tarn Mazebonjien nach der Dobrudscha zu schaffen. Sie leisteten dadurch dem russischen und dem rumänischen Alliierten wertvolle Dienste.
ä^n 1 eines Ueberblickes über die militärische Lage
sa^de ASqurth: Es da rf nicht sein, daß dieser Krieg mit einem von unierem Willen abhängigen entehrenden Kompromiß, mit emem ttlickwerkendet, das sich hinter der Maske eines so ge 4 nannten Friedens verbirgt. (Laute Beifallsrufe.) Wir sind es denen, die ihr Leben dahingaben, schuldig, daß sie das Opfert ihres Zevens nicht vergeblich gebracht l)aben. Die Ziele der Alli- .mrterl sind wohlbekannt. Es sind keine selbstsüchtigen oder rachsüchtigen Ziele, aber sie fordern eine angemiessene Genug- tu 1111 g für die Vergangenheit und Sicherheit für die Zukunft. (Erneuter Beifall.)
Lloyd George führte in Beantwortimg der von Holt lilberal) an seiner bekannten llnterredung -mit einem amerikanischen! Prepevettreter geübten Kritik aus-, er habe nur wiederholt, was» bereits häufig von AsgUith erklärt wurde. Eiche Jnterven-, tion im jetzigen Augenblick würde ein Triumph Deutschlands, das Verderben Englands sein. Er nehme jetzt nicht eine einzige Silbe zurück. (Beifalls) Es sei nicht de» Ausdruck seiner eigenen Meinung, sondern die Meinung des Kabinetts, des .Kriegsausschusses der militärischen Berater und sämtlicher Miierten. (Beifall.) Es sei von wesentlicher Bedeutung gewesen, die Erklärung abzngeben, die er gemacht habef. Nach kurzer Aussprache, in der die lebhafte Zustimmung zu .AsHuiths Rede und Lloyd Georges Interview zum Ausdruck kam, nahm das Haus einstinimig die Kreditvorlage an.
Amsterdam, 12. Okr. (WTB.) Nach Meldungen des Reuters cheu Bureaus aus London begrüßen dis englischen Blätter die gestrige Rede Asquiths mit Zustimmmrg. Die „Times" schreibt:
So lange die Regierung den Krieg in dem Geiste weiterführt, -den Asqnith, Lloyd George und Carsvn zeigten, tvird die Unterstützung, die sie bei dem Parlament und bei dem Volke findet, nicht erlalynen. Die Armee ist dem Volke teuer genwrden, denn sie ist eine konkrete Aeußerung des Willens des Volkes, zu siegen.
wort der Bereinigten Staaten auf die Note der Entente betreffend die Behandlung der U-Boote in politischen Kreisen Englands wegen ihrer harten Form und ihrer heftigen Sprach eine Uebervaschnng hervorgerufen habe. Wilson habe nach der Meinung seines Standpunktes keinen Grund gehabt, hinzu- zusügen, er werde keinerlei Einmischung seitens der Alliierten dulden, noch weniger aber zu der Bemerkung, die Alliierten müßten für etwaige Zwischenfälle verantwortlich gemacht irerden. Bei den Alliierten wisse man ganz genau, wie weit das Recht und die Verantwortung ihrerseits gingen. Sie bedürften keiner Unterweisung durch die Vereinigten Staaten.
Nus dem Reiche.
Ms dein Hauptausschntz des Reichstags.
