Ausgabe 
10.11.1916 Erstes Blatt
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ttf |et oas Gegenteil leder gejunüen L)andelspoUttt des Rei­ches: sie werde für die Verbündeten Englands nicht annehm­bar sein. Er machte die Frage zum Vertrauensvotum. Die Entschließung wurde darauf mit 231 gegen 117 Stim­men verworfen. Einige Radikale stimmten mit Carson in der Minorität.

Lo nd o n, 0. Nov. (WTB . Nichtamtlich.) Im Verlause der Unterhaus-Debatte über den Verkauf der deut­schen Besitzungen in Nigerien befürwortete Carson, zum Kaufe nur Briten und britische Gesellschaften zuzulassen. Er isrug, ob die Regierung beabsichtige, die Früchte des Krieges, die bis jetzt kümmerlich genug seien, allein den Briten zu­gute kommen zu lassen, oder ob sie auch andere teilnehmen lassen wolle .Er sagte ferner, die Minister wüßten nicht, wie gereizt die Stimmung im Lande wegen des Einflusses und der Anstrengungen der Feinde sei. Das einzige Kriegsziel sei. das Preußentum und die Einmengung Deutschlands in den britischen Handel zu vernichten.

Der Seekrieg.

London, 9 Nov. (WTB.) Lloyds meldet'. Der norwe­gische DampferFurnland" ist gestern nachmittag ver- |) enkt worden; die Besatzung ist gelandet.

London, 9. Nov. (WTB.) Meldung des Reuterschen .Bureaus. Wie Lloyds Agentur berichtet, ist der norwegische DampferReime" (913 Tonnen) versenkt worden.

Kristiania, 9. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Nach einer Mitteilung an das Ministerium des Aeußern wurde der DampferDulaug^ am 7. November von einem deut­schen U-Boot vor Kap Le Havre versenkt. Ein Boot mit chem Kapitän nnd drei Mann traf in Havre ein. Das zweite Boot mit dem Steuermann, Maschinisten, Koch und zwei Heizern wird noch vermißt.

Amsterdam, 9. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Reuter meldet: Der britische DampferSufsolk Coast" <780 Bruttoregistertonnen) ist g e s u n k e n.

Nus dem Reiche

Berlin, 9. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Der Erz­bischof von Posen-Gnesen, Dr. Balbor, tele­graphierte an den Kaiser:

Eure Kaiserliche und Königliche Majestät wollen ge­ruhen, daß ich zugleich namenß meiner in unverbrüchlicher Treue zu Ihrer Majestät verharrenden Diözesauen für die Wiederherstellung eines selbständigen polnischen Königreichs meinen untertänigsten Dank ausspreche. Ich bete zu Gott, daß der hochherzige Entschluß Eurer 'Majestät zum Wöhle ^Deutschlands und des neuen Staates gereiche, der, wie ich Zuversichtlich hoffe, seine geschichtliche Mission erfüllen wird, ein Schutzwall der abendländischen Kultur und Träger des katholischen Gedankens im Osten zu sein.

Der Kaiser antwortete:

Eure Erzbischöfliche Gnaden haben zugleich im Namen Ihrer Diözesanen anläßlich der Verkündung der Errichtung des polnischen Staates in den bisherigen russisch-polni­schen Gebieten mich erneut der unverbrüchlichen Treue der .preußischen Polen zu ihrem Landesherrn versichert. Ich danke herzlich für diese Kundgebung. Sie soll mir in diesem historischen Augenblick eine Gewähr dafür sein, daß der gefaßte Entschluß zum Segen des Deutschen Reiches und des neuen Staates, wie zur dauernden Sicherung der europäi­schen Kultur gereichen wird.

Berlin, 9 Nov. (WTB.) Ein Berliner Blatt hat die Behauptung aufgestellt, das preußische Staats­ministerium habe von dem polnischen Plane der Meichsleitung erst amtlich erstchrrn, als schon alles fest- gestanden habe. DieNordd Mgem. Ztg." stellt dem­gegenüber folgendes fest:Das Staatsministerium ist selbst­verständlich gehört worden, und zwar in jedem Stadium Der Verhandlungen uud vor der Fassung der endgültigen Entschlüsse. Es hat das gesamte Für und Wider eingehend und zu wiederholten Malen durchgesprochen und sich auf den Boden der mit der kaiserlichen Kundgebung einaeleiteten Politik gestellt/'

A«» Stadt «nd Land.

