Ausgabe 
6.10.1916 Erstes Blatt
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für hervorragende Tätigkeit vor dein Feinde die Heff. Tapfer k e l t s m e d a i l l e verliefen tvorden. ^

** Stadttheater. Ms dem Stadttheaterbureau wird 1 ms witgeteilt: Tie Proben, die für die Eröffnung der neuen Spielzeit mn 10. Oktober in vollem Gairge sind, haben bett erfreulichen Bewei erbrad't, daß es der Bühnearleitung trotz aller Schwierigkeiten ge­lungen ist, ein gutes Personal zusammenzustellen, das sicherlich die Gunst des Publikums finden wird. Von neuen Mitgliedern, die in der Erö ssnun gsvorstellung (Lessnrgs Nathan der Meise) Mitwirken, seien genannt: Herr Max Wessolowski (Nathan), der neue Etwraktcrdarsteller, früher an den Stadttheatern Essen, Nürnberg und Aachen tätig, sowie Herr Adolf Fa tke n, der jugendliche Held und Liebhaber (Tempelherr), vordem am Würzburger und vergan­genen Winter am neuen Wilnaer Stadttheater verpflichtet. Tie Rolle des Terwischs ist Herrn A. Werthmann anvertraut wor-^ den. der sich bereits im Sommer am Nauheimer Kurlhcater bewährt hat Bon neuen Tamen seinen erwähnt: Fräulein Luise Delosea vom Wiesbadener Residenztheater (Taja), Fräulein Batly Sch e i d - ler vom Dresdener Residenztheater (Recha> und Fräulein /lda Mahr vom Eisenacher Stadttheater, die die Sittah spielen wird. Tie Spielleitung liegt in den Händen von Herrn Wilhelm Hel­mut h, der ja vom vergangenen Jahre her bestens bekannt ist und der auch die' Rolle des Klosterbruders innehat. Bon vorjährigen Mitgliedern wirken in der Eröffnungsvorstellung außerdem die Herren T heilin g und Goll mit.

** Beschlagnahme von Kelterobst. Die Be­schlagnahme des Wirtschaftsobstes und damit auch des Kelterobstes durch die Stellvertretenden Generalkommandos ist noch nicht aufgehoben. Mitteilungen darüber be­sagen, daß die Konservenfabriken, die für .Heereslieserungen arbeiten, ihren Bedarf an Aepfeln bei weitem noch nicht decken konnten. Die Keltereien und Aepfelweinwirte warten ungeduldig auf die Freigabe der Kelterung, da die meisten von ihnen schon längst ihren Bedarf an Kelterobst sich ge­sichert haben, aber infolge des Verbotes noch nicht beziehen «tonnten. In diesem Verfahren, das natürlich strafbar ist, iliegt auch ein großer Nachteil, indem die betreffenden i Konservenfabriken nicht gelingend Aepfel bekommen, infolge­dessen die Beschlagnahme im gleichen Verhältnis bestehen bleiben dürfte, als Aepfel aus diese Weise zurückgehalten werden. Die Landesobststelle in Darmstadt ersucht die be­treffenden Kelterer, Wirte usw., diesem Umstande Rechnung zu tragen und zeitraubende telephonische Anfragen zu unter­lassen.

** 200 Gramm Fleisch. Tie Höchstmenge von Fleisch üind Fleischwaren, die wöchentlich auf die Fleischkarte entnommen werden darf, wird bis auf weiteres auf 200 Gramm Schlachtvieh-- fleisck mit eingewachsenen Knochen festgesetzt. Auf jede Fleisch

marke '

Anteil 40. und 41. Wochen können entnommen werden:

entweder 20 Gramm Schlachtviehslersch mit eingewachsenen Knochen, oder 16 Gramm Schlachtviehfleisch ohne Knochen, -Schinken, Dauerwurst, Zunge, Speck, Röhfett, oder 40 Gramm Wildbrett, Frischwurst, Eingeweide, Fleischkonserven einschließlich des Dosengewichts. Siehe Bekanntmachung.