Berlin, 12.Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Im Hauptausschuß des Reichstages legte Staatssekretär Dr. Hel ffe- rich! heute dar, daß auf die Heranziehung der in den besetzten Gebieten brachliegenden Arbeitskräfte inr Interesse dieser Gebiete selbst nicht verzichtet werden könne- Der StaatÄsekreftär verwich lauf das englische Munitionsarbeitergesetz, das im „freien England" einen für britische Arbeiter selbst kaum verdeckten Arbeitep- zwang geschaffen liabe. Die von uns getroffenen, auf dem Boden des Völkerrechts sich bewegenden Maßnahmen seien im Lichte der Kriegsnotwen.digkeiten zu beurteilen. Ministerialdirektor Dr. Lewa ld verwies auf die in den besetzten Gebieten erlassene Verordnung, wonach die, die eine öffentlick-e Unterstützung beanspruchten und sich auf öffentliche Kosten ernähren lassen wollten, zur Arbeit zwangsweise herangezogen werden könnten. Die Verordnung beziehe sich auf die besetzten Gebiete in Belgien urtib Nordsrankreich fottrte im Osten. General Frie dr ick) gab Auskunft über die Lagerverhältnisse in Ruhleben und teilte mit, daß infolge eines Austauschvertrages mit England demnächst 600 internierte Engländer, die ^über 45 Jahre alt seien, aus Ruhleben weggeschafsst werden sollten.
*
vie Auslieferung der griechischen Flotte.
Athen, 11. Okt. (WTB.) Meldung des Rntterschen Bureaus. Der französische Flottenchef richtete ein Ultimatum an diü griekchischü Negierung, in dem er mit Rücksicht auf die Sicherheit der Flotte der Alliierten die Auslieferung der! gesamten griechischen Flotte bis auf den Panzerkreuzer ,I4eorgios Averoff" und die Linienschiffe „Lemnos" und „Kilkisch" bis 1 Uhr nachmittags fordert. Ebenso wird die Herausgabe der Piräus—-Larissa—Eisenbahn verlangt.
Bern, 12. Okt. (WTB.) Übereinstimmende Blättermeldun- gen der „Tribuna" und des „Secolo" wollen wissen, daß die grie- ;chische Regierung in die Auslieferung der griechischen Flott e an die Alliierten gewilligt habe. Laut „Giornale d'Jtalia" sollen auch die griechischen Eisenbahnen übergeben worden sein.
London. 12. Okt. (WTB.) „Daily Chronicle" meldet aus Athen: Mit der Enftwaffnun. g der griechischen
Flotte ist begonnen worden. Es verlautet, daß die kleinen Schiffe an die provisorische Negierung in Saloniki geschickt werden sollen. Tie größeren Einheiten werden abgerüstet und im Golfe von Kecat- sini belassen. Tie französische Marine übernahm am Nachmittag ohne Störung alle Kriegsschiffe; von einigen sind die Besatzungen bereits entfernt worden. Auf ein kleines Kriegsschiff kam französische Besatzung. In Athen und in Piräus herrscht Ruhe.
*
, .Tas neue griechische „Geschäftskabinett" Lambros hat seine Tätigkeit — wenn man von einer solchen überhaupt reden darf — mit einer überhaus traurigen und besäumenden Amtshandlung begonnen. Es mußte die strategischen Eisenbahnen, die Fotts- imd Küstenverteidigungswerke und die gesamte Flotte Griechenlands an die Entente, die „Beschützerin" der kleinen Nationen,-ausliefern. Hellas wird auf der Folterbank nicht mehr gemartert, es wird nach allen Regeln der Kunst abgeschlachtet. Man sage nicht, daß dies nur geschieht, um Griechenland wehrlos und unschädlich zu machen. Die Entente braucht die Kriegsmittel, die sie jetzt räuberisch an sich reißt, sehr notwendig. Sie schielt nach diesem i .Besitz seit den Tagen, da die griechische Post in.Saloniki an die Franzosen überging, ein Wald von englischen Schiffskanonen seine Rohre gegen die blockierte griechische Küste richtete und im französischen Institut zu Athen 200 französische Marinesoldaten sich! einschlichen, um sich, wenn es ginge, Körrig Konstantins zu bemächtigen und Venizelos zur Macht zu bringen. Aber es ging dmnat-5 noch nicht und es gcht ja auch heute nur stückweise uud allmählich vor sich. Bon den zwei großen Gabelungen der Effenbahn Patras-Athen und Mhen-Lariftä erhofft sich die Entente eine große Verbesserung ihrer Stellung in Saloniki. Der mühselige und wegen der „U-Boolspest" gefährliche Wasserweg um den Peloponnes herum fällt weg. Man kann die .Kriegsoorrate und aufgepäppelten Serben künftig von Korfu der sicheren Küste entlang nach PatraS bringen icnd von da per Achse über Piräus-Athen- Larissa nach Saloniki. Ter wichtige Anschluß Larissa-Saloniki wurde ja im Sommer dieses Jähres hergestellt und wenn die Engländer und Franzosen jetzt ihre Truppen darauf verfrachten, werden sie bald behaupten, daß die Strecke Piräus-Larissa-Athen eigentlvch schon immer ihnen gehört habe. Ter Bau der Bahn Mt ihrer Verzweigung nach Chalkis und Lamina wurde 1880 nämlich einer englischen Gesellschaft übertragen.
