Ausgabe 
9.9.1916 Zweites Blatt
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T-l TtÄr stürutt bcr /Vmtb nach fktrfcr ^rtilTcrieöorSercituii^ lchttar <Mgcn Vononck Leonowka bei Krfielm. In 6 Wellen, Mieder nachfslgenden Gruppenlölonnen, wälzt sich die Sturmflut heran Die orderen Wellen toctten von Offizieren geführt, die hinderen Wellen durch Offiziere wie deutlich erkennbar mit Schwünge neu Peitschen getrieben.

Vielleicht versprach sich der russische Führer eine größere ,,lM7ralische" Wirkung dieser Hnrkersarbcit, wenn sie von Offizieren i statt wie fault von Kvsakcnborden aus ge übt wurde.

Weiter südlich Hatten sich gleichzeitig heftige Angriffe gegen die dort mit deutschen Truppen vermischten 1 lt. k. Verbände enttvickelt.^Ucberlegener Feind drückte nordwestlich Liniow öster­reichische Stellungen ein, wurde aber durch sofortigen Gegenstoß deutscher Truppen in seine t'lusgangsstell ungen zurückgeworfen.

Auch aus dein linken Flügel unserer Front entbrennen neue uich heiße Kämpfe. Das 1. Gattetaps setzt hier nach kurzer Ruhe 'seine beiden Ttvisi-onen zu wüteichen Sturmangriffen ein. Am ^tilxhod ivestlich Janowka dringt die Garde-Infanterie am Spät­nachmittag des 8. 8. in einen längeren Grabermbschnitt. Bis in die Nacht hinein wogt der erbitterte Handgrrrratenkampf. Nach Mitter nacht herrscht Ruhe. Ter Verteidiger hat die Gräben wieder gewonnen und schläft neben .Hügeln toter russischer Gatte.Jrr- santeristen.

Auf dem äußersten Nordflügel im Gelände von Smolary -7- setzt die russische Führung das I. sib. A. K. ein. Hier entspinnen sich erbitterte Kämpfe vom 8. bis 10. 8., besonders um die Sand oünen von Zarecze. Zwischen 8 Uhr abends und 4 Uhr vormittags zum 9. 8. stürmen die Sibirier mit Teilen der 77. Division nicht weniger als seck>smal. Ungeheuerliche Blutopfer lassen einen be­scheidenen örtlichen Erfolg gewinnen: einige Sanddünen aus dem Linken Stocbodufir bei Zareeze. So endet mit dem 10. August Der'zweite allginneiue Angriff auf Kowel.

Bvussibows Führung kennzeichnet sich durchs eine fast an Gvcmsamkeit streifende Kaltherzigkeit im Opfern seiner Menschen

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über die von den Verbündeten ercmigen«: Vorteile schreiben Möchten, sie als Soldaten müßten es besser, daß man ans diese

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maßen zur Erzwingung seiner strategischen Pläne. In zwei groß angelegten gewaltigen Sttrrman griffen von mehrtägiger Tauer 'sinken die Sturintruppen mit ungel-eurerr Verlusten zusammen. Das strategische Ziel bleibt imerreicht: hier und dort ein geringer örtlicher Erfalg. Das ist der ganze Gewinn.

Weiter tobten die Känrpfi um die Dünen bei Zarecze, wo die «»greifenden Truppen des I. sib. A. K. der 77. und 78. Tiv. vom 28. 7. bis Mitte August etwa 30 000 Mann eingebüßt haben uiögen. Aussagen von Gefangenen sind vorsichtig zu bewerten. Jncmerhin darf Mrs ihnen und aus unseren eigenen Wahrnehmun­gen mithin« geivissen Wahrscheinlichkeit geschlossen werden, daß die russische Führung ihrer: strategischen Mißerfolg in der Schlacht mm Kowel bisher mit einem blutigen Verlust von mehr als 100 000 .Mann bezahlt hat.

Am 12. August sollte Kowel in russischer Hand seinum ie&en Preis". Ein erschreckend hoher Preis war .gezahlt. Aber Kowel blieb iu unserer Hand.

RlMOffsfe m$ dem Westes.

Bo« mrfarm KrregsberühterstLtter. fi^berechtLgtrr Nachdruck, auch auszugstoeifi. v^t&oäol)

Fm ftunuf t mit zwei englischen Divisionen.

Großes Hauptquartier, im September.

