tetlinwKit zur Niederbrcnnwrg der bulgarrscher: Dörfer: die Dörfer Erskioci. Aitvmrovo, Srebarna, Dschumaja Mahale/ Tatar Attnadw und andere in der Umgegend von Tutr.ttan und Dilistria Ifranmi nockr Eine bei onnfafat geschlagene Abteilung, die fluchtartig auf Siiistria zurückging. schickte am 7 . Septencher abettbö eine ganyc üämpagnie nrit zlvei Offizieren in das Dorf Srebarna, wcktche dort die ganze männliche .Bevölkerung fvftnehmen. und in der Nacht u ni bringen ließe n. Die Plätze und Straßen des Dorfes liegen-voll von Leichen unschuldiger, aufs unmenschlichste verunstalteter Opfer. Eine Anzahl Kinder desselben' Dorfes wurden in den Häusern ein geschlossen und verbrannt, die übrigen Kinder und Franeir nach Siliftria geschleppt. Am 8. Sep- ckenrber' morgens wurden die Männer aus dem Dorfe Alifal an das Donau Ufer .geführt, unbarmherzig niedergenmcht und die . Leichen irr den Fluß geworfen. Alle Eimvohner der Dörfer Kali petvowo. Aitemir, Karaomur und Rabuk wnrden ausnahmslos auf das jenseitige Donaumfer.abgeführt, >vo sie nach Aussagen der Bevölkerung diesseits der Stadt Kalarsch nahe am Flußufer fest- «gehalten werden, um den feigen Feind gegen das bulgarische Feuer zu decken."
Makedonische Front: Am 10. September fand südlich des Q st r o v a - S e e s ein Infanteriegesecht gegen ein am Tage zuvor geschlagenes Zuavenregiment statt. In der Gegend von Moglenica inibismMardartale von beiden Seiten Geschützfeuer. Im Strumatale versuchten feindliche Abteilungen, den Fluß bei den Dörfern Newolen und Kardikiolcj zu überschreiten, aber, durch unsere Truppew angegriffen, wurden sie unter schweren Verlusten zurückgeworfen. An der Mürrdmtg der Struma versuchten mehrere englische Kompagnien von der Artillerie von den auf den: rechten Flußufer geschützten Kriegsschiffen unterstützt, gegen Osten vorzugehen, wurden aber vrtz: dem Feuer unserer Truppen empfangen, angegriffen und in ihre Ausgangsstellung zurückgeworfen. Zwei feindliche Batallione, die sich anschickten, diesen Vorstoß zu unterstützen, wurden durch unser Geschützfeuer zerstreut. Die feindliche Flotte kreuzt in gewohnter Weise längs der Küste des Aegäischen Meeres vor Kawalla und Elentheva im Golf von Orsano. gez.: Minister Radoslawow.
Kundgebungen in Sofia.
Sofia, 13. Sept. ^WTB. Nichtamtlich.) Verspätet ernge- troffen. Anläßlich der Siege in der Tobrndscha fanden Straßen umzüge der Schuljugend statt. Vor den Gesandtschaften der Verbündeten und vor den Ministerien wurden Huldigungen dargebracht. Ministerpräsident Radoslawow hielt eine Ansprache, in der er erwähnte, daß die rumänische Soldateska tu 4>er Doorudscha Schulkinder in den Sckmlen eingesperrt und leBertb verbrairnt habe, sowie deren Mütter und Schwestern vergewaltigte und mißhandelte. Aus entrüstete Ruse nach Vergeltung erwiderte der Ministerpräsident, die tapfere bulgarische Armee werde alte Schandtaten rächen.
Der türkische Bericht.
Ko n st ant in o p cl, 12. Sevt. (WTB.) Amtlicher türkischer Bericht. Ander Front von Fellahie lvarfen wir am 11. September mir Erfolg Bomben auf ein feindliches Lager, in de!M Brände hervorgcrufen wurden.
