Ausgabe 
5.8.1916 Zweites Blatt
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fHwrejr ist. Die OrtsLrüppe des Roten Kreuzes ver­ausgabte in den zwei Kriegsjahren an Unterstützungen 40670.Mk., Arbeitslöhnen 35 203 Mk., Liebesgaben ins Feld 8175 Mt., Landesverein in Tarmstadt 4000 Mk., Weihnachtsbescherungen 2700 Mt. An freiwilligen Gaben flössen der Ortsgnlppe zu etwa 80 000 Mt. Tie Ein na heuen im ganzen belauf«: sich, auf 112 500 Mk., die Ausgaben auf 106 700 Mt. Eine neue Haus- sammlimg ist im Gange.

b 2 . B u tz b a ch , 5. Ang. Dem Turner Gefreiten PH. R ö d e r von hier, der bereits mit den: Eisernen Kreuz ausgezeichnet ist, wurde die Hessische Tapferkeitsdenkmünze verliehen. Dem Sanitätsunteroffizier Ai ü n st e r m a n n aus Rodheim v. d. H-, z. Zt. im hiesigen Reservelazarett, Abt. Hess Hof, kleiner Saal, wurde von Sr. Kgl. Hoh. dem Großherzog von Hessen das Kriegs- ehrenzeichen am Bande verliehen.'

Starkenburg und Rheinhessen.

Mordversuch und Selbstmord in Offenbach a. M.

M. O ff e nba ch a.M., 4. Attg. Eine aufregende Eifer­suchtsszene zwischen einem Liebespaar spielte sich gestern abend in dem Hwuse. 16 der Mathiliden'stra.ßp ab. Die dort im zweiten Stock Lohnende Witwe Haus unterhielt schon seit etwa zwei IoHren mit dem 21 Jahre alten Sattler Arno Wehn er, der als Kriegsverletzter mit steifem rechten Arm kürzlich seine Entlassung afts den: Heere erhalten hatte, ein Liebesverhältnis, den: bereits ein Kind entsprossen spar. In letzter Zeit schsien es Wiehner, daß, ihm seiire Gieliebbe, die um das Tjv'ppelte älter war w»ie ür, nicht! urehr reckt hold sei. Sie glmckte nämlich, ipas übrigens nicht be­gründet getoesen sein soll, Mehner habe an einer ihrer Töchter mehr Gefallen gesunden. Hierdurch kam es zwischen den beiden Liebcs- leuten des öfteren zu erregten 'Tifersuchtsszenen, die mjit der Zeit immer heftiger wurden. Ms am gestrigen Merck wieder ein solcher Streit entstanden war, zog Wiehner plötzlich einen Revolver nnd gab auf seine Geliebte einen Schach ab, der diese in die Brust traf. Das Geschoß Web im Schulterknochen stecken. Alsdann richtete Mehner die Waffe gegen sich selbst und brachte sich einen Schuß in die linke Schläfe bei. Die rasch erschienene Rettungswache brachte die beiden Schwerverletzten in das Stadtkrankenhaus, wo Wehner bald nach der Einliefernng starb, ohne das Bewußtsein wieder er­langt zu haben. Der Zustand der Frau ist bedenklich, man hofft sie jedoch am Leben erhalten zu können.

UniverfitSts-Nschrichten.

Frankfurt a. M., 5. Aug. Professor ^ Dr. Eduard Hermann hat die Berufung auf beit Lehrstuhl für indogerma­nische Sprachwissenschaft an der Universität Göttingen als Nach­folger Wackernagels endgiltig angenommen. Er tritt am I. April 1917 sein neues Lehramt an. __

Eingesandt.

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redakti»n dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Zur Versorgung mit Spütkartoffcln.

