Post $ur Verteilung kommt. Wie gespannt man untersucht,
Ku'k&c^ Glück die Karte, der Brief, das Paket bei den wahrlich Glücksbedürfligen verbreitet. Und toenn es glückte, einen der „Vergessenen" zu erreichen, wie bald war die Antwort in der Heimat angelangt, in der vielleicht in unbehilflichem Wort, aber mit herzlichem Empfinden sich der Dank aussprach! Und nun werden, wieder im Felde und daheim, die Postsachen sorgsam aufgehoben. Wie wird die persönliche Seite dieses Krieges, die in keiner öffentlichen Urkunde und m keiner Darstellung der Presse zu vollem Ausdruck kommt, in diesen Feldpostbriefen der Zukunft überliefert werden. Kinder und Kindeskinder werden diese Schätze hüten, an ihnen die Größe dieser Zeit sich immer wieder in die Erinnerung zurückruftn. Welch ein Quell von Vaterlandsliebe sprudelt in diesen unscheinbaren Blättern, und will sich vererben auf kommende Jahrhunderte! An ihnen auch wird man ul ferner Zukunft erkennen, wie alle, alle an diesem Krieg beteiligt waren, dem großen Welt- und Volkskrieg um Deutschlands Leben und Ehre.
'Gesegnet sei die Feldpost. Unser heißer Dank gebührt all ihrer treuen Arbeit. Unausgesprochen empfinden ihn Unzählige tagtäglich für sie. Wir aber wollen wieder Feldpostbriefe lesen und sammeln, in ihnen unfern eigensten Anteil an der großen Zeit treulich hüten. Eck.
E h r e n d o k t o r. Die philosophische Fakultät der Landesuniversität hat den Geh. Oberschulrat und Vortragenden Rat im Ministerium des Innern in Darmstadt, Lud- .wig No d n ag el, zum 20.Oktober ehrenhalber zum Doktor der Philosophie ernannt. — Geheimer Oberschulrat Nodnagel feierte gestern in Dann stad t sein goldenes Amtsjubiläum im Dienste des hessischen Schulwesens. In dem Jubilar verkörpert sich der Aufstieg des hessischen Schulwesens der letzten Jahrzehnte in lebendiger Weise. Ursprüng- ' lief) Leiter der Realschulen zu Gr.-Umstadt und Gießen, wurde Nodnagel 1888 zum Direktor des Gymnasiums und der Realschule zu Worms berufen. Seit 1899 ist er im Darm- städler Ministerium des Innern, Abteilung für Schul- angelegenheiten, an leitender Stelle mit ausgezeick)netem Erfolge tätig. Dem jugendfrischen Greise verehrten die Wormser Lehranstalten gestern zu seinem Ehrentage ein von Fritz M u th (Worms) gemaltes Bildnis des Doms zu Worms und einen künstlerisch ausgestatteten Glückwunschbrief.
** Amtliche Personalnachrichten. Ter Großherzig hat dem Vortragenden Rat im Ministerium des Innern, Abteilung für Schulangelegenl^iten, Geheime,: Oberschulrat Ludwig Nodnagel in Tarmstadt, pm 50 jährigen Dienstjubiläum am 20. Okt. 1916 die Krone zum Komturkreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. — Tas Ehrenzeichen für Mitglieder frerwttliger Feuerwehren wurde vom Großherzig verliehen: Heinrich Bauer, Otto Müller, Heinrich Rain II., Heinrich Schwalm, sämtlich zu Lollar.
** Ober hessischer Kunstverein. Die zur Ausstellung angemeldeten Bilder sind teils eingetroffen und unterwegs, südaßwie vorgesehen, am Sonntag, den 29. Oktober, die Eröffnung der Ausstellung erfolgen kann. Die zur Ausstellung gelangenden Werke bekannter Meister waren bisher in der Berliner Großen Kunstausstellung, im .Kunstsalon Casf irer -Berlin und im Mün- ckener G l a s p a l a st ausgestellt.
