Ausgabe 
1.9.1916 Zweites Blatt
Seite
1
 
Einzelbild herunterladen

Kr. 205 3miie$ Blatt

Erschrlnl täglich mit Ausnahme des So.mtagS. ^

--- M

Die ..Gießener FamMenblätter" werden dem «Anzeiger- viermal wöchentlich veigelegt. das Kreirblatt für den Kreis Gletzen" zweimal wöchentlich. Die ..Landwirtschaftlichen Leit, fragen" erscheinen nwnatlich zweimal.

M. Jahrgang

legeiter

General-Anzeiger für Gberhesfen

Krettag. \. September M

Rotationsdrirck und Verlag der Brühl'jchea llnwerstlärs - Buch- und Steindructecei.

R. Lange, Gießen.

EchriMeiLung,Geschäftsstelle u.Druckerei: Schul«

straße?. Geschäftsstelle u.Berlag.L^öl,Schrift»

leitung: e^112. Adresse für Drahtnachrichten- Anzeiger Gießen.

Günstige Witterung für den Anbau von Wrnterraps ans EicheuschÄValdschlageu.

Von Professor Dr. B o r g m a n n.

Die gegenwärtige feuchte Witterung läßt cs an- Oezergt erscheinen, nachdem! auf das bis vor kurzem herrschende rroaene Wetter ausgiebigere Regenfälle gefolgt sind, nunmehr mit alten Kräften an die Aussaat von W i n t e r r a p s auf Eichen- "chal Waldschlägen heranzugehen.

Die Aussaat erfolgt nach vorheriger Bodenverwundung unter Ausschluß vergraster oder nasser Bodenstellen mit starken eisernen Rechen, erforderlichen falls mit entern drei; mki gen Karst, bretttWirftg unter Verwendung von höchstens 8 Kilogramni (Samen auf 1 Hektar. Die Aussaat wird leicht eingekratzt. Die Kosten der Bodenbearbettung stellen sich bei dem einfachen, besonders audj von grauen und Kmdern leicht zu bewerkstelligenden Ver­fahren auf etwa tiur 2030 Mark, diejenigen des Saatgutes auf etwa o Väark. im ganzen somit auf nicht mehr als 2535, nn Mittel 30 Mark für 1 Hektar.

m Dieser Aufwendung steht unter Berücksichttgung der besonderen Verhältnisse des Waldbodens ein Ertrag von immerhin 25 Zentner Korner, 40 Zentner Stroh und 8 Zentner Schoten gegenüber ' ue_ttt)iit kann der Anbau in Ansehung der geringen Kosten bei recht befriedigendem Ertrag als durchaus vorteilhaft angesehen werden

Der durch'Humus in längerer Zeit angereicherkc Waldboden in dem selbst eine reichlichere, wenn nur lose gelagerte Steinbei- mengung dem Anbauerfolg nicht hinderlich ist, ist der Entwickelung der Rapsfaat, lohne daß es einer tiefergehenden Bodenlockerimq oder Düngung bedarf, durchaus günstig.

Es ist bei der Auswahl der Anbauflächen darauf zu achten, das mmeralkrafttge, etivas bindige Böden in milden Lagen aus- gewahlt werden, die zuvor einen gutwüchsigen und geschlossenen Eichenniedcrwaldbestcmd, besonders auch einen solchen von Edel­kastanien getragen haben. Aus solchen Böden ist der Nachteil der Unkrantentwickelung nach dem erst kurz zuvor im Vorsommer er folgten Abtrieb des Schälholzes noch gering.

Geeignete Standorte für den Rapsanbau dieser Art finden ttch in größerer Zahl in dem Eichenschälwaldbesitz des Staates der Gemeinden und Privaten besonders in Süd- und Westdeutsch­land '.Alttayern, Pfalz, Baden, Hessen, Elsaß-Lothringen und in den preußischen Bezirken Hessen-Nassaus, der Nheinprovinz und Westfalens).