GerweinsaM Mit den Franzosen hatten die Engländer zwei ihrer besten Tivisionen Mn Sturn: bei Guillemoitt angesetzt. Ter Plan war, nack) einem ungeheuren Trommelfeuer Guillemont im StirrM Ai nehmen und sich dort einzurichten. Diese Ausgabe fiel einer größtenteils aus altgediKrten Soldaten bestehenden englischen Di­vision zu, die früher bei der Lorettohöhe Mt uns in schwerem .Kampfe gelegen l-atte und als sehr kriegserfahren bezeichnet werden durfte. Gleichzeitig sollte eine zweite Division sich des Südteiles vsu Guillemont bemächtigen und :rach Süden weiter stoßen, um sich Mt den dort angreisen den Franzosen zu vereinigen, die ihrerseits die Aufgabe hatten, nach Norden hin die Berbindimg rnit den Eng­ländern herzustell«:. Diese zweite Divffion gehörte zu den besten der Attchener-Armee. Sie war aber an der ScnnMe schon wiederholt so bei dem Sturme auf Montauban und bei dem heißen Kampfe im den Tröcswakd, eingesetzt worden und hatte sehr schwere Ber- lufae gehabt. Sie war daher in aller Eile mit einer großen Anzahl Rekruten aufgefüllt worden, die noch nie Pulver gerochen hatten und die an diesem Tage jarm 1 erstenmal ins Feuer kamen. Vor dem Sturme waren an dfi Engländer zahlreiche Ansprachen gehalten und Befehle verlesen worden, in denen immer wieder betont wurde, daß die ihnen gegenüberliegenden deutschen Truppen völlig zer- inürbt seren. Dien Rest werde ihnen das Trommelfeuer geben, von dessen Kraft sie sich ja selbst überzeugen lärmten. Der eigentliche Angriff weiche dann nichts viel mehr als ein Spaziergang sein.

Die auf unserer Seitt liegenden sächsischen Truppei: merkten durch die außerordentliche Steigerung der Feuertätigkeit sehr bald, daß der Feind eine größere Unternehmung vorhäbe. Das Trommelfeuer dauerte die ganze Nacht an und verwandelte die Trümmer statte von Guillemont in einen Flammenkessel. Rings um den Ort lag ein fast uridurchdringliches Sperrfeuer, so daß die Nachrichvmüberuiittler sehr lange Zeit brauchten, ehe sie von Granatloch zu Granatloch vorwärts kamen. Bein: Morgengrauen, hörte die Äffchiesgmg von Guillemont ganz plötzlich 'auf. Man wartete baremf, daß der Feind nach seiner Gewohnheit nach einigen Minuten oder einer halben Stunde Unterbrechung iwch eine Tage Trommelfeuer daraus geben werde. Dies geschah aber nicht. Die Gefangenen sagten später aus, daß auch sie mit dem Angriff ge­wartet hätten, weil das Trommelfeuer eine halbe Stunde Unter­brochen und dann noch eine Viertel stunde fortgesetzt werden sollte. Erst hiernach hätte der Angriff erfolgen sollen. Alls aber die Ar­tillerie sich nicht an die Vereinbarung hielt, gaben die englischen .Offiziere gleichwohl den Befehl zum Sturm. Die Engländer kamen in dem dicken Nebel ziemlich unbehindert bis in das Dorf Guille­mont hinein, wo der schwachen Besatzung nichts anderes übrig blieb, als sich in die Unterstände zurückzuztthen, vor deren Eingängen sich heftige Handgranatcnkämpse entwickelten. Während die Engländer .vergebens versuchten, in die Unterstände ei nzu dringen, und ihre in großer Zahl nachsttömend«: dieserven begannen, sich in den Trüm­merstätten einz-nrichten, brach über diese plötzlich das vorher zurück­gehaltene Trommelfeuer der Engländer urit entsetzlicher Wucht aus. Tie Engländer fielen Dntzendweise unter ihren eigenen Granaten. Tie Rekruten, die auf diese Art ihre Feuertaufe durch die englische Artillerie erhielten, wurden völlig kopflos. Die älteren Mannschaften, die schon das Feuer der Vinchhöhe kannten, und afio an das Schlimmste gewöhnt waren, suchten in dem durch ihre eigene Artillerie seit Wochen zusammengeschossenen Orte vergtt- lich nach einer Deckung. Sie wollte:: mit dem Mute von Wahn­sinnigen in die Unterstände eindringen, in denen die Deutschen ge­borgen saßen. Aper hier «nrpfingen sie Handgranaten und 1 Maschinengewehrseuer. Der dicke Nebel Und die glänzeiide Wirkung ,der deutschen Artillerie verhbiderten es, daß die englische Infanterie mit ihrer Artillerie FüWmg nahm. Endlich aber erfuhr die letztere auf irgend eine Weffe, was sie mit ihren wvhllge^iehlten Schüssen anrichtete. Darauf gelang es den englischen Offizieren, init Mühe wieder einige Ordnung in den Verbänden herzustell-en und den -Befehl zur Einrichtung der Stellung zu geben. Alber in diesem Moment bemerke man, daß die deutschen bereits das ganze Dorf umzingelt hatten. Von allen Seiten tauchten unsere Soldaten aus und warfen sich mit einem unrviderstehlichen Ungestüm aus die Engländer, die sich tapfer wehrten, aber Schritt slir Schritt im zähen Nahkampfe zurückweichen mußten. Der Nest flüchtete nach Norvtoesten gegen Longueval Au. Tie rneisten aber waren ge* blieben, tot, verwundet oder gefangen. Die Gefangenen der em-en Division setzten sich meist aus Leuten der Grafschaft Lancashire zusammen und waren stolz auf ihre Abkunft. In der ganzen Welt, weinten sei, gelten sie als die Elite der Engländer. Aber aiut) die Anqchöviqen der Oxford. Buckinglxrm. Manchester, Porkshire und Noyal ^cots Funliers belmupteten, ihre:: Wafsenruhrn in dusem dimahrt zu haben. Ohne Ausnahme lvaren sie sehr cnt- t>Mcht über Von Bmlaus der Sommcschlacht. Sie meinten, was aUch :hre ZeNnngen u::d besonders die französischen Zeitungen.

