Ausgabe 
19.9.1916 Erstes Blatt
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Zum rode des Prinzen Friedrich Wilhelm von Hoffen.

Eronberg \. T., 18. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) An­läßlich des Heldentodes des Prinzen Friedrich Wil­des m v o n H esse n sandte der König vonBnlgarien an die hoben Eltern folgendes Telegramm

Tieferschüttert von der- schrecklichen Kunde, di« ich eben erfahre läge ich Ebrer Hoheit und der Prinzessin nijein ttefftes Beileid Der Heldentod Ihres tavsereii Sohnes geht nrir sehr nahe, und sein! Andenken lvird bei mir und meiner Armee unvergeßlich bleiben.

Da- neue griechische Kabinett.

Berlin, 19. Sept. Das neue griechische Mini sterinm findet in Frankreich eine schlechte Presse. Laut Bert. Tagebl." telegraphiert der Vertreter desSecolo" in Athen, die venez-etistische Presse sehe einen baldigenKon- flikt des neuen Kabinetts mit derEntente vor Mittlerweile wirr den in allen griechischen TeLographen- änrtorn französische Zensoren eingesetzt.

Zwischen dem früheren Sekretär des Königs Konstantin, der wegen der Haltung des Königs seiner: Rücktritt erklärt hatte, und dem ehemaligen Minister des Aenßern Streit sott in den nächsten Tagen ein Duell stattsinden.

Bern, 18. Sept. (WTB. Nichtcmrttich.) $irr Zusammen setzuna des neuen griechischen Ministeriums schreibtCorriere detta Sera", beachtenswert sei der voll ständige Mangel eines politischen Charak ters des Kabinetts und der Ausschluß irgend, welchen Sch ild h alters. Das Mnisterium sei einzig zur Erledigung der lcnrfenden Geschäfte besttrnmt. Die fSnx tentemächte würden nunmehr von Griechenland nichts toeiter verlangen als Neutralität.

Die Pläne der Revolutionäre in Saloniki.

Bern, 18. Sept. (WTB. Nichtamtlich.)Seeolo" meldet aus Saloniki: Nach der Militärrevolte, die wenig Arcklang gesunder: hat, und nach dem unerwarteten Rücktritt von Zaimis uwllen die revolutionären Kreise in Saloniki die Lage dadurch klären, datz sie ganz Griechisch-Mazedonien lntb die alt-griechischen Inseln von Griechenland ttennen und unter eine provisorische Re­gierung von Benizelos stellen. Es sei jedoch schwierig, zu sagen, rvievicl Wahrscheinlichkeit für die Verwirklichung dieses Planes des Nationalen Berteidigungskomitees in Saloncki bestehe, dessen be. schränkte Tätigkeit unter allgemeiner Teilnahmslosigkeit erfolge. Der politische Wechsel in Saloniki werde von den Alliierten und dm Ereignissen in Athen abhängen.

Ein Tagesbefehl des deutschen Kronprinzen.

Berlin, 18. Sept- (23. T. B. Nichtamtlich.) Der Kron- vrrnz hat am 7. September nachstehenden Armee-Tages­befehl erlassm:

Se. Majestät der Kaiser hat mir heute das Eichenlaub zum Orden Pour le msrite verliehen. Die Anerkennung, die m dieser hohen Auszeichnung liegt, gilt nicht nur mir, son­dern vor allem meiner braven Armee. Sie ist der Dank Seiner Majestät für das, was die Armee in den Kämpfen vor Verdun geleistet hat. Heute, da der Feldzug noch nicht zum Abschluß ge­bracht rst, läßt sich die Bedeutung dieser Schlachten, dw seit dem. 21. Februar fast ohne Umerbrechung tobten, und ihr Einfluß aus dm Gang des grotzm Krieges, dm Deutschland um seine Errstenz zu führm gezwungm ist, noch nicht annähernd überiehen. Fest steht nur das Eine, daß selten in der .Kriegs­geschichte von einer Armee unter den schwierigsten Verhältnissen! so Gewaltiges verlangt und geleistet wurde, an kühnem Wagemut im Angriff und an todesmutiger Widerstandskraft beim Fest- balten des Erreichten.

Kameraden! Der großen Aufgabe, die uns gestellt war, habt Ihr Euch gewachsm gezeigt. Meines unauslöschlichen Dankes seid Ihr alle-eit gewiß.

