Hr. 200
Zweiter Blatt
X66. Jahrgang
Erscheint iSzkich mit A«Sn«chme des Sonntag«.
Die „Gietzener Lamillesbrstter" werden dem »Anzeiger^ viermal wöchentlich beigelegt, das „Ktettfclaö für den Kteis Stehen" zweimal wöchentlich. Die ..randwittfchofttjchea -elt- tr«ge«" erscheinen monatlich zweimal.
General-Anzeiger für Gberhejsen
Samstag. 26 . August Mb
Rotationsdruck und Verlag der Brühl'jchea Universitäts-Buch- und Steindruckerei.
R. Lange, Gießen.
Schriitleitung,Geschäftsstelle ».Druckerei: Schul» straße 7. Geschäitssi-lle u.Verlag.-E^g^öl,Schrift« leitung: Adresse für Drahtnachrichten'
Anzeiger Gießeru
Aus der
Geschichte des yan-els-U-Soots „veutschlanü".
. ß " be des Jahres 1915 haben sachkundige Reeder und Jndustrrclle festzustellen versucht, ob es möglich sei, ein U-Boot als Handelsschiff zu erbauen. Die U-Äoote unserer Kriegsflotte hatten bereits Entfernungem, wie die von Wilhelmshaven bis Konstantinopel ohne Anlaufen zurnck- gelegt. Es kani nun darauf an, der Idee des Handels- U-Boots Kraft und Ziel zu geben und sie praktisch zu verwerten. Es fragte sich jedoch zunächst:
1. ob die Nutzladung, die ein solches Unterseeboot tragen ronnte, die hohen Baukosten und das große Risiko einer Fahrt über den Ozean aufwiegen würde und
2. ob die Boote rasch genug gebaut werden könnten, um noch im Kriege in Tätigkeit zu treten.
Diese Fragen wurden rasch bejaht.
Während die Ausführung eines Tauchbootverkehrs mit Amerika ulrd anderen neutralen Ländern von Unserer hanseatischen Kaufmanuschaft, insbesondere Herrn Alfred Loh- marrn in Bremen, erwogen lourde, waren gleichzeitig bei unserer Industrie, und zwar bei der Friedrich Krupp/ Germaniawerft in Kiel, ähnliche Pläne gereift. Die Ger- maniawerft hatte ein U-Boot von etwa 600 Donnen entworfen, das in ganz kurzer Zeit erbaut werden sollte. So wurde der Bau von zwei derartigen Unterseebooten beschlossen. Ein Syndikat, dem ausschließlich angehören: der Norddeutsche Lloyd, die Deutsche Bank und Herr Alfred Lohmann, gründete mit einem Kapital von 2 Millionen Mark die Ozean-Reederei &. m. b. H., an deren Spitze als Borsitzender des Anfsichtsrats Herr Alfved Lohmann trat. Als die Deutsche Ozean-Reederei in das Handelsregister eingetragen wurde, waren auf der Germ-aniawerft bereits die Spanten der „Deutschland" errichtet und der Ban der „Bremen" begonnen. Der Schiffskörper der „Bremen" wurde in Auftrag gegeben bei der . Flensburger Schiffsbau A.-G., von der Germaniawerft, wahrend die Germaniawerft selbst die Motoren und andere Maschinen baute. Trotz der Neuheit des ganzen Typs konnten die grundlegenden Konstruktionsarbeiten und der Bau des ersten Schiffes überraschend schnell und glatt erledigt werden. Nach Erledigung der Probefahrten konnte das Boot seine Ausreise antreten. Dabei ist besonders zu berücksichtigen, daß die aus Angehörigen der Handelsmarine bestehende Besatzung sich mit dem neuartigen Dienst auf einem Unterseeboot erst vertraut machen mußte. Die Haupt- jabmessnngen des Bootes sind die folgenden: Länge über 65,0 Meter; größte Breite auf Spanten 8,9 Meter; Tiefgang etwa 4,50 Meter; Deplacement aus getaucht 1900 Tonnen. Der Oelvorrat ist so bemessen, daß er für die Hin- mnd Rückreise ausreicht. Die Tragfähigkeit beträgt etwa 750 Sonnen.
