sckMSführer Balz er ^Frankfurt) eine Reihe sachlicher tmb geschäftlicher Erläutevmgen über^ die Kriegsbeschädigten-Fürsorge.
---- Frankfurt a. M., 31.Okt. Eine vom Kriegsausschuß ritr Kmi su m en teu Jutere ssen im Monat April 1916 veranstaltete Erhebung über die Lebenshaltung in 858 Familien nrit 4079 Köpfen, nämlich 2261 Erwachsene, 758 Kinder zwischen 1! urib 16 986 Kindern Wmhm ein «nd zehn Jahren und 74 Säuglittgeti, in 55 Städten beachte sehr interessante Ergebnisse insofern als fostgestellt wurde, daß 52,14 Prozent der gesamten Einnahmen auf die Ernährung verwendet iverden. Es entfielen weiter 10,67 Prozent auf Miete. 7ch1 Prozent auf Kleidung, 3,60 Pro- gnt auf Beleuchtung und Heizung, 3,09 Prozent ans ©teuern. Wenn sckwn im April mehr als die .Halste des Einkommens für die Ernährung Berwendimg fand, so hat sich bis heute der Prozentsatz des für die Ernährung aufgewendeten Einkommens zweisel- ws ganz wesentlich erhöht tmd dürfte im Hinblick auf die steigende Teuerung aller Lebensmittel mit 65 Prozent nicht zu gering veranschlagt sein.
rn. D i l l e n b u r g, 30. Oft. Zum k o nl m i s s a r i s ch e n 2 a n b r a t des Dillkreises wurde zum 1. November Regie- rungsral v. S y b e l ernannt.
X. Fulda, 30. Okt. Der Kreishaushaltsetat des Kreises Fulda für 1916 schließt ab in Einnahme und Ausgabe mit 1978 000 Mark: der Haushaltsonschlag des Kreisspritzenverbandes mit 4000 Mark: der Haushaltsanschlag des Kreissiechenhaus- wnds mit rund 34 579 Mark. — Der Gesamtbetrag der Staats- Einkommensteuer belief sich auf 313 674 Mark. Die Ergänzungsstenn'Veranlagung ergab 61643 Mark: ferner betrug die Ge- bändestener 120 377,55 Mark: die Grundsteuer 61915,54 Mark: ^ie Gewerbesteuer 51599 Mark: die Betriebssteuer 5550 Mark. Der Gesamtbetrag der Kreissteuern (einschl. der Bezirkssteuer) hat rund 200 467 Mark ergeben. Trotz des Krieges hat sich das der üTeisbesteuernng zugrunde liegende Gesamtsteuersoll um 44 700 Mark erhöbt. An Kriegsfamiliennnterstützungen wurden im Jahre 1915 bezahlt: tm Stadtbezirk Fulda 284 635 Mark; int Land- Bezirk Fulda 831 172 Mark: insgesamt 1 115 807 Mark. Infolge her kriegswirtschaftlichen Maßnahmen hat die Kreiskommunalkasse im vergangenen Jahre einen Gesamtumsatz von zirka 9 087 247 Mark erreicht, eine Summe, die den Umsatz in Friedensjahren im das 7Vr fache übersteigt.
nu NiederselterS, 20. Oft Leutnant und Kompagnie- hibrer A. Gilb erg, Sohn des Kgl. Bahnmeisters a. D. Gilberq, n'urde mit dem Eisernen Kreuz er st er Klasse ausgezeichnet.
rL. Aus Nassau, 30. Oft. Negierungs-- und Schulrat Dr. Grau wurde als Provinzialschulrat nach Magdeburg versetzt. _
Wie Veste vaux sich ergab.