Der Oberbefehlshaber.

Wilhelm, Kronprinz des Deutschen Reiches und von Preußm.

Angriff britischer Flugzeuge.

London, 18. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlichswird inttgeteitt: Britische Flugzeuge urtternahmen am 17.. September wieder einen erfolgreichen Angriff auf das Fliegerlager St. Denis-Westron. Eine Maschine wurde zum Landen auf holländischem Gebiete gezwungen. Der Flieger wurde interniert.

Ein Sohn des englischen Ministerpräsidenten gefallen.

London, 18. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reutepchm Burrxms. Leutnant Raymond Asquith von den: Gatdegrenadieren, der älteste Sohn des Premierministers, ist am 15. September gefallen.

Die Ernte in England.

London, 16. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Das Ackerbanamt hat einen Be­richt veröffentlicht, daß die Ernte im allgemeinen gut stehe. Es herrsche aber Mangel an Arbeits­kräften. In den meisten Teilen des Landes Helsen Frauen und Soldaten den Bauern bei der Einbringung.

Der Austausch der Zivilgefangeuen.

Derlin IT SelN. (W. B5 DieNordd. Mg. Ztg." schreibt: D:e brittsche Regierung hatte der deutschen Regierung rm vergangenen Juni den Vorschlag übermitteln lässen, die in Rüh­rten rwernierten mglischen Zivil gefangen ein gögjen eines gleiche Anzahl der in England zurückgehaltenm deutschen Zivil­gefangenen freizu lassen. Dieser Vorschlag war nach ein­gehender Prüfung dahin beantwottet worden, daß die deutsche Regierung ihm an sich nicht ablehnend gegenüberstehe. Die Durch­führung könne aber nicht in der Weise erfolgen, daß die Maß­nahme von der Freilassung einer entsprechenden Anzahl deutscher Jnternietter in England abhängig gemacht werde, da em solcher Austausch schon wegm der Fvage der Auswahl' der zu berücksichtigenden deutschen Internierten auf nicht zu über­windende Schwierig?eitm stoßen würde; die Anregung ließe sich Melmehr nur in der Weise verfolgen, daß beiderseits sämtliche Internierte auf freien Fuß gesetzt würden und die Erlaub­nis zur Abreise erhielten.

Die britische Regierung hat den deutschm Vorschlag abgelehnt und alsdann einen neuen Vorschlag gemacht, wonach beiderseits alle männlichen Zivilgefangenen über 45 Jahre gegenseitig frei-, gelassen werden sollen.

Die deutsche Regierung hat demgegenüber nochmals die Frei­lassung und Heimbeiörderung aller beiderseits internierten Zivil­personen angeregt, und zwar mit der Maßgabe, daß diese Per­sonen nach ihrer Rückkehr nicht in die Streitmacht eingestellt werden dürfen. Für den Fall, daß die brittsche Regierung einer Verständigung auf bitefer Grundlage nicht zusttmmen sollte hat ße sich ferner grundsätzlich bereft erklärt, aus den englischen« Vorschlag einzugehen, alle im britischen Reiche mit Einschluß der britischen KolMun und Besitzungen internierten Deutschen sowie alle m Deuttchland internietten englischen über 45 Jahre alten Zwilpesangenen freizulassen.

Die Antwort der englischen Regierung hierauf steht noch aus Drei in der Prefte erschienenen Nachrichten, daß bereits ein Ab­kommen in denk angegebenen Sinne zustande gekommen sei, find o Q f)cr venruht, es ist aber zu hoffen, daß es aus diesem Wege gelingen wird, wenn nicht für alle, so doch für einen beträjcht- 92 * l1 oer beiderseitigen Zivilinternierten die Freiheit und Rückkehr in ihre Heimat zu ermöglichen.

Eine Drohung desDemps" gegen die Neutralen.

Bern, 18. Sept. 'WTB. Nichtamttich.-Teinps" richtet in ^^Eisä-en Lage folgende Warnung an die

Das Beispiel Griechenlands ist zu typisch, um den ^ceut raten nicht die Gefahr zu zeigen, der sie sich auAsetzen, und die aus dem Zwang der Sachlage folgt. Nicht >die Alliierten sind es, die das griechische llngWck Vevfchuldet haben, sondern jene Griechen, die ihrem Lande eine widernatürliche Politik auftwingen wollten.