. , Verwendbarkeit der Handelsunterseeboote wirb var- die Kriegsjahre beschränkt sein, da dve Ladefähigkeit mr Verhältnis zu den Kosten der Boote im Frieden zu gering rst. Für den Krieg aber ist die Rentabilität auf Jeder Mrse gesichert, obschon der Wert der Schiffe währerch des Krieges abverdient werden inuß.
Die Maschinenanlage besteht aus zwei Dieselmotoren ,fur dre Überwasserfahrt und deii mit ihnen getrippelten Kauptelektromotoreii für die Unterwasserfahrt.
Durch den vor dem Mcrschinenraum liegenden Laderaum .fuhrt ern Tunnel zur Zentrale, in der alle für die Bedienung des Schiffes bei der Unterwasserfahrt erforderlichen Etrrrichtungen vereinigt sind. Die vor der Zentrale liegenden beiden Abteilungen enthalten unten die Akkumulatoren- und oben die Wohnräunre für die Mannschaften. jDurch den vorderen Laderaum führt wiederum ein Tunnel Aiach dem Bugraum, in dem verschiedene Antriebs moto re luntergebracht sind. Bug- und Heckraum sind außerdem noch
für Wohnzwecke nutzbar gernacht. Ueber der Zentrale ist ein geräumiger Kommandoturm mit Sehrohr angeordnel; ein zweites Sehrohr führt nach der Zentrale. Auf dem Kommandoturm befindet sich eine Navigationsplattform, die erfahrungsgemäß auch noch bei verhältnißmäßig schlechtem Wetter verwendbar ist. Die Besatzung des Bootes besteht aus 29 Köpfend Mit Rücksicht auf die lauge Reisedauer ist aus eine gute Unterbringung der Mannschaft besondere Sorgfalt verwendet worden. Auch sonst, wie z. B. in Bezug auf Materialstärken, die Ausrüstung nrit Booten, Ankern und Ketten, sowie in Bezug auf Freibord und Schotteneinteilung sind die Vorschriften des Germanischen Lloyds und der Seeberufsgenossenschaft berücksichtigt worden. Selbstverständlich sind auch die übrigen auf Unterseebooten üblichen Sicherheitseinrichtnngen vorgesehen. Für das schnelle Laden und Entladen sind Lademaßen und Kraftrolle vorhanden. Jeder Laderaum hat zwei Ladelnken. Die Boote sind mit Fnnkentelegraphieeinrich- tung von guter Reichweite ausgerüstet. Die von der Germaniawerft erbauten Dieselmotoren sind einfach wirkende sechszylindrige Viertakt-Motore. Das Manövrieren erfolgt mit Hilfe der Elektromotoren. Außer den wenigen leitenden Männern wurde niemand in das Geheimnis eingeweiht. Dadurch ist das Ganze vor der Welt bis zur Ankunft der „Deutschland" in Baltimore geheim geblieben. Nicht allein für die erste Reise der „Deutschland" sondern auch für die vielen weiteren Reisen dieses Schiffes und seines Schwesterschifses ist die nötige Menge Gummi und andere Rohstoffe in Amerika gesichert. Die amerikanischen Vertreter des Norddeutschen Lloyd, die Firma A. Schumacher & Co., Baltimore, bezw. deren beide Chefs, die Heeren Hilken sen. und Paul Hilken sowie der beigegebene Lloydkapitän Hinsch und andere Herren hatten die umfangreichen Vorbereitungen für die Ankunft der „Deutschland" getroffen. Daß trotz aller in der Sache liegenden Hindernisse der Bau in so kurzer Zeit fertiggestellt und ungeachtet aller raffinierten englischen Handelsschikanen die wertvolle Ladung gesichert und herübergeschafft werden konnte, ist eine Großtat, ans die unsere Industrie, Hanseatischer Handel und Schiffahrt und nicht zuletzt Kapitän und Mannschaft der „Deutschland" stolz sein können. Ihnen allen gebührt für diese glücklich vollendete erste Reise der heiße Dank des deutschen Volkes.
Ans Stadt rrnd Land.