** T e r Kaninchen- und Geflügelzuchtverein der Eisenbahnbedunsteten für Gießen und Umgegend hielt am 1 Oktober seine 1. Lokal aus stellun g auf derSchönen .Aussicht" ab. Welches Interesse man der Kaninchen- und über -Haupt der Kleintierzucht in unserer jetzigen Zeit und zwar mir vollem Recht entgegenbringt, dafür zeugte der Massenbesuch aus Stadt und vom Lande am Sonntag nachmittag. Das Vorurteil aegen Kaninchenfleisch hat der harte Lehrmeister, Krieg, beseitigt. Das Ziel:Kaninchenfleisch nruß Volksnahrung werden" ist durch !den blutigen Krieg wenn nach nicht ganz erreicht, so doch um ein gutes Stück Wegs näher gekommen. Gar manche Familie zieht sich 'mit geringen Mitteln im Lause des Jahres bis zu mehreren Zentnern des werttwllsten und schmackhaftesten Fleisches. Steht todj Kaninchenfleisch nach den Feststellungen unserer Nahrungs- mittelch.'miker in ber Mitte zwischen bestem Ochsen- und Ge­flügelfleisch. Vertreten waren auf der Ausstellung fast sämtliche Rassen von den schweren Belgischen Riesen, Französischen Widdern und Teutschm Riesenschecken bis herunter zu den kleinen niedlichen Herme! mkawinchen. Dazwischen sah man Silberkaninchen in den verschiedensten Färbungen und Schattierungen, desgleichen bunte Holländer und Japaner sowie blütenweiße, langhaarige Angora kaninchen Bon GeflügÄ waren nur Hühner und Tauben vorhanden zwar in beschrankter Zahl, aber namentlich bei den Tauben vow hervorragender Qualität. Am Samstag nachmittag fand bereits die Prämiierung der Tiere statt. Ms Preisrichter waren tätig: für Kaninchen, Herr Ebert, Gdnhausen und für Geflügel Herr R ü b sa men, Gießen. Bei der Prämiierung gingen als Sieger hervor: Feuer st ein - Gießen i Russenkaninchen), Stotz -Klein- Linden ^Deutsch. R.-Sch.h Sim merma che r- Gießen (Franz. Widder', Krug-Gießen «Belg. M..), Neurath-Gießen (Weiße Riesen), Höbel (Hermelin), Sehrt (HermÄin) Ei ff-Stein bera (Schwarzloh), L o tz - Mein-Linden (rebhuhnfarb. Italiener) S rv m i d t - Gießen (Mäusertanben), Christ-Gießen (Eistauben), Hübel-Gießen (Pelzwaren). Außerdem wurden noch zahlreiche Ehrenpreise, 1., 2., 3. Preise und lob. Anerkennungen vergeben. Am Sonntag nachmittag besichtigte Ober-Reg.-Rat Dr. Weber als Vertreter der Könrgl. Eisenbahndirektion Frankfurt a. M die Ausstellung. Er überwies der Aussdellungskasse zur Prä­miierung einen Beitrag von 100 Mark.

** Die ausländischen und die im Ausland be kindlichen inländischen und ausländischen Wert o a p i e r e sind gemäß der Bundesratsverordnung vym 23. August de Js. bei der Reichsbänk anzumelden, und zwar nach dem Be­sitzstände des 30, September 1016. Es sei nochmals darauf hin gewiesen, daß die gute Durchführung dieser Bestandsaufnahme im Interesse einer wirkasmen Valuta- und Handelspolitik für die Reichsregierung überaus wichtig ist, daß aber eine Benutzung der Anmeldungen für Steuerzwecke -nicht in Frage kommt. Sämtliche Zweigniederlassungen der Reichsbänk, in Berlin das Kontor der Reickwhauptbank für Wertpapiere (am Hausvogteiplatz Nr. 14> geben die zur Llnmeldung nötigen Formulare, von denen je ein be­sonderer Bogen für die Wertpapiere jedes Landes verwendet werden muß> ah Und sind gern bereit, in Zweifelfällen die Anmelder durch persönliche Beratung zu unterstützen. Es darf noch daraus verwiesen werden, daß mit Geldstrafe bis zu 1500 M. oder mit Gefängnis bis zu drei Monaten bestraft wird, wer vor­sätzlich seinen Verpflichtungen zur Anmeldung der fraglichen Wert­papiere nicht öder nicht innerhalb der vor geschriebenen Frist nach­kommt, und ferner wer bei der Anmeldung oder bei einer von' der Anmeldestelle geforderten Auskunft wissentlich unvollständige oder unrichtige Angaben macht.

