Ausgabe 
27.9.1916 Erstes Blatt
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Regiment iltv. iib wurde wegen l)etuoivagenben Leistungen mit der TapferteitSn, edaille ausgezeichnet.

Fc. Aus dem Kreise Alsfeld, 27. Sept. Tie Schü­ler z e i ch n u n g fiiT die fünfte Kriegsanleihe ergab rm Kreise Alsfeld in der Schule in Schwabenrod, 3355 iOTarE, in der euv- flassigen Schule in Lehrbach 2700 Mark (geaen 400 Mk. bn der vierten Anleihe) und in der einklassigen schule in Erbcnhausen 2225 Mark Ein besonders gutes Ergebnis.

Kreis Lauterbach.

^Nieder Rdoo s, 25. Septemlrer. Am vorigen. Tonn-erstag gingen einein hiesigen Lairdmanne mit einem hochbeladenen Wagen tz-ruäit die beiden Pferde durch und rasten m mlber Flucht davon. Im Dorfe rannten sie gegen den Pfosten eines Hansgiebels, so daß die Teichsel entzwei brach Dem zweijälwigen Fohlen schlug das abgebrochene Stück berde Vorderbeine entzwei, so daß es der Pferdemetzgerei zu Fulda überführt werden mußte, uni dort ab­geschlachtet zu werden. Das andere Pferd war ebenfalls an den Beinen derart zugerichtet, daß es nach Gießen in die Klinik gebracht werden mußte. ^ ^

rt. Schlitz, 27. Seht. Dieser Tage hatten 70 Verwundete der Fuldaer Lazarette bei prachtvollem .Herbstwetter eine Wagen­fahrt hierher zum Besuch unseres alten Städtchens unternommen. Unterwegs wurden sie in dem noch preußischen Ort Vichelsrambach von den Dorfbeivohnern mit Kaffee und Zwetschenkuchen reichlich bewirtet. Hier entkommen, fanden sich die Venvundeten als Gäste der Gräfin Wilhelm von Schlitz in der Brauerei Guntrum zu einem gemütlichen Zusammensein ein, woran auch die zurzeit hier weilende Großherzogin von Oldenburg, Gräfin Msabeth von Schlitz, Bürgermeister Zinßer, sowie die dingehörigen des hiesigen Lazaretts samt dem Lazarettv-orstand teilnahmen. Bürgermeister Zinßer hieß in einer Begrüßungsansprache die verwundeten Feld­grauen herzlich willkommen und schloß mit einem Hoch auf den Kaiser. Ein Verwendeter darrkte für die freundliche Ausnahme und ließ das Vaterland hochleben. Später erfolgte die Besichtigung der Stadt und eine photographische Aufnahme der Teilnehmer. Voll Dank kehrten dann die lieben Güstte wieder nach >Fulda .zurück.

Kreis Schotten.

Schotten, 27. Sept. In den nächsten Tagen findet die diesjährige Ergänz unqsrvahlvonKreistagsabgeord- n e t e n des Kreise? statt.

B oben Hausen II, 27. Sept. Der Gefreite Gustav Schuchhardt, Sohn des hiesigen Lehrers Schuchhardt, wurde mit dein Eisernen Kreuz 2. Klasse und der hessischen Tapferkeits­medaille ausgezeichnet. Er ist nun zum Unteroffizier befördert wor­den Die gleicben Auszeichnungen und Beförderung erhielt der Gefreite Karl Scharmann von hier. In unserer Gemeinde sonne in dem benachbarten Wohnfeld haben sich annähernd 60 Fa­milien bereit erklärt, während der Herbstferien der Schulen in Offenbach unentgeltlich Schulkinder aufzunehmen. Den er- holungsbedürftigen Kirrdern kann auf Wunsch ihre Ferienzeit verlän­gert werden. Dieser Tage sind nun unsere kleinen Gäste hier an ge­kommen ; durch die beide!« hiesigen Lehrer Baum und Schuch­hardt waren bereits alle Vorbereitungen getroffen worden. Liebe­volle .Pflege uird Erholung werden sie finden.