In den meisten hiesigen Haushaltungen besteht seit lange der bewährte Brauch, vor Eintritt des Winters den gesamten Bedarf an Spätkartoffeln für die Zeit bis zum Beginn der nächsten Früh­kartoffelernte einzukellern und auf den praktischen Holzgerüsten zu durchwintern. Die Kartoffeln bleiben dadurch vor Frost geschützt; ftar allen: aber erleiden sie nicht die empsindlicke Einbuße an Qualität (Schwarzwerden!), die die sehr bedenkliche Folge jedes späteren, womöglich gab öfteren Ortswechsels ist. Die Verbraucher beziehen meist schon seit Jahren ihre ihnen vertraute nnd bekömm­liche Kartoffelsorte von einem und demselben Züchter (der Ein­sender z. B. seit 18 Jahren).

Man darf wohl hoffen, daß die vevehrlichen Behörden diesem erprobten Brauch Rechnung trag«! werden, wenn die Versorgung mit Spütkartoffeln geordnet wird. Selbstverständlich soll bei der Einkellerung jeder Mißbrauch ausgeschlossen sein. Es würde also auch hier, gegen Vorlegung der Brotkarte, die Zuteilung des zu­ständigen Kartoffelquantums, etwa für die Zeit vom 1. Oktober 1916 bis 1. August 1917, durch Kartofsclkart«: zu erfolgen haben. Die Kartoffelerzeuger dürften nur gegen diese Kartoffel karten verkaufen tmd müßten über ihre Verkäufe Rechenschaft ablegcn. Sehr dankbar wäre es zu begrüß«:, wenn'es aus diese Weise allen denjenigen, die aus gesundheitlichen Gründer: nicht jede. Kartoffel vertragen (a l s o namentlich älteren Leu­ten) ermöglicht würde, ihren Winterbedarf an Kartoffeln von ihren seitherigen Lieferanten in der gervohnten Kartoffelsorte auf einmal zu beziehen. Denn bekanntlich kommt sehr viel auf 'die Pflege der lagernden Kartoffeln an.

(Wie wir von zuständiger Seite erfahren, ist für den Bezug von Spätkartoffeln die Einführung von Mallerkart«: geplant.

iotonach auf den .Kops der Bevölkerung 2 Zentner für den Winter bezogen werden können. Die endgültige Regelung hängt noch von dem Ergehni s der Ernte ab.) _

Märkte.

Gießen, 5. Ang. Marktbericht. Aus dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter das Pfund 1,900,00 Mk.: Hühner­eier das Stück 20 Pfg.; Käse 10 Psq., Kasematte 3 Psg. das Stück; Ochseufleisch das Pfund 2,10-0,00 Mk.. Kuhfleisch 2,10-0,00 Mk. das Pfund, Rindfleisch das Pfund 2,10-0,00 Alk., Schweinefleisch daS Pfund 1,80-0,00 Mk., Kalbfleisch das Pfund 2,00 0,00 Mk., Hammelfleisch das Pfund 2,200,00 Mk.; Kartoffeln das Pfund » 10'/, Psq.; Zwiebeln das Pfund 00-00 Pfg.; Milch das Liter 30 Pfg.; Nüsse 100 Stück 00-00 Pfg.: Spinat 00-00 Pfg. das

Pfund, Kopfsalat 5-10 Pfg., Gelbe Rüben 2000 Pfg. das Pfund, Weißkraut das Stück 2040 Pfg., Rotkraut 20-35 Pseuing, Wirsing 1530 PfgRömisch Kohl 1012 P?. das Päckchen, Erbsen 2530 Pfg. das Pfund, Kohlrüben 5 12 Pfg., Gurken, gr., 30 bis 70 Pfg.; Blumenkohl 2050 Psg.; rote Rüben 15 20 Pfennig das Pfund; Bohnen 25-30 Pfg. das Pfund. Marttzett von 7 bis 1 Uhr._

Meteorologische Beobachtungen der Station Sietzen.

Ang.

1916

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Sonnenschein

Höchste Temperatur am 3. bis 4. August 1913 : -s- 20,6*0. Niedrigste ,3. ,4. . 1913: ck 14,8'0.

