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28.9.1916 Erstes Blatt
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1 P t ^ > ^ TTOcf? kurzem Gefecht abzuschießcn, während ^rs zweiteFlugboot, durch Artillcriefeuer beschädigt, in der Richtung Rmrue entkam.

Urr^evsuchnng der rumänischen Greneltaten.

Sro s i a , 27. ©etJt. tWTB. DKchtnm+t-irh "i N?eldiiNk7 Spr

r , m . -vw Untersuchung ^

jnjtTt Gräueltaten m der Dobrudscha angestellt. Die untersuchenden P 61 **?.. a ' cn ^ 7 - September in Dobritsch ein, wo sic von Ofm -vilrgermieister, den Militärbehörden und zahlreichen anderen Lerjonuchreiten empfangen wurden. Sic machten sich unverzüglich an dre Ordert und stellten die von den rumänischen Soldaten began- amen Grausamkeiten in einer jeden Zweifel ausschließenden Weise Mt. Von Dobritsch ans begaben sie sich in das Dorf Balodscha, das u* überliefert worden war. Die Bewohner waren von

»erc Rumänen niedergemacht oder fortgeschleppt worden. Sie he- ftchttgten ferrrer die Dörfer Karras und Nasradin, die gleichfalls durch rumänische Untaten schlver beimgesucht worden waren und fuhren am 18. September iiach Silistria, wo sie die von den Ru­mänen begangenen Verbrechen auis genaueste untersuchten. Weiter wiurden besichtigt die Dörfer Kalipetrow, Aidemir, Babuck, Da- latadschl, Janikoe, Kora, Omar und Srabarna. Unterwegs nrachten die Herren auf dem Schlachtselde von Zeseswala Halt. Mit Rück­sicht auf die kurze zur Verfügung stehende Zeit und die Schwierig- Seitüt der Verbindungerr konnte der Untersnchun gsausschuß. dre srepten Dörfer nicht besichtigen.

Zur Reise derBremen".

Zc/rAnkt/rfi ker Bremen "i/7 Amerika

Berlin, 28. Sept. Dem BerlinerLokalcmz." wird aus Bremen gemeldet, daß Kapitän Schwartzkopsf vor der Ausfahrt nnt Kapitän König, als dieser mit derDeutsch­land" zurückkehrte, eine eingehende Unterredung hatte, so daß die Abreise derBremen" von Helgoland also etwa zu gleicher Zeit erfolgte, wie die Einholung derDeutschland' in den Heimathafen. Inzwischen dürfte auch dieDeutsch land" wieder fahrtbereit sein, um ihre zweite Amerikareise anzutreten.

Der Seekrieg.

London, 27. Sept. (WTB.) Lloyds meldet aus Grimsbh, daß der FischdampferAphelion" versenkt worden sei.

London, 27. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Lloyds mel­det, daß der DampferD r o m v e n" versenkt worden ist.

London, 28. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Lloyds mel­det ans Scarborough vom 26. Sept.: Elf Fisch erfahr­en ge aus Scarborough sollen versenkt worden sein; außerdem wurde das Fischers ahrzeugTrinidad" (147 Tonnen) versenkt. Die Besatzung wurde gerettet. Der britische DampferPoail" ist versenkt worden. Der französische SeglerMarie" ist nach einem Zusammenstoß mit einem Dampfer gesunken.

Amsterdam, 27. Sept. (WTB.) Der niederländische DampferCommewijne" landete in Ymuiden die aus zwölf Mann bestehende Besatzung des britischen Schleppdampfers Cynth i a Nr. 36", der von einem deutschen Tauchboot versenkt worden war. Der Kapitän des Schleppdampfers teilte dem Korrespondenten desHandelsblad" mit, per Kom- marrdant des Tauchbootes habe ihm erzählt, daß er in 24 Stunden vor der Versenkung des Fischerfahrzeuges 22 Schisse versenkt habe. Die Besatzungen, 120 Mann, seien einem nach Westhartlepol fahrenden Dampfer übergeben worden.