-f- E i ch e l h a i n , 27. Sept. Dem Oberleutnant und Kom­pagnieführer Lehrer Julius Silz im Landw.-Jni.-Rgt. Nr. 116 wurde, nachdem er mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse und der § Hessischen TapierkeitSmedaille ausgezeichnet worden war, nun auch das Eiserne Kreuz erster Klaffe verliehen. Silz ist seit einigen Jahren an der hiesigen Schule tätig.

8 Herchenhain, 27. September. Flieger Ernst Appel, Sohn des Jiohannes Appel III. Tampfdreschmaschinenbesitzer von hier, welcher seit Februar 1015 bei einem Avmeeflug-Park im Osten steht, wurde in diesem Frühjahr zum Gefreiten und nun auch zum Unteroffizier befördert. Bei dichtb-esetzten Kirchenstühlen 1fielt gestern morgen im hiesigen Gotteshause Pfarrer Römer seine Abschiedspredigt. Jedem der hierzu erschienenen Kirchsviels- -ünwohner war es von Herzen leid, seinen Pfarrer zum letztenmal tün der .Kanzel 'herunter sprechen zu hören. Man sieht ihn nur -ungern von hier scheiden. Pfarrer Römer war 81/4 Jahr hier tätig und übernimmt nun seine neue Anrtsstelle in Ulfa.

= lllrichftein, 27. Sept. Vom 1. Oktober 1916 ab ver­kehrt die Personenpost: EngelrodUlrichsteinSchotten wie folgt: jEngelrod ab 8.45 Uhr vorm., ab Rebgeshgin 9.05 Uhr, an Ulrich- istein 9.30 Uhr, Ulrichstein ab 9.40 Uhr vorm., ab Wiesenhof 10.00 Uhr, ab Rudingshain 10.55 Uhr, an Schotten 11.30 Uhr vorm. Die 'Zeit der Rückfahrt bleibt unverändert.

Kreis Friedberg.

Friedberg, 26. Sept. (WTBH Aus dem Offizier-Gefange­nenlager sind am Nachmittag des 25. d. M. drei englisch« Offiziere entwichen. Ihre Spur ist bis Friedrichsdors im fTaunus verfolgt. Von dort scheinen sie sich nach, Frankfurt a. M. gewandt zu haben. Zwei von ihnen trugen auf der Flucht deutsche iInfanterie-Offiziersunisvrm, diu dritte dunkelblauen Zivilanzug führte eine Aktenmappe mit sich. Es ist aber nicht ausg«- daß jetzt alle drei in Zivil reisen. Einer der Entwichenen >t gut Deutsch.

kd. Bad-Nauheim, 27. Sept. Das letzte Sinfonie­konzert der Kurkapelle findet am Donnerstag, den .28 September, abends 8V4 Uhr, im Konzerthaus statt. Für diesen letzten großen Konzertabend der Sommerspielzeit hat Professor Winderft ein, der sich an diesem Abend verabschiedet, noch- vmls eine ebenso schöne als interessante Vortragsordnung aus­gestellt. Im 1. Teil spielt Konzertmeister Drumm das Violin­konzert von Brahms erstmalig. Im 2. Teil wiederholt Pros. Wrnderstein aus vielfaches Verlangen Max Negers Variationen Über ein Thema von Mozart, denen er noch Richard Wag­ners gewaltige Tannhauser-Ouvertüre folgen läßt. Es ist zu hoffen, daß ein volles Haus die künftlerffchen Mühen des Abends lohnen wird.

