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tS fet lm^iitrchciib, das; der herabgestürzte Zeppelin von einem Flieger 'oder von Abwehrkanonen getroffen worden sei. Ein Motor sei explodiert, wodurch sich ein Gasbehälter entzündet habe.
Zeppeline für den trairSaltarrtischen Dienst?
London, 11. Se pt. .(WTB.) „Daily News", Meldet aus- Chicago vom 7. September: Morris Epstein, Teilhaber einer 'großen hiesigen Fleischsirma, der aus Berlin znrückgekehrt ist, teilt mit, er habe in Deutschland zwei mächtige Zeppeline gesehen, die „Deutschland" und „Amerika" hießen und für dm, transatlantischen D i e n st bestinrnrt seien. Die Luftschiffe hätten eine Tragfähigkeit von 60 Tonnen. Sie seren sehr schnell und dazu bestimmt, einen Postdienst zwischen Deutschland und New Nork eiuzurichten.
Holländische Verteidigungsmaßnahmen.
.Haag, 11. Sept. (WTB.) Das Correspondenz-Bureau erfährt: In der Zweiten Kammer wurde ein Gesetze nt- wu r s eingebracht, um die Zuidersee trocken legen zu lassen. Gleichzeitig sollen Maßnahmen getroffen werden, um u e u e B e f e st i g u n g e u, die im Interesse der Landesverteidigung im Falle der Trockenlegung notwendig würden, auszuführen. Die Derteidigungsmaßregeln werden in einem besonderen Gesetz be- lwndelt, das erledigt sein nruß, ehe mit den Eindämmungs- und Trvckenlegnngsarbeiten begonnen wird. Das Jahr, in dem mit der Trockenlegung des südöstlichen und nordöstlichen Teiles ange- saugei: wer dm soll, wird gesetzlich festgelegt. Die Kosten werden! auf 110 Millionen Grüben geschätzt, wobei die Anlage der Befestigungen nicht einbegriffen fft. Die Arbeiten werden 15 Jahre beanspruchen.
Der englische Handel mit Holland.
London, 10. Sevt. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird bekanntgemacht, daß künftig und bis ans weitere Bekanntmachung keine Erleichterung für die Einfuhr von Zwieback, Borsten, Eiern, Eigelb, Eiweiß, Fischtran. Obst, Nüssen, Nußkernen, Klebstoffen (Gummih Haaren, Honig, Dochten. Pech, konservierteil und' eingemachten Waren, Schwefel, Spirituosen, Spezereien, Stärke, Gummireifen, Balata-Gummr, pulverisierten Talkum, Holzteer, Pftanzenfaserm und Hefe nach Holland gewährleistet werden soll.
Die Internierung deutscher Gefangener in der Schweiz.
Berlin, 11. Sept. (WTB. Amtlich.) Generalmajor Friedrich, Departements-Direktor im preußischen Kriegsministerium, hat sich im Aufträge des stellvertretenden Kriegsministers imd im Einvernehmen mit dem Auswärtigen Amt in der vergangenen Woche nach der Schweiz begeben, um u. a. mit den Schweizer Behörden verschiedene Fragen betreffend die Internierung der deutschen Kriegs- und Zivilgefangenen zu bespreche::' und einige Jnternie- rungsorte zu besuchen. Erfreulicherweise konnte festgestellt werden, daß Unterkunft, Verpflegung usw. der Internierten in jeder Beziehung zufriedenstellend sind und die Schweizer Behörden in dankenswerter Weise für das Wohlergehen der Internierten Sorge tragen. Aych die Verhandlungen über die wichtige Frage der Beschäftigung arbeitsfähiger Kriegsgefangener und andere Angelegenheiten ergaben eine volle Einigung. Die Angehörigen der in der Schweiz internierten Deutschen können versichert sein, daß für ihre Lieben in jeder Beziehung gesorgt ist, und daß sie körperlich und geistig erholt nach Abschluß des Krieges in die Heimat zurückkehren werden.
Das schweizerische Finanzprogramm.