Anschließend fvagtTemps", ob eS auch in Schweden solche gefährliche Blinde gebe. Schwedens Antwort auf die Note der Alliierten bestürzte mit ihrem bitter-süßen Ton ein wenig. Man könne jedoch nicht einse'hen, daß Schweden die Entente habe be­leidigen wollen. Uimssowottgjer könne es die Absicht haben, seine guten Beziehungen zu den übrigen nordischen Staaten am Vor­abend der Zusammenkunft von Kristiania zu stören. Man dürfe deshalb anmehmen, daß die Unstimmigkeit zwischen Schweden und den Alliierten seitens des Stockholmer Kabinetts bald beigelegt sein werde.

Die Beratungen der Nordstaaten.

Berlin, 19. Sept. Die heute in Kristiania beginnende skandinavische Minifterberatnng dürfte etwa fünf Tage dauern. Wie die ,Bvfs. Zeitung"' berichtet, würde die Kon­ferenz wahrscheinlich einen von der Fordgruppe ausgehenden Vor­schlag, eine neutrale Konferenz in Stockholm abzuhalten, zur Kennt­nis nehmen, ohne daztu Stelharg zju nehmen.

Der türkische Bericht.

Konstantinopel, 18. Sept. (WTB.) Amtlicher Bericht fcmn' 17. September:

KaNkasnsfrvnt: Ährf dem rechten Flügel war ein

türkischer Ueberfml mit Erfolg gckkönt. Auf dem linken Flügü drängten wir feindliche EickundungsabteiÜrngen unter Verlusten für sie zurück.

Front gegen Aegypten: 'Zehn Bomben, welche zwei feindliche Flieger, begünstigt vom Mondschein, auf El Arisch abwarfen, richteten keinen Schaden an. Eine feindliche Reiterab­teilung, die östlich S-retz vorzudringen versuchte, wurde- rückgeschlagen.

Kein Ereignis von Bedeutung an den übrigen Fronten.

Der Bizegxneralissimus.

Der Feldzug gegen Aegypten.

London, 18. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlicher eng­lischer Bericht ans Aegypten:

Am 6. September verließ eine .Kolonne Bir el Abd, um west­lich von El Arisch aufzullären. Sie griff 65 Meilen vom Kanal die feindlichen Stellungen von Bir el Mezer an, drang an mehreren Stellen in die Schützengräben! ein und verursachte beträchtliche Verluste. Unsere Flieger sich­teten mehrere Abteilungen, unter denen sich deutsche Offiziere be­fanden, die mit großer Geschwindigkeit nach El Arisch führen, und feuerten auf sie. Wir machten einige Gefangene. Unsere Verluste sind gering.

Der Seekrieg.

Berlin, 18. Sept. (WTB. Amtlich.) Deutsche See- flugzcuge belegten am 17. September mittags vor der flandrischen Küste stehende feindlicheSeestrcitkräfte ausgiebig mit Bomben. Auf einem Flugzeug-Mutterschiff wurde einwandfrei ein Treffer beobachtet. Ein feindlicher Flieger wurde durch Abwehrfeuer verdrängt und zur Lan­dung auf holländischem Gebiete gezwungen.

Der Chef des Admiralstabs der Marine. Die Tauchbootcrfolge.

B e r 1 1 n, 48. Sept. (WTB.) Außer den in der Veröffent­lichung vorn 16. September bekanntgegebenen feindlichen und neutralen Handelss chisfen versenkten unsere Tauch- b o ote im englischen Kanal vom 3. bis 13. September wei­tere zwanzig feindliche und neutrale Han­delsschiffe von insgesamt 36 000 Brntto-Registertonnen, letztere, weil sie Bamrware nach feindlichen Ländern führten und ihre Einbringung unmöglich war. Fm ganzen sind dem­nach vom 3. bis 13. September durch unsere Tauchboote im englischen Kanal und im Atlanttschen Ozean 53 Schiffe von insgesamt 74 088 Brntto-Registertonnen vernichtet worden.

Am bm Reiche.

Der Verkehr mit Zucker.

