FlieMran griff auf -Irensburg.
Berlin, 5. Sept. (WTV.) Infolge des günstigen Wetters war die FliegerlättMit im Lau. e des gestrigen Tages an der nord- Vurländisck;en M iiffe und am Eingang des Rigaischen Meerbusens sehr lebhaft !l. a. griffen deutsche SeeflugKeuae mit Erfolg di« .russiscl>e Flugstation Arensburg auf Oesel an und kehrten trotz heftiger Gogettwehr unbeschädigt zurück. Angriffe des Gegners ans die n o r d t u r l ä u d i s ch e K ü st c wurden durch unsere See* flugzkuge und Abwehrbo ttericn vereitelt. Einige Bomben fielen, ohne Sckxtden anzurichlcn,' in die See oder auf loalliges Gelände. Ein russisches Flugzeug wurde durch unser Mivehrfeuer beschädigt.
Das englische Zeppelin-Dementi.
London, 5. Sept. (WTB.) Meldung des Reuterschen Bn- lveans. Der deutsche Marinebericht meldet, daß in der Nacht zum 3. Septt'mber Luftschiffe die Festung London und andere Plätze mit Bonrben lx'Iegten, die Fenersbrünste und l>eftige Explosionen^ verursachten. Demgegenüber !seist die Admiralität darauf hin, daß 'der- angerichtete Schaden gleich Null ist, tz>as in der amtlichen Mitteilung genau bekannt gegeben morden ist. Es sind keine Brände tarn irgendwelcher Bedeut>eng und keine Explosionen em- getreten Ueberdi-'s besteht der stärkste Grund zu der Annahme, daß außer dem zerstörten noch ein anderes Luftschiff ernstlick) beschädigt worden ist.
Basel, 5. Sept 3u dein Massenangriff von Zeppelinen sagen die „Daily Neu.", die AhschüßUng von Bvandpfeilen ans besonderen Flugzeugen habe sich ausgezeichnet bewährt. Der Feind sei dadurch in Verwirrung gebracht morden.
London, 5. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Neu- terschen Bureaus. Der verunglückte Zeppelin wurde durch den Fliegerleutnant William Robinson bevabgeschossen. Der König hat denn Offizier das Viktoria-Kreuz verliehen. Robinson war zu>ei Stunden in der Lust geblieben und I>atte vorher ein anderes Luftschiff angegriffen.
Griecheniand.
Lugano, 5. Sept. Die Mailänder Blätter' melden aus Athen: Die Alliierten haben etwa 20 Schiffe, Deutsckftand und Oesterreichcklngarn angehörig, beschlagnahmt. Unter diesen besän den sich der große U eberseedampf er „Marienbad" der Hamburg Amerika-Linie und vier Dampfer der Deutschen Levante-Lini „Arratoliv" „Tira". ..Bagdad" und „Serifos". Die meisten deut schon und österreichischen Schisse seien in den beiden kleinen Häfen Salamina und Eleusina seit Kckiegsbcginn verankert. Die Mann fc&oftert «wurden verhaftet und anstatt der deutschen Fahne die französische Trikolore gehißt. ^
London, 5. Sept. (WTB.) „Daily Telegraph" meldet aus Athen: Sonntag sei ein Auto mit dem Sekretär und zwei anderen Beamten der österreichisch-ungarischen Ge sandtschaft nach Eleusis gefahren. Da cs offenbar ihre Absicht war, die Flotte ba* Alliietten auszuspähen, hätten ihnen englische Agenten, die in einem anderen Auto saßen, befohlen, zu halten. Die Oestcrreicher, heißt es weiter, trachteten zu entkommen. Das Auto Ider Engländer holte sie aber ein. Es wurde ein Schuß auf die Ocsterrcicher abgegeben, um ihnen zu zeigen, daß sie unmöglich entfliehen könnten. Darauf ergaben ffe sich. Der Kawaß der Gc- sandtsck-ast wurde l e i cp t verwundet.
Genf, 5 Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Der „Matin" meldet ans Athen: Das Blatt „Imbros" meldet, daß eine Abteilung po r t n g ie s i s ch e r A nt i l l e r i e in Saloniki ausgeschrfft wurde. Das Blatt versichert, bafj denrnächst 15 000 portugiesische Soldaten gelandet werden Nnirden.
