«irr noch fünf Merlen von Constantza entfernt. Das Wetter war stürmisch mib regnerisch, Mn Flugz-eug ließ sich blicken. Ter letzte Zug fuhr nnch Ceriravoda ab, als der Feind schon einige Btmtte der Bahn beschoß. Ter Feind konzentrierte nun ein heftiges, unaufhörliches Geschützfeuer aus den Hafen, aber die russischen Matrosen arbeiteten trotz des Bombardements tapfer weiter. Tie Flottille zog sich hierauf unbeschädigt zurück. Rumänische Flüchtlinge erzählen, daß die Flugzeuge Prottamationen über der Stadt ausstreuten, in .denen erklärt wurde, daß die Rumänen nichts zu fürchten hätten, da die Eroberer nicht als Feinde, sondern als Facunde kämen.
Eröffnung einer deutschen Schule in Warschau.
Warschau, 27.Okt. (WTB.) Gestern mittag fand in dem Gebäude des alten polnischen Finanzministeriums eine Feier anläßlich der Eröffnung der deutschen Schule statt, die dazu bestimmt ist, der deutschen Kolonie, die durch die von den russischen Behörden veranlagte barbarische Aussiedelung und Verfolgung im ersten .Kriegsjahre stark geschwächt ist, einen Mittelpunkt zu. geben. Die Feier wurde cingeleitet durch! eine Rede des Generalgouverneurs v. Beseler, der die Hoffnung anssprach, daß die Eröffnung der Ausgangspunkt einer schönen, reichen Entwicklung für deutsches Leben Uiid Wesen in dieser fremden Stadt bilden werde.
Der oberste Rat der nationalen Verteidigung in Frankreich.
Berlin, 28. Okt. Wie sich das „Berliner Tageblatt" melden läßt, trat am 26. Oktober im Elysev unter dem Vorsitz des Präsidenten Poincars der oberste Rat der nationalen Verteidigung Frankreichs zusammen.
Die Kohlenlrifis in Frankreich.
Bern, 27. Okt. (WTB. Richtanttlich.) In Frankreich wird die Kohlenkrisis inaner beunruhigender. „Homme enchaine" schreibt heute, daß nach dem Mschluß mit England und der Herabsetzung der Frachtsätze als einziges herausgekommen sei, das; die Kohle doch wieder teurer wurde. Dies beziehe sich hauptsächlich auf die Häfen des Mittelmeers, Algeriens und Thunesiens. Im vergangenen Juni kostete die Kohle 130 Franken; nach! den Bemühungen der Regierung koste sie jetzt 165 Franken und der Winter habe noch nicht einmal begonnen. Die Oefcn heizten sich nicht mit schönen Worten. Die Regierung solle doch einmal den unerträglichen Spekulationen ein Ende bereiten.
Die Brotkarte in Holland.
Berlin, 27. Okt. (Priv.-Tel.) Der „Berliner Lokalanzeiger" meldet aus dem Haag: Dem „Vaterland" zufolge ist binnen kurzem die Einführung der B r o t k a r t e i n H o l - land zu erwarten, wodurch der Weizenverbrauch eingeschränkt werden soll. Die Kopfmenge soll drei Kilogramm für die Woche betragen.
Kanada und die norwegische Handelsflotte.
L o n d o n, 27. Okt. (WTB. Nichtamtl.) „Daily News" meldet aus Montreal: Kanada will die norwegische Handelsflotte wieder aufbauen; Verhandlungen darüber werden schon seit einiger Zeit geführt. Es sind vorläufig Kontrakte für den Betrag von 700 000 Pfund zustande gekommen. Es wird über Schiffsbauten für einen Betrag von insgesamt 4 Millionen Psund verhandelt und es besteht auch die Absicht, die Werstanlagen zu vergrößern. Die kanadische Regierung billigte die Pläne und wird ihre Durchführung auf jede Weise unterstützen.
Deutschland und Norwegen.
Kristiania, 27. Okt. (WTB.) Um umlaufenden Gerüchten von einem deutschen Ultimatum entgegenzutreten, schreibt „Aftenposten" unter der Heberschirift: „Gerüchte", daß die norwegische Regierung erst nächste Machte auf die deutsche Note antworte, und daß bis dahin nichts geschehen könne, wenn die Allgemeinheit Ruhe imb Besonnenheit bewahre.
