Truppen mir Topragar, ferner durch das rastlose Nachdrängen lUnd die zähe Verfolgung erzielt. Der deutsche Oberbefehlshaber und sein Genevalstabschef General Tappen weilten «Mernd auf dem Schlachtfelde.
2er bulgarische Bericht.
' S o f i a, 26. Oft. (MTB. Nichtamtlich) Amtlicher Bericht des Generalstabes.
M a z e d o n i s ch e Krönt: Tie Lage ist unverändert. Südlich des Prespa-Sees fand ein Gefecht mit schwachen feindlichen Abteilungen statt. Don der ganzen Krönt zwischen Prespa-See und dem ägäischen Meere ist nichts von Bedeutung zu melden, außer schwachem Artilleriefeuer längs der Küste des ägäischen Meeres.
Rumänische F r » nt: Der Feind befindet sich auf der ganzen Tobrudschafront in überstürztem R ück - uge auf Tultscha, Braila und Harsovo. Tie Ver- olgung wird fortgesetzt. Am 25. Oktober nahmen wir 15 Offiziere uitb 771 Mann gefangen und erbeuteten 15 Maschinengewehre.
An der Donaufront hat sich nichts ereignet.
Der rumänische Bericht.
Bukarest, 25. Okt. Nord- und Nordostftont: Bei Fulghes. Bicaz und im Trotustal ist die Lage unverändert. Im Uzultal dauert der Kampi an. Wir rückten nach Westen vor und machten 3 Offiziere und 108 Mann zu Gefangenen. Bei Oitus ist der Feind über die G.cnze zurückgeschlagen. Wir nahmen ihm 159 Gefangene ab. Im Bnzcu-Tal bei Tablabutze, Bratocea und Predolus M die Lage unverändert. In der Ortschaft Predeal Kämpfe. In der Gegend von Tragoslavele heftige Kämpfe. Oestlich der Alt schlugen wir feindliche Angriffe ab und drängen den Feind andauernd nach Norden zurück. Westlich der Alt Kampfhandlungen ohne Bedeutung. Westlich Iiu gaben nur in der Gegend des V u l - kan-Passes ein wenig Gelände auf. Bei Orsova Artilleriekampf. Südfront: Nichts Neues längs -der ganzen Donau. In der Dobrudscha zogen wir uns nördlich Cernavoda zurück.
mals einen solchen Buckingham tracer auf ern deutsches Flugzeug abgefeuert zu haben."
Das sind die Verfechter des Völkerrechts!
Die Kohlenfabrikation in England.
London, 26. Okt. (WTB.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Asquith wies in seiner Rede in der Versmnm- lung der Kohlengrubenbesitzer nrit Nachdruck cruf die Notwendigkeit^ hin, die Kohlenfabrikation zu erhöhen, sowohl um den Bedarf der Alliierten decken zu können, als auch wegen der Ausfuhr nach den neutralen Ländern, um dafür Eisen und Stahl aus Schweden lund Norwegen, Molkereiprodukte aus den Mederlanden und Schwefel aus Spanien einzutauschen. Asq-uith fordert die Arbeiter auf, die vollen Arbeitszeiten einzuhalten. Es gingen ungefähr 10 Prozent der Arbeitszeit durch Fernbleiben der Arbeiter verloren. Asquith teilte außerdem mit, daß bis Juni 285 000 Bergarberter einberufen, wovon nur 132 000 durch andere ersetzt worden seien. Die Regierung hat jetzt mit der Rekrutierung von Bergarbeitern aufgehört und hat auch durchgesetzt, daß 11000 Bergarbeiter von der Front zurückkehren?
Die Wehrpflicht in England.
London, 26. Okt. (WTB Nichtamtlich.) „Daily News" meldet aus Ottawa vom 23. Oktober: Sir Wilfrid Lau- r i e r, Führer der Opposition, lehnte es ab, Mitglieder für einen Ausschuß zu ernennen, der einen Appell für die nationale Rekrutierung veröffentlichen soll. Nian schließt hieraus, daß die Regierung eine Bill zur Einführung der allgemeinen Wehrpflicht einbringen will und daß die Opposition beabsichtigt,' diese Bill zu bekämpfen.
Ein schwedischer Einspruch.
Der türkische Bericht.