Werse Tieutschland nicht besiegen könne, mch» daß der an der Somme- pont verübte ^Nassenrnord der englischen Fugend Wahnsinn ser. dennoch glaubten sie, daß die Angriffe fortgesetzt werden würden, dem: die ganze Schlacht an der Somure sei keine militärische, sondern eine politische, lieber den Wert der sächsischen Truppen, die ihnen gegenüber gelegen hatten, äußerten fiel) alle mit der ehrlichsten Ben-underic7rg, namentlich die Offiziere und die unter den Niann- schaften befindliche:: Veteranen aus de:: afrikanischen Kriegen. Mehrere vo-r: ihnen sagten, sie hätten nie geglaubt, daß sie un Kanrpfe Mann gegen Vta-m: vor einen: anderen zurücdveichen müßte::, aber die Sachsen sei«: im Ahngriff wse die Teufel gewesen. Ta habe es keimnr Widerstand gegebe::.

Be: den sächsischen Truppen twit der Jubel über den Sieg außerordentlich. Als an: Morgen die iMnzeichen des englischen Stur­mes wahrgenommen wurden, saß ein Teil der Reserven in vorberei­tender Stellung in der Gegend von Combles. Der Ort selbst machte ein«: so grausige::, niederdrückenden Eindruck, daß ihn jeder mied, der ihm «jus den: Wege sehen konnte. Bei Beginn der Offensive hatten di« sZngläirder den bis dahin ganz friedlicher: Flehten so Plötzlich mit einem Hagel schtverster Granaten überschüttet, daß in vielen Häusern die «Einwohner getötet worden waren, wie sie gerade gingen oder standen. So war von einem Hause die Vorderseite abgerissen, aber in den: Laden sah«: die Vorübcrmarschierenden, wie der Kausnram:, tot und verwesend, über den Ladentisch gebeugt starrd und die Kundin, die zusamrnenge,unken vor ihn: kniete, das Geld aufzählte. Beide hatte dieselbe Granate getötet. In einem anderen Hause saß eine ganze Familie tot, wohl vom .Litftdruck ums Leben gebracht, um den gedeckten Mittags tisch, in dessen Tel­lern das Offen verschimmelte. Ein Blld, :v-i-e er nur ein Rethel Malen körmte, erlebte eine Patrouille, die plötzlich in einer Gasse von Eonibles Musik hörte. Als sie näher kanr, sah sie in einen: Zimmer einen durch das Trommelfeuer ganz verstört, gewordenen Soldaten: er spielte defi Toten aus dem Mavier einen Choral vor. Diese Eindrücke waren jo furchtbar, daß :nan Combles wie eine verwünschte Stätte mied. Wer hinein nmßte, suchte in den sog. Kümben" Unterkunft, so nannten die Sachsen einen Katakomben­gang, der sich Puter der Ruine eines alten Schlosses dahinzog. Hier fand«: sich zeitweilig in furchtbare-r Enge die verschiedensten Menschen zusammen, die einander nicht kannten u:ü> sich im Dun­keln nicht sehen konnten, Krmrkenttäger, Verwundete, Aerzte, Be- feUsüberbringer, Wasserholer usw. Bald aber bemerkte ein tief- gchender englischer Flieger den Eingang dieserKu:üben", vor den die England er sofort Gasgranaten setzten, so daß er geräumt werden mußte, und das war hohe Zeit, denn bald wurde das Gewölbe mit schwer«: Kalibern eingeschossen. Kurz vorher aber hatten dieKum- ben" noch ein köstliches Geheimnis preisgegeben: Unter der Er- schüttermrg eines schwer«: Einschlages stürzte ein Mauerftück zu­sammen und dahinter fand Man versteckt einige tcnffend Jiasck>en Wein, die noch vor dem Einsturz der S&itafomba: geborgen werden konnten und der«: Verteilung bei sämtlichen benachbarten T«:ppen Hellen Jubel erregte.