Oftafrika.
London, 4. Sept. (WTB) Amtliche Meldung. Am 4. September morgens 9 Uhr nnrrde Dar-es-Sakm besetzt. (Sec* streitkräffe in Verbindung mit Truppen aus Bagamoyo und Saoaani sind tvmtit beschäftigt, den ehemaligen Sitz der Regierung und die Hauptstadt des deutschen Schutzgebietes zu besetzen. Südlich M rag oto wird unsere .Verfolgung der deutschen H aupt- streitkräste fortgesetzt. Der Hauptteil der Truppen unter General Smuts befindet sich in der Umgebung von Mato mbo im Osten der Slopes- und MnMrw-'Berge. Kleinere Abteilungen stoßen südlich durch das Hügelland vor, während im Westen berittene Trittchen nach Süden ans die Uckbergänge über den großen Fluß Nuah.! drücken, im Gemeinsamen Vorgehen mit einer Abteilung, von van Deventers zweiter Division, die Kiknmi (42 Meilen südlich Küoisfiai erreichte. Im südlichen Gebiet besetzten Abteilungen unter Nlorthep Neu-Jringa: sie wurden von diesem Ort und von Lupembc nach Vüahcnge zu iveitergeleitet, in welcher Richtung alle noch im Felde steltcmden deutschen Drüppen den Rückzug an traten..
Der §eekrieg.
Atnsterdam, 5. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Die Blätter melden, daß der englische Dampfer „Rievaul Abbey" (1666 ^bmltto-Registertonnen) der Linie Rotterdam- Hutt, der am Samstag abend von Rotterdam aussuhr, am Sonntag vormittag in der Nordsee verseiHkt wurde.
London, 5. Sept. (WTB.) Meldung des Renterschen Burecrno. Lloyds berichtet, daß die norwegischen Dampfer „Gotthar d" (1462 Brutto-Registertonnen) und „G e t e s- d a l" (1476 Brutto-Registcrtonnen) versenkt worden sind.
New Port, 4. Sept. (WTB'.) Funkspruch des Vertreters des WTB. Eine Meldung der „Associated Preß" aus Schanghai besagt: Die hiesigen Geschäftsleitte sind sehr erbittert darilber, daß die Engländer 147 amerikanische Postsäcke, die hier vvn Vancouver aukcrmen, der Zeusur mrtev- worfen haben. Sogar die amtliche Post des amerikanischen Konsulats wurde zensuriert.
Stockholm, 4. Sept. (WTV. Nichtamtl.) Das Schwedische Delegraphen-Burecm meldet: Laut belegraffhische-r.Mit- tetlung der schwedischen Gesandtschaft in Petersburg hat die russische Regierung eine entgegenkommende Antwort bezüglich der Kaperung des deutschen Dmupsers „Desterro" gegeben.
Kristiania, 5. Sevt. (Priv.^Tel., Zf-) Der englische Darnpser „Nunima" (4000 Tonnen) ist im Weißen Meer ausgelaufen; die Ladung mußte über Bord geworfen wer- Lden. Das Schiff ist wahrscheinlich verloren.
Haag, 5. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Im Monat August wurden 62 Minen angespült, davon 46 englischen, 10 deutschen und 6 unbekannten Ursprungs. Die Gesamtzahl der feit Beginn des Krieges angespülten Minen beträgt 1279 , wovon 702 englischen, 62 französischen, 229 deutschen und 386 unbekannten Ursprungs waren.
Der Aufstand in Nlederländisch-Indien.
Haag. 5. Sept. (WTB.) Amtlich wird bekannt gegeben: Dein Generalgonvernenr vvn Niederländisch-J'ndien wurde telegraphisch berichtet, daß der Kontrolleur Walter mit seinem Personal Und den Mannschaften der bewaffneten Polizei in Sörolangeou ' i bei worden sind. Sonntag nachmittag 65 Mann vvn Tandjvng—Priok nach Palembang abgegangen, gestern zwei Zwmpagnien Jnfaitterie.
