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4.9.1916 Erstes Blatt
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Erster Blatt M. zayrgang

Montag, 4. Leptevrber W

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General-Anzeiger für Oberheßen

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'iche» Unis.-Buch- und Steindr"^rei R. Lange. Schristleitung, Seichäftsstclle und Druckerei: Lchuipr. 7.

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SR.m3Cu

Zeppelinangriff auf London.

Einmarsch in die Dobrudscha. Die Ententeflotte im Piräus.

Ätite Luftschiffangriffe auf England.

B^er l i n, 2. Sept. (WTB. Amtlich.) In der Nacht zum 3.September haben mehrere Marineluft schiff-Ge- fchwader die Festung London, die befestigten Plätze Yarmouth und Harwich, sonne Fabrikanlagen von militärischer Bedeutung in den südöstlichen Grafschaften und am Humber ausgiebig mit Bomben belegt. Die gute Wirkung der Angriffe konnte überall an starken Bränden und Explo­sionen beobachtet werden. Sämtliche Marineluftschiffe sind trotz starker Beschickung unbeschädigt zurück­gekehrt. Gleichzeitig fand ein Angriff von Luftschiffen des Heeres auf Südengland statt.

Der Chef des Admiralstabs der Marine.

Berlin, 2. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Major Bcrird erklärte lautBasler Nachrichten" vom 23. Llügust 1916 im Unterhaufe, die Alliierten hätten insgesamt 35 Zeppeline vernichtet. Es wäre interessant, wenn Major Baird sich die Mühe gäbe, die Behauptung durch nähere Angaben von Ort unö Zeit bÄveiskväfttH KU ergänzen. Die Antwort wird er aber wohl ebenso schnldrg bleiben, wie die amtlichen eng­lischen und französischen Stellen, die mit Zahlenangaben und Erfolgen auf dem Papier stets sehr schnell bei der Hand sind, es gegenüber der deutschen Aufforderung getan haben, die Zahl der nach ihrer Behauptung erbeuteten deutschen Flugzeuge durch die Angabe von Namen der Be­satzung und Nummern der Flugzeuge zu beweisen. Wie wir von maßgebender Seite erfahren, hat Deutschland seit Beginn des Krieges nur etwa den vierten Teil der von Major Baird angegebenen Zahl von Luftschiffen verloren.

i *

(WTB.) GroßrS Hiauptguartier, 2.September. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Nördlich und südlich der Somme dauerte der scharfe Artilleriekampf an. Im Abschnitt Foureaux-Wald Longueval fanden Handgranatenkampfe statt. Westlich von Maure pas blieb ein französischer Vorstoß erfolglos. Bei Esteses wurde gestern abend ein noch in Feindeshand befindlicher Graben wieder genommen.

Rechts der Maas lebte die Feuertätigkeit zeitweise er- htblkch auf.

Oestlicher Kriegsschauplatz.

Front des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern.

Die Russen setzten ihre Anstrengungen südwestlich von Luck gegen die unter dem Befehl des Generals Litzmann stehenden Truppen fort. Ihre mit vielfacher Ueberlegenheit geführten und oft wiederholten Angriffe hatten vorüber­gehend bei Kroytnica Erfolg. Durch unseren Gegen­angriff wurde der Feind in Unordnung zurückgeworfen. Wir haben hier gestern und vorgestern zehn Offiziere, ein­tausend einhundert Mann gefangen genommen und mehrere Maschinengewehre erbeutet.

Nördlich von Zborow gewamren unsere zum Gegen­stoß angesetzten Truppen Boden.

Nordwestlich von Maryampol (am Dnjestr) wichen vorgchende russische Kräfte im Artilleriefeucr zurück.

In den Karpathen sind zahlreiche Teilunterneh- rmwgen des Gegners gescheitert. Der Erfolg schlesischer Truppen am Kukul wurde erweitert-, die Zahl der Ein­gebrachten Gefangenen erhöhte sich auf zwei Offiziere, d r e i- hundertdreiundsiebzig Mann, es sind sieben Ma­schinengewehre und zwei Minenwerfer erbeutet.

Balkan-Kriegsschauplatz.

Keine besonderen Ereignisse.