Der Befehl zum Angriff wurde wieder einmal, wie so oft, als eine Erlöftrng von dem schweren Artilleriefeuer und mit Hurrarufen begrüßt. Alle rndldeten sich fteiwlllig, keiner wollte zurückbleib«:. Man kämpfte nrit einer maßlosen Erbitterung, und bei den dapeei­chen Truppen, denen mau untettvegS begegnete, herrschte dieselbe Stimmung. Ein bayerischer Wasserholer, auf den ein englischer Offizier a::f wenige Schritt mit seinem Revolver geschossen hatte, war so wütend, daß er den Feind mit dem Wasserkessel totschlug. In einem einzig lodernden Zorn wurde der 'Feind aus der Stellung hinausgcjagt. Reserven, die von den benachl»arten Verbänden be­reitgestellt worden waven und sich auf den Angriff freuten, brauchten nicht in Anspruch genommen zu werden. Miau machte sich «ne Ehre daraus, es selbst gegen eine ungeheure llebermacht zu schaffen, und es wurde geschafft! M>er gab sein Bestes und Letztes, nicht nur der tapfere Kämpfer in vorderster Linie, sondern auch s)ie Rdunitionsträger, die Essenholer und m ganz hervorragender Weise die Aerzte und das Sanitätspersonal. Ern kleiner Hornist, der mit eirmm Befehle nach vorne geschickt worden war, hatte bei der Ge­leg«: heit «rglische Gesturgene gemacht. Daran fand ex soviel Ge­fallen, daß er noch viermal im Trommel sei cer nach vorne lief und jedesmal mit Gefang«ten wiederkehrke. Ein Unteroffizier war schwer am Arme verwundet zum Verbandsplatz gekommen. Als aber die wilden Gerüchte umgingen, die Engländer seien durchgebrochen, und daß fie schon auf den Leuze-Wald losmarschierten, den die Sachsen natürlichLäuscwald" getauft hatten, da lleß er sich nicht halt«:, sondern er rannte, kaum verbunden, nach Guillemont, bemächtigte sich eines englischen Adaschinengewchrs, drehte dieses um und schoß auf die Engländer. Noch am folgenden Tage zitterte und fiebette dieser Mann vor Kampfeslust unb rief fortwährend aufregende An­griffsbefehle vor sich hin.

Hindenburg besucht in diesen Tagen die tapferen cm der Westfront ffrtnpsenden Armeen.

W. .Scheuermann, Kriegsberichterstatter.

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Berlin, 9. Sept. Zum Einttesfen Hindenburgs an der Westfront am 7. heißt es in derTägl. Rundschau": Der Kronprinz war dem Generalfeldmarschall eittaegen- gefahren. Der Kronprinz war ttef gebräunt und sah sehr ftnsch aus.

Aus Stadt «nd Land.

Gießen, 9. September 1916.

Eine gefährdete Industrie.