Gießen, 10. November 1916.

Höchstpreise für Zwiebeln.

Wenn auch die Zwiebel im Frieden ein Spekulitionsobjekt ge­wesen, ist, so darf doch nicht zngelassen werden, daß sie es auch in Uriegszeiten bleibt. Es muß da^r dafür gesorgt werden, daß dieses .besonders jetzt beim Rtangel anderer Gewürze notwendige Würz­mittel nicht durch Preistreibereien über gebührlich verteuert ivird. 'Die Zwiebel der diesjährigen Erme hatte anfangs angemessene Preise. Man sah daher von der Festsetzung eines Höchstpreises ab, warnte nur vor Spekulationen und Preistreibereien, indem man, falls die Preisbemessung eine zu auffteigende Linie einnehmen sollte,' Hüchstpreisfestsetzung in Aussicht stellte. Ta die Preise in der letzten Zeit ungeheuer in die Höhe gegangen sind, hat der Präsident des Kriegsernährungsanrts sich' jetzt veranlaßt gesehen, die Festsetzung eines Zwiebelhöchstpreises zu beantragen. Durch eine Verordnung des Stellvertreters des Reickiskanzlers sind Zwiebelhöchstpreise fest­gesetzt worden, die bis -um 14. November 191>6 für je 50 Kilogramm beim Erzeuger 7ch0M. betragen und dann von Monat zu Monat Um je 75 Pfg. steigen, bis sie am 15. 2lpril 1917 12 M. erreichen. Der Preis gilt ausschließlich Sack frei nächster Verladestation des Verkäufers und schließt die Kosten der Verladung daselbst ein. Falls der Erzeuger unmittelbar an den Kleinhändler verkauft, darf er einen um 2 M. höheren Preis nehmen. Für den Weiterverkauf von Zwiebeln im Handel ist ein Zuschlag von insgesamt 3,50 M für je 50 Kilogramm als höchster zulässiger Zuschlag vorgesehen. Die Kleinverkaufspreise sind auf höchstens 14 Pfg. für ein Pfund für die Zeit bis zum 14. November 1916 vorgesehen und steigt dann monatlich um je 1 Psg., bis sie am 15. April 1917 20 Pfg. erreichen dürfen. Für besondere Zwiebelkarten können Ausnahmen ftuaelassen werden. Tie Höckstpreisfestsetzung ist begleitet von einer Bestimmung, die eine Enteignung der Zwiebeln zuläßt und eine Auskunftspfficht vorschreibt. Wenn durch diese Festsetzung Händler, die zu höheren Preisen Zwiebeln erworben haben, geschädigt werden! so haben sie sich das nach der früher ergangenen Warnung selbst zuzn schreiben. Daß sich die Höchstprcissestsetzung nicht auch aus künstlich, gedörrte Zwiebeln bezieht, soll nur zur Vermeidung! etwaiger Zweifel hervorgehoben werden

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** Amtliche Personalnachrichten. Ter G r o ß h e r - ft o g hat am 1. November den Kommerzienrat August Feine zu Mainz zum Mitgliede der XI. ordentlichen evarrgelischen Landes­synode des Großherzogtums Hessen ernamit. Ter Großher- %o g hat am 8. November den Aktuar bei dem Amtsgericht Laubach Georg Denn zum Aktuar bei dein Amtsgericht Mainz und den Dilfsgerichtsschreiber bei dem Landgericht der Provinz Starkenburg -Qflo Christ zum Aktuar bei bem Amtsgericht Laubach, beide mit Wirmng vom 10. November 1916 ernannt. Ernannt wurden: Ain 8. November der Aktuariatsassistent bei deni Amtsgericht Ober- Jngelherm Ludwig Bolz, z. Zt. im Heeresdienst, zum Aktuariats- asftstenten bei dem Amtsgericht Grünberg und der GerichtSschreiber- asmrant Friedrich Winkler in Friedberg, z. Zt. bei der Zivil­verwaltung im Osten, zum Mtuariatsassistenten hei dem Amts­gericht Ober-Ingelheim, beide mit Wirkung vom 10. November 1916. Ter Großh erzog hat am 14. Oktober ds. Zs. den Rrgierungsbaumerster Karl Pietz -u Worms zum Vorstand eines

