Ausgabe 
18.10.1916 Zweites Blatt
Seite
1
 
Einzelbild herunterladen

vr. 245 3»ett«s Blatt

Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntag-.

Beilagen:«tefcner ZamilienblStter" und Xreirklittt für den «reis Stehen".

Postscheckkonto: Zranffurt am Matn Nr. U686. vankserkehr: Gewerbedank Stehen.

l66. Jahrgang

euer Anzeiger

General-Anzeiger für Gberheffen

Mittwoch. J8. Gttober M6

Zwillingsrunddruck und Verlag:

Br ü hl'sche UnwersitätS-Buch-u.Steindruckerei.

R. Lange, Gießen.

Schriftleitung, Geschäftsstelle und Druckerei:

Schulstraße?. Geschäftsstelle u.Verla <y. e^Ä&i.

Schriftleitung: 112 .

Anschrift für Drahtnachrichten: AnzeigerGießen.

Gedanken eines 222 ers.

Tn Offizier der 222er schreibt uns:

Am 12. Okt. waren es zwei Jahre, als wir 222er das gastliche Bischweiler verließen, um einer ungewissen und schweren Zukunft entgegenzugehen. Ein wundervoller Herbsttag. Sonnenschein von außen und Sonnenschein von innen. Erhebende Nachrichten waren von der Front ein gelaufen, und das Gefühl, auch bald dabei seit: . M können, dunchströntte uns alle, von unserem verehrten Obersten herab bis zum jüngsten Kriegsfreiwilligen.Kein Regiment dar ims an Tapferkeit, an Vaterlandsliebe und Aufopferung über- treffen", so hatte er vor einigen Tagen auf dem Exerzierplatz, draußen gelobt rmd wir hatten dies Gelöbnis mit einem donnernden Dtrrra.auf unseren Kaiser bekräftigt. Vlumengeschmückt und Mit Wirbelndem Gesang sammelten sich die Bataillone am Bahnhof von Bischweiler. Tic ganze Bürgerschaft, mit Ausnahme der wenigenFranzöslinge", hatte sich auf dem Bahnhofsplatz ver­sammelt, um uns beim letzten Händedruck noch mit Blumen der Liebe zu schrnücken. Ja selbst von Gießen waren noch Angehörige erschienen, um uns ein letztes Lebewohl zuzurufen.

Der Lvertzug fuhr ein. Wohin wird er uns entführen? Das war die Frage, die nns in den letzten Tagen immer ivieder bestürmt hatte. Geht's nach dem Osten oder dem Westen, komNren wir zur Front oder in die Etappe? Wenn nur das letztere nicht der Fall ist, wenn wir nur vorne dabei sein können. Tie Lokomotive zeigte nach Hagenau, also gehts nach dem Westen.

In ernster Arbeit hatten wir in den weni^m Wochen seit Kriegs beginn .unsere militärische Ausbildung vollendet. Es war keine leichte Arbeit. Aber der Wille, ein guter Soldat zu werden, war vorhanden.Dem Fleiß versagen die Götter nichts." Und Nur waren fleißig, das kann uns niemand absprechen. Für viele, die im Frieden an keine körperliche Arbeit gewöhnt ivaren, war es eine schwere Zeit. Wir konnten aber schießen, die notwendigsten Griffe machen, wir hatten die grundlegenden Begriffe des Pattouil- leu- und Borpostendienstes kennen gelernt; zrttetzt hatten wir das Gefachtsexerzieven in größeren Verbänden und mit verbundenen Waffel »geübt, die Llnlage von Schützengräben, Bau und Errichtung von Drwaks erlernt. Die eigentliM Ucbung mußte dann draußen im Feld noch kommen.

Wenn es noch der Beweise bedarf, daß wir den Krieg nicht gewvlu haben, ja daß wir garnicht genügend darauf vorbereitet waren, so kann man nach den Erfahrungen mrseres Freiwilligen- Regiments anführerr:

Wir haben unsere Bvlkskraft in der Friedenszeit auch nicht annLhernd für den Kriegsdienst ausgenutzt, und wir waren in BiMg auf unsere Ausrüstung für ein so gewaltiges Ringen nicht genüge ld vorbereitet.

