Ausgabe 
18.10.1916 Erstes Blatt
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tourdj üeöensamrfcigen Vornehmheit, uni) so iu&Ueu uch i>ie Zu- ESrer mit dem Dichter allein und lauschten seiner: Worten, gerne getonnt durch den Geist einer edler: Persönlichkeit.

** Kriegs wirtschaftliche Maßnahmen der Ei f e n- Hahn verwalt ungen. Der preußische Eisenbahnminister hat cffo: ihin unterstellten Eisenbahndirektionen zur Pflicht gemacht, .jeden nur irgendwie verfügbaren Eisenbahübeamten zur restlosen ^Bergung und Einbringung der Kartoffelernte zu beurlauben. So- iweit .die Bediensteten selbst Unabkömmlich sirrd, ist dahin zu ! Wirker:, das; deren Angehörige sich für die Erntezwecke zur Ver­fügung stellen. Ein weiterer Erlaß, des Eisenbahnminfftcrs weist die.Eisenbahrrdircl.ionen pm wiederholten Male an, auch ferner die Bestvebamgen der Eisenbahner zur Hebung der Klttittier- -zucht mit größtem Nachdruck zu unterstützen und daneben auch Die Gronvieh- und Schweinehaltung zu fördern, soweit dies idie wirffchaftlichen Verhältnisse zulassen.

** Aufusnse rm Friedhofe beginnen jetzt wieder imzäh-- chige fleißige Hände die Gräber teurer Angehöriger zu Pfleger und in einen für daS herannahende Totenfest würdigen Zustand zu ver­setzen. Es empfiehlt sich, größere Instandsetzungen bereits jetzt vor­nehmen zu lassen, jdck ihre Witterung unbeständiger wird, sich auch die Arbeiten bis zuin Schlüsse allzusehr häufen.

' ** Der näch sie Städtische Seefisch markt findet

Donnerstag, den 19. Oktober, nachmittag» 3 Uhr beginnend, in den Marktlauben statt.

* Städtischer Eierverkauf. Gegen Vorzeigen der Brotmarken-Ausweiskarte wird am 20. und 21. Oktober auf bei: Kops der Bevölkerung ein Ei zum Preise von 32 Pfg. abgegeben. Zur Einteilung der Bezirke siebe Bekanntmachung.

*' Z u r W a r n u n g s ü r K a n i n ch e n b a l t e r. Infolge zu reichlicher Fütterung von nassem Grünsutter sind wiederholt Jungtiere zugrunde gegangen. Man achte also sorgfältig daraus, daß die jetzt so geschätzten Kleintiere nur trockenes Futter erhalten.

Landkreis Gießen.

** Grünin gen, 18. Okt. Der Offiziersaspirant Jakob B i n g e l, Sohn unseres Bürgermeisters, der seit 10. August d. I. vermißt wurde, hat an seine Eltern die Nachricht gelangen lassen, daß er sich in russischer-Gefangenschaft befindet.

Kreis Büdingen.

# Hirzenhain, 17. Okt. Fürs Vaterland starb nach Lömonatiger treuer Pflichterfüllung der Kriegsfreiwillige Friedrich Emmerich.

Kreis Luuterbach.

§ Aus dem oberen Niddertale, 18. Okt. Zum ersten Mal« hatte es gestern nacht im ganzen Tale gefroren und: stark gereift. Tie Witterung ist seit gestern so umgeschlagen, daß Uran mit eintretendem Schnee zu rechnen hat. Heute morgen hat es auch schon einzelne Schneeflocken gegeben. Bei der noch, aus- stehenden Kartoffelernte gibt es nun kalte Finger, und der Land- Mmm muß sich sehr befleißigen, um seine Kartoffeln zu bergen. Kreis Schotten.

ke. S ch o t t e n, 18. Okt. Für L a n d b u t t e r sind folgende Höchstpreise im Kreise Schotten vro Pfund festgesetzt worden : Verkaufspreis für den Hersteller bei Abholung in seinem Betrieb 1,90 Mark, bei Verbringung zum Verbraucher 2,00 Mark, Ver­kaufspreis für den Händler 2,10 Mark.

ch: Eichelsdorf, 18 . Okt. Auf dem Felde der Ehre starb der Musketier Otto Wahl im Jni.-Rgt. 144.