Haag, 5. Sept. (WTB.) Nach einer Meldung des „Tele- aranf" mis Wellevreden wird ans Möaratebo berichtet, drrß die Europäer flüchten. Ein befestigter Ort wurde in Brand gesteckt Ans Batavia sind Teile des zelxnten Bataillons abgegangen, wntcrr^ erlangen mit Artillerie werden folgen. Man will euren stterrurg durch das anfftändische Gebiet unternehmen.
Haag, 5. Sept (WTB. Nichtamtlich.) 'Das Kolonia!- nnnln'-irmn hat die telegraphische Mitteilung erhalten, daß hie Europäer in Wosuvatebo in Sicherheit sind
Japan imö Ctzlna.
Peking, 5. .Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Reutermeldung. Der japanische Gesandte hat der chinesischen Regierung am Samstag eine Note überreicht, in der die Bestvasung der für die Vorfälle in Changcyiatung verantwortlichen Personen und Maßregeln zur Verhütung der Wiederholung eines solchen Zwisck)en- falles gefordert wird.
Roller d a m, 5. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Der Maas- bode veröffentlicht eine Meldung der Central News aus Tokio, nach fbcr chinesische Truppen in der Mongolei neuerdings auf die Japaner gefeuert haben. Beide Parteien hatten Verluste.
Aus dem Reiche.
Die Parteiführer beim Reichskanzler.
Berlin, 5. Sept. Am heutigen späten Nachmittag findet ftn Reichskanzlerpalais eine Zusammenkunft der Vorsitzenden aller Reichstagsfraktionen statt. An ihr werden voraussichtlich teilnehmen: Graf Westarp von den Konservativen, Freiherr von Gamp von der Deutschen Fraktion, Dr. Spahn und Fehrenbach vom Zentrum, Bassermann von den Nationalliberalen, von Paper von beit Fortschrittlern, Scheidemann und Eüert von den Sozialdemokraten, sowie die Vorsitzenden von den kleineren Fraktionen. Bei der Zu- sammenkunft wird der Kanzler Gelegenheit nehmen, den Führern der Parteien einen Ueberbluk zu. geben über unsere gesamte militärische und irmerpolitische Lage. Hieran wird sich ein Meinungsaustausch knüpfen. Weiter wird die Zusammenkunft Stellung nehmen zu dem Termin des Zusammentritts des Reichstages.
Berlin, 5. Sept. (Pttv.-Tel. der Franks. Ztg.) In der heutigen KPnfererkz der Parlamentarier mit dein Reichskanzler beschäftigte sich der Reichkan-ler bei seiner Uebersicht übey die allgemeine militärische Lage it. a. auch mit der Beteiligung Rumäniens am Weltkriege. Dabei machte der Reichskanzler die Mitteilung, daß der Chef des Generalstabes, Generalfeldmarschall p. Hindenblurg sorvie General v. Ludendorsf sich übereinstimmend dahin ausgesprochen hätten, daß die allgemeine militärische Lage gut sei imd zu keinerlei Befürchtungen Anlaß gebe. Selbstverständlich hätte der Einttttt RuTnäniens in den Weltkrieg D-eutschland eine gewisse Erschwerung gebracht, aber das gute Endergebnis des Krieges werde er gewiß, nicht in Frage stellen. An eine Heraufsetzung der militärischen. Altersgrenze tverde ebenfalls nicht gedacht und das ist ebenfalls ein gutes Zeichen. Allgemein zuversichtlich sei auch die Stimmung bezüglich der fünften Kriegsanleihe.
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Breslau, 5. Sept. (WTB.) Ter konservative Landlags- abgeordncte Gras Harr ach, Landrat a. D, Vorsitzender des d ei lisch Ion sc rvaliv^i Vereins für Schlesien, ist häute, laut Schlesr- scher Mvrgenzeittmg, auf seiner Besitzung Groß-Sägewitz iw Älter von 77 Jahren gestorben.
Aus Stadt »rnd Land.
Gießen, 6. September 1916.
Nur ein gutes Ergebnis der Kriegsanleihe kann den Krieg abkürzen.
Wenn zum Kricgführen Geld gehört, kann man dann sagen, daß der Kr i aufhöre, wenn die Gelder'dem Vaterlande vorenthalten werden?