'K? a u k a s u s f r o n t: Auf dem linken Flügel schlugen wir einen Angriff des Feindes ab. Im Abschnitt von Oghnott wurden zweL feindliche Angriffe am 10. September und in der Nacht vorher, die durch Arttllcrieseuer vorbereitet wurden, durch unsere! Gegenangriffe zurückgewiesen. Die feindlichen Truppen, die sich in verschiedenen Gruppen unseren Stellungen zu nähern versuchten, wurden durch unser Geschützfeuer zerstreut und erlitten anßeror^ dentliche Verluste. Unter der Beute, die wir dem Feinde in dem Gefecht im Abschnitt von Kighi am 9. September abnahmen, ist eine große Menge Munition und Werheuge, deren Anzahl! noch nicht festgestellt worden ist. Die Anzahl der gefangen genommenen Offiziere ^und Soldaten nimmt noch zu. Aus dein! linken Flügel sielen Scharmützel zu unseren Gunsten aus. Wir machten Gefangene und erbeuteten Waffen und Ausrüstungsgegenstände.
An den anderen Fronten kein Geschehnis von Bedeutung. Nach ergänzenden Nachrichten l)aben Misere Truppen an der galizchchen Front ani 7. September durch Gegenangriffs, mit Bajonett bis zum Abend alle Angriffe starker russischer Truppen abgeschlagen. Die Verluste des Feindes werden aus £^0 0 0 Mann geschätzt Bei Zusammenstößen im Ncchkampf wurden drei Offiziere und über 300 Mann gefangen genommen und ein Maschinengewehr dem Feinde abgerwmmen
Der stellvertretende Oberbefehlshaber.
Ein feindlicher Zerstörer zum Sinken gebracht.
Berlin, 13. Sept. (WTB. Amtlich.) Am 11. September .griffen den tsche Seeflugzeuge vor Constanza und südlich bav»n russische Seestreitkväfte an. Auf einem Linienschiff, «einem U^Bvot imb einigen Zerstörern wurden einwandfrei Treffer b eo ba chte t. Sämtliche Ftt:gze::ge kehrten unbeschädigt zurück.
.Am 12. September abends unternahmen mehrere unserer See- flugzeuggeschwaber imRigaischenMeerbusen einen Angriff vuf feindliche Seestrettkräfte. Es wurden mehrere einwandfreie Treffer erzielt, ein feindlicher Zerstörer zum sofortigen Sinken gebracht. Trotz heftiger Beschießung sind alle Mugzeuge unversehrt zurückgekehrt.
Auszeichnung des Generalleutnants v. Stein.
Berlin, 13. Sevt. (WTB.) Wie der „Reichsanzeiger" nreldet, ist dem Generalleutnant v. Stein, Führer eines Meservekorps, der Orden Pour le Me rite verliehen 'worden.
Graf TiSza über die Vorgeschichte der italienischen und rumänischen Kriegserklärung.
Budapest, 13. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Abgeordnetenhaus. Gras Tisza erwiderte auf die Aüssühcungen Andraff'vs und sagte, er bedaueve, den Lttrtrag aus Einberufung .der Delegationen ablehnen zu müssen. Er würde lebhaft wünschen, daß die Delegationen zusammen treten, und daß in Oesterreich die Wahl der Delegierten erfolgen könne. Allein die %mac, ob man in Oesterreich die Delegationen wähle oder nicht, sei Sache der Erwägung der dortigen Faktoren, und es wäre ein gefährlicher Vorgang, sich in die inneren Angelegenheiten Oester
reichs zu milchen.
Der Ministerpräsident erörterte sodann die Kritik, »velche Graf Andrassv an der auswärtigen Politik geübt hatte und widerlegt- namentlich die Beschuldignngen Andrassys, daß der Krieg mit Italien hätte vermiede-.: werden können, wenn der Minister 'des Aeußeren Burian nicht Mißtrauen in den Ernst seiner An- ^erbietmigeu erweckt hätte, da er größere Zugeständnisse immer .in dem Zeitpunkte angeboten habe, da die Kriegslage sich ungünstiger gestaltet hätte. Tisza verlas eine Reihe von Berichten und Noten, welche drese BelMuplung widerlegen, und sagte.