Bern, 11. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Der Bundesrat hat ein Finanzprogramm ausgestellt, das folgende Resorm- maßnahrnen vorsieht: 1. Tabakmonopol, 2. Biersteuer, 3. Stempelabgaben auf Wechsel und Wertpapiere (Aktien,'Obligationen, Geiruß scheine und dergleichen), 4. Besteuerung von alkoholischen imd destillierten Getränken, die noch nicht dem Alkoholmonopol unterworfen sind, 5. Revision der Militärpfticht-Ersatzsteuer zwecks Erhöhung des Ertrages, 6. neue.Kriegsfteuer mit teilweiser Aende- rung der Grundlage;: der ersten: Kriegssteider. Dieses Finauzpro- gramm wird von einer Kommission von Vertrauensmännern aus Vertretern aller Volksschichten beraten werde::.
Amsterdam, 11. Sept. (WTB. . Nach vorliegenden Meldungen hatte der n o.r tv e g i s ch e Dainpser „Lindborg", der von ettrem deutschen Tauchboote versenkt wurde, ein. Ladung Speck, Margarine und Obst.
Eine Rede der Königs von Bayern.
Nürnberg, 11. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Heute vormittag wurde in Gegenwart von König Ludwig das n e u e I u st i z g e b ä u O e mit einer schlechten, dem Ernst der Zeit entsprechenden Feier eingeweiht. Bei der 'Feier im Juftizgebäuderichtete Justizminister vonTheleman n eine Ansprache an den König, der darauf u. a. folgendes erwiderte :
Prunkende Feiern können wir in der schweren ernsten Zeit nicht vornehmen, aber mft vollsten Ernst und vollsten: Stolz können ivir auf dieses Werk blicken. Ist es doch ein erhebendes Gefühl, daß, während wir in einein Kanrpf stehen, wie er noch nicht in der Well vorgekommen ist, wir^ ein WW des Friedens ausführen konnten, ein Werk, dem ja dieser Palast dienei: soll. Wir danken deiri Voll in Waffen — denn das ist ja das deutsche Heer —, daß es möglich ist, in dieser schweren Zell ein solches Wjeckk zju vollende;:. Mm wünschen alle.^daß eine nickst zu ferne Zeit uns den 'Frieden bringt, eine;: Frieden, der ehrenvoll und ruhmreich sellr wird, der uns ans Jahrzehnte hinaus davor sichern wird, daß wir nicht mehr von der ganzen Welt überfallen iverdeu.
Am Schlüsse der Ansprache verteilte der König Ordensauszeichnungen und überreichte dem Oberbürgermeister 5000 Mark zur Beschaffung von Lebensmitteln für die mindev- bemittelte Bevölkerung.
- Nachmittags 5 Uhr fand im Alten Rathaussaal die Begrüßung des Königs durch zahlreiche Vertreter der Industrie, Wissenschaft, von Handel, Beamtentum und Geistlichkeit statt, wozu die Stadt eingeladen hatte. Dabei wies der König in einer Erwiderung auf die Ansprache des Oberbürgermeisters darauf hin, dahier in der schweren Kriegszeit nun schon zum drittenmal nach Nürnberg gekommen sei. Wie lange der Krieg noch dauern wird, fuhr der König fort, w i s s e n w i r n i ch t. Aber etwas anderes wissen wir? gewiß, daß wir keinen Frieden schließen, der uns erniedrigt, sonh dern n u r e i n en F r ie de n, der uns eine bessereStel- lun g gibt, als wir sie bis jetzt hatten. Es gibt ivenige Fctz- milien, die nicht dem Kriege schon schwere Opfer an Gut und Blut bringen mußten. Alle, die draußen vor uns geblutet haben, sollen nicht glauben, daß die Zuhansegebliebenen verzagt sind. Schon lange ehe der Krieg ausgebrochen ist, sagte ich wiederholt: Wir können unserem Kaiser nicht genug danken, daß er den Frieden solange bewahrt hat. Trotz der Friedensliebe des Kaisers stehen wir mitten im schwersten. Krieg. Wir werden ihn bestehen dank der Standhaftigkeit und Ausdauer unserer tapferen Truppen.
Aus dem Kelchs.