Die heutige Eichenschärwaldfläche dieser Bezirke beträgt noch immerhin 250 000 Hektar, von denen etwa 35 000 Hektar auf die diesjährigen Lohschläge gerechnet werden können, so daß bei ent sprechendem Zugreifen des Staates, der Gemeinden und beson­ders auch der Privaten im Kl ein - Wa ld b e sitz eine beachtenswerte Fläche zum Anbau herangezogen werden könnte A^esehen von dem nur geringen Risiko des Anbaus, für den auf Antrag Ars Saatgut von dem Kriegsausschuß für Uelt und Fette tit Berlin vorschußweise sogar kostenfrei gdffF* e f ? m ' ^ die Betreibung des Anbaus von größten Interesse als wertvoller Beitrag zur Behebung der be­stehenden Oelknappheit.

Insoweit der Anbau inzwischen noch nicht erfolgt sein sollte wird derselbe nunmehr nach Kräften zu beschleunigen sein

i-r bat eawtnen Landes-

tnUn selbst Vorräte vecMgbar fern sollten, durch alsbaldige An- meDmrg tont ban gmametar Kriegsausschuß für Oele unb Rette itt Berlin prnt PE von 0,75 Mark für 1 Kilo- MMwi unter genauer AnMöe der Post- und Bahnstatton bezogen

LmtfichWch der TGnfttg hem Erzeuger zugute fom^ Ahnden besonderen Vergünstigungen wird noch ach ^ e rcS e & mmu derBekanntmachung über den Verkehr mit ^elftuchren und daraus gewonnenen Produkten vom 15

1915" (KeMW«feiK. ©. 438) und dirBekanntmachung'zu Aenderung derselben vrmi 26. Juli 1916" (Reichs-Gesekbl. S 595l hmgeNnesen Hiernach dünen von der Ernte zur Herstellung von NahrnngsnEn m der Hauswirtschaft des Lieferungspslichtigeu BtS zu 30 Kllogrcmmi ernbehllltcu werden: außerdem werden dem Erzeuger auf je 100 Kilogramm abgelieferten Samen auf Antrag für den eigenen Bedarf bis zu 35 Kilogramm Oelkucheri zu Futter­zwecken ^ von der Bezugsveremigung Deutscher Landwirte Überwiesen.

den in jeder Beziehung vorteilhaften wid aus vater­

ländischen Interessen in hohem Maße wünschenswerten Anbau auf Eichen sch älwaldschlägen ist seitens desKrtegsernahrungsamtes" durch ein an alle Bundes-

VE Schnubcn vom 29 Juni 1916 B. 934 bezm

00m a£c L-r .... 10386 hin gewiesen worden,

her beiden Schreiben, zu denen von seiten

beteiligten Bundesregierungen rmd Elsaß-Lothringens die er-

ganaen^nd ''ftf'Fr Bekanntmachungen und Anweisungen er- (t )Er J ,oar i^ besonders hmgewiesen. Die- an vom.Kriegsernährilngsamt"

firh fift "t. 1 Abschrift mitgetellt werden, mioweit diese ^ o^^^nder über die wirt|chaftliche und organisatorische Seite ttÄnsclu?^"^^ Eichenschälwaldschlägcn zu unterrichten

Kriegsbrlefe aus dem Westen.

Von unserm Kriegsberichterstatter.

fünberechttgter Nachdnuk, auch arcs zugsweise, verbotzerr)

Kleine Bilder lion der Sommefront.