Rotterdam, 27. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Einige Dampfschiffabrts-Gesellschasten, bereit Dampfer zwischen hier und London verkehren, nehmen, da in den letzten Tagen mehrere Dampfer nach Zeebrügge aufgebracht wurden, eine abwartende Haltung ein. Der zur Ausfahrt fertige Dampfer der Batcwier-Linie wurde zwar beladen, fährt aber heute nicht aus. Die Harwrch-Linie hat ebenfalls ihren Dienst nach London vorläufig eingestellt.

Kopenhagen, 27. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Einem hier ein getroffenen Telegramm zufolge rettete der Dram- menex DampferTromp" in der Nordsee am 26. September auf der Reise von Rotterdam nach dem Tyne 111 Menschen.

Ans dem Kelche.

Eine Erklärung der Zentrumspartei.

Frankfurt a. M., 27. Sept. Der Reichsausschuß der deutschen Ze n tr um s p artei veröffentlicht fol­gende Erklärung: Aus seiner aus allen Teilen des Reichs zahlreich besuchten Tagung am 26. und 27. September in Frankfurt a. M. hat nach eingehender Erörterung der inner- politischen, kriegs- und wirtschaftspolitischen Frage des Deutschen Reichs die Haltung der Zentrumsfraktion des Reichstags einmütige Zustimmung gefunden und sind vom Boden unseres Parteiprogramms aus Mchtlini-en für die Zukunft vorbereitet worden. Die Mitglieder unserer Partei in Stadt und Land bitten wir, ihren Siegeswillen und ihr Vertrauen auf die Zukunft des deutschen Volkes durch die Zeichnung der fünften Kriegsanleihe eifrigst zu betätigen. Zurückhaltung ist hier gleichbedeutend mit Verlängerung des Krieges, um dessen siegreiche Beendi­gung wir alle Gott anrufen. Der Reichs'leitnng gegenüber 7nuß der Reichsausschuß ganz besonders verlangen, daß übermäßig gesteigerte Preise von Lebensrnitteln ans eine für die Verbraucher angemessene .Höhe herabgesetzt werden, und daß M eine Vermehrung der Nahrrmgsmittet- Erzeugung Sorge getragen wird, namentlich durch die Be­seitigung aller Maßnahmen, die auf die Produktion hem- uren d ein wirken. Zur Ueberleitung der .Kriegs- in die Frie­denswirtschaft ist eine baldige Reichsorg anisation in das Leben zu ruferr. Dr. Spahn, Dr. Porsch, Held.

Ares Stabt unb Cand.

Gießen, 28. September 1916.

Sicherung der Obsternte.

In diesem Jahre tritt ganz besonders deutlich die häufiger wahrzunehmende Tatsache in die Erscheinung, daß zu mehr oder weniger völligem ^Ausfall der Obsternte in mmckhen Gegenden ein besonders reicher Segen an Obst in anderen Gegenden sich gesellt. Ganz allgemein gerrng aussallen dürfte wohl die Birnenernte. In Bezug aps Zivetschen und Aepsel aber scheint die Sache so zu liegen, daß rn vielen Gebieten die Zwei sehen bäume so reich wie seit Jahren n^cht und da Ae-felbäume nur teilweise gut tragen, während in anderen Gegenden die Aepfelbäume reich tragen, die Zwetschen aber aussallen. Me Zwetschenbäume sind z. B. im Westerwald, in der Gegeild von Hulda, in Südhannover so reich mit Früchten beladen, daß )io züm Teil schon unter ihrer Last gebrochen sind. Es handelt sich rn diesen Fällen aber um Gebiete mit fast rein Landwirtsäxrft treibender Bevölkerung und ohne nahegelegene Großstädte. Ta sind im Herbst alle Hmrde notwendig für die Ernte- und Bestellungs- arbciten aus dein Felde, namentlich jetzt in der Kriegszeit, wo die besten Arbeitskräfte fehlen. Auf ein sorgsames Bergen namentlich, der reichen Zwetschcnvorräte, die ja nach dem Abernten sofort irgend­wie verwertet'werden müssen, ist daher kort vielfach nicht zu rechnen. Hmzu kommt noch, daß es nach Llbgabe der kupfernen Kessel jn manchen Orten <nt Behältern zum Kochen von Zwetschenmus, der Hauptverwendungsart der Zwetschen in den von den Großstädten entfernt liegenden ländlichen Banken, fehlt. Wer die Berljältnissc in solchen Gegenden kennt, weiß, daß schm in Friedensjahren bei so reicher Zwetschenernte, infolge Mangels an Zeit und an Möglichkeit zu zweckmäßiger Verlvendung der reifen' Früchte, diese unter Um­ständen abgeschüttelt und dann die Schweine in den Obstgarten ge­trieben wurden, jedenfalls in manchen Ortschaften viele Zentner, Zwei scheu unbenutzt blieb und verdarben. Angesichts der großen Obstknapvheit in manchen Gegenden erscheint es daher dringend ge­boten, daß baldigst Mittel und Wege ge hm den werden, die sorgsame Bergung und Verwertung der heranreisenden Früchte zu ermög­lichen.