G Ober -See men, 18. Okt. Hier verstarb ganz plötzlich der langjährige Großh. Bürgermeister Pevvel im 71 Lebens­jahre. Der Verstorbene war Veteran von 1870/71 und Ritter des Eisernen Kreuzes.

Kreis Friedberg.

#. Butzbach, 18. Okt. Mit dem Kriegs-Ehrenzeichen wurden im hiesigen Reseroelazarett ausgezeichnet der Sanitäts- Feldwebel Roth aus Kaichen, der SanitätS-Unterosfizier Fauer­bach au» Rendel, der Sanitäts-Unteroffizier K e m p s aitS Ober- Erienbach und der Gefreite Roth aus Büches

Pt. Kirch-Göns, 17. Okt. Heute verließ Herr Pfarrer Hallwig unsere Gemeinde, in der er längere Jahre gewirkt hatte, nachdem er vorher in Herbstein, Altenschlirf, Hartershausen und Wieseck als Pfarrer gestanden hatte. Seit 1875 starw er im Dienste der hessischen Landeskirche und wurde auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner treu geleisteten Dienste in den Ruhestand versetzt Bereits seit st. September wird die hiesige Pfarrstelle von! Pfarrer Nannrann zu Pohl-Göns verwaltet.

:: Pohl-Göns, 17. Okt. Vergangenen Sonntag wurde hier und in Kirch-Göns das Erntedankfest gefeiett. Einer -Bitte des Geistlichen nach Beendigung des Gottesdienstes in bereit- stehende Teller Gaben für die Kriegssürsorge einzulegen, wurdls sbereittvilligst entsprochen. Tie Sammlung betrug in Kirch-Göns 112,55 M., in Pohl-Göns 171,15 M. Ta der Vertrauensmann 'des Flottenvereins bei den: Landsturn: eingezogen ist, fand hier am 1. Oktober eine Sammlung nicht statt. Deshalb wurde im Auftrag des Vertrauensmanns vergangenen Sonntag im Gottesdienste die Bitte um Gaben für unsere Marine ausgesprochen mit dem Erfolge, daß 120 Mark als Ergebnis desOpfertages" abge­liefert werden konnten.

nt. Södel, 17. Okt. Dem Wehrmann Wilhelm Wagner, in einem Artillerie-Regiment, und dem Wehrmann Karl D: e h l, im Infanterie-Regiment Nr. 81, beide seit Kriegsbeginn im Felde, wurde für hervorragende Tapferkeit vor dem Feinde, die Hessische Tapferkettsnredaille verliehen. Wehrmann Ph. S e i p p, ebenfalls seit Kriegsbeginn im Felde, wurde mit dem Eisernen Kreuz zweiter Klasse ausgezeichnet. Dieselbe Auszeichnung erhielt der Kttcgs- frttwillige Wilhelm Feih, in einer Maschinengewehrabteilnng^ welcher schon auf fünf Kriegsschauplätzen tätig war, und vor kur- «pm zum Gefreiten befördert wurde. Bis jetzt sind es in unserem Aernen Orte bereits 26 Mann, die mit diesen Auszeichnungen rgeehrt wurden.

Kreis Wetzlar.

ra. Wetzlar, 18. Okt. Das Königl. Konsistorium macht be­gannt, daß die Presbyterien und Geistlichen jetzt bei gegebenem Anlässe kirchlicher Siegesgeläute und kirchliche Siegesfeiern ver­anstalten können, ohne zuvor eine besondere Benachrichttgung-ourch militärische oder staatliche Behörden abwarten zu Müssen, weil der Befehl yuxrt Beflaggen der öffentlichen Gebäude und zum Schießen tzäeic^eitig mit der Bekanntgabe der amtlichen Siegesnachrichten durch Wolffs Telegvaphenbureau verbreitet werden.