Man schreibt uns:

= Tie zahlreichen Grubenaufkäufe, die in der letzten Zeit von rheinisch-ivestfälischep Großwerken im Eisensteinbergbauyebict der Täler der Lahn, der Dill und Sieg vorgeno mmen wurden, bedrohen die blühende Eis«:- und Stahlindustrie in diesen Be­zirken in gefährl:cher Meise. Durch die Anwendung der neu­zeitlichen Massenvaryüttungsverfahr«: in den rheinisck)-westfälisch«: Gropelieuwerken :st der Hessen- und !Men-nassauisck>e Eisen- steinbergbau :mmer :nehr ins Hintertreffen geraten und wird durch d:e ausgeze:ckne1en Kohlen des rheinisch-westfälischen und Saar- brück«:er Beckens, sowie durch die glänzenden Verkehrs Verhältnisse die,er Gebiete ständig weiter zurückgedrängt. Die Zeck)«: der Be­zirke Wiesbaden, Gießen, Kobl«rz :md Arnsberg sördetten Nur etwas mehr als dre: Millionen Tonnen, das lothringisckie Gebiet dagegen 28 Millionen Tonnen. Tie Roheisenerzeugung des Lahn- bcckens und siegerlandes sank trotz der günstigen Jahre 190311 von 7,1 mlf 5,1 Prozent der deutschen Gesanttförderuna, während der Anteil der Konkurrenz gebiete von 39,8 auf '42,5 Prozent stieg. ,T:e Zükrmft der heinnsck)«: Industrie beruht in erster ^m:e daraui, daß ihr die Erzförderung Und der Erzbezug im engsten Gebiet zur Verarbeitung verbleibt.

TaZist jetzt nicht mehr der Fall. Der durch den Krieg be­dingte Mangel an manganbaltigen Erzen hat die Ausnwrffamkeit der großen rhemisch-westfälischen Werke auf die reichen Mangan- erze Nassaus und des G ie ße ner B e cken s gelenkt. Diese Erze find e:ne außeroichentlich stark begehrte Handelsware geworden. Nicht rmr, daß d:e Erze in gewaltigen ANassen den GvoßweLkeN zugemhrt werden, sondern der Kernpirnkt liegt darin, daß diese Werke die hiesigen Gruben auskaufen, das Hessen- :md naffauische Gebiet sozusag«:aufrollen." Im Siegerland befinden sich bereits die meisten und besten Gruben im Besitz von Thti.ssen, Sttnnes, Krupp, BoäMmer Verein, Hösch usw. Der gleiche Alufsaugungs- Prozeß ist jetzt im Lahnbecken im Oknigc. So kaufte Krupp die aus- s^zeickneten Ferniezechen bei Gießen. Alle gewonnenen! R aber wandern zur Verhüttung nach dem Rhein oder nach Westfalen. Wenn vor dem Kriege schon 40 v. H. der Gesamte forderung ausgeft'chrt wurde, so gehörten Mitte Juli ds. Js. beretts 70 Proz«it der Förderung aus heimischen Hütten den Großwerken. Durch die Verhüttung der hiesigen Erze in den gäoß«: Werken wird jedoch die heimische Eisenindiistrie aufs schtverste :n M:tl«den,chaft gez:>g«l, insofern, als tansende von Stahl- nnd Eisenmoustrioarbeitern infolge Rohmateriakmangeks bullös .werden und gezwungen sind, sich in anderen Gebieten nach Beschäftigung umzusehen.

Tie Handelskammern Gießen, Wetzlar, Siegen usw. erreichten pvar durch ottmaltge Eingaben bei den zuständigen Stellen Fracht­ermäßigungen für Kohlen- und Koksbezüge -aus Westfalen zu «ner rationellen Erzv^hüttung ihrer Bezirke. Jetzt aber droht bte allergrößte Gefahr, daß durch die vielen Zechenverkänfe die Erzverarbett-ung fast lawngelegt und dadurch der Eisenindustrie ein Ech« Schlag ve^etzt witt .Dem: daß die Großwerke das! verhüttete hemnsche Erz als Rohzeug zur Feinverarbeitung tme&er in die Taler der Lahn. Dill und Sieg senden'werden, ist doch kaum anzunehnien. Und wenn es tatsächlich geschehen sollte, dann würde:: !'M d:e Berarbeitungs- und Beförderrmsskosten des stfaheisens so faich stellen, daß recht viele.Betriebe mdrt mehr ftmfctrmnfäbig Metbeit konnten und «ngehen müßten. Zwar vepdi«ien di« Zech«:- beptzor durch den Bcrkauf ihrer Hütten u:rd Erze gegenwärtig gewaltige Summen, aber das geschveht auf Kosten der schwer sährdtten Zukunft des hiesigen Eksensteickbergbaus, der malten! GrmidlaM «ner hochwertigen und hochentwickelt«: Eisen- und StalKindusttne.