da». Bad-Nauheim, 26. Sept Dem Gefreiten Rudolf Wörner im 1. bayerischen Ulanen-Regiment wurde da? Ver­dienstkreuz 3. Klaffe mit Krone und Schwertern verliehen. Tie Oberschwester Emmy Stadelmann und die Schwestern Paula Sch erb, Anna Beck und Nelli Tielemann, sämtlich vom Teil-LazarettEleonoren-Hofpiz", wurden mit dem Militär-Sanft tät-kreuz ausgezeichnet.

nt. Ober-Wöllstadt, 27. Sept. Dem Sohne unseres früheren Bürgermeisters, dem Grenadier Theodor G 0 n d 0 l s, vom 1. Garde-Reserve-Regnnem, der schon beinahe zwei Jahre im Felde steht, wurde sür hervorragende Tapferkeit die Hessische Tapferkeits- medaitle verliehen. Kaum ist die Trauernachricht verklungen, daß Landwirt»Rudolf Schütz, einziges Kind seiner Eltern, Phil. Schütz, gefallen ist, so kommen zwei weitere Trauernachrichten. Den Heldentod fanden: Unteroffizier Erwin Walter, Sohn, des verstorbenen Lehrers Walter, und Josef F e n e r b a ch , Sohn des verstorbeneil ZimmermeisterS Johannes Feuerbach.

:: P 0 h l - G ö n s, 27. Sept. Vergangenen Sonntag fand hier ein G u st a v - A d 0 l f - G 0 t t e § d i e n st statt, in dem Pfarrer Weiß. Bieber die Festpredigt hielt und außerdem Pfarrer L 0 0 s- Butzbach und Pfarrer M ö b u s - Ostheim redeten. Dle erhobene Kollekte betrug 156 Mk., von denen 100 Mk. für Heusenstamm, 31 Mk. für Viernheim und 2b Mk. für Siebenbürgen verwandt

mit seiner Religion vereinbaren konnte, zu tot Rechen greifen, wenn sein Grummet einigermaßen gut geerntet werden sollte. D« vorzügliche Futterernte nnrd es dem Bauern ermöglichen, wreoer Jungvieh zu züchten. Die Kartoffelernte ist bereits im Gang. Sie scheint einen guten Ertrag zu liefern. Ddanche Sorten haben wegen der übergroßen Feuchtigkeit gelitten, so daß wohl dcrmtt gerechnet werden muß, daß ein gewisser Prozentsatz rn Fäulnis übergeht, während die Güte der Sorten, wieHassia" undVater Rhein" durch die naßkalte Witterung wenig beein-' flußt wurde. Der Ertrag der Obsternte ist meist recht gering. Biele Aepselsorten sind klein und fleckig. Ueberoll ist man ebenf mrt dem Honigkochen beschäftigt, uiid schon jetzt zeigen sich hiev und da die Schattenseiten der neuen Kessel. Momchem fällt es sel)r schwer, sich von seinem alten Kupferkessel, der sich beim Wurst-, sowie Muskochen ausgezeichnet bewährte, zu treimen. Möge uns der Herbst noch eine Reihe sonnenhelle Tage senden', daß die noch einzuerntenden Früchte in trockenem Zustande ge­borgen werden können.

Starkenburg und Rheinhessen.

** Darmstadt, 26. Sept. Der Staatssekretär des Reichs­schatzamts Graf von Roedern traf gestern vormittag hier ein und wurde kurz bor 4 Uhr in der Wohnung des Staatsministers vom Groß Herzog urtb darauf von der Gvoßherzogin empfangen. Das Großherzogspaar und Graf von Rvedern nahrnen beim Staatsminister das Frühstück ein, zu dem auch die Minister mit ihren Damen geladen waren.

