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11.11.1916 Erstes Blatt
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Nquith und

our über

iBDD.'j Grsßes Hauptquartier. Ist. Nvv. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Bei günstigen Peabachtungsverhältnisstn war an vielen Stellen der Front die beiderseitige Feuertätigkeit lebhaft.

Im Somme-Gebiet erfolglose feindliche Teil- augriffe bei Eaucourt l'Abbaye, bei Gueudecourt, bei Les- boeufs und Pressoire. Stärkere französische Kräfte gingen beiderseits von Sailly vor-, sie wnrden. zum Teil im Nah­kampf. abgeschlagen.

Die Flieger setzten ihre tagsüber sehr rege Tätig- Wtin der mondhellen Nacht fort. In den zahlreichen Luft- kümpfen haben wir im ganzen 17 feindliche Flugzeuge, die Mehrzahl beiderseits der Somme, abgeschossen. Unsere Ge­schwader wiederholten ihre wirkungsvollen Angriffe auf Bahnhöfe, Truppen- und Munitionslager, besonders im Raume zwischen P-eronne und Amiens.

Oestlicher Kriegsschauplatz.

f Front des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bagern.

Unter Führung des Generalmajors von Woyna stürm ten brandenburgische Truppen und das Infanterie-Regiment Nr. 4st1 in der Gegend von Skrobowa in etwa 4 Kilo jMeter Breite mehrere russische Verteidigungslinien und war- ifa* den Feind Wer den Skrobowabach zurück. Unseren ge­ringen Verlusten stehen bedeutende blutige Opfer des Feindes und eine Einbuhe an Gefangenen von 49 Offizieren, 3880 Mann gegenüber. Die Beute beträgt 27 Maschinengewehre. 12 Mincnwerfer. Der Russe hat auch hier wieder eine schwere Niederla^ erlitten.

Front des Generals der Kavallerie Erzherzog Karl.

Unsere Angriffe im Gyergyo -Gebirge nehmen einen «rünstigen Fortgang. Gelände, das in den seit dem 4. Novem­ber hier nn Gange befindlichen Kämpfen verloren gegangen war, wurde bereits fast vollständig zurückgewonnen.

Fm Predeal-Abschnitt wurden westlich von Azuga neue Fortschritte gemacht und rumänische Gegenangriffe bei- ^krstits der Paß-Straße abgeschlagen. 188 Gefangene und 4 Maschinengewehre blieben in unserer Hand.

Beiderseits des A lt erfolgreiche Gefechte, in denen sich neben bäuerischer Infanterie und österreichisch-ungarischen Gebirgstruppen auch unser Landsturm besonders ans­zeichnete.

Balkan-Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Mackensen.

G i u r g i u erbeuteten Monitore zwei rumänische, Mit Petroleum beladene Schlepps.

An der D o b r u d s ch a - Front keine wesentlichen Ereig­nisse. *

MazedonischeFront.

Die Lage ist unverändert.

Der Erste Generalguartiermeister Ludendorff.

Auch der englische Ministerpräsident bat wieder ein­mal eine Rede gehalten, die wir an der Spitze des zweiten ^ Blattes wiedergeben. Seine Landsleute mögen aus ihr nicht Wiel Erhebendes und Tröstliches entnehmen. Asguith machte viele billige Worte, und man denkt dabei unwillkürlich an das famose, gegen einen Mann von halber Bildung gerichtete Hamletwort, wo von einerArt von Spreu- ' ansammlnng" die Rede ist, aus die man nur blasen müsse, ,nmdas windige Zeug" heransfahren zu lassen. In der 'Tat, Asguith lobte sogar den Bundesgenossen Portugal. Er .schilderte" mit wenigen Sitzen alles: die Kämpfe an der ^ Somme, in Saloniki, Aegypten, Mesopotamien iind Ost- iafrika und die Zuhörer mochten blasen: es war kein Körnchen Neues dabei aufzusvießen. Auch die Anmerkungen des Ministers über die glorreichen Bemühungen der Bunoes- genossen Rußland, Frankreich und Italien waren gleich­falls hohl im höchsten Grade. Wir haben daher diesen Teil der Rede in unserer Wiedergabe ans Raummangel ganz fortlassen können. Die englische Politik hat augenblicklich ern Tnmmelselo. auf dein ne ncb besonders hervortut: Griechenland. Dort wächst und gedeiht alles durcheinander: Man glaubt das Stöhnen der Unterdrückten zu hören, dann ^vernimmt man wieder, daß doch noch ein König regiert, )der fremder Zwingherrschaft die Stirn bietet. Verlegenheit c?v i!?? puffen England und Frankreich dabei beseelen. Die Mitwelt hat allmählich das Lächeln des Spottes über das Trachten der sonderbaren Zwingherren angenommen, tue immer iwch den guten Schein wahren wollen. Da fühlte sich Asguith verpflichtet, die Situation durch seine Erläute­rungen zu rettcu. Alles englische Streben zielt darauf hin, Mnechcnland einewürdige Rolle auf der Seite der Frei­