Berlin, 15. Sept. lWTB. AmtlichI Der Verkehr mit Zuk- ker im Betriebsjahr 1916/17 ist durch eine Verordnung des Bundcs- rats vom 14. Septeniber 1916 geregelt. 9&U ist der Grundsatz, daß Zuckerrüben nicht verfüttert werden dürfen. Ausnahmen können nur in Einzelfällen aus zwingenden Gründen zugelassen werden. In der Regel sind Zuckerrüben auf Zucker zu verarbeiten. Der Reichskanzler bestimmt, in welchem Umfange sie ausnahmsweise zu anderen Zwecken, zu Rübensaft, Kaffee-Ersatzmitteln usw. zu verwenden sind. Die Verwendung der Zuckerrüben zur Bren­nerei bleibt wie bisher streng beschränkt. Der Rvhzuckerpreis wurde zusammen mit dem Rübenpreise bekanntlich schon durch die Ver­ordnung des Bundosvats vom 3. Februar 1916 erhöht und beträgt 15 Mark gegenüber bisher 12 Mark für je einen Zentner. Es ist damit erreicht worden, daß der Rübenbau, der im Jahre 1914/15 auf 1915/16 um nahezu ein Drittel zurückgegangen war, trotz der 'teigenden Schwierigkeiten mcht weiter msunken ist. Eine Roh­zucker-Preiserhöhung von 3 Mark würde an sich ein« Berbrauchszucker-Preiserhöhung in derselben Höhe mit sich bringen, da aus zehn Teilen Rohzucker neun Teile Verbrauchszucker gewon­nen werden und sohin der 2Zerlust der Umwandlung um 33 Pfennig teigt. Ferner sind die Unkosten und die Verluste bei der Verarbei­tung gegenüber den Friedens Verhältnissen, aber auch gegenüber dem vorigen Jahre, erheblich gestiegen. Es mußte hiernach auch die Rnffinationsspanne leider erhöht werden, um eine rechtzeitige Raf- inierung zu sichern. Der Gedanke, die Raffinerien in denl öffentlichen Betrieb zu übernehmen, wurde bei der Beratung über die Raffineriekosten gründlich erwogen. Dieser Wieg wurde nicht betreten, weil hierdurch eine Verbilligung kaum eingetreten sein würde, die sachgemäße rechtzeitige Herstellung der Produkte aber ernstlich in Frage gestellt mordim wäre. Die Spanne ist so be­messen, daß auch unter minder günsttgen Betriebsverhältnissen ar­beitende Raffinerien dabei den Betrieb misrecht erhalten können. Auf der so sich ergebenden Grundlage eines Grundpreises von 26 Mark wird der Ve r b rau chs z u ck er-Prei s für die einzelnen «Zerbrauchszucker-^Fabriken wie bisher gebildet. Der Preis ist im Gegensatz zu dem vorigen Jahr für die ganze Wirtschaftspettode gleichmäßig festgesetzt. Zu den 26 Mark kommen, wie im vottgen Jahr, Die Frachtzuschläge. Da diese F r>ach t z u schlage aber bisher zu den gesetzlich nicht beabsichttgten Gewinnen der Ber- branchszucker-Fabriken führten, werden sie für 1916/17 nur ckls Vorschüsse gewährt und, soweit die notlvendigen Aufwendungen der Liedereien darunter bleiben, für die öffentliche Ansgleick^sstelle ein­gezogen. Damit ijt zu hohen Frachtgewinnen vorgebengt. Die Ein­nahmen der Ausgleichsstelle werden mit dazu verwendet, die an sich durch die Erhöhung der Rübenpreise bedingte Preiserhöhung des Zuckers für den allgemeinen Bedarf der bürgerlichen Be- volkerung zu vermeiden. Ein Ziel der Regelung ist es, für den Bedarf der Bevölkerung, wie er auf die Kommnnalverbände umge­legt und von der Bevölkerung auf Zuckerkatten entnommen wird, die alte Preisgrnndlage beizubehalten, so daß der Uebergang m* neue Wirtschaftsjahr für den allgemeinen Gebrauch keine Er­höhung des Preises bringen soll. Soiveit die Mittel der Ausgleichskasse hierzu nicht ansreichen, wird der Preis für den zur industriellen Verarbeitung und ftir das Heer bestimmten Zucker fo wett erhöht werden, daß ein Ausgleich hergestellt ivird