Sckwn macht sich eine Betmgung geltend, die anstvebt, daß den he:nn|chen Lchnrelztverken die erfarderlichen Erze aus den eigenen Zech«: verbleiben. Gegebenenfalls fall durch gesetzliche Ber- ordimngen dem gegenwärtig«! Anffaugungspmzeß, der eine hoch-

berühmte, alteingewnrzelte Industrie dem R:nn zugeführt, Einhalt Das hauptsächlich an diesen: Kampfe beteiligte Regiment er- Quoten wetten, lebte die Freude, daß es am nächsten Tage im Heeresbericht anerken nend enoähnt wurde; darauf trafen Glückwunschtelegramme von

^ . . II ** Giro- und Scheckverkehr der Reichsbank

den lieinmllichen Städten Chemnitz und Annaberg und bald darauf Turch entc auf Grund des tz 3 des Gesetzes über die Ermächtigung

or"-1-bes Bimdesrats zu wirtschaftlichen Maßnahmen usw. von: 4. Lluguit

1-^^am 31. August d. Js. erlassvie BundesratsvevordnUng ist

noch höhere Anerkennungen ein.

'König Friedrich August von Sachsen tÄegraphierte:

An Reserve-Regiment Nr_

Durch den heutigen .Heeresbericht und eine Meldung des Mlitärbevollmäckstigten habe ich Kenntnis «-halten von den sehr sckfanen ehrenvollen, aber auch leider ziemlich Verlustteichen 'Kämpseii des Regiments. Ans mein Reserve-Regiment 9fr. ... tan ich mich auch in den schwierigsten Gefechtslagen unbedingt verl-assen.

Ich spreche dem Regiment für diese neuesten RuhM'estage mik freudigem Stolze meinen wärmst«! Dank und herzlichsten Glückwunsch aus.

Das GlücttvUnschtelegramm des Kronprinzen Georg lautet:

In stolzer Fr«tde über die irümer wieder von n«:em be­wahrte glänzende Haltung des lieben Reserve-Regimentes spende ich meinen wärmst«: Glücknmnsch."

Diese Telegranttne wurden sofort überall, sogar an den vor­dersten 1l:tt«ständen in Guillemont uub au die stehengebliebenen Reste der Kirche von Combles, angeschlagen und mit tteser Dank­barkeit begrüßt. Das Regiment hatte sch^weve Verluste gehabt uifa viele teure Kamerad«: zu beklagen, allein an der Kiesgrube von Guillemont, wo sich die Engländer mtt Maschinengewehren eiNge- nistet hatten, fisten vier Offiziere im Nahkampfe. Aber die Truppen taten mit ungebrochenen: Angriffsmute aus dem Kampfe. Ms die letzten Engländer cuis lZtuillemont hinausgeworfen warten und nach Qongueval zu ftüchbeten. sprang ein kleiner Sackffe ans den Graben­rand und spielte den Davoneilenden, während schon das Aerger- scuer des Feirtdes einsetzte, auf der Mundharmonika den Regiments­marsch vor.

W. Scheuermann, KriegZb«ichterstatter.

rrriegzhriese aus dem westen.

Telegramm unseres Kriegsberichterstatters.

sllnberechtigtcr Nackfarrrck, auch auszngsweffe, verboten.;

Fortbaurr der feindlichen Sommeoffenftve.

Gr. Hauptcsucrrtter, am 7. Sept-ember 1916.

