Ausgabe 
30.9.1916 Erstes Blatt
Seite
2
 
Einzelbild herunterladen

Athen, 3S <5e*>t (tBÜBO MrLuny der Asence DavaS.

Grieckische Reserveoffiziere haben einen Aufruf an das Volk gerichtet, in den, sie es ermahnen, sich unter die Fahnen der Armee der nationalen Verteidiauno zu stellen. Der Ausru' trägt 146 Unterschriftcm

Bern, 29. Seht. (W.T.B. Nichtamtk.) Der römische Mit- mckeiter der ^Stampa" meldet seinem Blatte: Gestern nach- inZttag hatte Coromillas eirre Besprechung mit Sonnrno. Gleichzeitig sprachen die grbschischen Gesandten bei den Regierung gen in Paris, London und Petersburg vor. Wegen der Griechen­land zu gebenden Antwort ist ein Gedankenaustausch der Al­liierten nötig. Ueber die bevorstehende Anttv-ort kann nur eures mit Sicherheit behauptetwerden, sie wird nicht so aus \ allen, toi« es Griechen land wünscht und hoffet. Dre Alliier­ten vertoeten den Standpuntt, daß bei der jetzigen Sachlage über eine griechische Intervention nicht mehr verhandelt wer­den kann. Für Griechenland ist oer Krieg gegen Bulgarien un­vermeidlich, nicht um der Entente zu putzen, sondern um W selbst zu retten. ^ ^

Bern, 29. Sept. (WTB. Mchtmnllich.) Von der Stellung­nahme der griechischen Regierrmg liegt, wie derSecvlo schreibt auch heute nach keine sichere Meldung an den amtlichen Stellen Noms vor. Man bezweifle allgemein, daß,der

'riegserklärung cmtschließen werde. Ueber die 'militärische Bedeutring eines griechischen Em- greifens mache man sich wohl nirgends Illusionen. Wenn die EntentediploTTiatie darauf hinarbeite, geschehe dies vor allem m dem Gedanken an die moralischen Folgen bei den Feinden und den Neutralen. Die in einem sehr großen Teil der öffentlichen Mei­nung Italiens herrschenden Befürchtungen über griechische Ab­sichten zum Schaden Italiens seien grundlos. Griechenland habe mit der Verteidigung des eigenen Gebietes vollauf zu tun.

i *

Wechsel im KriegSminifteriurn.

Berlin, 29. Sept. (WTB. Amtlich.) Der Stellver­tretende Krttegsmiirister Generalleutnant v. Wandel hat ans gesundheitlichen Gründen, die ihn schon im Frieden in der Ausübung eines Frorrttommandos behinderten, und nachdem er trotzdem in zweijähriger, von großen Erfolgen begleiteten Tätibkert das arbeitsreiche Amt des Stellvertre­tenden Kriegsministers verwaltet hat, den Abschied er­beten. Seine Majestät der Kaiser hat demgegenüber dem Gesuch in besonders gnädiger Form entsprochen. General v. Wandel ist unter Verleihung des Charakters als General der Infanterie ä la suite des 1. Hann. Jnf.-Regts. Nr. 74, in dem er seine militärische Laufbahn begann, gestellt worden.

Fltegerleutnarrt Mulzer verunglückt.

M ü n ch e n, 29. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Die Mün­chener Neuesten Nachrichten melden: Fliegerleutnant Mul­zer, Ritter des Ordens pour le merite und des Max Jo­sefs-Ordens, ist auf dem westlichen Kriegsschauplatz töd­lich verunglückt.

Die Musterung der JahreStlafle 1918 in Frankreich.

Paris, 29. Sept. (WTB.) Meldung der Agenee Havas. Der Kriegsminister hat in der Kammer ein Gesetz über die Musterung der Jahresklasse 1918 eingÄracht.

Thiepval ein unterirdisches Gibraltar.