ra. Wetzlar, 16. Okt. Der Kveisansschuß hat in der B u t - sierversorgn^g folgende Verordnung erlassen: Alle Selbst- erzeuger dürfen für den Kops der Familie 180 Gramn: Butter jede ZÄxhe zurückbehalten, während alle Versorgungsberechtigten nur Anspruch auf 90 Gramm für die Woche haben und diese von der Kauptsammelstelle der Kreisstadt erhalten. Allen Ueberschnß an Butter haben die Bauern an die Dorffammelstelle abzuliefern und erhalten 2.20 Mk. für das Pfund. Von hier geht die Butter an die Laupffanrmelstelle Wetzlar und kommt dort zur Verteilung, indem auch die Versorgungsberechtigten der Dorfgemeinden berücksichtigt werden. Lebhaft besprochen aber wird der Umstand, daß sich da­durch der Preis beträchtlich erhöht. Tie Bersorgungsberechtigten Essen nämlich 2,55 Mk. fürs Pfund zahlen.

Wa. Wetzlar, 17. Oktober. Für das Vaterland sind ge­storben: Leutnant (cand. med.) Erich Stein, Jägerbataillon Nr. 11, aus Ehttngshausen. Ersatzreservist Ludwig Kr eh best, Jnf.-Regt. Nr. 86, aus Wetzlar. Mit dem Eisernen Kreuz 2. Kl. ausgezeichnet wurden: Gefreiter Heinrich Martin, Jnf - Regt. Nr. 88, aus Aßlar. Pionier Jakob Müller, Pionier^ chata.il lon Nr. 20, 1. Kompagnie, ans Oberndorf. Er ist ein Sohn des Zimmermeisters Müller.

ra. Kloster Altenberg, 18. Okt. Der Erfolg des be­endeten WeidegangS der braunen Vogelsberger Rinder, die aus der fast 60 Morgen umfassenden Weide hier aufqetrieben waren, ist auch diesmal äußerst befriedigend. Das tägliche Weidegeld beträgt für die Viehbesitzer des Kreises Wetzlar 25 Pfg., da der Rest in gleicher Höhe regelmäßig vom Kreise übernommen wird.

Hessen-Nassau.

Marburg, 18. Okt. An den Folgen eines Unfalls ver­starb in der hiesigen Klinik der Baron Felix von und zu Gilsa, Patronatsherr von Gilsa und Zimmersrode.

= Frankfurt a. M., 16. Oktober. In dem ll-Zug assel^-Hvankfurt a. M. wurden eurem Reisenden aus Berlin

durch das unvorsichtige Zuschlägen eurer AdtttlMr fast alle Finger der linken Hand abgeqnetscht. Auf Veranlassung der Deutsch-Tiürkischen Bereinigung trafen hier inehrere junge Dümen zum Besuch der höheren Frankfurter Lehr­anstalten ein. Die jungen Leute wurden in Bürgerfamilien untergebracht, wo ihnen besondere Gelegenheit zur gründ­lichen Erlernung der deutschen Sprache gegeben wird.

Frankfurt a. M., 16. Okt. In den Eisenbabn-Haupt- werkstätten wurde durch Verfügung des Eisenbahnministers eine 2 ehr werk st ube für Kriegsbeschädigte eingerichtet. Die Anstalt beschäftigte Mitte Septeinber bereits 35 Personen. Der langjährige O b e r b a h n b o f s v o r st e h e r des Ostbahnhofs, RechnungSrat Jakob G u m b e l, ist am Sonntag einem Herzschlag erlegen.

= Frankfurt a. M., 16. Oktober. Die Apfelwein­kelterer sind zurzeit in einer üblen Lage. Während in einigen Orten das Keltern auf Grund der Verfügung des Generalkomman­dos flott im Gange ist, wurde in anderen Gemeinden, vor allem im ehemaligen Landkreise Frankfurt, das Keltern durch die zuständige Behörde untersagt, angeblich auf Anweisung von Berlin. .Wo man aber keltert, hat man derZtttlage entsprechend" auch die Preise für denSüßen" pr kräftig j.n die Höhe getrieben. In Bergen z. B. mußte man am.Sonntag für das Schöppchen eines rocht, recht dünnenSüßen" 25 Pfg. bezahlen. Das sind 125 Prozent mehr gegen sonst.