ELsendatmbetrlLvsamtL5 ui der oessißb--Preußischen EÜeubcchn gemeinschaft vom 1. November ds. Zs. an ernannt. Ter Großherzog hat am 14. Oktober ds. Zs. dem Gütervorsteher Wilhelm Jung zu Frankfurt a. M., dem Bahnmeister Otto S ch o l l m a y e r zu Frankfurt a. M., sowie dem Eisenbahn-Assi­stenten Zakob Trundt zu Herborn /Titlkreis), sämtlich in der Hessisch-Preußischen Eiscnbahngcmcinschast, die unkündbare Anstel­lung verliehen. Am 14. Oktober ds. Js. wurde den Zugführern Adolf H e u r i tz i zu Bad-Homburg und Georg S t r a u ch zu Friedberg (Hessen); den Lademeistern Johannes Volk zu Gießen und Valentin S ch i e b e l h u t h zu Frankfurt a. M., sowie beit Lokomotivführern Franz Zinnelzu Attenkirchen, Georg S ch u ch m a n n , Peter SimMermacher und Ludwig L a u b e r zu Frankfurt a. M, sämtlich in der Hessisch-Preußischen Eisen­bahngemeinschaft, die unkündbare Anstellung verliehen. Der Großherzog hat dem Postdirektor Hugo Schäfer in Gießen dre Kwone zum Ritterkreuz 1. Kl. des Verdienstordens Philipps des Großmütigen und dem Postsekretär Philipp Fasig in Mainz das Ritterkreuz 2. Kl. desselben Ordens verliehen.

** Preisgestaltung und Versorgung am Ge­müse m a r k t. Mitteilung aus dem Kriegsernährnngsamt °. Ten hohen Preisen am GemüseMarkt, die zu vielfachen Klagen Ver­anlassung geben, ist zum Teil dadurch bereits entgegengetreten worden, daß für Kohlrüben und Möhven Höchstpreise festgesetzt worden sind. Zn gleicher Art bei Weiß-, Rot- und Wirsingkohl vor­zugehen, empfiehlt sich nach den Erfahrungen des vergangenen Jahres vorläufig noch nicht, ebensowenig erscheint es angängig, den Verkauf dieser Kohlarteu nach Gewiäst vorzuschreiben, da sich für den Verkäufer mannigfache Gelegenheit durch Mitwiegen des Strunkes be$ Krautes oder der Umblätter bieten, wodurch der Käufer erheblich geschädigt werden könnte. Tie immer noch freie Marktversorgung, die teilweise noch, durch Versteigerungen ans­geführt wird, scheint allerdings mit dem Bestreben, niedrige, Preise durchzusetzen, in Widerspruch zu stehen. Tie Erfahrung hat aber gelehrt, daß die Obstmärkte mit ihrer Anziehungskraft und ihrer in der Öffentlichkeit sich vollziehenden Preisbildung nicht preis­erhöhend wirken. Traten solche Tendenzen auf, ivar ihnen durch Sperrung der Preise verhältnismäßig leicht entgeaenzutreten. Jedenfalls hat sich gezeigt, daß die Preise auf den unkontrollierten Märkten leichter, schneller und höher gestiegen sind, als auf den dirrch die Oesfentlichkeit kontrollierten. Es empfehle sich daher von Eingriffen in die freie Preisgestalttrng und Versorgung, deren Schäden und Nachteile offenbar sind, so lauge als mögliche abzusehen.