Der erste Generalguartiermeisler Ludendo rff.

(WTB.) Großes Haupt guartier, 3.September.

(Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Die A rti lleri esch lacht im So mmegebie t hat größte Heftigkeit angenommen. Zwischen Maurepas und Ctery sind gestern abend starke französische An­griffe zusammen gebrochen.

Rechts der Maas find dem auf die Front Thiaumont Baux ausgedehnten Vorbereitungsfeuer beiderseits der Straße VauxSouville feindliche Angriffe gefolgt. Sie sind abgewiesen.

Oestlicher Kriegsschauplatz.

Front des Generalfeldmarfchalls Prinzen Leopold von Bayern.

Nördlich von Zborow fetzten gestern erneut starke russi­sche Kräfte zum Angriff an. Die tapferen, unter dem Befehl des Generals von Eben stehenden Truppen haben sie, zum Teil im Bajonettkampfe, restlos zurückgeschlagen.

Front des Generals der Kavallerie Erzherzog Karl.

Oestlich und südöstlich voll Brzezany entspannen sich örttich begrenzte Kämpfe. Feindliche Angriffe wurden ab­gewiesen. Das Gefecht ist an einzelnen Stellen noch im Gange.

In den Karpa the n richteten sich die russischen Unter­nehmungen gestern hauptsächlich gegen die Maaura und die

Höhenstellungen südöstlich davon. Sie hatten keinen Erfolg. Dagegen blieb die Ploska-Höhe (stidlich von Zielno) nach mehrfach erheblichen Anstrengungen des Gegners in seiner Hand.

Beiderseits der Bistritza im rumänischen Grenzgebiet traten Deutsche und Oesterreich-Ungarn mit feindlichen Vor­truppen in Gefechtsführung.

Balkan-Kriegsschauplatz.

Die Dobrudscha-Grenze ist zwischen der Donau und dem Schwarzen Meere von deutschen und bul­garischen Truppen überschritten. Der rumä­nische Grenzschutz wurde unter Verlusten für ihn z u rück - geworfen.

An der mazedonischen Front keine Ereignisse von Be­deutung.

Der erste Generalguartterrneister Ludendorff.

Wir wissen nicht, was in Griechenland zurzeit vorgeht, sondern nur, was die Presse der Entente darüber zu be­richten geruht. Aber daß dort mit allen Mitteln, der Be­stechung, Erpressung, Drohung und Gewalt gearbeitet wird, um das unglückliche Land dem Vierverband dienstbar zu machen, das Hellenenvotk unter Sarrails Kommando zur Schlachtbank zu führen, das geht sogar aus den frisierten Londoner und Pariser Meldungen hervor. Engländer und Franzosen machen den Staatsstreich und Matter und Ha Vas die Musik dazu: Staatsstreichmusik.

Mit den Balkanplänen der Entente ist es nicht ganz so fahrplanmäßig gegangen, wie es gedacht war. Sarrails buntgemischte Armee, die nach französischen Blättern an­geblich 400 000 Mann, darrmter 300 000 Mann Kampf­truppen, stark sein soll, hat trotz des scharfen Drucks von London und Paris noch nicht der: Mut zu einer ernsthaften Offensive gewinnen können, und selbst der Zulvachs durch das rumänische Heer schtnur Sarrails Siegeswillen noch nicht sonderlich gestärkt zu haben. Auch die Griechen sollen noch mitmachen^ denn, so kalkulieren die britischen Ge- sck>äftspolittker, jeder tote Grieche ergibt in der Schlnß- bilanz einen.lebendigen Engländer.

Die rücksichtslose Brutalität, nrit der die Entente unter Mißachtung aller Völker- und Menschenrechte in Griechen­land schaltet und waltet, um ihr Ziel zn erreichen, ist so himnielschreiend, daß man eigentlich einen geharnischten Einspruch aller Neutralen erwarten sollte, wenn es noch Neutrale gäbe, und wenn nicht die Völkernroral in diesem Weltkriege so gründlich Schiffbruch gelitten hätte. Die Art, wie der Vierverband die geknechteten Hellenen, denen man nur für je zwei bis drei Tage Nahrungsnttttel ins Land läßt, um die Hnngerpeitsche desto wirksamer schwingen zu können, gewaltsam in den Krieg zn treiben sucht, steht in der Geschichte aller Völker und Zeiten ohne Beispiel da. Das sind erst Errungenschaften dieses Weltkrieges, in dem Eng­land und seine Trabanten, von den Russen angefangen bis zu den Hottentotten,für die Freiheit der Nattonen und für die europäische Zivilisation" kämpfen.