heit" zu schaffen. Wenn es nicht will, dann muß es. Denn England kennt die Interessen Griechenlands besser als dieses Land selber und es weiß in Fragen der Menschentugenden und politischen Moral besser Bescheid als der kleine Staat. Asguith sagte:Barbarei und Tyrannei sind ewige Feinde des Besten im Menschen." Dieses Binsenstück unter der Spreu seiner Rede verdient eine besondere Hervorhebung.

Ganz nutzlos war indessen die Rede des Herrn Asguith nicht. Sie bringt uns erwünschte und gute Informationen. Asguith ist kein Meister feiner politischer Erkenntnis, aber ec hat doch eingesehen, daß es im Zug der Zeit liegt, Die drohenden Kraftausdrücke zu mäßigen, den brüllenden Löwen etwas zurnckzuhalten. Er lobte uns Deutsche. Wir seien ,,große Organisatoren" undvortreffliche Kämpfer"! Auch hatten wir in unserer Werbetätigkeit einige Erfolge zu ver­zeichnen. Und da verrat er uns, daß in England eine Be­wegung für einen Sonderfrieden mit Teutschtand besteht. Er bezeichnet dies als deutsche Werbetätigkeit, aber da er ganz ernsthaft biefeit Sonderfrieden näher ins Auge faßt, seine Bedingungen prüft und neue Momente dazu hervorholt, indem er z. B. neben der Wiederherstellung Belgiens auch diejenige Serbiens fordert, so dürfen wir wohl annehmen, daß der Gedanke in den Gemütern über dem Kanal doch einige Wurzeln «geschlagen hat. England lehnt natürlich Sonderfrieden im allgemeinen ab, da es befürchten muß, daß r das Recht für sich in Anspruch nehmen müßte,

gleichfalls die Frage eines Sonderfriedens zu prüfen. -Es kann, so erklärt Asguith, nur ein allgemeiner Friedensschluß in Frage kommen, bei dem so können wir hinzufügen in erster Linie die englischen Sonderinteressen berücksichtigt sein müssen. Das wäre ein Sonderfriede, der in großem Hof- ftaat daherkommt: Rußland, Frankreich, Italien dürfen die Schleppe tragen. Asguith beugt vor. Er fürchtet vielleicht ganz im Ernste, daß Rußland abschwenken könnte. Indem er so gesinnungstüchtig und salbungsvoll für England den I; e lt l 7 e ^ 11 ab lehnt, droht und schmeichelt er dem Zaren­reiche Wir sind, so ruft er hinüber, uneigennützig, wir wollen auch dein Interesse wahrnehmen. Auch w i r hätten, so fährt er mit emporgezogenen Augenbrauen fort, die Möglichkeit, einen Sonderfrieden zu schließen! Mit der öffentlichen Auf- deckung der angeblichen deutschen Propaganda in Rußland wird Asguith im übrigen nicht viel erreichen. Die Russen werden aufmerksamer werden und es einsehen lernen, daß England in der Tat eineNation von Höckern und Händ- rern ist, die andere Völker für ihre englischen Interessen verbluten laßt.