** Kassen ärztliche Bescheinigungen über die Vollmilchbedürftigkeit von Kranken sind nach den An­ordnungen der Reichsstell'', für Speisefette vom 4. Oktober 1916 zu der Bekanntmachung über die Bewrrtschaftung von Milch und den Verkehr mit Milch vom 3. Oktober 1916 von den Kommunal­verbänden, vorbehaltlich der Nachprüfung durch die von ihnen zu bezeichnenden Stellen, d-er Entscheidung über die Milchzuweisung zugrunde zu legen. Tieie Anordnung ist deshalb getroffen worden, rveil nach den bestehenden Bestimmungen Kassenärzte nicht ver­pflichtet werden können, die von den KonrmunalverbänÄen vor­geschriebe nen Bescheinigungen ohne Berechnung besonder-". Kosten für die Antragsteller zu benutzen und weil es gegen das allgemeine Interesse verstoßen wiird", bedürftige Kranke zu zwingen, erst er­hebliche Geldovter zn bringen, bevor sie in den Genuß der für sie notwendigen Milch kommen können. Es ist aber zu hoffen, daß im Interesse einer glatten Mwicklung des Geschäftsverkehrs bei den außerordentlich überlasteten Medizinalstellen großer Städte die Kassenärzte sich freiwillig der vorgeschriebenen Formulare bedienen werden, und daß sie für die Benutzung solcher Formulare den Kassenangehörigen kerne besonderen Gebühren in Rechnung stellen.

** Betreffend Herstellungsverbot von Garnen und Geweben aus Mischungen von Papier und Wolle oder Kunstwolle Nr. W. I. 2939/9. 16. K. R. A. ist am 10. November 1916 eine Bekanntmachung in Kraft getreten. Durch diese Bekanntmachung wird »die Ver­wendung von Wolle oder Kunftwolle oder Mischungen von Spinn­stoffen, in denen Wolle oder Kunstwolle enthalten ist, zur Her­stellung von Garnen oder Geweben unter Mitverwendung von Papier verboten. Lediglich die bei Inkrafttreten der Bekannt­machung gebäumten Papierkelten dürfen unter Verwendung von Wolle oder Kunftwolle, soweit es nicht bisher bereits verboten war, abgearbeitet werden. Der Wortlaut dieser Bekanntmachung ist im heutiaen Kreisblatt enthalten.

Oel aus Zwetschenkernen. Die Oelgewinnunq aus Zwetschenkernen ist keineswegs neu, sondern wurde schon in längst vergangenen Zeiten geübt und auch in der unsrigen Gegend. So erzählt eine 82jährige, geistig noch recht regsame Frau zu Steinbach, daß ihre Großeltern, die auf der Dickmühle bei Steinbach wohnten, nicht nur aus den gewöhnlichen Oelfrüchten und aus Bucheckern,' sondern auch auS Zwetscheukernen Oel geschlagen hätten.

.. ** Ma st vertrage. Landwirte, die über genügend Futter verfügen, können mit deni Oberhessischen Viehhandels-Verbande günstige Mastverträge abschließen. Die Tiere bleiben Eigentum deS Perbandes; eS besteht daher kein Risiko für den Mäster, der fast den ganzen Mehrerlös aus der Mästung erhält. Die näheren Bedingungen erteilt der Oberhessische Viehhandels-Verband Siehe Anzeige.

**TieBestimmungendesneuenFuttermittel- ge setz es, daß Mischfutter in Zusammensetzung und Herstellung der Kontrolle und Genehmigung der Reichsfuttermittelstelle unter- liegen, hat, tvie das Kwiegsernährungsamt mitteilt, in den Kreisen der Futtermittelindustrie eine völlig unberechtigte Aufregung her- vorgernfen. Tie Annahme dieser Kreise, daß die Herstellung guter Mychfutter verhindert werden soll, ist nicht berechtigt, denn die Bestimmung verfolgt nur den Zweck, die Futterverbraucher gegen dre zahlreichen, zu Phantasiepreisen auf den Markt kommenden, oft wertlosen Futtermischungen zu schützen. Dem gleichen Zweck dient auch die Bonchrift, daß alle Futtermittel durch die Bezugsver- enngnng der deutschen Landwirte abzusetzen sind. GleiMeitig soll dre Vorichrift erreichen, daß alle Futtermittel den Verteilungs­stellen der' einzelnen Bundesstaaten zufließen und somit gleich­mäßig an die Verbraucher verteilt werden können. Tie Befürchtung, daß die reelle Futtermittelindustrie durch die Verordnung geschädigt werde, ist daher durchaus nicht begründet.