** Sammelt Briefmarken. Zu den Gegenständen die sehr viel verwendet, nach Gebrauch aber meist als wertlos weg­geworfen werden, gehören die Briefmarken. Diese können je­doch zu gemeinnützigen Zwecken noch gute Verwendung finden Der Alice-Frauenverein hat die Sammlung und Verwertung derselben übernommen. Es sollen daher alle gebrauchten Briefmarken in­ländische (deutsche), aber besonders auch ausländische, sorgsam ge­sammelt und den Sammelstellen des Alice-Frauenvereins zugeführt «werden. Das gleiche gilt von Postsachen und sogenannten Ganz- I fachen. Sicherlich werden in vielen Haushaltungen noch alte Briefe lmit Marken aufbewahrt. Diese werden von den Sammelstellen ; ebenfalls dankbar angenommen. Auch Briefmarkensammlungen, die

früherer Zeit noch ausbewahrt werden, sind sehr.willkommen «Stellen, bei denen größerer Briefverkehr stattsindet, wie Aemter Banken, Großgeschäfte und dergleichen, würden den Alice-Frauen- verem zu Dank verpflichten., wenn sie anorduen, daß die einge­laufenen Postwertzeichen gesammelt und den Sammelstellen zuge- führt werden. Dabei ist es nicht erwünscht, die Marken etwa ab- m/ n ' am besten werden sie ausgeschnitten oder mit den

Brusumichlägen abgeliesert. Eine getrennte Sammlung der in- handtichen und ausländischen Postwertzeichen würde die Bermendung der,elben sehr erleichtern. Das Gr. .Kreisamt Gießen, Zimmer 5 .nimmt dre gesammelten Briefmarken zur Weiterbeförderung cnU gegen.

u.*cn ^ e .[ f i f cfee £ a ja r e 11 j e i t u ii g Nr. 29. Der In- «halt ist: Ergebnis des vierten Preisausschreibens: Erfahrungen des

Krieges, von Jäger Ludwig Faß: Die AngesteWenversiMrnng im Kriege, von Dr. M. O.: Vom Kongreß für .KriegsbesMdigten- fürsorge in Köln; Der Nutzen des Lazarett-Unterrichts: Führungen durch Wald und Feld; Lazarett-Beratung: Vom deutschen Geiste; Rätsel-Ecke. Die G i e.ß e n e r B e i l a gr enthält ein Gedicht: Der Erntekranz; Die kleinen und die großen Leiden; Kriegsteilnehmer und Krankenrente: Erst .Heilung dann Arbeit; Die Tüchtigkeit des Bulgarenvolkes; Arbeitsmarkt: Verwundetennnterricht

Beschaffung v o n G e b r a u ch s v i e h. Der erste An­kauf von GebrauchSvieh - trächtige und nichttrachtige Kühe und Rinder durch die Landwirtschaftskammer ist für die Käufer zufriedenstellend ausgefallen und es sollen daher wettere derartige Ankäufe gentacht werden. Die Preise und sonstigen Bedingungen sind durch die Landwirtschaftskammer-Ausschüsse zu erfahren. Von diesen werden auch für die nächsten Wochen noch weitere Be­stellungen entgegengenommen.

** W i n te r b o t e n. Eine Kette Hohlgänse, wohl über hundert ^tück, flog gestern nachmittag in beträchtlicher Höhe über unsere Gegend nach dem fernen Süden. Ob mit ihrer frühen Abwanderung auch ein früher Winter zu erwarten ist, läßt sich wohl kaum erraten.

** Vom Lande. Dlnrch das niederschlagsreiche Herbstwetter sind die H e r b st b e st e l l n n g e n um Wochen ver­spätet. War man sonst um diese Zeit mit der Kartoffelernte fertig, so steckt man jetzt noch mitten drin. Die Kornsaat ist gleichfalls verspätet, läßt sich aber jetzt, da der Boden trocken geworden, gut bewerkstelligen. Das Verarbeiten des Obstes macht auch nicht geringe Arbeit. Dazu kommt nun noch das Einbringen der 'Hack­gewächse. An Arbeit für junge und alte Hände fehlt es in diesem Herbste nicht.

