. Nach diesem Zeitpunkt nicht abgeruiene Süßstoffmengen dürfen von den Ab­gabestellen frei verkauft werden.