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8.9.1916 Erstes Blatt
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tfrfiube schwere SBerftijte cmtrug. Aus dem rechten User der M aa s unternahm dev Feind gestern gegen 8 Uhr abcrtb» einen Angriff ans das Dorf Fteurv. Unter das heftige Feuer der' französischen Maschinengewehre genommen, vermochten die Truneben nicht zu -bebau chicren Tie Zahl der in dem Abschnitt östlich von Fleury gcmaänen S>esangenen bar um 40 zugenommen. In Lothringen wurde eine starke feindliche Abteilung durch das Fetter der Fran zssen überrascht und in dem Augenblick zerstreut, als sie einen un­serer vorgeschobenen Posten zu nehmen versuchte. Sonst überall ruhige Nacht. .,

11 Uhr abends Nördlich der Somme heftiger Ar- tilleriekamps ohne Infanterieaktion. Südlich der Somme nahmen mn Nachmittag unsere Truppen rnit Erfolg ihre Offensive imc^er ans. Wir eroberten mehrere deutsche Gräben südlich von Belloy-en-Santerre. Im Laufe eines lebhaften Angriffes, der 'von unserer Infanterie ans das Dorf Berny-en-Santerre ansg-e- führt wurde, eroberten wir den größten Teil des Dorfes und schoben unsere Abteilungen bis zum südlichen Ende des Parkes vor. Zwischen Vermandovillers und Chilly besonders erbitterter .Kampf Wir eroberten einen Teil von Vermandovillers bis zu der »Straße. die dieses Dorf mit Estrecs verbindet. Wetter südlich in 'der Gegend von Ehanlnes und Chilly bemächtigten wir uns neuer Gräben und stießen unsere erste Linie bis in die nächste um- -gebung von Ebaulnes vor, längs der Etsenbahnlrntc . . von Ehaulnes nach Royc. Die Zahl der am Tage gemachten ! Gefangenen erscheint beträchtlich. Sie ist noch mcht festgefteM 'Aus dem reckten Maasufer am Ende des Tages hefttge Kanonade

Abschnitt von Vaur und Chapitrc. Verhältnismäßig ruhiger Tag auf dem Reste der Front.

Orient-Armee: Keine Infanterienkttonen wahrend des gestrigen Tages Der Artillerickamps war heftig in dcx Gegend der Struma und des Doiran-Sees sowie ans der gesamten serbischen Fvrmt.

Der englische Bericht.

Rotterdam, 6. Sept. Mittags. Im Laufe der Nacht bemächtigten sich unsere Truppen des ganzen Leuze-Wäld­chens. Der Kampf zwischen diesem Gehölz und dem Dorfe Combles sowie in der Unigebung von Ginchy mmntt fernen -Fortgang. Die Artillerie zeigte nördlich von Doziöreö und m der Umgebung der Monguet-Werke hüben und drüben Tätigkeit. Letzte 'Rächt gefong uns gegenüber von Guillemttnt eine Gasentladung. Gestern nachmittag bombardierte die Artillerie erfolgreich MC feindlichen Baracken im Bois Polygonal im Osten von Pveru.

10 Uhr 30 Min. abends. Der Kamps bei Gin chy dauert mtt Heftigkeit fort. Wir machten heute 50 neue Gefangene, seit dem .3 September erbeutete oder zerstörte unser Armeekorps zur Rechten 19 Maschinengewehre. Heute wurde eine starke feindliche Abteilung, die von Eourtelette aus debouchierte, unter das Feuer unserer Artillerie genommen und flutete in Uitorbmma zurück. Zahlreiche Arbeitevcchteilungcn wurden ebenfalls vott unserer Ar­tillerie zerstreut. In der Gegend von Thiepval dm

deutsche Artillerie an einigen Punkten große Tätigkeit- Nördlich chon Arras sowie zwischen dem Kanal von La Basste und .RichebourgL'Ammse beschossen wir mit Erfolg die feindliche Linie. Gestern setzten unsere Flugzeuge unter ausgezeichneten -Bedingungen in Verbindung mit der Artillerie ihre Operationen .fort Eines imserer Geschwader, das vier Apparate umfaßte. Zeuerte auf ein Grschtvader von 19 Flugzeugen. Eures der nnsrtgen 'ist nicht zurückgekebrt.

