Ausgabe 
30.10.1916 Erstes Blatt
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imiröf durch unser Feuer rasch zur Umkehr gezwungen. In -Tirol nimmt das feindliche Geschützfeuer stellenweise an /Heftigkeit zu.

S ü d ö ft l i ch e r Kriegsschauplatz.

Bei unseren Truppen nichts Neues.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalftabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant.

Wien, 29. Ott. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 29. Oktober 1916.

Oestlichcr Kriegsschauplatz.

Heeresfront desGeneralsder Kavallerie Erzherzog Karl.

Westlich von Orsova nahmen wir in überraschendem Angriff die den Ort beherrschenden Höhen. Südlich des- rös-Toronu- (Noten Turm-) Passes, nördlich van Campo- 'lung und südlich von Predeal gewannen die österreichisch- ungarischen und deutschen Streitkräfte unter erbitterten Kämpfen Gelände.

An der siebenbürgischen Ostfront nichts von Belang.

HeeresfrontdesGeneralfeld m a r s ch a l l s

Prinzen Leopold von Bayern.

Westlich von Luck und am Stochod heftiges feindliches Artilleriefener Ein bei Szelwow versuchter Jnfanterie- angriff der Russen wurde im Keime vereitelt.

Italienischer Kriegsschauplatz.

An der lüften ländischen Front nimmt das feindliche Ar­tillerie- und Mineuwerferfeuer an Kraft und Umfang zu. Oeftlich von Gör-, und am Karst fühlte feindliche Infanterie 'gegen unsere Stellungen vor.

In Tirol hat das italienische Feuer abgeflaut.

S ü d ö ft l i ch e r Kriegsschauplatz.

Albanien unverändert.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer. Feldmarschalleutnant.

Hauptmann Boelcke tödlich verunglückt.

Berlin 29. Oft. ^WTB.) Hauptmann Boelcke ist im Verlaufe eines Luftkampfes am 28. Oktober mit einem anderen .»Flugzeug zusammengestoßen und bei der darauf erfolgten Landung ^hinter unseren Linien tödlich verunglückt. Am 27. Ok­tober hatte er sein 40. feindliches Flugzeug abgcschossen.

Zum Tod des Fliegerhauptmanns Boelcke sagt dieBos­nische Zeitung": Jeder für alle, nie einer für sich selbst!, das war ! Bvelckes Parole, diejenige jedes deutschen Offiziers, er weiß, daß ler sein Vaterland liebt und nicht zu Sportzwecken in den Krieg s zieht. Das ist der große Unterschied von der Auffassung des igvoßen Kampfes zwischen uns und den Engländern: für jene ist >es Spor: und Spiel, für die man tributäre Völker in die Arena ^treibt, für uns ist es das Heiligste was es gibt, der Kampf um junsere Altäre, um das Recht des Daseins und dafür, daß unsere iKinder und Kindeskinder einst als frohe Menschen auf freiem! l Boden wohnen können. In derKreuzpeilung" heißt es Eine Laufbahn, kurz, aber au Ruhm und Ehren reich, hat ihren -Abschluß gesunden. DerBerliner Lokal-Anzeiger" führt aus Unsere großen Flieger mögen fallen und nach menschlicher Be- -rechnung fallen müssen, aber jeder von. ihnen hinterläßt in Hunderten von jungen Kämpfern das sehnliche Verlangen, ihnen '.gleich zn werden, zum Heil des Vaterlandes. TiePost" sagt Micht vom Feinde bezwungen, sondern einem unglücklichen Zufall -zum Oopfer gefallen, ist Boelcke Jmmelmann gefolgt Er war 'mehr als nur der erfolgreichste deutsche Kampfflieger. Seine bei Ispiellosen Siege in der ßuft erhoben ihn zum ersten Flieger der Welt.

Wechsel im KriegSminifterium.

Berlin, 29. Oktober. (WTB. Amtlich.) Se. Majestät der Kaiser hat den Kriegsminister Generalleutnant Wild von Hohenborn mit der Führung eines Armeekorps im Westen Pemrftragt und den Führer des 14. Reserve-Korps, Generalleut (narrt von Stein, zum königlich preußischen Kriegs- und Staats kminister ernannt. Diese Veränderung ist durch die Notwendigkeit .'veranlaßt, daß der über die militärischen Maßnahmen im HeiMat .gebiet entscheidende Minister über die in zunehmendem Umfang maßgebenden Bedürfnisse des Feldheeres durch umfassende Erfah­rung als Truppen sührer unterrichtet sein muß.