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** Kriegsaustzei ch n u n ge n. Zum Geburtstage der Großherz,ogin hat der Großherzog nachbezeichneten Damnen, die im Dreiste derKriegshilfe der Beamtinnen der Reichs-Post- und TelewcrphenVerwaltung" sich hervorgetan haben, dasEhren­zeichen für Kriegsfürsorge" verliehen: Frau Ober-Postdirektor

Milkau, Frau Geh. Postrat Stamm. Frau Geh. Postrat Kuhl- niaun, Frau Geh. Postrat Hirth. Fick. Elisabeth Wittenbecher, Frl. Margarethe Kiesberger, Frl. Johanna Mühlpsorth, Frl. Elisabeth Decher, sämtlich in Tarinstadt: Frau Telegraphcndirektor Habermehl in Mainz, Frau Telegrapbeildirek! or Bot he in Worms, Frau Telegraphendircktor Wolf in Osfcnbach (Main) und Frau Rostdirektor Gros in Benshcim.

** D e ka na tGie ßen. Bereits auf der Julikonserenz waren sich die Geistlichen des Dekanates darin einig, daß es eine Pflicht unserer Gemeinden sei, soweit nach dev Verhältnissen möglich, sich der armen körperlich, schivachen städtischen Jugend anzunehmen, und man beschloß, die geeigneten Schritte sofort einzuleiten. . Eine Anfrage bei derDeutschen Zentrale für Jugendfürsorge" in Ber­lin, die in öffentlichem Aufruf für diesen Gedanken geworben batte, ließ jedoch erkennen, daß hier die Organisation noch vollständig in den Anfängen liegt, daß die Hilfsbereitschaft ländlicher Kreise in allen Teilen Deutschlands sich außerordentlich wohltuend und lebhaft angeboten hat, daß es aber derDeutschen Zentrale für Jugendfürsorge" zurzeit aus praktischen Gründen nicht möglich ist, die gestellte Riesenausgabe zu erledigen. Es ist deshalb wohl richtig, daß man diese Fürsorgearbeit auf ein kleines Gebiet be­schrankt und man ist in Hessen im Laufe dieses Sommers bekannt­lich daran gegangen, diese wichtige Aufgabe von Fall zu Fall prafiisch in die Wege zu leiten. Aber auch hier fehlt noch die großzügige Organisation, die stir die Zukunft auf jeden Fall müßte vervollkommnet werden. In den letzten Tagen hat Großherzogliche Kreisschulkommission Gießen sich an die Schulvorstände der Landgemeinden des Kreises mit der Bitte gewendet, geeignete Familien ausfindig zu machen, die bereit sind, erhollm gsbedürftige G i e ß e n e r S ch u l k r n b e r während der Herbstserien (etwa zwei bis drei Wochen' aufzunehmen. Die Geistlichen des Dekanates waren sich bei der gestrigen Kvnfetenz darin einig, daß hier eine wichttge soziale Aufgabe ovrliegt, deren Durchführung jetzt und in Zuttmst sie in ihren Gemeinden auf das wärmste unterstützen und fördern werden.

