Ausgabe 
13.10.1916 Erstes Blatt
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Der Siehencr Anzeiger

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General-Anzeiger für Oberhessen

Weiterer Wckzng der Kummen.

Die Auslieferung der griechischen Kolte.

(WTD.)

(Amtlich.)

Großes Hauptquartier,

eftlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls

Kronprinz Rupprecht von Bayern.

BeSerseits der Somme nahm die Schlacht ihren Fort- gsn-g. Av der ganzen Front zwischen Aucre und Somme ent­falteten die Artillerien große Kraft. Jnfanterieangrifft der Engländer vor Thiepval. sowie auf der Linie Le Sars- Gueudecourt sind meist schon im Sperrfeuer gescheitert. Gegen übend setzten auf der Front Morval-Bouchavesncs starke Angriffe ein. die bis in die frühen Morgenstunden fortgesetzt wurden. Gegen die Stellung des Infanterie-Regi­ments Nr. 68 und des Reserve-Regiments Nr. 76 bei Sailly stürmte der Feind sechsmal an. Alle Anstrengungen waren ergebnislos. Unsere Stellungen sind restlos behauptet.

Siwlich der Somme geht der Kampf zwischen Gener- rnont-Chaulnes weiter. Mehrere französische Angriffe wur­den abgeschlagen. Die heiß umstrittene Zuckerfabrik von Genermont ist in unserem Besitz. Im Dorf Ablaincourt ent­spannen sich erbitterte Häuserkämpfe, die noch im Gange sind.

Oestlicher Kriegsschauplatz.

Keine wesentlichen Ereignisse.

Kriegsschauplatz in Siebenbürgen.

Fm Marostale hielt der Feind dem umfassenden Angriff nicht stand. Auch weiter nördlich beginnt er zu wei­chen. Er wird aufderganzenO st frontverfolgt.

Die zw eite rumänische Ar me e ist in dieGrenz- ftellungenzurückgeworfen. Zn den Gebirgskämyfen der beiden letzten Tage sind 18 Offiziere, 6 39 M an n, ein 16 Zentimeter-Geschütz, fünf Maschinengewehre, viel Munition und Gewehre in unsere Hand gefallen.

Feindliche Vorstöße beiderseits des Vulkan-Passes wur­den abgeschlagen.

Balkan-Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Mackensen.

Die Lage ist unverändert.

Mazedonische Front.

Zahlreiche feindliche Angriffe an der Eerna sind geschei­tert. Westlich und östlich des Wardar machte der Gegner er­folglose Vorstöße.

Der erste Generalguartiermeister . _ - Ludendorff.

Die gestrige Reichstagssitzung war nüchterner, hatte auch greifbarere Gegenstände der Unterhaltung als die vor­angegangene. Zwar hörten wir vom Präsidenten des Kriegs­ernährungsamtes, daß auch eine Kartoffelernte, ähnlich wie die Ernte eines Krieges, sich nur mit großen Schwierigkeiten abschätzen läßt, allein da läßt sich doch, wenn nur der Him­mel und das Wetter dem Gedeihen günstig sind, durch vieler­lei Maßregeln ein ausreichender Bestand sicherstellen. Kriegszustand herrscht auch im Wirtschaftsleben. Was uns der heimische Boden zur Ernährung der Bevölkerung im reichsten Maße zur Verfügung stellt, das ist die Kartoffel, die uns mit an erster Stelle das Durchhalten gewährleistet. Da war es schon begreiflich und nützlich, daß der Reichstag eine besondere Sitzung dem Kartoffelbedarf- und Verbrauch gewidmet hat. Es gab in einer langen Rede des Herrn von Batocki eine Hülle und Fülle willkommener Belehrungen aus die Anfragen der Parteien, wie eine Kartosselversorgung schnell und sicher iv die Wege geleitet werden könne. Diese Versorgung drohte etwas zu stocken. Bei den hohen Preisen für Frühkartoffeln hatten manche Landwirte halbreife Früchte aus der Erde geholt und auf den Markt gebracht, und die ungünstige Witterung hat die Kartoffelernte sodann verzögert. Da ionvden, besonders in den Jndustriegegenden, Klagen über Mangel und Befürchtungen wegen ausreichender Versor- gnrhg laut. Herr v. Batocki nannte die Hindernisse: und .bestritt nicht die mancherlei Schrvierigkeiten, die diesen Ar­beiten entgegenstehen. Vor allem mahnte er zur Sparsam- kert. Die Kartoffelernte ist dieses Jahr nicht so reich und gut gediehen wie im vorigen Jahr; allerdings ttvitfr dies ans geglichen durch eine vorzügliche Getreideernte. Wir wer­den auÄkommen, und es wird keine Not eintreten. Zahl­reiche Maßregeln zur Kartoffelversorgung sind bereits rechtzeitig in die Wege geleitet. Kriegsgefangene sollen in ausreichendem Maße zur Verfügung gestellt werden, um bei dem bestehenden Leutemarigel die Ernte rechtzeitig