** Ein Nachtrag zu der Bekanntmachung betreffend Be­schlagnahme und B e st andser Hebung von Web- Wirk- und Strickwaren vom 1. 2. 1916 Nr. W. .M' 1000/11. 15. K. R. A. ist >am 10. 11. 1916 erschienen, der im wesentlichen den .Krers der von der Beschlagnahine betroffenen Gegenstände auch auf diejenigen Waren ansdehnt, die unter Mit Verwendung von Papier hergestellt sind. Der Wortlaut des kurzen Nachtrags ist im lfenffgen Kreisblatt enthalten.

** Bon den Viehseuchen. Nach dem neuesten Bericht über den Ltand der Brehjeuchen in Deutschland war die RLaul und Klauenseuche am 31. Oktober in der Provinz Hessen-Naffau völlig erloschen. Im Großh. Hessen beslchränktc sie sich auf ein Ge­höft rn Rheinhessen. Die Schweinescrvche herrschte dagegen im Re­gierungsbezirk Kassel in 56 Gehöften, welche sich auf 33 Gemeinden in 9 Kreisen verteilen, und im Regierungsbezirk Wiesbadcu in 36 Gehöften, welche sich auf 20 Geineinden in 9 Kreisen verteilen Im Großherzogtum, Hessen ist sie in der Pvovinz Oberhcssen ganz erloschen, während sie in Starkenburg in einer Gemeinde in fünf Gehöften und in Rheinhessen in zwei Gemeinden in je enieni Gehöfte festgestellt wurde.

, ** Flachs, Hanfstroh, Bastfasern. Am 10. Noveni

ber 1916 ist eine Bekanntmachung betreffend Beschlagnahme, Ber Wendung und Veräußerung von Flachs- und Hanffttoh, Bastfasern (Jute, Flachs, Ramie, europäischer und außereuropäischer Hauff und von Erzeugnissen aus Bastfasern erschienen, die an Stelle der beiden bisherigen Bekanntmachungen W. HI. 3500/7. 16 K. R. A. betreffend Beschlagnahme von Bastfasern und Erzeugnissen ans Bastfasern und W. III. 300/6. 16. K. R. A. betreffend Beschlag­nahme und Bestandserhlchung von Flachs- und Hanfstroh getreten ist. Tie neue BekanntmackMug ist hauptsächlich eine einheitliche Zusammenfassung der bisher in den beiden vorgeuannten Bekannt­machungen ausgestellten Bestiminungen, soweit sie noch von Be­deutung sind. An neueii Bestimmungen sind im besonderen wescnt- liä, die Herabsetzung der für die Veräußerung und Lieferung von Abfallen im freien Verkehr erlaubten Mengen von 10 000 Kilo­gramm auf 6000 Kilogramm, sowie die Vorschrift, daß die Ber

äußerung und Lieferung derartige. Aofälle nicht mehr an Ver­arbeiter von ihnen zulässig ist. Ter Wortlaut der Bekanntmachung die noch einige weitere Abweichungen von den bisherigen Bestim­mungen enthält, ist im heutigen Kreisblatt enthalten.

D i e S a m m e l st e l l e der N a s s a u i s ch e n Spar­kasse in Rodheim wurde, nachdem Lerr Dudenhöfer sein Amt als Verwalter sreiwillig niedergelegt hat, nach Bieber ver­legt. Mit der Verwaltung der Sainmelstelle Bieber ist Herr Hauptlehrer Fr. Loll daselbst betraut. Die Geschästssührung erfolgt in der bisherigen Weise. Siehe Anzeige.

Landkreis Gießen.

" Alten-Buseck, 10. Nov. Zur 5. Kriegsanleihe zeichneter die Schulkinder zu Alten-Buseck 1220 Mk., die Schulkinder zu Lohr 828 Mk.