Kon st an t i n o pe l, 26. Okt. (WTB.) Amtlicher Bericht vom 25. Oktober:
Tigrisfront: Wir beunruhigten den ^Feind durch wirksames Feuer. Am 22. Oktober, abends, unternahmen wir einen überraschenden Angriff gegen das englische Lager, das sich in der Gegend Schüksaid befindet. Im Laufe des Angriffes drangen unsere Truppen zusammen mit freiwilligen Kriegern in die Schützengräben des Feindes ein. Sie kehrten siegreich zurück nachdem sie eine Menxe Waffen und Kriegsmaterial erbeutet hatten.
f ö 3i k a s us f r o nt: Bei unserer Borhut fanden Scharmützel statt. Wir Machten noch einige Gefangene.
Von den übrigen Fronten kein wichtiges Ereignis.
, lUjnsere Truppen und die Truppen der Verbündeten, die am i25. Oktober die Verfolgung des geschlagenen Feindes fortsetzten, zotigen am 25. Oktober, morgens, in Cernavoda ein. Einzelheiten ! fehlen noch.
Asquith über die Lage Rumäniens.
London, 26. Okt. (W.T.V. Nichtamtl.l Meldung ees Reuter- .scheu Bureaus: Unterhaus. Asquith sagte in Beantwortung ! einer Anfrage C o r s o n s ü b e r d i e Lage in Rumänien: ,'Jch halte es nickp für angebracht, oder wünschenswert, im gegenwärtigen Augenblick lmiehr zu sagen, als daß die militärische ^Lage Rumäniens «die sorgsamste Aufmerksamkeit der britischen ! Regierung und aller ihrer Verbündeten in Anspruch nimmt. jsWir haben seit vielen Wochen jeden möglichen Schritt unternommen und tun es noch-, um imseren tapferen Kameraden, sdie Rumänen. bei dem Mutigen Kämpfe, den sie führen, zu unterstützen Ich- hoffe, -daß wir uns nicht zu übertriebenem Pessi- rNrismus verleiten lassen. Frankreich, Rußland. Großbritannien j^md Italien haben und werden irock gemeinsame Maßregeln »ergreifen, bei denen jeder von uns alles, was in seiner Macht Niegk, tut, um« Rumänien in seinem Kampfe um die Unabhängigkeit Mr unterstützen.
Noch eine Erkenntnis des „TempS".
Bern, 26. Okt. ^ lWTB. Nichtamtlich? „T e m ps" schreibt: 'Die Deutschen, die ihre zentrale Lage ausnutzten, haben in den Warpathen ( und der Dobrudscha eine st rategische Aktions- lfä^higkeit gezeigt, deren Bestreitung kindisch wäre und die wir »gründlich untersuchen müssen, um daraus Nutzen zu ziehen. Der von Deutschland geleistete Kraftaufwand, dessen Erfolge übrigens nickt auf mimerischer, sondern aus offenkundiger artilleristischer Uebgr legen heit beruhen, zeigt uns von neuem den Weg, den wir einzuschlagen haben.
Der Heeresersatz in Frankreich.
Bdrn, 26. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Der Heeres isusschuß des französischen Senats hat nach einer Beratung fwegen der Mannschaftsbeftände beschlossen, zu dieser Frage .möglichst bald die Regierung zu hören. Die zurückgestellten und militärfreien Leute des Jahrganges 1913 bis 1917 haben den Befehl bekommen, sich spätestens innerhalb zehn fTagen zu einer Nachmusterung zu stellen.
Abg. Ferry hat im Namen des parlamentarischen 'Heeresausschusses eine Denkschrift zugunsten einer Vorlage Äbergeben, die Jahresklasse 1918 bereits jetzt aüszumustern
Wie man in der englischen Fliegertruppe denkt.
Berlin, 25. Okt. Ans dem Großen Hauptquartier wird uns , geschrieben:
Der englische Fliegerleutnant Jack Tullis hat am 6. Oktober s!1916 in einer Unterredung folgende Angaben gemacht:
„Zwei Tinge sind es, über die wir englischen Flieger empört Ttrrb, die Aufopferung der Flieger in der Somme-Schlacht und die uns aufgezwungene Benutzung von Explosivgeschossen.