Aur Griechenland.

»mftetbam, 7. Sept (WTB ) DieTimes" meldet Lus Athen, der fränkische und der britische Gesandte karren der griechischen Regierung eine Liste van sechzig Deutschen und O e sterreich e rn vorgelegt, um deren Ausweisung ersucht werde. Der Minister des Innern -desahl. daß die aus der Liste genannten Personen, die in Athen wohnen, noch diese Rächt, und die m der Pwvinz wohnenden vor dem nächsten Samstag das griechychc Gebiet -verlassen.

Aus dem ungarischen Abgeordnetenhaus.

Budapest. 7. Sept. «TB ) Abgeordnetenhaus Graf 'Andrassv stellte in der gestrigem Sitzung einen Antrag ans .Einberufung der Delegationen. Er begründete dtesen Antrag eingehend und sagte:Es ist unmöglich, den nngattschen Ministerpräsidenten für die Einzelheiten und dm Mgebmsse der auswärtigen Politik zur Beranlwortung -u zrehen. Enttvcder gibt et> ferne ernste Verantwortung oder sie trifft den Minister be« Aetchern, der den Deligativnm Rede und Antwort zu stehen hat. Der Redner bchandelte im «weinen die Geschehnisse> der aus-. w artigen Politik, vor allem die Verhandlungen, die dem italienischen Kriege vovangegangen seien, und sagte.Die De- -hanptung, der Krteg war unvermeidlich. widerspricht mcht nur der 'Meinung der Re-gierung und ihrer Organe in der Vergangenheit, sondern ist auch unwahrscheinlich wenn man die Reihenfolge der zErermrifse in Betracht zieht " Andraffv verlas hierauf verschiedene ZMen aus den veröffentlichten amtlichen Benchten und erklärte .weiter: .Ohne mir ein endgültiges Urteil anzumastm, leite ich Es den verlesenen Aktenstücken die Schlußfolgerung ab, daß unsere Berchandlungsweift keine andere Wirkung haben formte, als den­jenigen in Italien, deren Fiel der .Krieg war, in die Lände zu arbetten Mr machten eine sehr ehrliche 'Pvltttk in lehr ungeschickter .Weise. Meine Beschuldigung geht dahin, daß wtt Immer zu spät gekommen sind und alles zur llnzrit angeboten haben, daß wir dadurch die italienische .Kriegspartei stärkten und dadurch und für unsere verspäteten Anerbietungen immer wieder einen Korb holten."

Der Redner besprach dann bk rumänische Frage und Mrte Es, die Regienmg hätte ihren ganzen Einfluß in die Wagschale werfen müffen. damit, wenn inir die .Kraft zu ernec erfolgreichen Offensive haben, diese in der Richtung erfolge, die aus das Verhaften Rum Lniemsvon Wirkung sein mußte Ich kann ohne Gefahr und -Nachtril behaupten, daß wir die stärkste der gegen uns kämpfenden 'Armeen vernachlässigt und Rußland acht bis zehn Monate Zeit ge-- lasten haben, fick wieder aufzurickMt TrotzdetN ist mem Vertrauen unerschütterlich, daß wir Riskanten schlagen und den niederikächki- gen Uaberfall ahnden Aber ich bin bei den angeführten Gründen der Ansicht, daß die schärfste Beaufsichtigung der aus- .wärtigen Politik berechtigt ist. die mit Erfolg nur vor dem Forum cher Delegationen ausgeübt werden kann. (Lebt). Beifall links.)