Am 4.unb 5. Mai 1915, nach dem Siege von Gorlice, haben wir eine Grenzberichtigung am I sonzo angeboten. Ferner haben wir die Erfüllung gewisser italienischer Wünsche inbezug auf Triest angeboten und erklärt, daß wir uns bezüglich Alba- uiens desinteressieren. Diese sehr bedeutenden Zugeständnisse »wurden drei Tage nach dem Siege bei Gorlice gemacht. Sodann erfolgte ein wichtigerer Schritt am 10. Mai. An diesem Tage hat -nämlich unser Botschafter positive Kenntnis davon erl-alten, daß IBaron Sonnino weder dem König, noch seüren Ministerkollegen unsere Anerbietungen getreulich mitgeteilt hat. Infolgedessen ent- ffck^oß er nck dem Lchrittq. daß er vereint mit dem deutschen« lÄoffchaftin die Zugeständnisse zu Papier brachte, sie noch ergänzte rund cm* . irrte Dieses von beiden Botschaftern unterschriebene ^Schriftstück ,ourde an die entsprechenden Stellen geschickt. Dieser «Schritt war vorwiegend die Ursache, man muß es wenigstens an- Kctynai, daß »mnmehr Meinungsverschiedenl/ei ten im Schoße der iLtalienischen Regierw»g «rtsuurden. Es folgte hu rauf die Kandida
tur eines solchen Staatsmannes, vyu dem wir annehmen mußten, daß er ein für Italien so glänzendes Anerbieten nicht zurückweisen würde, und für den die Mehrheit der italienischen Kammer demonstrativ Stellung nahm Wir machterr sodann noch euren weiteren Schritt, indem ein Vertragsentwurf angefertigt und unser römischer Botsck-after bevollmacknigt wurde, diesen Enttvurs der italienischen Regierung zu überreichen. Dieser Entwurf ist in nicht un- tveseittlichen Einzelheiten noch um etwas inerter gegangen, als die bisherigen Anerbietungen. Er wurde am 17. Mai dem Minister des Aeußern des neuernannten Kabinetts Salandra übergeben, welcher darauf nicht antwortete. Am 23. Mai, dem Tage der Kriegserklärung, wurde .nur soviel gesagt, daß dieses Anerbieten verspätet sei. Dies ist die trockene Darlegung der Tatsachen.
Tisza fuhr fort: Ich frage nun, ob diese Tatsachen die Beschuldigung rechtfertigen, daß wir unter dem Eindrücke der Bestürzung, in einem Zeitpunkte, wo wir militärisch schlecht standen, die Anerbietungen erhöhten, während wir in zünftigen Momenten keine Nachgiebigkeit zeigten. Ich glaube sagen zu könnest, daß der Minister des Aeußern durchaus nicht die Beschuldigung verdient, Anerbietungen im schlechten Augenblick gestellt -zu haben, und ebenso wenig die Anklage, daß der ehrliche Sonnino fein rechtes 'Vertrauen zu unserem tückischen Minister des Aeußern fassen konnte. (Mlgemeine lebhafte Zustimmung.) Tisza ging dam: zur Besprechung der LHriegserklärüng! Rumäniens über und sagte: Unsere auswärtige Vertretung hat uns pflichtgemäß auf die Gefahr seitens Rumäniens aufmerksam gemacht. Auch hat unser Gesandter pünktlich vom Grade der Bereitschaft der rumänischen Armee berichtet. Wir wußten und, wie die Folge zeigt, waren wir gut imtcrrichtet, daß die rumänische Armee noch nicht bereit sei. Aus diesem Bericht hin glaubten wir zu entnehmen, daß der Angriff reicht so früh erfolgen würde. Wir glaubten, daß Rumänien sich sein eigenes Interesse besser vor Angen Hallen werde. In dieser Annahme täuscht^ wir uns. Dieser Irrtum hatte für uns schädliche und traurigje Folgen, aber i«ch»äveiß nicht, öb diese Folgen, welche aus dem verfrühten Angriff entstehen werden, für Rumänien nicht viel schwerer sein werben.