Unsere Führer schicken uns ohne Rücksicht auf Leben und Material aus, oft zur Lösung von Aufgaben, die durchaus nicht zweckdienlich und wichtig sind und nur den sicheren Verlust einer An- zahl von Flugzeugen zur Folge haben. Das ist auch der Grund, -warum unsere Verluste während der Somme-Schlacht so ins Un- - gemessene gestiegen sind.
Was die Explosivgeschosseanlangt, wiU ich Ihnen ohne weiteres zngebcu, das; wir in englischen Flugzeugen in diesem Sommer 'mehrere Monate lang Explosivgeschosse verwandt haben, und zwar sauf Befebl der höheren militärischen Stellen.
Ich kann nicht genau angeben, wie diese Explosivgeschosse konstruiert waren. Jedenfalls war aber ein kleines Loch angebracht stnd im Innern des Geschosses befand sich ein wenig brennbare Flüssigkeit. Beim Aufschlagen entzündete sich dieselbe und das Geschoß mußte explodieren. Dieses Explosivgeschoß führt den Namen „Bnckingh«m tracer". Selbstverständlich gab es, wenn ein Mensch ven solchem Geschoß getroffen wurde, furchtbare Wunden. Ter Gebreuch dieser Geschosse wurde uns befohlen, um unter den feindlichen Flugzeugen mehr SckMden anzurichten. Wenn ein solches mtäßi den Tank eines Flugzeuges durchlöcherte, mußte sich Der- Jnyllt entzünden und eine Explosion war die sichere Folge. Die englischen Flieger rvaren durchaus nicht einverstanden mit der KZerwendnng dieser Munition rmd haben wiederholt Protest erhoben, «umsomehr «ls wir fürchten mußten, im Falle der Gefangennahme «und der Uebersühru«g vor ein deutsches Kriegsgericht gestellt zu werde», und lSberhaupt auch, weil es rmserem Empfinden und Ka- meradsch«ft?-efüh!, welches bei uns selbst den feindlichen Fliegern aegeNüder bestand, durchaus entgegenging. Es war vorgeschrieben, Daß jede dritte Kugel ein DT sein mußte: es wurde auch gelegentlich von den Vorgesetzten Squadrons oommanders nachgesehen, ob
Stockholm, 26. Okt. (WTB.) Meldung des Svenska Tel grcrmbyran. Ter hiesige russische Gesandte hat der schwedi- chen Regierung mitgeteilt, die russische Regierung habe den Befehl erlastnr, im Bottnischen Meerbusen Minen innerhalb der folgenden Grenze %u. legen: Im Norden: 33 Grad 35 Minuten nördlicher Breite: im Osten: 21 Grad östlicher Länge von Green wich: im Süden: 63 Grad 15 Minuten nördlicher Breite: im Westen: 20 Grad östlicher Länge, dann die Linie in einer Entfer nung von drei Seemeilen von Sydostbrotten und den nickst stets vom Meer überspülten Schären an der schwedischen Küste bis »63 Grab 35 Minuten nördlicher Breite.
Infolge dieser Mitteilung ist der schwedische Gesandte in Petersburg beauftragst worden, sofort gegen diese Minenausle- gimg auf schwedischem Seegebiet Einspruch zu erheben unter Vorbehalt aller Ansprüche, die sich ans einer solchen Minenauste gung ergeben könnten.
Die britische Anleihe in Amerika.
New York, 26. Okt. (WTB.) Meldung des Reuter scheu Bureaus. Die Morganbank teilt mit: Die britische Anleihe wird sich! auf 300 Millionen Dollars belaufen und 5y 2 Prozent Zinsen tragen. Sie wird in zwei Teilzahlungen in drei, bezw. fünf Jahren rückzahlbar sein.
.die Munitionsgürtel und die Trommeln entsprechend gefüllt waren.
habe immer nur etwa 6 Buckingham tracer in das obere ,.<rnwe memes Vatronengürlels einfüllen lassen, was genügte, um aufzusallen. Tann habe ich stets nach dem ^O^S ^uß ins Leere abgegeben, so daß ich kein Ex- zNafwgelchvß mehr im Gürtel hatte und.mm ganz sicher hin, nie-
Der 5eekrleg.
Drei deutsche U-Boote au der amerikanischen Küste.