12. Oktober. heimzubringen. Auch Pferde und Wagen Null die Heeres- I Verwaltung, soweit es pötig ist, leihen. Der Saatguthandel joll auf weiteres verboten werden, um vor allem die zur a^nschlichen Ernähruna nötige Versorgung sicherzustellen. Allerdings waren gerade bei diesem Gegenstände die Aus­führungen Batockis von einem gewissen Ernste getragen, indem er darauf hinwies, daß die diesjährige, nicht so günstige Ernte zum Teil ans schlechtes Saatgut zurückzn- fuhren ist. Die Anforderungen der Brennereien, die für die Heeresverwaltung arbeiten, sollen herahgedrnckt werden, sich immer ermöglichen läßt. Der landwirtschast- lichen Bevölkerung ließ Herr v. Batocki volle Gerechtigkeit widerfahren. Darum will er auch an Enteignungen nur da Herangehen,wo wirklich ein böser Wille vorhanden ist". Was er von der Psyche der landwirtschaftlichen Bevölkerung !^6te, insbesondere derjenigen der Frauen, die heute zumeist me Wirtschaft führen, dürfen wir im Drang und Zwang der Not unserer Zeit nicht kurzerhand von uns abweisen. Es liegt da viel Menschliches zugrunde, und Menschen sind wir nun einmal alle, auch die Verbraucher, die gern laut zu ichreren pflegen. Es war jedoch ein Höhepunkt in den Batocki- jchen Ausfuhrungen, als er der landwirtschaftlichen Psyche, da wo sie auf falsche Bahnen gelangt war, zu ihrem eignen einen Prellbock vorsetzte.So lange ich Präsident des Kriegsernährungsamtes sein werde", so erklärte S? erhobener Stimme,wird es unter keinen

Umstanden wieder passieren, daß Höchstpreise nach- traglich erhöht werden. Ich würde eher zum a n ß e r st e n M 11 1 e 1 schreiten, ehe ich mich entschlie- wurde, eine einmal vorgenommene Preisfestsetzung nach­träglich zu erhöhen." Der Landwirt und die Landwirtin werden sich also nichts davon versprechen dürfen, wenn sie ihre .Hacktrüchte in der Erwartung yohcrer Preise zurnck- Valten Höchstens würde ihnen das ermähnteäußerste Mit­tel blühen, das in der Enteignunig besteht. Wir hoffen, die angeführten technischen Maßregeln und die gesunde Moral alter Beteiligten werben unsere Kcrrtoffelversoranna prompt zur Durchführung bringen! Die ganze Bevolrerung ward zur Mitarbeit an der Kartoffelernte er- toeröen. Und so werden wir/ nach Batockis Wort mit Ruhe auch dem neuen Jahre entgegensehen.

Der österreichisch-ungarische Tagesbericht.

verlautbart:' 12^Oktober^1916. Nichtamtlich.) Amtlich wird

Oestlicher Kriegsschauplatz.

Auf dem Vulkan-Paß scheiterten rumänische Vor- Jtone. Im Raum von Brasso mußte der Feind gegen die Grenzpage zuruckweichen. In den letzten zwei Tagen wur hier 18 Offiziere, 639 Mann, ein schweres Geschütz fünf Maschinengewehre und viel Kriegsgerät eingebracht, o* @ ö e r 6 e n im ® e & t r ö e und beiderseits der

l?t rumänische Widerstand gebrochen worden. Unsere Truppen sind in der Verfolgung.