Großes Hauptquartier, im August 1916. Unser Quarti er.

hnt ^ ir diesmal unser Quartter hatten,

Stube und eure Küche wild oben einen niederen - m J?f m J xan chcht aufrecht stehen kann. Im Frie- ^.d^^er ernFlurhüter imt ferner Frau und seinen vier Kin­

dern gewohnt. Jetzt ist der'^nn ^r^zösis^r'^ttnist "und .ganz nahe von hier aus der großen Wahlstatt an

kämpft vielleicht 0^0 tfCüü m Bawiau an

der Somme Seme Frau und die Kinder müssen sich mit der Küche w h r m Bummer wohnen acht Infanteristen. In,

dem Speicherraum aber, der durch ein Stück Dachpappe in zwei L alftei. geteilt ist, wohnen der Feldwebel, der Schipper mit seinen hinaiis Westen und zwei Kriegsberichterstatter nach Osten

Mit den Bewohnern des unteren Geschosses kamen wir ru- ^n durch irgend einen Kriegszusall ist die Treppe, die nach dem Solcher führte, vollkommen abhandeii geraten Wer zu unv herauf will muß mit einer Leiter durch das Feuster klettern emeii «ndereii W-eg gibt es nrcM.. Es ist sehr eng bei uns, aber! £? m . r '3 Tt . b .^ ir vereinsamt. Denn das Quartier des Feldwebels dient gleichsam als Kmnpagrrieschreibstube, und unserZimmer" ist « Durchgmig für die vielen Männer, welche die Leiter herauf- geklcttert kommen. Nachts glüht das Dach von aufgespeicherter Sonuemvarme nne ein guter Kachelofen, aber dafür sind die Betten rüfÖT ^ überemander gezimmerte Lattenroste mir Stroh- schirtten brauche nur den Kopf nach der Seite zu drehen, so sehe ich durch Stroh und Liitteiispalte hindurch den Kollegen unter mir, und der kann sich we-iden, wie er will, stets im Wachen und Traum jchwebeich m voller Leebns grüße über ihm, wie ein aus den Bratroft ^ gestreckter Laurentius. Diese Aiwrdnung der Bettstätten erleichtert nächtliche Zwiegespräche. Aber wir brauchen nicht selbst mr unsere Unterhaltting zu sorgen. Die ganze Nacht hindurch fluten Stnlonnen und Ablösungen an unserem Quartier vorüber Mt Sonnenaufgang wird es stiller. Aber um 6 Uhr füngt scbvn der der Mnttngwef chveibs'tube an. Die Schipper kommen, um ihre Löhwrng an ihre Frauen zu schicken. Es sind sehr ordentliche Leute, und es ist erstaunlich, wie viel in einer einzigen Kompagnie von bat braven Familienvätern an Löhnung erspart wird.

.r . IT dis 3 tthr nachts draußen gervesen und wollten gern rwch ecM (^unde schlagen, als ganze Züge von Schippern die Leiter Fenster stnmütcm. ,^st es denn schon so spät 7" dm Koll^e etwas verdrossen.O bitte," sagt einer der Schip­per rurkftchtsvoll,Sw können ruhig weiter schlafen. Uns stören Die garnicht.

G a s b e l ä st i g u n g.

,Das erste, was wir mach Beziehen unseres Quartteres tun mutzten war datz nur zur Sanitätskompagnie hinüber gingen und uns Gasmasken verpaßen liepen. Das' wird sehr sorgfältig über­wacht. Die Gasmaske muß sich der Kopf- und Gesichtsform genau auschmiegeil, und sie darf kern stecknadelgroßes Löchlein in Tuch noch ( mmmnpannung haben, denn das Würde gcnügm. um' einer töt- öan ^Tingang zu gewähren. Paßl die Maske

Mrlrch wie angewachsen so daß man dreinschaut, als ob man als Russeltier auf die Welt gekommen wäre, so wird man in die Stink- wmmer Fleckt und mit einem tränen- und hustenerregenden Gase «alt man das eine längere Zeit ohne Beschwmden aus,

-a :5^ a ^ e c n ^- Uebrigens würde man des Stinkraumes d^burfen. Denn der Fttnd schießt nach dem Lager der Danitatskompagnie Mit Vorliebe seine Gasmunition; in dem Garten hinter dem Hanse sind alle Pflanzen von dem Gas getötet worden.