Ministerpräsident

Graf Tisza

ersuchte um Ablehnung des Aittrages Audrassv. Gr wies daraus hin, .daß das ungarische Abgeordnetenhaus, da während des Krieges die .DÄegationen unter Zustimmung des Abgeordnetenhauses nickt tag­ten, bereits dreimal das gemeinsame Budget bewilligt habe. Es sei jdaher vom Standpunkte der Bewilligung des gemeinsamen Staats- 'hairshaltes eine .Komrolle der Politik durch dre Delegationen nicht >unerläßlich Was den Vorwuri des Grasen Andrassy betreffe, daß ffich kItalien und Rilmänien feindselig gegen die McTnarchie gewendet schät ten, To sei zu beachten, daß sich rn dresen Ländern derart srind- vselige Strömungen-und ein solcher Heißhunger nach Lande Lwerb sgezeigt l)ckbe, daß daran keine Diplomatie etwas ändern konnte. »Bezüglich der dem Kriege voraus gegangenen Verhandlungen mit ^Italien leien seine Worte mißdeutet worden. Er wolle daher seine frühere (rrklärung wiederholen: fl? habe folgendermaßen gelautet: !,.Mir machten der ttalieuischen Rrißeriing unser Anerbretkn einer territorialen Kouzeffion in bestem Glauben, wir machten es in der jernnen Abstcht, daß. wenn es angenommen wird, wir es ehriick ,pollzieh-w wmden Wir werden diese Konzessionen aks eudgültig be- roachten ,lird keinerlei Dintergedanken von Revanche, Rache oder iWiederervbernng des abgetretenen Gebietes hegen." Dieses An- verbieten, welches wir in bestem Glauben mackKen, ward auch dann aufrechterhalten, als wir wzusaglM keinerlei Hoffnung mehr hatte», chas. es ^ntfenvnrmen werden würde, denn, wenn es nicht cmgenonv- jntv Ytyrrnm würde, wollten wir durch Verhandlungen wenigstens sBrit pnoinnen

Satzann sagte bei Ministerpräsident: ,,Hn Ende der Ver- -tzandiuirgeu tmlken nür fast gar keine Hofsirungen mehr, aber

matkmh fann alles rochen Die Wendung, welche mit dem. Namen

Grolittr vertuchift ist, zergL am. besten, daß lux!) im letzten ?lugenblick eine ÜÄmdung eiittreten konnte. Grch Tifza be,tritt sodann entschieden die Behauptung Andrassys, daß sich die Aner- bietung'Nt an Italien mit der Verschlechternng der militärischen Lage gesteigert lstitten. Eine Prinzipelle Erklärung von territorialen Abtrennng-m wurde am 9. März genmcht. und, wie Andrajsy sagte, rv-eitere Schritte nach d.nn Fall von Przemiysl. Aber es ist nickst richtig, daß wtt unter dem. Eitrdruck des Falles von P r z e m y s i gehandelt hätten, sondern wir erhielten eben zu jener Zeit die erste inilttärische Antwort Sonirinos und mußten Antwort hierauf er­teilen. Der Fall oon Przenrysl hatte keinen Einfluß auf unsere Antwort an Italien, da wir wohl wußten, daß der Fall ovnj Przenlysl keinen wesentlichen Einfluß auf den Ansgang des Krieges haben würde. Ich kann nnr tief bedauern, daß der Herr Ab ge­ordnete behauplete, daß unsere gesteigerte Nachgiebigkeit gegen­über Italien mit der Bestürz-ung über den Fall von Przemyft zujammenhing. Im Gegenteil, wir gingen am weitesten mit unseren Konzessionen tm Monat Mai nach dem Siege b<N G o r - l i c e, also zu. einer Zeit, wo wir die Russen Airückgeschlagen hatten und wo von einer Bestürzung vurckiaus nicht die Rede sein konnte. (Beifall.)

Graf A p p o n y i beantragte mit Rücksicht darauf, da^ die Delegationen nicht zusammen treten, durch eine gesetzliche Ab­änderung das Erscheinen des M i n r st e r s des A e u ß e r n im ungarischen Reichstage herbeizusühren. damit er über die Aus­wärtige Politik Aufklärnngen gebe.

Graf Tisza leimte den Antrag ab. erklärte iedocky keine Einwendungen dagegen zu erheben, daß über diesen Antrag sonne über den Anttag Andrassys auf Einberufung der Delegationen^ verhandelt werde.

Französische Angriffe gegen die schweizerische Presse.

