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7.9.1916 Erstes Blatt
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Erstes BIM

Der &tefaptx M-etz«

erscheint kaqtiä), außer So««ttags. Beilagen: viermal wöchentlich KichenrrK«rmMenh1ättek ; zweimal niöeyentl.Nreir- blsttfürtzen Kreis Girtzen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Land- wietschsftiiche Zeirfratzeu Feriftprech - Anschlüsse: jürdie-Schriitleltuug112 Verlag,Geschäitsstellebl Adresse iür Drahtnach­richten: Anzeiger Gie Herr. Anmchme von Anzeige» iür bic Tagesnummer bis zum Abend vorher.

M. Jahrgang

Donnerstag. ?. Zeptember

General-

Notation;-rock ««- Verlag der Brühl'schen Univ.Guch und Steiii-rncterei H. Lange. Zchristieitung. Seschästrfielle und Oruckerei: Schuistr. 7.

Bez« gSvreis: monatl. 9V Bl., viertel»

jährl. Mk. 2.65; durch Ab hole- u. Zweigstellen monatl. 80 Pf.; durch die Post Mk.2.45 viertel- jährl. ausschl. Bestellst. Zeilenpreis: lokallöPf., ailsw. 20 Pf. Haupt­schristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Vermischtes und Ge­richtssaal: Fr. R.Zenz; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen

Sieben Werke der rumänischen Kstnng Tutrakan erstürmt.

Visionen an

(WTB.) Großes Hnuptpuartier. 6.September. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Die Schlacht beiderseits der Somme wird mit unver­minderter Heftigkeit fortgesetzt: 28 englisch-französische Divi­sionen greifen an. Nördlich der Somme sind ihre neuen Angriffe blutig abgewiesen. An kleinen Stellen gewann der Gegner Raum. Clery ist in seiner Hand. Südlich des Flusses ist im hin- und herwogenden Jnfanteriekampf die erste Stellung gegen den. erneuten Anlauf der Franzosen auf der Front von Barleur bis südlich von Chitty behauptet. Nur da, wo die vordersten Gräben völlig eingeebilet waren, sind sie geräumt. Spätere Angriffe sind restlos unter schwersten Verlusten abgeschlagen. Mecklenburgische, holsteinische und sächsische Regimenter zeichneten sich besonders aus. Bis zum Abend waren an Gefangenen aus den zweitägigen Kämpfen südlich der Somme cinunddreitzig Offiziere, eintausendvicr- hnndertsiebenunödreihig Mann von zehn ftanzösischen Divi­sionen, an Beute dreinndzwanzig Maschinengewehre ein­gebracht.

Im Luftkampf und durch Abwehrfeuer wurden drei feindliche Flieger abgeschossen.

Oestlich er Kriegsschauplatz.

Front des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern.

Russische Angriffe sind rrördlich der Bahn Zloezow Tarnopol in unserem Feuer gescheitert.

Front des Generals der Kavallerie Erzherzog Karl.

Zwischen der Ztota-Lipa und dem Dnjestr haben die Russen ihre Angriffe wieder ausgenommen. Nach vergeblichen Stürmen drückten sie schließlich die Mitte der Front zurück.

In den Karpathen hat der Gegner in den berichteten Kämpfen südlvesttich von Zabie unb von Schivoth kleine Vorteile errmrgen. An vielen anderen Stellen griff er gestern vergeblich an.

Balkan-Kriegsschauplatz.

Sieben Werke von Tutrakan, darunter auch Panzer-Batterien, sind e r st ü r m t. Mrdlich von D o b r i c sind stärkere rumänisch-russische Kräfte von un­seren tapferen bulgarischen Kameraden zurückgeworfen

Der erste Gencralguartiermeister Ludcndorff.