Kreis Wetzlar.

ra. H 0 h e n s 0 l m s , 27. Sept. Interesse für die Zusammen­legung der Felder und die Erkenntnis der großen Bedeutung der­selben für «men ergiebigeren Ackerbau geht wohl kaum einem' Land­wirt unseres Kreises ab, welchem Umstande es auch znzusch-veiben ist, daß jetzt bis in der kleinsten Gemeinde der Bürgermeisteret. Hohensolms die Zusammenlegung der Aecker und Wiesen durch­geführt ist.

ra. K l e i n - A l t e n st ä d t e n. 26. Sept. Dem Bahnarbeiter Neuhaus Hierselbst wurde das Allgemeine Ehrenzeichen verliehen.

Hessen-Nassau.

Die Beisetzung des Prinzen Friedrich Wilhelm von Hessen.

Cronberg i. T., 26. Sept. (WTB.) Um lOh? Uhr vor­mittags begann sich die Kirche zu füllen. Als erster fuhr Prinz Friedrich Carl mit feinen Söhnen vor, während Ihre König­liche Hoheit die Frau Prinzessin mit ihren Schwestern, der Her­zogin von Meiningen und der Prinzessin von Schaumburg-Lippe folgten. Es ttafen ferner ein: der Großherzog und die Großherzvgin von Heffen, der Großherzog und die Großherzogin von Baden, die Großherzogin Adelheid von Luxemburg, der Kommandierende Ge­neral des 18. Armeekorps, Frhr. von Gall, mit seinem Stab«, Regierungspräsident von Meister, Landrat von Bernus u. a. An­wesend waren auch drei Ulanenoffiziere, die als Kameraden des ge­fallenen Prinzen mit ihm im Felde standen. Pfarrer Aßmann hielt die Trauerrede. Nach Schluß des Gottesdienstes trugen die Ulanen, die am Morgen den Sarg am Altar der Kirche nieder­gestellt hatten, ihn nach der Burgkapelle, wohin nur die Familie folgte.

*

ha. Biedenkopf, 27. Sept. Dem Drogisten Rich. Kramer Hierselbst wurde die Note-Kreuz-Medaitle 3. Klasse verliehen.

= Frankfurt a. M., 26. Sept. Am Hellen Tage wurde heute in einem Geschäft an der Zcil ein frecher R a u b ü b e r f a l l verübt. Kurz vor 5 Uhr betrat ein gutgckleideter Mann in den 30 er Jahren das Posamentengeschäft von Cohn, Zeit 13. Ehe sich's die allein in dem Raum anfhaltende Verkäuferin, Frau Johanne Blank versah, erhielt sie von dem Menschen einen wuchtigen Fausthieb aus den Kopf, so daß sie sofort besinnungslos zu Boden stürzte. Dann steckte ihr der Räuber ein Tuck in den Mund, um sie am Schreien zu verhindern. Als Frau Blank nach längerer Zeit wieder zur Besinnung kam und um Hilfe schrie, war der Mann unter Mitnahme der gesamten Ladenkasse verschwunden. Die sofort aufgenommene Verfolgung des Räubers blieb bis jetzt ergebnislos, da die Frau infolge des Uebersalles noch' nicht inr- stande ist, eine Beschreibung des Täters zu geben. Kommerzien­rat Wilhelm Flinsch und Stadtrat Heinrich F l i n s ch feierten mit ihren Gattinnen, zwei Schwestern, an einem Tage das gol­dene Ehejubiläum. Den beiden noch sehr rüsttgcn Paaren wurden reiche Aufmerksamkeiten zutell. Der Kaiser verlieh ihnen die Ehejublläumsmedaillc.

