Nr. 25H ZMettes Blatt Jahrgang
Erscheint täglich mit Ausnahme deZ Sonntags.
Beilagen: „Gietzener Zamittendlätter" und „Nrelzblatt für den Nreis Gießen".
Postscheckkonto: Frankfurt am Main Nr. U686. Vankverkehr: Gewerbebank Gießen.
für Gberheßen
§amrtag, 28. Moder lW
ZwillingSrunddruck und Vertag:
A r ü tzl-lche ttnrversuälS-Buch-u.Stnndruckereu R. Lange, Gießen.
Zchriflleitnng. Geschäftrstelle und Druckerei:
Schulst:ni;e 7. >» eschäs ^>:elle m Bermg: <^ss-b1, Schriftleuung: dE 112.
Anschriftfnr Tr ht wchrlchten:AnzeigerGießen.
Line Mahnung aus Len Schützengräben.
Einer unserer Leser stellt uns den Brief eines jungen Reserveoffiziers zur Verfügung, der jetzt nahezu 27 Monate die Schrecken und Entbehrungen des Krieges durchgemacht hat und in seinem Schreiben zeigt, daß unsere Kampfer draußen manche Erscheinungen und Äußerungen von Flaumachern in der Heimat mit recht gemischten Gefühlen aufnehmen. In dem Briefe heißt es:
Was man in diesem Kriege alles lernt, das ist großartig. Ich «glaube, an das friedcnsmäßige Arbeiten kann ich mich später gar nicht mehr gewöhnen. Auch wird es wohl noch sehr lange dauern, bis man daran wieder einmal denken kann. Jede Partei ist gegenwärtig fest entschlossen, bis zum letzten Man:: zu kämpfen. Europa reibt sich gegenseitig auf und andere Völker des Ostens oder Amerika werden später den eigentlichen Nutzen haben, ohne daß sie sich jetzt überhaupt beteiligen. Aber einerlei, nur dürfen nicht eher ruhen, als bis unser Hauptgegner, England, entscheidend geschlagen ist und von der Liste der Großmächte verschwindet, Nur dann sind ünsere Opfer bezahlt. Die paar Neutralen. Europas müssen sich ja über kurz oder lang zu einer Partei bekennen ltnb aktiv beteiligen. Mit der Ansicht versckstedener Parteien des Reichstages betr. Rückgabe von Belgien, Serbien usw. ist keiner e i n v erst an d e n, am wenigsten diejenigen, w el che dort gekämpft ihaben. Deutschland muß größer ans diesem Kriege her- vorgepen als cs war, das ist unser aller Ansicht. Wie Urlauber erzählen, ist die Stimmung in der Heimat ja gerade nicht erbaulich. Aber die Leute sollten doch zufriedener sein. Die meisten können sich die Schrecken des Krieges ja auch tarn Vörstetten. Wie wäre es, wenn der Feind im Lande wäre und Haus und Hof zusammen geschossen würde. Wegen des leiblichen Wohls einen verfrühten Frieden zu schließen, wäre Sünde und würde sich später schwer an uns rächen. WarumistmanimSchützengrabenzufriedenerals in der Heimat?