Gießen, 26. August 1916.
KriegSdienftstellen in Gießen.
Me mannigfachen Erfordernisse, die der Krieg an uns in der Hermat stellt, haben im Laufe der Zeit, eine große Anzahl von Sammelstellen, Fürsorge und Beratungsstellen, sowie Zentralen der Lebensmittelversorgung geschaffen, die der Einzelne unmöglich im Kopfe haben kamr. Um unserer Leferschaft die Handhabe zu bieten, gegebeneu- salls sich gleich an die richtige Stelle wenden zu können, geben wir nachfolgend eine Liste aller von uns zu ermittelnden Ausschüsse, Aemter und Einrichtungen mit Angabe ihrer Geschäftsstelle. Im Interesse unserer Leser bitten wir, diese^iste auszuschneiden und aufzubewahcen.
Sammelstellen: ftrr die Nationalstiftung für die Hinterbliebenen Gefallener. Stadthaus Z. 15, Bezirks spar kasse, sämtliche Bankhäuser. Unterausschuß des Hessischen Landesausschusses der Nationalstiftung für die Hinterbliebenen der im Kriege Gefallenen. Liebig- stvaßc 16 (Alte Klinik).
für die Hinterbliebenen gefallener Gießen er. Stadthaus Z. 15. für den Liebesgabenfonds des Oberbürgermeisters. -Stadtlraus Z. 15.
für Kriegsbeschädigte. Stadthaus Z. 15. für erblindete Krieger. Stadthaus Z. 15.
für die durch denMieg in Not geratenen Bewohner von Ostpreußen. Stadthaus Z. 15.
für die durch den Krieg in Not geratenen Bewohner von Elsaß- Lothringen. Stadthaus Z. 15.
Städt. Metclllstelle. Stadthaus Z. 16.
Goldankaufsstelle. Johannesstraßc 5 (Sparkasse). Gummisammelstelle. Gartenstraße 3 (Gaswerk).
Sammelstelle für Altmaterial des Atice-Frauenvereins. Liebig- straße 16 (Alte Klinik).
Sammel stelle für Obstkerne. Mäusburg 7.
Fürsorge jund Beratung:
Krerskomitee für Rotes Kreuz und Kriegshilfe. .Kreisamt. Zweigverein vom Roten Kreuz Gießen. Liebigstraße 16 (AlteKlinik. Alice-Frauenverein, Zweigverein Gießen. Liebigstraße 16 (Mb Klinik).
Städt. Ausschuß für Kriegswohlfahrtspflege. Stadthaus Z. 9. Städt. Fürsorgestelle für Kriegshinterbliebene. Stadthaus Z. 2. Bezirksauschuß für Vermißte mid Kriegsgefangene (Abteilung des Ztveigvereins vom Roten Kreuz). Liebigstraße 16 (Alt« Klinik).
Kreis- und Ortsausschuß Gießen für die Kriegsbeschädigtenfürsorge Kirchstraße 16 (Gewerbehaus).
Ausschuß für Verwundetenunterricht. Bahuhofstr. 84 (Anatomie). Bearbeitung von Reklamationsgesuchen. Ost-Anlage 39 Z. 3. Soldatenheim. Burggraben 9 (Kaffee Ebel).
Kommission des Liesernngsverbands (Gießen-Stadt) zur Unterstützung von Fanrilien in den Dienst eingetretener Mannschaften. Stadthaus Z. 2u. 8.
Städt. Ausichuß für Fraucnheimarbeit zur Beschäftigung von Kriegerfrauen. Liebigmuseum.
Städt. Mietseinigungsamt. Stadthaus (Seitenbau).
Städt. Ausschuß für Krnderfürfvrge (Kriegskindergarten). Stebd Haus Z. 12.
Gießener Kiuderfürsorge. Neustadt 32.
Gvoßh. Zentrale für Mutter- und Säuglingsfürsorge. Friedrich stvaße 16.
Mütterberatungsstelle des Säuglingsheims. Weitzsteinstraße 43. Nationaler Frauendienst. Süd-Anlage 4II.