Bern, 7. Sept. iWTB. Nichtamtlich.) Unter dem Titel Unerfreuliches aus Paris" schreibt der Bmrd: Die ganze große französische Presse, der Temps nicht ausgenommen, schlägt neuer­dings einen eigentümlich hcftigeir Ton gegen die deutsch-schwei­zerische Presse an. Kaum hat Lord Northcliffe, gestützt auf eigene BeobachtunglUt, in seinen Zeitungen erklärt, die lvelsche Schweiz sei lärmender entcittefvnrndlich. als ntanche Ententeländer, selber, während die deutsche Schweiz sich bemühe, gerecht zu urteilen, da müssen wir in dem offiziösen Pariser Blatt euren Ausfall lesen gegen die mehr deutschen als schweizerischen Blätter, die auf hel­vetischem Boden erscheinen. Man darf schon um etwas mehr Präzision bitten. Wer ist danrtt gemeint? Ursache der Nervosttät ist die günstigste Ausnahme, die der Abschluß derVerhand- l u n g e n mit Deutschland in den schweizerischen Zeitungen gefunden hat. Mr hielten mtt einem Kommentar zurück, glauben aber nicht, daß es in der Sckstv-ciz jemandem cinsällen wird, die Tatsache zu übersehen, die nran uns von Paris aus glaubt vor Augen baltcn zu müssen, daß nämlich Denffchland nicht aus purer Ubeigemiützigkeit der Schweiz entgegenkoinme, sondern in den Verhandlungen die eigenen Interessen zu wahren hatte Das wurde wiederholt auch imBund" hervorgehoben, hindert aber Nicht, daß wir ein Entgegenkommen anerkennen müssen, m wir eS finden. Was besonders den Unwillen der französischett Blätter hervorgernsen zu haben scheint, ist die Mittallung, daß Frankreich die Initiatwe ergriff, un^ der Sckiveiz vor dem Kriege freund- schastliche Zusiri>crnnaen für den Kriegsfall zu machen. Man fürch­tet offenbar in Frankreich, dieser freundnachbarlickie Akt, fttr den die Schweiz dankbar ist, könnte als Beweis für die französische .Kriegs- abstckt ansgenützt Werdens Ein solcher Schluß wäre angesichts der feit Algeciras über Europa schwebenden, jedem Laien sichtbaren Gesabr unzulässig. Längst hatten ja alle Staaten für den Augen­blick des Losbruches Vorsorge getroffen. Die friedlichste Regierung mußte seit Jahren an die Möglichkeit eines europäischen Krieges denken Me-r es entspricht, soweit mir unterrichtet sind, keineswegs den Tatsachen, wenn nunTemps".Echo de Paris" und andere französische Blätter bcbanMen, die Initiative für die Sicheritng der Zufuhr der Schweiz lei sckpn 1918 von Detttschland ausgc-, aanaen, und Frankreich lmbe unter Himveis ans die deutschen Zusicherungen zu dein Mkommen vom Frühjahr 1914 bewogen werden können. ES ist dringend zu wünschen und anch zu er-s warten, daß drrS von amtlicher Stelle ans flargestellt wird.

Aus England.

London, 7. Sept. (WTB. Richtanttlich.) Dcvs Bnrean Reuter meldet amtlich: Die E i n f u h r nach Großbritannien betnug im August 76116 654 Pfund Sterlina oder um 6 716915 Pfund Sterling nvehr als im August 1915, die Ausfuhr 47 720323 oder um 15 281 469 Pfund Sterling mehr als im August 1915.

London, 7. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) DieDaily Mail" meldet aus Ostengtand, daß die Ernte arbeiten durch die ungünstige Witterunb eine e r n st l i ch e Unter­brechung erfahren haben. Seri einer Woche hat alle Arbeit anfgeyört. Das Wetter ist winterlich. GS fallen kalte Mgen- schauer.

