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erscheint tagüch, «Wer DsMrtadö. - iReü-age«: r>ier m at wöckren t l ich sreheoerFEMevbtüller; zweimal wöcden<l.Lreir- d lattfür den Lr«s Sietzen (Dienstag imdFrestaq): zweimal monat!. Lavd- ictlchafMche Ze tt fragen ^erastrr«- - Anschlüsse: stirbre Schritt! eilung 113 Vertag,GeichästsstelleLI Adresse kür Drahtnachrichten: LvreigerGtehen. Amuchme ww Anzeige« kür die Tagesnnnrrner bis -um Abend vorher.
Erstes Blatt
( 66 . Zahrgcmg
Zreilag. 22 . September IW
8otationr-r«ck s»d Verlag der vrühi'schen Univ.-Such- und Steindri-ckere! tt. Lange. Zchristleiiung. Seschästsstelle und Druckerei: Zchuistr
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monaiL 90 Pf., uicrtei- jäbrl. Mk. 2.65; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. SO Pf.: durch die Post Mk. 2.15 viertel- jährl. auSschl. Bsftellg. Zeilenpreis: lokaNSPf., auslv. 20 Pf. — Hauptschristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz: für Stadt und Land, Vermischtes und Gerichtssaal: Fr.R.Zenz; für ben Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Giessen.
Neue Mitzerfslge
deutscher See
<WTB) Grobes Hauplguartier. 21. Sept. (Amtlich.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Front des Generalseldmarschalls Kronprinz Rupprecht von Bayern.
Nördlich der Somme spielten sich bei Courcclette fortgesetzt Hmchgranatenkämpfe ab. Feindliche Teilangriffe wurden bei Flers, westlich von Lesboeufs und nördlich von Com- bles abgeschlagen. Südwestlich von Rancourt und in Boucha- vesnes von unseren Truppen im Angriff gewonnener Boden ging nach erbitterten Kämpfen wieder verloren. Südlich von Rancourt behaupten wir genommene Gräben.
Front- es Deutschen Kronprinzen.
Rechts der Maas wurden bei gesteigerter Artillerietätig keil feindliche Angriffe im Abschnitt Thiaumont-Fleury ab geschlagen.
Oestlicher Kriegsschauplatz.
Seeresfront des Generalseldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern.
Westlich von Luck setzte die russische Garde zusammen mit anderen starken Kräften die Angriffe gegen die Truppen des Generals v. d. Marwitz fort. Bei Kroytnica ist der Kampf noch nicht abgeschlossen, im übrigen ist auf der 20 Kilo^- meter breiten Front der oft wiederholte Ansturm vollkommen und unter abermals blutigsten Verlusten gescheitert.
Front des Gßnerals der Kavallerie Erzherzog Karl.
Der Kampf anderNajarowka wird erfolgreich fort gesetzt.
In den Karpathen hat auch gestern der Feind seine heftigen Angriffe wiederholt. Abgesehen von örtlichen Erfolgen in der Gegend des Pantyr-Passes und im Tatarca- Abschnitt (nordöstlich von Kirli Baba) ist er überall unter schweren Verlusten zurückgeschlagen. An der Baba Ludowa stürmte er siebenmal gegen unsere Stellung an. Jäger verschiedener deutscher Stämme unter der Führung des Generalmajors Boäsz haben hervorragenden Anteil an der siegreichen Abwehr. Die am 19. September in Feindeshand gefallene Kuppe Smotrec wurde im Sturm wieder genommen.
Kriegsschauplatz in Siebenbürgen.
m Die Grenzhöhen beiderseits des Vulkan- Passes sind von uns besetzt.
Balkan-Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalseldmarschalls von Mackensen.
tommn. ® BIW,f drr Dobrudscha ist zum Stehen ge- Mazedonische Front.