Lsndo«, 29. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Der Kdrrespop- deM der ,£ i TO c 4" tm britischen Hauptquartier schildert Thiep val als ein unterirdisches Gibraltar. Der Angriff wurde von SiLden aus quer über das Laufgraben netz herangeführt, das mit den mrterirdischen Gängen rn Verbindung stand. Die Briten rückten an dem zusanrmengeschossenen Kastell vorbei, dessen große Keller, die alle mit einander in Verbindungen standen, ein gervaltiges Hinder- 7ns d arftellten. Die deutschen Veteranen boten während des Nach- rrüttags und Abends heftigen Widerstand. Es entstand ein allge­meines Handgemenge, in dem mit dem Bajonett, Gewehrkolben und selbst nük de n Fäust en gekämpft wurde. Auch unter der Erde wütete der heftige Kampf, denn dir Briten waren in die Tiefe hinabgo- megen und gingen den Deutschen mit Handgranaten, Messern und Bmonetteu zu Leibe. Zahllose Tragödien spielten sich in den unter­irdischen Gangen ab.

Der dAlgarische Bericht.

Sofia, 29. Sept. iW.T.B. Nichtamll.) Bulgarischer Generalstabsbrricht nom 29. September:

L Ma zedonische Front: Im Tale von Lerm (Florrna) schwaches Artilleriefeurr. Wir wiesen einen nächtlichen Angriff des FMdes ab :md besetzten durch einen Gegenangriff einen! Graben ferner Hauptstellung. Im Moglanica-Tal schwaches Ar- tmtnefrxc und M-menkampf. Auf 'beiden Seiten des Yardar J« JWtca Dlanrna Ruhe. An der Strumafront schwaches ArtiNerie^euer und Patrouillen gefachte. An der Küste des Aegäischen Meeres unaufhörliches Kreuzen der serndiichen Motte.

Rumänische Front: Längs der Tvnou Rüche. In

Her Dobrudscha schmnhes Avtilleriefeuer. An der Küste des Meeres beschoß ein russisches Kriegsschiff eure Stunde mch 20 Minuten lang das Dorf 'Kapladjaköj. Die Beschießung! bl«o ertzuglos.

Der neue Chef des bulgarischen Generalstabs.

Sofia, 29. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der BulganAhen Telegraphen-Agentur. Der Unterchef im Gene- ralftab. Oberst L u k o f f, ist an Stelle des verstorbenen Gene- ,rals Jojtow zum Chef des Generalstabes ernannt worden.

Sin feindliches Flugzeug über Sofia.

«r ^ Sep^ lWTB. Nichtamtlich.) Meldung der

Bulgarischen Delegraphen-Agentur. Heute früh gegen acht Uhr flog ein feindliches, von Süden kommendes Flug­zeug über Sofia und warf fünf Bomben kleinen Kali­bers ab, die einen Straßenkehrer und zwei Pferde töteten -sowie eme Frau und ein Kind leicht verletzten. Der Mc> termlschaden beschränkt sich auf eine Anzahl, infolge der Er- plojwnen zerbrochener Fensterscheiben. Von unseren Flua- zeugen verfolgt, flüchtete das feindliche Flugzeug, das nur rasch den Luftraum über der Hauptstadt durchfliegen konnte .in der Richtung nach Norden. '

Der türkische Bericht.

««nfboTttiKoftel, 29. Sept. (WTB.) Amtlicher Bericht k Pom Zo. 'September:

der Kamt ttmt Felahie beiderseits heftiger gewordenes

Mi der persischen Front jirnd auf der Stvahe hvn, na ^,.% jtt K. q q M uns günstiges P-twEen gesicht ^sr^nr" lUlial ® I 3Cr lOTrrt * feindlicher Angriff

aae/iliuZ! °'Ü*" 1 E-n Flügel Zusammen- ®tftratam5saittwiiKen uttb seittwife unterbrochenes Wc^kwc mr meutern Ege Gefangene. Im Zentrum wiesen S Überfall ab, den der Femsibe- günchqt »an Nebel und Lchneetturm, ausführte. Auf dem linsen ' yh ^r^ K C? te ILJZ^L et,te " ^ök der feindlichen Vorposteulinie zn mSta aabfxm 8 wittet ist «an Ereignis von BÄeutirn^

Der Seekrieg.

i^V 100 ! 1 ' ^ Sept. (WTB.) Lloyds meldet: Der bri- b (2168 Tonnen) ist bei Peter- head versenkt worden. Der DampferThurso" (1244

Donnen) von der Wiyon-Ante ist versenkt worden. Neun

Mann von der Bemannung wurden gerettet.