** Als Kartoffel-Höchstpreis für Kartoffeln aus der Ernte 1916 ist festgesetzt: Bei Lieferung gesackter K>.rrtoffeln frei Keller des Bestellers in Mengen von einem Zentner und mehr für Erzeuger aus Gießen für den Zentner 4.20 Mk., ans anderen Orien für den Zentner 4.60 Mk.. für Kartoffelhändler für den Zentrier 4.85 Mk., beim Verkauf in Mengen von weniger als einem Zentner ab Lager oder Verkaufsstelle für das Pfund 5i/ 2 Kg.
** Kartoffelernte. Wie die Schulabteilung des Großh. Ministeriums des Innern bekannt gibt, ist mit Rücksicht auf das eingetretene Frostwetter dorr, wo ein Bedürfnis dazu vorliegt, der Unterricht zum Einbringen der Kartoffelernte auszusetzen.
** Gunter Null. In dieser Nacht hat es zum ersten Male gefroren Dre Temperatur sank auf 1 Grad unter Null. Heute morgen torqne man auf den Wieseckbrücken die zur Schule gehenden Lchüler ans Eisbahnen schlittern sehen. In Laulerbach erreichte dce -^euweralur ern Minimum von 4 Grad und wies heute morgen irochj 1 Orad. Kälte auf. Für die noch nicht eingeernteten Kartoffeln vffteht ernstliche Frostgefahr. Auf dem Feldberg sank das.Thermo- mLUr (uif ungefähr -.4 Grad. Wie wir erfahren, wird sich die Lllgemeintemperatur etwas erhöhen, sodaß in der nächsten Nacht nur noch in höheren Lagen Frost zu befürchten ist.
... Frühdruschprämie für Hafer. Tas Kriegser- uahrungsamt gibt bekannt: Um rechtzeitige Deckung des Herbst- bKari?..der HeEsverwcütung an Hafer sicherzustellen, ist für die ffül-zeiti^ Ablieferrn^ des Hafers eine Frühdruschprämie in der lyotm festgesetzt wocken, dav der Höchstpreis für die Tonne Hafer brs zum 30. September 1916 auf 300 Mark, von da ab bisam weitere Festsetzung auf 280 Mark festttnmt wurde. In welcher Höhe i er Höchstpreis endgültig festgelegt ivird, steht noch nicht fest Tie weitere Herabsetzung wird, da ^er Heeresbedari Tur bie nächsten Monate noch erheblich ist, aber ®J lbe November erfolgen. Bis dahin wird den Landwirten, muh wenn man dre Verspätung der Ernte und die sonstigen ^ckiwlerigkerten berücksichtigt, möglich sein, den Hafer
erforderlichen Menge znm Preise von ^«0 Mark zur Ablieferung zu bringen, ohne daß die ordnungs- maw^e Turchnrhrung der Herbstbestellung und die Einbringung der leifet^^^ ^ntn der Beschleunigung der Haferanlieferung
^ ** Des s_ischeOstpreußenhilf e Vor einiger Zeit wurde ^^dlrbetter und Beamten des Eisenbahndirettions- L d?- der Hessischen Ostprenßenlstlfe einen uberwiesen haben. Nunmehr ist der gleiche Be- ^ l/000 Mark) durch den Präsidenten des Eisenbahndirektions- be^irkv Marnz im Namen der Beamten und Arbeiter seines Bezirks filmfeeth« als erste Leistung des Mainzer Ortsausscl>usse? bn SpelHidjcii Cftpreußerifnlle überimesen worden. Autzerdeni Hot der Borsch«ide des FniMNwsschusses dcs Wormser Zweigvereins vom „Roten fiten, mit geteilt, daß das vorläufige Ergebnis der Sammlung der Stadt Worms einen Betrag von 25 000 Mark für t!“ Ostpreußenhilfe ergeben habe. Endlich wurde ihr
von Gchennerat Heichelheim en Gießen ber JI
5000 Mark übenviesen. Allen Spendern hat der Minister des ^nnern als Vorsitzender des Gesamtvorstandes berzlickien ausgesprochen. Möchten diese hochhtigert'und reichM Spender von guter VorbedÄung für das Ergebnis der jetzt überall im Land einsetzenden Sammttmgen sein. (Nachdruck erwünscht) n- ^Deutsche Kriegsanleihe Die MitteldeuNckiP Ereditbank, Filiale Gießen, gibt in unserem Anzeigenteile bekannt ®2J E t ü} nmc & c außer den Stücken von Mk. 100.-. Mk. 200 —' ? ^ ^OW.-allch die Stücke von nom M k'
„ 0 S;7> 4 : Deutschen Kriegsanleihe erschienen sind und von oen ** l $ nern m Empfang genommen werden können.