Sisiüiß. ,
Uns wird geschrieben:
Nachdem unsere siegreichen Truppen sich Predeal erkämpft haben, dürsten sie, wenn auch unter weiterem erbitterten Widerstande des Gegners, bald Sinaia erreicht haben, jene feenhafte Sommerresidenz des verstorbenen Königs Carol von Rumänien, von welcher so oft schon die Rede ge- Ivesen ist. In der Tat, wie ein Traum aus dem Märchenlande mutet es hier dem Fremden an. Bald murmelnd da- hinfließende, bald trotzig, auf schäum ende Wild büche, Berg Und Tal bestanden mit mächtigen Dannen- und Buchenwäldern, in denen schön angelegte und sorgsam gepflegte Wege sich stundenlang dahinziehen, das alles eingerahmt von grotesk geformten Bergriesen, die, in ihren Höhen mit Edelweiß bewachsen, bis hinauf in die Wolken ragen und deren Gipfel mit ewigem Schnee bedeckt sind — wahrlich, ein Bild, das sich jedem unverlöschlich in das Gedächtnis prägt, dem es vergönnt ist, diese Herrlichkeit zu schauen. Auf einen: dem wilden Gebirge vorlagernden, von der Prahova umspülten Hügel erbaute 1695 der Spatar Michai Cantacuzinu ein Kloster, das derselbe nach dem ckbn ihm kurz vorher besuchten biblischen, seit Jahrhunderten ebenfalls mit einem Kloster bebauten Berge Sinai in Arabien benannte. Nahezu zwei Jahrhunderte lebten hier die frommen Mönche in ihrer Waldeinsamkeit, selten aufgesucht von müden Wanderern, welche den Weg über den Predealpaß genommen hatten oder nehmen wollten, bis König Carol auf seinen Reisen durch das ihm anvertraute Land ihr Kloster betrat. Seit diesem Zeitpunkte ist Sinaia seiner Weltabgeschlossenheit entrückt. Ueberwältigt von der Schönheit der landschaftlichen Szenerie und entzückt von der milden reinen Gebirgsluft, beschloß Carol, die Sommermonate im Kloster zu verbringen, und durch viele Jahre war er ein ständiger Gast der Mönche. -Gern begnügte er sich mit seiner Gemahlin mit den wenigen und kleinen Zimmern, die die Mönche ihm zur Verfügung stellen konnten, Räume, die so beschränkt waren, daß die Ndahlzeiten in der Säulenhalle eingenommen werden mußten, welche den Klosterzellen entlang dem Hofe zu gerichtet steht. Aber schließlich mußte man doch daran denken, ein eigenes, den fürstlichen Ansprüchen und Repräsentationspflichten entsprechendes Heim zu errichten, und so entstand in dem Fürsten der Plan, hier einen Sommersitz zu erbauen. Aber erst nach langen Verhandlungen wegen eines Baugruw- des, die dadurch bedingt waren, daß das von Carol gv- wählte Areal zu dem unveräußerlichen Besitz des Klosters gehörte, war es möglich, 1874 mit dem Bau zu beginnen. Fürst Carol selbst zeichnete die Skizzen, die dann der Wiener Baumeister Doderer, der mit der Bauausführung betraut wurde, in genauere Pläne ausarbeitete. Das ursprünglich umfassendere Projekt mußte freilich im Laufe der Zeit nicht unwesentlich eingeschränkt werden, indessen ist doch ein Schloß entstanden, das seinesgleichen sucht. Manches ist ja später von den früheren Plänen auch nachgeholt worden. „Pelesch" hat König Carol d-as 1894 vollendete Schloß genannt, nach dem Buche, der unweit desselben entsprängt. Es ist ein im altdeutschen Stil errichteter, in seinen Motiven dem Charakter des ihn umgebenden Hochwaldes angepaßter Bau, der mit seinen Erkern und Galerien, fernen Butzenscheiben und Türmen uns gar lieblich anmutet. Im Innern ist das Schloß reich mit Holzschnitzereien versehen und in allen Teilen auf das Prächtigste und zugleich Traulichste eingerichtet. Zahllos sind die Gegenstände, die in dem Schlosse Aufstellung gefunden: Geschenke gekrönter Häupter und Liebesgaben des rumänischen Volkes, kunstvolle Schnitzereien von der Hand des Königs Carol und Gemälde von der Staffelei seiner Gemahlin, der unvergessenen