** Die Süß stofskarten können von heute ab beiden Brotmarkenbezirkeu unter Vorlage der Brotausweiskarte während der üblichen Geschäftsstunden entgegengenommen werden. Mit dem 11. Okt. verliert der Abschnitt I seine Gültigkeit.

** Das he!utige 'Kreisblatt Nr. 123 enthält Be­kanntmachungen über den Verkehr mit Leim, Aendecung der An­ordnung für das Verfahren vor dem ReichSsichiedsgerich-t fürr Kriegsbedarf, Einfuhr von Malnüssen Und Haselnüssen, Absatz von Erzeugwissen der Kartoffeltrocknerei und Kärtoffelstärkesabn- Vasion, Regelung des >jBranntweinvcrkehrs, mit .Saccharin ge­süßte «Waren, Einfuhr «von Gemüse und Obst, Beschlagnahme süßte Waren, Einfuhr von Gemüse und Obst, Beschlagnahme,, Bestandserhebung und Enteignung von Bierglasdeckeln und Brer- krugdeckeln aus Zinn und freiwillige Ablieferung anderer Zinn- gegenstände, Schlachtverbote, dRusterung und Aushebung.

Landkreis Gießen.

fc# Beuern, 4. Oft. Der Spar- und Vorschußoerein I be­teiligt sich an der 5. Kriegsanleihe mit 50000 M a rk, gegenüber 30000 Mark beider 4. Kriegsanleihe. Die Gemeinde zeichnete diesmal wie auch bei der 4. Kriegsanleihe 2000 Mark. Durch .KriegSsparkarten wurden durch die Schüler 4 0 7 Mark für die Kriegsanleihe aufgebracht. Dahingegen betrug die Samm­lung durch die Schule für die 4. Kriegsanleihe 2500 Mark.

. ** Langsdorf, 5. Oft. Die Zeichnungen auf die fünft Kriegsanleihe betrugen beim hiesigen Vorschub- und Kredit verein 200 000 Mark.

K. Lumda, 6. Okt. Ms die 5. Kr ie g s a nlei h e wurden von 57 Schülern der hiesigen Volksschule 1700 Mark gezeichnet. Ter Landwehrmann Karl Schneider erlitt am 14. September in den Kämpfen an der Somme den Heldentod. Mit ihm fordert^ lder Weltkrieg in unserer Gemeint daS 7. Opfer und einer armen kranken Witwe ihren zweiten Sohn.

R. Reinhardshain, 6. Oft. Di: hiesige einklassige Volks schule zeichnete auf die 5. Kriegsanleihe 1500 Mark.

Kreis Büdingen.

F. C. © ö b t n g e n , 5. Oft. Da die Aepfelernte int hie siqen Kreise derart vorgeschritten ist, daß der Verderb der Fall äpsel zu befürchten ist, werden die serther beschlagnahmten Falläpfel vom heistigen 5. Okt. ab für die Deräusterung an die Verbraucher im Kr-ise von der Beschlagnahnte sreigegeben.

4- Ortenborg, 5. Oft. Äutnanfd. R. Heinrich Hebbel von hier, in Friedenszeit Psarraffistent in Msselsheim, wurde bei den schweren Kämpfen im Osten an Kops und Armen durch Granat splitter verwimdet und befindet sich zurzeit in einem Heimatlazarett. Leutnant Hebbel steht seit Beginn des Krieges im Feld, war bereits schon , einmal, allerdings leicht, verwundet und erhielt vor kurzem das Eiserne Kreuz erster Masse. Der vergangene Sonntag und Montab stand auch in unserem Städtchen im Zeichen des Opfertags für nufere tapfere Marine, junge Mädchen gingen mit Sammellisten von HauS zu Haus und boten die verschiedensten Abzeichen an, überall wurden freundlich ausgenommen, so daß der Vorstand unserer kleinen Ortsgruppe des Flottenvereins 318 Mk. als Ergeb­nis abliesern konnte, gewiß für unsere nicht ganz 1000 Seelen zäh­lende Gemeinde einffchöner Erfolg, Tie Rechnung der hiesigen Bezi rks spa rBas s e schloß für das Jahx 1915 ab mit einer Ein nähme von 2 465 221,50 Mark und mit einer Ausgabe von