Die Kriegsgefangenenpoft.
Berlin, 11. Sept. (WTB.) Ter Kriegsgefangenen- Po st verkehr, der von der Reichspost, also mit Ausschluß von Bayern und Württeurberg, vermittels wird, umfaßt nach einer neuerdings angestetlten Zählung monatlich fast 7 Millionen im Reichspostgebiet aufgeliefette und über 10 Millionen ifii Reicks- postgebiet Angegangene, insgesamt also rnird 17 Millionen Postsendungen. Davon entfallen auf kriegs- imb zivilgefangene Rnssen 6,5 Millionen, auf Franzosen und Belgier 9,1 Millionen und ans weiße und farbige Engländer 1.4 Millionen.
Die Verlustliste für Deutsch-Ost- und Deutsch-Südweftasrika.
Berlin, 11. September. (WTB. Amtlich.) Die neueste Verlustliste der Schiutztrupve für Du:tsck>-Ostaft:ka und Deutsch-Süd- westafrika erscheint in der am 12. September zur Veröffentlichung gelangenden preußischen Verlustliste NuUttner 631. Zur Verlustliste der Käfferlickien Sckmtztruppen Nummer 23 wird nockynals ausdrücklich bemerkt, daß an zuständiger Stelle weitere Angaben, als in den Liste;: angegeben, nicht gemacht werden können. Es wird daher gebeten. von etwaigen Anfragen Abstand zu nehmen. In dem nächsten Deutschen Kolonialblatt werden diese Verlustlisten gleichsalls veröffentl icht.
Der Seekrieg.
Urach 'Württemberg), 10. Sept. In Gegenwart des Königspaares sowie von Berttetern des würltembergisck>en Staats Ministeriums, sämtlichen Württemberg: schen Handelskammern, von kauf- männisch-lack^rischeu Vereinen usw. wurde der Grundstein zu dem neunten Erholungsheim (dem ersten in Wütttemberg) der Teulicheu Gesellschaft für Kaufmanns-Erholungsheime (Wiesbaden) nahe der Stadt auf fteier Höhe mit einer schlichten, der ernsten Zeit angepaßten Feier gelegt.
Berlin, 12. Sept. Süddeutschen Blättern zufolge soll ein neues Kriegsinvalid engesetz vorbereitet ;veödQ:, in welchem! bis zu dnem gewissen Grade den Arbeitgebern die gesetz- l i ch e P f l ich t z n r E i n st el l u n g v o n Kr i e g s i n v a l : d e n auferlegt würde. Wie das „Berliner Tageblattt" hierzu erfährt, befinde sich die Llngelegenhell noch im Stadium der allerersten Vorbesprechungen. Es sei noch nicht abztrsahen, ob uill> wie sich der Gedanke zu einer Gesetzesvorlage verdichte:: werde.
Der Untergang des „Leonardo da Vinci".
Bern, 11. Sept. (WTB.) Die heutige italienische Presse enthält die amtliche Bestätigung der Mitte - August durch Meldungen französischer Blätter bekannt gewordenen Katastrophe des italienischen Uebe^dread- noughts Leonardo da Vinci", worurch dessen Untergang amt 2 .Mngüst abends erfolgt ist. Das verspätete amtliche Zugeständnis erweckte in der italienischen Presse große:: Unmut. „Secolo" meint, einen derartigen Beweis des Mißtrauens könne das italienische Volk sich nicht gefallen lassen. Allgemein werde vermutet, daß das Schiff einem Anschlag zum Opfer gefallen sei. Der „Corriere della Sera" entschuldigt das verspätete amtliche Eingeständnis mit der Notwendigkeit der vorhergehenden strenger: Untersuchung über die Ursachen der Katastrophe.