Carmen Sylva. Vor dem Schlosse sind auf weitem Plane Tcppichbeete angelegt, und der dicht an das Schloß anstoßende Wald ist parkähnlich umgestaltet. Tief im Waldesinnern auf hoher Bergeslehne, von wo man einen herrlichen Ausblick hat, erblickt man im Geäst starkstämmiger Tannen einen wunderlichen Bau: „Das Nest der Kronprinzessin", wie er nach der jetzigen Königin Marie, der einstigen Kronprinzessin, genannt wurde. Auf zum Teil ihrer Krone beraubten Bäumen ist ein Miniaturhäuschen im Schweizer Stil errichtet, welches außer einer <rn einem Teil der Außenseite sich hinziehenden schmalen Veranda eine kleine Küche, ein hübsch getäfeltes kleines Vorzimmer, sowie einen kleinen Salon enthält. Der Zugang zu diesem luftigen Bau geschieht von einen: kleinen Turme aus, vor: dem eine Zugbrücke zu dem Häuschen hinüberführt. Einige hundert Schritte rechts vom Schlosse Pelesch befindet sich ein
Wachtlokal und in dessen Nachbarschaft das Schloß Pelischor, das dem früheren Kronprinzen, jetzigen Königspaare, bei Lebzeiten des Königs Carol zum Aufenthalte diente. Die Wahl Sinaias zum Sommerausenthalt des Königs lenkte auch die Aufmerksamkeit der Bukarester Gesellschaft aus dasselbe, und es entstand binnen wenigen Jahren rings um das Kloster eine Kolonie hübscher Villen, die insbesondere seit der Eröffnung der Eisenbahnlinie Ploesti—Predeal, durch welche auch Sanaia von dem Schienenstrang berührt wird, bald so zahlreich wurden, daß sich jetzt Sanaia als eine hübsche, moderne «.Stadt repräsentiert, jgeschmückt mit schönen Straßen, Boulevards, komfortablen Hotels, einein mit allen: Raffinement ausgestatteten Kasino, in dem auch Spielsäle nicht fehlen, einem Kurpark und allen sonstigen Errungenschaften der Jetztzeit. So hat sich Sinaia zu einem von nah und fern zahlreich besuchten Luxusbade allerersten Ranges entwickelt. Zahlreich sind die Wege und fahrbaren Straßen, die von hier aus zu den benachbarten, ebenfalls als Sommerfrischen in Aufnahme gekommenen Ortei: Büsten:, Vojana- Trapuli, Azuga und Predeal und nach anderen Punkten der Landesgrenze führen, und wir gehen wohl nicht fehl in der Annahme, daß dieselben jetzt sehr fleißig benutzt werden, um die Verteidigung dieses Gebietes gegen die über den Pre- deal-Paß vordringenden Deutschen, Oesterreicher und Ungarn so hartnäckig wie möglich zu gestalten. '
Meßbriefe von der rumänischen §ront.
Telegramm unseres zum südöstlichen Kriegsschauplatz entsandten Sorrderbe r i chterstatttrs.
(Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.)
1 Zum Fall Predeals.
Deutsches Kriegspresse quartier Südost, den 25. Oktober.
Der deutsche Angriff auf die rumänischen Grenzübergänge hat am Tage, an dem die Freudenbotschaft vom Fall Constantzas hier eintraf, einen weiteren wichtigen Punkt an der Haupt Paßstraße in unsere Hände gebracht. Predeal, die Grenzstation an der Strecke Kronstadt-Bukarest, ist durch umfassenden Sturrnangrist deutscher und ungarischer Truppen nach bis zuletzt fortgesetztem zähen: Widerstand vorgestern gefallen. In der Gegend deZ Bahnhofs fanden heftige Strahenkämpfe statt: Haus um Haus mußte im Sturm genommen werden. Dem Sturm ging unsererseits sorgfältige artilleristische Vorbereitung voran, bei der auch schwere Kaliber mitwirkten; die artilleristische Gegenwehr des Feindes war nur schwach. Umso energischer hat seine Infanterie gekämpft und die ihr anver- trauten Stellungen gehalten, bis sie im Bajonett- und Handgranatenkampf daraus entfernt wurde. Tie Verluste des Feindes an Vermuteten und Toten sind demgemäß abermals beträchtlich.
Adolf Zimmermann, Kriegsberichterstatter.
*
Predeal nach der Beschießung.
Deutsches Kriegspressequartier Südost, den 26. Oktober.