2 292 976,65 Mark, bte Höhe der Einlagen betrug 746 633,82 Mark, an Unterstützungen und Geschenken wurden für Wohltätig keitszwecke 920 Mark, für die Industrieschulen des Kreises und Be­zirkes 1380 Mark verausgabt, der Bestand der Einleger betrug 2232 gegen 2313 Mark in 1914, für die fünfte Kriegsanleihe wur den bereits über 120 000 Mark gezeichnet, dieselbe Summe wurde bei der Vorschuß- und Kreditkasse gezeichnet.

Kreis AlsseW.

Alsfeld, 6. Oft. Der Kommunalverband Alsfeld hat der Stadt Stuttgart bis zum 17. Oktober 63 000 Zentner Kar toffeln zu liefern. Wenn die angeiorderten Mengen nicht freiwillig geliefert werden, tritt Enteignung ein.

Kreis Lauterbach.

N. Lauterbach, 5. Okt. Die Jungviehweide der Landwirtschaftskammer bei Lauterbach hat gestern ihren dies jährigen Weidebetrieb eingestellt. Die Tiere kontmen wieder in die Hände der Besitzer. Es waren 22 Fohlen und 78 Rinder auf getrieben, die infolge des sebr reichlichen Futters in diesent Jahre einen sehr befriedigenden Nährzusland gehabt haben. Außer der Weide konnte noch reichliches Dorrfntter über den eigetttlichen Be darf eingebracht werden.

Kreis Schotten.

# Nieder-Seemen, 5. Okt. Am 8. September starb im Westen der Mnskerier Heinrich Schultheis.

Sichenhausen, 5. Okt. Vom 23. September bis 18. Oktober sind 14 Kiitder aus Offenbach kostenfrei bei hiesigen Einwohnern untergebracht. Zur 5. Kriegsanleihe wurden hier 5890 Mk. gezeichnet.

# U l r t cf) ft e t n , 5. Okt. Die hiesige Spar- und Leihkasse zeichnete 200 000 Dtk. zur 5. Kriegsanleihe.

Kreis Friedderg.

* Friedberg, 6. Okt. Zur 5. ^Kriegsanleihe wurden

3 548 600 Mk. gezeichnet gegen 4 009 900 Mk. bei der letzten Anleihe, oa. Friedberg. 6. Okt. Dem Stabsarzt Dr. W a ld e ck

aus Groß-Karben, beim hiesigen Reservelazarett, wlirde das Militär- Sanitälsfreuz, dem Sanitätsieldwebel Offen bacher at,s Hausen bei Butzbach, dent Sanilätsunteroisizier Groß und dem Snnitäts- gefreiten Schier, sämtlich im hiesigen Reserelazarett tätig, wurde das Kriegs-Ehrenzetchett verliehen.

** Bad-Nauhe«m, 6. Okt. Zur 4. Kriegsanleihe wurden 697 700 Mk. gezeichnet. Die 5. blieb mit 660 200 Mk. nicht weit dahinter zurück.

'* Butzbach, 6. Okt. Aus die 5. Kriegsanleihe

3 821200 Mk. gezeichnet gegen 3 968 600 Mk. bei der 4. anleihe.

F. 0. Butzbach, 5. Okt. Es wurde angeordnet, daß die H e r b st f e r i e u um acht Tage verlängert werden und der Wteder- beginn der Schule hier am 16 . Oktober stattsindet, damit die Schüler bei der Kartoffel- und Hackfrüchte-Erttte helfen können, so­wie beim Einsammeln von Bucheckern.

Starkenburg und Rheinhessen.

Mainz, 5, Okt. Dem Ztlge der Zeit folgten die hiesigen Gastwirte, irtdem sie unter Himveis ans die allgemeine Preis­steigerung der Weine den Mindestpreis für ein Glas Wein auf

4 0 Pfennig erhöhten.

wurden

Kriegs-

Hessen Nassau.

ra. Rodheim a. d. Bieber, 5. Okt. Lehrer Höhn, welcher auf eine fast 40jährige erfolgreiche Tätigkeit in hiesiger Gemeinde zurückblickt, wurde zum Hauptlehrer ernattnt.