** D i e Landes o b st stelle, Allee 6, in Darmstadt, stellt unter anderem die V e r j a n d e r l a u b n i s für solches Obst aus-, das ein in Hessen wohnender Erzeuger nach, außerhalb des Groß- berzogttims verschicken will. Dieses ist aber nach den gesetzlichen Bestimmungen nur erlaubt: 1. Wenn er das Obst an sich selbst schicken will, wenn er also in Hesse.t seinen Baumbestand hat, aber außerhalb des Großherzogtums wohnt. 2. Wenn er das Obst an seine nächsten Verwandten verschicken will. 3. Wenn er das Obst als Geschenk.an ein Lazarett usw. geben will. Neuerdings ist mit der Beschlagnahme von Wirtschastsobst und Zwei scheu die Versand­erlaubnis für diese 2 Gruppen aus den Erzeuger selbst (siehe oben unter 1) beschränkt. Für Tafeläpfel und Birnen kann jedoch nach wie vor an die 3 vorgenannten Ernpfangsstellen die Versand­erlaubnis erteilt werden, jedoch mir an Erzeuger, nicht aber an Personen, die das Obst käuflich) oder scheukungsweise erst erwerben rvvllen. Die Verwaltungsabteilrnrg der Landesobststclle wird so­dann noch stark in Anspruch genommen von Personen, welche Bezugsscheine ausgestellt wünschen. Es sei erneut darauf hingewiesen, daß diese Scheine von der Gr. Bürgermeisterei des Wohnortes desjenigen ausgestellt werden, der das Obst zu erhalten wünscht. Es bleibt sich dabei gleich, ob es gekauftes oder ge- chenktes Obst ist. Hingegen gelten Bezugsscheine nicht ftir einen gewerbsmäßigen Anffauf und darf keine Bürgermeisterei 'ür diese Bett'iebe Bezugsscheine ansftellen. In Bezug ans Ver- ' a n d von Z w e t s ch e n u n d W i r t s ch a f t s o b st sei bemerkt, daß infolge der Beschlagnahme dieses nur von den Aufkäufern der Landesobststekle ausgekaieft und mit Frachtbriefen dieser Stelle verschickt werden darf. Wie vorhin erwDnt, ist es dem Erzeuger aber gestattet, auch Zwetschen und Wirtschaftsobst an sich selbst zu verschicken, wenn Ort'dvr Erzeugung und Wohnort verschieden sind, zu diesem Falle muß sich' der Erzeuger eine schriftliche Be­scheinigung der Gvoßh. Bürgermeisterei verschaffen, daß er der Erzeuger des aus dem Bezugsschjein permerkten Obstes ist. Wenn diese beiden Bescheinigamgen vorliegen imb über ein stimmen, wird die Güterstelle der Station das Obst annehmen.

'* Kartosfelversorgüng von im staatlichen Dienst beschäftigten $ ersonen. Wie schon bei der Be- chafftlng von Brenumaterialie.' beabsichtigt war, so hat die Gvoßh. Regierung in Aussicht genommen, in der .Kriegszeit minderbemit­telte Personen im Staatsbetrieb in il>rer wictschaftlichen Lage auch dadurch zu rmterstützen, daß ihireu die Versorgung mit Kar- tosseln erleichtert wird für den Falt, daß sic schon im Laufe des Herbstes ihren gesamten Jähresbedarf, oder doch den größten Teil davon, insbesondere also ihrer: Winterbedarf an Kartoffeln decken. Es ist dies aus den verschiedensten Gründen im allgemeinen Jrtteresse, wie and); für die Verbrauchter selbst ärrßerst erwünscht.^ Für Beamte, Bedienstete und Arbeiter im Staatsdienst mit einem tatsächlichen Dieirfteinkommen bis Au 3000 Mark kann, sobald ihr Winterbedarf an Kartoffeln geliefert mrd die Rechnung durch den Empfänger anerkaurtt ist, a , Mansch der Lieserpreis durch! die örtliche staatliche Kaffe begl. , n und ratenweise im Laufe von 8 Monaten mr dem^ Menstein kommen abgezogen werden.