Das sind Lehren, die wir in der koinmenden Friedenszeit illckedrngt beherzigen müssen. Welcher Kämpfe hat es bedurft, um unsere letzte Wehrvorlage durchzubrrngen! Wie wurden Männer me Kttm und Lchmann verunglimpft, als sie durch den Wehrverein unser Volk ans dre Lütten in unserer Rüstung hinwiesen? Und wie war es, als ctne Milliarde Mark von dem Vermögen unseres Volkes für unser Bolksheer verlangt wurde?Teutschland geht txxtan zugrunde" sagte mir darnals einer, der allerdings dank ferner eigenen Vermögenslage einen namhaften Bettag abführen HP* dagegen die fünf Kriegsanleihen be-

'S ^ ^ daran zugrunde gegangen? Das Gegen-

teri m der Fall. Terttfchlland hat Summen freiwillig aufgebracht d-re« Höhe man vor dem Kriege als sagenhaft bezeichnet hätte

Lätttn wtt rm Frieden mehr für die Sicherheit unseres Landes dattm wrr es fertiggebracht, rms von den engen kirchturm- pouttschcm Geschtshunkttn frei zu machen! Hätten wir dafür gesorgt daß jeder Waffenfähige auch ausgebildet und ausgerüstet worden wäre, jedenfalls kann man den Gedanken nimt von fich weisen, das; 5^^-? «lcich hinter unseren aktiven

Reservcmmmschasten die Millionen Wehrfähigen gestanden hÄwn, die nun erst mühsam ausgeknldet und tropfenweise ein- ^setzt werden mutzten. Wir hätten zweiselkvs Zeit und, was noch imchtiger ist, MenichmlÄhen, wertvolle Menschenleben gespart unsere Stoßkraftwäre eine ganz andere gewesen. Kritik hat hier keinen Zweck mAr, aber lernen »vollen wir aus den Tagen der Vergangenhert Man komme nicht mit den Gedanken, daß dieser Krreg das Ende aller Kriege bedeute. Unter dem Donner der Ka- rwnen wird ern neuer Zeitabschnitt der Weltgeschichte angekündigt,

aber die Menschen werden sich nur wenig ändern und die Vornmen­den Generationen werden sich über die neuen Fragen, die die neue Zeitepoche auslöst in alter Weise, d. h. mtt dein Schivert auseinandersetzen. Mehr wie je wird in Zukunft jede Tätigkeit des einzelnen gerichtet sein müssen auf den Gedanken an die Licherhett und Wohlfahrt des eigenen Vaterlandes. Schule, Be­ruf, militärische Ausbildung, Wissenschaft und Technik, sie alle werden von dem Gedanken geleitet sein müssen, wie kann ich, am' besten meutern Vaterlande dienen. Das eigene Ich muß mehr denn ;e zurücktreten. Nur so kann diefreie Bahn" für dieTüchtigen" geschaffen, werden.

Gneisenau hat in seiner Denkschrift vom Jahre 1808 einen Satz geschrieben, der ganz auf unsere heutige und die kommende Zeit paßt:Welche unendlichen Kräfte schlafen im Schoße eiüer Nation entwickelt und unbenutzt. Währendem ein Reich in seiner Lchwäche und Schmach vergeht, folgt vielleicht in seinem elendsten Dorfe ein Caesar dem Pfluge, uird ein Epaminondas nährt sich karg von dem Erttage der Arbeit seiner Hände. Warum griffen, die Höfe nicht zu dem einfachen und sicheren Mittel, dem Genie, wo es sich auch immer findet, eine Laufbahn zu öffnen, die Talente und Tugenden aufzumuntern, von welchem Stande und Range sie auch sein mögen."

Und an einer anderen Stelle sagt er:Begeistere Tn das Menschengeschlecht für seine Pflicht zuerst, dann für sein Recht."

. Beherzigen wir dies, in erster Linie ist es unsere Pflicht mit allen Fasern Minierem Vaterlande zu dienen, und dann erst wollen wir von den Rechten reden, die dem einzelnen zustehen. Das sind wtt denen schuldig, die für unser Vaterland und für jeden einzelnen von uns gefallen sind.