... twn Zolotwina in Ostgalizien wurde ein russi

scher Borstoß abgeschlagen.

Italienischer Kriegsschauplatz.

Auch am gesttigen dritten Tage der großen Jnfanterie- kampfe am Sudflügel der küstenlä n d i sch e n Front haben sich unsere Truppen gegen den Ansturm des Feindes behauptet. Mrdlich der Wippach und südlich^dieses Flusses bis ln die Gegend von Lokovrca wurden alle Angriffe der Italiener abgewiesen. Oestlich und südlich von Ovpacchiasella gttvann der Gegner Raum. Nova Vas ffel in seine Hände. Weiter südlich bis zum Meere drang er wiederholt in ein­zelne Frontstücke ein. wurde aber immer wieder hinau^- geworfen. Alpenlandischc Truppen haben sich im Kampfe neuerdings hervorgetan. Die Zahl der gefangenen Italiener hat sich auf 2 <00 erhöht.

An einzelnen Stellen der Kärntner und Tiroler Front betätigten sich schwächere feindliche Abteilungen in erfolg­losen Angriffsversuchen. Am Pasubio, wo unsere Stellung seit vorgestern vom Cosmagon auf den Boite-Rücken zurück­genommen wurde, verliefen Tag und Nacht ruhig.

Südöstlicher Kriegsschauplatz.

Bei unseren Stteitkrästen nichts von Belang.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalftabs

[2 l . v. Höfer, Feldmarschalleutnant.

Der bulgarische Bericht.

Sofra, 12. ßfto&et. (WTB. Nicht«mtlich.) Amtlicher Be­richt des Generalstaües vom 12. Oktober.

Mazedonische Front. Dom Prespa-See bis zur Ccrni dos übliche Artrlleriefeuer. An der Front am Cerni-Bogen leb­hafter Kampf. Sechs Aufeinanderfolgende Angriffe des Feindes in der Umgebung des Dorfes Skolschiijo wurden mit großen

Verlusten für den Feind zurückgeschilagen. Ern Versuch der feind- scttütette^ nmtterie ' ^Uich der .Höhe Dobnowvlje vvrzugehen,

Im Moglen.ica-Tal lchhafte ArtillerietatigSeik, stellen- ^rbmdung mit Maschinengewehr- und JNfantcrieseuer vorgeschobenen Erkundungsabteilnngen wardar wurde ein feindliches Bataillon, das nach tlerievorberertung gegDi die Höhen südlich des Dorfes Bagovoditza vorzugehen versuchte, mit schweren Verlusten NrrLck- feu'er^^ ^ U ® c ^ ^ ö ^ ca Planrna schwaches Artillerie-

ntoJEHZZ lebhafte Tätigkeit der Erkimdungs-

§1?lu"gen. Ein Versuch zweier feindlicher Bataillone, unter dem OMb Wgen Artilleriefeuers gegen Barakti Tichumaja vorzu- unserem Feur. Die feindliche weittragende Ar- wu^m Ene Stadt Seres, in der 10 Einwohner getötet^

Län§s der Tonau sEenweisc WSn. dvtrouillen. ^n der Dobrndscha ist die Lage un- m?o/ge) chobenen Abteilungen vertrieben den Feind aus dein T^fe Malszrovo, das sie besetzten.

, 4 n des Schwarzen Meeres griff am 10 Okto-

non Wasserflugzeugen den Hafen von Eon- § Sfßf Brande rn den Hafenanlagen mrd Petto- lenmbehaltern anrichtete. gez.: Minister RadvslawMv.

Deutsche Bomben auf rnsiische Transportdampfer.

Berlin 12. Okt. (WTB.) Deutsche Geeflua- ^ 0- Oktober und in der Nacht zum 10. Transportdampfer in Konstantza er­folgreich mrt Bomben.

Ein neuer Rusientransport in Saloniki.

(WTB.' Nichtamtlich) Meldung dev ^genee Havas. Hier nt ein neuer russischer Truppen­transport em getroffen.

Ein Sonderfriede mit Rußland?