= Frankfurt a. M., 17. Ott. Die Stadtverordnetenver­sammlung wählte heute im Zeichen des Burgfriedens die aus- scheideitden 23 Vertreter der Stadt Frankfurt im Kommunal­landtag für den Regierungsbezirk Wiesbaden wieder. Zwei neu- errichltete Mandate wurden der sozialdemokratischen Fraktion zu- erkannt, der damit vier Sitze im Kommunallandtag hat.

ke. Wiesbaden, 17. Okt. Die F r e m d e n z i f s e r vom 1. Januar bis 16. Oktober ds. Js. beträgt hier 90 327, davon 34 461 Kurgäste und 55 237 Passanten. Im Jahre 1915 wurde die Zahl 90 000 erst am 3. Dezember erreicht.

oa. Wehr heim i. T., 16. Okt. Vorgestern abend gegen 7 Uhr wurde unser Ott durch Feueralarm in Erregung versetzt. In der von hier zirka 10 Minuten entfernt an der Saalburgchaussee ge­legenen Brücken mühle war Feuer ausgebvochen, das in wenigen Minuten große Ausdehnung annahm. Die nach der Saal- burachaussee stehende große Scheuer war zunächst in Flammen ge­hüllt, von wo ans das verheerende Element durA einen Ver­bindungsbau ,(Torbogen) nach der anderen Scheuer übergeleitet wurde. Tie in den Scheuern aufbewahrten ungedvoschenen Frucht- Vorräte boten neben großen Mengen Heu und Grummet dem Feuer reichliche Nahrung. Mit großer Mühe nur gelang es der hiesigen Feuettvehr, die anschließenden Wohngebäude und das Mühlen­werk selbst zu schützen. Wenn^auch im letzten Moment Hoch die große Anzahl Vieh aus den Stallungen geschafft werden konnte, so ist doch der Schaden an vernichtete.: Frucht-, Heu- und Grummet­vorräten sehr groß: sckätzt man doch allein die verbrannte Winter­frucht aus etwa 160 Zentner. Die Vorräte sind dazu noch nicht einmal vett'ichert gewesen, lieber die Entstehungsursochc des Bran­des ist nichts bekannt.

Fe. Usingen, 18. Ott. Zu dem Brande in der Brücken- m ü h l e bei Wehrbeim ist noch zu berichten, daß die sämtlichen beträchtlichen Getreide- unv Futtervorräte, die ein Raub der Flani- men geworden sind, nicht versichert waren. Der gesamte recht be­deutende Bestand an Pferden, Schweinen und Rindvieh konnte noch rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden. Zur Durchhaltnng! der Viehbestände des Brückenmüllers Will fordert ein Komitee, dm sich in Usingen und Wehrheim gebildet hat, die Landwirte des Kreises aus, durch eine geringe Abgabe aus ihren Vor­räten an Heu Und Stroh dem schwergeprüften Mann den Betrieb erhalten zu helfen.

Fe. Aus dem Taunus, 17. Okt. Seit Monaten treibt in den Kreisen Usingen und Wetzlar eine Diebesbande ihr Unwesen. Nachdem Brandobcrndors vor einigen Wochen von dieser Bande heimgesuckt wurde, wurden in der vergangenen Nacht in der dor­tigen Gerberei Treibriemen im Werte von 1500 Mark gestohlen und bei zwei Landwirten Eier, Fett, Rauchfleisch und Brot. Die Spuren der Bande weisen nach Frankfurt a. M. bezw. Höchst a.- M.

X Gelnhausen, 17. Ott. Zum Zweck der Versorgung der Bevölkerung mit Milch und Butter werden im K'reise Gelnhausen zwei neue Molkereien errichtet.

vevmisehtes.

Wegen Kälte ausgefallene Stadwerordnetensitzung.

= Bad- H'o mbnrg v. d. H., 18. Oktober. Eine als dttng- lich einbcrufcrre Stadtverordnetensichmg mußte Montag abend Aus­fallen. Grund: die große Kälte im Versaminlungslokal, der unheizbarcu: Theatcrvorhalle des Kurhauses. Der Vorsitzende, Justizrat Tr. Z., bettat im dicken Wintermantel und von einem schwerwollenen Halstuch umschlungen das Rednerpult und schwang dreimal mit Wärme die eisigkalte Glocke. Und obwohl auch alle mit Mänteln umschirmten Stadtväter sich und den Vorsitzenden warm- leuchtenden Auges anschauten, so gelang es doch nicht, die physische Kälte ans dem Raum zu bannen. Da aber andere Heizkalorien nichit zur Erwärmung des Lokals zu beschaffen waren, mußte man wieder nnch .Hause gehen. Für die in der nächsten Woche statt- ftndende neue Versammlung wird bereits ein heizbares Lokal gesucht.