Der bulgarische Bericht.

Sofia, 29. Oktober. tWTB5 Amtlicher Heeresbericht.

Mazedonische Front: Südlich des Prespa-Soes schwache, Ge­fecht" zwischen Au sklärungsabteilnngen. Westlich der Bahn Bitolia Lerin lebhafte Artillerietätigkeit. Jur Eerna-Bogeu wiesen wir einige serbische Angriffe ab. Ebenso mißlangen schwächere Angriffe des Feindes aus den Berg Dobrovolje rmd auf die Dörfer Tuechiu -und Monte (?). Aus dnden Wardarufern schwaches Artillerie^ rfciier. Von! Fuße der Vlasica-Planrna rmd an der Struma-Front ist außer vereinzelten Kanonenschüssen nichts Wichtiges zn melden.

An der Aegäischen Küste-Ruhe.

An der Küste des Schwarzen Meeres und in der Dobrudscha fortgesetzte Verfolgung des Feindes. Unsere Abteilungen stellten überall fest, daß der Feind überstürzt .und in Unordnung nach den Pontonbrücken bei Harsova, Braila, 'Jsaktscha und Tultscha flieht. Die Brücke bei Harsova wurde jam Morgen des 26 Oktober zerstört. Unsere vorgeschobenen W- 'teilungen erreichten die Linie Ostrowo und die Gegend südlich von Ba ba dagh. Im Lause der zwei letzten Tage machten wir über 80 0 Gefangene und erbeuteten sieben Ka­nonen , fünf Munitionskästen und viele Wagen.

Längs der Donau stelleuweise Gewehrfeuer. Wir besetzten eine Insel östlich von Silistria.

Sofia, 29. Okt. (WTB. Nichtamtlich. Bericht des General­stabes vom 29. Oktober.

' Mazedonis che Front: Zwischen Prespa-See und der lCerna lebhafte Tätigkeit der Artillerie. Wir schlugen durch Gegen- ^angrifsc einen feind tickren Angriff zwischen der Eisenbahn Bitolia Lerin und der Cevna ab. Mehrere Angriffe des Gegners beim , Eerna-Bogeu <ntf der Front der deutschen Truppen scheiterten. Im lMocsleniea-Tal und westlich des Wardar südlich von Stoiakovo leb- Haftes Artilleriefeuer. Am Fuße der Belasica-Planina schwaches Mesckützseuer. An der Strumasront großx Tätigkeit der Aufklä- -rungsabteilungen und schwaches Artillerieseuer.

9ln der Küste des äg (fischen Meeres Ruhe.

R :- m ä n i s che F r an t: In der Dobrudscha dauert die Ver- folm-ng des Feindes fort. 500 neue Gefangene wurden eingebracht, ebenso eine Gruppe Telephonisten des vierten sibirischen Korps.

Die russischen Verluste seit Funi 1916.

Berlin, 28. Okt. (WTB.) Nach dem letzten Ausweis des Kiewer Zentraldienstes betragen die russischen Ge­ls am tve r tu ste seit dem 1. Juni 1916 an ,gefallenen, ver- tmißten und verwundeten Mannschaften 1 79 7 5 2 2. Die ^Zacht per gefallenen, vermißten und verwundeten Offi­ziere beträgt 85981. Die Fliegerverluste erhöhen fjich, '.us insgesamt 49, darunter zwei englische, ein fran-- stosi-ch'-r und drei russische Flieiger. Unter den neuerlich gefallenen Offizieren finden sich die Namen von zwei Gene­ralen, sechs Obersten als Brigadekommandeure und acht Morsten und Oberstleutnants als MMmenlskommandenre.

Wieder am stärksten mitgenommen. sind bas srbirrsche Korps und die kaukasische Reiterei.

Die Flucht des Feindes in der Dobrudscha.

Budapest, 29. Okt. (WTB. Nichtamtlich.)Az Est" mel det aus Sofia: Die Flucht des geschlagenen Feindes in der Dobrudscha ist so hastig, daß gar nicht die allgemeine Linie feststellbar ist, wo sich gegenwärtig die Russen und die Rumänen befinden. Sicher ist, daß der flüchtende Feind bereits die Linie OstrowoRostibachCsukorovobachSlarascrkeszta SlavaruskaBabadagh überschritten hat. Die in zwei Teile ge teilten feindlichen Truppen suchen in Braila und den östlich Tulcea bis Jscacea gelegenen Ortschaften Zuflucht. Die Rumänen ziehen mehr gegen die Donau, die Russen zum Schwarzen Meer. Nach eingettoffenen Berichten verlor der Feind ungeheure Mengen Proviant und Heizmaterial.