Frankfurt a. M., 5. Okt. Ein großartiges Ergebnis brachte die Zeichnung auf die fünfte Kriegsanleihe bei der siebenten Kompagnie desLandsturm-Jnsanterie-Ersatz- b a t a i l l o n s. Es wurden rmtd 560 000 Mk. gezeichnet. Die höchste Einzelzeichntntg betrug 100 000 Rtk.

Bad Homburg v. d. H., 5. Okt. Mit sofortiger Wirkung wurde im Obertannuskreis die Beschlagnahme der Z w e t s ch e n und Pflaumen an fgehoben.

X Hanau, 5. Okt. Der seit etwa 8 Tagen an per Hanauer Mcinbahn als Hilfsschassner beschäftigte 66 Jahre alte frühere Bahnwärter Georg Jfsland von hier begleitete gestern abend den nach Langenselbold fahrenden Personenzug. Auf der Haltestelle Neu- Hof öeugte er sich ans der Tür des Packwagens heraus, als die Loko­motive zum Weiterfahren anzog. Durch den Ruck schlug die Roll­tür des Wagens zu und zerquetschte Jffland den Kopf. Ter Tod trat auf der Stelle ein.

Fc. Wiesbadens. Okt. Im nahen Frauenstein wurde der Musketier Wilhelm Gunkel am 30. April 1915 als gefallen ge­meldet und zwar am 31. Oktober 1914 bei dem Kampf in d«r Argonnen. Im Standesamte in Frauen stein wurde der .Tod des Gunkel beurkundet. Jetzt traf von dem lotgcmeldeten Gunkel an seine Angehörigen eine Feldposttarte aus Spaßka in Rußland, wo er sich in Kriegsgefangenschaft befindet, ein, in der er mitteilt, S«f r » ^ gesund und munter ist und sich wundert, daß er auf 20 Postkarten die er geschrieben, keinerlei Nachricht erhalten h.rüe.

ke. W i e s b a d e n , 5. Okt. Der Obermaschinistenmaat Karl Htort, Inhaber des Eisernen Kreilzes 1. und 2. Klaffe und der Hanseatischeit Verdienstmedaille, ist nach füttsjähriger Dienstzeit bei dem letzten Lustattgriff ans Loitdon den Heldeittod fürs Vaterland gestorben. An der Kronnngsseier in Lottdott, bei der bekattittlich ein Zeppelin anwesend war. nahm er bereits teil.

= 6obctt a. T., 5. Okt. Bei Kanalisationsarbeiten wurden rn der Nähe des 'Frankfurter Hoses bemerkenswerte Funde an Steinbeilen ans der neolithischen und Gefäßrestc aus der Hallstatt-Periode gemacht.

ul. Limburg, 5. Okt. Bei der Reick)sbank und ihren Ver­mittlungsstellen wurden 4,8 Millionen gezeichnet gegen 4,25 Mil- lionen bei der vorigen Kriegsanleihe. Das Ergebnis bei den öffent- uchen Banken ist folgendes: Nassauische Landesbank 1 Million (bei der vorigen Kriegsanleihe 1,33 Million', .Kreissparkasse IV» Mtllwn (blieb sich gleicht, Vorschußverein 600 000 Mark -795 000 Mark). Die Zeichnungen bei den Privatbanken sind überaus günstig und kommen den Ergebnissen der 3. Kriegsanleihe gleich. D^as Ehrenmal der Stadt Limburg, der sog.Stock in Eisen", wird am 15. Oktober geschlossen. ES soll vorläufig im neuen Rat­hause aufgestellt werden. Die Nagelungen, die im November v. IS. begonnen wurden, brachten der KriegSsürsorge nah^u 12 000 Mark ein.

d. St. Goarshausen, 5. Okt. Unweit von hier liegt ein mit Steinen beladenes Motorlasffchfft 'der Firma Kloß in Trechtingshausen. Das Schiss ist gesunken. Nunmehr fft ein großer Taucherschacht der kgl. pveuß. Rheinsttombanverwaltung durch den p-egieningsdampferPreußen" hierher geschleppt worden. Der Taucherschacht wird die Steine entfernen und bei der Dichtung des Lecks Dienste leisten. Man hofft dann das Fahrzeug heben zu können.

vermischtes.