Berlin, 27. Okt. Verschiedene Morgenblätter lassen sich aus New York melden, daß die drei deutschen Tauchboote „U 53", „II 58" und „U 61" sich gegen wärtig auf der Höhe der Küste der Vereinigten Staaten befinden, bezw. verborgen halten.
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London, 26. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Nach einem telephonischen Bericht des norwegischen Konsuls in New Castle ist der norwegische P o st d a m p f e r aus Bergen fahrplanmäßig in New Castle angekommen.
London, 26. Okt. (WTB.) Lloyds meldet aus Ply. month: Der norwegische Dampfer „Anna Gur ine" (1147 Tonnen) ist versenkt worden, die Besatzung wurde gerettet.
Berlin, 26. Okt, (Priv.-Tel.) Die „Voss. Ztg." mel det aus Christiania: Seit dem 1. September sind im Kreuzer krieg 56 norwegische Dampfer von über 79 000 Brutto-Registertonnen mit über 51 Millionen Kronen Versicherungsverlust versenkt worden.
Rotterdam, 26. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Lloyds meldet: Der Dampfer „Sid month" ist versenkt wor den. Die Besatzung wurde gelandet.
Kristiania, 26. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Einem Telegramm aus New Castle zufolge ist der Dampfer „D i d o", mit Eisenbahnschwellen nach England unterwegs, versenkt worden. Die Mannschaft wurde gerettet und nach New Castle gebracht. „Dido" (332 Tonnen) war in Sand- nes beheimatet.
Svendborg, 26. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Nach einem Telegramm an die Reederei des Dreimasters „L o n - d o n" (184 Donnen) in Thuroe, ist dieser in der Nordsee von einem deutschen Unterseeboot in Brand gesteckt worden. Die Mannschaft wurde gerettet. Der Schoner war nach Hartlepol mit Grubenholz unterwegs.
Au§ dem Reiche.
Der „Unabhängige Ausschuß fiir einen Deutschen Frieden"
veröffentlicht folgende Entschließungen:
I. Ter „Unabhängige Ausschuß für einen Deutschen Frieden"" sieht in Uebereinstiinnrung mit dem ausgesprochenen Empfinden des deutschen Volkes in England den rücksichtslosesten und gefährlichsten Feind für Deutschlands politische und wirtschaftliche .Entwicklung, den mit gleicher Rücksickstslosigkeitt niederzukänipfen Ausgabe der deutschen Politik und Kriegführung ist. Er erblickt in der Anwendung aller unserer Macht- und Kampfmittel die sichere Gewähr für den deutschen Sieg.
In unerschütterlichem Vertrauen steht der „Unabhängige Ausschuß"" zu den Führern imseves Heeres und imserer Flotte und erwartet in Zuversicht die in der Hand der Obersten Heeres- und Marineleitung ruhende Eutscheidmrg über die militärische Einsetzung Unserer Macht- und Kampfmittel. In diesem Vertrauen zur Obersten .Heeresleitung empfiehlt er seinen Freunden und Gesinnungsgenossen, dafür zu wirken, daß das deutsche Volk willig und tüchtig bleibt, alle wirtschaftlichen Eiychwernisse auf sich zu nehmen bis der volle Sieg errungen ist, der uns den stanken Deutschen Frieden bringt. (Zensiert Berlin.)
II. Der „Unabhängige Ausschuß stir einen Deutschen Frieden"" gibt der Ueberzeugung Ausdruck, daß durch eine Handhabung der politischen Zensur, wie sie bisher unverändert geübt worden ist, jede sachliche Kritik an Reichs- und Staatsniaßnahmen aus das äußerste erschwert, ja vielfach unmöglich gemacht und leickst in übelempfundene Formen gedrängt wird. Er steht daher in der schleunigen BeseitiMng dieser unerträglichen und des deutschen Volkes unwürdigen Handhabung der Zensur das einzige Mittel, denr mich von dem Herrn Reichskarrzler beklagten Zustande ein Ende zu machen.
Der „Unabhängige Ausschuß für einen Deutsch«! Frieden"" bittet den Herrn Reichskanzler, dafür Sorge zu tragen, daß dem deutschen Volke durch eine Aenderung der politischen Zensur die Möglichkeit gegeben wird, sich zu seinen heute zur lZntscheidungl
st-h.ud-u, Taüiu Zukunft Deutschlands bestimmenden Lebens« fragen frei äußern zu können. (Zensiert Berlin.)