wird knapper Aus Braueveikreisen wird Mitgeteilt, -bafe die Brauereien ihre Lieferungen an die Wirte ein- aussen, weil durch die späte Ernte und durch die geringe Cn * bie dr^Eendie Lieferungen in der bis- ÖJf"' jZEls schon verminderten Hohe nicht mehr ansgeführt ^S^ ü ^ tkn ra° m d'arch diese Maßnahme haltw ^können ^^brlreferniigen brs zur neuen Ernte aufrecht er-
9 i Vahnhofftr. 34. Der Spielplan voin
D -fimn ! sollfende interessante Neuerscheinungen aus:
i\ ? * *1« § " b e." E,ne Kriegsepisode in 3 Akten. D e r
*2 Interessante Naturaufnahme. „D e r höchste
Wurs." Ein Drama in 3 Men. In ü°n Hauptrollen Rudolf
del Zapp, Lotte Erol, Arthur Berger, Heinz Alexander. Dazu das gute Beiprogramm.
Landkreis Gießen.
a. Göbelnrod, 21. Okt. Am letzten Donnerstag wurde nn vom Wachkommando in Lauter b. Grünberg entwichener engl. Geangener auf der Landsttaße Grünberg—Gießen durch unseren Lehrer unter Mithilfe eines dazu gekommenen hiesigen Mannes festgenommen. Der Ausreißer wurde nach Grünberg zurücktrans- porttert und fand einstweilige Aufnahme im dortigen Spritzenhaus.
Eurl Rühl, Sohn des hiesigen Bahnwärters Heinrich Riihl, welcher mitte Juli an den heftigen Kämpfen in Rußland teilgenommen hatte und von seinem Truppenteil als'vermißt gemeldet, hat vor kurzem seinen Angehörige aus russischer Gefangen- schaft geschrieben. Er ist in einer Metallwarenfabrik in Taganroy beschäftigt, wo es ihm bis jetzt gut geht.
vrd. Lich, 21. Oft. Der Gast- und Landwirt Karl Vogt starb in Siebenbürgen den Heltzeiuov fürs Vaterland. Vogt er- ^ute sich überall großer Beliebtheit. — Dem Wachtmeister Weber und dem Polizeidiener Mcper hier wurde das Kricgs- verdienskehrenzeichen am Ba^de der Tapferkeitsmedaille verliehen.
Kreis Büdingen.
# Tübingen, -'1. Cft. - ic Hessische Tapferkeits Medaille erhielt der 5lanonier Georg Schäfer.
B l e i ch e n b a ch, 21. Okt. Nach einer schweren Verwundung starb den Heldentod der Masa inengeivehrschühe Heinrich D e s ch. 2lls vermißt gemeldet wttrde der Wehrmann Reidelbach. Die H e s s i s ch e T a p s e r k e i t s in e d a i l l e erhielt der Gefreite L e i ß , Sohn des Metzgers Leih.
. ißberg, 21. Okt. Schon bürge entbehrte unsere Gerneinde eme Turmuhr. Landwirt Wilhelm Senm stellte 1100 Mk. dafür zur Berftigung. Die Uhr soll eine bleibende Erinnerung an seinen auf dem Felde der Ehre gefallenen Sohn sein. Tie Uhr wird nach den Plänen des Großherzoglichen Tenkmalspflegers Professor Walbe-Tarnistadt entworfen und ausgeführt. Andere Glieder unserer Gemeinde haben zur Erinnerung an die gefallenen Helden eine Kriegergedächtnis st iftnng errichtet, deren Kapital der evangelisck^en Kirche zur Berftigung gestellt wurde.