Brand eines Postwagens.

Berlin, 18. Okt. Wie demBerl. Tageblck ans Praa ge­meldet wird, geriet der Postwagen des gestrigen Berliner Nach­mittags-Schnellzuges kurz vor Prag in Brand. Die gesamte Post sei verbrannt.

Kirche tutfc Schule.

ul. Dill enbu rg, 18. Ott. Gemäß einem Vorschlag des Kirchen Vorstandes faßte:: die hiesigen evangelisch-ttrchlichen Kör­perschaften aus Giründen der Zweckmäßigkeit folgenden Beschluß: Die Gemeindeorganc verzichten auf die Ausübung ihres Wahl­rechts bei der Besetzung der ersten Pfarrstclle und bitten Kgl. Konsistottum, diese Stelle dem jetzigen dritten Pfarrer, August Conrad, zu übertragen. Sie hoffen, daß auf diese Weise die Wieder­herstellung geordneter Verhältnisse in der Geineinde beschleunigt tvird. Zugleich bitten sic Kgl. Konsistottum, bei der Besetzung der dtttten Pfarrstelle auf die Bedürfnisse der Gemeinde (Tillenburg ist wie keine andere in unserem Bezirk eine Stadt der Schulen und Beamten) Rücksicht zu nehmen und diese Stelle mit einem tüch­tigen, schon bewähtten, aber nicht einseitigen Marme zu besetzen."

Gerrcht-saal.

X Schlüchtern, 18. Okt. Der 17 Jahre alte Schristsetzer- lehrling Wilhelm Jeckel aus Büdmgen hatte seiner Arbeitgeberin Hohineister nach und nach an Postauweisungsgelderu rund !90Mk. unterschlagen. Die Straskaimuer in Hanau diktierte ihm 1 Monat Gesängnis. Wenn er hält, was er versprochen hat, nämlich wieder ein ordentlicher Mensch zu werden, soll ihn: die Strafe erlassen werden.

X. Hanau, 17. Ott. Kurz vor Ostern d. Js. verkaufte der Metzgermttster Salomon Strauß von Wachenbuchen bei Hanau im Schlachthause zu Frankffrrt a. M. größere Posten Fleisch das Pfund^ pi 3.20 .Mk. Ein Höchstpreis war damals für-Fleisch noch nicht festgesetzt. Aber nach der Auskunft der Frankfurter Preis- prüsung sstelle unnrbe einangemessener Preis" ans 2 Mk. be­messen. Mttstbr Strauß hatte sich daher gegen das Gesetz bctt. übermäßige Preissteigerung zu verantworten. Er be­hauptete, das Flttsch wäre um diese Zeit sehr rar und teuer ge- fticfeu. Andere Metzger hätten noch mehr ja 3.40 Mk. für das Pffmd genommen. Der gls Gutachter erschienene Direktor des Frankfurter Schlachthofes erklärte, daß selbst nach Hinzuziehung der Unkosten dem Angeklagte:: das Pfund Flttsch ans 1.40 Mk., höchstens '1.60 Mk. zu stehen gekommen wäre. Er hätte also das Pfund mit 1.80 Mk.: allerhöchstens 2 Mk. verkaufen müssen. Wenn er daher 3.20 Mk. nahm, so hätte er sich dadurch einen ganz besonders hohen Geivinn verschafft. Das Hanauer Schöffen- gettcht veruttttlte ihn zu 400 Mk. Geldsttafe.

Aivchliche N«cbrichten . , Israelitische Religionsgemeinde. _

Gottesdienst in der Synagoge (Sttd-Anlaqe).

Donnerstag, den 19., und Freitag, den 20. Okt. 1916r L a u b h ü t t e n f e st - E n d e. Do::nerstag: Vorabend: 5.30 Uhr. Morgens: 8.30 Uhr. Freitag: Vorabend: 5.30 Uhr. Jugend­gottesdienst n: i t Predigt. Dlorgens 8.30 Uhr.