Gras, Dträucher und Bäume stnd gelb angelaufen, man sieht feilt valmchen mehr. Diese Wirkung hat das französische Gas oft Man sieht, mitten rn Feldern und Gärten die Mätze, wo die Gasnmnition gefallen rst, und auch de?: Weg, den das ausströmende hvt. durch die von Tag zu Tag zunehmende Vergil- Pflanzenwuchses gekennzeichnet. Das Gas setzt stch hauptfachlich m Gelandemulden fest, und Punkte, wo die Stra- ^lehm, beschießt der Feind Mii bttonderer irSÄi! Gasmunitwn. Das Gas kann bei windstilkem Wetter £ ahnungsll^ durchgehenden Kolonne noch nach Stunden ^en. Darum sind diese Gefahrenzonen durch War- S7mÄi-^^''^unMchnet, und niemand, der im Hinterlande der ^o^mettont zu tun hat. geht ohne Gasmaske aus. Die Wirkung

d^r ick weilte 'lll ^ en fani) bei einer Division, bei

S mSri Vv Hauptmann Mis der vordersten Stellung zurück und erzählte beiläufig wahreiid ides Mittagessens, daß er in einem ft «neu leichte G°s,evuch wahr^vmvicn ' L i>och

i Obacht &abc, feine Gasmaske auf-

3 l r d) F Ue b» we ihn eine wachsende llebel- ieii oeicyttch und er lag dann -nm,ge Tage fchuier krank zu 9lett Ziegen haben einige Krankentrage! folgte Erwhrimg gemaw^ Verwundete, deren Gasmasken durch Granatsplitter zer- a^LT^ bUnl) mehrere hundert Meter b-eick d^L. d'n der 3^pT<k* r *v2f , 'k'rs?Säubern legten diese airiopfernden Hel-

?Eimnd-ien ihre eigene» Gasmasken an und oanden sich Taschentücher vor die Nase, die sie stt wn.'a mt bn ihnrai tn dieser Not allein zur Verfügunlf stehenden L't batm toten. Diese tapferen Leute sL ohne die qetoL ' lom ^ r Is"de ieeerden schon btt schwachem 'Mizgerucp unruhig. Sie suchen sich auf eia^nttjmlick^ Art rn inbe 3, lie mit dem Huf ein Loch in die Erde scharren^und r^ ffe " ?er Feind schoß zi-mlich^gelm°ßig ^M^r Dor^. aber immer in das andere Ende. Nur Gasgranaten fl Viertel. Deshalb hatte feder'dtt Ga^ dem Hauptende seines Bettes hängen, so daß er sie wenn Gasalarm erfolgte, im Finstern mit einem Griff zur Hand

Pikarden u n d F r a n z o sen.

Eoether Gevatter Leetah.