London, 12. Oktober. (WTB. Nichtamtlich.) Nach einer Meldung der „Daily Mail" aus Athen vom 11. Okt. wurde nach dem Empfang der Note der Alliierten ein Minifterrat abgehalten, der von 61/2 Uhr bis 81/4 Uhr dauerte. Unmittelbar darauf meldete der Chef des Generalstabes dem Ministerpräsidenten, dem Minister des Innern, dem Minister des j.Aeußern und dem der Marine, daß der .König sie in dem Palast 'm Athen erwarte, wohin er sich von seinem Schlosse Tatio aus im Automobil begeben hatte. Die Beratung dauerte eine halbe Stunde. Um 9 Uhr fuhr der König nach dmr Milais des Prinzen Nikolaus in Kepihissia, wo Prinz Andreas ihn er- nxrttete. Admiral Palmer wurde berufen und es wurde mit dem Marineminister beratschlagt. Um 10 Uhr kehrte der Wnig nach Athen zurück und bersch einen neuen Minifterrat ein. Er reiste dann um Mitternacht nach Tatoi. Inzwischen war im Marme- ministerium ein Minfftervat abgehalten worden, dem' Admiral Palmer beiwohnte. Um 1 Uhr wurde ein dritter Ministerrat ab- gehalten, der his 3 Uhr früh dauerte.
Bern, 12. Okt. lWTB. Nichtamtlich.) Mailänder Blätter mcelden aus Athen, die Note der Entente habe verlangt, daß die griechischen .Kriegsschiffe „Kylkis", „Lemnos" und ,Awe- roff" sich bis spätestens nachmittags 1 Uhr an ihrem Ankerplatz befinden müßten und daß ferner die Verschlußstücke der Geschütze, die Torpedos und die Munition ausgeschifft und die Schiffsbesatzungen und Schiffsstäbe auf den drei Schissen verringert würden! Außerdem sollten die kleineren Schiffe in voller Ausrüstung nach Keratsini übergeführt werden. Den Besatzungen soll es freistehen, ob sie die Schiffe verlassen wollen. Schließlich verlangt die Note der Entente die Besetzung der Batterien und der Unterstände, die .die Bey uick> die Aquädukte beherrschen sowie die Besetzung' dSr beiden wichtigsten Häfen imd die Entwaffnung der übrigen Hafen- plätze. Offiziere der Alliierten werden zur Ausübung der Polizei- .gewalt und zur Ueberwachung des Schiffsverkehrs im Piräus f bestimmt werden, um die Flotte der Alliierten und die Orient- ,armee zu sichern. Anderen Offizieren der Alliietten wird die ! Ausübung des Polizei- und des Eisenbahndienstes übertragen - werden.
Tie griechische Regierung sagt, daß sie gegen den kurzen TernUn sowie gegen die gestellten Forderungen zu protestieren sich verpflichtet fühle, sich aber trotzdem zwingender Umstände halber unterwerfe.
Wilson und die Engländer.
(WTB. Nichtamtlich.) In einer Kvrrespor
^dcnz des „'ZxeoLo aus London wird ausgesührt, daß die Ant
Ein nalionallweraler Zcnsurantrag.