London, 29. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Buveaus. Wie Lloyds meldet, soll sich der eng­lische Dchnpfer ,X § * r ^ &' (1244 Tonnen) in sinken­dem Zustande befinden. Ern Teil der Besatzung wurde ausgeschifft.

Valencia, 29. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Birreous. Der norwegische DarnpferBrest" ist rrrit 11 Mann der Besatzung des britischen Danrpfers o dd am", der versenkt worden ist, hier angekommen. Rotterdam, 29. Sept. (WTB. Nichtanrtlich.) Die holländischen SchleppdampferZutderzee" undGeuwze^, die zwei niederländische und zwei bel­gische Leichterschiffe nach Lorrdon schleppen wollten, wur­den in der Nacht von Mittwoch auf Dori-Tierstag nach Zee- brügge eingebracht.

vie vertrage der §chrseiz mit dem vierverband und mit ventfchlanö.

Bern, 29. Sept. (WTB. NichtmEch.) Bei der Behandlung fres Neutralitätsberichtes im> Stänlderat besprach po ff mann, der Chef des politischen Departe­ments, dre Verhandbmgen der Schweiz mit Frankreich unÄ Deutschland eingehen-d. Gegenüber den Angriffen einzelner chwerzerischer Preßorgane stellte Bnndesrat Hoffmann fest, daß trotz aller Men den Bundes rat gerichteten .S^trrtiC in einer Sacfye ganze Volk hinter dem Bfmchesrat stehe, nämlich in der Po- lülk emer strikten lund loyalen Neutralität bis ans Ende des Krieges. Das müsse man sich im! Anslande überall gesagt seich lassen. Zu den Pariser Verhvndlimgen erklärte Bundesrat Hoff- nann, daß ihn das Ergebnis enttäuscht habe. Aber inan könne die chnnerrge Lage der Entente gegenüber der öffentlichen Meiirung! ryrcr Länder begreifen und in einem gewesten Grade die Ablehnung verstehen, was zur Verproviantierung der Zentral^ nachte mdirekt oder direkt von. militärisck)em Interesse sei. Dazu er dre ^Blockade ja geschaffen, die in erster Linie auf militärischem Interesse beruhe. Man habe aber die Neutralen auch dort einae- schätzt, wo solckie direkten oder indirekten milttärifchen JMeressen ncht m Frage ständen, sondern wo es sich nur darum handele, die erndlrck^ Industrie und den seindlick^en .Handel zu treffen. Das er nach der Meinung des Bundes rat es vom ncutralerr Stand­punkt aus nicht gerechtfertigt. Man hätte der Schweiz in der, Frage des steestitutionsverkehrs erttgegenkomrnen können. Gegen die Bersertelasfung des Artikels 11 des SSS.-Vertrages müsst dre Schwerz sich ihre Rerlrte wahren. Im übrigen sei durch die Parnser Verhandlungen eine klare Lcr,.w gegen Deutschland ge- chafterr. M!an habe die Schroeiz mehr auf ihre eiaene Erzeugung gewiesen, die in einem höheren Maße zu Kvmpensattoneii benutzt! werden müsse. Damit könne die Schweiz ihre Bedürftiisse aus' Deutschland und Oesterreich-Un garn beftiedigen.

Nachdem Mittwoch abend die bisher noch nicht erledigte Ueber- gangsbesttmmnng vereinbart worden sei, seien die Verhand­lungen mit Deutschland abgeschlossen. Noäi sei das Er­gebnis bisher weder von der Schweiz irvch von Deutschland rattft- zrert. Er könne nur einige Andeirttrngen machen. Äe Grundlage! des Wkommcns sei, daß jeder der beiden Kontrahenten das gebe, was er nicht dringend für seine eigenen Landesbedürsnisst brauche und was zu geben er nicht dusvch vertragliche Verpflichtungen! verhiildert sei. Die Schweiz könne also zu nichts verpflichtet wer- e ^^n Verpflichtungen gegen die Ententeländer wider-