Dem hessen-darnistädtischen .Hofmaler Johann Conrad Seekatz wurde die Geschichte nur eine ganz bescheidene Erinnerung widmen, hatte sre nicht durch seine Stellung als Gevatter in dem .Hause am Hirschgraben zu Frankfurt a. M. güttg für seiu dauerndes Gedackttnis gesorgt. Und doch: beweist die soeben im Verlalpe von Winters UniversitätsbUchhandlung zu Heidelberg erschiEus ausführliche und gediegene Seekatz-Monugraphie von Dr. Ludwig Bamberg er , daß Vas eng begrenzte Leben dieses aus Goethes Sck/ildemngen inWahrheit und Dichtung" so bekannt gewordenen Mitgliedes des Frankfurter Künstterkoeises des J^nteresses nicht entehrt. Seekatz gehörte einer alten Malersamilie <m, die schon f .nt Geschlechtern das Gewerbe gut handwerksiirästig bettieben hatte, und so wuchs er auch selbst in das v>on den Vätern überlieferte Malerhandwcrk hinein. Zu Grünstadt in der Pfalz geboren, ver­lebte er seine Jugend und seine erste Lchrzeit in Worms, aber diese Stadt mar damals, nach dem französischen Raubkriege, ver­armt und verckslMmett und konnte dem jungen Maler nrcht viel Anregung bieten. So entschloß er sich deim bereits ein Mann von etwa 30 Jahren! nud} ein zweites Mal in die Lehre zär gehen und begab sich zu diesem Zwecke nach Mairnheim, wo Philipp Hieronymus Briiikmann als kurpsälzer Hofmäler nürktc. Von Brinknrann selbst scheint Seekatz auch nicht viel Neues zugelernt M haben, aber die kurfürstliche Residenz bot ihm durch die reichen Kunftsckatze, die sie barg, vielfältige Anregung, mrd so machte er sich denn einen bescheidenen EklekttzisMus zurecht, indem er nach dem Gescknnackc der Zeit das Beste von den Jlalienem Und den Franzosen, von Rubens iund von ReMbrandt zu vereinigen gedachte. 1753 wurde Seekali zum Hofmaler in Darmstadt ernannt, aber das Postchen war nicht gerade glanzend; der 5>of besoldete neben ihm auch noch andere Maler, und mit den Allfträgen wäre es knapp bestellt gewesen, hätte mcht Seekatz'im nahen, reichen Frankfurt Beziehuugen und Aufträge gesunden. Es scheint, daß der Tapeten- fabrckant Nothnagel der erste war, der rhM Aufträge in Frankfurt verschaftte: aber mrt 'keinem .Hause Frankfurts hat der Darmstädter .Hofmaler in so nahen Beziehungen gestanden, wie mit dem des Herrn Rats Goethe. Seekatz und der Herr Rat haben einander wfenlmr gut verstanden; sie waren ein ivenig vom' gleichen Schlage: Verdes rechtliche, ruhig denteirde, auch ein svenig pedanttsche Männer, me mehr aus Gedregc'nheil, als aus blendeirden Schein sahen. So ward Seekatz einer der Freunde des Giottheschen Hauses, und er ward m auch mit dem Aufträge bedacht, (in Gruppenbildnis der stanzen rätttchen Fanttlie anz'uftrtigen. es ist jenes Bildnis, das ernst über dem Schreibtische Herumn Grimms gehangen hat und fetzt rnr Wermaver Goethe-Nationaluiuseum anfbewahrt »oird.

r UC l ^iuwvhner waren Gasmasken verteilt worden Ich

S L fe 4 b£r { A -n Qmrrtier ZTTr LZ fangen. Dennoch hatte es unter der französischen Jrvilbevolkerung der benachbarten Dörfer eine Reibe ^on sckwpi-pn ^Jffranfmxgen gegeben. Ich.to* ,rt rG ^ >en und erfuhr, daß die Leute stch meist der ÄÄÄ ^ '-m Sinfdügg einer

bei ^ S n?' furchte man .ich und suche man sich zu

s ~ man ans offener Estraße oder gar ans freiem r^elde, stundenlang, nachdem kein Schuß melw aetallen mr rmrt einen schlechten Geruch in die Nase bekommt uM) davon ^attr ichwer krank werden kann, das wollten die Leute erst glauben

Äbr ^ mit gemacht «-Es

Sft Mn f r(UI ^ verständigen, denn sie sprach

KJ! retn ttanzoftich, sondern pikardisch, und an die lautreicken Wmw d^er Sprache ist mein Ohr ebeipowerttg gewöhnt K

ittck^tt^x^El^ geleritt habe. Ich fragte die Frau, ob sie denn nicht in der Schule franzoirsch gelernt habe. ,Ssn der Scknle sckon L^Ewg Aoer nachher vergißt man es sofort wieder. In nns^m

lEick Wir sinden das Französische

häßlich, ^as Bikardische ist )cyon!" Und in der Kirche? Dvediot der Pfarrer pikardisch." Sie zeigte mir das einzige Buch"das sie ein Gebttbuch. Es enthielt außer der bischöflichen Druck- erla^niskerne französische Zeile.Wie verständigen Sie sich aber

ist sehr einfach! SS? dieKinK.^ m ,^ r S.MujöftW in der Schul« als "Was denken Sie? liniere Kinder haben ihr Fwanzosiich auch ,chon ver.7es|en. Aber sie baben Deutsch .wlernt in im zweß Zähren, imnie keine Schule mebr haben und den ganzen chen Soldaten sind. Die Kinder sind unsere Dol- metscher." In der Tat konnten alle Kinder des DoA etw^s