~ 12. Oft. (WTB.) MeKöln. A,." oM

, ton neutralen Sarö>mt aus verbreiteten Gerüchte von entern angeblich bevorstehendmr Sonder-

HintergrÜndL^ Rußland entbehren des tatsächlichen

Die neue russische Kriegsanleihe.

r>5 0 i,^ a9 i n ' Oft. (WTB.,Berlinsfe TitumLe" melDet aus Petersburg: Der Direktor der Kveditkanzlei teilte nnt, daß die neue russische K r i e q s a n l e i b e in Höbe von drei Milliarden Rubel am 15. November alten Stils zur Zeichnung aufgetegt werde. Der Bettag soll im Jnl<md aufgebracht werden. ^

Eine Aede des englischen Ministerpräfidenten.

London, 12. Oktober. (WTB.'Meldung des Reuterschen Z^Es Jm Unterhause br<ui^squith eine ntut Kredit fordern ng mt Betrage von ,300 Millionen Mund K^ Un f Cl L ^ dabei, dieser Kredit erhöhe den G^m^

betrag für das laufende Fmanzmhr auf 1350 Millionen und den bei k/ eit Kriegsausbruch bewilligten Kredite auf Kriegsausgaben beliefgn sich auf eüva 5 Millionen täglich. Dre Ausgaben für das Heer wiesM eine 3 ering 2 Verminderung auf, aber die Ausgaben für Mmritvon sE erheblich gewachien. Ter Voranschlag für den BudgEittl Anleihen der Verbündeten und der Kolonien" sei i'iberichttttezr worden nnd wenn diese Anleihen in dem gegewärtigen Maßstab zu wachlsen fortfahven sollten, würden die im Budget voran^ Klagten 450 Millionen sehr erheblich überschritten, aber kein Teil der Knegsau^aben sei wichtiger für die Sache der MiiEr als dieser. England habe m dieser Beziehung keine selbstsüchtigen Interessen, wid obt^hl die Ausgaben über den Voranschlag frnatä, §dn handle es sich: hier um Ausgaben, die er nicht bedauere und i ^-rzeir werde. (Beifall.) Vvw

1 ' K 24 - mach'ten diese Anleihen der Mliietten

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verschieöenm Kriezss

Eism-bahn und öic W-sservcrbindvn- g!M wesmtlrch verb-,sert ioord«n seien. Ein loirffnmer Fortschritt i.n der Ueberwindung der Schwierigkeiten gemacht, die bisher die Kainpfe in Aegypten hemmten. Tie Niederlage der Türkm bei der Oa>se Latm am 3. August mit einem Verlust von 3166 Gefangenen und vier Geschützen nötigte den Feind, sich 20 Meilttr weit znruckzuziehen. Sie rückte die Gefahr eines Angriffs auf den Kcmal rn die Ferne und minderte das türkische Ansehen in Syrien und Arabien. Au der Westfront von Aegypten seien die Senusn,zur Ndachlloftgkeit verurteilt. Diese Tatsachen bereiteten im Verein mit den Mmpfen in Darftir den tüMch-dentschen Mu­ken in Aegypten und dem Sudan wirh'am ein Cxde. In Sa lo- n i k i erlftelten die alliierten Stteitttäfte beträchlliche russffche und italienische Verstärkuirgen und sie ergriffen Anfang SeptEer die ^^ftsive mit dem Ziel, ihre Tätigkeit mit der der russische Und rnwanischen Truppen in Siebenbürgen und der Do b r n d - ''cha zu vereinigen. Diese Offensive hatte einen bettäEicheu Er- iolg. Auf dem' rechten Flügel setzten sich die Briten auf dem linken Struma-Ufer fest, !w>o sie die bulgarischen Stellungen nabmen, wiederholte Gegenangriffe abschlugen und dem Feind schwere Ver­luste zu fügten. Auf dem linken Flügel schlugen die Russen, Fran­zosen und Serben die Bulgaren, nahmen Florina und vertrieben! den Feind von den Grenzhöhen. Sie befänden sich nun etwa 8 eng- I lisch- Meilen von der wichtigen Stadt Monastir entfernt Die Operation^ der Alliierten in dieser Gegend brachten nicht nur deni * Feinde schwere Verluste bei. sondern verhinderten ihn auch, Truppen