Kristiania, 27. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Tie norwegische Presse lehnt den englischen „S ch U tz" ab. Tie norwegische Presse beschäftigt sich heute mit einem Artikel des „Daily Chro- nicle" der „effektive englische Beschützung" für Norwegen in Aussicht stellt. Diese unverhüllte engllsche Ankündigung, gegebenenfalls normstgische Häfen zu besetzen, hat in der norwegischen Presse keinen Widerhall erweckt, im Gegenteil ofsen- ; sichtlich nur verständliche und berechtigte Beängstigung hervorgerufen. '
,/Tideüs Tegn" schreibt, der Artikel verrate eine völlige Un- kenntnis des ja auch garnicht veröffentlichten Inhalts der deutschen Protestnote unb fuße ausschließlich aus dem Eindruck, den der deutsche Pressefeldzug und U-Bootskrieg gegen Norwegen offenbar in England gemacht hätten.
„Verdensgang" schreibt unter der Ueberschrift „Ein i'ibertrie- bener und tendenziöser Artikel", jeder Norweger werde diese Aus- lasstmgen englischerseits richtig zu bewerten Nüssen, die jedenfalls zeigten, daß ess in England Kräfte gebe, die jetzt versuchten, im Trüben zu ftschen.
„Oerebladett schreibt, daß Norwegen keinen anderen Wunsch habe, als mibedingt neutral zu bleiben. Es sei bedauerlich, daß die kriegführenden Mächte bei jeder Gelegenheit versuchte::, Norwegens Stellung als neutraler Staat zu erschweren und zu untergraben, indem man ejs wider seinen Müllen in den Krieg hineinzuziehen versuche. — Bemerkenswert erscheint, daß die halbamtlickien .^Mtelligenssedler" zwar den Artikel wiedergeben, aber selber keine Stellung dazu nehmen.
Die Lage in Griechenland.
Lösung für Oesterreich mehr als Augenblicks wert hat. Es gilt nicht, einen neuen Weg zu finden, wohl aber gehört ein fester Wille dazu, ihn auch weiterhin inib bis zums Ziele zu gehen. Wenn Kocrber nicht nur diesen Witten hat, sondern auch betätigt, werde er seinem Staate die besten Dienste erlveisen und sich die Dankbarkeit der staatstreuen Elemente Oesterreichs erwerben.
Ter Wehrdienst in der Türkei.
Konstantinopöl, 26. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Das Amtsblatt veröffentlich vorbehaltlich der parlamentarischem Erledi- g:mg das durch eine heute in Kraft getretene Verordnung sanktio- inecte Gesetz, das den Kriegs minister ermächtigt, für den Fall dringender Notwendigkeit alle jene unter die Waffen zu rufen, die sich durch Zahlung deir Militärbefreiungs- taxevom Militärdienst befreien ließe::. Von der bereits bezahlten Taxe wird ein Bettag. der dem noch verbleibenden Rest der Zeitdauer, für die die Taxe entrichtet wurde, ^entspricht, zur ü d> ^statte t. Das 'Käiegsministerium kann für öffentliche Wohl- sahrtsanftaltcn, Fabriken usw. unentbehrliche Personal vom Mili tardlenst befteien.
Der Seekrieg.
Berlin, 27. Okt. (WTB.) Von den deutschen Tauch booten wurden folgende feindlichen Dampfer versenkt Der englische Dämpfer „Lotnsmere" (3011 Tonnen) mit 7000 Tonnen Kohlen nach Archangelsk am 20. Oktober, der russische Dampfer „Erika" (2430 Tonnen) mit 3500 Tonnen Kohlen von Leith nach Archangelks am 20. Oktober, der russische Dampfer „Erika" (2430 Tonnen) mit 3500 Tonneiu Kohlen von Leith nach Archangelsk, der englische Dampfer „Br a n ti nghen" (2417 Tonnen) mit Gruben Holz von Archangelsk nach England am 4. Oktober.
Hamburg, 27. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Der nor we,gische D am p fer „Atle j ar l", mit Ladung vonNor- üvegen nach Schweden bestimmt, wurde von einem Kriegsschiff in der Nordsee ausgehalten und ^aufgebracht.
London, 27. Okt. (WTB.) Amtlich wird .gemeldet: Der britische Minensucher „Geniftu" wurde von einem feindlichen Unterseeboot torpediert und versenkt; alle Offiziere und 73 Mann sind umgekommer:, zwölf wurden gerettet.