Niederschlag 0,0 mm. _

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Bullenkauf.

Die Gemeinde Daubringen kauft einen sprung- fähigen Vogel-berger Zuchtbullen. Verkäufer wollen ihre Angebote an Unterzeichnete Bürgermeisterei ge­langen lassen.

Großh. Bürgermeisterei Daubringen.

Walter.

5640

Kartoffel Versorgung.

Es war der Stadt Gießen möglich, mehrere Eisen­bahnwagen Frühkartoffeln unter dem derzeitigen Höchst­preis zu kaufen, die den bekanntgegeben«: hiesigen Kar- tofselhändlern zum Verkauf überwiesen werden.

Der Preis stellt sich auf etwa 7,60 Mk. für den Zentner. Die genauen Preise werden an den Ver­kaufsstellen angeschlagen.

Die Abgabe der Kartoffeln erfolgt gegen Eintra­gung in eine bei den Verkäufe«: offenliegende Liste, ohne Abgabe der Kartoffelmarken.

Es können Mengen bis zu einem Zentt:er abgegeben werden; Mengen unter 3 0 Pfund werben nicht ab­gegeben.

Der Verkauf beginnt S a m s't a g, den 5. Auguft 1916, vormittags von 9 Uhr ab.

Gießen, den 4. August 1916. 5624B

Der Oberbürgermeister.

I. B.: E m m el i u s, Beigeordneter.

Bekanntmachung

über die Festsetzung von Berkaufsftundcn für die Fleischergeschäfte in Gießen.

Unter Abänderung des 8 1 der Bekanntmachung vvm 28. v. Mts. werden die Verkaufszeiten für die Fleischer­geschäfte wie folgt festgesetzt:

Montags, Mittwochs, Donnerstags und Samstags vormittags von 811 Uhr und Donnerstags und Samstags nachmittags von 58 Uhr.

Gießen, den 4. August 1916. 56256

Der Oberbürgermeister.

I. B.: E m m e l i u s, Beigeordneter.

Bekanntmachung.

Unter Abänderung des § 5 Absatz 2 der Verordnung über den Verkehr mit Brot und Mehl in der Stadt Gießen vom 12. März 1915 wird die Gebühr für Aus­stellung einer neuen Brotmarkenausweiskarte bei Ver­lust der alten auf 50 Pfg. festgesetzt.

Gießen, den 3. August 1916. 56226

Der Oberbürgermeister.

I. V. : E m m e.l i u s, Beigeordneter.

Bekanntmachung.

Betrifft: Lederkarten.

Ich verweise auf die Bekanntmachung Großh. Kreis­amts Gießen vom 31. Juli 1916 im Kreisblatt vom 4. d. Mts.

Gießen, den 4. August 1916. 56236

Der Oberbürgermeister.

I. V. :Emmelius, Beigeordneter.

Bekanntmachung.

Betrifft: Die Erlaubnis zum Handel mit Lebens- und Futtermitteln gemäß Verordnung vom 24. Juni 1916 (RGBl. S. 581).

Um die erforderliche Erlaubnis zum Handel mit Lebens- und Futtermitteln oder mit Er­zeugnissen, aus denen Lebens- und Futter­mittel hergestellt werden, ist bisher erst eine verhältnismäßig geringe Anzahl der in Betracht kom­menden Handels-Gewerbetreibenden ein ge komm«:.

Die Beteiligten werden datier wiederholt auf die Bestimmungen der obigen Verordnung, die im Kreis­blatt Nr. 76 vom 11. Juli 1916 veröffentlicht ist, hin- gcwiesen und aufgefordert, ihre Anträge mcnmehr un­gesäumt hierher einzureichen.

Zu den Anträgen ist ein Vordruck zu be­nutzen, der im Stadlhause Seitenbau aus Ver­langen abgegeben wird.