preche. Beiderseits wurden die Anssthrbewilligimgeii im Rahmen der notwendigen Mengen erteilt, die natürlich in einem gewissen Verhältnis zueinander stehen. Die für Deutschland in der Schweiz liegenden Waren sollten nstder beschlagnahmt, noch requiriert, noch exportiert iverden, famtem bis zur definitiven Beendigung der Feindseligkeiten in der Schweiz bleiben und dann ohiick Gegenleistung Deutschland - ausgeliefert toerden. Vorgesehen sei eine Art Ausfuhrtommissiorl, welche parallel arbeitet zu den im Verkehr mit den Ententeftaaten amtstrendeii Ausschüssen Diese Ausfuhrkommission, bestehend aus Bertrettern des .Handels, des Kompensationsbureaus, des Volkswirtschaftsdepartements und zweier Vertteter der SSS nehme Anttäge aus Ausfuhrbewilli­gungen entgegen und prüft, ob vom Stmidpunkte der SSS deck Ausfuhr M den Zenttalmächten nichts entgegenstehe. Eine ähnliche Einrichtung werde nach den anderen Richtungen gesckiaffen. Eine Kommission aus Vertretern des .Handels, der Volkswirtschaft, des ZÄldepartements und zn^i Vertretern der Treuhandstelle Zürich sei gebildet, an welche die Ausfuhrbetvillignngen für die Entente- staaten geleitet werden.

Die Schwarzen Listen werden wit Ausnahme derjenigen von Munitions- und Wafftnfabriken verschwinden. Bundesrat Hoffmann erklärte Mm Schluß, daß diese Verständigung für dre Schwerz annehmbar sei. Bei loyaler Durchftrhrung fet es möglich, ohne M drückende Opfer der Schveiz eine Erleichte­rung der Volksernährung M sichern Uud die Beschaffung ältest desjenigen in ausreichendem Maße M erreicheir, was die Schweiz für ihre Landwirtschaft und industriellen und gewerblichen Bedürf­nisse aus Deutschland nach wie vor beziehen müsse. Bei der Be­sprechung der Jrtterniertenfrage erklärte 5?offmann, daß der Bun­desrat einer Hospitalisierung der Familienväter nickt widerstehe daß er aber .Meine, daß die anderen neutralen Staaten auch zu dem Werk der Hvspitalisierung ftwangezogen werden sollen- so daß das Ganze auf internationaler Grundlage organisiert ,würde.

Bern, 29. Sept. (W.T.B. Mchtamtl.) Meldung der Schtveizerifthen TeleWAphen-Lhgenttrr: Der Bundesrat fctt in

snner heutigen Na^n-ittagssitzung das Wirtschaftsabkonv- men mit Deutschland ratifiziert.

Parlamentarische Anfragen.

Berli^ 29. Sept. Auf eine Anfrage des Abg. Werner- -^^/vnrtsch. Ver.) antwortete der Staatssekretär Dr. Helfse- rich^: w m der Anfrage wiedergegebenen Ausführungen über den nmtzrng, den die börsenmäßige Spekulation in Wert- papieren «mgenonunen hat, treffen im allgemeinen zu. In­zwischen ist iedoch ein starker Rückschlag eingetreten, nachdem be- 'fle.Jxife Erwägungen schweben, wie der Wiederkehr stlcher Vorkommnisse vorgebeugt werden kann. .Die Angelegen­heit wird noch werter erörtert.

*

rr Stuttgart, 29. Sept. (WB.) DerSbaatsanzeigetck^ schreibt: Zur Ferer des 25jährigen Regierungs-- lu b ilan ms des Königs werden in der Königlichen Stuttgart Dreimarkstücke als Denkmünzen aus- geprägt, die auf der vorderen Seite unter dem Bilde des Lorbeerzweig mit den Jahreszahlen 1891 und 1916 tragen wahrend die Rückseite den Reichsadler wie bei den gewöhnlichen Dreimarkstücken aufweist

wlL 1 w'^vSeptember in Berlin an die vamilien der KrregÄ:eünehmec gelersteten Barunter st ützun- g e n belaufen sich auf 10 664 000 Mark. Auch die M i e tunte r-

feg siÄ'ffii'aftäa's

s £»ä-ffa

Die Präsidentenwahl in Amerlta.