London, 27. Okt. (WTB.) Lloydsmelbung. Der dä nische Dampfer „Alf" (2175 Tonnen), der britische Schoner „T we e d" (?), der belgische Dampfer „C o m t e s s e d e Fl andre (1810 Tonnen), die norwegischen Dampfer „Sola" (3057 Tonnen) und „Dag" (963 Tonnen), sowie der britische Schoner „Twig" (128 Tonnen) sind ge funken.
London, 27. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Lloyds meldet: Der englische Dampfer „Rowanmorl" und der norwegische Dampfer „S k o f" wurden versenkt.
Kristiania, 27. Okt. (WTB.) Meldung des Ritzau- schen Bureaus. Der ge s a mt e Kriegs Verlust der no r- we gischen Handelsflotte beträgt bisher 268134 Brutto.-Rcgistertonnen, deren Versicherungssumme sich aus 102 015190 Kronen beläuft. 149 Seeleute sind dabei ums Leben gekommen.
Kristiania, 27. Okt. (WTB.) Die Mannschaft des Porsgunder Dampfers „Kathinka" ist heute mit einem englischen Dampfer hier angekommen. Kathinka wurde am letzten Donnerstag 125 Seemeilen von der norwegischen Küste von einem deutschen Unterseeboot in Brand gesteckt. Das Schiff war mit Grubenholz beladen.
K o p e n h a ge n, 27. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) „Oplan- denes Dagchlad" zufolge wurde ein Rntlübinger D reimast schöner am 25. Oktober in der Nordsee von einem deutschen U-Boot versenkt. Die Mannschaft ist gerettet.
Kopenhagen, 27. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Mtzauschen Bureaus. Der Stavanger Dampfer „L y s l a n d" aus Bergen, der rnit Eisenerz von Kirkenes nach Middlesborongh unterwegs war, ist gestern 40 Seemeilen südwestlich von Skudesnes von hm deutschen Unterseeboot „IX 30" versenkt worden. Die Mannschaft wurde von dem deutschen U-Boot ausgenomnien intb gut behandelt. Drei Granaten und ein Torpedo wurden gegen „Lyslaud" abgegeben. Ein U-Boot, das durch Signale herbeigerufeu worden war, nahm die Mannschaft der „Lysland" an Bord.
.Amsterdam, 27. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Die „Times" erfahrt aus Athen, daß die Entente ihre Forderung, daß die thessalischen Truppen nach dem Peloponnes gebracht würden vorläuftg fallen gelassen hat. Es wurde ein Dekret ausgeferttgt das bestimmt, daß der Jahrgang 1913 nach Hause geschickt wird mrd die Männer, die im September 1914 aufgerufen ivurden, unter den Fahnen bleiben, bis der Jahrgang 1916 ihre Stelle ein- nehmen kann. Wie verlautet, sollen zwei Armeekorps nach Mi- sardoghi (?) gebracht werden. Die Entente will, um die nationale Bewegung zu unterstützen, um jeden Preis vereiteln, das; die- jemgen, die sich ihr mrzuschließen wünschen, daran verhindert werden. Was die Athener Regierung betrifft, so werden die Ententemächte nrcht verlangen, daß sie ihre Neutralität aufgibt, sondern nur, daß die Sicherheit ihrer Armee in Mazedonien gewährleistet bleibe. Von der werteren Haltung gewisser Blätter und Behörden hängt es ab, ob die französische Polizeikontrolle aufgehoben .und die ftanzösischen Marinetruppen zurückgezogen werden
DaS Ministerium Körber.
W irn, 27. Okt. (W.B.) Wie tue Abendblätter vernehmen, übernahm der Gemeinsame Frnanzminister v. K ö r b e r die Bilduna -des Ministeriums.
1 PA 0f t Zur UebcrnoHme der österreichischen Mini- sterpraswentschaft durch/ Herrn von Kverber heißt es in der Vos- sischen Zeitung": Koerber darf auf seine erste Ministerpräsrdent- schast nicht ohne Genugtuung schauen. Bis zu ihr war Oesterreich der alte PolrMstaat. Er erst hat die Presse und die Versammlungen von der ängstlichen, Kleinigkeit der Polizeikommissäre befreit Nie war Oesterreich wlliger, einem großen Führer zu folgen.