Fc. Wiesbaden, 27. Sept. Nach dem Genuß eines Roll­mopses^ also an Fischvergiftung, verstarb dahier die ehemalige Kaiserlich Russische Hofopernsängerin Frau Lacroix-Orlvff. Tie Verstorbene, als die Tochter eines deutschen Oberförsters Weyer mit Namen in den baltischen Provinzen geboren, war in Peters­burg früher eine gefeierte Sängerin. Zuletzt wirkte sie als Lehrerin am Lyzeum in Bordeaux. Seit Kriegsausbruch nahm sie mit ihrer Mutter in Wiesbaden Aufenthalt.

zsd. Dillenburg, 26. Sept. Vorgestern abend war die Stadt, soweit sie auf elektrischen Strom angewiesen ist, etwa 2 Stunden ohne Licht. Die Ursache war eine Störung in der Leitung an einer Station in Niederscheld. Infolgedessen lagen auch Niederscheld und Nikolausftollen im Dunkeln. Besonders un­angenehm wurde das Fehlen des Stromes aus dem Bahnhof empfunden. Als die Störung V4IO Uhr wieder beseitigt war und die Lampen^ wieder aufflammten, gab. es noch eine Ueberraschung dadurch, daß die Abendglocke auf der p-rDtestanti scheu Kirche, die elektrisch geläutet wird Und sich selbsttätig um 8 Uhr in Be­wegung setzt, aber infolge des Ausbleibens des Stromes still geblieben war, bei Wiederkehr desselben plötzlich ihre Stemme erschallen ließ und erst auf energisches Zufassen des Kirchen­dieners wieder schwieg. Und sie hatte es doch nur gut gemeint.

X. Knffel, 27. Sept. Der Landesausschuß hat beschlossen, daß die Verwaltung des kurhessischen Schatzvermögens auf die 5. Kriegsanleihe 6 Millionen Mark zeichnen soll gegen 5 Millionen für die 4. Kriegsanleihe.

ul. Arfurt b. Villmar, 27. Sept. (Eisenbahnunfall.) Am Samstag ereignete sich am Bahnübergang nach der Lahnfähre ein bedauerlicher Eisenbahnunfall. Ein. Landwirt wollte mit einem von zwei trächtigen Kühen gezogenen Fuhrwerk, auf dem seine Frau Platz genommen hatte, den Bahnübergang überschreiten. Als sich der Wagen mitten aus den Gleisen befand, gewahrte die Frau einen Triebwagen, der in scharfer Kurve um den Berg herumfuhr. Sofort erfaßte sie die Situation und rief ihrem Mann zu, vorwärts zu fahren, während sie selbst rückwätts vom Wagen sprang. Im gleichen Augenblick hatte der Triebwagen das Ge­fährt erfaßt und zerttümmert. Die beiden Kühe wurden getötet, während Mann und Frau unverletzt blieben. Der Schaden durch Verlust der ttächtigen Tiere wird auf 5000 Mark geschätzt. Das Unglück wurde dadurch verursacht, daß die Schranken nicht ge­schlossen waren.

ul. L i m b n r g, 27. Sept. Die Bediensteten der hiesigen Eisenbabn-Hauptwerkslätte haben auf die 5. Kriegsanleihe bis jetzt 24 600 Mark gezeichnet. Die Werkstättenlehrlinge haben an die 1000 Mark aufgebracht.

wurden.

nt. R 0 dheim v. d. H., 27. Sept. Bereits feit 7 Wochen war der Ersatzreservist Richard Köbel, der in Galizien gekämpft hatte, vermißt Dieser Tage erhielt nun die Ehefrau die Nach-

von ihrem Manne, daß er sich in russischer Gefangenschaft befinde.

0-0 V i l b e l, 27. Sept. Der Wehrmann Fritz Schaub von hier wurde wegen Tapferkeit vor dem Feinde zum etatmäßigen Unteroffizier befördert; ferner wurde ihm die Hessische Taoferkeits- medaille und das Eiserne Kreuz 2. Klaffe verliehen. Ebenso wurde dem Fahrer bei einer Minenwerfer-Abteilung Fritz Erd von hier -ie Hessische Tapferkeitsmedaille verliehen.