Jnnitage, o ihr heißen schweren großen'Junitage des Jahres 1916, da Feste Vanx, die uneinnehmbare, doch schließlich von unseren Helden truppen erobert wurde — nie werdet ihr aus der Erinnerung des deutschen Volkes verschwinden! Nun wird diesen Tagen ein schönes Denkmal errichtet: die Kriegszeitschrift der 50. Infanterie-Division, die sich hübsch „Die Feldgraue" trennt, ocröffent- Ocht im Insel-Verlage ein Büchlein, worin die Kämpfe um die Feste Vaux von Mitstreitern geschildert werden. Mft schier atemloser Spvnnrmg verfolgt man in diesen schlichten und doch so -nächtig pochenden Berichten das gewaltige Drama des Ringens um die Bergfeste. Schon war sie nach wütenden Kämpfen zum Teil besetzt, aber mach hielt sich im Jnnerrt der zähe, bis aufs äußerste kämpfende Feind. Leutnant Müller-Werner, der damals mit seinen Renten unmittelbar neben und oberhalb der Gewölbe lag, in denen Ter Franzmatrn noch saß, schildert, wie wenig gemütlich diese Lage -ür ihn und seine tapferen Leute war. Die höchsten Anforderungen an die körperliche und seelische Spannkraft wurden gestellt und gemistet In dieser schwierigen Lage war es Morgen geworden, als Fo berichtet Müller-Werner) der Posten ganz erregt an den Eingang gestürzt kommt: „Herr Leutnant, die Franzosen haben eine Fahne aufgesteckt!" Ich eile, diesmal nichts Gutes ahnend, hinauf ilnd finde ettoa zehn Meter vor dem Ausgang und fünf Meter hin- ter unserm Maschinengewehr — also int Rücken unserer Feuer- lellung? — wie ich später fest stellte, befand sich hier ein Loch, das ins Fortinnerc führte — ein kleines weißes Fähnchen. Ich dachte ;nerst an eine schneidige feindliche Patrouille, die. bis hierher gelangt, utis zum Hohn das sign'um-amieitias hergestellt hatte. Wie ick mich dem ftatternden Phänomen nähere, um es genau zu untersuchen. taucht vor dent Gewehr eine zweite Fahne mit längerent Dtiel aus, mit ihr drei Franzmänner. Ich machte die Pistole frei und der erste ruft bereits „tritt schießen!" Aus mein „Voulez-vous capitulet?" erklärt er mir in gebrochenem Deutsch, er habe einen Brief für unseren Kommandanten, den er mir übergab. Wirklich! „An cow Mandant des troupes allemands attaguant Ve Fort de« Vanx!" köstlich dies „attaguant, wo wir doch berefts eine „Etage" bezogen hattett! Ich ließ ihn mit der Ordonnanz und seinem Hornisten folgen und in beschreiblichem Jubel ging es durch den männergefüllten Gang: „Kinder, die Franzmänner ergeben sich! Binder, die Franzmänner kapitulieren!" Es wirkte wie ein elektrischer Schlag! Alles, wie ich selbst, war wieder mobil und wie! umgewandelt!
Endlich am Ziel! Die Treppe hinauf — ein einzig jubelnder Sckren „Herr Hanptmann, die Franzosen konrmen!" Sckwn aber atte der die Arme geöffnet, wie ich die meinen, und für Augenicke wußte keiner ein Wort zu sagen vor so viel Glück und
wbü!-
Dann wurde das Siegel gebrochen. Bedingungen, wie sie für leöcii Deutschen selbstverständlich sind: Völkerrecht, Privateigentum, „Trairement avec egard" — kurz, Formalitäten. Ter Hanptmann! Ivb mir seine Weisung mrd betraute mich mit der großen Mission, Mt dem Kommandenten zu verhandeln. Also zurück! — — — Ich nahm mir zwei Unteroffiziere mit und husch ging es über Deckung dem schneidigen Leutnant Bonazet — dieser war der Unterhändler — nach. Etwa drei Meter unterhalb der Mündung unseres Gewehres verschwand er in einem verfallenen Eingang. ..Eilends folgten die Treuen!", denn diese Ecke war besonders das Ziel der feindlichen Maschinengewehre und hatte bereits Opfer gefordert Im Innern empfing uns ein Offizier — ich glaube, er nannte sich Rei — und fragte galant: „Offizier allemand?" „„Oui, Monsieur!"" „Beuillez fuivre!"
Und nun kam ein unvergeßliches Bild: ein langer, etwa zimmerbretter hoher gewölbter Gang, durch große Lampen symmetrisch beleuchtet, in dem zu beiden Seitetr eitte unabsehbare Reihe behelmter Franzmänner stand. Auf das schneidende „garde ä vous!" memes Führers standen die Kerle wie die Rekruten ünd die 'Chargen legteit, während wir hindurchschritten, die .Hand an den Helm. — Tas war nun allerdings eine „Ovation", ans die ich, nicht vorbeseitet war, und mir blieb nichts anderes übrig, als zu danken, bei td;i doch unmöglich „bonjour, messierurs" sagen koirnte. Ans manchem verstohlenen Blick glaubte ich dennoch zu lesetr: „Also so sieht ein boche allemand in der Nähe aus!" — „S'il vv'us platt', ä br-ott!" Wir waren beim Kommandanten! In der Höhle des belagerten Löwen! — Mit der Rechten auf den kleinen Tisch gestützt, der den im „rein gotischen" Kcllerstil gehaltenen Raum „zierte", stand er stolz und aufrecht da und erwiderte, als ich mich vorstellte, mit einem würdevollen „CoMmandant Raynal". — Bald waren bte Bedingungen neu fixiert und beiderseits unterschrieben. Fort Vaux war deutsch! — Geschrieben am 7. Juni 1916, 6 Uhr vormittags!_ _
Monat!. Ueberficht der Todesfälle in der Stadt Gietzcn.
