Südlich und östlich von Bras so (Kronstadt) trat gestern keine wesentliche Aenderuna ein.
Im östlichen Grenzraum Siebenbürgens werden nunmehr im Guergvo Gebirge schmale Landstriche vom Feinde gesäubert.
Oestlich von K i r l i b a b a gewannen unsere Truppen im überraschenden Vorstoß Gelände und brachten drei russische Offiziere. 443 Mann und ein Maschinengewehr ein. Deutsche Bataillone nahmen die Höbe Smotree wieder in Besitz. Südöstlich des Pantvr-Sattels wurde ein russischer Vorstoß abgeschlagen.
In Wolhynien neuerliches Anschwellen der russischen Kampftätigkcit. Auf breiten Frontabschnitten lag den ganzen Tag über schweres russisches Geschützfcuer. Stellenweise brach auch Infanterie aus den feindlichen Gräben vor. die aber nirgends bis an unsere Hindernisse zu gelangen vermochte.
Italienischer Kriegsschauplatz.
Die Gefechtstätigkeit blieb im allgemeinen gering.
Fm Görzischen griffen die Italiener beute früh unsere Stellungen auf den Höben östlich von Sober an. Dieser Vorstoß brach teilweise schon in unserem Artillcrie- feuer zusammen, teilweise wurde er im Handgemenge abgewiesen
Oestlich von Trient wurde ein feindlicher Farman im Luftkampf abgeschossen.
Südöstlicher Kriegsschauplatz.
Aus Albanien ist nichts zu melden.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Hofer, Feldmarschalleutnant.
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Der bulgarische Bericht.
Sofia, 15. Oft. (WTB. Nichtamtl.) Amtlicher Heeresbericht vom 14. Oktober
Mazedonische Front: Keine Veränderung in der Lage. Zwischen dem Prespa-See und der Eerna lebhafte Artillcrietätig- keit. Mehrere schwache feindliche Angriffe wurden abgeschlagen'. In der Nacht zum 14. Oktober unternahmen die Serben mit bedeutenden Krärten einen Angriff nördlich des Dorfes Slevitza, wurden aber unter Mutigen Verlusten für sie zurückgeschlagen. Im Moglenica-Tal schwache Artillerietätigkeit. Wir wiesen einen Angriff ans die Höbe Bakovo leicht zurück.
Beiderseits des Wardar schwaches zeitiveiliges Artilleriefeuer. Am Fuße der Belafica Planina Ruhe.
An der Struma-Front Gefechte zwischen Aufklärungsabteilungen und stellenweise schwaches' Artilleriescuer. An der .Küste des ägäis-cben Meeres lebhaftes Kreuzen. Die seindlickie Flotte beschoß die Höhen bei Orfano.
Rumänische Front: Keine Veränderimg. Längs der Donau Ruhe.
In der Dobrutscha östlich der Eisenbahn Bobrie Medjidia schwaches Artilleriefener.
An der Küste deS Schwarzen Meeres Ruhe.
Sofia, 15. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlicher Bericht des Getreralftabes.
Mazedonische Front: Ein starker Angriff, den der Feind mit schätzungsweise einer Division gegen den Abschnitt zwischen der Straße B i t o l i a (Monastir — Klebht Hura (?) und an der Bahnstrecke unternahm, wurde unter schweren Verlusten für ihn a b ge schlage n. Ter Angriff wurde nachts zwei- 7nal erneuert, aber auch diese Vorstöße wurden unter schweren Verlusten für den Feind zurückgewiesen. Oestlich der Eisenbahn wurde ein Angriffsversuch der feindlichen Infanterie durch das Feuer unserer Artillerie int Keime erstickt. Am C z e r n a- B o g e n kam es zu erbitterten Kämpfen. Alle feindlichen Angriffe wurden mit Handgranaten abgewiesen. Im Moglenica-Tal das gewöhnliche Artilleriefeuer. Schwache feindliche Teilangriffe gegen die Höhen südlich von Tarnow-o, aus den Bahvwo-Hügel und den Bnpukta'ch-Gipfel wurden zurückgefragen.
Au'' beiden Usern des W arda r schwaches Artilleriefeuer Am Fuße der Belafica Planina 9iuhc.