erfolgreichen bulgarischen Angriffen in der Ge-
‘S” P ”,1’ ’V a erlitten Sie Franzosen beträchtliche Der- !Ee. Vulgär,,che Kavallerie attakiertc und versprengte öst-
r« U ' "»eichende feindliche Infanterie. Es wurden e,, t c befangene gemacht und einige Maschinen- aewehre erbeutet. Am Kajmakcalan und an der Moalen^ Front sind mehrfache serbische Angriffe abgeschlagen. 8
größten Entscheidungen vorbereiten. 9bt der Westfront tonnen wir kleine, strategisch unwichtige Verkürzungen unserer minien vornehmen, wenn wir nur im Osten die über- legene Hand behalten, die dann vielleicht auch das erste Fmedensblatt pflücken darf. Frhr. v. Zedlitz und Reukirch, der bekannte freikonservative Führer,, stellt in der „Post" mmge Betrachtungen an, die sich darauf richten, wo wir die eaatcu eines siegreichen Friedens zu suchen haben werden. Er meint, England sei zwar der Hauptseiud, allein ec deutet, unseres Erachtens mit zutreffenden Gedanken, cm, daß die taktische Kriegführung Deutschlands sich davon nicht hypnotisieren lassen dürfe, sondern damit zu rechnen Hube, daß durch den Fall eines der britischen Bundesgenossen das große Ziel, auch den Hauptfeind zu treffen, vielleicht am ehesten ^u erreichen wäre. DaK bedingt nicht etwa, daß wir die U-Bootwasse nicht kräftig führen sollten, und Herr v. Zedlitz war wohl entfernt davon, den Tirpitzschen Standpunkt mit seinen Darlegungen anzngreifen; er wollte sich vermutlich nur gegen Einseitigkeiten in den Erwartungen und in der össentlichen StinunNngsmache wenden. Wir haben die Aussicht, aus der schweren Bahn im Osten zum Ziele zu kommen und sollten nichts unternehmen, was'diesen Gang der Tinge stören oder beeinträchtigen könnte. Herr v. Zedlitz schreibt:
. England die treibende und die führende Kraft in
dem Kvallftonskriege gegen Deutschland und seine Verbündeten und demzufolge unser Hau Pt feind ist, wird man jetzt ohne Gefahr ernitllchen Irrtums als Gemeingut der öffentlichen Mei- nung ansehen können. Aber es wäre verkehrt, sich von diesem Gesichtspunkte etwas hypnotisieren -u lassen, wie die Franzosen von der Ironie von Belsort. England ist wohl unser Hauptfeind, ater nicht der alleinige Feind, Ein Sieg über England würde ein Hy.rrhuvjreg bleiben, wenn wir uns nirf>t zugleich der anderen, 0 -emde negkwit erwehrten. Dies weitere Kriegs-iel gewinnt msoivert noch , an Bedeutung, als England nach' feiner GeflogenheN ferne Landschaften auch in diesem Kriege durch ferne festländische .Verbündeten schlagen läßt. Nicht mehr ganz so ausschließlich wie früher, aber doch . ~Jr r Hauptsache. Ter Sieg über diese bedeutet aber mittelbar euren Sieg über England und somit weiter eine wirksame -llerjtarkung der Wirkung- eines unmittelbaren Waffenerfolges !3PÄ cr ** Zuselrerche zur Erringung eines unseren Interessen xKÄ^bchenden Friedens. Ein so großer Sieg über einen der st'AEZÜheu Glieder des ursprünglichen Dreiverbandes, daß er tatiachtich ganz, lahmgelegt wäre, würde voraussichtlich die Schale
fpn?ir a3 V- Ud i gegenüber endgültig zu unseren Gunsten
unken. Ber der Verstärkung ^-rankreickB mit unserem Haupt- vornehmlich Rußland in Betracht. Taber wiw freilich wenigstens zurzeit der an sich naheliegendct G^nke emes Sonderfriedens mit Rußland ganz auszuscheiden p^en.An emen solchen ist vorerst ledenfalls nicht zu denken, und lebe Fühlungnahme nach dieser Richtung wäre nicht nur ver lorene Liebesmühe, sondern auch ein technischer Fehler. Rußland spielt den Trumpf eines Sonderfriedens selbst gern zm Linderung seiner Finanznöte zu rik Preßmrtterlungen renommiert midererseits der Prä-
“ ^Duma damit, daß ^ahlreLche deutsche Annäheruiigsver- no y ) eurer gegenüber dem Vizepräsidenten der Duma ^ 9 J at r unter ? eit Tilch gefallen seien. Das ist sicher der tapachlichen Unterlage entbehrende Pcnommage zu dem Zwecke, sich bei dem cnglilchen Goldonkel lieüs Kind zu machen. Lassen diese Tat- sachm erkennen, wie hoch man an Mßland den Wert ein schätzt, den!
I ein zlllönlll't’Ptt TT11 fl tT (,Ut vi /v l 1 ^ .c .
^rück Sonst scheiterten olle Anstürme an der Tapferkeit der
c in den Karpathen fechtenden Truppen der
verdienen die braven ungarischen Land- f.urmbatalllone des Obersten Papp besonders Erwähnung.
w ^iyarowka blieben alle Anstürme des FciN'
oev vergeblich.
Heeresfront des GcneralfeldmarsKalls Prinzen Leopold von Bayern.