London, 7. Sept. (WTB. Nichtamtlich.> Lovat Fraser schreibt in der ..Daily Mail": Der Siegesjubel der Oeffentuchkeit in der letzten Woche sei etwas zu groß gewesen. DieDeutschen seien noch nicht aus die Knie gezwungen, und das Ende des Krieges sei noch fern. Fraser meint, das Publikum sei geneigt gewesen, aus 'dem schnellen Einnmrscki der Rumänen in Siebenbürgen ettvas zu viel zll machen. Er hält für so gut wie undenkbar, daß die -Oesterreicher vollständig über­rascht worden feien und die. MöAichkett eines rumänischen An­griffes nicht in Rechnung gestellt haben sollten.

Die nückjste Reichstagsntzung.

Berlin, 7. Sept. Die nächste Sitzung des ReicKs- tags findet am 28. September statt.

Die sozialdemokratische Reichskonferenz

wird, wie derVorwärts" berichtet, am 21. September nt. Berlin zusammentreten.

Die in Deutschland gebliebenen Jtalienrr.

Berlin, 7. Sept. (WTB., DieNordd. Allg. Ztg" chreibt: Eine Anzahl italiernscher Blätter verbreitet seit einigen Tagen die tendenziöse Nachricht, daß die in Deutsch­land verbliebenen Italiener iriterntert würden. Diese Nachricht ist unzutreffend. Vielmehr ist festzustellen, daß eine Internierung von Italienern in Deutschland weder erfolgt noch beabsichtigt ist.

Berlin, 7. Sept. (WTB.) DerReichsanzeiger" der- öffenllicht die Bekanntmachung betreffend die Beschlag­nahme von Schmiermitteln.

Berlin, 8. Sept. Der türkische Mini st er des Aeußern Halil Bei traf gestern abend zum Besuch der leitenden deutschen Staatsmänner mit dem Balkanzug in Berlin ein. Zu seiner Begrüßung waren vom Auswärtigen Amt Exzellenz von Treutler, Geheimrat von Rosenberg und Legationsrat von Baligand erschienen. Die türkische Botschaft mit dem Botschafter Hakki Pascha an der Spitze war volb- tändig zur Stelle. Außerdem hatten sich zahlreiche Mit^ glieder der türkischen Kolonie eingesunden. Ein nach Hun­derten zählendes Publikum begrüßte die türkischen Würdew- träger mit lebhaften Hochrufen.

Der Zerktteg.

Rotterdam, 7. Sept (WM.) Der norweotsche Dampfer Rildrstfl der Mittwoch morgen von hier nach London abfuhr, ist in der Nähe des Mwrichirrder Feuerschiffes gesunken. Die Mannschaft wuche durch den DampferBatavier 3" gerettet, der abends in Hvak «m Holland erwartet wird. Me bk Mannschaft des DcmrpfersRilda" erzählt, ist dev Dampfor von einem deutschen Tauchboot versenkt worden. Er fül/rbe ungefähr 300 Donnen Stückgüter, haupffächlich Butter, Margarine und Obst, an Bord Kopenhagen, 7. Sept. (WTB. Nichtamtlich.» 9Lach einem Telegramm der Berlingstze Tidende aus Bergen hat die norwegische Bergtrngsgesellschcrft eine Depesche er­halten, nach der der große englische Dampfer N n m i n a" im Weiften Meer a u f Grund g e st o ß e n ist. Die Lage des Dampfers, der mit 4M0 Tonnen Kohlen nach Archangelsk unterwegs tvur, ist äußer stgesährlich.

Aus dem Reiche.

BundesratsbkMüsfe.

Berlin, 7. Sept. (WTB.) In der heutigen Sitzung des Bundesrates gelangten zur Annahnre: 1. der Ent- irmrf einer Zigaretten-Kontingentiernngsordwung; 3. die Vorlage betreffend die Einfuhr von WauMsen und .tzusel- nüssen; 3. eilte Ergänzung der Verordnung über die Ein- fflhr von pflanzlichen und tierischen Oelen und Fetten sowie Seifen vom 6. März 1916; 4. der Entwurf einer Ver­ordnung über die Voransverivendung von Malz in den Bierbrauereien; 5. der Enttvnrs von Besrimmnngen über den Ersatz des Steuerwertes vom 26. Imti 1916 in den Händen von steiterpflichrigen vorhandenen ungebrculchten gestempelten Scheckvordrucken und Scheckstempelmarken;

6. der Etltwnrs von Aenderungen der dLusführungsbesrim-' mungen zum Reick>sstentpelaesetz in der Fassung des Ge­setzes über den Warenumsatzsteuipel vom 20. Juni 1916 und

7. ellie Vorlage über den Verkehr mtt Harz.