Die nationalliberale Rei ch s tag s fra kti on hat einen Zensurantrag eingebracht, der fotzende Bestimmungen enthält:
8 1. Wenn im Deutschen Reiche auf Grund des 8 5 des Preußischen Gesetzes über den Belagerungiszustand vom 4. Juni 1851 oder eines an dessen Stelle tretenden Gesetzes eine Zensur der Presse eingeführt wird, so geht die vollziehende Gewalt in Angelegenheiten der politischen Zensur auf den Reichskanzler über, der damit die Verantwortung für die Handhabung der politischen Zensur übernimmt.
Die Besttmmungen des § 4 des Gesetzes vom 4. Juni 1851 bleiben für das Deutsche Reich nur insoweit verwendbar, als es sich um die Zensur militärischer Angelegen- beiten handelt.
Die Festsetzung der für die Ausübung der polittschen Zensur erforderlichen Organe erfolgt durch Bundesratsverordnung.
8 2. Dieses Gesetz tritt mit dem Tage der Verkündung in Kraft.
*
Berlin, 13. Okt. Der Stellvertretende Kvmman- dierende General des 2. Armeekorps hat, um die E i n b r i n - gung derKartoffel-und Rübenernte zu beschleunigen, bestimmt, das; Kriegerfrauen, welche Kriegsunterstützung beziehen, wo es notwendig ist, täglich mindestens einen halben Tag bei Ausnahme der Kartoffeln und Rüben zu helfen haben.
vie GoldankauMe
ist morgen von 10 bis 127* Uhr geöffnet!
Aus Stadt und Land.
Gießen, 13. Oktober 1916.
Deutscher, in eiserner Zeit verzichte aus Goldschmuck! Bring ihn dem Vaterland dar, das Dir den Goldwert bezahlt! Wer sich dem Rufe verschließt, erschwert unserm Volke den Sieg r
*
Auf was wartet mau?
Tie starken Anforderungen, die zum Bierteljahresfchkuß an den Geldmarkt heranttaten und von der Reichsbanr-Leitung wieder in bewundernswerter Weise befriedigt worden sind, rücken die Bestrebungen, den Goldbestand der Reichsbank zu stärken, ins rechte Licht für reden, der sehen will.
Trotz der Auslandsverpflichtungen hat der Zugang an Gold glücklicherweise ausgereicht für die Befriedigung der Nachfrage nach Banknoten. Wieviele aber überhören den Ruf, dem 'Vaterland das Gold zu bringen und die wirtschaftliche Rüsttmg stark zu erhalten.
Tas Reich könnte ruhig eine Auslobung veröffentlichen, wonach IM illiardedemjenigenver-- s p r 0 ch e n wird, der die Unrichtigkeit des Satzes nachweift: „Wer sich dem Rufe verschließt, erschwert unserm Volke den Sieg." Wer Goldschmuck trägt, könnte unter heutigen Berhältnffsen gerade so gut eine französische Lilie oder ein englisches Sympathiezeichen tragen. Merkwürdigerweise wird vielfach die bedauerliche Zurück- halttmg mit dem Hinweis darmif entschuldigt, daß die Goldwaren- geschäfte nach <wie vor ihre Wjaren verkaufen dürfen. Man kann aber diesen Geschäften wohl nicht zumuten, ihre Bestände zum Goldwert den Arrkaufsstellen fru überliassen. Mehr als den Goldwert können die Ankaufsstellen indeffen nicht bezahlen, weil sie sonst für den Goldgehalt ein Aufgeld zugestehen würden, das gleichbedeutend wäre mit einer mehr als 50 prvzentigen Verminderung des Zahlwertes der Banknoten. Wenn aber die Geschäfte ihre Warenvorräte an Goldsachen nicht den Goldankaufftellen überlassen können, warum soll man ihnen dann die Eristenz untergraben und den Verkauf an die Liebhaber verbieten. Geschädigt sind sie ohnehin schon dadurch, daß sie neues Gold zur Verarbeitung ft'rr Inlands zwecke natürlich nicht erhalten. Also fällt auch diese Entschuldigung weg, und so sei jeder Goldbesitzer daran erinnert, daß es an der Zeit ist, mitzuhelfen für die geldwirtschaftliche Vorsorge.