Tisza schloß: Ich bedauere, daß das Bündnis mit Rumänien sich nicht bewährt hat. Fch bedauere, daß jene gesunde politische Ueberlieferung, lvelche einen geschichtlichlv-i Berus R^imäniens darin erblickte, daß es sich der Mächtegruppe anschloß, die sich der Weltherrschaft Rußlands entgegen stellt, daß diese Ueberlieferung wenigstens derzeit gebrocheir wurde, urrd daß vorübergehende Strömungen Rumänien gegen sein eigenes Lebensinteresse zum Kriege gegen uns verleitet haben. Aber ich glaube, daß die Entschädig^mg, welche uns das Bündnis mit Bulgarien bietet, rrnter allen Umständen den rumänischeir Verlust vollkommen wcttmacht. (Lebhafte Zusttmmung.)
Aeußerungeir des Barons Burian.
Budapest. 13. Sept. (WTB. Nichtanttlich.) „Budapefn Hri- lap" veröffejntticht eine Unterredung mit dem Minister des Aeußern, Barorr Burian. Der Mmister sagte unter mrderenr:
Ich würde dcr Erste sein, der die Einberufung der Delegationen auf das Wärinste begrüßen würde, denn dann! mürbe mein erzwungenes Stillschweigen ein Ende haben, und ich könnte meinen Anklägern Auge in Auge gegenüberstehen.
Alts die Frage, ob man vielleicht nur den Preis vön Opserrc die feindliche Gesinnung Rumäniens hätte entwaffiren können, sagte der Minister:
Wenn Graf Andrassy schon die Anerbietungen, die wir Italien, also einer Großmacht, gemacht haben, als demütigend b^eichnet, um wieviel dcnrüttgender wäre es gQvesen, wenn wir das Wohlwollen des kleinen Rumänien nnt territorialen Konzessionen hätten erkaufen müssen. Auch wäre die wahrscheinlick>e Folge gewesen, daß der perfide kleine Nachbar mit immer größerer Begehrlichkeit anj uns herangetreten wäre.
Der Minister sagie dann bezüglich der .Krittk, die Andrassy an den Verhandlungen mit Italien geübt hat: Andrassy hat eine Auswahl aus diplomatischen Noten vorgelesen und diese so gruppiert, wie es ihm beliebte, ohne andere Stücke zu berücksichttgen. Ich versick-ere, daß ich andere Stücke auswählen könnte, ans denen hervorgehen würde, daß Sonnino teinesnwgs dieser vonvurrsffeie wackere 97dann ist, als den ihn Andrassy hinzustellen geneigt ist.
Ueber den Friedens sckluß sagte der Minister:
Melnn die Möglichkeit eines ehrerrvollen Friedens sich cr- gebsn hätte, so hätten >pi.r unb Deutschland die Gelegenheit mit Frendon ergriffen. Was besonders den rumänischm Einfall be- trifsr, so scheint das Hineindrängen des n.nvorberetteten Rumä- niercs in den Krieg nicht so sehr die Stärke, als vielmehr die Schwäck^ der Entente zu beweisen. Wenn die Entente wirklich so stark wäre, wie sie zu verkündigen liebt, so l-atte sie es weder nöttg', einen solchen Druck auf Rumänien auszuüben, noch so bedentmde! materielle Opfer zu bringen, um die Hilfe der kleinen Arnwe Rumäniens zu erkaufen. Ich mU nacht prophezeien, aber ich wage zu Vagen, daß ich Rumänien gegenüber einen sicheren und schnellen Erfolg erhoffe. Nach dem Zusancnrenbruch Rumänimls und nach dem geringen Erfolg der jetzigen gemeinsamen Offensive dürfte die EHrjente dann doch cinfehen, daß weiteres Mutvergießen ganz zwecklos ist.
Schlieffttng der englischen Häfen für neutrale Schiffe.
Haag, 13. Sept. (zf.) Der Hafenmieister von Rotterdam hat Bericht erhalten, daß feit gestern nacht 12 Uhr alle englischen Häfen für neutrale Schiffahrt geschlossen sttrd. Tie „Batavier Nr. 6", die gestern von Rotterdam abgehen sollte, ist deshalb in Rotterdam' zurückgeblieben. Ter gesamte Postoerkehr zwischen Blissingen und Rotterdam ist bis aus weiteres eingestellt, worderr.