B. Großen-Buseck, 10. Nov. Musketier Philipp Spuck von hier, seit dem 3. Juli dieses Jahres vermißt, hat jetzt aus rrlssischer Gefangenschaft geschrieben. Er dient bei dem 129. Ins.- Regiment. Das Eiserne Kreuz erhielten Musketier Bellofs, Wehrmann Theiß und Sanitäter Isaak Rose«>- berg, welcher z. Zt. verwundet in Nürnberg im Lazarett lieqi. Sämtliche Ausgezeichnete stehen seit Kriegsbeginn im Felde.

** Leihgestern, 10. Nov. Dem Garde-Grenadier Wikh Arnold im Garde-Grenadier-Regiment 262 wurde wegen tapferer Verhaltens vor dem Feinde die Hessische Tapferkeitsmedaille ver­liehen. Arnold befindet sich seit fast zivei Jahren im Felde.

- S t e i n h e i rn bei Hungen, 10. 9tov. Für seine rege Be­tätigung auf dem Gebiete der Kricgssürsorge wurde unser Lehrer B e p p l e r mit dem Kriegsehrenzeichen ausgezeichnet. Ebenso ivurde Bürgerineister Niklas das Kriegsehren­zeichen verliehen.

Kreis Büdingen.

Büdingen, 10. otov. In einem Feldlazarett starb m einer schweren Verwundung der Unteroffizier Kreiling.

F. C. Büdingen, 10. Nov. Ter Metzgerverband gibt be­kannt, daß infolge der neue»! Jettregelnng für die Folge das F e t i nicht mehr von dem Metzgerverband, sondern durch den Kom­in u n a t v e r b a n d verteilt wird.

G l a u b e r g , 10. Nov. Das Kriegs-Ehrenzeichen erhielten der Großh. Bürgermeister Koch und Pfarrer Jäger.

* W a l l e r n h a n s e n, 10. Nov. Mit dem Eisernen Kreuze wurde ausgezeichnet der Landwehrmann Theodor Bach im Jns.-Regt. Nr. 385. Das Eiserne Kreuz ilnd die Hessische Tapferkeitsmedaille erhielt Musketier Adoli Wester­weller, Jus.-Regt Nr. 222.

Kreis Alsfeld.

Up. V o n d e r O h m , 9. Nov. Das bisherige Novembettvetter istf d»em Lesen der Bucheckern günstig. Wer die Körbe voll Eckern überschaut, welche die fleißigeu Hände der Schüler geleim, der kam: auch ermessen, welche Bedeutung das Snmmeln der Buch­eckern für die Oelversorgung hat. Trotz allem Fleiß ist es wohl nichi möglich, den Segen der Wälder alle zu fassen. Der Blattabwll er schwHevt idas Auslesen der Früchte, weil das Laub beim Lesen weg- gescharrt werden muß. Doch auch so bringt das Auflesen guten Erfolg.

Kreis Schotten.

Eichelsachsen, 10. Nov. An einer schweren Gas­vergiftung starb in einem Feldlazarett der Landsturmmann Wilh. Hippel im Res.-Jnff-Rgt. 22l.

Ober-See inen, 10. Nov. Infolge des Todes des Bürgermeisters P e p p e l wird die hiesige Bürgermeisterei von dem Gemeinderatsmitglied Philipp Sittel geführt.

Hessen-Nassau.

F. C. Marburg, 9. Nov. Dem Landrat des hiesigen Kreises wurde nachgefagt, er besorge sich jede Woche seine neun Pfnnd Butter. Tie amtlichen Nachforschungen haben ergeben, daß an diesem Gerücht kein wahres Wort ist. Der Urheber und Verbreiter des Gerüchtes hat alles zurückgenominen.

Frankfurt a. M., 9. Nov. Aus den Räumen einer Brotkommission wurden in der letzteil Nacht 40000 Brot­karten g e st o h l e n.

Frankfurt a. M., 10. Nov. Die städtische BroLkommisfioi hat eine Herabsetzung des Brotpreises von 69 aiü 57 Psennig für das Dreipsundbrot beschlossen, nicht, wie es irr- tümlich bloß, für das Vierpfundbrot.