Uober unsere Welt von so vielfältiger Regsamkeit, die wir vor dem Kriege so oft alsschnellebig", hastig und ideal los bezeichnet haben, hat sich ein schwerer Druck, eine alle*;

. erfassende Hemmung gelegt. Die Räder gehen langsam, die Geister stürmen nicht mehr von diesem Gegenstand zu jenem und in die Heimat ist die Tage und die Wochen hindurch! eine Stimmung gekommen, die man mit dem Ermatten der Lebensregungen bei einer Sonnenfinsternis vergleichen könnte. Bei einer solchen, auf alles Lebende erschauernd wir kenden Naturerscheinung waren wir jedoch niemals lange stehen geblieben; der Schleier vor unserem Lebenslicht ver­zog sich schnell, und bald war wieder Mensch und Tier ipt* vermindert geschäftig. Aber der Krieg, dieser Krieg, 'ist mn schwerer Schatten von längerer Dauer. Erzwingt uns, sttllzustehen", wie die Betrachtung über das Geheimnis des Todes. Und es ist ein Zwang nicht nur seelischer Art, sone dern ein Gebot, das sich! aus einer völligen, technischen Umi- gestaltung-e r-gibt. Alles was wir schnffen und denken, strebt nur einem Ziele zu. Wir wollen kämpfen und den Krieg gewinnen. Auch von dem Leben der mit den Waffen kämpfen­den Brüder sind alle mannigfaltigen Triebe aus früherer bürgerlicher Wirksamkeit gewichen. Wie anders stellt sich das ^oldatenleben dar, als es uns Schiller in seiner großen Trilogie geschildert hat! Freilich, nochhat altes 'neu großen Schnitt"; aber wo sind die bunten Typen, die dem Lager­leben dre satten Farben unb Hellen Tone gaben? Da kann keinerfür Ungeduld wieder heimlaufen zum Schreibepult", sondern es muß durchgehalten werden, auch wenn der Spaß weniger gering ist als ehemals bei denLigisten". Unsere Kriegswelt ist in Eisen und in einem geschlossenen, natto- nalen Willen nahezu erstarrt. Das ist unsere deutsche stärke; wo es bei unseren Feinden anders bestellt sein sollte, da ist nrcht die Siegesverheißung, nicht die Kraft, aus der lohenden Zeit in eine geläuterte Zukunft zu gelangen.

Stellt uns diese Vergleichung zwischen einst und jetzt eine günstige Prognose für eine spätere Knlturentwicklung? ^lch, wir wissen alle, die Wiederausbesserung der Schäden und Verheerungen, die der Krieg angerichtet hat, wird Jahr- zehnte erfordern! Neben uns und unseren Kindern wird die Füyrerm Sparsamkeit einherschreiten und die vollen Lebens­klange werden zurücktreten müssen. Was uns der Friede von gesteckten Zielen wirklich bringt, was er in die Tafel der Geschuhte neu emzeichueu wird, wer kann dies heute wissen? Wrr hoffen es, daß es uns gelingen wird, England von

zurückzudrängen und neuem Geiste siegreichen Einzug zu ver­schaffen. Denn das wissen wir auch: wenn wir siegreich durch diese schweren Prüfungen hindurchgekommen sind, so werden aus der stillen, im Schatten liegenden deutschen Erde neue .Kul­turen aufwachsen. Es wird wieder farbigem und traulicher werden bei uns. Farbige Mannigfaltigkeit wird wieder kom­men und der rechte, ungetrübte Genuß mit ihr, wenn der läuternde Prozeß des Krieges die frühere Unruhe und Ner- vosltät ausgetilgt haben wird. Aeußerlicher Flitter kann fallen, wenn dafür ein neuer, natürlicher Sonnenglanz aus der Höhe und aus den Herzen kommt. Wir werden aufgerich- tete Kämpfer bleiben gegen Gefahren der Verrohung und Entsittlichung. Wer wollte sagen, daß in einer solchen Zeit nach dem Kriege es keine Lust mehr sei, zu leben? Dann er­wachen erst die wahren Friedensziele, die keinen Hader ent­fachen, sondern gesunden Wetteifer und Lebensfreude ent­wickeln.

Wir wollen die grauen Schatten, die heute um uns lie­gen, die Entbehrung von materieller und ideeller Ernährung gerne noch eine Weile hinuehmen, wenn wir in der Zukunft die Türme einer schöneren Kultur schimmern sehen. Wir war­ten und harren in der Heimat, während draußen die ehev- nen Würsel fallen unsere Geduld soll entlohnt werden.

er

Wien.

verlautbart:

Außer keine besonderen

österreichisch-ungarische Tagesbericht.

. 6. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wirb 6. September 1916.

Oestlicher Kriegsschauplatz.

Front gegen Rumänien.

Kämpfen vorgeschobener Nachrichtenabteilungen Ereignisse.

HeeresfrontöcsGeneralsder Kavallerie Erzherzog Karl.