Bern, 11. Sept. (WTB.) Ueber den Untergang des Großkampfschiffes ,/Leonardo da Vinci" meldet „Corriere della Sera" aus Tarent, daß am 2. August iabends 11.10 Uhr Stadt :rnd Möer plötzlich von ungeheuren Feuergarben erhellt wurden. Sofort hörte man zahlreiche Explosionen, die die Häuser erzittern machten und die Fenster eindrückten. Vom User sah man ein b r e n - nendes Schiff, von dem fortwährend neue Teile unter starkem Giatöse in die Luft flogen. Dtzr Brand brach vermutlich durch Selbstentzündung von Naphta in einem! Behälter in der Nähe des Heckturms aus. Alle Löschversuche waren vergebens. Der Kommandant ließ deshalb die Schottentüren öffnen und die Munitionskammern überfluten, worauf das Feuer nachließ. Das Schiff legte sich aus Pie rechte Seite und ging rurd) 40 lWnuten unter. Dev 'rste und zweite Konrmandant fanden den Tod.
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Berlin, 11 .Sept. (WTB.) Am 10. September Morgens ist in der Nordsee das holländische Motorschiff „Zee- m e u w" mit Bannware auf der Fahrt von Rotterdam nach London, aufgebracht worden.
Berlin, 12. Sept. Dem „Bett. Tagebl." zufolge wurden! in den setzten zwei Wollten 15 grvßeitalienischeDaMpfer mll Kohlen und Getreide versenkt, ebenso ein Dampfer mll amerikanischer Munition.
London, 11. Sept. (WDB. Nichtamtlich.) Lloyds meldet, Haß der britisct>e Dampfer „Lexie" (3778 Tonnen) gesunken ist.
London, 11. Sept. (WTB.' Nach einer Lloydsmeldung ist der britische Dampfer „Torridge" (5036 Tonnen) yvtm Sinke n g e bracht worden.
Amsterdam, .11. Sept. (WTB.) Der norwegische Dampfer „L i nbbor g", von Rotterdam nach London be- heute am 6 Uhr ftüh 15 Minuten nordwestlich des Maas-Leullitschifses von einem deutschen Tauchboot v e r, e k t worden Die Besatzrmg wurde in ihren Booten von dem Unterseeboot zu den: Feuerschiff geschleppt und in tzoel van Holland gelandet.
Aur Stabt unS Land.
Gießen, 12. September 1916. Gegen die Jammerbriefe.
Der greise Gcncvalsupcrintendent D. Dry ander hat uacf) seiner Rückkehr von der Front im vollbesetzten Berliner Dom gepredigt. Dabei teilte er mll, daß immer noch Klagebriefe an unsere Soldaten aus der Hemmt komme::, die ihnen das Herz schwer mackmr. Mit Recht fragte D. Dryander, was denn all' unsere Entbehrungen zu bedeuten hätten gegen die Kämpfe nnserer Brüder draußen^ Tragt Freude unter unsere 5tzrieger, schreibt freudig hinaus, tragt Sonne in die H^eu: so seine Mahnung, die leider iwtig getvorden ist.
Man kann es fast nichi bestreifen, daß ein deutscher Mann, eine deutsche Frau sich hftrsetzt imd ch-reu Lieben in: Felda Jammerbriefe schreibt. Es niüssen doch wohl solche sein, die keine wahren Sorgen kennen; sonst würden sie nicht so liebe- leer auch den noch belasten, der seine schwere Pflicht tut, um ihnen das Aeußerfte zu ersparen. Aber wie wir das Verttaueir haben, daß die Heeresleitung etwaige Schäden, die leickft aus solchen Briefen fließen, hintanhalten wird, so hat das Thema „Jammerbriefe" doch :u>ch seine besondere Seite. Es blldet sich leicht durch die üble Gewohrlliell, der jetoelligen Sttmmung freien Lauf zu lassen, eine falsche Ausfaffung von der wahren Meinung des Volkes. Nicht bloß, daß die zahlreichen Späher der Feinde, auch über das neutrale Ausland, Räubergeschichten über die Lage in Deutschland erftnden, auch bei uns selbst frißt sich eine Nörgelsucht ein, die das Gegenteil von dem erreicht, was man selbst will. Ernst ist es in Wahrheit allen mll dem Willen auf Endsieg und Deutschlands Erfolg. Andere Ueberzeugung wäre krankhaft und pervers. Aber man läßt sich vielfach gehen und gefällt sich in der zügellosen Ausrrutzuug einer Freiheit, Don der man zugleich be- hauptet, daß sie es in Deutschlaill) nicht gibt. Es sollten sich alle/besonders aber die Gebildeten, bei Gespräche:: Reserve auferlegen und Selbstdisziplin üben. So schwer kann- das doch in den Tagen der wellgeschichtlichen Heimkehr von U-Deutschland und des bulgarischen Bormarschs auf Sal-ornki nicht sein.