Lebensmittelversorgung: Preisprüfungsstelle der Provinz Oberhessen. Handelskammer. Prcisprüfungsstelle der Stadt Gießen. Stadthaus Z. 11.
Städt. Ausschuß für Lebensmittelversorgung. Stadthaus Z. 13. Städt. Lebensmittelamt. Ost-Anlage 39.
Hauptzen träte ftrr Brotmarkenausgabe, Getreide, Mehl und Brot. Ost-Anlage 39 Z. 1.
Bvotmarkenbezirk 1. Asterweg Z (Tiefbawamt).
BootTnarkenbezirk 2. Brandplatz 3 (Turmhaus).
Bvotmarkenbezirk 3. Ost-Aulage 15 (Gerichtsgebäude). Bvotmarkenbezirk 4. Gartenstraße 3 (GaÄverk).
Bvotmarkenbezirk 5. Stephanstraße 12 (Oberrealschule). Brotmarkcnbezirk 6. Lonystraße 7 (Handelskammer). Bvotmarkenbezirk 7. Gartenstraße 2 Seitengebäude (Stadthaus), Bvotmarkenbezirk 8. Liebigstraße 20 (alte Ohrenklinik). Bvotmarkenbezirk 9. Liebigstraße 20 (alte Ohrenklinik). Bvotmarkenbezirk 10. West-Anlage 42 (Schulbaracke). Brotinarkenbezirk 11. Asterw^g 25 (alte Gerverbeschule). Bvotmarkenbezirk 12. Asterweg 9.
Fett, Butter, Eier, Milch und Obst. Ost-Anlage 39 Z. 2.
Fleisch und Kartofstln. Ost-Anlage 39 Z. 3.
Zucker, Seife urrd Futtermittel. Ost-Anlage 39 Z. 4.
Die stillen Schwarzwaldwiükel, die sich so zutraulich in die Täler zwischen den hohen Bergen einnisten, kommen aus dem .Staunen gar nicht mehr heraus. Sie waren schon seit einig-cht Jahren an einen gewissen Sonntagsverkehr gewöhnt, der sich bieder Uiüi ordnungsgemäß zwischen den Ausflugsorten imb Wirtschaften absprelte/ aber eine Völkerwanderung, wie sie jetzt allwöchentlich von den Bahnhöfen in die Dörfer strömt, hatten sie noch nicht gesehen.
Eine entgegenkommende Bahnverwaltung hat alles dafür eingerichtet: Frühzüge mit direkten ,Verbindungen, auch vom Elsaß her, ohne das lästige Und so sehr verstimmende Umsteigen in Appenweier. Gute, fauchende Lokomotiven, die den ganzen Troß zu schleppen vermögen, und eine endlose, unabsehbare Reihe von Wagen, die der Bahnhossuhr gegenüber beginnt imdchraußen im freien Land, zwischen Sonnenblumen und wippenden Gräsern endigt. Eine Biertelstmche vor der Abfahrt schwirrt es wie ein wilder Heuschrecken schwärm von den Treppen zu den Bahnsteigen und stürzt sich auf die geduldig harrenden Wagen, daß einem dom Drängen, Rufen, Laufen Hören und Sehen vergehen kann. Straßburg, Karlsruhe, Rastatt sind auf den Beinen. Tausende imd Abertausende von Städtern trugen ihre lauten und stillen, geschwätziges Und genießenden Seelen in die Abgeschiedenheit der Berge, und es scheint, als habe man nun die wahre Sonntagsruhe nicht wie bis^ her in der Natur, sondern in den verlassenen Städten Au suchen.