Armee des Generalobersten von Tersztyansky und Zatuseu die verbündeten ivm von der Marwitz abermals unter
ff n " i!frtlrr Massen. Die Kampfesweisc t u } axc 'mmcr im skruppellosen Öinschlach-
ten der ur tiefen Kolonnen vorgetriebencn Angriststruppen in deren Miite sich ruich die Garde befindet. Nur östlich von tzt der Kampf noch nicht entschieden. Sonst wurde der Feind überall unter den schwersten Verlusten geworfen.
Italienischer Kriegsschauplatz.
Keine größeren Kämpfe.
Südöstlicher Kriegsschauplatz.
Bei unseren Truppen unverändert.
Der Stettoertreter des Chefs des Generalstabs v. Hofer, Feldmarschalleutnant.
Der erste Generalquarticrmeister Ludrndorff.
Es ist im höchsten Maße bedeutungsvoll und erfreulich »EÄ « dlngriffe der Russen wiederum aügewiesm r deutsche tarne der fifterreichisch>uuqa- heben die tollen Anstrengungen dieses Uuedes,ab-r. auch seine Mißerfolg- Hervorruf fen ersten Eunde in den Tagesberichten nicht all- d^r l at fl ^L 5U fe&r daran gewöhnt und
wird vielleicht sogar versucht sein diese Dinge langweilig seien und zu gar nichts ÄÄ 11 !"' Sl-Ht man aber etwas schärfer zu. so liegt Ä Sint i^ etg - Rußland hatte in der Reorgain- 'ISf S 1 ”° n Enudenburg und Mackensen geschlagenen * emf k hervorragende Leistung vollbracht Die ten un i benn uuchl in den letzten Mona-
rtffiSiJ ^^°rht. Aber jetzt zeigt sich's, daß die
end ausreichen, unsere strategisch glän
™ w r Sstgrenze umzuwerfen. Jeder Sriritt 9ene ariff der Russen ist ein
ter%uM t Mr teben - Ein .Kriegsrat in Pc-
auf dem !umönl^» %^ 1 lM e ^ mmen fei,t ' daß Rußland in Schauplatz keine weiteren Berstärkun-
Äftr tow ?Ek uud der Zar soll darum die Ep. Sto™Generaloffensive durch seine
aen und äWmm.»?' Karen Zeichen von Unbeha-
yen Be)org?lrsfen, dre wir nrit hofier Gewnotuo^no
LZiZZ LMZ
K? sür (±mldm> hat, so wird man andererseits
^Äla.nd Klughert nird Vorsicht erwarten müssen, paß es
wird^^D^ r b e <S E L a ^ V K e n , Weise gesichert haben L^ner Vertrag, dprch den frch die Verbündeten! JSW l^bc.n, nnr gemeinsam Frieden zu schließen, ist sicher Ui VI 9 C ©^erungämiltel für diesen Zweck. Die auto- Stellung des Zaren und die engen. Beziehungen des ^ħÄ. 0 s zu dem englischen Königshause lassen es als „erfechten, daß der Staatsvertrag durch eme entfpr^hende p e r i önl i ch e Verpflichtung des Zaren gegen-- über dem Komg von England sehp wirksam ergänzt und sicherer fundiert worden rst Zudem darf nicht verkannt werden, daß man ni Rußland sich trotz aller schweren Niederlagen noch ernstlich mit Siegeshvffnungen schmeichelt. '
. Frhr. v Zedlitz zählt sodann die feindlichen Schachzüqe Fl ai £ / blc ft ebenfalls zeigen, daß der Schwerpunkt des ganzen Krieges dort ruht und daß die betvährte deutsche Wachsamkeit rn d l e s e r Richtung nicht Nachlassen darf.
Der öfterreichifch-nngarifche Tagesbericht.
Wien, 21. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird ^verlautbart: 21. September 1916.
Oestlicher Kriegsschauplatz.
F r o n t g c g e n R u m ä n i e n.
Mt* SrajKlW I, ‘ löfl ‘ tt " r auch die Höhen beiderseits des Vul k« n -P a, s e s wieder besetzt. Bei Nagvszeben
Rrvo'swngeplünkek ^ «ebenbürgisthrn Front nur
Heeresfront des Generals der Kavallerie
Erzherzog Karl.
„ . 3” 2en W aldkarpathcn setzte der Feind seine An- gegenüie Armee ÜeS Generals Karl Frhrn. von Kirch- boch mit größter Zähigkeit fort. Bei Brcfza und östlich des Pantrcr-Passes dimckte er vorspringende Frontstücke etwas
Glänzende Erfolge deutscher Sreslngzenge in der Dobrudscha.