An unserer Karpa thenfro nt erneuerte der Feind gestern seine heftigen Angriffe. Abgesehen von schwer er­rungenen kleinen Vorteilen scheiterten alle Versuche des Feindes, Raum zu gewinnen. Auch im Raume östlich von Halicz wurde mit größter Erbitterung gekämpft. Nach mehreren vergeblichen Stürmen gelang cs schließlich dem Gegner, dieses Frontstück zurückzudrücken.

HeeresfrontdesGeneralfeldmarschalls

Prinzen Leopold von Bavcrn.

Oestlich von Zloczow brachen feindliche Angriffe, die nach heftigster Artillerievorbereitung zur Durchführung kamen, teils an den eigenen Hindernissen, teils schon in un­serem Sperrfeuer zusammen.

An der übrigen Front außer mäßigem Artillerie- und Minenwerferfeuer keine besonderen Ereignisse.

Italienischer und südöstlicher Kriegsschauplatz.

Nichts von Belang.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfcr, Feldmarschatteutnant.

EreignisfezurSee.

Am 4. September abends hat eines unserer Seeftug- zeuggeschwader militärische Anlagen von Venedig und Grado wirkungsvoll mit Bomben belegt. Ein Seeflugzeug ist nicht zurückgekehrt.

F l o t t e u k o in m a n d o.

Der französische Bericht.

Paris, 5. Sept. Nachmittags 3 Uhr. An. der S o m m e - front behinderte das schlechte Wetter, das die ganze Nacht an­hielt, di-e Operationen der französischen Trappen, die sich ans dem eroberten Gelände ein richten. Nördlich des Flusses unternahmen die Deutschen eineil starken Gegenangriff vom Anderlu-Walde aus gegen die französischen Stellungen zwischen Combles und Forest. Unter dem Feuer der französischen Geschütze und Maschinengewehre zogen sich die anstürmenden Truppen wieder gegen ihre Ausgangsstellun­gen zurück, nachdem sie schwere Verluste erlitten hatten. Der Feind hat seinen Versuch nicht erneuert. Südlich der Somme versuch teil die Deutschen nur an einem Punkte der Front, nämlich mm Belloy- en-Santerre, zu debouchieren, wo mehrere Angriffe durch das Feuer der Franzosen abgeschlagen wurden. Der Feind ließ etwa hundert Gefangene zurück. Auf dem rechten User der Maas Verhältnis-, mäßig ruhige Nacht. In dem Abschnitte von Fleury und Chenois machten die Franzosen weitere 50 Gesangeire, darunter zwei Offi­ziere. Ein feindlicher Angriff gegen eine kleine Redoute südöstlich des Werkes Dhiaumont erlitt einen vollständigen Mißerfolg.

Flu g we feit. Ein französisches Flugzeug, das von vier feind­lichen Apparaten angegriffen wurde, konnte sich seiner Gegner ent­ledigen, von denen einer ans großer Nähe durch Maschinengewehr­feuer abgeschosscn und in der Gegend von Chaulnes auf dem Boden zerschmettert wurde.

11 Uhr abends. Auf der S o m m e f r o n t setzten unsere Trup­pen trotz des schlechten Wetters ihre Fortschritt im Laufe des Tages fort und erzielten ernstliche Vorreile. Nördlich des Flusses drängten

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)tVntx angemaßten und anmaßenden Weltherrjchaftsstellung wir nach einer Reihe glänzender Kämpfe, bei denen unsere Truppen