Und dann das für die Schwarzwälder Schlimme und Be-i ängstigende? Diese Menschenmasse, die in der Butter-, Milch- und Eierknappheit der Großstädte rmMer von den Fettöpfcn, lÄrhne- kübeln und Hühnerhüfen der gebencdeiteir Landbewohner träumten, wollten essen, sich richtig mib gründlich für die koutnvQchen sechs mageren Tage sättigen! Wollten rvoniöglÄ eierbeladen nach Huuse Kurückkcheren. Kein Bauernhof, auch nicht der entlegenste und ver- schwiegezrdste, war vor ihnen sicher. An einem Feiertage waren von diesem Bölkerauszug die Vorratskammern der Bauern leer gegessen worden. So sahen sich die Bürgermeister gezwungen, in den 'Zeitungen Bekanntmachungen zu erlasseii, wonach die Tomisteii möglichst selber für ihoe Verpflegung zu sorgen hätten, da die Gasthäuser nicht mehr für diese Menschenmenge aufkommen könnten. Diamtt waren dre Städter um viele Hoffnungen ärmer imd dre Landbevökkevmzg um ebensoviel Lebensmittel reicher, und der ,ganzen Rucksackpoesie waren wieder Tor und Tür geöffnet.
Der Somttagsverkehr ist dadurch nicht beeilrträchtigt worden. lEs ist, als brauche >der Mensch ganz anders als in Friedens zetten die blaueii Höhenrücken und lvogeiiden Felder, um auf Stunden wenigstens über die Lasten und Sorgen des Krieges hinweg- zukommen. Daß auchldie Minderbeinittelten,' oft mit einer Sckmr von
Kindern, das Geld zu diesen Ausflügen aufziltreibell verinögeu, ist m dieser roirtschaftlich> schweren Zeit sicherlich! ein Trost.
Me Schwarzwaldtäler sind in diesen Hochsonttnertageu be- zwingeAd schlm. Schon am Bahnhof heißen große, goldene Somrerl- blumen den Wandevn willkommen. Es blüht und grünt, rauscht und sprudelt aus jedem Wiesengrund und grünen Laubwirrkel. Eine rmwe, lachende Sonne an einem makellos blauen Himmel strahlte 3 Wochen über dem BMer- und Renchtal, nrtt ihren, friedlichen Dörfern und Sommerfrischen Achevn, Otteilhöftu, Ober- rrrcki, Lantenbach. .Bergrücken und bewaldete Gipfel locken zum Wetterwandern. In Allerhelligen schäumen über eine Felseirwildnis dre beruhmteii Wasserfalle, und in che leere» Fensterrahmen und Dmbogen seiner alten Klosterruine nicken hohe Taunemchpfeh und schattige Baunckwnen. Die Kniebisbäder Pemstrll, Sft-iesbach, Rippoldau, mit ihren hellenden Quellen, find voll Sommer- ftifchlers, che aus woblgepflegten Parkanlagen auf die vorüber- zi-ehenden Touristen blicken. Nur wenige kehven hier ein: die meisten hab«r sich das Ziel höher gesetzt und tvandern durch den herrlichpAi Hochwald zum breiten Kuiebrskmnr.i., um von der Höhe der Zuflucht und des ^chliffLopfvs über che Bevgrvelt bis hinliber ^s^a^wabenland und in die Rlieinebene zu blicken. Saubere kleine Äiiftsckiaften, ganz von Bäuinen umnahntt, u.nd ein köstlicher ,Weiß- herbst", den die chcke Wirtin im ftlltOwchchen bunten aus- schenrt, laden Min vasten.
Wie genrächlich und freundlich fft dieses alemannische Völkchen: w^ gut paßt es in die Natur hinein. Glocken läuteten aus dew Dörfern zur Feier von Mariä Himmelfahrt, uttb Bauern imi) Bäuerrmreu im Sonntagsstaat zogen aus den ent- kgvmi Gehöften zur Kirche. Me .Haubenbänder wehen, und zwrsthen WÄdern und Matten leuchten che bunten Röcke und roten Westen wie Mohnblumen im Feld. Ein unaussprechlichrc Friede lregt über denv blühenden Land und der flincmerirden Ferne Aus rrgend einem Bwreruhof klingt der ftugende Ton einer Zieh- harmonÄa uud ein ruffisther Gefougem'r tanzt de» zu-sehendew alenramuKljai Burjchen einen Tanz aus der Heimat vor. Frau- zösffche Gefangene, die hier zur Landarbeit verwendet werden, zrehen lachend und plauderud vorüber, und der blaue Himurcl ist Üpve» wie ein Grrrß aus dem sonnigen WinDel daheim, wo Frau und Kinder auf sie warren. Der Krieg hat cher seiwe Härte verloren, und rm Waldesrauschen und Wogen der ftmchcharen Felder hofft bas Herz auf eine neue, glückliche Friedensgeit-H. Schede.