*
** Amtliche Personal Nachrichten. Am 12. September d. I. wurden der Zugführer Oskar Wierfchak zu Frankfurt a. M. und die Weichensteller 1. Kl. Peter Drau dt zu Eberstadt, Kreis Darmstadt, und Jahonn M e r z zu Maunheim- Waldhos und am 13. September der Rangiermeister Peter .Rech zu Bingen, sämtlich in der .Hessisch-Preußischen Eisenbahngemein^ schuft, auf ihr Nachsuchen vom 1. Oktober 1916 an, in den Ruhestand versetzt und ihnen die imchlbenannten Auszeichnungen verliehen: idem 'Zugfühl^er Oskar Wierschak zu Frankfurt a. M. das Silberne Kreutz des Verdienstordens.Philipps des Großmütigen imd dem Rangiermeister Peter R e ch zu Bingen und den Weichenstellern 1. Klasse Peter Draudt zu Eberftädt, Kreis Darmstadt, und Johann M e r z zu Viannheim-Waldhof das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für tteue Dienste".
** Verwundeten-Unterricht. Am Dienstag abend hielt Bureanbeamter Kirchner im S 0 l d a ijen h e i m , dahier, einen.von 85 Verwundeten besuchten Borttag über die Frage: „W elche Kriegsteilnehiner haben Anspruch auf Invaliden -bezw. Krankenrente?" Ter Redner behandelte zunächst den Kreis der versicherungspflichtigen Personen, u.müann die Worteile der Weite r der sich« tnna
sowie die Möglu.'ü'eit der S e t b st v e r s i ch e r u n g zu crtäwiern. Er kani kann w-'üer auf die W a r t e z e i t zu sprechen, die erst erfüllt sein muß. bevor Ansprüche an die Invaliden- bezw. Hiniec- bliebenenoersick-ernng gestellt werden können. Diese Wattezeit beträgt bei versicherungspflichtiger Beschäftigung 200 Beitrags wo cl>m, bei der Werter Versicherung, sofern mindestens 100 Marken währei.'d verftcherungspflichtiger Beschäftigirng geklebt worden sind, auck 200. andernfalls 500 Wochen, bei der Selbstversicherung ebenfalls £00 Wochen. Ist die Wattezeit erfüllt, so müssen zur Aufrechterhaltung der Amvnttschaft auf Rente usw. innerhalb zwei Jahren vom Tage der Ausstellung der Quittungskarte gerechnet, mindestens 20 Marken (bei der freiwilligen Versicherung 40 Marken) geklebt werden^ außerdem muß zur Vermeidung von Nachteilen die Jnvalidenkatte alle zw e i I a h r e u m>g e 1 a u s ch t öder zur Verlängerung der Frist an der Umtauschstelle (Bürgermeisterei, Krankenkasse usw.) vorgezeigt werden. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, so besteht Anspruch auf Invaliden- bezw. Kcankenrente, sofern der versicherte Kriegsteilnehmer mehr als 26 Wochen invalide im Sinne des Gesetzes (d. h. mehr. als % arbeitsunfähig) ist. Handelt es sich um dauernde Invalidität, so wird Invalidenrente vom ersten Tage der >Verwundung oder Erkrankung an gezahlt, ist der Versicherte dagegen nur v orübergehend invalide, so wird Krankenrente vom Beginn der 27. Woche für die weitere Tauer der Invalidität gcivährt. Während nach den gesetzlichen Besttmmungen die in den Lazaretten untergebrachten versicherten Kriegsteilnehmer nur dann Anspruch auf Rente haben, wenn sie invalide im Sinne der Reichsversicherungsorduung sind, hat das Oberversiche- rungsamt Tarmstadt kürzlich entschieden, daß alle versichetteni Kriegsteilnehmer, die länger als 26 Wochen im Lazarett sind^ Anspruch auf Rente haben, auch dann, wenn sie nicht invalide (d. h. mehr als 2/3 erwerbsbeschränkt) sind. Allerdings ist diese Entscheidung vom Reichsversickeruugsamt noch nicht bestätigt wor- den An den Vortrag schloß sich eine sehr anreg-ende Aus sprächet, an der sich neben dem anwesenden Leiter des .Berwundeten-Unter-- richts. Professor Tr. H e n n e b e r g, die Verwundeten sehr lebhaft beteiligten.