Fische beschlagnahurt. Tatsächlich Handelt es fidr, bei der Beschlag­nahme aber nur außer um die bisher schon der Beschlagrrahme unterworfenen, aus dem 'Auslande eingesührten Salzheringe, Salz-' ftsche, Klippfische, Fischrogen, nur die Beschlagnahme der aus deni ÄEani^ erngeführten Salzmakrelen, geräucherten und mariniertes Ä K^iuterheringe, Rollmöpse, Stockfische und Fischkonserven. Me rm Inland gefangenen Fische, bezw. die aus frischen Fischen im Inland hergestellten Fischkonierven, können nach wie vor frei gehandelt werden, so daß der Verbraucher durch die neue Verordn nung wenig oder gar nicht berührt werden wird. *

Ersatz der Aartoffeln durch Futterrüben bei der Schweinemast.

Tie Kartoffeln müssen der menschlichen Ernährung Vorbehalten bleiben. NurAuslefekartoffeln" kleine, beschädigte oder kranke sollen verfüttert werden. Bei der Schwierigkeit, den nötigen Eiweißgehalt der Futterration zu erreichen, wird die Nutzanwendung der durch die Rohmateriatienstelle des Landwirtschaftsminisleriums kürzlich weiteren Kreisen mitgeteilten Versuche des Prof. Franz Lehmann in Güttingen von größter Wichtigkeit. Lehmann hat fest­gestellt, daß 70 Prozent des Nährstoffbedarfes durch Rüben (Kohl­rüben, Wrucken, Runkelrüben, Möhren) gedeckt und dabei höchste Lebendgewichtszunahmen erzielt werden können. Nur gegen Ende der Mast läßt die Ruhenaufnahme durch die Schweine etwas nach. Folgende Regeln sind hierbei inneznhalten:

Koche oder dämpfe die Rüben und gib das nährstoffreiche Tümpfwasscr in tws Futter! Dämpfwasser von Kartoffeln ist schäd- Irch, Rüben und Kartoffeln sind also getrennt zu dämpfen Mische den Rüben pro Schwein und Tag 3/ 4 bis 1 Kilogramm Beifutter zu: Vs Fischmehl. Kadavermehl oder Trockenhefe zu 2 / 3 Schrot oder Kleie ermöglichen 500 bis 700 Gramm tägliche Zunahme Stehen nur Schrot oder Meie zur Verfügung, so werden wenigstens 45 D^ate lang Rüben mit Komfrey, Klee, Luzerne oder Wiesen Heu gefuttert (Vormast). Diese Grüufutterarten sind zu schroten zu verhacheln oder zu mahlen. Sie werden im gekochten Zustand wesentlich besser ausgenutzt und vermögen dann was noch viel zu wenrg beachtet wird einen nicht unerheblichen Teil der Eiweiß- m ) nn uwuatlich nicht mehr Zunahmen mV}? erzielen sind, beginnt man mit der

Vergabe von Schrot oder Mere. In der nun folgenden, etwa drei- werden iy 2 Kilogramm Beifutter aus Ge- trerdeschrvt und Klere dargereicht, wozu Rüben bis zur Sättigung Zbtm. Klee- und Luzerneblätter oder -bluten, durch Dreschen her ?)utterpflanzen gewonnen, sind ein vollwertiger Ersatz für Kleie.

Ueber die Beschlagnahme der zische.

x- Dundesratsverordnung vom 30. September 1916 ist

öcr FisEeinfuhr aus dem Auslande auf alle ^chen (lebenden und nicht lebenden) Zubereitungen von Fischen ausgedehnt wor- LLL ln l in l dublrkum infolge mißverständlick>er

Unruhe hervorgerufen und überstürzte An- kaufe veranlaßt, da Man allgemein der Meinung war, es seien alle

Aus dem hauptausschuff des Reichztags.

17. Okt. (MTB.) Ter s auptaus schütz des Reichstags setzte die Beratungen über die Fragen des Belage- rungszustmides und der, Schutzhaft fort. Es wurde beschlossen, ben .^MtiLtivgesetzcntwurf betteffend die Sckmtzl>aft ^Ü eriammlung einem besonderen Ausschuß zzrr Bera-

zu lassen und die weitere Erörterung N^^us der Verhandlung auszuschalten.