Ans

5taM nndxtnb*

Gießen, 8. September 1916.

** Auszeichnung. VizefelWwebel Josef Kübel, der feit August 1915 bei dem 8. Rh. Fnß-Art.-Regt. im Felde steht, ist zum Leutnant der Reserve befördert worden.

** Das Großh. StaatsMinisterium hat den gestellten Und nichtangestellten Beamten die Zeichnung auf die fünfte Kriegsanleihe durch monatliche Gehaltsabzüge, ähillich wie dies bei der 3. und 4. Kriegs­anleihe geschehen ist, erleichtert. Ter durch Vermittelung der Haupte 'iaatskasse gezeichnete Nennbetrag ldars höcksttews. 14 der festen Iahresbezüge aus der Staatskasse betragen. Die monatlichen Abzüge beginnen regelmäßig Ende Oktober 1916; für solche Be­amte, die für 1. Oktober 1917 eine Gehaltserhöhung zu erwarten haben, kann der Begttm des Abzuges auf Wunsch bis zu dem Zeitpunkt verschoben ^verden, in dem der Beamte zum erstenmal tot Gehalt der höheren Stufe bezieht. Damit nicht gleichzeitig ür mehrere Kriegsanleihen Abzüge zu machen sind, kamt für Be- cvmte, die sich bereits bei früheren Kriegsanleihen beteiligt haben, der Beginn des Abzugs bis Ende des auf den letzten i)lbzug für dre 3. oder 4. Kriegsaltlethe folgenden Monats verschoben werden. Dte monatlich abgezogenen Bettäge werden den Beamten bereits vom erfteu Tage des folgenden Monats ab verzinst.

**HeereSs a che",F eldpo st". Beim Krivigl. Kriegs- minislerium und anderen Militärbehörden gehen unter dem Ver­merkHeereSsache" oderFeldpost" immer noch Briese von Privat- personen ein, die keine rein militärdienstliche Angelegenheit be­treffen und deshalb portopflichtig sind. Es wird wiederhol daraus hingewiesen, daß die Absender, die sich zu einer Porte- pflichtigen Sendung einer von der Entrichtung des Portos be- fteieitden Bezeichnung bedienen, sich enter Porlohinterztehnng schul­dig marfp und nach dem Postgesetz bestraft werden. Dre niedrigste Strafe beträgt drei Mark. ,

** Feldpostsendungen müssen haltbar sein. Zur Fern Haltung Von wirtschaftlichen SchädiMNgen, die in gegen­wärtiger Zeit besonders schwer empfmrden werden, imrd immer wieder davor geivarnt, wenig haltbare Lebensmittel, wie frisches Obst, frisches Fleisch, Mchräucherwaren usw., rn FeldpostsendlMgen zu verschicken. Wemt mich dte DeförderungS- verhältittsse an sich durch den Ausbau der Postverbtndungen tm Laufe der Zeit wesentlich verbessert nwrden sind, so sind doch Ver­zögerungen in der Aushändigung der SendtmgeN bei den häuftg vorkommenden Truppenverschiebungen nicht zu vermeiden. ES ist auch zll bedenken, daß Sendungen vielfack, den Empfänger an der Front nicht mehr erreichen, weil er sich nicht mehr bei der Truppe besiudet, und daß diese Sendtmgen dann eine mehr oder wentger lange Rach- oder Rückbeförderung erleiden. In solchen Fällen rst es unausbleiblich, daß Lebensmittel von geringer Haltbarkett ver­derben. Mehr geeignet zur Feldpostbefirderuitg sind dte tm Lattfe des Krieges in großer Mannigfaltigkeit und zweckntähiger Ver­packung auf den Markt gekommenen Dauerwaren.