Gefangene Russen und Rumänen in der Türkei.

Konstantino pel, 28. Oft. (WTB.) Von den in der Dobrudscha gefangenen 35 3 8 Russen und Rumänen ttafen 1000 Rumänen gestern nachmittag hier ein und wurden nach dem Innern Kleinasiens gebracht. Es werden noch 1538 gefangene Russen, darunter sieben Ofsiziere, erwartet.

Die türkischen Truppen in der Dobrudscha.

Konstantinopel, 29. Oft. (WTB.) Die Blätter ver öffentlichen über die hervorragende Beteiligung der türkischen Truppen an den Kämpfen in der Dobrudscha eingehende Berichte. Darnach ist es den türftschen Truppen gelungen, obwohl sie auf der Linie ConstantzaCernavoda russische Kräfte vor sich hatten, die vom 22, bis 25. Oktober jede Nacht Verstärkungen von je einer russischen Division erhielten und sodann noch durch die achte rumänische Division verstärkt wurden, durch wirksames Ar ttlleriefener den Widerstand zu brechen. Sie warfen sic schließlich durch .einen heftigen Angriff, dem ein unerschrockener Bajonett angriff folgte, aus ihren stark befestigten Schützengräben. Trotz ihrer Ermüdung wiederholten die türftschen Truppen mit ftischem Schwung den Angriff, verfolgten den Feind und zogen vormittags in die Stadt Meoftdio ein. Es gelang ihnen, den Feind auf der ganzen Linie nördliche der Eisenbahn zu werfen. Ein anderer Teil der türftschen Truppen, der beauftragt war, dem in Richtung Cernovada noch Widerstand leistenden Feind auf den Fersen zu folgen setzte mit den verbündeten Streitkräften die Verfolgung fort. Während des Angriffes <rm 24. Oftober besetzte er am Abend wichtige, östlich von Cernavoda gelegene Höhen und zog, nachdem es ihm gelungen war, in diesen Kämpfen eine rumänische Fahne ünd 18 Maschinengewehre zu erbeuten, sowie zahlreiche Gefangene zu machen, am Morgen des 25. Oktober mit den Verbündeten in Cernavoda ein. 0

Die türkischen Divisionen in Galizien.

Bern, 29. Okt. (W.T.B. Nichtctmtl.) Der Petersburger Mit arbeiter desTe mps" schreibt, die türkischen Divisionen in Ga lizien beständen aus a u s e r l e s e n e u T r u p p e n von Galli- poli, die sich wie europäische Truppen schlügen.

Die Balkansront der Feinde.

London, 29. Okt/(WTB. Nichtamtlich.) Das Reuter sche Bureau meldet, daß am linken Flügel der Armeen der Miierten am Balkan eine Verbindung mit der i t a lienischen Kavallerie aus Albanien hevgestellt worden sei, so daß sich die Front jetzt in einer ununter brochenen Linie von der Adria aus erstreckt.

Bern, 29. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Wie dieAgenzia Stefani" meldet, wurde eine weitere A b t e i l u n g i t a lienischer Infanterie in Saloniki ausgeschifft.

Ein Neutraler über die Kriegslage.

Manchester, 29. Okt. (W.T.B. Nichtamtl/ Ein früherer O ffr z ier eines ne u t r a le nL a n de s, der im Großen General­stab in Berlin ausgebildet worden ist, schreibt imManchester Guardian": Tie Lage am Balkan ist sehr ernst. Nach beinahe vier Monaten einer kostspieligen Offensive an der Somme ist es für jedermann klar, daß die Sachverständigen der Londoner Zeitungen sich sowohl in ihrer Beurteilung der Organisation der deutschen Armee, als über die Wirkung geirrt haben, welche diese Offensive auf den Plan deH deutschen Gtzneralstabcs hoben werde. Tie heroi­schen Opfer der verbündeten Truppen weroen die Deutschen nicht verhindern, gewaltige Streitkräfte sowohl ge ge n R n ß l a n d, als a u ch g e g e n Rumänien zu kon­zentrieren. Diese Konzentration I>at ihren Widerstand an der Somme nicht wesentlich geschwächt.