Monat September >916.
Einwohtterzahl: angettommen zu 33100 (inkl. 1600 Mann Militär). Sterblichkeitsziffer: 20,66°/,..
Nach Abzug von 29 Ortsfremden: 10,15°/,,.
Es starben an
Zus.
Er
wachsene
jtinoeu
im 1. Lebens- vom 2. bis jabr 15. Jahr
Angeborener Lebensschwäche
1
—
1
—
Altersschiväche
1
1
—
—
5lindbettfleber
i(i)
MD
—
—
Diplstherie
3(3)
—
3(3)
Kenchbtlsten
1
—
1
Wnndkrankheiten
2(2)
2(2)
—
—
Ttrberkulose der Lungen
4(1)
3
MD
—
Tuberkulose anderer Organe
2 ( 1 )
—
2(1)
Agem. Atiliarkuberkulose
4 (1)
4(1)
—
Ltmgettentzündung Krankheiten der AtmungS-
1
1
5(1)
—
organe
Krankheiten der Kreislaufs-
5(1)
4(4)
organe .
4(4)
—
—
Gehirnschlag
2
2
—
—
Minderen Krankyeiten des
•
NervensyNems
2(2)
Kl)
—
1(D
Änderet) Krankveiten der Der-
dauungsorgaue Entzündung des Wurm-
5(4)
4(3)
1(1)
fortsatzes
3(3)
—
—
3(3)
Krebs
8 ( 2 )
8(2)
—
—
Attdcren Neubildungen
1 (I)
1 (1)
—
—
Seldslmord
2 (1)
2 (1)
—
—
Beruttglücktmg
Anderen benannten Todes-
3(2)
3(2)
Ursachen
1
1
—
—
Unbekannter Ursache
1
M —
—
1
Summa 57 (29) 43 (19) 3(1) 11(9)
Anm.: Die in Klammern gefetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen.
Veröffentlichung des Großh. Kreise esu ndhejtsamts Gießen. _ Dr. Walger, Med.-Rat._
Letzte 27nciv uttcit Der deutsch-norwegische Konflikt.
i. Köln, 31. Okt. Der „Köln. Ztg." zufolge behauptet der Pariser Mitarbeiter des „Corriere della Sera" in einem alarmierenden Telegramm: Der Konflikt zwischen Deutschland und Norwegen spitze sich immer mehr zu und Deutschland sinne aus nichts geringeres, als Norwegen anzugreifen. Die Lage sei derart ernst geworden, daß ein Bruch zwischen bett beiden Staaten keinerlei Aufsehen mehr erregen werde. Deutschland beabsichtige mit diesem tollkühnen Plane offenbar einer Gefahr, die es bedrohe, rechtzeftig zuvorznkommen. Von Anfang des Krieges an habe es immer versucht, Rußland von seinen westlichen Verbündeten zu isolieren, um so zu bewirken, daß es ans seinem trngeheuren M en schert material den richttgen Nutzen ziehe. So seien die Türkei und Bulgarien in ben Kästeg hineingezogen worden, um die Durchfahrt durch die Dardanellen und den Balkan für Rußland zu sperren. Später seiDeutscli- lands Msicht dahingegangcn, auch Skandinavien in den Konflikt zu verwickeln. Wjestl das nicht so gelungen sei, komme es Deutschland nun nicht darauf an, die skandinavischen Länder sich sogar zu Gegnern zu machen, nur um seinen Plan zu verwirklichen und die Verbindung der Westmächtc mit Rußland, die durch die Mur- manbahn neuerdings besser geworden sei, an einem anderen Orte zu unterbrechen. Daher sei auch der Unterseebootkrieg an der norwegischen Küste in Szene gesetzt worden und aus dem gleichen Grunde dürfte Deutschland keine allzu großen Bedenken haben, mit Norwegen sogar Krieg anzufangen, um an seiner Küste Stützpunkte für seinen U-Bootkricg anlegen zu können, nwbei die deutsche Flotte die norwegischen Fjorde, die der Kaiser selbst ans seinen zahlreichen Reisen studiert habe, nur zugute kämen. In der französischen Presse, berichtet der Mitarbeiter des „Corriere della Sera", wurde der Etttwicklung des Konfliktes eine große Bedeutung beigemessen und matt verhehlte sich nicht die Gefahr, die er im, Gefolge lxiben könne. Die allgemeine Sttnkmnng könne mit deü Worten zusammengefaßt werden: Vor allem sei es notwendig, daß sich die bei den Verbündeten im Orient begangenen Jrrtümer nicht noch einmal nnederholten.