Aus dem Felde schreibt ein Feldgrauer: Die gefangenen englischen Offiziere ohne grmrdliche Schulblldung, dafür versehen mll einer Dosus englischer Arroganz, setzen ihre gmrze Hoffnung auf die Wirkung der ^rglischen Blockade. Von ihr versprechen sie sich den Sieg und ettvarten, Deutschland werde um Friede:: bitte:: Müssen, ohne daß die Alliierten genöttgt sen: würden, den Kampf bis an die Grenze Deutschlands fortzusetzen. >Ne hatten ganz übertriebene Vorstellungen scher die Wirkung ihrer Blockade :md glaichten Deutschland nahe dem Hungetto^e. Sie verspreche:: sich viel von dem rnoralischen Dn:ck, der auf jeden: Ssldate:: lastet, wenn er immer wieder aus der Heimat eHLhrt, daß Frau und .Kinder daheim darben Müssen, und hoffen, die Widerstmrdsfähigkeit der deutschen Truppen Müsse infolgedessen erlahmen. Man mertt es den Offizieren aber ans sie schämen sich im (tzrunde, daß ihr^ Hoffnung auf den Sieg sich nicht auf die Kraft der Waffen, sondern aus solche unkriegerischen Hklfsmlltel stützen muß.
X:e Aussagen der engtticyeu Ossiziere gebm Anlaß zu eruft-- vosrem Nachdenken. Aus ihren: Munde hören wir, daß sie ihre Hoffnung, den Sieg zu erringen, aus das Erlahmen der Wiiderftandskraft unserer Soldaren infolge der Kla-' gebriefe aus der Heimat setzeir
Darin liegt für die Daheimgebliebe:ren wieder einmal die grn st hafte Mahnung, die Kämpfer <u: der Front m i t solchen Jammerbriefen z u verschonen. Denn diese werden zu einer wirksamen Waffe gegen uns sttbst, da sie einmal die Widerstandsfähigkell der Unsrigen untergraben, zum ärgeren die des Gegners stärken und somit kriegsverlängernb wirken.
Das gllt nicht bloß von den Jammerbriefen, sondern auch von dm disziplinlosen Gesprächen. Mll dem nötigen Ernst, wenn auch ohne verbitternde Schärfe, sollte m<u: bei solcchen Gesprächen öfsenlliche Erziehung üben, vm: Bürger zu Bürger und unter Appell an das gesunde vaterländische Empfinden. N.-B.
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** Au 8zeichnun g. Dem Pion:er Karl M eise l wurde die Hessische Tapserkeits medaille verliehen.
** Der letzte Sohn. In der Presse wurde die Frage <nifc geworfen, ob es nicht mö^ich wäre, einer Familie, die berellä mehrere Söhne aus dem Altar des Vaterlandes geopfert habe, den letzten noch lebenden Sohn zu erhalten, euttoedcr durch Zurückstellim:g oder di:rch VeNvenduug auf einem mll ver> hättnismäßig :venig Gefahren verbundenen Posten. Einer allgemeinen Regelung dieser Angelegenl)ell steht, wie dem Stuttgarter „N. Tgbl." geschrieben wird, das Jrhlen einer reichsgesetz- l:chen Bestimmung entgegen. Doch ist bekannt, daß schon sell längerer Zell ein weitgehendes Entgeger:kommen der Mllllär- behörden besteht, inden: alle:: bekanntwerdenden Fällst nachge- gaugen und, wo immer nur möglich, Abhllfe geschasfm wird.