** Stadttheater. Mus dem Stadttheaterbureau schreibt man: Nochmals 'sei auf die Aufführung des neuen BolksstückeS „Wo die Schwalben nisten.. . . ." in der häutigen Freitag- WonuementsVorstellung hingowiesen. Auch der nächste Sonntag bringt eine Neuheit und tzwar bas flotte und- liebenswürdig^ Singspiel „U n t e r d e r b l ü h e n d e n Linde" von Fr. Gellett. Wiederum! werden bei dieser Gelegenheit sich einige neue MitgftÄver vorsdellen, so vor allen die Posseiisubrette Frl. Frfr Bo r t, vordem jatm! Franikfurter Schilmanir-Operettentheater, und die Luftspicl- soubrette Hermiue Wossidlo. Weiter sind in großieren Rollen des (Stückes beschäftigt die Herren .Steinmeyer, Goll, Theiling^ Hellmüth, Fallen und Werthmann, sowie die Damen Delosea, Kalltuar Und Kretzer.
** Belegte Brötchen. Die Bundesratsverordnung vom
^ r die Regelung des Fleischverbrauches bestimmt im
8 4, daß Fleisch und Fleischwaren auch in Gastwirtschaften usw. nur gegen Fleischkatte abgegeben werden dürfen. Durch diese Bestimmung sind entgegenstehende Magistratsverordnungen aufgehoben worden. Daher ist auch die hier bisher zulässige A/bgabe von belegten Broten mit Fleisch bis zu 25 Gramm 0 h n e F l e i s ch k a r t e nicht mehr zulässig. Wer eine belegtes Brot essen will, muß also dem Kellner usw. eine Fleischmarke abgeben.
** St äd ti sche r F et tv er kau. f. In der Woche vvn Montag, den 16. bis Samstag, den 21. Oktober 1916 wird in den Verkaufsstellen der Molkerei Gebr. Grieb Fett abgegeben. Der Verkauf findet bezirksweise entsprechend der firr den Butterverkauf vorgeschriebenen Bezirkseinteilung statt Auf die Fettkarte wird Vs Pfund Fett abgegeben Die Verkaufspreise sind in den Verkaufsstellen ausgehängt.
** Br otzul a ge für Jugendliche. Gemäß Verfügung der Reichsgetreideltelle kami jugendlichen Personen im Alter von 12 bis einschließlich 17 Jahrwi eine tägliche Zulage von 50 Gramm Mehl gewährt werden. Diesbezügliche Auttäge sind in den Brotmarkenbezirken zu stellen. Siehe Bekanntmackmng.
** Bezug von Torf streu Von der Reichsfuttermittelstelle Berlin wurde der Landesverteilungsstelle für Futtermittel in Darmstäot für die Monate November, Dezember nochmals ein Posten inländische Torf st reu zur Verfügung gestellt. Bestellungen, die biszum2 5. Oktober 1916 bei der Zentralgenossenschaft der Hess, l an dw. Konsum vereine, e. G. nt. b. H., Darmstadt, Sandstraß e 36, II, eingeveicht werden, können noch Berücksichtigung finden. Später eingehende Bestellungen müssen zurückgewiesen w^den. Da die diesjährige Ernte einen empfindlichen Ausfall an oerardeitungssähigem Torfboden ergeben hat, werden alle größeren Viehhaller — besonders solche der gewerblichen Betriebe — nochmals eindringlichst daraus hingewiesen, ihren Bedarf in Torfstren bis 15. April bei der sich jetzt noch, bietenden Gelegenheit zu decken.