** P aketefür Kriegsgefangene. Man sollte Meinen, daß jeder, der einen Angehörigen in einem Kriegsgefangenenlager der feindlichen Tänder hat und ihm Sendungen zukommeu lassen wAl, um sein Los etwas zu erleichtern, von selbst darauf achtet, daß die dem Gefangenen zugü>achten Sachen gut verpackt und die Pakete mit einer Adresse versehen werden, die seden^ Irrtum bei der Beförderung und Bestellung mlsschlleßt. Leider ist diey^ nicht immer der Fall. Häufig müssen Pakete wieder an die Msender zurückgegeben werden, well die Adressen nicht gen«u oder nicht dentlich genug angegeben sirrd, und oft ereignet es sich auch, daß Pakete unterwegs ausgehen, und daß es dann nicht möglich ist, den Inhalt wieder zusammenzrtsuchen und seiner Bestimmung zuzu-

führcn. Bei der Riesenarbeit, die die ungeheuren Mengen der täglich air Kriegsgefangene gesandten Pakete der Post und der Heeresleitung verursaä-en, ist es dringend erforderlich, alles fest und sicher zu verpacken und die Adressen so zu schreiben^ M* sie leicht lesbar sirrd und jeden. Jrrmm oder Zweifel bei der Bestellung ausschließen. Das sollte jeder, der Sendungen an Kriegsgefangene schickt, sich zur Regel machen.

** Verloren. Gestern, am 27. September, rmchnrittags um Vs5 Uhr. wurde in hiesiger Stadt von der Johannesstraße bis zum Kaffee .Hettler ein Briefumschlag, in dem sich 2 Stteck 5°/o III. Deutsche Kriegsanleihe: Viooo Nr. C. 3 869 695, Vsoo Nr. D. 2 684 087 urtb 1 Huirdertmarkschün sowie 30 Mark in Papier­geld befanden, verloren. Dem Fnwer werden 200 Mark Beksstnuingt zugesichert. Sachdienliche Mitteilungen nimmt die Kriminalpolizei entgegen.

** Erzeugung von Hafernährmitteln. Das Krregsernährungsamt gibt bekannt: Inden Tageszeitttngen :md in Eingaben an das Kriegsernährungsamt wird zurzeit vielfach einer reichlichen Ausnutzung der großen Haserernte für die Zwecke der Volksernährung das Wort geredet. Tellweise werden die Jiorderungen dahin präzisiert, daß eine Million Tonnen Hafer snr die Bolksernälwung, d. h. zur Herstellung von Lxrsernähr- nntteln, Verwendung ftnden sott. Das Kriegsernährungsamt hat der ^lngelegenheit, deren Bedeutung nicht zu verkennen ist, ber Allfstellung des Haferwirtschaftsplans seine volle Ausnrerksmn- kett zugewendet, und es ist im Haferwirtsckiaftsplan für die .Her­stellung von Hasernährniitteln diejenige Hasermeiige bereitgestellt rvorden, die die bestellenden Hasernä hrmittelfabriken bei Jnanjpruch- nähme ihrer Einrichtnngen bis zur Grenze ihrer Leistungsfähigkeit verarbeiten können. Tie Leisttrngssähigkeit der bestehenden Fabriken reicht aber bei wüten: nicht so weit, wie Pie gestellten Forderungen anzunehinen scheinen. Tic Möglichkeit einer Steigerrmg dieser Leijtungsfäbigkeit wird zurzeit geprüft. Eine wesentliche Erweite­rung bestehender oder die Errickstung neuer Hasernährmittelsabriken scheitert schon an der derzeitigen Unmöglichkeit, die erforderlichen neuen Maschiiren und Effirichtungen rechtzeitig zu beschaffen und m Betrüb zu setzen. Ob die Heranziehung anderer bestehender Betriebe zur Haferiiährmittelfabrikatiion sich technisch durchführen laut, wird geprüft werden. Jedenfalls wird keine Möglichkeit der Steigerung der Erzeugung unbenützt bleiben. Im übrigen bedeutet die vorgesehene volle Ausnützung der bestehenden Hasernährmittel- fabriken gegen das Vorjahr bereits eine ganz bedeutende Steigerung der Hafernährmittelerzeugung, die bei den ivertvollen Eigenschaften der Hajernährmittel der Ernährung ganz wesentlich zugute kommen wird. Die gejteigerte Erzeugung kann allerdings erst in dar nächsten Zeit fühlbar werden, da die Fabrikation ans der neuen Ernte erst jetzt in Gang kommen kann, während die Fabrikate aus der alten Ernte naturgemäß zurzeit sehr knapp geworden sind.