4h Wolf, 21. Okt. 9tach dreimaliger schwerer Verwundung starb in einem Feldlazarett in Galizien der Wehrmann Stock.
)( Aus dem Niddertal, 20. Okt. Mit aller Macht setzte rnder vergangenen Nacht der Frost ein, das Thermometer zeigte selbst an gefckchtzter Hanswand als üiedrigste Temperatur — 2,5 0 R.
E die/ Kartoffelernte ziemlich beendet: ob an den üoch.znr Hälfte stehenden Runkelrüben Schaden angerichtet worden Ulf, lqHt sich noch nicht beurteilen. Die Kartoffelernte ist sehr schlecht ausgefallen, manche Aecker brachten noch nicht die Hälfte des vor- lährigen Ertrages, auch das Spätgemüse ist schlecht geraten, die Arbeiten auf däm Feld und in den Härten sind überhaupt noch sehr zurück, da der Boden durch das anhaltende fenclste Witter zu naß ist und der Mangel an Arbeitskräften immer größer wird. Sehr eifrig ist die Bevölkerung, sotveit jit Zeit dazu hat, mit dem Einsammeln der Bucheckern beschäftigt, mit Rechen, Tüchern, Sieben und sonstigen Geräten sieht man Alt und Jung pst in die Wälder ziehen, um den reichen Segen zu bergen. Am besten hat sich bis letzt die Methode des Auflesens bewährt, die zwar sehr mühsam und lang)am ist, aber dafür die Nacharbeit des Siebms erspart und nur gute Früchte liefert.
Kreis Alsfeld.
^ Fe. Alsfeld, 21. Okt. Für den Kreis Alsfeld sind für S ch l a ch t g e flü g e l folgende Richtpreise jetzt festgesetzt worden: Einkaufspreis vom Züchter: Landgänse unter 10 Pfund Schlachtgewicht das Pfund 1,60 M., über 10 Pfund das Pfund 1,80 Mark. Verkaufspreis für Händler an Verbraucher 10 Pfennig mehr das Pfuard. Junge Hähne, geschlachtet und ausgenommen das Pfund 1 80^—1,90 Mart, (Gefieder abgenommen). Hühner bei einem chchlachtgQvick-t bis zu drei Pfund das Pfund 1,50 Mark, über drei Pfund 1,65 Mark, ansgenommene Ware ohne Gefieder. Kreis Lauterbach.
B e r m u t h s h a i n , 20. Okt. Der zweite Sohn des Landwirts Rausch wurde in den letzten Kämpfen verwundet. Der älteste Sohn, der Lehrer ist, wurde bereits wegen schwerex Schulterverletzung vom Heeresdienste entlassen.
^ . ü- Gunzenau, 20. Okt. Nur kurze Zeit befaßen wir in dem Schulverwalter Hof aus Gedern einen eigenen Lehrer. Herr H o f wird nämlich versetzt, da der im benachbarten Ober-Movss stehende Lehrer Müller vom Heeresdienst entlassen ist und nun gemeinsam mit Lehrer Wolf in Metzlos den Unterricht an der hiesigen Schule versieht.
ü. Nieder-M o o s, 20. Okt. Vor mehreren Tagen wurde der rn der Nähe gelegene, den Frei Herrn v. Riedefel gehörige große Teich a n s g e f i s ch t. Das Ergebnis war recht zufriedenstellend. In Friedenszeiten lockte dieses Schauspiel viele Schulklassen der Umgebung und sonstige Zuschauer aus nah und fern herbei. Auch Heuer fehlte es nicht an Schau- und Kauflustigen, denn „Frische Fi,che, gute Fische!"
Kreis Schotten.
** Gedern, 21. Okt. Dem Großh. Gendarmerie-Wachtmeister Vogel wurde vom Großherzog das Kriegs-Ehrenzeichen verliehen.
Kreis Friedberg.
F r i e d b e r g , 21. Okt. Der Kommunalverband setzte den Preis für Molkereibutter im Großhandelsverkehr auf 2,40 Mk. und im Kleinhandelsverkehr auf 2,60 für das Pfund fest.