Die Bemessung des Hau s h al t s z u ck e r s wird im weseut- lia>en dieselbe bleiben wie bisher. Die Zuckerrübenanbaufläche ist zwar geltiegen^ während wir aber vom Fahre,13X4/15 in das Jahr

1915/16 noch mit erheblichen Beständen Übertritten, können aus dem Jahre 1915/16 nennenswerte Vorräte nicht in das neue Wirtschafts­jahr übernommen werden. Fm Gegenteil waren infolge des zu großen Verbrauches im letzten Winter die Bestände schon im Früh- plhr so knapp, daß der allerdringendste Bedarf int Sommer unb Derbst nur durch äußerste Inanspruchnahme aller alten Bestände einigermaßen gedeckt werden konnte. Wir müssen daher ausschließ­lich ntü der Zuckerernte 1916 aus kommen. Gemieffen an dem Anbau der letzten Frwdensjahre, verbleibt ein erheblicher Anbaurückgang. Unterrichtete K^ise nehmen nach dem gegenwärttgen Stande an. daßauf eine Ernte von rund 1 700 000 Tommn Rohzucker ge-

einem Ertrag von 2 424 000 Ton- 000 Tonnen 1914/15 und nach noch nicht ab- geschloffEr Zahlung von etwa 1512 000 Tonnen in 1915/16. ^^^^hrerttag gegem'iber den: Vorjahre steht nicht nur die ^ttßiche gegenüber, daß aus dem Fähre 1915/16 in das Jahr Errate übernommen werden, sondern der ^ch außerordentlich gestiegen, besonders für Marmelade, Kunsthonig usw. Auch die

l 916 ^ 17 ^rd d-sh-w ernster Sparsamkeit und bon der ^>orge geleitet sein müssen daß

Zwecken der Volksernährung zu- gr^kommt^der fttt: Haushaltszwecke aus den Kopf und Monat zu erst festgestellt werden, wenn sich dir Ernte ^ 2S^acf für VervesNoecke genau übersehen lassen. Im übri-

stelluu g vo n Aufftrich- hnt w ^ Dabei wird Sorge gettagen teer*

^ Einmachzucker bässer in die allgemeine Nahrungs- L^Eung embezogen wird. S ü ß st o f f wird nach wir bo^ ^ ^ fflr das Güveäbe in so großen Mengen be-

werden, als es die dazu verfügbaren Rohstoffe ttgeudwie

Festsetzung der Preffe für die beschlagnahmten Aepfel und

Pflaunren.

^,^rlin. 18. Sept. (WTB. Amtlich.) Die Preise der aut

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T?« mcIwaßA^Süchstpreis

mewi nur geringe Aepselernte und durch die stark aesteiäentv.

wohlhabenderen Bevölkerung hervovgerufen worden ^!urch ^Eetze wäre bei der Küappheit an Ware ohi'ie eine Bescklaa- nähme die Versorgung der ärmeren Bevölku^g mi^MärmechL wvtt>en. Die Verwendung im Haüshall zum Frisch verbrauch,^, zum Einkochen und zur Herstellung von Most

Aus Stuvt und Lund.

Gießen, 19. September 1916 .

Butterknappheit.

^ landwirtschaftlichen Kreisen: Niemand iaun bestvntcn, daß^gegemvartta ernte äußerst empfindliche heit an Butter in ^tadt und Land besteht Für uns handelt es sich da.num, dre Ursachen dieser Erscheinung womöglich auftusuckren und dir Frage zu beantworten, ob wohl in absehbarer 8eft eme Besserung zu erwarten sei. Mit der Knapphett an Butter steht ^.^angel an tterischen und pflanzlichen Fetten überhaupt in dem Aufhören überseeischer Zufuhr ver- bas Palmfti, das Produckt der Wkospattne vom übrigen Oelfrüchve bezogen wir aus dem des Rapses und seiner Verwandten wurde ^ Ießtert Jahrzehnten mehr und mehr ver­nachlässigt und sank auf ein Minimum herab. RWöl war im immer noch ru haben; aber jetzt scheinen auch seine dlerbt iwch das tterische Fett. >Auch Riiwsfett und Schwernefett wurde seither in immer geringerem -Naße. aus leicht erfaßbaren Gnlnden. erzeugt. Der letzte Rettungs- fft jgt dre Butter Ihr wandterr berufene und^

ül}b Kenner der land- wrrtschiMrchen Verhältnisse m Oberhessen muß ich behaupten.

es gelungen ist und gegenwärttg noch immer gelingt, die Buttererzeugung zu steigern.