Berlin, 21. Sept. (WTB. Amtlich.) Deutsche See- f l u g z e u g t haben am 20. September früh zwei russische Flug-- zeugmutterschiffe- die unter Geleit eines Kreuzers und mehrerer Zerstörer Flugzeuge zum ?lngriff auf die bulgarische Mftx bei Warna heranbringen wollten, erfolgreich mit Bomben angegriffen Die ?feindlichen Seestreitkräfte wurderc zum schleunigen Rückzug gezwungen, verfolgt von unseren Seeflugzeugen. Diese griffen später feindliche Transpvrtdampfer in Constanza erfolgreich an und belegten Eisenbahnlinien der Nord-Dobrudscha nnt Bontben. Me Flugzeuge sind trotz stärkster Beschießung unbeschädigt zunickgekehrt.
Der bulgarische Bericht.
Sofia 20. September. (WTB.) Amtlicher Heeresbericht ^ Mazedonische Front: Die Kämpfe um Lerin (Fo- rrna) entivickeln nch zu unserem^ Vorteil. Durch starke Gegend Migrifte, an treuen Unsere Kavallerie teilnahm, warfen wir dm ll'eind zuruck und fugten ihm große Verluste ber. Die Ebene ist mit den Leichen des Feindes bedeckt. Wir nahmen einen Oftrzrer, U_ Reiter von einer russischen Brigade und 100 "'^!Uivom 17o. französischen Regiment gefangen imd erbeuteten zwei Maschmengewehre. Heftige Angriffe des Feindes gegen die Hohe bei Kaimakcalan scheiterten unter großen Verlusten für ihn. M o glenica-Tale ist die Lage unverändert. %- liameta tvoii »u Seiten und schwache Infanteriegefechte. Oestllch und westlich des Barbar Artilleriefeuer. Am Fuße der Beleftca Ruhe.
An der Strumafront schwache ArtilleriEgkeit. Rumänische Front: An der Donau beschoß unsere
Artillerie erfolgreich den Bahnhot Turn Severin. Die Schlacht an der Lime Maralui Ennk-ArabadsM-Kokardscha-Cobadrn-TuÄ!a oauerte gettern mit der größten Erbitterung von beiden Seitm fort -rer Feind hielt sich in einer stark befestigten Stellung An der Küste des Schtoarzen Meeres Ruhe.
Ein rumänischer Bericht.
B u k a r c st 20. Sept. (WTB.) Amtlich wird ein Erfolg der Rumänen in der Dobrudscha in der Gegend von Enigea 30 Kilometer südlich der Eisenbahn Konstantza—Ccrnavoda gemeldet. Die Wmpse dauern in dieser Gegend an. Die Anstrengungen der 9tnnmnen wenden sich hier im Einklang mit den von der Heeresleitung vorgesehenen Bewegungen gegen die Hauptmacht des Feindes.
Bukarest, A). Sept. An der Nord- und Nordtoestftont schwache Zusammenstöße. Westlich Strem stellten unsere Tnippen ihren Rückzug em und richteten sich vor P e t r o s e n y ein wo sie ftch versck>inzen.
Süd front: In der Dobrudscha lebhafte Känipfe auf der ganzen Front Die russisch-rumänischen Truppen schlugen alle llngrisse des Feindes ab und brachten ihm Verluste bei: sie unter- iiahmen mehrere Gegenangriffe. Feindliche Flugzeuge warfen Bmn- veN aus Konstantza ab ohne Schaden anzurichten und auf Pia- trud, wo ein Kind von sechs Monaten verletzt wurde.
Der Schutz der deutschen Interessen in Rumänien.
Berlin. 21. Sept. (WTB. Nichtcnntl.) Dhe ameri- ka n r sche n Vertretungen in Rnmän i e n haben den Schutz der deutschen Interessen in diesem Laiche über» nonmven.
Ein Kriegsrat in Petersburg.
Berlin, 21. Sept. (Priv.-Del.) Die „Voss. Ztg." meldet aus Budapest: Nach einer indirekten Meldirna Petersburg befaßte sich der letzte Kriegs rat in stzeterK. bürg, dem auch die Vertreter Englands. Frankreichs und Italiens beiwohnten, mit der durch die Mittelmächte in der Dobrudscha geschaffenen stt'ategisck)en Lage. Der Zar soll an die Vertreter der Miierten die Aufforderung qerÄhtet haben, dahin zu lvirken, daß durch gleichz eitigeOffen-