Ganz besonders ungeschickt aber war der englische Mi­nisterpräsident in seinem Versuch, die Neutralen zu uberzeugen, daß die englische Politik der wirtschaftlichen Einkreisung Deutschlands später nicht die Interessen der neutralen Länder schädigen würde. Die biedere Miene des Wohlwollens wird hierbei so wenig verfangen wie die Phraje vomwirtschaftlichen Selbstmord". Es ist einfach unabweislich, daß die heute bereits vorbereitete und von unseren übrigen Feinden aus der Pariser Wirt-schastskonse- renz unterstützte Machtpolitik Englands ganz wesentlich in bie _ Interessengebiete der Neutralen eingreifen würde, liniere, Nachbarländer haben die britische Faust schon zur Genüge gespürt und wissen, welchem System von Drohung und Zwang sie beim Gelingen der englischen Pläne ent- gegensteuern würden. Es wird gar keine große deutsche Propaganda nötig sein, um die Nenttalen gerade in dieser Hinsicht aufzuklären.

Südöstlicher Kriegsschauplatz.

An der Vojusa-Front gesteigerte feindliche Artillerie tatigkelt.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant.

Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresfront des Generals der Kavallerie

Erzherzog Karl.

Westlich der Vulkan-Patz-Straße blieben rumänische An­griffe ersolglos. Beiderseits des Alt-Tales und südwestlich von Predeal gewannen die verbündeten Truppen erneut Ge­lände warfen den Feind im Stürmen aus seinen Stellungen und behaupteten diese gegen feindliche Gegenangriffe. 188 Gefangene und vier Maschinengewehre blieben in unserer Hand. Auch im Gyergyo-Gebirge macht unser Angriff gün­stige Fortschritte.

HeeresfrontdesGeneralfeldnrarschalls

Prinzen Leopold von Bayern.

Bei Skrobowa stürmten deutsche Truppen in etwa mer Kilometer Breite mehrere russische Verteidigungslinien und warfen den Feind über die Niederung zurück. Außer großen blutigen Verlusten verloren die Russen 49 Offiziere 3389 Mann an Gefangenen. 27 Maschinengewehre und 12 Mlnenwerfer wurden erbeutet.

Balkan-Kriegsschauplatz.

Monitore der k. u. k. Donauflottille erbeuteten bei Giur- giu zwei i-umänische, mit Petroleum beladene Schlepper.

I t a l i e n i s ch c r K r i e g s s ch a u p l a tz. Lage unverändert.

Der türkische Bericht.

K o n st a n t i n o p e l, 10. Nov. (WTB.) Bericht des General- stabes vom 9. November.

<- Persien warfen wir in der Provinz Aserbeidfchan den emo, ber am 3. November unsere bei Sakis liegenden Truppen an- zugreifen versuchte, zurück und brachten ihm dabei Verluste bei.

An der Kaukasusfront außer Scharmützeln nichts vor Bedeutung.

Der bulgarische Bericht.

A -.Sci fia, 10. Nov. (WTB.) Bericht des Generalstabs vom 9. dcovember.

Pc a z c d o n i s ch e Front: Außer dem üblichen Artillerie- seuer und Patrouillenunternchmungeu ist von der ganzen Front Nickis Wichtiges zu nrelden.

nrt.r® ü-M $ e . Front: An der Donau-Front in gennssen Ao.chnltten Artillerie- und Infanteriefeuer. Zwei deutsche Kom­pagnien mit einer Gruppe österreichisch-ungiarischer Monitore un- teruavmeil einen kleinen Streifzug auf das linke Ufer gegenüber dem westlichen Ausgang des Belen-Kanaks >mb zwangen die UserMrterdigung zur Flucht. Tie Konuxrgnien kehrten mit mehre- ren Gefangenen und einem Munitio-nswagen zurück. In der Do, brudcha leichte Zipammenstöße zwischen vorgeschobenen Abtei lungen.

An der Küste des Schwarzen Meeres Rühe.

Brusfilows Hoffnungen.

London, 9. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Der Sonder-, berichterstatt er derTimes^ im russischen Hauptgrrartter an der Südwestfront hatte eine Unterredung mit General B r u s s i l o w, der unter anderem sagte, die Rnsfen hätten den Höhepunkt der Macht noch nicht erreicht und würden ihn erst im nächsten Jahre erreichen. Die Nieder­lagen Rumäniens hätten nicht die geringste Bedeutung. Die geringfügigen Forffchritte des Feindes in der Dobrudscha seien zwar bedauerlich, würden aber die größeren Krregs- fragen nicht beeinflussen. Ernst wäre die Lage gelvesen, wenn es den Deutschen gelungen wäre, über die Karpatherr in Rumänien einzufalken. Rumänien muffe einsehen, daß seine Fehlschläge nur untergeordnete Kriegszwischenfälle seien und daß es das große Rußland hinter sich habe.