Nein! Das wäre ein verkehrter Schluß. Nur wer zeichnet, hilft den'Krieg abkürzen, denn:
1. Deutschland steht mit^dem Betrag an freiwilligen festen Anleihen an der Spitze "von allen kriegführenden Staaten, Es ließ selbst England und Frankreich weit hinter sich zurück und hat.der ganzen Welt ein Zeugnis von geschlossener Kraft, unerschütterlichem Vertrauen und festem Willen gegeben. Tein Feinde 'aber hat es gezeigt, daß alle .Hoffnungen aus ein Wirt- schastliches dttederriugen Deutschlands hinfällig, sind.
2. Unbestritten haben Frankreich, Rlchländ und Italien mit ihren Kriegsanleihen emcit Mißerfolg gehabt.
3. Hat deshalb der Krieg aufgchött oder auMren müssen?
4. Nein! Und zwar deshalb hat er nicht mifhüren müssen, weil es.zur Not auch rmch andere Mege der Geldbeschaffung gibt, loenn das Volk die freiwilligen langfristigen Anleihen nicht zeicharet. Diese anderen Wege entsprechen zwar nicht den Anforderungen einer gediegenen, auf die Tauer gesund zu erhaltenden Owldwirtschrft. Wer danach fragten diese Feinde nicht. Sie wissen Darlel>en für ganz flirre Dauer mit baldiger Rück- zahttnlg zn erlangen, oder sie drucken im Uebermaß Bankiwten. Das sind Schuldscheine, die drücken und irgendeinnial eingelöst werden müssen. Letzten Endes körmen sie aurch noch. Zwangs- anlcihen machen. Das Vettrnnen der deutscherr Volksgenossen und die Kraft des deutschen Geldwesens, die gefüllten Kassen der Geldanstalte^r haben uns bisher zunr größten Schmerz des Feindes davor bewahrt, einen ächrlichen Weg ungesunder Geldbeschaffung zu gehen. Sie bewahren uns auch jetzt wieder davor, werm wir rmr wollen und nicht in einer falschen Vorstellung uns von der Kriegsailleihe zurücklialten. Halten wir uns.zurück, so hört der Krieg nicht mrs. Was wir mit der Zurückhaltung -erreichen, ist lediglich das, daß wir unter ungünstigeren, d. h. erschwerten Bedingungen weiterkämpsen müssen. Unter erschvetten Bedingumgen deshalb, tveil der Feind ein Nachlassen unseres Könnens und Wollens annehmen würde. Ein gllttes Ergebnis der neuen Kriegsanleihe wird dagegens auf das Äljuslcmd um so wuchtiger wiüken, als der Feind die Hoffnung, der eine oder andere neuttale Staat vielleicht die Meinung l>at, daß es nach dem glchltzenden Ausstieg unserer geldwittschastlichen iKraft nun rasch abwärts gehen werde. Wer die Abkürzung des .Krieges, die ^Abkürzung der Nöte urrd Leiden des bluttgen Ringens sich und den kämpfenden Angehörigen wünscht, der muß. hiernach folgerichtig zur Zeichnuirg der Kriegsanleihe erpmntern und selbst mit seinen Mitteln zum Erfolge beitragen. Wer anders handelt, wer die Zeichmmg imterläßt oder abrät, versündigt sich am Volke, denn er verlängert dessen Leiden. Die Gri'inde daft'lr sind im Vorstehenden entwickelt und können vmc jedem, wie man meinen sollte, leicht nachgeprüft werden.
Liegt es im übrigen allein an dem guten Willen Deutschlands, den Krieg zu beendigen? Ist es nicht vielnkehr so, daß wir uns immer noch der wild vvn allen Seiten anstürmenden Feinde zu crwehrerc haben, um sie von der Verwüstung und Vernichtung alles dessen, was uns lieb und teuer ist, mit eisenbewehrter Faust abzuhalten r Wie möchte der Frieden aussehen, wenn wir ilftr jetzt von den Feinden erbitten wollten? Kann es fi'tr einen einsichtigen Mensckfen im deutschen Reiche da wirklich noch einen Zweifel geben? Nein! Ein großer Erfolg der Kriegsanleilie wird die Bedeutung eines Sieges haben und unsere Stellung im tvetteren Kargps und in den Friedensverhandlungen stark erhalten. /
(Nachdruck erbeten!) W
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Kartoffelpreise. /
Das Kriegsernähpungsamt hat seinerzeit bekamttgcMben, daft der Berbrcuccherpreis für Kartoffeln zum Einkellern im .Herbst den Satz von etwa 4,75 Mark und zum Kleinvcrkauf während des Winters von et)va .5,50 Mark je Zentner nicht überschreiten solle.