- ^ ä^land an Milchvieh ist unstreitig erhöht worden, be- gunsttgt durch die außergewöhnlich gute Futterernte. Die Milch. er-Qtgung steigette sich. Aber ein großer Teil der Milchproduckte mußte m diesem Jahr der landwirtschaftlichen Bevölkerung selbst verbleiben, um den Mängel an Fleischnahrung ber der doppelt ^ml^maßen auszugleichen. In dem Nachlassen der schwären FeLarbett und in einer besseren Fleischversorgung durfte hier schon der Anfang zu einer Besserung liegen. Die jüngsten Maßnahmen der Behörden zwecks Kontrolle der Milcherzeugung ttagen sicher das Ihrige dazu bei. Butter sollte nun allerdings m der Haupffache zum Brotaufstrich genommen lverden- aber leider ersetzt sre bei manchen Leuten das Fett überhaupt Leider gibt cs Leute bei uns immer rwch, die glauben, sich nichts abziehen öF. brauchen. Und da sonst Fett und Oel fehlt, so wird mit Butter geschmalzt selbst Kortoffelpfaniieckucheii in Butter gebacken,- Hoffentlich gelingt es, durch immer schärfere Kontrolle, auch diese hoffentlich seltenen Auswüchse zu besettigen.

Ju diesem^ Sommer sind nun in verstärktem Maße Oel- f r ü <11 c, wie Raps Und Sonnenblumen, angebaut wordeir. Wenn auch das daraus gewonnene Oel noch nicht jeden Mangel beseittgt so vermag es ihn doch zu mildern. Ich glaube. Kattosfelpfonne^ kuchen schmecken mrt Rüböl doch besser als mit Butter. Lhuh sollen m manchen deutschen Wäldern die Bucheckern ganz außerordentlich geraten sein. Die Schulkinder werden in dem Einsammeln derselben wie rn so vielem, ihre Schuldigkeit tun.

Endlich müßte noch der Mästung und damit der Fett­erzeugung der Schweine und des Rindviehs eine erhöhte Auf- Märksamkeit zugeivandt lverden. Den Tierhaltern nrüssen zu diesem Zwecke mehr krästtgere und reichlichere Futtermittel zur Verftigung gestelll werden. Das bisherig Verfahren der Zumessung von Kraftfuttermitteln, wie Kleie, ist zu umständlich und zu teuer Konnte die iogenanute Nachfrucht nicht dem Bauer gleich belassen bleiben zu Futterimgszwecken? Viel Unkosten würden dadurch er- 'wrb Andererseits dürfte aber auch von der Landwittschaft in der Gejaintheit zu erwarten sein, daß sie der Fetterzeugmig. schon ans vaterländischen Gründen, ein erhöhtes Augenmerk zuwenden wenn auch, der Gettünll nicht so prozentual daber in die Augen springt, als beim direkten Verkauf der Produkte vom Acker der Fall ist. Umwandlung der pflanzlichen Stoffe in tterische soll gegenwärtig allerdings nicht so hohen Gewinn erzeugen als reiner Landbau und soll vereinzelt zu bedeutender Reduzierung des Vieh- standes bedauerlicherweise geführt l>abcn. Vielleicht ließe gerade für arößere Betriebe eine Norm finden, nach welcher für eine bestimmte Astzahl von Hektaren eine bestinnnte Mindest-Anzahl von Rindvieh und Schweinen zu halten umren.

Eine verstärkte Feit- und Oelerzeugung brftrgt auf dem Butter- markt unfehlbar eine Erleichterung. An gar vielen Stellen lassen sich da die Hebel zur Besserung ansetzen. Wenn es nur überall ge- -fchieht und feder mrthklft bezw. mithelfen muß. so kann auch hier Besserung geschaffen werden. Sicher wird aber die Vutter- k n a p p h e i t n^ch t z u u e h m e n. Die bisherige Schonung des Nmdvieh- iind ^chweinebeitandes, die Verarbeitung der in diesem Jahre vermehrt gewonnenen Oelsrüchte wird bald auf dein Fett- nlG }" .. V 1 Erscheinung treten pnd anch für den Butterverbrauch wohltätige Wirkungen zeitigen.