" B u t t e r - B e z u g 4 s ch e t lt e. Bisher konnten die Burger- meistereiell der Dedarfsgeweinden für Private, Anstalten und Be­triebe Bezugsscheine ausstellen, auf Grund deren die hessischen Molkereien begrenzte Mengen von Butter abgeben durften. Dieses Recht ist nunmehr aufgehoben. Zu jeglicher Abgabe von Butter dllrch die hessischen Molkereien ist die Genehmigung der LandeS- fettstelle vorher erforderlich. (Nachdruck erwünscht.)

** Einengung des SchrrftenvertehrS. Das stell­vertretende Generakfomtnaiwo des 11. Armeekorps hat folgendes Verbot erlassen: Die Herstellung, sowie jede Art der Verbrrittmg von Flugblättern und Flugschriften, deren .Herstrilung oder Ver- bteitung im Kvopsbe^irkc vom stellvertretenden Generalkoinmartdo nickt imsdrücklich genclMigt ist, wird verboten. Zuwtderhandlun^n werden, sofern die bestehenden Gesetze ferne lOltere Strafe be- ftnrntteit, timt Gefängms bis zu erneut .oahrr. ^oritegm

mildernder Umstände mit Haft oder mtt Geldstrafe bis zu 1600

Mark bestraft. f .......

** Aufnahme und Anmeldung ausländischer Wertpapiere. Dte Annteldungen haben Nack dem Stand vom 30. September 1916 |ii erfolgen. Wie wir hören, sind die ,ur An­meldung nötigen Formulare noch nicht ansgegeben worden. Es dürfte sich empfehlen, erst nach dem 30. September ds. I«. seine Bank oder seinen Bankier zu befragen.

** Tollkirschen. An lichten Stellen des bergigen Ämb- naldes, dort wo im huMlnsreichen Boden Weidenröschen und Brom- beer stau den üppich wachsen,- ist Mich die Heimat der TolMriche^Am Hmkgelstein und im Bergw-erkswald. am Fuße des Schtffenberges uud'stt der Hochwirri trifft Mjau sie öfter an. llnauffälltg, ja be- scheidert steht sie im Somnter am Mtgkcrnde und verbrrgt thre gelblickwgrünett, brmmgeaderten Blütenglocten im Schatten ihrer sattgrünen Mütter. Jetzt, wo die glänz endschwarzen Beerm tote große dunkle Augen dämonisch aus dett Blattwinkeln hertrorirffaueu, äfft sie jedermann aus. Dann wird sie auch unseren ktetwen Näschern gefährlich, die gent durch die Milder stretfen und dabri alle Früchte, die der Herbst spestdet, avgl^ z-u MuAe führen. Belladonna enthält ein starkes, rasch wirkendes Mst. Darum, ihr Kinder, Vorsicht vor derschönen Dame".

** Die Zeiß Welt-Wunderschau veranstaltet am Samstag, 9 September. 8*/4 Uhr, tnt KolosseuMiEafo Leib> ihre Er- öfsnungsVorstellung. Wir zitieren lsterzu nne Bestechung der Braunschnnügischeu Äandeszettttug" Braunstbwerg, wo die Münder- frfxru zuletzt in den Saakbau-Lichtspielen gacherte. Das Blatt sagt u a - In den Saalbau-Lichispieleit bringt die neite Svielivoche et­was gattz außergeivöhnliches von beso,rderem Retz. Eine jugrtte- lichc Sfolgerin belebt in bühnenwirksamen Mlderit mtt einem präch­tigen Falben die Spestolttätenbühite. Tlnrese H ü ! l e m n n n wird in tver foittmenbnt Zeit die Zugkraft der Saalbau-Lichtspiele sein, denit schon ihr erstes Auftreteit brachte ihr reichen Brifall. der wohl- berechtigt nmr. Die Stimmte ist gnt geschult und von angenelnner Mangsülle. das Pferd, ein hvchedles Tier, besitzt Vorzügliche Dressur, und die ganze Darbietung ist in zeitgemäßer Form ausgestattel, so daß mit Recht von catent erstklassigen Prograulm fitt die lausettde Woche gesprochen werden kantt, das seine Zugkraft tticht verfehlen wird.