Die Verhandlungen über die zur Erreichung dieses Zieles zu treffenden Maßnahmen, insbesondere auf dem Frachtgebiet sind nunmehr abgeschlossen. Fast alle Staatseisenbahnverwaltungen haben sich schon bereit erklärt, den .Höchstftaüstsatz für Kartoffeln, der bisher 50 Pfennig je Zentner betrug, auf 25 Pfennig herabzusetzen. Das Reicki erstattet denjenigen Gemeinden, deren Fracht- aiufirendungen in der Zeit vonr 1. Oktober 1916 bis zum 15. August 1917 trotz der Frachtermäßiginig noch mehr als 16 Pfennig im Durchschnitt betragen, den Mehrbettag. Die Gemeinden habem also infolge dieser erheblichen Leiskun-gen Oim Staat und Reich für die von ihnen auf Anweisung der Reichskartoffelslelle bezogenen Speisekarlöffeln 'vom 1. Oktober 1916 ab im Höchstfälle 15 Pfennig Turchschnittssracht'zu entrichten. Die Reichskartoffelstelle wird vonc 1. Oktober .1916 ab die von den Bedarfs gemeinden an die
^le)erungsttei,e zu zaplenoe VermirlolungsgeVuyc, oce ,ett oein! Februar 191(1 25 bcs 30 Pfennig betrug, aus 20 Pfennig für den Zenttrer l-erabsetzen. Da nur Orte, gesunde, verlesene Kartoffeln dem Erzeuger mit 4 Mark zu bezahlen und für Minderwert AL- züge zu machen sind, können den Gemeinden irgendwie erhebliche Verluste bis zum Eüttellern kaüm erwachsen. Die Kosten für Anfuhr zum Keller, Sackbenutzung nsw. liegen örtlich oerschi^ren. Verhandlungen mit den Bedarfs verbänden mit dem Ziel, üah der eingangs gedachte Preis überall innegehalten wird, sind etngdeiteU
*
** Un ser neuer Roman, der in: hentigen Familienblatts beginnt, „Der RadrumvuMrn" von White und Adams, ist ein hochinteressantes Beispiel einer bcksonderen Abart der modernm Literatur, die in manchen Zügen an Jüt-es Verne erinnert. Es ist eins der Webte, die aus dem starken Ptzantasiededürfnis und der Aden teurer lu st entstanden sind. Die wissenschaftliche Voraussetzung des RvTnans hat ettvas Gewaltiges, Faszinierendes. Ein deutsckier Gelehrter ist auf der Suche nach der Quelle aller Erdenkraft^ nach einem Stoff, der die Radiumwnnder in höchster Potenz in sich vereinigt. Tie Geschichte gibt ein scharf gezeichnetes Männerdasern von großer Spannung. Der Romain ist inr Hinblick ans den deutschen Entdecker- und Erfindergeist der WelÄnegs-eit und dem sich in dem Werk ab spielenden Kampf eines deutschen Gei steshelden mit der Natur und rohen englischen Bvlkselernennen voir besonderem Interesse.