** Gie ßener Freilichtbühne. Man schreibt uns: Ta am vorigen Samstag abend, wie nach den wochenlangen sorg-, faltigen Vorbereitungen nicht anders zu erwatten war, die Auft führung von Grlllparzers „Des Meeres und der Liebe Wellen" tu vielköpfigem Zuhörerkreis ungeteilten Beifall fand, soll dem wiederholt^ laut gewordenen Wunsch, das Stück mindestens noch einmal in Szme gehen zu lassen, näckfften Donnerstag (Anfang wieder 61/2 Uhr püncktlrch) Rechnung gettag«: werden. Die Preise sind die üblichen. ' ' ' . ' ..
Wenn die Vorstellung ve: schlechtem Wetter verschoben werden muß, wird dies um 5 Uhr an der Bürgermeisterei (Süd- Anlage) _ bekanntgegeben. In diesem Falle vehallen die getosten' Karten ihre Gülttgkell für die :mchste Aufführung, worüber tag§ daraus die Zeittmgen das Nähere bringen.
** Das Lichtspielhaus Bahnhoffttaße 34, das durch die gute Auswahl seiner Sprelfolgen sich viele Freunde ettvorbeu hat, kündigt als Programn: vom 12.—15. September an: Jimmy Valentine, großer Detektivschlager ll: 5 spannenden Men. Feuer-- und Wasserschäden, interessante Naturaufnalmre. Eine Nacht in Berlin, Lustspiel in 2 Akten. Die s^sahren des Vollbartes, H::mo- roste. Als Einlage, im Abend-Programm wird auf Wunsch zum letztenmal H o f f m a n n s Erzählungen gegeben. Dieser Film bedeutet eine künstlerische Darbietung ersten Ranges. Die Musik wird von der verstädkbe:: Künsller-Kapelle ausgesührt.
^Rohheiten. In der Nacht vom 10. auf 11. l. M. nach 12 Uhr verließen der Heizer Atwreas Hahn, bet Schlosser Hans Hahn, der Schlosser Angnst Krause^ der Schlosser Karl Gorr und der Bürodiener Georg Sim- n:ermacher, sämtlich hier wohnhaft, das Cafe „Ernst Ludwig" und gingen johlend und lärmend durch die Jo- hannessttaße. Einer der Genannten zertrütmnerte die Erkerscheibe des Photogr^aphe:: B o r st und eine in der Nähe befindliche Straßenlaterne, ferner riß der Gleiche in der Franks. Straße noch ein Straßenbahnschild herunter. Der Schutzncannspatronille gelang es, die Täter sestznstellen, die chrer Besttaftrng entgegensetzen.
** Landesobststelle für das Gr o ß Herzogtum Hessen. Durch Verordnung des Großherzoglichen Ministmiums des J:mern vom 30. August 1916 :vurde zur Versorgung des Großherzogtums mit Obst eine Landesob st stelle «uttchdet. Durch die Errickitung dieser Landes stelle ist der freie Handel aufgehoben Der Auskauf des Obstes kann lediglich nur noch durch die Landes- »bststelle erfolgen. Ziu: Durchführung dieser Maßnahme bedient sich die Landesobststelle Aufkäufer, die aus den Kreisen der bis- hcrigeu Obsthändler gewählt werden. Alle diejenigen, welche als ?ttlfkäufer der Landesobststelle tättg sein wollen, müssen eine Be- scheinigrurg ihrer Bürgermeisterei darüber erbringen, daß sie den Obstharwel bereits vor dem 1. Augmst 1-914 betrieben haben imd gegen ihre Person nichts Nach
teiliges bekannt ist. Für die Wrsstellung der Ausweiskarte, welche jetzt allein noch zum Auskauf des Obstes im Großherzogtum für die Landesobststelle berechtigt, ist eine Gebühr von 3 Mark zu entrichten. Die Amneldungei: ftub schriftlich bei der Landes- ob st stelle einzureicheu. Me Aufkäufer dürfen das Obst nicht selbst-^ ständig weiterverkcnffen, sondern sie betreiben lediglich rrur den Auskauf für die Landesobststelle und liefern nach deren Ainverfung an die cnlfgegcbenen Empfänger ab. Das Nähere besagt die Geschäfts- arnveisung