^Sitzgelegenheit für Laden-Angestellte. Man schreibt uns: In Kasiel gibt das Polizeipräsidiuni bekannt, daß zahlreiche Angestellte in offenen Verkaufsstellen darüber klagen, daß für sie m den Verkaufsstellen, in denm sie tätig seieii, keine Sitz­gelegenheit vorhandeii sei. Ist vielen Fällen sei sie imgeeignct Z. B. Leitersprosse, hercmsgezogene Schiiblade, Treppenstufe usw. Ferner werde von eiiier.Reihe von Geschäftsinhabern nicht ge- wünsck.t, daß überhaupt eine Sitzgelegenheit benutzt werde. Das Polizei-Präsidium weist deshalb rtitf die genaue Befolgung der zum Schutze der Gesundheit der Angestellten am 28. November 1900 vom Reichskanzler erlassenen Bekanntmachimg hin, nach der n. a.m denjenigen Räumen der offenen Verkaufsstellen, in welckjen dre Kundschaft hedrent !vird, sowie in den m solchen Verkaufsstellen rebörenden Schreibstnben (Kontoren) für die dort besckjüstigten Ge- hllsen irnd Lehrlinge eine nachher Zähl dieser Personen ausreicheiidL geeignete Sitzgelegenheit vorhanden sein muß. Für die mit der Bedienung der Kundschaft beschäftigten Personen muß die Sitz­gelegenheit so eingerichtet sein, daß hie auch während kürzeren Arbeitsmiterbreehungen benutzt werden kann. Tie Benutzung der Sitzgelegenheit muß den bezaichneteni Personen während der Zoit, m welcher sie durch ihre Beschäfttgimg nicht daran mlstudeitt ftnd> gewaltet werden. Zuwrderbmrdltmgen sind nach § 147 der Gewerbe­ordnung mit Geldstrafe bis zu 300 Mk. bedacht.

** Dernächste Städtische Seefischmarkt beginnt Donnerstag, den 28. September, nachmittags 3 Uhr, in den Markt- tauben. Zum Verkaiis kommen nur beste frischeste Seefische: Schell, suche, Kablian, Schollen, Bratfisch zu Selbstkosten der Stadt.

Militär-Urlauber. Bisher war es Bestimmung, ivonach auf den Strecken Mainz - Bingerbrück, MainzDarnistadt, MainzJrank'urt, Mainz-WieSbaden, Mainz-Worms, Frank- snrtDarmstadt. WiesbadenMainzKastelFrankfurt Militär- Urlauber keine Ei finge benutze,! duriten. Dies ist jetzt für die weitere Dauer des Krieges ausgehoben worden.

Die Freigabe des Krammetsvogelfanges. Seit 1908 war der KrammetSvogelsanq mittels Dohnen verboten. Um auch den Krammetsvoqel, dessen Fang in einzelnen Gegenden eine nicht nnerhebliche Bedeutung bat, der Ernährung zuzuführen, bat der Bundesrat eine Verordnung angenommen, durch die die Landeszentrnlbehörden er,nächtigt werden, den Kram,netsvogelfang inittels Dobnen in diesem Jahre wieder zuzulassen.