Ät Wf 63 - W&fi :,mte im Mschtnasch mitbe-rrt 45iwrbwn. d.ian kann sogar mehr vehaupten: sie sprechen denttch bayerischer Färbung. Man hört es ihrem D^ftch an § anderthalb ^ahre lang Bayern in dem Dorfe gelegen haben Wun- richtet der Weltkrieg mit seinen Launen an. Im Äff rrbontes Transformatoren-

VnWamulc für den Heeresbencht unb Kttegsbilder 10 zahlte man mir. versammelt sich die Dorfiugend 'angeklebt werden, und sucht die Unter- schriften zu entziffern. Ich habe das dann selbst beobachtet. Die Unterschrift, hie ihnen geäcke Kopfzerbrechen machte, lautete: ,^Harz-

Ein frosttges Bildnis ist es, ohne Ziveisel, und doch können wir Sedkatz es nicht gemäß der früheren Skizze ausgesührt dar: denn da hatte er im Schäsergeschniacke den Herrn Rat in Sandalen und mit nackten K.iieen und Frau Aja breit, schwerfällig uiid mit ausgeichürztem Rocke dargestellt. Was Sedkatz als Maler Instcu romibe, das beurt-eilt man billiger uach jenen dekorativeir Arbeiten, drc er berri Grasen Therane, dem allbekannten Königs- Mttnant, mr sem Pvovencer Schloß geliefert hat. Da zeigt es sich, Daft. der durchaus rM 'Bannkreise des Handwerks ausgewachsene Malermeister doch unablässig bestrebt war. voranzukommtzn und sich Zv Zner eigenen 'künstlerischen Persönlichkeit auszubilden. In der BerühlWng mit dem Frankfurter Bürgertume hatte ec den M-ut gesunden. seine Kunst zu verbürgerlichen, sie natürlicher und un­befangener zu gestatten, und noch heute erfteuen senc Kindcrszen.eu me schon Goethe gerührnt hat. Die letzte große Arbeit seines Lebens, die erst letzt von Bainberger naher untersuchten Supraporten für Vas. prinzlichie Schloß Braunshavd zeigen ihn auf dem Wege zur kunjtlerifcken Freiheit weiter fortgeschritten, und so war Seekatz, damals noch nicht 49 jährig, gerade an dem Puntte angelangt, wo er als selbstandigee Künstler hätte beginnen können, als ihn rm Jahre 1768 ein srühzelttger Tod dahrnraffte. Welch'r Art der ..Gevatter" gewesen ist, davon können wir uns nach Goethes und anderer Mitteilungen recht wohl ein Bild machen. Der Sohn der Pfalz konnte sich im Freundeskreise als heiterer, trefflicher Ge- lellschafter bewalden, neigte aber im übrigen zur Berschlossenhert Und Hypockwudrre, unb als Kmvstler hatte er feinen Eigensinn und fernen Stolz. Er hatte übrigens auch noch seine liebe Frau zu er­tragen, die Tochter eines Wiesbadener Oberförsters, die Goethe eine Mte, aber unangenehnre Person" Nennt und der auch andere nicht Vvel Günstiges nachz'ufagen loissen. So bietet das Bild des Gevatters seekatz im ganzen das Bild eines redlich zur Freiheit und Selb­ständigkeit strebenden Künstlers, dem /ein Grdeugang nicht gerade lercht gemacht worden ist. 'Aber dafür ist ch-in vergönttt ivordeu. was manchem bedeutenderen Kunstgeiwsseu versagt geblieben ist: der danerndc Mrchr-us: mrd wenn der bramräugige, lebhafte Wolf gang den Gevatter so manch liebes Mal durch! einen Schabernack ärgerte da hat sich der wohl nicht träumen lassen, daß es gerade dieser mut- imlligc Jmrge, den er doch lieb hatte, sein sollte, der die Erinnerung seines Namens »nd seines Schaffens der Nachwelt aufbewahreni nmvde.