Am Struma vereinzelt schwaches Artilleriefeuer und Patrouillengefechte.
An der Küste des ägäischen Meeres Ruhe.
Rumänische F ro nt: Tie Lage ist unverändert. An der gesamten Frorck Ruhe.
Der rumänische Bericht.
Rumänischer Heeresbericht vom 14. Oktober. An der Nord- mtd Nvrdwe st front vom Ealinan-Gebirge bis zum oberett Uzul-Tale westlich der Grenze leichte Gefechte. Wir mochten melirere Gefangene, darunter zwei Offiziere. Das Dorf Poianc Sarata (Svsmezekff im Vitul-Tale wurde nach! einem chrfccrft blutigen Kample twit unseren Truppen wiedergenommen. Im Btrrzen-Ärle nördlich der Grenze uns bei Brftocea Artillerietätigkeit. Bei Pr edel us zog sich der Feind zurück. Bei Predeal schchugen wir zwei feindliche ?lngrifse ab. Bei Gluvala wurden! unsere Truppen gezwtmgen, 'ich aus Rucar zurückzuziehen. Zwischett den Höben auf dem rech'en ut:d linket: Mer der Olt lebhafte Ärtillerietätigkeit. Bei Eotzi fand der General Praforgeanu den Heldentod. An dem Berge Zobul Ehitzian-e zersprengte unser . Artillerieseuer einen feindlichen (Annsportzug. Im Jiul nahmen wir int Sturm die Berge Sigleul, Nic und Rmrcelul in der Gegend von Nic. Der Feind erlitt groß? Verluste und zog sich in Unordnung zurück. Wir machten Gefangene und erbeuteten ein Maschinengnoc'hr. An der Front bei Orsova Arlilleriekampf.
An der ^üd front wechselseitige Beschießung und In- fanlerieschüssc längs der ganzen Donau. An mehreren Stellet: /versenkten wir Barken mit bulgarischen Soldaten, die sich unserem Ufer näherten, um ztr plündern.
In der T o b r n d scha schlugen wir euren feindlichen Angriff an unseren: linken Flügel /mühelos ab. Tie Gesät nt zahl der bischer an allen unseren Fronten gemachten Gefattgenen, die interniert sind, beläuft sich auf 103 Offiziere und 11911 Soldaten.
Ern Aufruf Mackensens an die Griechen.
Berlin, 16. Okt. In einem von verschiedenen Blättern -veröffentlichten Aum:f "Mackensens an die Griechen h^ißt es: Wrr . t> e r t q u g r u nichts von E u ch. Zwischen Et:ch tmd uns, .die die Kriegsnot gezwungen hat, Eure Grenzen zu überschreiten, ■flibt es keine Feindschaft und reinen Hinterhalt. Sobald wir unser -Werk vollendet hoben, werden wir den griechischen Boden oerlassen. Habt Vertrauen zu unseren tapferen Soldaten. Kein Haar soll einem Griechen gekrümmt werden.
Ein Armeebefehl des bulgarischen Oberkommaudierenden.
Sofia, 15.Okt. ^WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Bulgarischen Telegraphen-Agentur. Zum Jahrestage des Eintritts Bulgariens in den europäischen Krieg hat Generalissimus Iekow einen Armeebefehl erlassen, in dem er die .Notwendig'eit des Ringens hervorhebt, die, seitdem sich die Bulgaren auf der Balkanhalbinsel am Kreuzungspunkt der großen historischen Straßen niedergelassen hatten, den Geschicken der bulgarischen Rasse immer die Richtung gab und auf den Zustand des zu Boden.geschmetterten Serliiens hit:weist, das seine letzten Kräfte '-vergebene gegen die bulgarische Front richte. Noch erbärmlicher, ssagt Iekvw. wird das Los des treubrüchigen Walachen sein. Ihre unerhörten tierischen Gransamkeiteit an wehrlosen Frauen und Kin- 'dern haben sie mit Schmach und Schande bedeckt. Diese, feigen Nationen eigenen Grausamkeiten, werdet: Euren Griff und Euren Rachedurst nttr stärken Nach den zermalmenden Schlägen von Tu- Irakan Dobra und Rjcchovo sieht der vor Furcht zitternde Walache Si T ^I u Rächersaust sich über sein Haupt erheben und zählt
verQts «« Tage, die er noch zu leben hat. Wir werden ihm mit w * Tu- w e Jür ntlt deistaiü» unserer mächttgen Verbündeten vLN >Äiaden)wb verletzen, und Rumänien wird unschädlich gemacht
sein. Der Tagesbefehl fährt fort: Das Ringen um die Verwirk- lichung der Einigung.unserer Rasse ist noch nicht beendet. Unsere zahllosen Feinde sind geschwächt, aber noch/ nicht niedergeworfen. Sie werden versuchen, den .Krieg in die Länge zu ziehen in der Hoffnung, ihre Lage zu verbeffern und unsere Kraft zu lähmen. <5ic werden zu der Erkenntnis gelangen, daß der Bulgare vorzieht, eher ruhmvoll zu sterben, als die Schande der Mederlage oder der .Knechtschaft zu ertragen Der Sieg gehört demjenigen, der bis zum Ende wird widerstehen können.