Gründung eines deutschen Jndustrierates.
Der Ausschuß desZentralverbandesDeutscher Jn- dustrieller und oer Große .Ausschuß des Bundes der I n d u st r i e l l e n haben in einer genwinsamen Sitzung am 25. Oktober d. Js. die Fortsetzung ihrer bisher im Kriegsausschuß der deutschen Jridustrie geleisteten Gemeinschaftsarbeit auch nach dem Kriege bescküossen. In der Ueberzeugung, daß es angesichts der tiefgreifenden Neugestaltung der gesamten wirb-- schafttichen Verhältnisse Deutschlands nach dem Kriege unbedingt.' erforderlich ist, die gemeinsamen Interessen der deutschen Industrie geschlossen zu vertreten, haben die beiden Organisationen unter Mitwirkung des Vereins zur Wahrung der Interessen der chemisck>en.Jnduftrie Deutschlands den „D e u t s ch e n I n d u st r i e- rat"" gegründet. Der „Deutsche Jndustriera t" soll unter.- voller Aufrechterhaltung der Selbständigkeit der einzelnen Orga- inisatronen fortan die einheitliche Interessenvertretung der deutschen Industrie ^ eilen und wird sich die gemeinsame Behandlung aller, die wessen der deutschen Industrie in ihrer Gesamtheit berühren uni wirtschaftlichen und wirtschastspolitischen Fragen nach Maßgabe der festgestellteu Satzungen zur Aufgabe machen. Er Wird aus 54 Mitgliedmn bestehen, von denen je 25 aus den Kreisen der dem Zentralverbande Deutscher Industrieller und dem Bunde der Industriellen an geschlossenen Jndustriegruppen zu bestellen sowie vier Mitglieder vom Verein zur Wahrung der Interessen der chemischen Jndustri? Deutschlands abzuordnen sind. Die Geschäftsfühnmg des „Deutschen Jndustrierats"" wird in den Hän- den der Geschästsführer des Zentralverbandes Deutscher Industrieller und des Bundes der Industriellen liegen.
Der 12 Milliardenkredit von der Sozialdemokratie bewilligt.
Berlin, 27. Okt. Tie so^ialdemokratischeReicks- tagsfraktion faßte laut „Vorwärts"" mit 57 gegen 15 Stimmen den Beschluß, die neu angesorderten Kriegskredite im Betrage von 12 Milliarden Mark zu bewilligen. Tie Fraktion nnrd int Plenum hierzu eine Erklärung abgeben.
ß
Berlin, 26. Okt. (WTB.) Der Reich skanzler begab sich, der „Nordd. Allgem. Zeitung"" zufolge zu einem kurzen Aufenthalt in das Große Hauptquartier.
Berlin, 26. Okt. (WTB. Amtlich.) In der heutigen Sitzung des B u n d e s r a t e s gelangten zur Annahme der Entwurf einer Verordnung über den Verkehr mit Schwefel, der Entwurf einer Verordnung über die Verarbeitung von Kartoffeln in Klein-Brennereien und der Entwurf einer Verordnung über die Verjährungsfristen.
Die Goldanküttsstelle
ist morgen von JO bis \ 2 % Uhr geöffnet!
Aus Stadt und Land.
Gießen, 27. Oktober 1916.
** 21 u § i c i cf) n u n g. Der Unteroffizier Karl Heck, Kriegs- srciwilliger, wurde für besondere Leistungen in den Somme- kämpfen mit der Hessischen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet. nachdem er in den Kämpfen um Verdun bereits das Eiserne Kreuz erhielt.