von einer unwiderstehlichen Stoßkraft Zeugnis ablegte»- unsere Linien vor in der Gegend östlich von Forest. Wir erreichten den Westrand des Anderlu-Waldes, nahmen das Gehöft Hopftal im Sturme sowie das Reinettegehölz, nahmen einen Teil des Mnrck^- res-Waldes und besetzten nordöstlich von Clery die äußerste Kuppe, die die Straße BouchavesnesClery schneidet. Wir stellten and) die Verbindung her zwischen unseren Stellungen nördlich des Flusses und denjenigen des Südufers, wobei wir das Dorf Ommieeoirrt nah­men, das 'ganz in unserer Händ ist. Bei dem von pns -feit dem 3. September erbeuteten Material wurden bis jetzt allein rm Nord­abschnitt 32 Geschütze, darunter 24 schwere, 2 Bonckenwerfer, 2 Grabengeschütze. ein bedeutendes Depot von 15-Zenttmeter-Grmpv- ten, ein Fesselballon und eine große Menge Maschinengewehre ge­zählt. Die im Laufe des Tages eingebrachten Gefangenen sind noch nicht gezählt. Südlich der Somme dauert den ganzen Tag über die Schlacht mit äußerster Erbftteruug fort. Der Feind vervielfältigte seine Gegenamrriffe, die er in dichten Massen auf einer großen Bur­zahl von Punkten unserer neuen Front unternahm, so südwestlich von Barleux, südöstlich und südlich von Beloy. Trotz der wieder­holten Anstrengungen des Feindes hielten wir unsere Linien intb fügten dem Gegner blnttge Verluste zu. Zwischen Vermandovillers und Chilly Nahmen wir einen Vorsprung mW einige noch von den Deutschen gehaltene Jnselchen. Oestlich von Soyecourt konnten wir dank eines Angriffs unserer Truppen t;iue Linie deutscher Gräben nehmen und dm Parkraud von Deniscourt im Norden, Westen und Süden erreichen. Die Zahl der Gefangenen, die seit gestern im Süden der Somme eiugebracht wurden, beläuft sich zurzeit auf 4047, banmtcr 55 Offiziere. Im gleichen Abschnitt sind 4 schwere Geschütze Und gegen 100 Maschinengewehre in unsere Hand gefallen. Insgesamt beläuft sich auf der französischen Sonkmefront (südlich und nördlich) die Zahl der seit dem 3. Septenrber gezählten Ge­fangenen auf 6650, diejenige der Geschütze auf 36, darunter 28 schwere. Zeitweilig aussetzendes Geschützfeuer auf verschiedenen Punkten der Front, ziemlich heftig im Osten der Maas, im Abschnitt von Fleury und von Chenois.

Der engLische Bericht.

Rotterdam, 5. Sept. 1 Uhr nachmittags: In der Nacht erweiterten wir unsere Gewinne in der Umgebung von GuLlle­rn o n t. Trotz dem erbitterten Widerstande des Gegners und an­dauernden sinfflutartigeu Regengüssen drängte unsere Truppen vor­wärts bis 1500 Meter östlich von Guillemvnt, und faßten im Leuze- Walde Fuß. Weiter südlich ftel nach einem hatten Kampfe das ge­samte starke feindliche Verteidiguugssystem auf eiirer Front von bei­nahe einem Kilometer bei Falsemont und in der Umgebmrg dieser Ortschaft in unsere Hand. Die Kämpfe seit dem 3. Septenrber verschafften uns also die Einnahme alles dessen, was noch von der zweiten feiudlick^en VetteiLügrrngslrnie übrig blieb auf der Front vom Monauet-Gehölz bis zu dem Punkte, wo die englischen und fran­zösischen Linien zusanrmentteffen. Die Gesaugerren strömen immer noch zu. Ihre Gesamtzahl seitdem Morgen des 3. September betrug gestern abend über 1000. Der' Kampf dauert bei Ginchy fott. Während des 3. September zeigten sich die feindlichen Flugzeuge sehr tätig, und unaufhörlich) kam es zu Luftkämpfen. Die feind­lichen Flugzeuge wurden, gezwungen, sich mehrere Kilometer hinter- ihren eigenen Linken zu halten. In zahlreichen Kämpfen wurden drei feirrdliche Flugzeuge abgeschossen und zerstört und mehrere andere gezwungen, in schlimmem Zustande zu landen. Eines un­serer Flugzeuge hat einen feindlichen Drachen zerstört. Zwei imfe» rer Flugzeuge sind nicht zurückgekehtt.

Zweiter englischer Bericht vom 5.September: Der Kamps führte zu enter weiteren Befestigung unserer Stel­lungen im Leuzegehölz. Twtz des schweren Attulerieseuers und nn- bekümmiert um das Wetter tticken unsere Truppen iveiler vor und halten alles Gelände zwischen Falsemont und dem Leu.zegeWbz und zwischen diesem und dem Dorsfaum von Ginchy.

Russische Fliegerangriffe in Kurland.

B e r l i n , 6. Sept. (WTB. Amtlich.) Gestern nachnnttag gM> fen mehrere russische Flugzeuge Angernsee in Kurland Ahne Erfolg mit Bomben an. Unseren Abwehrflugzeugen gelang es, einer, feindlichen Doppeldecker zur Landung zu zwinge». Die Besatzung lst gefangen genommen.