Rumänische Untaten in Siebenbürgen.
Berlin, 14. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Die Nachrichten' über rumänische Untaten in Siebenbürgen mehren! sich täglich. Räubereien und Gewalttaten aUer Art haben die rumänischen Truppen, gereizt durch das böse Beispiel ihrer Offiziere, in großer Zahl begangen. Von den bisher festgesteUten Einzelfällen seien noch die folgenden wiedergegeben:
1. Bei Michod Tolf in Fogaras aßen rumänische Offiziere drei Wochen. Als er um Bezahlung bat. wurde der 76jährige Mann 14 Tage eingcsperrt und mit Erstechen bedroht.
2. In die Apotheke des Johann Czu drangen 14 rumänische Offiziere eilt, brachen alles auf :md raubten Waren im Werte von 30 000 Kronen.
iS. .Hauptmann Stefanescu erbrach den Weinkeller und die Registerkasse des Weinhändlers Wolf in Fogaras t:nd nahm Weine und Geld mit fickt.
4. Wie auf dem israelitischen Friedhof in Fogavas hncke noch zu sehen ist, wurden von den rumänischen Soldaten die- Gräber lder reichen Spiritusfabrikanten aufgerisscn. die Särge herausgeholt, geöffnet und nach Wertsachen durchsucht.
5. Moria Aksentinui. eine fiebenbürgische Rumänin, wurde in Fogaras von rumänischen Offizieren verfolgt, vergewaltigt und geschlagen, so daß sie noch heute Kopf- und Beinwnnden hat.
6. Zehn deutsche Rote-Kreuz-Schwestern wurden ihrer goldenen 'Kreuze beraubt, mit Erschießen bedroht und alsdann, zum Teil ohnmächtig, weggeschlepvt und nach Rumänien abtransportiert.
7. Eine Frau in Versany, die schrie, weil ihr sämtliches Vieh ohne Bezahlung gestohlen wurde, verurteilte ein rumänischer Hauptmann zu 25 Kuutenhieben auf den Unterleib. Nach rohester Exekution verstarb die Frau an den erlittenen Darm Verletzungen.
W i e tt, 12. Okt. Ans dem Kricgspressequarticr wird gemeldet:
11: welch völkerrechtswidriger, ja auch oft unmenschlicher Art die Rumänen in Siebenbürgen gehaust haben, darüber geben amtliche Festslelluttgcn der Regierungskommissärc beredten Ausdruck. In F o g a r a s wurde ein Teil der deutschen und ungarischen Bevölkerung von den Rumänen zusammengetrieben, an das Ufer des Altflusses geschleppt und mit Knuten in den Fluß hinringeiagt. Auf beiden Usern standen rumänisck>e Soldaten und trieften die ans Land Kommenden immer erneut mit Schlägen in den Fluß, dw an dieser Stelle etwa 20 Meter breit und etwa 1,60 Meter tief ist Die Mannschaften, die sich an dieser Untat beteiligen, sollen sinnlos betrunken gewesen sein. Diese Annahme scheint deshalb sehr wahrscheinlich, iveil vom rumänischen Militär in Fog-aras aller Schnaps und Spiritus in Fässern zusammengebracht worden war. Der Kommandant der vierten rumänischen Tivifton, General Simivnescu ließ aus der Privatwohnung des Obergespans in Fogares die gesamte, sehr wertvolle Einrichtung in Wagen zur Balm bringen, dor: verladen und nach Hause schicken. In Fogaras wurden alle deutschen und ungarischen Geschäfte erbrochen und die Waren weggeführt. Bei allen Requisitionen von Pseroen, Vieh und größeren Vorräten wurden von der rumänischen Militärbehörde den Privatbesitzern weder Zahlung noch Requisitions- scheine gegeben.