ft'll die Aufkäufer. Mejenigen Obsthändler, die in den Städten und Gemeinden wohnen und bisher den Groß- mtb Kleinhandel mit Obst betrieben haben, erhalten ihr Obst durch die Stadtoder Gemeindeverwaltung. Sie melden zu diesem Zweck ihren Bedarf an Obst auf besonderen Bedarfsanmeldungen bei der Landesobststelle — Darmstadt. Allee 6 — an Soweit kleitrere ttsemeinden Bedarf an Obst besitzen und Bedarfsanineldmmen von der Landesobststelle noch nicht erhalten habe::, können solche von der Landesobststelle bezogen toerden. Die Verbraucher in der Stadt und in größeren Jndustriegemeinden, welche aus den Bezug von Obst von a::ßerhalb angewiesen firtb, können nach wie vor ihren Bedarf an Obst entweder auf dem Wöchernnarkte oder im Laden, ferner aber m:ch direkt vom Erzeirger sich beschaffen. Zum Bezug von Obst von einem außerhalb der Gemeinde wohnenden Erzeuger ist die Beschaffung eines Bezugs:cheüres notwendig, dessen Ausstellung durch die Großh. Bürgermeisterei des Wohnortes des Verbrauchers erfolgt. Die Landesobststelle hat die Großh. Bürger-- meistereien ernräckftigt, diese Bezugsscheine Mvszustellen. Aus diese Weise ist es ermöglicht, daß jeder Verbraucher nmerhalb des Grvß-- herzogtums wie seither sein Obst vom Erzeuger auch für den Wfttter- bedarf beziehen kann. Die Ausfuhr von Obst <nt3 dem.Grvß- herzogtum Hessen ist nur möglich auf Grilnd einer von der Landes' obstßelle ausgestellten Bersanderlar:bnis. Der Erzeuge: bleibt hierbei berechtigt, st^Mtsrzeugtes Obst an Verwandte für deren Bedarf im eigenen Haushalt z:rr Ablieferung zu bringen, wenn er sich vorher eine V«wsanderlmckmis bei der Landesobststelle ettvi rkt bat. Bei den Anträgen für die Ausstellung einer Versanderlaubnis^ ist eine Bescheinigung der Großh. Bürgermeisterei des Wohnottes des Versenders notwendig, die eitthält: daß es sich um selbsterzeugtes Obst harchelt, deir Grad der Verwandtschaft und den geirauen fÜamen, da: Wohnort und die Eisenbahnstation des Empfängers,, solvie Angabe darüber, aus wieviel Köpfen der Haushalt besteht' :md welche Mengen jeder Obstart zum Versand kommen sollen. Es wird dringend gebeten, darauf achten zu wollen, daß den Anträgen vorstehende Bescl>einigung beigesügt ist, damit keine Verzögerung in dem Versand des Obstes erfolgt. Die Bersarrderlaubnis ist e i n i g e Tagevorder Mlieferung des Obstes zu erwirken. Dem Anttag sind 30 Psg. in Briefmarken als Gebühr für die Ausstellung der Bescheinigiing beizufügen. Die Landesobststelle wird auch sonst in :veitgehendstem Mäße die Ausfuhr hochwerttger Obstatten, die vom hessischen Konsum nicht ausgenommen werden, ermöglichen. In solchem Falle bedarf es der genauen Angabe der Obstarten und Obstmengen, die im einzelnen zum Versand kommen sollen, des Namens der Empfänger und der Empfangsstation.
** Weitere Freigabe von Hafer für die Tierhalter. Das Kriegsernährungsanit gibt bekanM: Nacksdem die 5daserernte zum größten. Teil eiugebrächt ist, ist es möglich geworden, die Bekanntmachung vom 19. August 1916, durch welche die Festsetzung her Hafermenge::, die die Tierhalter verfüttern dürfen, für die Zeit bis zum 1. Dezember erfolgt :mrr, sckk»n jetzt auf die Zeit bis zum 31. Dezember 191 (j auszudehnen. Den Unternehmern landwirtschaftlick-er Betriebe :oird dadurch eine erheblich verstärkte VeQveachmrg an Hafer zur Berftitterung während der Zeit der