m unter dem Hammer. In dem toskanischen

Badeorte Viareggio bat unlängst eine ganz merkwürdige Verstcige- imng stattgesunden. Dort hat die bekannte englische Romanschrift­stellerin Qurda, die mit ihrem bürgerlichen Namen Louisa de la

1908 erfolgten Tode ihren, ^ fie testamentarisch nicht verfugt, vorniuttrch, rveil ,re außer ihren Verlagsrechten nicht über vre zu verpigen hatte, stttfn ist es aber geschehen, daß in jüngster £** vrelgedruckte.nnd viel gelesene Erzählung der Omda, d« ^ne .Holzichutze", die Aufmerksanrkeit und Mtte^st auf sich gezogen hat. Die No-

eindrucksvw?' unb schildert

£ r r * hl Liebe eines einfachen holländischen Mädchens in Holzschuhen zu einem Pariser Künstler. Jetzt haben sich nun wie das Buchhändler-Börsenblatt erzählt, gleich zwei Sterne des fta- liemschen OpertihiMniels gemeldet, die diese 9?ovclle als Grundlage beehren, nämlich Puccini und Mascagm. Der Nach- aßvenral er den Ourda, der über das Verlagsrecht zu ve^fügeU hatte, entschied' trun dahin, daß er es in öffentlicher Versteiaeruuo verkaußmwe^e Auf dieser eröfsnete der Musikverleger Ricordi für mit 2000 Franckeu. um jedoch von Sozogno. deni '^lch Um 4000 Franken überboten zu werden.

^ Ä ö ^ er - Nicordi Sieger und der wirksame Sttff Ä, : Verfügung. Schade, daß Ouida dieft Versteigeriing nicht nrehr hat erleben können. Sie hätte ihr gewiß w seiuacht als sie trotz ihrer 40 bis 50 gutgeben­den Romane beständig an Geldmangel litt. ^ge^n

f *£7+ e a/ tr ? n !- i ^ e aarf-al^c unter wissen- LL [ff 1 a 1 äs c. L. Reutter hat eine Haarsallw aus der

Zeit der alten Römer der wissenschaftlichen AnaWse unterworfen

^n dem Direktor des dortigen d^^onuns, M Bolly, oorgenommen wurden, fand mau TO 1 !* r f mtfc ^ l! i ;,Erng, der eine ziemlich weiche, sakbwartigg etttdc Masse von gelbbrauner ,>arbe mft einem Gerucke naä> Ter- p>enttn und S^ovax-vd enthielt. lieber das Ergebnis der Anchvse mrd urtnmeftai Hpft der bei Julins Springer in Berlin chci iiendenNaturwifimschaften" berichtet. Die Masse schmolz bei e^men gegen 58 ^rüb zu einer gelblichen FNsftgkeit mft vieles und pflanzlicheri festen Bestculdteilen Die weites llstt^suchung zmate daß fte teilweise in Pett-olemnätl^r, %^bl, s ? m0 EbwLo^orM löslich war, und die chemische Analnsg deiltÄe darauf hrft daß die Masse ein Gemisch von Bienen loa und Fetten darstellte, idem die Römer Storap-Harz und Terventtft zugesetzt, fetten $ie beiden letzten Bestandteil waren ft Mip[ sMro mrMwi-rcht Außerdem nnrr Hemm der brwmm

tfMnmfl mtb des Geruches ivrgen zugefirgt. sowie ein Gttbstoff

und ihr euren besonderen Duft vJ leihen follte. Du>.> Geincnge dientt in der llicit der alten den M'dcknrmrrr als Salbe ffir die Haut nb« für kn- H^e.