Aus Griechenland.
London, 14. Okt. (WTB.) „Daily Telegraph" meldet aus Athen: Eine diplomatische Persönlichkeit wurde vom König in Audienz empfangen und beschwor-ihn, seine Politik zu ändern. Der König antwortete darauf, er wolle lieber den Thron verlieren, als Griechenland in Gefahr bringen. Er sei überzeugt, daß Rumänien iu kurzer Zeit nicht mehr bestehen würde. Wenn sich Griechenland am Kriege beteiligte, würden tiach der Eroberung Rumäniens die deut- schet: Strettkräfte nach Griechenland geschickt werden und dieses würde das Los Serbiens und Rumäniens teilen.
Bern, 14. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) „Temps" meldet aus Athen: Ministerpräsident Latnbros hat es vermieden, auf das Ultimatum des französischen Admirals Fournet betreffend die Entwaffnung der Flotte und die Besetzung der Batterien und Forts im Piräus eine genaue Antwort zu geben. Darauf ließ Fournet mitteilen, daß ihn die Antwort nicht befriedige. Er habe den Auftrag, jeden Widerstand zu brechen. Erst aus -diese Mitteilung hin ließ die griechische Regierung am Drittwoch mittag mttteilen, daß sie bedingungslos kapituliere.
Haag, 14. Okt. Reuter meldet aus Athen: Die Entente hat lviedernm eine Note an die griechische Regierung geschickt, in der verlangt wird: Kontrolle über die griechische Polizei, ein Verbot für die Bürger, Waffen zu tragen, ein Verbot der Beförderung von Kriegsmaterial nach Thessalien und die Aufhebung des Ausfuhrverbots für Getreide nach Thessalien. Alle Forderungen wurden angenommen.
Amsterdam, 15. Okt. (WTB.) Nach einer Reuter- Meldung aus Athen hat die Entente zur Kontrolle des Handelsverkehrs im Piräus die die Stadt be h e r rs ch e n-^ den Forts besetzt.
Der türkische Bericht.
Ko nsta nt i napel, 15. Okt. (WTB. Mchtamtlich.) Amtlicher Heeresbericht vo-m 14. Oktober.
Kaukasussrvnt: Ans dem rechten Flügel Artilleriefener. Auf dem linken Flügel Scharmützel zu unseren Gunsten.
Bon den übrigen Fronten kein wichtiges Ereignis.
Front in Galizien: Unsere Treppen unternahmen in der Nacht vom 11. zum 12. Oktober Ueberfälle auf verschiedene Teile der feindlichen Front, erbeuteten eine Menge Waffen und zerstörten feindliche Gräben.
Die Perser an der Seite der Türken.
K ö n st an t i n op e l, 15. Okt (WTB. Nichtamtlich.) Zum Beiramfeste sandte der Führer der persischen National- liga und Kommandant der persischen Streitkräste Ni sau es Salt an eh an den Vizegeneralissimus eine Drahtung, in der er seine lebhafte Freude ausdrückt, das Bairamsest in den: von dem russischen Joche befreiten Teile Persiens, der die Provinzei: Kermanschah, Luristan,' Dejelclabad, Ha- madan und Kurdistan umfaßt, feiern zu können, während in den östlichen und südlichen Provinzen der Druck erleichtert ist und in den nördlichen Provinzen die Russen flüchten. Der persische Führer spricht seinen großer: Stolz darüber aus, die persischen Truppen an der Seite der tapferen türkischen Truppen unter sehr fähigen Offizieren zu sehen und schließt mit Wünschen für das Wohl des Islams. In seiner Antwort betont E n v e r Pascha seine Ueberzeugung von dem endgültigen Siege und drückt die in der Türkei infolge der Tapferkeit der persischen Krieger herrschende Genugtuung aus.