Redmoud fordert .Homerule.
Haag, 31. Oktober. Der irische Parteiführer R e d m o n d hat in Sliego (Irland) ösferttlich an die britische Regierung appelliert, sofort in Irland Homertcke einzuführen und damit dem irischen Volke zu helfen, das .Vertrauen zu England wieder zu gewinnen. Diese eine große Tat der brittschen Regierung würde mehr dazti beitragen, den Krieg zu gewinnen, als der Anschluß von einem halben Dutzend neutraler Mächte. Die Iren könnten ihre Rechte in Uebereinstinrmung Mit der Verfassung verlangett. Red-
mvnd warnte aber auch die Iren, nicht durch eigene unbeionnene Maßnahmen Irland in Gefahr zu bringen.
Neue englische Gewaltmaßnahinen.
London, 31. Oktober. Die von der City-Corporatton ernannte Kommission schlägt der Regierung vor, alle den t i wen Banken in England baldmöglinü" — schließen und unverzuglta» alle feindlichen Handelsbeziehungen aufzulösen.
Krawalle in Moskau und Kiew. .
Stockholm, 31. Okt. In Moskau, Kiew und ui den Städten des Wolga-Gebietes kamen in den letzten ^Fklt ernste Unruhen vor. In Moskau wurde im Fnncrn der ^tadr eine Reihe von Fleisckchuden gestürmt, ohne daß sich ober l orrcn'' in ihnen befanden. In Kiew erforderte ein Krawall vet emer Juckerbude, bei dem die Polizei cingrin, zwei Men) chm leben« Schlägereien !>et Wartenden, die in langen Reihen oft über orer Straßen viertel hinwegreick)en. stehen aus der Tagesororrung. 4 n den Städten des Wolga-Gebietes wird die .Bevölkerung tmmw mehr gegen die Behörden aufgehetzt. Jn^ Petersburg selbst l-errscht einstweilen RÄHe, obwohl die Versorgung nicht beper geworden ist. .Kürzlich sind wieder 400 000 Pud Mehl ttt oett städtischen Speichern v.rootben Aus dem Lande brmgi die Baiurn- bevölkerung der neuesten Regteruttgsverordnung über das .ne- quisitionsrecht aller Nahrungsmittel passiven Wtoer,tand entgegen. Tie Militärbehörden hatten zuerst einen ckusrtn rlanen, tn dem gesagt wurde, die Armee brauche Brot und die Regternng erwartete von der Vaterlandsliebe der Vauerm, dotz dtest ihre eigenen Interessen dem Staatswohl opfern würden. Als der patriotische Aufruf erfolglos blieb, wurde die Requititton durchge- führt, die infolge der unerhörten llttterschlagungcn der Beamten und von Gewaltaktetr der Behörden Empörung verursacht.
Russische Militärkritik über die Lage in der Dobrudfcha.
S t o ck h o l m, 31. Okt. Nach dem Urteil der russischen Mrlrtär- kritiker sei es kaum wahrscheinlich, daß Mackensen allzuweit von der Linie Constantza—Cernavoda in die. Dobrudscha vorzudrrngen beabsichtige. Es sei im Gegenteil anzunehmen, daß. Mackensen, wenn er noch weiter als einen halben Tagemarsch Vordringen sollte, stehen bleiben werde, um sich dort zu befestigen und General Falkenhayns Operationen abzuwarten. Außerdem würde ein weiteres Vordringen, abgesehen von dem Widerstande, den er vorftnden könnte, auch aus Geländeschwierigkeiten stoßen. Um Falkenhayn entgegenzukommen, müsse er die Donau forcieren, ^was in Anbetracht der vielen Flußarme und der sehr niedrigen User eine äußerst schwere Ausgabe wäre. — Der Militärkritiker des „Njetsch" führt zum Schluß seiner Ausführungen an, das; auf den verschiedenen Fronten des europäischen Kriegsschauplatzes 12 bis 13 Millionen Mann sich
gegenüberstehen.