** 2 00 Gr am m Fleisch Für die laufende Woche ist die Hüchstmenge an Meisch auf 200 Gramm für die Persorr festgesetzt. Es wird in den Metzgevlädeir gegen '/io Anteil verabfolgt: entweder 20 Gramm Schlachtviehfleisch mit ein- gewachsenen Knochen, oder 25 Gramm Frischwurst, oder 16 Gramm Schlachtviehfleisch ohne Knochen, Schinken. Dauerwurst, Zunge, oder 40 Gramm Wildbret, Eingeweide. Fleischkonserven einschließlich des Dosengewichtes. Die Berechnung der abzugebenden Fleischmenge ^erfolgt jede Woche ans Grund des nach Beendigung der Schlachtungen fest- gestellten Schlachtgewichts der der Stadt überwiesenen Schlachttiere. Es besteht daher die Sicherheit, daß die angegebene Menge auf jede gültige Fleischmarke abgegeben werden kann, da die entsprechende Menge Fleisch auch wirklich vorhanden ist. Die Metzgerläden sind Samstags außer den bekanntgegebenen Verkaufszeiten an den andern Tagen, Sainstags von 8 bis 12 Uhr vormittags und 3 bis 8 Uhr nachmittags geöffnet. Es kann daher jeder in Ruhe sein Fleisch holen. Erfahrungsgemäß besteht ein Drängen nur bei Oeffnung der Läden. Von 10 oder 11 Uhr morgens ab sind die Läden fast leer. Wer sich nicht ins Gedränge begeben und warten will, bis er an die Reihe kommt, hole sein Fleisch von 10 bis 12 Uhr oder nachmittags; er wird dann ohne Benachteiligung' das Gewünschte in kurzer Zeit erhalten, da die Läden dmrn wenig besetzt sind.
** Die städtische Trockenanlage ist nunmehr eit drei Wochen in Betrieb und arbeitet in vollkommener Weise. Es werden nicht nur Zwetschen und Aepsel gedörrt, ondern auch alle Gemüsearten. Namentlich lassen sich alle Kohl arten mit sehr guten Ergebnissen trocknen und auf diese Weise dauernd' erhalten. Die Dörranlage kann von jedermann in Stadt und Land benutzt werden. Die frischen Waren sind zwischen 10 und 12 Uhr im städtischen Elektrizitätswerk abzugeben.
** Konzertverein. In die Vorträge des am Sonntag in der neuen Aula stattsindenden ersten Konzerts teilen sich mit Herrn Professor Trautmann, der die Klavierbegleitung für beide Solisten freundlichst übernommen hat, Herr Kammersänger Ludwig Heß und Herr Arnold Földesy. Ludwig Heß ist ein Vollblutmusiker, der sich als Komponist und Dirigent vielfach betätigt hat und zugleich den Namen eines unserer zugkräftigsten Konzertsänger' besitzt. Sein in allen Tonlagen prächtig klingender Tenor, reiche Gestaltungskraft und eine unrmherzige Vermitt ungs» art haben ihm die Begeisterung der Zuhörer allenthalben gesichert, ögar die der frostigen „Neutralen"" aus seiner Llmerikafahrt. Der Künstler hat Lieder von Schubert und Schumann aus das Progrmum gesetzt und als besondere Anziehung Beethovens „An oie ferne Geliebte"", dieses ergreiferrde Bekenntnis einer chmerzlichen Sehnsucht, das der Meister in diesem Liederkreis so weihevoll nrusikalisch gestaltet l)at. — Der Cello-Virtuos Herr Földesy ist eine neue Erscheinung im Konzertsaal, aber kein Neuling in seiner Kunst. Die Berliner Kritiker rühmen ihn übereinstimmend als einen ernsten Künstler von vornehmem Geschmack und preisen seinen llangschönen Vortrag und die glänzende Technik, die ihn in Wettbewerb mit den ersten lebenden Virtuosen Casals nicht ausgenommen, tketeü läßt. Das Konzert von Haydn, Locatelli's Sonate und die von ihm selbst für das Cello um- geschsriebenen Sarasate'schen Zigeunerweisen werden ihm Gelegenheit zur Entfaltung schöner Melodik, Charakteristik und Virtuosentums geben.
** Mil itaris che Kartoffelrequisition. Aus Braunschweig wird dem „B. T." gemeldet: Wie die Landeskar-^ tofselflelle bekannt macht, werden von jetzl ab nach entsprechender Verständigung mit dem Stellvertretenden Generalkommando m i - litärische Revisionskommandvs zur Unterstützung der Kreiskartoffelftellen in jeden Kreis entscurdt roerden. Ihre Hauptaufgabe besteht darin) neben entsprechender Aufklärung der Kartoffelerzenger die rasche und ausreichende Ablieferung der vorhandenen Kartoffeln zu veranlassen. Dabei wird der zuständige eigene Bedarf der Wirtschaft des .Erzeugers (IV 2 Pfund <mf den Kopf und