** Tel t owe r Rüb chen. Vom Lande wird uns geschrieben: Wie alljährlich, so sind auch in diesem! Jahr viele Weiß- oder Stoppelrüben, auch Teltower Rüben genannt, angebaul worden. Tie genannten Mben zeigen da, wo nicht zu dicht gesät, einen prächtigen Stand. Sie'sind ein gutes Viehftttter und eignen sich auch zur menschlick>en Ernährung vorzüglich. Weißrüben mit geschmorter Hammelkeule, geschmotter Ente oder Bratwurst waren für manchen ein recht beliebter Mittagstisch. Hammelkeule, Ente und Bratwurst sind nun recht seltene Erscheinimgen. Immerhin sollten sich diejenigen Familien, die Hausschlachtungen vornehmen, für Weißrüben sorgen, da auch Solberfleisch zu den Rüben recht gut schmeckt. Es ist vielleicht noch nicht genügend bekannt, daß man Weißrüben, in kleine Scheiben geschnitten, genau wie Sauerkraut einmackMi kann. Man hcft sich ja das Fleischessen sozusagen abgewöhnt imd es schmecken eingemachte Weißrüben, mit Mttoffeln vermischt, auch ohne Fleisch sehr gut. Auf dem Lande ist es jeder Hausfrau möglich, sich für Teltower Rüben zur menschlichen Ernährung zu sorgen. In der Kriegszett haben ja sehr viele städtische Hausfrauen Beziehungen zum Lande, und es dürfte ihnen nicht schwer fallen, auch einige dieser genannten Rüben zu erwerben.
** Einübe raus gutesPilzjahr haben wir diesmal. In Anbetracht der teuren .Kriegszeiten ist dies doppelt erfreulich! und es wird ausgiebig Gebrauch von der Gelegenheit gemacht, sich kostenlos ein nahrhaftes und wohlschmeckendes Gericht bereiten zu können. Noch nie wurden die Pilze so in den Wäldern gesucht wie diesmal. Nicht selten wandern die Pilzsucher gruppentveise unter Leitung sachkundiger Personen durch die herttichen Wälder unserer Gegend.
Teurer Bienenhonig. Nach Feststellungen der sachverständigen Imker war das diesjährige Bienenjahr das schlechteste seit Jahrzehnten. Der für die Bienenzucht wichttgste Monat, der Juni, war bis auf einzelne Tage leucht, kalt und windig, so daß die Bienen wenig Nahrung fanden. Vielfach fehlte eS an Zucker, den man den Bienen hätte als Ersatz reichen können. Ganze Völker gingen zu Grunde. Die Preise für Honig ziehen an, viele Bestellungen bleiben unberücksichtigt.
**Die Auszahlung der Familien unter st ü tz ungen an dio Angehörigen der zum Heeresdienst Einberufenen für 1K. bis Ende Oktober findet statt vom 16.—18. Oktober im Stadthaus, Zimmer 7. Siehe Bekanntmachung.
** Verkehr mit Leim. Angehörige der Leim verarbeitenden Gewerbe — ausgenommen des Schreinergewerbes — wie Buchbinder, Trechsier. Maler, Tapezierer, Wagner, Weihbinder, Zimmerer können Meldescheine über Bestand, Verlnanch und Bedarf von Leim unmittelbar von der Handtverkskammer in Darnistabt, Saalbausttoße 60, beziehen. Siehe Anzeigenteil
** Pferdeverfteigerungen. Mvntag, den 16. Oktober, vormittags IO1/2 Uhr, kommen aus 'dem Hofe des Jagdschlosses Kranichstein etwa 50 Stück etwa l-l/sjährige reqnirntte Fohlen französischen Typs zur Versteigerung. Ferner findet D 0 n - n erstag, den 1 9. Oktober, vormittags IO1/2 Uhr, ebenfalls auf dem .Hofe des Jagoschlosses Kranichstein eine Versteigerung von etwa 45 SWk kriegsunbrauMarm Pferden statt, Kn de«