* Aus der Wetterau, 27. Sept. Die Grmnmelernte ist Deotbigt. Wenn auch ein Teil des Grummets ftrfolge der ungün­stigen Witterung an Güte eingebüßt hat, so ist doch der tveitausl Avößte Teil gut erngeevntet tvordcni. An Sonntagsruhe durfte der Ärndwirt allerdings nick)t denken: denn der Wettergott öffnete in der Regel von Mmtag bis Freitag seine Schleusen. Schließlich^ fernste selbst derjenige Landwirt, der die Sonntagsarbeft nicht J

Gcrschtssaal.

ö. Mainz, 27. Sept. Unter dem Vorsitz des Herrn Land- gerichtsral Eller begannen vorgestern die Schwurgerichtssitzungen für das dritte Quartal. Es sind nur zwei Fälle zur Aburteilung vorgesehen. Heute hatte sich der 46 jährige Apotheker Hch: Sand­mann aus Todenau, wohuhast in Riainz-Kafiel, ivegen Abtrei- oung zu verantworten. Der Angeklagte halte in Kastel ein Drogen- geschäft. Die Verhandlung fand unter Ausschluß der Oeffentlichkeit statt. Die Gesckpvorenen hejahten die Schuldfrage. Oberstaats­anwalt Dr. Stigell beantragte 4 Jahre Zuchthaus, der Verteidiger Dr. Neumann mildere Strafe. Das Gericht war der Ansickst, daß der Tod der Frau nicht auf den Eingriff des Angeklagten zurück­zuführen sei, seine Handlung sei aber eine ehrlose. Da der Ange- llagte über einen guten Leumund verfüge, könne aus eine geringere Strafe als die beantragte erkannt werden. Der Angeklagte wurde zu 2 Jahren Zuchthaus, abzüglich 4 Monaten Untersuchungshaft, J intö 5 Jahren Ehrverlust verurteilt.

Israelitische Religionsgemein-e.

Golresoieuft in der Synagoge (Süd-Anlage). Donnerstag, den 28. und Freitag, den 29. Sept. 1916: Neujahrsfest.

1. Tag. Vorabend: 7.00 Uhr. Predigt. Morgen»; 8.00 Uhr. Predigt: 9.15 Uhr. 2. Tag. Borabend. 7.00 Uhr. Morgens: 8.00 Uhr.

Samstag, den 30. September 191«.

Vorabend: 6.45 Uhr- Morgens: 8.30 Uhr. AbendS: 7.15 und 7.50 Uhr. NB. Während der Predigt ist de» Eintritt nicht gestattet.

Israelitische Religionsgesellschaft.

Donnerstag» den 28. und Freitag, den 29. Sept. 191«. Neujahrsfest.

1. Tag: Vorabend: 6.45. Predigt. Morgens: 6.55. Predigt. Nachmittag 4.90. 2. Tag: Vorabend: 7.50. Morgens: 6.55.

Sabbatfeier den 30. September 1916.

Vorabend: 6.30. Morgens: 8.30. Predigt. Nach­mittag : 4.00. Sabbatausgang: 7.50. Wocheugottesdieust Morgens 5.15, abends 5.3«'.

Meteorologische veobachtungen der Station Gietzen

Sept.

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Sonnenschein

26.

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KlarerHimmel

27.

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10,0

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Sonnenschein

Höchste Temperatur am 2b. bis 26. Sept. 1916: 4- 18.9° C. Niedrigste 25. 26. . 1916:+ 7,7 0 C.

Niederschlag 0,0 mm. _

Letzte Nachrichten.

Die bevorsteheude Kunzlerrede.