Seit dem Falle Kronstadts fiitb die Vertreter der neutralen und der deutschen Presse mehr als 2 Wochen lang Zeugen des Kampfes um die Höhe des Hauptüberganges über die Südkarpathen bei Predeal gewesen. Gestern erhielten unsere auswärtigen Kollegen, heute wir Vertreter der deutschen Presse Gelegenheit, uns an Ort und Stelle zu überzeugen, wie der in enger Waffengemeinsckxlst unternommene deutsche-ungarische Angriff gewirkt hatte. Eine regelrechte Belagerung, bei der die Artillerie das entscheidende Wort zu sprechen, die Infanterie im Sturmangriff den Wall des Gebirges hinauf die durch Mörser und Haubitzen vorbereitete Entscheidung, Stellung um Stellung und Kuppe um Kuppe, zu vollziehen hatte, ist der Verdrängung des Gegners und seiner schweren Niederlage vorangegangen. Bei Ober-Tömös, wo die letzte Steigung beginnt, liegt die Paßsohle 916 Meter hoch; Predeal selbst, die Wasserscheide, erreicht etwa anderthalb Kilometer weiter 1040 Meter Höhe. Uralte, starke, bemooste Kiefern und silbern, schimmernde Edeltannen umrahmen den Waldweg, als der die Paßstraße sich hier in kurzen, engen Windungen zur Höhe schlängelt. Wunderbare Durchblicke öffnen sich von Zeit zu Zeit rückwärts auf das nach Kronstadt langsam abfallende, von den Hochgebirgs- blöcken des Schüler und Hohenstein, also Bergan ettva vom Rang der Schneekoppe, umrahmte Tömästal. Auf dieser Knrven- straße walzen sich jetzt gewalttge Mörser, endlose Arttllerie und noch endlosere Kolonnen in wohlgeordneten: Zuge aufwärts gen Süden. Predeal selbst muß man sich :mch Anlage und Architektur wie einen Mitterldeutschen oder Schweizer Gebirgskurort mittlerer Größe Vorstetten. Ueber die es unmittelbar umgebenden Vorberge hinweg ragt in ihr«: höchsten Spitzen die großartige Alpenkette von Sinaia. Hierhin und auf die Landschaft ringsum hatten sich seit 14 Tagen die Mündungen der deutschen und der ungarischen Geschütze gerichtet. Das Ergebnis läßt sich am besten schildern, wenn man starke Ausdrücke, die ja ohnedies in ihrer ewige:: Wiederholung angesichts des Grauens dieses Krieges ihre Wirkung verloren haben, möglichst vermeidet. Predeal, in dem natürlich von seinen sonstigen Bewohnern kein Hund und keine Katze, geschweige denn irgend ein Mensch zurückgeblieben ist, ist wüst ut mehr wie wüst zusammengeschossen. Wenn man von einen: schmalen, vom Glück begünstigten Streifen von Landhäusern längs der Höhen jenseits der Bahn, also cm der Angriffs feite, und »venn man von wenigen merkwürdigen Ausnahmen absieht, ist kein Haus mehr da, das, wofern nicht überhaupt nur ein wüstes Durcheinander von ihm übriggeblieben, nicht tötlich getroffen und aufgerissen wäre von oben bis unten. Dazwischen ist das Erdreich von Trichtern aller Kaliber zerivühlt; alle Zäune sind auseinandergeschleudert. IN wilder Unordnung und in allen Stufen der Zertrümmerung sind Hausgerät, Möbelstücke, Soldatensachen, Waffen, Kleidungsstücke, Spierei: und Balken, wo man geht und steht, verstreut, kurz, es sieht so aus, daß ich auf den Versuch einer wirklichen Schilderung lieber verzichte. In dem lehini- gen, von Grund auf durchwühlten Erdreich, in das sich auch wohl- gepflegte Promenadenwege unO Hänge verwandelt haben, und inmitten der Trümmer sieht man überall die bläulich-grauen Mäntel, die wächsernen Gesichter und Hände und die roten Aufschläge gefallener Rumänen. Wo die Blutlachen besonders grell leuchten, haben Ungarn mit dem Spaten, ihrer Lieblingswaffe, den Wälachen im Nahkampf gegenüber, gearbeitet. Man kam: sagen, daß man die Gesechtsabschnirte, auf denen deutsche Infanterie und ungarische siegreich vorgegangen ist, an der Art der Verwundungen der gefallenen Gegner unterscheiden kann. Auch die Opfer unserer Waffen sind tot, aber sic sind üxmiger furchtbar zu bericht et. Glücklicherweise hat der Sturm auf Predeal uns Tank ausgezeichneter artilleristischer Vorbereitung. keine allzu großen blutigen Opfer gekostet. . Ter Verlust des Feindes ist augenscheinlich sehr beträchtlich. Artilleristtsch ist das ^Nordende von Predeal infolge düsterer Bauweise, dann infolge der Nachbarschaft des sogenannten Erdwerks am Eingänge des Orts noch toller mitgenonttnen, als das Bahnhofsviertel mrd das Südende. Aus dem Erdwerk und seiner Umgebung ist der Feind, den: an der Behauptung von Predeal sehr viel gelegen Haben muß, buchstäblich aus geschossen worden; der Befund scheiitt darzutnn, daß hier den Sturinliniei:
nennenswerter Widerstand überhaupt nicht mehr geleistet worden ist, als sie auf den Höhen gegenüber sichtbar wurden. Im benachbarten Villenviertel wurden die alten Grenzpfähle zwischen Ungar:: mid Rumänien heute, ohne Unterschied der Nationalität, ein Chaos nach dem andern. In: Bahnhofsviectel und im Süden des Orts ist beim Sturm Widerstand geleistet worden. Wagt man den Eintritt in die dortigen Villen und Logierhäuser, f:iü>et man bald an der Schwelle, bald iit den Zimmern, bald im Hof, bald unter dme Dach Tote, fast ausschließlich Rumänen. Die Einrichtung ist dabei verwüstet, alle Schubladen sind aufgerissen, ihr Inhalt ist zerstreut. Tie stummen, wächsernen Menschen, die d'a liegen, haben das getan, ehe ihre Sieger eindrangen: und es war im eigenen Lande! Eine Besonderheit im Anblick des verwüsteten Predeal ist, daß Brände an dem Zer stör ungstverk nur wenig beteiligt waren; umso rcichlick^r lassen sich neben reinen Zerschmctte- rungswirkungen die des Luftdrucks platzender Geschosse verfolgen, ebenso die Sprengstückwirkungcn schwerer Granaten. Ich.sah große Trichter, die erst in: Abstande von etwa 200 Meters da aber ringsum von Baulichkeiten umgeben waren. Das platzende Geschoß hat sich hier rings iin Kreise in Gestalt gewaltiger Breschen dem Mauerwerk e in gezeichnet. Aus dem im Laufe bH Kampfs zur Ruine werdenden langgestreckten Bahnhofsgebäude heraus hielten: zwei Maschinengewehre. die von einer wackeren Mannschaft bedient waren, die dort vorgehenden Hvnveds lange auf. Deutsche Artillerie funkte sie zusaminen. Als die Honveds in den Bahnhof ein dran gen, fanden sie nickst #vti, sondern drei Maschin engetvehre vor, von denen eines indessen überhaupt noch nicht gefeuert hatte. Tie Mannschaft zechte in einem von ihr unter dein Bahnhof entdeckten Weinkeller. Als die Hvnveds erschienen, schoß einer der betrunkenen Rumänen einen von ihnen nieder. Ich verzichte auf Ausmalung dessen, was svl-be. Es bedarf für den Augenzeugen an Ort und Stelle wenigstens keiner Erläuterung. Bei meinen: heutigen Besuch Predeals war eine ^anze Anzahl deutscher und ungarischer Batterien in der Grenzstaot und rings um sie bereits wieder-in Stellung. Wo der. Feind noch sichtbar war, wurde er beschossen. Auch deutsche schwere Artillerie harrte des Befehls zur Ausnahme des Feuers. Deutsche Infanterie derselben Regimenter, die in den wenigen Wochen von Petroseny bis Predeal immer neuen Lorbeer an ihre Fahnen geheftet, klärte auf und sicherte.
Adolf Zimmermann, Kriegsberichterstatter.
MeeiektKßcral.
□ Laubach, 26. Okt. Wegen Milchpantsch erei stand die Ländwirtsfrau Meerboth von Wetterfeld heute vor dem hiesigen Schöffengericht als Angeklagte. Sie war wegen des gleichm Vergehens schon vorbestraft und wurde heute zu 8 Tage:: Gefängnis und 200 Mk. Geldstrafe verurteilt. Außerdem wird ihr Vergehen öffentlich bekannt gemacht iverden.
][ Marburg, 27. Okt. Bier junge Burschen aus Nieder- zrenzebach im Kreise Z:ege«hain hatten sich heute vor der hiesigen Strafkammer wegen Störung des Gottesdienstes und wegen Uebertretung der Bestimmungen des Generalkommandos hinsichtlich des Rauchverbotes für Jugendliche zu verantworten. Den Angeklagten, die sämtlich noch keine 18 Jahre alt waren, wurde zur Last gelegt, am 27. Januar ds. Js. in der Kirche zu Niedergrenzebach während des Gottesdienstes Zigaretten geraucht zu haben. Drei der jugendlichen Uebeltäter wurden zu je zwei Wochen und einer zu einer Woche Gefängnis verurteilt.
RtrehUche Nachrichten.
Lvangelijche Gemeinde.