9’ § r t e b b e r g , 21. Cft. Im Kreise Frtedberg betrugen b,§her die G o l d a n k n u f s e r g e b u i s s e 20 604,65 Mark.
Starkenburg und Rheiuhessen.
Fc. Aus dem Odenwald, 21. Okt. Ter fahnenflüchtige Gr-emm von Hambach treibt sich seit einem Vierteljahr im Odenwald herum und führt mit seinem! 17jährigen Sohn die schwersten Diebstähle aus. Der Sohn stahl vor einigen Tagen nt Knoden am hellen Tage im Hanse einer Frau, deren Mann, im Felde stehft 125 Mark, Taschenuhren usw. Ter Vater stand während dem Schmiere. Einer anderen Frau in Hambach stahl der lunge Gremm einen Anzug. Außerdem stahlen Vater und Sohn in der Umgegend von Lindenfcls noch alles mögliche, ohne daß es bis letzt gdmig, die Diebe festzunehmen. Die Bewohner ftirchten ,ich vor den Drohungen der Bande.
Kreis Wetzlar.
ra. Dauborn, 20. Okt. Tie älteste Einwohnerin unseres Ortes, die Witwe Deuster, ist im hohen Alter von 97 Jahren gestorben.
Hessen-Nassau.
ü Marburg, 20. Okt. Das Jäger-Ersatzbataillon beging heute gemäß einer Berftigung des Kriegsministeriums in entsprechender Weise eine G e d e n k f e i e r .zu dent am 20. Oktober erfolgten Sturm auf jLes trois Maisons, an dein das Bataillon sich in ganz hervorragender Weise auszeichnete.
r^. Biedenkopf, 20. Okt. Ter Vorstaiid der Landwirt- schastskauimer für den Regierungsbezirk Wiesbaden beschloß, folgeiiden Gemeinden des Kreises Biedenkopf Beihilfen für die Zusammenlegung zu geivähren : Crumbach und R o ß - b a ch je 590 Mk. imd O b e r w e i d b a ch 800 Mk.
X Hanau, 21.Okt. Bei den immer schwieriger werdenden Verhältnissen in der Versorgung mit Milch> die allerorts zu schive- ren Unzuträglichkeiten zwischen Produzenten, Kommuiren und Verbraucher führeii, gehen die Einrichttuigen der demnächst in Bettieb zu nehmenden st ädtischen M i l chkn hwi rt scha ft im ftül- heren I9Rarstalle des Altstädter Schlosses ihrer Vollendung entgegen, die für den kommeirden Winter urld die übrige Tauer des Krieges eine feste Grundlage in der Milchversorgung des Stadtkreises Hanau bilden soll. Für den Betrieb dieser Milchwirtschaft haben die Stadtverordneten kürzlich 200 000 Mk. zur Verfügung gestellt. Ter Betrag hat zur Anschaffung Dem 50 Milchkühen im Gesamtwerte von 85 000 Mk. sowie zur Anschaffung ausreichender Mengeri von Futtermitteln für die Kül>e mit 60 000 Mk. Verwendung gefunden. Man hofft, durch den späteren Verkauf der Kühe und den Erlös für die zu gewinnende Milch einen beträchtlichen Teil des jetzt benötigten Geldes zurückznbekommen. Die Milch aus der städtischen Milchikuhwirtsck>aft soll in erster Linie den Kindern, Kranken und Wöchnerinnen zugute kommen. Aüch jdie Butlerver-
siorgung soll eine wesentliche Besserung in unlevra Stuv: .o fahren.
Nastätten, 21. Okt. Im nahen Casdorf äscherte ein ^rotzfeuer die mit Erntevorräten gefüllte Scheune der Witwe PiMiipv Arrton Bonn ein. Das Feuer griff auf das Gehöft des Landwirts Busch über und legte Teile desselben ebenfalls in ttschc. Durch Unvorsichtigkeit zweier fünfjähriger seuaben soll das Feuer entstmiden sein.