** Licht spiel Haus, ^Bahnhofftt. 34. Von Samstag, bcn 30. September, bis irrkl. 2. 'Oktober, wird in jeder Vorstellung Ahn Wilka, die bekannteste Berliner -Filmschnuspielcrin, in ihrem^ heiteren Filmsketsch in drei Akten,Mamma hat es gervvlltt' persönlich cmstteten,

Landkreis Gießen.

ga. Grünberg. 28. Sept. Bon Georg Schombert und Karl Henkel ist aus russischer Kriegsgefangenschaft Nachricht eingetrvffen. Sie werden alt der Murman-Eisenbahn ans der Halbinsel Kola im Regierungsbezirk Archaiigclsk beschäftigt und teilen mit, daß sie noch gesund sind. Georg Schombert schreibt, es befäiiden sich noch bei ihnen: Heinrich Arnold aus Beuern, Karl Hof mann ans Queckborn, Gustav Diehl aus Höckers­dorf N7id Otto Dörr aus Lardenbach. Die Karten sind am 16. und 23. Juli geschrieben.

U Lang-Göns, 27. Sept. Ein schönes Beispiel von Vaterlandsliebe gaben die Arbeiter der Wilhelm Frey'scheu Zigarrenfabrik. Sie sammelten nahezu 1000 M., und diese Summe, als Grundstock für eine Ar beiter- r so r ge kas s e von der Firma aus 2000 Mark erhöht, wurde als Kriegsanleihe ge-, zeichnet. Me Firma beschäftigt nahezu 80 Frauen und Mädchml von hier unb Großen-Lindeu und Leihgestern. Frau Lehrer Schwinn von hier wurde für ihre eiftige Tätigkeit in der Kriegs­fürsorge vom Großherzivg mll dem Ehrenzeichen stir Kriegst fürsorge ausgezeichnet. Musketier W. Bink, welcher als »ermißt gemeldet wurde, beftndet sich nach Mitteilung an seine! Eltern in russischer Gefangeiischaft.

$ Steinheim bei pnnqen, 28. Sept. Musketier Christian Emnrerich, der seit den Kämpfen am 7.18. August als vermißt geineldet wurde, hat sich jetzt aus russischer Gefangenschaft zur Freude seiner Angehörigen gemeldet. Er schrieb vom Transport.

* Trais-Horloff, 28. Sept. Der Gutspächter Hugo I a c o b i von Utphe hat nahezu 100 Morgen mit Raps aus­gestellt. Einige hiesige und Landwirte der Umgeqend haben auch »Dölp'l" geiät. Die rohen Kartoffelpfannkuchen, die man nur noch ans der Erinnerung kennt, können nächstes Jahr wieder aufgetischt werden. Auch den Imkern dürsten die Rapsselder recht willkonimen sein. Die Baggerarbeiten gehen rüstig vorwärts. Einen großen Teil des aufgefüllten Bodens hatte der Gutspächter Jacobi voin Hofgut Utphe mit Weizen ausgestellt. Er erzielte eine gute Ernte.

Kreis Büdingen.

z. Nidda, 27. Sept. Ein großes Schad-enfeü er Lntstand auf dSm' benachbarten Guts Hof Oberdcmernheim. Zwei vollgeftiMe Feldscheunen mll Inhalt fielen bmt verheerenden Elemente zu nt Opfer. In der einen befand sich das Stroh letzthin gcörsscheneut Getreides, während in der anderen der Wleizen von 60 Morgen! d - Ausdrusches harrte. Eine Anzahl landwirtschaftlicher Ma­schinen würbe zerstört In der Tenne lvarteten 300 Ztr. ver-, sandtbereite Kartoffeln des Verladcns. Sie sind vollständig gckbraten. Ter Schaden ist groß, allerdings durch Versicherung zun, großen! Teil gedeckt. lieber die Entstehung des Brandes verlautet nichts. Man vermutet Brmidstiftung, da die Scheunen ziemlich absellS stehen und der Brand nach 10 Uhr abeirds ausdrach. Me Wehren