**' Personalnachrichten der O be r - P ostdirek - tivn in Tarmstadt. Verliehen wurde das Eiserne Kreuz
1. Kl. dem Hauptmann d. R. Vize-Postdirektor Frisch aus Fried
berg (Hessen); das Eiserne Kreuz 2. Kl. den FeldpostsekretäreNj L i p p s aüs Offenbach (Main),. Re i d e l aus Mainz und Mundschenk aus Tarnrstodt und dem Unteroffizier d. R., Postsekretär Becht aus Darmstadt; die Hessische Tapferkeitsmedaille dem Feldwebel-Leittilant, Ober-Posta ssistmt Sei pp aus Bingen (Rhein) und dem Telegraphisten. Postgehilfe Steffens aus Gwß-Gevau; das Hess. Kriegsehrenzeichen dem Hauptmann d. L., Vize-Postdire'ktor Roos in Darmstadt. Ferner beim Scheiden aus dem Dienst: das Hess. Allgemeine Mrenzeichen mit der Inschrift : „Für langjährige träte Dienste" dem O derb riefträger
Finkernagel in Ruppertenwd rmd dem Briefträger Adam in Wonsheim. ZumOffizierdesBeurlaubtenstandcs wurde befördert: der Postaffiftent Ludtvig Weber ans Groß- Gerau.^ Ernannt wurde zum Vize-Posddirekbvr der PostiinsPektor Seelig in Gießen. Angenommen wurde znm Postagenten der Ortseinnehmer Karl Stahl in Kailbach (Odvnw.) Freiwillig a u s g e s ch i e d e n ist der Po-stagent Konrad Stahl in Kailbach (Odenw.) Entlassen wurde der Telegraphengehilfe Scherer in Bad-91auheim. Vor dem Feinde gefallen ist der Leutnant der Reserve, Posteleve Herbst aus .Tarmstadt.
** Warnung vor ausländischen Kaffee-Ersatzmitteln. Der Kriegsansschuß für Kaffee, Tee und deren Ersatzmittel. G. nt. b. H., Berlin, macht den Kaffee- und Kassee-Ersatz- mittel-Handel aus folgendes ausnrerksam: Es werden in letzter Zeit vielfach ausländische Kaffee-Ersatzmittel zu sehr hohen Preisen an geboten, welche dem Wett der Ware nickü entsprechen. Da in Teittschland für Kaffee-Ersatzmiscl-uicgen Richt preise festgesetzt sind, liegt es' im Interesse der Firmen, welche ausländische Kafseo-iErsachnittsl einM)ren, die Angebote möglichst unter Vorlage von Mustern dem .Kriegsausschuß vor dem Kauf der Ware zur Begutachtung einzusenden.
** Weiteres ü b e.x S ü ß st o f f (Saccharin». Gelegentlich wird der Fehler gemacht, daß künstlicher Süßstoff in festem Zustande (direkt als Kttstall-Süßsloff oder als Täfelchen) gekostet wird. Ties sollte vermieden Iverden, weil derartige Süß - stofszubereitungen fonrie starke Süßstosflöjungen auf der Zunge einen, unangenehmen, lange haftenden. Nachgeschmack verursackMc Man f o ft e daher Süßstoff nur in verdünnten! Lösungen! Speisen, die gekocht werden, süßt ntmt zweckmäßig erst n a ch dem Kochen mit Süßstoff oder besser mit einer. Slißstosslöffmg, weil sie sonst einen bitteren Geschmack lwkonnn-en können. Jtl den nur 110-sach süßeir Täfelchen ist der Süßstoff mit etwas doppelttohletn'aturem. Natron gestreckt. Daher entwickettl die Täfelchen beim Auflösen in sauren oder heißen Flüssigkeiten etwas Kohlen scütre.
** Beim Papier der amtlichen Postkarten wird neuerdings darüber geklach. daß .bei Anwendung von Tinten- s ch r i f t die Buchstaben nickst inaner die bisher gemofynte Deutlich- seit zeigen rcnd auch ber Herstellung Vvir UiNdrucken mit Kdpiettinte gewisse Erschwernisse auftreteri. Diese ErscheiNuingen hängen nickst ttwa -mit Sparsanfteitsmaßnahnren der Postverwaltung zusammen, sondern sind in Schwiettglkeiten begründet, die sich bei Herstellung des Papiers tn den Papierfabrik^: ergeben haben, und die als eine unabwendbare Begleiterscheinung des Ktteges hingenommen werden müssen.
'*Oeffentliche Bücherhalle. Im Tl u g u st wurden 2465 Bände ausgeliehen. Davon kommen auf: Erzählende Literatur 1508, Zeitschriften 146, Jugendschriften 215, Literaturgeschichte 18, Gedichte und Dramen 42, Länder- und Völkerkunde 57, Kulturgeschichte 21 , Geschichte und Biographien 146, Kunstgeschichte 34, Oiaturwisselffchaft und Technologie 146, Heer- und Seewesen 20, Haus- lind Landwirtschaft 19, Gefundheitslehrc 15. Religion und Philosophie 57, Slaatswisfenschast 16, Sprachwissenschaft 3, Fremdsprachliches 12 Bände. Nach auswärts kamen 32 Bände.