.j a - ^. u 3 Nassau, 20. Okt Ter Bezirksverband Nassau errichtet ewe Kr i e g shil f s ka s ,'e mit dem Zweck der Wahrung von Darlehen an Kriegsteilnehmer oder deren Angehörige
ttneieu [mb. Der Bezirksverband stellt der Kasse eine Million Mark zur Verfügung, die spätestens 10 Jahre nach Friedensschluß zuruckzuzahlen sind. Ter Staat leistet ebenfalls einen Zuschuß von einer Million Mark, die nach Abzug von 15 v. H- Rücklage, iic ölttdjeix Jahreszahlungen vm: 1919 ab znrückzugebeu sind. Das Tarlehn soll 3000 Mk. nicht übersteigen, der Zinsfuß nicht 4 v. H. < 1 um selbstauoigen Mittelstände gehören alle diejenigen, die ihren Lebensunterhalt nur oder hauptsächlich durch den .Betrieb eines Gewerbes, Landwirtschastszweiges oder die Ausübung eines freien Beruses erwerben oder ein mäßiges Jahreseinkommen, gewöhnlich riicht über 4000 Mark erz ielen.
Unrverfitcrts-rLckchrrchten.
7^ Frankfurt a. M., 20. Ott. Die Feier des Rektorats- wechjels au der Universität findet am Mittwoch, den 25. Oktober in der Universitätsaula statt. Mit der Feier wird die Enthüllung n Konsul Kotzenberg der Universität gestifteten Adickes- sOuste verbunden. —_ Professor Dr. v. Laue, der bekannte Nobelpreisträger und Ordinarius der theoretischen Physik an der hiesigen nmpcriitat hat den an ihn ergangenen Ruf nach Wien abgelehnt.
Geriehtrsaal.
^ ^ ,.21 Ott. Vor einiger Zeit erhielt ein Tierarzt
rm Kreise Biedenkopf ernrge Postkarten beleidigenden Inhalts. Der Erdacht der Täterschaft lenkte sich auf einen Fleischbeschauer, der schließlich auch unter Anttatze gestellt und auf Grund der ei ^gezogenen Gutachten Sachverständiger wegen Beleidiguiig zu 100 Mk Gelbst rase verurteilt wurde. Die gegen dieses ersttnstanzliche Urteil eingelegte Beruning wurde heute von der Strafkammer verworfen.
Märkte.
Gießen, 21. Oft. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter das Pfund 1,90—0,00 Mk.- Hühnereier das Stiick 00 Mg.; Käse 0 Pfg., Käsematte 3 Psq. das Stück- ttuhner das Stuck 4,00-6.00 Mk., Hahnen das Stück 3,00-4,00 Mk' Nlenflestch das Pfund 2,10-0,00 Mk.. Kuhfleisch 2,10-0.00 Mt. das Pf""d, Rindfleisch das Psuttd 2,10-0,00 Mk., Schweinefleisch das Pfund 1,80-0,00 Mk., Kalbfleisch das Pfund 3,00-0,00 Mk Hammelfleisch das Pfund 2,20—0,00 Mk.: Kartoffeln 50 Kilo 0 Mk.: Zwiebeln das Pfund 18-00 Pfg.: Milch das Liter
30 Pfg.; Nüsse 100 Stück 00-00 Pfg.: Spinat 25-09 Pfg. das
P'und, Weißkraut das Stück 20-40 Pfg., Rotkraut 20-50 Pfg Wirsing 10—25 Pfg. das Stück, Kohlraben 10-20 Pfennig das Ltuck, Rote Rüben 15-00 Pfennig das Pfund; Gelbe Rüben 15 bis 18 Pfg. das Pfund, Endivien 10-15 Pfg.; Sellerie 10-35 Pfg.. Lauch 5—8 Pfg., Blumenkohl 30-70 Pfg.; Tafeläpiel das Wund 10-22 Pfg., Birnen das Pfund 22-00 Pfg. — Marktzeit
Letzte Nachrichten
Eine Konferenz der leitenden Minister der Bundesstaaten.
. Berlin , 21. Ott. Wie dem „Berliner Lokal-Lftizeiger" berichtet wird, ftndet heute eine Bevatmrg aller leitswcn Minister der Bundesstaaten ünd Elsaß-Lochringens in Berlin statt. Die Einladungen hat der Reichskanzler ergehen l-assen. Wie wir hören, wird es sich bei diesen Beratungen üm die Winterversorgung des Reiches mtt Kartoffeln und um sonstige Fragen der allgemeinen Volksern-ährung handeln.