Ein russischer Ministerrat.
Petersburg, 15. Ott. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Petersburger Telegraphen-Agentur. Der Minister des Innern Prvtopolpo erklärte in einer Unterredung mit Vertretern der Moskauer Presse, der Kr i e g m ü s s e . k o st e e s w a s e s w o l l e, bis zum Ende geführt werden. Dieser Krieg unterscheide jlcki von allen anderen, niemand erinnere sich eines ähnLühen. Das
ganze russische Volk kämpfe mit seinem ganzen Sein und mit? seinem ganzen Blute.
Die russischen Finanzen.
Ko penhagen . 15. Okt. lWTB.) Einem Petersburger Telegramm der ..Berlingske Tidende" zufolge veröffentlicht das russisckM Finanzministerium den B ud ge t v o r a n s ch l a g für 1917. Tie ordentlichen Einnahmen betragen 3998 Millionen Rubel, dre außer- vrd-entlichen 6 Millionen Rubel. Tie ordentlichen Ausgaben e:w- schließlich der Kriegsausgaben, werden auf 3 734 Millionen Rubel, die außerordentlichen auf 343 Millionen Rubel veranschlagt. Es ergibt sich somit ein Fehlbetrag von 7,3 Millionen Rubel, den »man durch höhere Einnahmen als veranschlagt zu decket: hofft. Im Vergleich zum laufenden Jahre stellt das neue Einnahme-Budget eine Steigerung von 966 Millionen Rubel oder 32 Prozent dar. das Ausgabe-Budget eine Steigerung von 447 Millionen Rubel »her 14 Prozient. Der größte Teil der Ausgabenstei ge nun g entfällt auf 'Ausgaben für Verbesserung der Verkehrsverhältnisse.
Ter Finanzausschuß hat dem von der Kreditkanzlei au's- gearbeiteten Vorschlag über die Unterbringung einer neuen Kriegsanleihe zugestimmt. Ter Vorschlag wird nun alsbald dem' Zaren zür Unterzeichnung porgelegt.
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Fliegerangriffe auf Süddeutschland.
Berlin, 14. Okt. (WTB. Amtlich.) Der im gestrigen Heeresbericht erwähnte feindliche Geschwaderflug über Süddeutschland ist nach den vervollständigten amtlichen Feststellungen folgendermaßen verlaufen:
Am 12. 10.. 16 zwischen 3 und 5 Uhr nachncittags sneßen mehrere feindliche Flugzeuggeschwader, im ganzen 40 bis 50 Flugzeuges nt unser süddeutsches Heimatgebiet vor.
Die auf Donaueschingen, Allmenshofen, Hüfingen, Esch- wetler bet Neustadt, Haslach im Kinzig-Tal und Rvttweil abgeworfenen Bomben richteten keinerlei militärischen Sachschaden an. Sie beschädigten in geringfügigem Umfang Privateigentum und verletzten einige Zivilpersonen leicht. In Tübingen fiel eine Bombe auf ein Reservelazarett, wobei 2 Kinder in dem benachbarten Garten erschlagen wur- okn. Außer deu Kindern sielen den Angriffen in Tübinaen uftd Oberndorf zusammen noch 7 Personen zum Opsea:. Die Zahl der Verletzten beträgt im ganzen 26.
Von den angreifenden Flugzeugen sind 9, darunter erit englisches, durch unsere Flieger und unser Abwehrfeuer zum: .l b st u r z g e b r a ch t worden. Der Feind hat mithin bei dem brn/uten Angriff auf friedliche deutsche Ortschaften seinen Militariich belanglosen Erfolg mit einem recht empfindlichen eigenen Verlust bezahlen müssen.
Die Ernte in Frankreich.