über den Belagerungszu-- WrtsckMttlicher Abgeordneter die Vorlegung eines Gesetzentwurfs, durch den der Belagerungszustand geregelt werde ^m weiteren Verlmif der Verhandlungen erklärte Miui stertäldirektor Dr. Lewald, daß sich die Praxis bei der Beur-

w^bab^ ÜOm Heeresdienst im allgemeinen be­

wahrt habe Vor dem Zusammentritt des Reichstages werde bnn EssfOsmiNlster Mitteilung gemacht und dieser vermrlasse die recht- zeittge ^Beurlaubung der Abgeordneten. Beschwerden über Miß- stan^ bei dem Reichsamt des Innern nicht eingelaufen. Der Uinrde angenommen und darnit die Äus- sendet. Es folgte die Be.

ÄÄÄSÄja: , M * fmt

wahrend die Nationalliberaleii in Forni eines Jnitiativgeseßes dem Reulsskanllcr die Verantwortung fttt die'Hand- habuntz der politlschen Zensur zu übertragknr. Staatssekretär ^r Helssertch Nhrte aus, er könne wohl verstehen, daß man die Zensur,rm Volke schwer empfinde, wo man bisher gewohnt sei völ­lig fre^, seine Mernung zu sagen. Die Schwierigkeiten seien'aber Lache selbst begründet. Solle der Burgfrieden gewahrt werden 'E Beschränkungen notwendig. Eine Teilung der militätt^n und öolittschen Zensur sei nicht durchführbar, das beweise auch

? n]a3 l ***& allmählicheii Abbaues der Zensur sei erfüllt. Fragen her inneren tind Wirtschaftspolitik seien sreigegeben, wenn gehässige Angriffe und gröbliche Ver­letzungen des Burgfriedens unterblieben ^ ^ '

Dre Weiterberatung wurde sodann auf Mittwoch vertagt.

Gretzener Stadttheatev.

JugendfrmnDe.

Lustspiel in 4 Aufzügen von Ludwig Fulda.

^ .^rese dritte Bekamttschaft mit der heiteren Muse wttkt etwas Lohnend Einen Fulda herauszUbringen ist ja auch keine künst- ttrrsche Tat, aber tvenns Nicht darunter hinab ginge, wollte man srü, gut und gerne zufriedengeben. Fuldas leichte Konversationsstücke ttmb einheiterstinimendes. erfrischendes Bad gegen das Ab­wasser trüber Farcen, das m Berlin versinkt, um aus unterirdischen Karlen an den Buhnen der Provinz wieder emvorzusteigen. Fuldas ^Lustspiele besitzen ^ene spie^rische Leichtigkeit, die immer wieder an- L?bt..Taß er Ms so ziemlich Einzigster seiner Generation es vermag .^uttgsvolles Lustspiel zu schreiben, verdankt er deni M^blnben vom beschwerenden Naturalismus seiner Zeitgenossen, setnlmr Festhalten an der Tradition und seiner Fähigkeit der ie- ^Ä^^^ratursttöMung irur das Erfolgversprechende, für seine Zroecke wirklich Brauchbare entnehmm. So kam es, daß der formgewandte Epigone viel stärker und selbständiger Begabten den Rang abllef und seine Stücke heute iwch spielen sicht, da die ihren kaum noch dem Name:: nach bekannt sind. 9

Das Thema ferner Jugendfreunde ist ein ergötzlicher Einsall Von Mer befreundeten Junggesellen gehen drei eine Ehe ein. Dürch ihre Frauen droht die langchhrige Freundschaft in die Brüche zu gehen uttd vermag erst dann wieder Mifzuleben, als die FrÄnd^ s^A^^omeinsameii Zusammenkünften die Frauen einfach ans- schalten. Man erwartet die Losung, daß zum Schlüsse 'bic drei Ver­heirateten p.ch ihres Ehejoches wieder entkedigen, während der kon ie- ^e^ste^ungg^elle das Joch auf fich nimmt, obgleich er eigenllichl ^ Freunde abgeschreckt sein sollte. Fulda

werttt diese Mögllchkeit üicht aus, er macht es gnädiger. Der Vierte heiratet wohl aE aber es wird der Konlpromiß geschlossen daß Ehe mrd Freundschaft gettennte Dinge sind und als solche behandelt di? Frauen 'ftatt^^ treimDgefeHigen Zusammenkünfte finden ohue