Wie weit die Dinge in Griechenland schon gediehen sind, läßt sich von hier aus schwer beurteilen, denn Eng­länder und Franzosen haben das Land von Europa ab ge­schnürt, und Reuter Und Havas machen jetzt öffentliche Meinung. Die Meldung, daß König Konstantin bereits zugunsten des Kronprinzen abgedankt habe, ist offenbar zn durchsichtigen Zwecken in die Welt gesetzt, und der Wunsch dürste hier wohl der Vater des Gedankens sein. Aber was noch nicht ist, kann werden, wird wohl werden, denn der Staatsstreich der Sittente, der durch den Putsch in Saloniki eingeleitet wurde, zielt zweifellos auf den Sturz des Königs, auf ben man durch die Landung der Entente flotte in Piräus den nötigen Druck ansz-u.üben hofft.

Die Pariser Blätter verraten offenherzig, wohin die Reise geht. WennL'Oevre" weissagt,bk Partie geht zu Ende, Griechenland muß ausspielen, wird es den König fort­werfen?", und wenn der LyonerNouvelliste" das Leben des Königs für schwer bedroht hält (natürlich nur gesundheitlich) und versichert, König Konstantin könne bei aller Pflege kaum hoffen, noch ein Jahr zu leben, so sieht man, daß der Vier­verband aus seinem Herzen keine Mördergrube macht. Oder doch eine Mördergrube! Auch wir halten das Leben des Königs für schwer bedroht. Man kann ihn zwar nicht wie Sir Robert Casement henken, aber die Brandstifter von Tatoi könnten auch einmal besseren Erfolg haben. Die vor mehreren Monaten veröffentlichten Briefe aus der englischen Gesandt­schaft in Athen brachten es ja deutlich zum Ausdruck, daß man den König, das größte Hindernis für die brttischen Pläne, aus dem Lande jagen müsse. Und in Benizelos und seinen von der Entente bezahlten Parteigängern hat man gefügige Werkzeuge.

Der König von Rumänien ist den Drohungen der Entente und der bezahlten Kriegshetzer im Lande gewichen. Er wollte lieber den Thron als die Ehre behalten und brach den Bundesvertrag, brach die Treue. König Konstantin hat bisher auch dem stärksten Druck ftaitt>gehalten. Und er weiß, daß er sich dabei auf einen großen Teil des Volles stützen kann, das gerade jetzt durch erneute Kundgebungen seinen Neutralitätswillen bekundet hat. Aber die Venizelisten- Partei verfügt über reiche Geldmittel, und gestützt auf die Armee Sarrails, die sich bisher nur gegen die griechische Front wendet, "nd auf die drohend im Piräus

aufmarschierte Flotte, glaubt sie den Kumpf anfnehmen zu können: Griechen gegen Griechen und vor allein gegen den König. Wird es gelingen, was bisher noch nie gelang, ein Volk gegen seinen Willen zum Kriege zu zwingen? Wird dem Staatsstreich der Entente Erfolg be- schipden sein, und welches Schicksal erwartet dabei den be­klagenswerten König Konstantin? Das sind drei Fragen in­haltsschwer, auf welche die nächsten Tage wohl die Antwort bringen werden. Aber stehen wir hier vor drei großen Frage­zeichen, so ist uns doch eines gewiß: Ein Volk, das so wider­strebend wie die Griechen zur Schlacht, zur Schlachtbank ge­führt wird, könnte als militärischer Faktor unmöglich hoch eingeschätzt werden, könnte nur einen sehr fragwürdigen Machtzuwachs für unsere Gegner bedeuten.

Die österreichisch-ungarischen Tagesberichte.

Wien, 2.Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wirb verlautbart: 2. September 1916.

O e ft l i ch e r Kriegsschauplatz.

FrontgegenNumänien.