— 75. Geburtstag des Liedes ,L>e«t schla nd,
Deutschland über alles". Der 26. A-Must ist ein Gedenktag für alle Tautßheu. An diesem Tage dichtete im Jahre 1841 aus dem dainals errglischen Helgoland Hoffmaun von Fallersleben Lied der Deutschen", in dem sein Genius dve deutsche Einheit
^d Größe voEahnend besang. Zu diesem Gedenktag l>at Prof. Hofsmarm-Fallersleben, ern Sohn unseres Nationaldichters, eine w LI q2x 9 ^^ d^n^andhaus auf Helgoland geschaffen, in dem bas Lred vor ,c» Jahren entstand. Der Preußische Landes- vom Roten Kreuz verteilt diese Originalradienrn.g als Ehrengabe für mne Spende von 10 Mark, bezw. von 50 Mark fnr eine nunlerreittc und handschriftlich voin Mnstler unter-, zeichnete. Zur weiteren Ehrimg des Dichters erscheint zugunsten? ^ dreusrschen RopmKreuzes sein Bildnis, das Prof. Henseler- geinvlt und Prof. Hoffmann-Fallersleben festlich mit eincm Kranz
mtÖ | in V? 1 c ' Jubrläumsbild gelangt in den dre: 'Ausgaben zum Verkauf.
. ^ ■TT® 1E JL5r?Z. ta <S ,,rci ^ f‘ ir iunw-' Alüvrcn, gestiftet, unidett k«v-,lz, wcrwollslen Sfe*n des Jahres M förLem 'ist d esm^r
NL Wbk l? L^l^tdienst strhewdei, Arzt verliehe Alfred ^. oblru, der Dichter des vor euugtm Monaten ersckne- nenert Rom!ans „D: e drei Sprünge des Wana-lun"
? fmcr Besprechung des Birches schon hm gedeutet ha^n, m:t bewundernswerter Phamasie eine jener stürmisch HZ.
Bewegungen, du^ von Zeit zu Zeit das chinesische Volk erschüttern, in feinem 1 S&erße irchtbar vor uns erstehen lassen.
-Sv die Kartv ffel. Lllis der
^b lche An strengungeii tm' 17. und 18 Jahrhundert dre Remerumpm Archen Mißten, um die Landlcittc dahist zu bsrnmn, daß fte Kartoffeln anbauteir Mese Widers^nsligkeit K landlickn-n Bevolkerimg llat aber nicht mir aus Fe nLsS ^ E's Mißtrmi'-ii bwvor, sondern mWensftk lmbeu dazu auch allerlei Auslassungen von „gelebr- ^ t bie unter Aufwendung vieler Beweis-
gründe darmis hinwiesen, daß die Kartoffel eine den Menschen mib F^cht st:. Einzelne GelelgNe belMwi^m schlecht !!*?' 5^5° m ^ T ' T 10,0 ihr Genuß müsse zur Vernicktuna
^ Haustiere führen '?lnd.w^b^ Kartoffelgmuß erzeuge Skwpbeln und einen un -
englischer Doktor der Weltti-eisbell setzte anseiiiander, daß der .Karlvtstsgenuß die Säfte des
“ die Menschen, die daimmd'M^
^ nach verengern müßtm. Meder ein mi- del^r b^aupb^e sogar, da>> 7>:e Zdrrtoffeln ftn menschlickwn Wr^r ^^nr.)ch!>en und die Eingewi'ide der Kartoffelessei so auffvc^ daß daege das Gefühl der Sättigung me »vllHer
HEs^Nwlll? sogar
^E^s erbringen, daß die Kartoffel bereit ^ den ältesten Kulturvökffrn als giftige Pflanze erkamtt und w s S Ernähning geeignet befunden wordim sei ^> 1 , €r ^n a - r v Eis diesem Vorn?teil der Gelehrten ^Kartoffel das oft zur Wahrheit
dümmsten Bauern bte dicksten Kartoffeln m V