Der Wechsel in der Presseabteilung des Außenamtes.
B e r l i n, 21. Oktober. Der „Berliner LoSolanzeiger" schreibt: Wie wir erfal/ren, wird der Wechsel in der Presseabteilung des Auswärtigen Amtes beretts am 1. November eintreten. Tie Ernennung des Majors Tentelmoser zum Nachfolger de§ Gehei mrats Hamann dürfte, da nun einmal mtt dem Llusscheiden des bisherigen Leiters der Presseabteilungen des Auswärtigen! Amtes gerechnet werden muß, in der Presse allgemein begrüßt werden. Schon lange vor Beginn des Krieges hatte das Kriegsministerium die Notwendigkeit erkanitt, eine bessere Verbindung mit der Presse zu erhalten. Es wollte zu diesem Behufe eine eigene PresseabteilnTig Mer ein Nachrichtenbnreau, wie es im Reichs marineamt schon seit Jahren z um Vorteil aller beteiligtm Kreise besteht, einrichten, an dessen Spitze Major Tentelmoser treten sollte. Leider machte der Reichstag damals erneu Strich durch den wohlerwogenen Plan, wett er die Mittel für
neu zu schaffende Amt ablehnte. Als dann der
Krieg ansbrach, wurde Major Deutelmvser in die Presseabtettung des Großen Generittstabes berufen, wo ihm als Nachfolger des Majors Mkolai die Leitung des Verkehrs mit der Presse zufiel, und als dann im vorigen Jahre das KriegspresseMitt eingerichtet wurde, wurde Major Deutelmoser sein Chef. Die deutsche Zeitungswelt dürfte sich dazu beglückwünschen, daß die Wahl auf diesen Offizier fiel, denn er zeichnet sich durch weitgehendes Verständnis für die Bedürfnisse der deuttchen Presse Mls. Persönlich von größter Liebenswürdigkeit, zeigte er im amtlichen Verkehr, so weit er dies konnte, Entgegenkommen ftft- hie Wünsche und Anregungen, die ihm vorgetragen wurden, suchte erfolgreich Gegensätze nach Möglichkeit auszugleichen, Reibungen oorzubengen und, wenn sie zutage traten, sie glättend aus der Welt zu schaffen. Nach alledem darf man dem Wirken des Majors Deutelmoser mit Vertrauen entgegensetzen. Schon vor seiner letzten Tättgkeit im Kriegsmiinsterinm war der damalige Hauptmaun Deutelmoser dort zur Dienstleistung kommandiert bei der ersten Armeeleittrng unter deni Abteilungsches Oberst von Bergmann. Vorher stand er 'fei dem 7. rheinischen Infanterie-Regiment 69 in Trier, wo er die 11. Kompagnie kommandierte. Haupttnann war er am 21. Mai 1906 geworden.
Englische Besorgnis wegen drr Kriegslage in Siebenbürgen.
Rotterdam, 21. Okt. T-tt „Time s" meldet aus Bukarest: Obgleich die Rumjänen die Pässe kräftig besetzt halten, könne noch nicht angenommen werden, daß die Krise endgültig vorbei ist, denn die Deutschen werden wahrscheinlich so lange Verstärkungen senden, wie das günstige Wetter Kriegshandlungen in diesem hügeligen Gebirge ermöglicht. Der Timeskorrespondvrt berichtet noch, daß die rum änffchen Soldaten brennende Fässer von den Berges hüben, herabrollen.
„Daily Chroniclck^ erführt, daß die Schlacht um die rumänischen Pässe andauere. Die Tatsache, daß der .Feiud vor Anfang der Woche bereits vor Ricuar starid und in jener Gegend mrr etwa 3200 Meter von dem wichtigen Eisenbahnendpuntt KttnpolUng entfernt ist, zeigt, daß die Lage für die Rumänen noch imNiier gefährlich ist.
ächte Godever Mineral- Pastillen
, Nachahmungen weise man zurstch