Rotterdam, 13. Sept. (WTB.) Die Ursache für die Schließung der englischen Häfen ist nicht bekannt. Man glaubt, daß es sich um eine vorübergehende Maßregel handele, die auf Truppentransporte oder auf Bewegungen der englischen Flotte zurückzuführen ist. Ter Postdampfer „Koninginge Regunbes" der Zeeland-Äesellschaft ist infolgedessen heute nicht nach Ecgland ausgesahvQi.
Haag, 13. Scpt. (WTB. Nichtamtlich.) Der Gerieralpost- dirükbor teilt rnit, daß der Po st verkehr nach und über Eigland bis aus weiteres eingestellt ist. Die Nack-richt, daß alle eng- lisck-en Häfen für aitkommende tmd abfallende neutvale Schiffe vorläufig gesperrt sind, wird amtlich bestätigt. Nach einer Mitteilung der britischen Gesandtschaft tiu Haag ist die Maßregel in der dtacht vom 12. auf den 13. September lmt 12 Uhr Mitternacht in Kraft getreten.
Neger als Hafenarbeiter in Frankreich.
Pretoria, 13. Sept. (WTB.) Meldung des Reuter- schen Bureaus. General Botha kündigte an, daß auf Wunsch der Londoner Regierung fünfBatailloneNe- ger, insgesamt 10000 Mann, für .Hafenarbeiten nach Frankreich gehen sollen.
Die franzöfifchcn Finanzen.
London, 13. Sept. <WTB^ Die „Times" veröffentlicht ein Interview ihres Pariser Korrespondenten mit dem ftan- zö fischen Finanzminister Ri bot. Dieser erklärte, die französische Regierung sei entschlossen, die Einkommensteuer einzufüy- ren, denn dadurch würde ein großer' Teil der Verbindlichkeiten Frankreichs gedeckt, aber eme übertrieben schnelle Einführung würde das Land beunnchigen. Der Väinister sagte tveiter, dir Muk von Frankreich besäße eine Goldreserve von über 100 Millionen Pfund Sterling. Frankreich sei daher in der Lage, Cmglmrd einen beträchtlichen Goldbetrag zu versprechen. Dasselbe taten Rußlarü) und Italien ihrer Fälligkeit errtspreck-end. Tie fvanzösische Regierung stellte dieses Gold dem englischen Schatzamt als Anleihe zur Berftlgurrg. Das Schatzamt roerde Frankreich in London einen .Kredit in englischem Golde eröffnen. Ribot erklärte ferner, daß die französische Regierung anfangs Oktober eine zweiteKriegsanleihe culsgeben toerde. Die Subskriptionen müssen in barem Geldc, Schatzwechseln oder kurzfristtgen Schatzscheinen geschehen.
Der Leeüleg.
Kristiania, 12'. Sept. (WTB.) Das norwegische Vize- konsnlat in Falinouth teilt mit, das; die norwegischen Dampfer „Fredevore" aus .Haugesund, „Fn r u" ans Bergen und „Polynesia" aus Larvit im Kanal von einem dent- schen Unterseeboot versenkt wurden. Die Besatzwngerr sind größtenteils gerettet.
' Die russische 8ommeroMnsive
II. Aus den Kämpfen um Baranow itsch i.
Zweiter Abschnitt.
Aus dem Großen .Hauptquartier wird uns geschrieben:
Der Russe traf Vorbereitungen zum zweiten großm Angriff und gruppierte seine. Kräfte um. Bald wurden seine Absichten erkennbar: zwei starke Stoßgruppen sollen über Skrobowa unsere Verbündeten und über Linie Darowo—Labusy die schlesische Landwehr durchbrechen mit dem allgemeinen Angriffsziel Baranowttschi. General Lesch, der Oberkommandierende der 3. Armee, erwartet bestimmt, daß besonders die ausgeruhten Truppen des IX. unfr des XXV. A. KI.'s die blutige Scharte des Greuadierkorps auswetzen und die Oesterreicher über den Hausen rennen werden. Außer dem aufgesüllten Grenadic c kor PS verfügt die russische Führung noch über das XXXV., X„ III. kaukasische!, III. sibirische Korps, die 81. Infanteriedivision und die 11. sibirische Schützendivision. Mit lhestigem Feuer gegen die Gräben nördlich des Kol- dytschewo-Sees und gegen den ''Abschnitt des Landwehrkorps wird am 2. 7. icm 4 Uhr vormittags der- zweite große Angriff aus Ba- ranowitschi ein geleitet.