Wre in der „Germania" ausgeführt wird, ist Koerber ein konservativer Staatsmann, der aber stets die Notwendigkeiten der rwodernen Entwicklnng erkannt und ihnen Rechnung getragen hat ,verde gewiß auch, lefyt in der schweren und verantwortungsvollen Krreg^zett der beste Manu am richtigen Platz ffcn.
siührt aus: Dafür, daß Koerber sich seinen Ent- L ' 1 ^ dostnr dcr Ministerpräsidentschaft
dak Überlegt hat. mag als Beweis dienen,
oatz er er» Progr«mm nrrtbrrnst, das die Fragen runfaßt derm
Am dem Reiche.
Einschränkungen im Personenzugsverkehr.
Berlin, 27. Ott. In den Herbstmoual-en drängt sich der Güterverkehr auf den Eisenbahne:c am stärksten zusammen. Während des' Krieges macht die Bewälttgmrg dieses starken Herbst- vetkehrs weit größere Schwierigkeiten, als in Friedenszeiten. Tie Eisenbahnverivallung ist der Ansicht, daß die Befriedigung des Güterverkehrs jetzt inibodmgt m: erster Stelle steht, soweit er der Versorgung der für .Heereszwecke arbeitenden Gewerbebetriebe sowie der Bersorgümg der Bevölkerung mit LebeiisMitteln dient. Die Vetwaltlmg hat sich entschlosstm, im Personenzugvepk^hr zu Giunsten des Güterverkehrs »einige .Einschränkungen vorzimehmen. Das reisende PiMrkum Wird das Lhussallen einiger Züge gern auf sich nehmen.
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Berlin , 27. Oktober. (WTB.) Der H aupt au s schu ß des Reichstags erörterte zunächst die Gesckmftslage und einigte sich schließlich auf zehn Mümteir Redezeit für jeden Redner. Tann wurde die Beratung der Zucker-, Obst- und Gemüseregeluug beeiidet und darauf noch einmal die Kartoffelversorgung behandelt.
Aus St<rdt LÄnd
Gießen, 28. Oktober 1916.
SonnLagsgcdanken.
Wie uns die Orte, an denen deutsches Blut geflossen sit, ans Herz ,gewachsen sind! Sie sind uns deutscher Booen geworden, obgleich ihre Namen uns fremd im Ohre klingen und sie nie zu nnserin Reich Mhören sollen. Wo deutsche Verwundete ihre Schmerzen igetragear haben oder ihnen erlegen sind, und wo ein stilles Kreuz mit kann: leserlicher deutscher Inschrift steht, da ist's uns doch, als gehöre das Land uns: es ist teuer gerrug erkauft. Nehmen die Feinde es wieder, so trifft's uns mit doppelter Wucht. So war es, als die Karpathentäler, als die Bukowina, Czer:wwitz und Stanislau von deir russischen Massen wieder überschwemmt wurden. Sonst es auch u.nd härter noch, da Dorf und Fort Douaumont im Nebelsdumn uns aus den Händen gslitt. Ein brennender, rauchender Trümmerhaufen — mehr kann es ja kaum noch sein. Und kein deutscher Soldat war mehr in der Feste, als der Feind einzpgi. Aber der Jubel der ersten Stürnre auf Verdun stitzg! in unserer Erinnerung auf, das Blut, das diese Stürnie uns gekostet hatten, die Hoffnungen, die sich verwe,gien daran hefteten. Das alles soll' verschüttet sein. Oder nein, neues Blut wird nun dort fließen nrüssen, wenn die Kamvstvvgen noch einmal über die wild zerschosse- iren Steine und Gräbeir gehlen. Noch fester wird sich der Name Donaumont deutschen Ohren einpräjglen müssen. Wir dachten, es tiejgie schon weit hinter uns, wir brauchten nicht mehr danach zu fragen. Und nun steht es als Kampfziel noch
einmal vor uns urL wir werden sorgen, hwnm und wie es
wieder unser wird.