Kopenhagen, 5. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) An der Südküste von Laaland, südöstlich Roadby, ist gestern ein Boot, ge- zeichnet ,Aegir" angetrieben, in dem sich die Reichen voit zwei rtlsüschen Soldaten bekattden, die, wie angeitomnten wird, aus dem Gefangenenlager bei Fehmarn geflüchtet und auf der Fahrt übe» die Ostsee vor Hunger und Kälte umgekommen sind.

Handel.

Die neue französische Anleihe.

London, 5. Okt. (WTB. Nichtanttlich. Die B a n k v o n England und die B a n k von Irland fordern zu Zeichnungen aus die neue sünfprozentige fraitzösische Rentenanleih, zum Kurse von 883* Prozent aus.

letzte Nachrichten.

Ein großer Cunard-Dampser versenkt.

London, 6. Okt. (Nichtamtlich.) Meldung des Ren» terschen Bureaus: Es wird amtlich bekannt gegeben, daß der von der Regierung erworbene EunardDampferRan- c u n i a <18 500 Tonnen) gestern von einem feindlichen Unterseebootversenkt worden ist. Der Dampfer hatte zurzeit keine Truppen an Bord. Zwölf Aiann der Besatzung werden vermißt, dreihundertzwei sind gerettet.

Der Kampf um den Donauübergang.

Budapest, 6. Oktober. Der Berichterstatter dasPester Lloyd" meldet: Wie ich bisher fest stellen konnte, haben nid# weniger als 5 rumänische Regimenter auf dem rechten Tonauuser Fuß gefaßt. Die Monitore gingen unter Artillerie- feuer und ausgestreuten Minen gegen die von den Rumänen ge­baute Brücke vor. Sie zerstörten die Brücke und richteten danw auf die Landbatterien ihr Feuer. Keins unserer Sdiisse wurde auch nur einen Augenblick kampfunfähig gemacht. Nach dieser erfolge reichen Arbeit der k. ttnd k. Rmnitore konnten die bulgarischen und deutschen Truppen angreifen. Sie verttieben am 3. Oktober die Rumänen restlos, denen durch die Anwesenheit der Monitore ein Brückenschlag unmöglich gemacht worden war. Ter Feind wurde vernichtend geschlagen. Nach Gefarrgenenaussagen und aufge­angenen Depeschen riefen die bedrängten Rumänen, rumänische Monitore zu Hilfe, auf deren.Erscheinen sie sicher rechneten, doch ließen sie die dRonitvre im Stich.

Wie Jaures über den Krieg dachte.

Bern, 6. Okt. W,ie aus Frankreich gemeldet wird, hat die französische Regierung außerordenttiche Mittel versucht, um sich in den Besitz der lnnterlassenen Papiere von I a ure s zu setzen. Ver­gebens bot sie der Familie 500000 Francs an und versuchte sogar päter, auf dem Wege der Beschlagnahme die Papiere in ihren Be­sitz zu bringen. Sie sind indessen in der Schweiz in Sicherheit gebracht worden. Me erinnerlich, hat Clemenceau behauptet, daß die Dokumente geeigiret seien, den glorreichen 4. August 1914 und die SimreSmeinung der französischen Regierung in ein anderes Licht zu rücken. Unter den Papieren ist auch die Abschrift einen­der letzten Briefe Jaures'. Er ist vom 30. Juli 1914 dosiert und an Vandervelde gerichtet. Es heißt darin: Hier in Frankreich ar­beiten wir mit allen Gewaltnsitteln für einen Krieg, der ausgo- jochten werden muß, um ekelhafte Begierden zu befriedigen und weil die Pariser und Londoner Börsen in Petersburg spekuliert haben. Ich nruß mich jetzt an die Franzosen wenden und von/ Versammlung zn Versammlung gehet!, vielleicht muß ich auch zum Generalstreik schreiten, der die Mobilisasion in Frankreich verhin­dern würde. Auch Sie müssen alle Mittel aufbieten, um den Frie­den zu erhallen.

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