Um 8 Uhr vorniittags liegen diese Stellungen unter Trommelfeuer. Gegen die Front Saoßje—Kirrtschewo hageln sogar Geschosse von 28Ztm.-Kal. Zahlreiche Brückenstege l>at der Feind während der Nacht über Schtschara und Serwetsch geschlagen: auch gegen die an den rechten Flügel des Landlvehrkorps anschließenden Stellungen ist ein überfallartiger Angriff über den dorttgen Fluß- abschnttt vorbereitet.
In der Morgendämmerung des 3. .Juli beginnt der Hauptangriff gegen die Fvorrt des Landwehrkorps und die österreichischen Stellungen nördlich des Koldytsck)ewo-Sees. Die Tage vom 3. bis 9. Juli bilden eine Kampfwoche von unerhörter L)eftigkeit in heißem und bluttgem Ringen der zweiten Schlacht von Ba- ranowitschi.
Angriffe des Grenadier korps und der 81. Divffiow brechen im ruhigen Feuer der aus ihren zerschossenen Gräbeir stehenden schlesischen Landwehr blutig zusamMeri. Schnelle und rücksichtslos geführte Gegenangriffe werfen den hier und Port durch die zeri stöjrtün Hindernisse ein gedrungenen Gegner lffn ans. In einem solchen Gegenstoß bei Darowo nehmen die schlesischen Landwehrleute 9 Lfffzieve und 700 Mann gefangen. Am folgenden Tage werden drei in starker Tresenglic^derrrng angesetzte Angriffe bereits im Sperrfeuer abgewiesen.
Weiter nördlich war es dem Angreifer gelungen, bei Skrobowa und Kartschewo in die durch das Trommelfeuer schverster Kaliber eingeebneten Stellungen unserer Verbündeten zu stoßen. Deutschs flieserven entrissen in kühnem Gegenstoß dem Angreifer die Stellungen bei Kartschewo und machten hierbei 1600 Gefangenes Ein Gegenangriff auf dem linken Flügel bei Skrobowa blieb ohnf Erfolg.
Der 5. Juli brachte erneute starke und dichte Massenangrisse auf der Front zwischen Labusy und Zirm. Wieder schlägt die Landwehr, schlagen tapfere Pvsener icnd Brandenburger alle Sturmangriffe ab. Nur bei Darowo bricht der Gegner erneut ffn und wird nochmals hinausgeworfen. Deutsche Reserven haben in- zwischen die österreichischen Verbände verstärkt und weisen .im gemeinsamen jlamps die gegen Mittag mit erneuter Wut ein- setzenden Angriffe zurück.
Die folqend^l. Tage zeigen, ein dauerndes An- und Llbschwekken erbitterter .Kampfhandlungen der zweiten Schlacht von Bcrronowit- schi. (Vorübergehende örtliche Erfolge >verden dem Gegner durch frischen Gegenstoß und blutigeir Handgrvnatenkamps sogleich entrissen. 9tnr in den zerschossenen Gräben bei Skrobowa vermag sich der Russe zu halterc.
Einen Höhepunkt der Kärrrpse Leigt der ^ Juli Um 3 Uhr vormittags greift eine sibirische SchützeN-Dvision bei Darowo überfallartig an. Die dreimaligen, ohne besondere Arttllerievor- bereitung vor getriebenen Angriffe brechen zusammen. Das während der ^Angriffe auf unsere Stelliulngen abgegebene Feuer mit etwa 7400 Schuß, darunter 2000 schwerer Kaliber, erzielt 3 Verwundete.
Gleichzeitig stürmt die 2. Grenadierdivision in dichten Angriffswellen iviederholt nördlich Darowo. Von 2 Uhr vormittags^ cä' zeffplittern zahlreiche tiefgegliederte Angriffe znnscheri Wygoda und Zirin gegen unsere seit zwei Tagen lurter heftigstem Arttllerie- sener in zerschossenen Gräben, hinter zerstörteic Hindermssen stehenden Truppen. In die zurückslutenidm Massen des Angreifers feuert unsere ArtÜleric. Grcmeul>ast räumt das Feiuer .einer 21-Zenttmeter-Mörserbatterie auf unter den fliehenden Angriffswellen. Tie 11. sibirische Schützendivffion läßt etwa 70 Prozent ihres Bestandes im Angriffsfelde liegen.