Meteorologische veobachtungen der Station Eichen.

Okt.

1916

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Höchste Teinperatur am 16. bis 17. Okt. 1916: -ft 8.6° 0. Niedrigste 16. * 17. * 1916: -ft 1,5 ° 0.

Niederschlag 1,7 mm.

Letzte Nachrichten.

Zur Sommeschlacht.

Bern, 17. Ott. (WTB. Nichtamtlich.) In einer milttättschen Betrachtung schreibt derTemps" zur Sommeschlacht: Wir Müssen uns Mit dem Gegner schlagen, der von den vollkommensten Mitteln der 'modernen Befestigung geschützt ist, nicht von Betonkuppelwerkel:, ldie von^den Geschütze:: zertrümmert toevden können, sondern von tiefen Schützcngräbe::, die sich in mehreren Linien aufttnander-^ folgen, infolge ihrer Dichte nur loenig Ziele bitten und ivegen ihrer Ausdehnung dem Angrttser einen ungeheuren Geschoßttnsatz kosten. Ausdehnung der englischen Dienstpflicht.

Berlin, 18. Okt. Wie dieVoss. Ztg." aus London erfährt, plant die englische Regierung eine Ausdehnung des jetzigen Dienstpflichtgesetzes dahin, daß sich auch alle Un­tauglichen zu Melden haben. Diese für den Heeresdienst nicht tauglichen Männer sollen nach Bedarf und Beruf zur Arbeit in Munitionsfabriken, Werften oder anderen staatlichen Betrieben einberufen werden.

Vierverbandslogik.

Bern, 17. Ott. (WTB. Nichtamtlich.) TerTemps" sagt in einer diploinatischen Bettachtnng, ein Verglttch des Vorgehens der Entente in Griechenland mit der Verletzung der belgisck-en Neutra­lität sei in Mneiu Punkte zulässig. Wer ttne solche These ver-^ scchte, komme in den Verdacht, die Höl)e der Rechtsauffassung der Alliierten mit der deutsche:: TheorieNot ken:tt kein Gebot!" zu verwechzeln. Das Recht der Alliierten sei durch Verttäge, durch die Zustimniung des größte:: Teiles der öffentlichen Meinung/ Griechenlands und durch die ftt:rdseligen Handlungen jerrer, die den König mit den: Volke in Widerspruch brachten, begründet.

Vierverbandsarbeit in Spanien.

i. Köln, 18. Ott. DieKöln. Zestg." nrttdet aus Budapest: Der Berichterstatter derAz Est" erfährt aus Madrid: Ter Vier- vcrband labe den Hase:: von Mahon auf der Insel Minvrka als Stützpunkt zum Schutz gegen deutsche U-Boote ver­langt. Französische Agenten haben in ganz Spanien Arbeiter-, s am m el sie lle,n erttchttt, die spanische Arbeiter für französi­sche Munitionsfabttkeen anrv-erben. In Katalonien allttn sollen die Franzosen 100 000 Arbeiter anwerbe::.

Spaniens Haltung.

1 Madrid, 18. Ott. Meldung derKöln. Zeit.": Der M- geordntte Domingo ersuchte namens der republikanischen Ver- ttnigung die Regierung, die Haltung Spaniens im Weltkriege oor- zulege::. Der Rttnistcrvräsidont erklätte, er leh::c die Augorderung weder ab, noch nehme er sie an, jedvck) nmßten die wichtigen, vor­liegenden Finanzprojette zuvor erledigt werden. Obschon somit der Zeitpunkt der Erörterung der Weltlage ziemlich unbestimmt ist, ist die Regierung jetzt jederzeit in per Lage, sre in jeden: beson­deren Augenblick hcrbeiznführen.

Sozialisttsche Konferenz in Zürich.

i. Zürich, 18. Okt. Meldtmg derKöln. Zeit.": Die :tal:e- wischen Sozialisten hielten hier eine Konferenz ab, in der die rück­haltlose Zustimmung zur Zinimerwalder und Kimutaler Konferenz beschlossen w::rde. Die Kriegsfreunüe sollen aus der Parte: ent­fernt werden. Auf'der Konferenz waren auch russische, rumänische und schwttzcrische Sozialisten vertrtten.

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