Das Ministerium Koerber.

Wien, 28. Ott. (WTB.) DieWiener Zeitung^ ver­öffentlicht vier kaiserliche Handschreiben, wonach Baron Burian zeitweilig mit der Leitung des gemeinsamen Finanzministeriums sowie mit der ZentraNeitung! in der Angelegenheit Bosniens und der Herzogewina betraut wird und dem Minister v. Koerber volle Anerkennung und wärmster Dank für die in diesen Aemtern geleisteten aus- >gezeichneten Dienste ausgesprochell werden. Die Demission der bisherigen Minister wird genehmigt und Minister­präsident v. Koerber mit der Bildung des neuen Ministe­riums betraut.

Aus der Türkei.

Konstantinopel, 29.Oft. (WTB. Nickstunttlich.) Anläß- lvchi des zweiten Jahrestages der Eröffnung der Feind- Türken und Russen veröffentlichen die glatter Arttkel, m denen hervorgehoben wird, daß die Türkei in das dritte Kriegsjahr stärker als je eintrete. Sie geben einen' über die Kriegsereignisse, in deren Verlause sich die türkische Armee nnt unvergänglichem Rrihm bedeckt l>abe und geben ihrer festen Ueberzeugung von dem endgültigen Siege der Ver­bündeten Ausdruck.

29. Oft (WTB. Nichtamtlich^ Der Watt und Mmmandaiit von Nedfcha, Mdull dltziz Jbn Suud Pascha, landte an den Sultan ein Telegramm worin er ihn zu dem Siege der Türken beglückwünscht ,mb verlangt, es möge ihm durch Jrade der imverzügliche Marsch gegen den gewesenen

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Vereinigung regt habe.

Russein anfgegeben >verden, dessen Empörung und mit den Feinden des Jslanr alle Stäniwie tief er-

England und die Tauchbootgefahr.

London. 26.M (W. O b«r hans. Lord Svü e nh a m richtete an die Regierung eine Frage über die Torpeoierung desStephano" und anderer brittscher iind neutraler Schiffe durch aas Tauchboot 53". Der Redner fragte, ob die Tor- ^diermngeii rn Ueberernstimmung mit deii deutschen Zusagen w.ären. Er führte emie Erklärung des Präsidenten der Vereinigten Staaten an, daß ein Zuwider handeln den 'Abbruch der diplomatischen Be­ziehungen zwischen Deutschland und Amerika zur Folge haben wurde. Sydenharn behauptete, daß wiederholt Schiffe ohne War- ßikng versenkt und Seeleute dabei deir Tod gesundeii hätten Verpflichtmig, die die deutsche Regierung eingegangen sei sei ^ En konische Regierung hätte trotzdem nichts sich huren ckajseii Fast wden Tag komme es vor, daß neutrale Schiffe versenkt wurden. Was inüßten die klemeii neiltralen Staa­ten ston ihren, nrächttgen Vertreter denken? Die Deutschen sübreii ort : E? Schiff zu. versEir, dem ihre Tauck>-

bovte begegneten Der cmzige Unterschied sei, daß> sie nicht inehr ^rpediert würden, aber sie vernichteten die Schiffe eben,a idk vorher, tvenn sie auch nicht so häufig Mord- bemngeii. Am 15. August habe Lord Crewe im Oberhause ZflLpuE gesprochen, wo es Englalch möglick- sein würde, mcht nur m semem, sondern auch im Namen seiner Verbündeten

une endgültige Erfiäruug über die Politik zu gebeii, ore gegen^ über dieser ungeheuerlichen Gefahren befolgc werden sollte. Es läge im Interesse der Verbündeten und der Neutralen, die keinen Vorkämhper besäßen, daß diese Erklärung sobald als möglich erfolge^ Lord Beresford sagte, er habe immer angenommen, oaßj die derttsche Regierung beabsichtige, die Vereinigten Staaten in den Krieg hineinzuziehen. Weirn die Vereinigten Staaten an deü Friedenskonferenz teikrehmen würden, so würde das ein bettacht-- licher Vorteil für Deutschland sein. Tie Vereinigten Staates hätten gerade dazu beigettagen, diesen abscheulichen Zustand auf­recht zu erhalten. Die Tauchbootgefäh'r werde von Dag zu Dag ernster. England 'müsse von der Tatsache Kenntnis nehmen, daß sich die Vereinigten Staaten in dieser Hinsicht T nxdyt voll-' kommen neutral verhalten hätten. Grey sagte, er halte die Er­örterung .dieser Frage im Augenblick für zwecklos. Die deutsche Regierung sei gegenüber der amerikanischen, nicht der englischen Regierung die Verpflichtung eingegangen. Es sei nicht zweckmäßig, die am^erikanische Politik gegenüber der deutschen Regierung in dieser Frage zu erörtern. Nicht die englische, sondern dre amerika­nische Regierung habe darüber zu entscheiden, was die Vereinigten Staaten zu tun hätten.