Ans beiden Seiten der Ärccve HM der Urtillevieckcsnps mit unerhörter §>ef1igkeit an. Die Feinde drangen vorüber­gehend in Ginchp ein, um den Ort sofort wieder vor unserem Gegenstoß r-ittunen M müssen. Ein Angriff aus Combles kam in unserem Artilleriesener nicht ztrr EnttonMung. An der ganzen Front Barlenx bis CHMp setzten die Franzosen ihre Angriffe hartttäckig und mit großer: Mafien fort. Sie haben im Nordwestttile von BermandoviKers Fuß fassen können. Um Berny wurde mit wechselndem Erfolge mit dem Erd­ergebnis gekänrpst, daß wir den Ort hretten. Aus Chaulnes mußte der bis zum Bahnhof vorgedrimgene Feind wieder weichen und verlor dabei 350Gesanzene. Fekdmarschall

du R«chsbank ermächtigt worden, auf Antrag «rws Girokonto- mhabers von ihm ausmfftellte toeiße (Bar- oder V«r«hmmgs-) Schecks nwt ement Be st ätigu n zs vermerk zu verschen, durch d«i fie s:ch zur Einl.ösung der Schecks innmbalb der gesetz- lrckwn zehntägigen Borlegmrgssrift wähvend der Gesckiäftsstunden verpffichtct. Im Falle der Genehnrigung des Antrages wttd die Schieckiumme sofort voni GittkonLo des Ausstellers abgefchriebcn. Ti« Scheck wird alsdann auf der Rückseite mit folgenden: T^rmerk versehen:

Wir verpflichten uns, diesen Scheck bis zum ........

wiäh rend der G eschäfts stunden effizulösen.

Ort und Datum.

nebe«

' Atlf der Vorderseite wird der Sckteck rnit roter Tinte als , be­stätigter Scheck" mit dem Zusatz(siehe Rückseite)" gekennzeichnet Und alsdann dem Aussteller zurückgegeb«:. Die Bestättgung des Schecks erfolgt gebührenfrei. Mit der durch tae Reichsbank aiff den Scheck gefitzten Verpslichtungsetzklärrmg wttd jed«n Erwerber des Schecks die Gewißheit gegeben, daß der Scheck bei Borzeimmg mmrhalb der Vorlegaurgsfrist durch die ReichsbDck eingelcht wird T« Empfänger eines solchen Schecks darf ihn daher ivie ein ge­setzliches ZahlUngsNiittel bewert«: iu:d gleich einem solchtar in Zahlung nehmen. Tie Enrrichtung lehnt sich an den Giroverkebr der Reichsbatik an und soll dem mit der UrtterhalLuug von Girogut­haben bei der Reichsbank verbundenen Zweck. Zahlungen ohne Be- wegring baren Geldes auszufülwen, in vollkommener Weise, als mes bisher möglich war, Reämung trag«:. Wttd von ihr Ln größ««N Umfange Gebrauch gewacht, so wird der NotemmrsE der Reiehsbatik, was dringend erwünscht erscheint, eine erheblirl'e Ein- schränkmrq erfahren. Uebrigens koirn die Einrichttung auch über den Kreis der Girbkunden der Reichsbank hinaus Bedeutung ge­winnen, da die Privatbanken und sonstigen Kreditinstitute mich faschen^ ihr« Mmden, die kein Gttofanto bei der Reichsbank be­sitz«:, in geeigneten Fällen derartige bestätigte Reichsbaukscheris aus Wunsch überlassen können. Im besonderen sind tvwarttge Schecks geeignet, bern: Ausgleich größerer, zurzeit der Quartalsschlüsse vonrehlnlich im HlWotheken- und Gvundstücksgesckäst zu leistender Zahlungen die Barzahlung zu «-fisten. Tie Bern>endung der fraglichen Schecks bei allen solchen Zahlnargsvorgäugen kann nicht dringend g«rug empfohlen wetten. Sie bringt nicht nur den Vor­teil, daß sie sowohl für den Zahl«:den wie den ZahluümseMpsängcr das Zahlungsgeschäst äußerst einfach gestaltet, firdem sie die für - beide Teile Aeich lästige, zettraubende tmd Mit der Gefahr des Ver- lusbos verbundene Bargeldbewegimg ausfivalbet, sondern es wird durch sie vor allem wegen der damit erzielten Esparnis an Um- lanssmitteln die sinanzvellc Kuixgsbereitscha ft der Revchsbank Wesend, sich gestlcttkt und so den Interessen des Vaterlmttes gedient.

** Neuregelnn g des Viehhandels. Unter dieser Spitzmarke brachten wtt in 9fr. 210 unseres Blattes eine Meldung Berliner Blätter, die sich mtt der Provision der Viehhandelsgesellschaften befaßt. Wir werden gebeten festzustellen, daß sich diese Nottz lediglich auf preußische