Bei Orsova haben wir gestern unsere Truppen nach fünftägigen heftigen Kümpfen auf Vas Westufcr der Cserna zurückgenommen. Bei Nagy Szrben (Hermannstadt) und nördlich von Brasso (Mönstadt) folgt der Gegner nur zögernd. Im Gyorgyo-Gebirge entwickeln sich neue Kämpft.

Heeresfront des Generals der Kavallerie Erzherzog Karl.

In der Bukowina und in den galizischen Wald- karpa 1 hen wiesen österreichisch-ungarische und deutsche Streitkräfte zahlreiche russische Vorstöße ab. Auch rwrdwest- lich voll Maryampol scheiterten schwere Angriffe des Feindes.

Bei Zborow stellte ein Gegenangriff die Lage wieder her.

Her res front des Genera lfeld mar schal LS Prinzen Leopold von Bayern.

Die aus deutschen und k. und k. Truppen bestehende Armee des Generalobersten von Tersztyanszky wurde gestern nordöstlich und südöstlich von Swiniuchi erneut heftig an­gegriffen.

Der Feind drang in das Dorf K o r i t n i c a cm, inutzte aber vor einem umfassenden Gegenstoß in Ururrdnung zurück- weichen. Er ließ 10 Offiziere, 1100 Mann und mehrere Maschinengewehre in der Hand der Verbündeten, seine blutigen Verluste sind außerordentlich schwer.

Italienischer KriegSschanplatz.

Die Geschütz- und Minenwerferkämpfe an der küsten- ländischen Front danerteil in mehreren Abschnitten mit wech­selnder Stärke fort und erstreckten sich auch auf den Raum von Blava.

Im Plöcken-Abschnitt schritt der Feind nach sehr hrf- ttgem Artilleriefeuer zum Angriff mif den Kl. Pal. Er drang hier in einen Teil unserer Stellungen etu, wurde aber durch Gegenangriff wieder vollständig hinausgeworfen.

An der Tiroler Front scheiterten mehrere Vorstöße schwächerer italienischer Abteilungerl am Rufreddo und ein zweimaliger Angriff des Gegners auf den Eivaran.

S ü d ö st l i ch c r Kriegsschauplatz.

Oestlich von Vlora (Valona) drang eine itakkenifche Kraftgruppe über die Vojusa vor. Sie wurde in Front und Flanke gefaßt und in zweitägigem Gefecht zurückgeworftn.

Die Do nauflo t ti lle versenkte in der unteren Donau ein rumänisches Kanonenboot.

Der Ssellvertreter des Chefs des Generafftabs v. Höfer, Feldmarschalleutnam.

Wien. 3.Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 3. September 1916.

Oestlicher Kriegsschauplatz.

Front gegen Rumänien.

Die feindliche Arttllerie richtete gestern ihr Feuer gegen Nagy Szeben (Hermannstadl). Im Gyorgya-Gebiet fühlten die Rumänen gegen unsere Stellungen vor. Unsere Artillerie trieb die feindlichen Erkundungsabteilungen zurück. Sonst bei unveränderter Lage keine besonderen Ereignisse Heeresfront des Generals der Kavallerie Erzherzog Karl.

Südlvestiich von F u nd u l M o l d o v i und westlich von Moldawa schlugen unsere Truppen mehrere russische An­griffe zm'ück. Der Berg Ploska südwesttich von Rafai- lowa wurde von den Russen nach erbittertem Kampfe ge­nommen. Südöstlich von Brzezany scheiterten gestern mehrere starke russische Vorstöße. Heute setzte der Feind er­neut zmn Angriff an.

Heeresfront des Genera lfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern.

Nördlich von Zborow vereitelten deutsche Truppen der Armee des Generals von Whm-Ernwlli einen Augriffs- versuch des Feilldes. der nicht aus seinen Gräben herauskam. Italienischer Kriegsschauplatz.

An der küstenländischen Front halten die Geschützkämpfe in mäßiger Stärke an.

Im P cken-Mschnitt trat nach dem von uns ab­geschlagenen Angriff zunächst Ruhe ein: daun lebte die Ar- tillerietütigkeit wieder mrf. An der Front Ndlich-desLieE-