Kassel, 9. Nov. Die gerichtliche Untersuchung deS im Walde bei Kehrenbach tot aufgelundenen Tagelöhners Wilhelm

0 e st e ergab, daß dieser duvck) zwei Schüsse mit Hasenschrot ge­tötet ivorden ist. Auf die Ermittlung des Täters hat die Staats- anwaltschaft eine Belohnung von 500 Mk. auSgeseht.

ke. Kassel, 9. Nov. Die Stadtverwaltung erhöhte der Milchpreis um 4 Pfennig und setzte als Entschädigung den Be^ wohnern den Brotpreis um 4 Pfennig für ein Roggenbrot (1900 Grainm) herab; ebenso den Preis für Weizenmehl um

1 Pfennig für das Kilo und der des Roggenmehls um 2 Pfennig.

g. Eschwege a. d. Werra, 9. Nov. Der Eisenbahnschafftier Gotting von hier geriet gestern auf dem Bahnhof Seesen bei dem Ankuppeln der Maschine zwischen die Puffer und wurde getötet.

g. Corbach , 9. Nov. Auf dem benachbarten Kupferbergwerk I ni m i g h a u s e n st ü r z t e gestern der Bergarbeiter Wilh. L a in m aus Dorfitter von einem G e r ü st ab und erlitt schwere äußere mrd innere Verletzungen. Er verschied auf dem Transport nach dem hiesigen Landkrankenhause.

F. C. Langen sch walbach, 9. Nov. Ter Vaterländische Frauenverein gibt bekannt, daß vom 13. d. Mts. ab schulpsiichtige Kinder und Kinder der Kleinkinderschule in seiner Suvpenküche im Doniänen-Rentamt ein Mittagessen erhalten können. Ter Preis beträgt für den ganzen Tag 20 Pfg. für das erste Kind. 15 Pfg. für das zweite, 10 Pfg. für jedes weitere Kind. DaS Essen ivird nur wochenweise abgegeben. _._

Märkte

fc. Wiesbaden, 9. Nov. Heu- und Strohmarkt.f Man notierte: Heil 7,50 bis 0,00 Mark, Stroh (Richtstroh^

5.00-0.00 m, Kornlangstroh 0.00 Mk. Alles für 50 Kilo. _

Letzte Nachrichten.

Die Konferenz in Boulogne.

i. Köln, 10. Nov. DieKöln. Ztg." ineldet aus Zürich: lieber die Ministerkonferenz in Boulogne erfährt die Schweizer Zeitungs-Agentur von zuverlässiger Äete, daß man zu folgenden Schlüssen gekommen. Die allgemeine finanzielle Lage sei im Augenblick nicht befriedigend. Der amerikanische Kredit ist ziemlich verbraucht. Was noch in Amerika deponiert ist, dient als Reserve für laufende Be­stellungen. Der in London vorhandene russische Goldvorrat von 37o Millionen Rubel sott zwischen dem 14. und 17. Nov. nach Amerika überbracht werden. Der von Italien in ?lme- rika aufgenommene Kredit ist verbraucht und die von italie­nischer Seite 1916 empfangenen amerikanischen Waren sind aus englische Rechnung bezogen worden. Im Hinblick auf seine finanzielle Lage erbittet Italien von England und Frankreich einen neuen Vorschuß von 200 Millionen Lire, den England bezahlen wird. Rumänien ist bisher dem Londoner Svttderfriedensabkommen noch nicht beigetreten. Um der Möglichkeit entgegenzutreten, daß die rumänische Rogiernng einen'Sonderfrieden würde schließen können, sind die' russische Regierung nnd die diplomatischen Vertreter hierauf ansinerksam geniacht worden.

Die Präsidentenwahl.

London, 10. Nov. (WTB. Nich.tamtlich.) Das Reiilerlmrean meldet aus Nein Port: Dei' republikanische Nationalausschuß gibt bckaimt, daß in den Staaten, in denen die Zahl der für die beide» Kandidaten abgegebenen Sttmmen annähernd gleich ist, dainnter Californien, Nord-Takvta, Minnesota, New Mexiko, New Hamp­shire, wahrscheinlich eine 9rackHühlung vorgenommen ivird.

Wilson gewählt?

London, 10. Nov. (WTB. Nichtamtlich) Das Reutrsiche Bureau meldet mis Neiv Vork: Wilsdn ist geioählt.