Sonntag, den 2 9. Oktober, : 9. nach Trinitatis. Gottesdienst. In der Stadtlirche. Dorm. 9'/, Uhr: Pfarrer Schwabe. Dorm. 11 Uhr: Kinderkircke für die Markusgemeinde. Pfarrer Schwabe. Abends 6 Uhr: Pfarrer Mahr. Abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten männlichen Jugend der Markusgemeinde, stehe Wartburg-Verein. — Montag, den 30. Oktober, abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten weiblichen Jugend der Matthäusgeineinde. - Dienstag, den 31. Oktober, nachmittags 4 Uhr, im Matthäussaal: FrauemnissionSvereür»— Am nächsten Sonntag findet im AdendgotteSdienst Beichte und heil. Abendmahl für Matthäus- und MarknSgemeinde statt. Anmeldungen werden vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. — )n der Iohanneskirchr. Vorm. 9X Uhr: Pfarrer Ausfeld. Vorm. II Uhr: Kinderkirche für die 'Johannesgemeinde. Pfarre:
A u s f e l d. Abends 6 Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer. Abends V(, Uhr: Vereinigung der konfirmierten weiblichen Jugend der Lukasgeineinde iin Lukassaal, desgleichen der konfirmierten männlichen Jugend der Johannesgemeinde im Johannessaal. — Dlitt- woch, den 1« November, abends 8 Uhr: Kriegsbetstunde. Pfarrer A u s f e l d. — Freitag, den 3. November, abends 5*/, Uhr: Vereinigung der konfirmierten weiblichen Jugend der Johannes- gemeinde im JohanneSsaal. — An: kommenden Sonntag, den b. November, findet im Abendgottesdienst Beichte und heil. Abendmahl für die LukaS- und Johannesgemeinde statt. Anmeldungen werden vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. — Am Reformationsfest, den 5. November, wird in beiden Kirchen eine Kollekte für evangelische Gemeinden mit überwiegend katholischer Bevölkerung erhoben, von diesem Tage an beginnen die Abend- gotteSdienste um 5 Uhr.
Kirchberg: Sonntag, den 39. Oktober, vorm. 10 Uhr. Ernte- Dankfest. Heil. Abendmahl für Daubringen und Ruttershausen. — Kollekte.^ Pfarrer B e ch t o l S h e i m e r - Gießen.
Uathokische Gemeinde.
GotteSdienst. San:Stag, den 2 8. Oktober: Nachm. 5 Uhr und abdS. 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beichte, bonntag, d e n 29. Okt., 2 0. Sonntag nach Pfingsten.
Vorm. 6V, Uhr: Gelegenheit zur heiligen Beichte; 7 Uhr: Hl. Mefie. 8 Uhr: Austeilung der hl. Kommunion. 9 Uhr: Hochamt mit Predigt. 11 Uhr: Hl. Messe mit Predigt. Nachn:. 6 Uhr: Christenlehre; darauf Rofenkrauzandacht. — Montag und Dienstag, vormittags 6)* Uhr ist Rosenkranz. - Dienstag abends 8 Uhr ist Kriegsbittandacht.
Diaspora-Gottesdienst am 29. Okt.: In Hisrrgeu 9* Uhr. In Lich 8 Uhr.
Zpietplan der Sietzrver 5tadttheatea.
Direktion: Hermann Steingvetter.
Sonntag, den 29. Oktober, nachmittags 3'/, Uhr, bei kleinen Preisen: ^Familie Schiinek.^ Ende gegen E>7, Uhr. Abends 7K Uhr, bei gewöhnlichen Preisen (ermäßigt): .Unter der
blühenden Linde/ Ende 10'/, Uhr. Dienstag, den 31. Oktober, abends 8 Uhr (acrßer Abonnnement), bei gewöhnlichen Pressen, (ermäßigt): Gastspiel von Kurt Westermann vom Hoftheater in Darinstadt: .Der Weibsteufel/ Drama in b Akten von Karl Schönherr. Ende 10 % Uhr. Freitag, den 3. November, abends 8 Uhr, bei gewöhnlichen Preisen (ermäßigt), 8. Freitag-Abonne- lnents-Vorstestung: .Das Alter/ Ende nach 10 Uhr. Sonntag, den 5. November, nachmittags 37, Uhr, bei Volkspressen: BolkS- und Schüler - Vorstellung: .Nathan der Weife/ Ende gegen 6'/, Uhr. Abends 77, Uhr, bei kleinen Preisen: .Wo die Schwalben nisten." Ende 10H Uhr.