London, W. S^pt. (WTB. Nicht-rmtlich.) DieTimes" meldet aus New York vom 28. Sept.: Der Kandidat Wilsons inNew Jersey filr denSenat ist gestern bei den Vorwahlen durch den ebenfalls demokratischen Kandi­daten Martine geschlagen worden. Die deutsch-amerika­nische Presse unterstützte Martine. Er erzielte eine Stimmen­mehrheit von 20000.

Ans dem Reiche.

Aus dem Hauptausschuß des Reichstags.

^ s JP tx J in ' Sept. (WTB.) Der Hauvtausschuß des Reichs t a 9 s hat nachrnittags 1 Uhr die Beratung über vre polrtische Lage begonnen. Zur Sitzung war der Reichs- kanzler erschienen, ferner wohrrten den Verhandlungen der die Staatssekretäre v.Jagow, Dr. Helfferrch, v. Ca­pelle, Dr. Lrsco, Graf Rödern, der Kriegsminister und zahl­reiche Bevollmächtigte zum Bundesrat. Außer den Mitglie­dern des Ausschusses waren der Präsident des Reichstages und zahlreiche Abgeordnete als Zuhörer anwesend. Die Ver­handlungen, die der Berichterstatter Dr. Bassermann ein- lertete, sind streng vertraulich.

Nach dem Berichterstatter, Abgeordneten Bassermann, sprach V n Ausführungen und stellte dabei

ffJfX; 1 SL Cin ^ nc ^ engeren Ausschuß genauere Auskunft zu geben. Von der Regierung nahmen lveiterck>as Wort' Dre Staatsftkre^re von Jägow, Capelle und Ünterstaatssekretär Zrmmermann. Von den Fraktionell kamen heute die Redner der stzu^emokrattschen Fraktion rcnd des Zentrums zu Wort, ^n ssermann, Schiffer und S tresem a nn beantragten eine EntMießung, einen ständigen Ausschuß für aus- wlartige Angelegenheiten einzusetzen und ihm die Ermächtigung zu erteilen, sich allch bei Schließung des Reichstages tederzeit zu versammeln.

Aus und £an 5 .

Gießen, 30. September 1916.

Lonntagsgedanke«.

M.^Malben im deutschen Lande begeht man in diesen s?«?gewiß als sonst. Schwerer ist

die es nicht oder nicht mehr ^ aben hilfreich regen muffen. mS

flnfprp Zwiefaches leisten müssen.

Unsere Felder haben wunderliche Gesellen zwischen dem

ttlr^un^dtt^Ä^^ gefthen: Gefangene von fern her haben und den Rechen schwingen müssen. Allzu ^ESSewißhaben sie uns den Dienst nicht g^tan. Äe spurten es wohl, wie rn unserer Seele der Dank sich immer freudiger regte für den Reichtum der auf alleü

PnL 5ßat ff tl0nb f § ^ den teuflischen Plänen der Fei^de^ entgegenstemrnte. Und wenn Erntefest darum mit weniger puschendem Klang wird begangmr 'werde^^unN!n^ wird das Einpftnden sein, das über vollen Speiiliern und ^^Aber hus deutschen Herzen sich znm Himmel'hebt. wi,v^ ?. 5 verpflichtet Das ist alte Wahrheit. Sie wird, glaub ich, auf den Tausenden von Kanzeln unseres Vaterlandes alljährlich um diese Zeit lebendig. Dürfen

M b s 6 fi l in diesem Jahr befon&etl eiirdrin^

"ch verkündet, und noch mehr, besonders willig nnrd ver- werden? Vernommen, und in Tat umqesch? ^ den. <Nlen ist der Segen zu teil geworden, allen wird er zu eigen werden. Die Aecker uüd Wiesen des S werten Vaterlands haben die Frucht getragen, dem einen Vaterland soll sie dienen. Weithin über all seine Berge und Taler soll rn den Erntedank sich der freudig« Wille mengen: wrr wollen sein ein einig Volk von Brüdern' £ie wrr draußen gemeinsam, alle Stämme, Berufe, Stände' ^ r f en ' dem Tod entgegenschauen und den ? so wollen wir daheim auch gemeinsam für

das Leben der Bruder sorgen. Die Felder aaben ®otte3 freundlichem Willen, das Brot, nun soll es au2 für alle, dre ans dresen Erntesegen hofften und nun srch ferner freuen möchten.