Am 0. Jrcki flamen die Kämpfe ab. Die zweite Schlacht von Baranowitschi neigt sich dem Ende W. Geringer: Gelände gewinn bei Skrobowa als einzigen Erfolg bezahlte der nrtt mehr als doppelter Ueb ermackst an greifende Feind mit unermeßlichen Verlusten. Die schlesische Londivelff, Poserrer und Brandenburger halten mit den Verbündeten die Schtschara- und Serwetsch-Stellungen und Baranowitschi.
Am 14. Juli wurde ein Gegenangriff auf die von den Russen gehaltenen Gräben bei Skrobowa angesetzt. Bon 6 Uhr nachmittags ali arbeiten -sich brandenbnrgffche Reserve-Regiwenter in schwerenr .Kampf heran. Dem linken Flügel gelingt es, in die früher öfter- reichisck>en Stellungen einzubrechen und sich dort festzusetzen. Dabei werden 11 Offiziere, 1500 Ruffen gefangen und 13 ^Raschinekr- gewehre erbeutet.
Die starken Verluste in der zweiten Schlacht bei Baranowitschi ztomigen den Airgreiser in den kommenden Tagen zur Ruhe, zur Aufff'illnng seiner znlaanmen-gesckwsseiren Divisionen und zur Neu- grnppierung seiner Kräfte. Die dlrmee-Abteilung Woyrsch benutzte diese Ruhepause zum Ausbau der Stellungen und zur Anlage starker Riegelstellungen in Erwartung des erneuten Angriffs.
Am 25. Juli entbrennt der Kamps aufs neue. Wieder versucht der Russe den Durchbruch an jener schmälen Stelle, die ihm den bescheidenen Erfolg am 3. Juli gebrach hatte. Ein Artilleriesener von unerhörter Hefttgkeit hämmert gegen die in den frühere:: Kämpfen stark mitgenvnrmenen Stelffmgen. Das riffsischc XXXV. Korps mit 55. und 67. Division, sowie die 52. Division des III. kaukasischen Korps stoßen auf einer Front von nur 3 Kilo meter Breite vor. Erscheinend sicher ihres Erfolges, stürmen sie in dicksten, tiefgegliederten Wellen herm:. Alle Verschwendung aber cm Eise::- und Menschenmassen bleibt nnrkungslos gegenüber der Zähigkeit der Brandenburger: — sie batten — und sei es in dem Erdloch, das die feindliche Granate riß. Artillerie, .Handgranate und Bajonett verrichten fürcksterlicki-e Arbeit und in beu späteren A bendstunden bedeckten Tausende von russischen Leichen das Angrifssfeld, von dem der Feind auch nicht einen Fuß breit gewann.
Ter schtveren Anstrmrgung folgte btinr Feinde am 26. Jul: die Ruhe der Erschlafffmg. 9ttrr südlich Baranowitschi griff er in den Abendstunden nach kurzer heftiger Arttllerievorbereilnng eine Landwehrdivision an. Das Feuer vvu 17 russischen Batterien ergoß sich über diesen schn:alen Mschnitt. Die hier -um Stoß angesetztei: sibirischen Truppen wurden nach kurzem aber hartem Kämpf unter sckstmwste:: Verlusten abgewiesen.
Ter amtliche russische Bericht am 26. Jluli belmuptet zwar: „In Gegend des Flusses Schtschara wurde der Feü:d imter scbr großen Verlusten Mrückgedrängt. Wft macbtei: 63 Offiziere und 4000 Mann zu Gefangenen und erbeuteten 5 Geschütze, 6 Bi aschin en- gewehre, 12 Kastei: Munition und ai:dercs Kriegsmaterial." Dieser amtliche Bericht ist Wort für Wort unwahr!
Mit einer auch dein: Feinde anzuerkennendeu Tapferkeit und Hartnäckigkeit wurde, am 27. Juli am Skroboloabtich noä-umls ein