Aber wie sind wir doch verwöhnt, auch in diesem Kriege! Er ist nicht mehr der eine stolze Siegeslauf, an den wir von 1870 her dachten. Wir wisse::, daß es harten, schweren Kampf igilt, bis der letzte Sieg unser wird. Und, wir sind entschlossen, daheim nicht nur von Siegesbotschaften zu leben, sondern die Not und den Tod, mit denen eine Welt uns bedrängt, als selbstverständliche Kricgserfahrnng hinzunehmen. Das alles muß sein. So ersticken wir im Keim allen Kleinmut in uns und schämen Uns nur der Klagen, die dennoch laut werden. Aber eine deutsche Schlappe, das ertragen wir nicht. Es ist recht so. Unsere Heerführer und unsere Feldigrauen haben uns dazu erzogen, den Sieg für selbstverständlich, die Niederlage für unmöglich anzusehen. So soll es bleiben. Denn Zuversicht ohneg'leiche:: wolle uns Gott erhalten. Aber das allerdings sollten wir uns sagen: d:e übliche Kriegserfahrung eines Volkes ist das nicht. Unsicher immer ist das 'Glück der Schlachten gewesen. 9Xber darin dann zeigte sich wahre Größe, wenn die Niederlage selbst zu eiriem Quell neuer Kraft und Lebensspannnna wurde. „Ern »großer^ Feldherr," schreibt Leopold v. Ranke, „war Friedrich II. längst; die Unfälle, die er erlitt, machten ihn zum Helden." Wir kennen die furchtbaren Sorgen nicht, die nach schwersten Niederlagen ans der Seele des großen Königs lasteten. Wir fnifr vielmehr gewiß, daß uns gleiches erspart bleiben wird. Wer wie der Krieg sich unabsehbar hinz:eht und immer größeren Umfang annimmt, könrun: auch w:r, zumal däheini, der Kraftguelle nicht entbehren, ans der der Held des Siebenjährigen Krieges immer neue Standhaftigkeit schöpfte; „der Widerstand, den er leistete, war nicht allein militärisch; er war zugleich ein irrnerer, moralischer, geistiger; der König sührte Viesen Krieg fortwährend rn Ueberlegnng der letzten Gründe der Dinge, in großartiger Anschauung der Vergänglichkeit alles irdischen Wesens." Anders mag unser Glaube sich aussprechen als es bei Friedrich der Fall war. Aber Pflicht uiid Glaube trugen ihn, sie sollen und tonnen auch uns wappnen gegen jeden kleine:: Verlust, den wir erleiden, urrd jede große Not, die uns drucken mag. Sie beide vereint werden auch uns hindurchhelfen zu dem Ziel, das er erlebte: „die Standhaftigkeit, sagt er am Schluß seiner Geschichte des Krieges, ist es allein, was :n den großen Geschäften aus Gefahren zu erretten vermag".
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r r- r ch e Personalnachrich t'e n. Durch Enb
chlußung Großh. MmssterrumS des Innern wurde der Lehramts, asvwant ^r. Wllhelm G r ü n e w a l d zu Mainz zum Lehramts- w!e„or ernannt. - -ter Groß Herzog hat am 25. Oll.'ds. Js. dem Nlisstlschen Hilfsarbeiter bei dem Ministerium der Finan^n, Abteilung iur Forst- und Kameralverwaltnng, Oberftnanzassessor verliehen ^ 6 ßU ^*"chadt, den Charakter als „Finanzrat"
Das Eiserne Kreuz 2 . Klasse erhielt der Musketier Clemens Zecher aus Gießen, Res.-Iw.-Rgt 223, o. Kompagnie. ö '
** Der Oberhessische Kirnstverein beginnt morgen Sonntag wieder seine regelmäßigen Ausstellungen. iro(5 der schwierigen Verhältnisse heutiger Zeit ist es gelegen, gleich zur ersten Ausstellung recht künstlerische Lerke von bekanntejten Meistern nach hier zu bekommen. Unter den nahezu 80 ausgestellten Bildern befinden sich unter anderen solche von Beckmmrn. v. Brockhusen, Felder, 8-rrtz, Grobe, Gnnther-NaumburK Saberl, Olga.Hosselmann- llurtz,,Hübner, v. Kardorff, Klein-Dicpold, Letsttkow, Lieber- mann, Max, Leuteritz, Mohr, E. Rau, RÄsler, G. Seyantini, Mathilde Segantknr, Simmonds, Trubncr, Lydien und Zim- mermann. Die Ausstellung ist Sonntags von 11 bis 3^ Uhr ununterbrochen an Werktagen außer Samstags von 11 bis ^ Mittwochs auch noch von 3 bis 5 llhr nachnritvags
^ Beschlagnahme von Zinn. Um wiederholt ausgetretene Zwwfel über die Anmeldepflicht von Zinngcgen- „ oen zu beheben, wird dgrauf aufmerksam gemacht, daß alle Brauereien, Bierverläge, Gastwirtschaften, Kaffeehäuser und Konditoreien, überhaupt Bierausschänke aller Art, Vereine und Gesellschaften, Kasinos und Kantinen verpflich- schd, sämtliche sich m ihrem Besitz oder Gewahrsam befindlichen Bierglasdeckel und Bierkrugdeckcl aus Zinn an- zumelden, auch wenn sie nicht deren Eigentümer sind.