? w ift ^ or u 5v b gebaut. Trotzdem kann man dem Aus^ua ll^i^n. den Vonvurf Nicht ersparen, daß der dritte ledrgltch erne Wiederholung des zwetten ist. sowohl in der Ife wre in den Begebnissen Eine Verschweißung der beil^ utiizuge ist ohne werteres denkbar und hätte die Wirkung

Aber <md, fo nimmt Sw wttle^w h bl löst keine Lange-

keitM Metet^ Ve^asser immer neue Möglich-

Humor in geschlif-

tenen^ttouiiwtsund hettererr Konstellationen zu entladen.

ttl* 5clfmUtr> mint

ff ii»*? fiäte tttlb Tatkast M Werke zu pehen. Oskur

ZunEsellM SeiÄ den mpseflcischtesten der vier

Ä anriffit' ^ ^ einzelnen Worte etlvas

... anrettzt, fehlt der geschuEse, biegsame Unterton, sein Spiel

Gietzener Strafkammer.

_ Gießen, 13. Oktober 1916.

. Der Kuhschweizer Richard H. von Eisleben und der Stukkateur Heinrich B. tion Zürich sind angeklagt und qestäiidig in der Nocl>r vom 11/12. August 1916 aus dem üädtischm Ätoert Ä

Treibriemen im Werte von 600 Mark

u. Einsteigens entwendet zu haben. Sie hatten sich verabredet, von Frankfurt nach Gießen zu fahren, um hier L e b e n s-

e r* 11 e? ur Aufnahme der etwaigen Lebensmittel führten sie ernen Ruchack, einen Koffer und einen Sack mit sich Da fte auf, dec Fahrt hörten, daß der Zug nur bis Btitzbach ging' stiegen^i,e rn Friedberg aus und begingen hier den fraglichen Tieb- uahl. Ä,ie Treibriemen -schnitten sie in kleine Stücke und ver­packten die,e in den Mitgebrachten Sack. Das Leder ioollten sie in Frankfurt verkaufen und den Erlös teilen. Hierzu kam es aber nicht da fte von einem Nachtschutzmann angehalten und festgenommen wurden Xa$ Gericht verurteilte die Beiden zu je sechs Monaten Gefäugnis. ^

Ter u. a. wegen

- ^ . Betrugs und Diebst.ahls

welfach vorbestrafte Sattler und .Tavezter Friedrich P. von I^at zu Friedberg mid Bad-Nauheim in 3 Fällen unter der faliflen Voripregelung, er sei Feldwebel, habe auf den Kriegs-

^ e - f ^kleiden soll, etwas starr, zu wenig flott ^i 5 ??^^nd. Wird er für unsere Bühne gewonnen, so muß chm anhaftende Schwere hrnwegzUkommen suchen. tft ^l?. fan i5 trt freies Spiel zu wünschen. Sonst fx !bmer Rolle recht annehmbar. Wilhelm Hellmuth D M sich für die ihm znfallende Äufgabe besonders geeignet. Oeme gemütvolle Ruhe wirkte wohltuend. Karl Steinme^y er b'^ckelt immer mehr schätzenswerte Fähigkeiten. Eine ange- unterstützt sein lebendiges Spiel. Bei Vally Scheidler hat Man das Gefühl, sie könne weit besseres leisten r?A hevauszutreten. sich inner-

M Hermine Wossidlo fand für die hochnäsige

der drei Frauen den rechten Don. ,Martha Gersdo'rss vom Ar das Fach der Salondamen bestimmt, charakteMsierte - die robuste Münchenerin so kernig daß mau ihrem' eigenstein Felde kennen zn lernen, wnr spelene K'allmars UnsLuld Aiel wirkte so erfrischend, datz mit der perdienten Anerkennung Nicht ^uruckgehalten werden soll. Hans Werth man^n versah die Tienerrolle mit Takt.

3 Jf* Vu bliknnt bewies durch seine Äufnahmefrendigkeit, daß

smte

m

varmstädter Theaterbrief.