Italienischer Heeresbericht

von: 9. November.

Auf der ganzen Front unterbrochene Artillerietätigkeit, die durch das im Krregsgebiet herrschende schlechte Wetter bebindert wurde. Auf dem Karst fanden wir in der Nähe der Höhe 91, südöst­lich des Berges Pecnnka, eine weitere vom Feinde verlassene Battt- b l e aus drei 15-Zentimeter-Mörsern mit reichlicher Munition bestand. Die Gesamtzahl der während der letzten Offensive dem Feinde abgenommenen Geschütze erreicht damit zwanzig, von denen dreizehn mittleren Kalibers lind. Fejrndliche Flieger warfen Bomben auf die Umgegend von Monfalcdne ab; es gab einen Toten und ernrge Verwundete.

Fliegerangriffe im Westen.

Berlin, 10 Nov. (WTB. Amtlich.) In der Nacht zum 10. November gnffen feindliche Flugzeuge Ostende und Zee- v r u g g e erfolglos mit Bomben an. Im Verlaufe des Angriffes wurde ern englisches Flugzeug zur Landung gezwungen und er­beutet. Der Insasse, ern englischer Offzier, wurde gefangen ge­nommen.

m i 10 ^ -in deutsches Kümvfflugzeug zwischen

Nre u po rt und Dun kirch en zwei englische Short-DovV-ldecker an, Miotz einen davon ab und zwang den anderen zur Flucht.

Laufe des Vormittags stießen drei unserer Kampfflugzeuge guer ab Ostende auf ern überlegenes englisches Flugzeuggeschwader, das sofort angegriffen wurde. Nach einem längeren Luftgefecht ? ^bllkdrangt. Die eigenen Flugzeuge erlitten nur unbedeutende Beschädigungen und find sämtlich zurückgekehtt.

Der englische Heeresersatz.

er x 0or Nichtamtlich.)Times" berichtet,

daß der Aussctziß zur Verstärkmig der brittjchen Armee gestern der Regierung fernen Bericht irnterbreitet hat. Die voui Ausschuß anempsohlenen Maßregeln werden erst, wenn das Kriegsamt sie gebilligt hat, veröffentlicht werden.Times" glaubt, daß man rn der Ettvartung, daß das bisherige System der militürfreien Be- trrebe cmfgehvben werden soll, wahrscherirlich enttäuscht werden Es werden wahrscheinlich alle gelernten Arbeiter in Waffen und .vtmrrtumsfaüriken oder anderweitigen Werken in ihren Stel- ttmgen bleibeii. Anzunehnien ist, daß die halb- uiid nichtgelerntrui o^^br mtter nner gewissen Mersgrenze, die vernmttich auf 25 vder 26 Jahre festgesetzt werden wird, soweit sie für den Kriegs­dienst tauglich sind, unter die Waffeii gerufen werden.

Die französische Kriegsanleihe.

Berlin, 11. Nov. Die Ausführungen des französischen FriianzministersRibot über die Kriegsanleihe wirkten wie vermiedenen Blättern gemeldet wird, auf die Kämmer besonders erm'ichternd, weil sie das Eingeständnis enthielten, daß von dei" gezerchiieten 11V» Milliarden der letzten Anleihe kaum 5 Milliarde^ aus Barzahlungen entfallen. Die Zurufe dreier Sozialisten voran - laßten ernen hefttgen Zwischenfall. Die Rufe lauteten naw dem Berliner Lokalanzeiger": Macht eine Friedensanleihe' E-> ist n * min ber Opfer! Das französische Volk denkt anders als dr- Vattst-r Regierungspresse! Dar Kammerpräsident Deschaucl hatte Rrbot Gehör zu versch-ffen. Unter inotzcm Lärur und nrscr Er-

resung schloß dieser DA der Sitzung.