B e r n , 15. Okt. (WTB.) Wie dem „Temps" im Handels- minrstevium mitgeteilt wurde, war der Fe h l b e t r a g d e r Ernte in Frankreich seit Jahren nicht so gvoß wie Heuer. Die Ernte beläuft sich anscheinend ans 60 Millionen Doppelzentner, der gegenwärtige Bedarf Frankreichs einschließlich der Heeresversorgung dagegen auf 86 Millionen.
r Kopenhagen 15. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) „Ber- ttngske Trdenbe meldet aus Stockholm: Die Regierung veröfsent- 11 eine Mitteilung wonach Waren, die in der Zeit bis zum 1. Noveniber nach England gesandt werden, von einem Wa- r e u u r) p ru n g s z e u g n i s begleitet sein müssen, gemäß einem nmen Formular, das nnt einem englischen übereinftmrt. „Afton- ttdntngcn" erklärt, das neue Formular sei das vorläufige Ergebnis ™ ^Eraufgenommenen Verhandlungen mit England. Wie ..Poltttkeit dagegen meldet, lehnte die schwedische Regierung cs ab, aus die von England geforderte söge?:. Jnteresse?rbesttmmung emzugehen, worauf England die Bestimmung aus seinen Woren- zerttfi^tett nneder strich. Der schwedische Ausfuhrhändler gebe nun lediglich die Erllärung ab, daß außer ihm keine andere Person an den ausz-uftihrctiden Waren ein Interesse habe. Diese Erllärung werde von dem englischen Konsul bestättgt * Wie „Politiken" weiter meldet, reist eine schwedische Abordnung, die neue Verhandlungen über die Bei- legilng der .vandelsschwierigkeiten zwischen England und ^Schweden fuhren soll, nach London ab.
Der schwedische Gesandte Gras Taube
Stockholm, 15. Okt. (zf.) Hier trifft die Nachricht von dem plötzlichen Ableben des schwedischen Gesandten in Berlin, Grafen Arvid Taube, ein, der in den letzten Tagen anläßlich des Todes seiner Mutter in Alingsas (Schweden) weilte.
Aus Norwegen.
Kristiania, 14. Okt. (WTB.^ Der Direktor des norwegischen Reederverbandes bezeichnet den bevorstehenden Verkauf n orw eg ischer , Kn Enaland im Ban befindlicher Schisse an e n g l i s ch e Re e b er, den der Driiiister Runciman im Unterhaus ankündigte, als eine ernste Aull e l c g e n h e i t , die die Interessen Norwegens empfindlich schädige.
Der Seekrieg.
Kristiania, 14. Okt. (Zf.) Gestern nacht wurde der für Rumänien bestimmte M u niti o ns d am p fe r „Bi- stritza^ (3688 Bruttotonnen), unterwegs von Brest nach Archangelsk, von einem deutschen Tauchboot versenkt, das die Mannschaft bis nach Syltesjord brachte, wo sie an Bord eines russischen Seglers gesetzt wurde, der sie nach Vardoe brachte. Man berichtet, Ladung und Schiff seien für 25 Millionen Kronen versichert gewesen.
London, 14. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Lloyds meldet: Der britische Dampfer „Gardebee" ist versenkt worden. 12 Mann der Besatzung wurden gelandet, 11 werdeit vernrißt.
London, 15. Okt. (WTB.) Nach einer Lloydsmeldung ist der russische Dampfer „Mercator" (2827 Tonnen) versenkt worden.
Die Gsl-ankauMe
ist morgen von 3 bis 5 Uhr geöffnet!
Ans Stadt und Lnnd.
Gießen, 16. Oktober 1916.
^Der Laie als Schweinemäster?
Von Tierznchtinspektor M. Werner.
Wer nichts von Schtveinehaltung versteht und keine Gelegenheit hat, sich von wirllich fachnrännischer Saite gut beraten zu lassen, mäste lieber nicht. Mir wurde mitgeteilt, daß in einem Orte sehr viele Schweine kleiner M aster eingingen . Ick nt achte mir die Mühe, einzelne Fälle nctzlizuprüfen und mußte sestsh.'llen, daß in allen! fünf mir bekannt gewordenett Fällen vollstätidig falsche Ernährung die Todesnrsache war. Das den Schweinen gereichte Futter bestand im weseirtlichen aus Kartoffeln, Rüben und ein ioenig Mehl. Der Eine oder Andere gab auch mal etwas Grünsutter. Naturgemäß verloren die Schweine bei dieser Zujamntenstellung — cs fehlt das dur Nusitutzung der Kohlehydrat« unbedingt Ege Kstvtziß = halb