Kartoffeln. Die Haushaltungsvorstände, die sich zum Bezuigie von Kartoffeln zum ermäßigten Preise gemeldet haben, können unter Vorlage des KartoffelbezugsscheineS uiid ZahluM von 3 Mark für den Zentner, den Lieserunos- schein mn Vtontatg, den 30. Oktober, aus dem Stadchause. Zriiinrer Nr. 8, in Enipfanrg nehmen. Näheres siehe Bekannt machuftgi.
^ Z ®i nc ^^nrißte. Seit dem 26.Oktober vorwittaM ur ) r l f t aus der hresi,gjcn Stadt ein 19 Jahre altes Mädchen von mittlerer Statttt, mit dunklenr Haar, frischem rundem Gesicht, grauen Augen urid braun und weiß ae- stoeiftem halbwollenem Kloid, hvllN-streiftor Klmdvrschüm«, schwarzem Jakett, schwiarzen Schnürstiefeln mit Lackkappen und Brille _ unter Umständen verschwunden, die darauf schließen lassen, daß es sich ein Leid apgetan hat. Sachdienliche Mitteiluii,gen nimmt die hiesige Kriminalpolizei entgegen.
a ** Der Direktor der Bezirkssparkasse Gießen uns ; Die schon vor zwei Jahren beabsichtigte, durch dcft Ailsbruch des Krieges, den darrrit verbundenen Perfonalwcchsel u. dergl immer wieder verzögerte Aenderimg der Geschäftsem- rrchtuiig be: der lftesigen 'Sparkasse ist nunmehr durchgeführt. Da- ufU : 1 t ober, mwfj der Weg für eine Neugestaltung des gesamten Berrelws, sur Einführung neuer Sparkassenzweige in. dergl. gegeben. So ist nunmehr die Sparkasse dazu icbergegangen, die sämllicheN Arbeiten der Kriegsanleihen, Abrackmung, Hievausgabe der Stücke, auchl die Aufbewahrung und Verwaltung derselben, wie s,v n st: g e n m ü nd e l si ch e r e r W e r t pa Ui e r e gegen eine mäßige Gebühr in sog. offenen Depots zu übernehmen. Arvch stehen feuer- und diebessichere Schrankfächer den Kwchen zur Verfügung. Zur Förderung des bargeldlosen Verkehrs
Vorstand uub Aufsichtsrat in ihren jüngsten Sibumnn der Einführung des Scheck- und UeberWeisungsverkehrs! bei der Sparkasse zu gestimmt. Eine wesentliche Förderung wird letzterer dadurch erfahren, daß die Eröffnung eines Scheck- kontos, die Ausgabe der Sl/eck- und Ueberweismrgshefte, die Einlösung Ider Schecks, die Ueberweisu::gen u. dergl. vollständig kosten-, pro Visions - und gebührenfrei erfolgen. Um während des Krieges diesen Verkehr möglichst einfach zu gestalten, rst. er vorerst mit dem Sparverkehr verbuiiden. Bon der Verbindung mit Kontokorreiit- und Tepositenverkehr ist einstweilen iwch Llh- stand genommen worden. Die Verzinsung der Sche ck ko n - ten, die jeweils vom Vorstände festgesetzt wird, bettägt, wie die der gewöhnlichen Einlagen bis auf weiteres 32/4 %. Einzahlungen uns Spar- Mid Scheckkoitten können entweder in bar, über das Rcichsbankgirokonto .oder das Postscheckkonto Nr 59 7 9 der Sparkasse beim Postscheckamte Frankfurt a. M., erfolgen und zwar volsständig gebühren- und bestell gelb frei, indem die Sparkasse in Zukunft die Gie-^ bührei: und Bestellgeld selbst übernimmt.
** Fröbelsemiirar. Es.ist immer noch «incht bekannt geililg, daß die mngen Mädchen, die sich dem Berufe einer .Kinder- gärtuerm, Handarbeitslehrerin, Haushaltungslehrerin oder einem ähnlichen Berufe widmen wollen, eine zehnkl. Höhere Mädchenschule