Russifthe Verstärkungen in der Dobrudscha?
Haag, 31. Oktober. Dem „Daily Telegraph" wird aus Rom berichtet, daß nach Meldungen mis Petersburg russische Truppen in der Dobrudscha angekommett sind, so daß das Zahlenverhältnis zwischen der russisch-rumänischen und der detttsch-bul- garisch-türkischen Armee wieder hergestellt ist.
Bukarest geräumt?
Genf, 31. Oktober. Ter Lyoner „Progres" berichtet aus Bukarest, die Stadt sei bereits zum Teil geräumt. Tie Einwohner flohen nach Jassy, wohin sich auch etwa 30 rumänische Abgeordnete begeben haben.
Bissolatis Kriegsziele. '
Lugano, 31. Okt. Sonntag abenü hielt Mmister- B i s s o - lati in Cremona eine Re-oe zur Feier des „Märtyrers"' Cäsaro Datisti, in der er erklärte, daß Deutslchand nicht vernichtet, die Existenz und Unabhängig keil des deutschen Volkes nicht angetastet werden sollten. Ties wäre auch im Jttteresse der Kultur. Tetitsch- lanb müsse nur für sein „Attentat" b e st r a s t werden und ihm die Waffen entrissen werden. Daß er die alte Lüge von dem alles zermalmen wollenden deutschen Militarismus wieder aufwärmte, ist selbstverständlich. Oesterreich-Ungarn müsse dagegen vollständig vernichtet werden. Bissolati erklärte zum Schluß jeden für einen Hochverräter, der jetzt von Frieden spreche.
Schiffsbestellungen der Entente in Amerika.
Genf, 31. Oktober. Um dem empftndlichen Mangel an modernen Hochseetransportschiffen abzuhelfen lyat, wie der „Matin" berichtet, die Entente bei amerikanischen Reedern 20 0 solche'' Schiffe mit je500 ?.8. und Dieselmotoren in Auftrag gegebebvk Ter Preis beträgt 150000 Dollar für jedes Schiff. _
Amtlicher Teil.
XVIII. Armeekorps.
Stellvertretendes Generalkommando.
Abt. VII. Tgb.-Nr. 1.
Frankfurt a. M., den 25. Oktober 1916 Da nach zuverlässigen Mitteilungen heute noch größere Bestände an Kartoffeln und sonstigen Landesprodukten nicht eingebracht sind, sieht sich das stellvertretende Generalkommando erneut! veranlaßt, auf die Dringlichkeit der Einbrirtgung sämtlicher noch draußen stehender landwirtschaftlichen Erzeugnisse hinzuweisen.
Um die Einerntung nach Möglichkeit zu unterstützen und zu beschleunigen, sind sämtliche im Korpsbereich befindlichen Ersatztruppenteile angewiesen worden, auch auf direkte Anforderung der unteren Verwaltungsbehörden toeitgehendst Mannschaften zur Erntearbeit zur Verfügung zu stellen. Im Interesse raschester Erledigung solcher Gesuche wird der telephonische Verkehr emvfohlen.
Den Landwirten dürfte besonders zur Pflicht zu machen sein, von dieser Möglichkeit der Beschaffung ausreichender Arbeitskräfte ausgiebig Gebrauch zu machen.
Sollte trotz aller Mabnungen und aller Unterstützung die Einerntung der landwirtschaftlichen Erzeugnisse nicht mit dem erforderlichen Nachdruck betrieben werden, muß das stellvertretend« Generalkommando — abgesehen von einem Vorgehen auf Grund seiner Verordnung betreffend Sichetmng der Ernte vom 21 August ds. Js. — die Enteignung der noch draußen stehenden Bestände und die zwangsweise Ehnertung auf Kosten der säumigen Besitzer veranlassen.
Von seiten des stellvertretenden Generalkommandos.
Der Chef des Stabes: de G r a a s f, Generalleutnant.
■Man. verfange auädrüddidb. Uhloxx. bei den O eJrittj ti äts Mzehen und J nft a l Udxuntui