Berlin, 27. Sept. DerBerl. Lok.-Anz." schreibt: Der Kanzler wird aM Donnerstag im Reichstag bald nach Be­ginn der Sitzung das Wort zu einer längeren Rede ergreifen, um dem Hause in üblickwr Weise über die politische, wirtschaftliche urid nicht zuletzt über die milftärrsche^ Lage Mitteilungen zu machen. Insbesondere wird Herr von Bethmann Hollweg auch auf unseren neuen Feind Rumänien und dessen Eintteten in den Krieg auf gegnerischer Seite zu sprechen kommen, um die sich daraus erge­bende politisch-milftärische Situation des Näheren zu beleuchten. Wenn von einigen Seiten angenommen wird, daß es sich hierbei um einegroße Rede" im Sinne besonderer Enthüll uir gen handeln werde, so glauben wir demgegenüber darauf Hinweisen zu sollen, daß der Reichskanzler in seinen Ausführungen im großen und ganzen sich rm Nahrnen der letzten Kfiiegsrede im Reichstage halten wird. Das gllt insbesondere auch von der Fr jeden s - frage, die der Kanzler in seiner Rede nur streifen wird. Man nimmt aber an, daß auch die polnische Frage am Donners­tag den Reichstag beschäftigen wird.

Die Feinde weisen eine Friedensvermittlung von sich.

i. Köln, 27. Sept. TieKöln. Ztg." meldet aus Zürich: Aus dem 5)aag wird berickstet: Ter englische und ftanzösische Gesandte haben der Haager Regierung erklärt: jeder Versuch einer neutralen Friedens Perm ittelung im gegenwärtigen Zeitpunkt werde vom Vierverbande als unfreundlicher Akt be­trachtet. Eine ähnliche Erklärung soll allen neutralen Regierungen abgegeben worden sein. Tie Erklärung stellt ein Eingeständnis des deutschen Sieges dar.

Asquichs Befinden verschlimmert.

Kopenhagen, 27. Sept. Nach, einem Londoner Tele­gramm hat der Gesundheitszustarck» Asguiths in letzter Zeit viel zu wünschen übrig gelassen. Infolge des kürzlich erfolgten Verlustes seines ällesten Sohnes an der Front in Frankreich ver­schlimmerte sich das Befinden des Mirchterpräfidenten in den letzten Tage^r dermaßen, daß die 2lerzte ihm dringend rieten, für längere Zeit vom Amte zurückzutreten.

Griechischer Protest gegen die Zensur des Vierverbandrs.

Be rn, 27. Sept. Die griechische Regierung hat eine Zirku­lardepesche erlcfifen, in der sie darauf hinweist, daß sie infolge der ftanz-öfisch-englischen Zensur nicht mehr in der Lage sei. tue aus Athen ausgehenden Meldungen zu überprüfen und infolge­dessen jede Verantwortung für die Richtigkeit des Inhalts ab­lehnen müsse.

DieBremen" in Amerika.

DDP. Berlin. 27. Sept. Als Reiseziel hatte sich, so sagt das B. .T., dieBremen" wie leicht erklärlich, einen an­deren Hafen ausgesucht, als ihre Vorgängerin, Newlondon im Staate Connecticut, eine kleine, etwa 30 000 Einwohner zäh­lende Industriestadt am Longisland-Sund gegenüber der Oftspitze der Insel Longrsland, an deren westlichem Ende das von Newyork nur durch den Eastern River gettennte Brooklyn liegt. Oben an der Ostspitze der Insel liegt Montauk Point, von wo jetzt die erste Nachricht über das glückliche Eintreffen derBremen" gekommen ist. Von dort ist in einer Fahtt von* etwa 25 englischen Meilen cpler über den Zlusgang des Sundes Newlondon zu erreichen, das über einen vorzüglichen, sieben Meter tiefen Hafen verfügt. Wir sind überzeugt, daß dieBremen" von den amerikanischen Be­hörden und der Bevölkerung dort eine nicht :ninder gastfreundliche Aufnahme firrdet, als sie der Deutschland zuteil geworden ist, auch in dem Geiste des gemeinsamen handelspolitischen Jntereffes, das zu dieser 'Fahrt den Antrieb gegeben und dem auch der ameri­kanische Botschafter Gevard zur Zeit der Heimkehr derDeutsch­land" Ausdruck verliehen hat.

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