Der Seekrieg.

Kristiania, 28. Okt. (WTB.) WieAstenposten" er­fahrt, ist ein deutsches Tauchboot igestern früh 4 Uhr in Hon- ninigsvaag mit 23 Mann Besatzung des englischenDam- fersPola" eingietroffen, der 30 Meilen nördlich vom Noiä>kap cnn Donnerstag 3 Uhr versenkt worden war. Pola" war mit Kohlen von New Castle nach Alexandrowsk nnterweigs und ist 3500 To^rnen groß.

Bergen, 29. Okt. (WTB.) Der DampferPan" (795 Tonnen) aus Bergen ist gestern versenkt worden. Der Darnpfer war mit einer Kohlenladung von England nach Frankreich unterwegs und war mit 670000 Kronen kriegs­versichert.

Kopenhagen, 29. Okt. (WTB.) Der dänische Drei­mastschonerValbor^^ (207 Tonnen) von Sverrdborg> mit einer Ladung von Planken und Brettern von Kanada nach Tunis unterwegs, ist im Mittelmeer von einem Tauch­boot versenkt worden. Die Besatzurrig wurde gerettet.

Die Eröffnung der bulgarischen Nationalversammlung.

Sofia, 28. Okt. (WTB.) Meldung der Bulgarischen Telegraphen-Ageutur. Heute um 4 Uhr nachmittag'hat Mi­nisterpräsident und. Minister des Aeußern Radoslawow im Namen des Zaren der Bulgaren die dritte ordentliche Tagung der 17. ordentlichen Nationalversamm- l u n!g mit folgender Thronrede eröffnet:

Meine Herren Deputierten! Unser Nachbar Rumänien, der un­ter Ausnutzung der nrißlichen Lage des im Kriege mit seinen tteu- losen Verbündeten stehendeir Bulgariens im Jahre 1913 in frevel­hafter Art in das Gebiet unseres Königreiches eingedrnngen ist und uns unsere fruchtbare und reiche Dobrudscha geraubt hatte, hat am 27. August des laufenden Jahres der verbündeten österreichisch-un­garischen Monarchie den Krieg erklärt und zu gleicher Zeit durch die Beschießung unserer Dvnaustädte Bulgarien angegriffen, ja, noch vorher haben fetrte Truppen unerhörte Grausamkeiten be­gangen uttb mit der Ausrottung der bulgarischen Bevölkerung auf dem von ihm geraubten bulgarischen Boden begmmen. Dieses Vor­gehen Rumäniens l>at mich gezwungen, unserer tapferen Armee den Befehl zu erteilen, in Rumänien einzudringen, um seine unerwar­teten Angriffe zurückzuweisen, Rumänien für das von ihm im Jahre 1913 begangene Unrecht zu züchtigen und unsere Brüder in der Dobrudscha aus der Sklaverei zu befreien. Mit ungestümem Drang und beispielloser Tapferkeit haben unsere Armeen urrd jene unserer Verbündeten Deutschlands und der Türkei die feind­lichen Truppen in der Dobrudscha besiegt, sie nach kurzer Zeck zur Ohnmacht gezimmgen and dadurch unseren in der Sklaverei schmach­tenden, zur barbarischen Ausrottung und zunr Märtprertode vernir- teilten Bin'idern Freiheit und Befreiung gebrackft. Verneigen wir uns vor dem Andenken der für das Vaterlarrd gestorbenen Helden und Märtyrer! Ruhm und Ehre unseren tapferen Armeen, die ebenso sehr in der Dobrudscha wie an den übrigeir Fronten sich mit unvergänglichen Lorbeeren bedeckt haben! Meine Heroen Abgeord­neten! Die Benrühnngen, welche meine Regierung im Einverneh­men mit den Verttetern der Nattonalversammlnng aufwendete, um die Verpflegung der Armee und der Bevölkerung sicherzustek- len. haben bereits ihre Früchte fertigt. Ich bin überzeugt, daß durch das Zusamnrenwirken aller Regierungsfaktoren und mit Un- terftützung der Bevölkerung diese Bemühungen von jenem Erfolge gekrönt sein werden, der unumgÄr glich notwendig ist für das Ge­lingen des nationalen Werkes, tvelches das bulgarische Volk in dem gegcnwärttgcn Kriege verfolgt.