j ft Opferw-ille in unserem Volk lebendig geworden und geblieben rn diesen Jahren. Wenn der Zorn

^sf r r eiTt ^ Tt 5' un ^ ) ^dg^n es auch viele sein, die, anders handellr, als dre Zeit gebieterisch fordert, ich lasse

durch schwerste Ausschreitungen die Freude nicht dn: Hingabe, der Hilfsbereit, schaff, de^Selbstverstärrdlichkeit, mit der in Stadt und Dorf rn allen Sclnchten und Ständen, von reich und arm, hoch Und niedrig, mit allen Kräften und Mitteln dem Eftinz^ ge- wird. Daran srch freuen, das rühmen, hilft mehr alsi /lachen und Scheven. Cs hilft uns selbst, daß unser Auge sich mchttrube und unser Wille nicht erlahme: Uns soll keine Wolke dre Zuversicht zur wirkenden Kraft der Sonrw rauben, und kerne Enttäuschung im einzelnen das Vertrauen zu unseres Volkes Güte und Treue. Das ist kein leichtglaubrges Träumen, es ist der männliche Wille, auf dre Kraft zum Siege unverrüickt zu bauen. Cs läßt uns auch gerade letzt mrt guter Hoffnung dem Ergebnis der fünften tn dieser Woche entgegensehen. Bon Opfec frerlA kann man ja da mit Recht gar nicht rebat. Aber von b:e ba ^ ^gne in den Dienst des Staates ^n ;a gar nicht, und ich will nicht glauben, daß wrTichte Angst und klernlrche Bedenken unser gutes Landvoll hmdewn sollten, ,hve Plicht in dieser Woche zu tun. Mjchte jeder Blick auf dre gefüllte Äheuer und jeder Getxmcke crn dre vom Feinde nicht gefährdeten Aerker die Herzen willig machen, dem Vaterland den Drerrst zu leisten, den es jetzt so dringend fordert. Auch das wird froher Errrtedank Wr rerchen Knrtesegen fein. , k J

«u ... ' |l \ , , ....

Die RrichSflcischkarte.

Mit dem 2. Oktober d. I. tritt die neue Reichsfbettchkarte dw rn glercher Weise tm ganzen Deutschen Reiche gilt, in Kraft. Es rst damit einem lang gehegten Wunsch weiter Krerse der Bevölkerung nach einer encheitlichen Regelung der Flersüchersoran^g Rechnung getragen. Die Reichsfleiich. karte besteht ans einem sogenannten Stamm und 40 Ab­schnitten (Fleischmarkens ; sie gilt für die Dauer von vier Wochen. Auf jede Woche kommen daher 10 Fleisch- marken, die nach dem Ausdruck immer nur filr die Woche gültig sind, für die sie bestintnrl sind. Sie surd in der bisherigen Weise durch Aufdruck der Wochemnrmmer (40, 41, 42, 43) besonders kenntlich gemacht.

Kinder, die nach dem 81. Dezember 1910 geboren sind, erhalten halbe Flerschmarken, mit je 5 Meischmarken für ,ede Woche. Auf den Stammkarten ist der Name des In­habers und bei den halben Karlen auch das Geburtsjahr des Kindes von dem Haushaltungsvorftand einzutraqen Eine wesentliche Abweichung gegen die bisherigen Fleischmarken besteht daran, daß die Reichs-Fleischniarken nicht (aitf jein bestimmtes Gewicht, sondern aufv i0 Anteil" tauten; d. h. daß auf jede Marke der 10. Teil der für die Person und Woche festgesetzten Berbrauchshdchskncnge an Fleisch und Fleischivaren entnommen werden darf Ist z B die Höchftn«nge für die Woche auf 150 SFamm festgesetzt' so entfallen auf jede Marke 15 Gramm. Als Neuerung ist aber zu b«acl,ten, daß dabei 3Gruppenvon Fleisch, sorten unterschieden werden, von denen jede in ver. schiedener Höhe auf die Meischwiarken augcrech. net ward. So erhält man auf eine Fleischmarkch um bei dciii obigen Beispiel zu bleiben, entweder