W f f - ei ? "Utsikalifches Ereigms für unser voslyearer iSrue Uraufführung und eine Er st au fsü bl-

laxtn erstmalige Erscheinen Felix von W'ei n-

gartners am Drrigentenpult in der jetzigen Wintei-sw^ll Da tzpar es kein Wundeö, daß das Hgus ein festliches Gepräge trug und fast ausverkauft wurde. Die Ankündigung der Urauiiüb-

GoldE^^ ^ttuers.deutsch^Si^l7^öllisch Gold hatte auch auf die auswarttgen Musikfreunde eine aroße

ktttrk^ans^Erl^Mi^^'' K Theaterleiter und Musik-

.»mtdxnt, Köln. Frankfurt, Mann-

dc^vdiftkuÄ^ ^ Julius Bittuer ist in

secksMc haben hier schon oor un-

r ? imt Nlernt, die aller- d^rs erz^te: anderen Merken des Ton-

,Der Bergfee" undDer Menteurer" sollen in Wien urch anderwärts mehr GMk gehabt haben Mit

Mn^SLiel^L die^« L

Lohnen zu zeigen, und das war wohl Mich

n* und DarmstwtZ

f u ö Weingartner veranlaßte. sich dieses neuen

ilkKES'MMWSs T.LZ»?,ZL'

^? te *rnV ei r e ^c acföD ^ f ^old aus der Unterwelt entsandt,

Weches^e?es^ist^i^^F^^ er bedient sich dazu eines alten FFioes. Dieses, ist dre Nachbarin eines armen Bauern dessen Lauschen von einem Wucherer linter den .Hammer gebracht werden soll. >zm Augenblick höchster Verzweiflung gibt der Sohn des Wuch^ers der Frau sein von der Mutte? geerbte? Xte S^ l r^ nfDürfcit battir, daß die Frau allein im Dorf ^ ^?G^^?b^uimen hat Die Hexe flüstert aber dem Manne M, das Gold sei der Dank dafür, daß seine Gattin sich mit dem- x^ o^ e - Der Mami will nun seine ani Mutter- ^inkEnM ^^ende Frau erdolchen; doch da tritt plötzlich eine oEerms cm und es erscheint ein Licht von oben, die Madonna Glanz und der Dornenstrauß zu ihren Füßen belebt sich mtt tausend Blüten. Da sieht Zt Mann sein Unrecht ein und beide finfeit am ^ ttem i e aUf bi^Knie. Der Teufel aber oadt vvllWüt das alte Weib am Kragen und fährt mit ihm in die Unterwelt zurück Anschlag ist Mißlungen. So unbeholfeir der Text des ^Eers ist, so geschickt hat er ihn, mtt einer höchst eindrucksvollen! Muftk umgeben. Lte ist zwar nichit einheitlich durchgeführt und 2 Ä \tarte Anllänge an die modernen Donschöp^er, be­sonders Wagner, aber tue musikalische Ausdruckskraft ist meister- v glänzend in der Sttmnrungsniäleroi vor der

die vokalische Awogeswltung stark zurückttitt. Den origineller, ^ E dem Teufel, der zumeist hrcmvristtsch und parodistisch ^U^EN soll, stehen die dramatisch bewegten Szenen zwischcni Mann und Frau und deren gläubig-fromine Gebete aM' Bilde der Ma- W n ^,b*:d } bie bat Werk auch vollttrmnen

sängettn Sck?lv^^ Ä 1 ? 5 zeichneten sich Kammer- \ r als altes Werb und Frau Anna Jacobs als Frau besonders aus, und den Mann verkörperte ftarr S^r2 r ' ^ Teufel Herr Josef Mann in angemessener ^"ise

be? luffSm? r^ 9C ^ Großiherzogspaar wohnte

Elfutming bei bereitete dem interessanten Werk einen! recht sremidlichen Erfolg Intb rief den Komponisten stnd den

Al?zwttte vor die Rampen.

Leo*^8?e A ^^ einaktige Oper von

ersÄ^^d"Ns§L En

^ 'nmfiralikches Lusffpiel liennen, Am^rener versiegelter Schrmtt mit darw ?Ä^EL?^Äbbh^bewk^,,erst der Bürgerm«rster und dann dessen Dra-^m die Haupttolle spielt. Das wn OttenheiMer dirigierte Werk erzielte dank der ^rttefflkchQi. urgelungerwn Darstellung der Damen Faeobs Meyer uw) der Herren Globerger. Schützendorf ns sonne der vollendeten musikalischen Wiedergabe ^ rc j*. ka-> Hoftheatervrchefter einen stürmischen Hettcrkettsettol - OpLclpS"°' ^ ^eicharrnna >mf^