Meine Herren Abgeordneten! Meine Regierung wird Ihnen zur Genehmigung unterbreiten ein dreimonatiges Budgetproviso­rium für das Jahr 1916 und das Budget für 1917 sowie Vorlagen bettesfend Maßnahrnen, die mit dem Kriegsbedarf und der Verwal- ttmg des Königsreiches und der jüngst befreiten und angegliederton Gebiete zusammenhängen. Ich bin überzeugt, daß Sie, dnrchHrun- zgeu von der entscheidenden Bedeutung der Ereignisse, welche unser Vaterland jetzt durchlebt, eines Sinnes sein werden bei der Be­ratung dieser Maßnahmen, die unerläßlich sind, damit bei end­gültige Erfolg unser gigantisches Ringen ttöne. Ich rufe deir Segen >es Allmächtigen auf Ihre Arbeit herab und erkläre die dritte or­dentliche Tagung der 17. Nationalversancmlung für eröffnet. Es lebe die bulgarische Nation! Es lebt die tapfere bulgarische Armee!

Nach Verlesung der Thronrede beantragte der Präsident der Sobranj-e, Dr. Watschew, der Armee den Gruß der Sobranje zn entbieten, das Andenken der auf dem Felde der Ehre gefallenen Helden zn ehren und Glückwunschtelegramme an den Generalstabschef Jekow sowie an den Kommandanten der dritten, in der Dobrudscha operierenden Armee zu 'enden. Der Antrag des Präsidenten wurde einnlütig unter Zustimmnnigskundgebungen angerwmmen.

Aus dem Hauptausschuß des Reichstags.

Berlin, 28. Oktivber (WTB.) Der H au pt an s schu ß des Reichstag s beg-ann die Berattmg der F l e i s ch v e r s o r g u n g Der Vorsitzende der Reich-ssleischstelle vertrat die Ansicht, daß es möglich sein iverde, eine Fleischmenge von 250 Gramm wöchentlich M geben. Lhuch die Zulieferung von Mndvidh ür das Heer sei in den letzten Mvimterr nicht nur befriedigend geivesen, vielmehr seien 104 bis 105 Prozent der angefordarten Menge geliefert NMrden. Nicht in dar gleichen Höhe erfolgt die Schweinelieserung. Mit der Erlaubnis voir .Hausschlachtungen sei man schon etwas zu weit gegangen. Ter korffervattve Anttag, Geflügel voll der Verbrauchsregelung auszimehmen, die gemeinsame Mästung von sogenannterr Pensionsschweiuen M erwaitern usw. Werse den ganzen Berso-rgungsplan über den Haufen. Präsident B a t o ck i erklärte, Hühner müßten bei der Mschlachtung gus die Fleischkarle angereäaut werden, tveil sonst Gasthöse und Wohl­habende .einen Sturmlaüf ans die Hühner unternehmen würden und so die Eierversorgung noch mehr eingeschränft werde. Tie Wirkung der Druschprämien sei, daß melir Futtermittel heran- gebracht Umrden. Ti-e Gerstenbaner könnten 40 Prozent rlwer Gerste behalten. Bedauerlich sei, daß nicht überall 250 ©ramm Fleisch gewährt werden könnten. Es lverde aber hoffentlich in einigen Wochen möglich sein. Es sei versucht worden, die Viehpreise zu enken und Höchstpreise für die verschiedenen Tiere festznsetzen. Mer der Durchsührnng ständen große Schwierigkeit^! entgegen. Den Schiebungen mit Fleischkarten in den Gasknürtsbetrieben toerde er entg-egentteten. Ein Vertreter des Kricgscrnährungs-amtes er­klärte, Höchstpreise für Gänse würden erwogen.

Der Hauptaussckmß wandte sich sodann der Versorgung mit Milch, Butter, Speisefetten und .Eiern zu. Der