**Ihre Silberne Hochzeit feiern am 9. September Stadtverordneter E. Krumm und Frau Elisabeth, geb. Klein.
** Pfleger gesucht. Die Direktion der Klinik für psychische und nervöse Krankheiten Gießen bittet dringend um lvteldungen von männlichem Pflegepersonal.
Landkreis Gießen.
Großen-Buseck, 6. Sept., Der Sanität« - Gefreite Christian Wagner im Res-Jnf.-Rgt. Nr. 118 wurde vor kurzem mit de,n Hessischen SanilätS-Verdienstkreuz alisgezeichnet und ist am 2. September zum SanitälS-Unterosfizier befördert worden.
-m- Großen- Lin den, 6. Sept. Einen sästwen Erfolg hatte unser Turnverein bei dem zweiten Kttegswetturnen des Turn- gaue« Hessen ans ber Hardt. Vvn 16 Durnsrn konnten 14 als Sieger, zum Tell mit hohen Preisen, heimkehren. Unter den aktivetc Turnern errang Otto Hof mann den 8., Gffreiter Bernhard Gaß mann den 10. Preis. In der Oberstufe der Zöglinge holle Wilhelm Röhn öen 3 Preis, Ludwig Volk den 7., Albert Feiler den 9., Will)elnr (Größer detr 14. und Wilhelm H o f m a n n den 16. Preis. Bei bat Zöglingen der Unterstufe erhielt Wilhelm Fab er den 38., Karl Sei pp d«rt 40., Mlhelm Keil den 52., August Becker und Ludwig Fab er bea, 56. Preis. Bei dem Schülettunren endlich bekam Wilhelm Weiß den 3., Heinnch Ke stier beu 30. Preis.
th. Li n den strinth, 6. Sept. In den letzten Taget! wurden iridber zwei Söhne unserer Gemeinde mit dech Eisernen Kr^nrz
2. Klasse ausgezeichnel. Es fitib dies die Vriider Karl und Otto $8 e i ß, Söhne des Ludwig Weiß. Ter Erstere wicrde bei KHiegs- begimt als Ersatzveservist einge-oglett und kämpft seit längerer Zeit am Hartmannsweiler Kops. Otto Weist zurzeit wohnhaft in Giroßen-Bvtseck, erwarb sich die Auszeichnung als Vtzewackstmeister in den Kämpfen an der Somme. Er ist attch bevetts Inhaber der Hess. TaisterkcttsMedaille.
K S t e i n h e i m b. Hungen, 5. Scpt. Mit dem Eisernen ftreu# ausgezeichnet wurde der Gefreite der Res. Rnd. Hof mann von hier vom Res.-Jnf.-Regt. 206. Er ist auch bcweits Inhaber der Hessischen Tapfetteitsmedaille. Zu KTiegsbeginn zog er mit dem Fnf.-Re.tzt. 116 hinaus und wurde in det» ersten Schlacht bei Anloy verwundet. Seiire zweite Verwnujduug zog er sich in der Durch- bruchsschl<rckst in Galizien zu. Fetzt ist er als Krtegsbeschädigter im Forftdtenst beschäftigt.
' U l p h e , 5. Levt. Dem Armiernngssoldaten Hrch. Stork ivurde die Hessische Tapfcrkeitsdenkmünze verliehen.
* Utphe, 5. Sept. Schwer geprüft wird die Fantilie deS Friedrich Feuerbach II. Der älteste Selm stand an der Westfront und ist seit 10. September i9!4 vermißt. Nun ist auch der zweite Sohn Fetrerbachs von deinselben Schicksal ereilt worden. Er stand an der Ostfront und ist seit 80. Znli d. Jü. vernntzt. Feuerbach selbst erlitt während des Krieges einen ernsten Unfall, demzufolge er landwirtschaftliche Arbeiten kaum ausführen kann.