Nicht erforderlich ist eine Erlaubnis für

1. den Verkauf selbstgewonnener Erzeugnisse der Lcnck- und Forstwirtschaft, des Garten- und Obstbaues, der Geflügel- und Bienenzucht, der Jagd und Fischerei;

2. Kleinhandelsbetriebe, in denen Lebens- oder Futter­mittel nur unmittelbar an Verbraucher abgesetzt wer­den (reine Ladengeschäfte);

3. Personen, die nach anderen während de? Krieges erlassenen Vorschriften bereits eine Erlaubnis zum .Handel mit Lebens- oder Futtermitteln erhalten haben, in den Grenzen der erteilten Erlaubnis;

4. Behörden und andere Stellen, denen amtlich die Beschaffung und Verteilung von Lebens- und Futter­mitteln übertragen ist, in den Grenzen der Ueber- tragung.

Gießen, den 3. August 1916. 66216

Der Vorsitzende

der bei dem Oberbürgermeister zu Gießen errichteten Stelle zur Entscheidung über die Erteilung und Ent­ziehung der Erlaubnis sowie über die Untersagung des Handels.

I. V.: Dr. Seid, Stadtamtnumn.

Betr.: Feldbereinigung Trais-Münzenberg.

Arbeits-Vergebung.

Donnerstag, den 10. August 1916, vor­mittags 9 Uhr sollen im Nathause zu Trais-Münzen- berg die nachverzeichneten Arbeiten vergeben werden.

Voranschlag.

Los 1, Herstellnngvon3250lfd.rnDrain-

gräben in Flur X 930,00 Jt

Los 2, 23013 kg Drainröhren vom Bahnhof Trais - Münzenberg nach den Verwendungsstellen an­zufahren und abzuladen 82,85 Jt

Los 3, Rodung und Verschleisung der Gräflich Solms * Laubach' schen Waldparzelle Flur IV Nr. 66 3000,60 Jt

Die Verdingungsunterlagen liegen bei uns nnd bei der Großh. Bürgermeisterei Trais-Münztznberg zur Einsicht offen. Angebote in Prozenten des Voran­schlags sind bis zum obigen Termin verschlossen und mit der Aufschrift:Angebot Feldbereinigung Trais- Münzenberg" versehen, der Großh. Bürgermeisterei Trais-Münzenberg einzureichen.

Friedberg, den 1. August 1916. l5589v

Großh. Kulturinspektion gez. I. V.: S1 e i n b a ch.

Verdingung.

In der Zusammenlegungssache von Oberquembach. Kreis Wetzlar, soll der Ausbau der Folgeeinrichtungen im Wege öffentlicher Ausschreibung verdungen werden und zwar:

16014 cbm Erdbewegung,

32 326 Ifb. m Wege,

11673 lid. m Dachläufe und Entwässerungsgräben,

3 425 lid. m Bewässerungsgräben,

894 Stückrunde Zementroh:-Durchlässe undSlirn- stücke von 30100 cm lichte Weite,

7 StückZementschleusen von30-50crn lichte Weite, 412 gm Pflaster und Gestück,

16 cbm Mauerwerk,

1850 Ifb. m Dränage.

Die Maßenverzeichnisse und Baupläne nsw. liegen in, Dienstgebäude der Königlichen Speztalkominission ! zu Wetzlar, Philosovhenlveg 26, Zimmer Nr. 12 während der Dienststunden zur Einsicht offen.

Berdingungsanschläge können von hier gegen postfreie Einsendung von 3 Mk., soviel der Vorrat reicht, bezogen werden.

Verschlossene Angebote sind mit der Aufschrift:Au- vebot auf den Ausbau der Folgeeinrichtungen in Obcr- guembach" versehen bis Sonnabend, den 2(1 August ds IS. gormitiags 10 Uhr, an die Unterzeichnete Behörde postfrei einzureichen. 5637 D

Wetzlar, den 2. August 1916

Königliche Spezialkommissiou I.

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